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Mittwoch, 24. Juli 2013

W365I: Beim neuen Thüringenligisten aus dem Altenburger Land

Sport Verein 1879 Ehrenhain ----------------------------- 5
1. Fußball Club Zeitz --------------------------------------- 2
- Datum: Dienstag, 23. Juli 2013 – Anstoß: 18.30
- Wettbewerb: Vorbereitungsspiel Thüringenliga (6. Liga, 1. Amateurliga; Aufsteiger aus Landesklasse Ost) gegen Landesklasse Sachsen-Anhalt Staffel 6 (8. Liga, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 5-2 nach 86 Min. (43/43) – Halbzeit: 3-1
- Tore: 1-0 17. (5), 2-0 20. (3), 2-1 26. (18), 3-1 43. (15?), 4-1 53. (14), 4-2 73. (14), 5-2 79. (6?)
- Verwarnungen: Nr. 1, 5 (Ehrenhain); Nr. 13 (Zeitz)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Waldsportplatz (Kap. 1.100, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ansehnliches und recht unterhaltsames Spiel) DSC00609 Waldsportplatz Ehrenhain, football ground of SV 1879 Ehrenhain Photos with English Commentary:
a) Pre-Season: SV 1879 Ehrenhain defeat 1. FC Zeitz (Including Pictures of the Village of Ehrenhain)
b) Sightseeing in Neighbouring Altenburg Region: Altenburg Old Town and Altenburg Zoo, and: Windischleuba Palace

Von dieser Woche an wird es bis Mitte August außer montags, da ich dann selber Fußball spiele, jeden Tag Spielberichte von Test-, Pokal- und Ligaspielen geben. Den Anfang dieses Groundhopping-Marathons machte heute eine Testpartie des in die Thüringenliga aufgestiegenen Dorfvereins SV Ehrenhain bei Altenburg gegen den Landesklasse-Aufstiegskandidaten 1. FC Zeitz. Wir schauten nur schnell am Gutshof Garbus und der Ehrenhainer Kirche, die in derselben Straße wie das sogenannte Schloss (ein verbauter Gutshof, die aussieht wie ein Plattenbau) steht, vorbei und fuhren dann an den Ortsrand zum idyllischen Waldsportplatz.

Bei freiem Eintritt konnte das von Bäumen umgebene Areal besucht werden. Man kann sich ebenerdig an die Bande zum Spielfeld stellen oder auf zwei kleine, vierreihige Holztribünen setzen. Hinter den Tribünen befinden sich eine Freilichtbühne und der Sozialtrakt. Außerhalb des eigentlichen Stadions liegt ein ausbautenloser Nebenplatz. Alle Anlagen sind frei zugänglich und die Nutzung außerhalb der Trainingszeiten ist erlaubt.

Das Testspiel war gut. Die ersten Gelegenheiten hatte der unterklassige Gast, doch Ehrenhain gelang ein Doppelschlag und hätte der Zeitzer Torhüter nicht drei Mal glänzend pariert, wäre das Spiel schon nach 20 Minuten völlig entschieden gewesen. So konnte Zeitz noch verkürzen. Allerdings geriet der Gast zum frühen Pausenpfiff per Kopfball mit 3:1 ins Hintertreffen.

Ein wuchtiger Freistoß nach der Pause, den der Torhüter nur in den Winkel lenken konnte, und schon stand es uneinholbar 4:1. Mit dem 5:2 Endstand kann Ehrenhain sehr zufrieden sein, wobei Zeitz besser gespielt hat, als das Ergebnis vermuten lässt. Da lagen spielerisch trotz des Einsatzes von tschechischen Profis oder Halbprofis (kann mir keiner erzählen, dass die Ehrenhainer Tschechen da irgendwo ganz normal arbeiten: das hat in Thüringen gerade beim Handball ziemlich um sich gegriffen, dritt- bis fünftklassige Profis in den oberen Amateurligen zu bezahlen) keine zwei Klassen im Niveau dazwischen.

Die drei gelben Karten, die vom mittelmäßigen Schiedsrichtergespann verteilt wurden, sind auch einer Beschreibung wert. Zuerst sah der Ehrenhainer Schlussmann dafür gelb, dass er von einem Zeitzer Stürmer, als er einen Meter vorm Strafraum stand, voll an den vor der Brust angelegten Arm geschossen wurde. So etwas ist nicht mal Freistoß und Gelb gab es auch noch zu Unrecht. Dann zog ein Zeitzer einem Ehrenhainer zwei Meter vorm Strafraum wirklich die Hose runter und wurde dafür vom Gefoulten beleidigt, weswegen der Schiri beiden Gelb zeigte, aber völlig abstruserweise auf Freistoß für Zeitz – die ja zuerst und auch noch schwerwiegender gefoult hatten – entschied. DSC00631 SV 1879 Ehrenhain v 1. FC Zeitz, pre-season match Statistik:
- Grounds: 967 (heute 1 neuer; diese Saison: 199 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.850 (heute 1, diese Saison: 273)
- Tageskilometer: 160 (160km Auto)
- Saisonkilometer: 59.860 (48.680 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 4.350 Fahrrad/ 240 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 124 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 365

Montag, 3. Juni 2013

W357IV: Nur eine Planänderung in Mansfeld und Salzlandkreis & außerdem: ein Staffelsieger und ein Schiedsrichterwechsel

SG Traktor Sandersleben FR --------------------------------- 3
SV Fortuna Brücken FR --------------------------------------- 1
- Datum: Sonntag, 2. Juni 2013 – Anstoß: 11.00
- Wettbewerb: 1. Kreisklasse Frauen, Mansfeld-Südharz (5. und unterste Spielklasse der Frauen)
- Ergebnis: 3-1 nach 72 Min. (46/46) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 0-1, 1-1, 2-1, 3-1
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Sandersleben (Kap. 1.500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 55 (davon Gästefans: ca. 7)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Vor allem in der ersten Hälfte, ein für diese untere Spielklasse hervorragendes Spiel)

Altenburger Spielgemeinschaft 1928 ----------------------- 1
SV Jahn Gerbitz II --------------------------------------------- 3
- Datum: Sonntag, 2. Juni 2013 – Anstoß: 14.30
- Wettbewerb: Salzlandliga (9. Liga, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-3 nach 92 Min. (46/46) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 2. (15), 0-2 56. (9), 0-3 62. (9), 1-3 63. (9)
- Vergebener Elfmeter: 48. Min., Altenburg schießt Foulelfmeter an die Latte
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Altenburger Sportplatz (Kap. 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon Gästefans: ca. 7)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Recht unterhaltsames Spiel mit etlichen Torszenen)
 DSC06229: Sportplatz Sandersleben, stand. 
Photos with English Commentary:
a) Women’s Football: Traktor Sandersleben defeat Fortuna Brücken (Including Pictures of Sandersleben Village)
b) Amateur Football: SG Altenburg v Jahn Gerbitz Reserve (Including Pictures of Altenburg and Aderstedt Villages & Haus Zeitz Estate)

Am Sonntag funktionierte die Planung mal weitestgehend. Es ging ja auch nach Mansfeld-Südharz, wo es fast gar keine Flutschäden, die ein Spiel unmöglich machen, und gehirnamputierte Staffelleiter, die völlig grundlos Spiele verlegen, gibt und danach in den Salzlandkreis, wo ansetzungsmäßig ziemliches Chaos herrscht, zwei oder drei Sportplätze auch wirklich bis zu einem Meter unter Wasser stehen, doch immer noch genug Spiele zu finden waren, sodass es Sonntag zwei Groundpunkte zu kreuzen gab.

Zuerst fuhren wir nach Sandersleben/ Anhalt, ein nun nach Arnstein eingemeindetes und aus historischen Gründen Stadtrecht haltendes Dorf mit durchsetzter Bebauung. Die Kirche und das Rathaus machen was daher – die Baustellen waren bei den engen Gassen aber wirklich störend. Mit Umwegen kamen wir im kleinen Stadion an, das einen weitläufigen Rasenplatz mit einer Stehstufe auf der Längsseite zum Bahnhof hin hat. Der Nebenplatz wird nur für Freizeitfußball genutzt, da er auf 5-gegen-5-Fußball ausgelegt ist. Die Anlage liegt am Rande eines Waldstücks, aber insgesamt doch eher kahl.

So früh am Morgen gab es das Spiel eines ungeschlagenen Tabellenführers gegen einen Dritten zu sehen. OK, zwar nur Frauenkreisklasse, aber wenigstens in Mansfeld-Südharz, einer Liga die sich ein ums andere Mal als sehenswerter da spielstärker als andere Frauenkreisklassen (Halle, Leipzig, Saalekreis usw.) zeigt. Auch das Spiel heute war in Sachen Mannschaftsspiel, Disziplin und Torschüssen um Klassen besser als jedes Spiel, dass ich in den drei oben genannten Drecksligen gesehen habe.

Traktor Sandersleben machte schon mehr vorm Tor und war über das gesamte Spiel gesehen gefährlicher, doch der Gast von Fortuna Brücken hatte in der ersten Hälfte noch einiges mitzureden und gestalteten das Spiel offen. Ein Lattentreffer und schließlich sogar das Führungstor aus Nahdistanz sind besonders zu erwähnen. Erst kurz vor der Pause mit einem 30m Schuss als Bogenlampe über die Hände der Brückener Torhüterin und unter die Latte, konnte Sandersleben ausgleichen. Ein wirklich toller Treffer, den man so ganz bestimmt nicht in vielen Spielen dieser Ebene (und schon gar nicht in anderen Staffeln der Kreisklasse) sieht!

Nach der Pause wurde das Spiel leider ruhiger und Brücken kam kaum noch zum Zug. Sandersleben netzte noch zwei Mal, das zweite Mal per Foulelfmeter, sicher ein. So konnten sie den Staffelsieg feiern, den sie nun sicher haben. Ob sie auch die letzten beiden Spiele ungeschlagen gestalten können, wird sich zeigen. DSC06303: Altenburger Sportplatz, home of SG Altenburg. Wir fuhren mit kurzen Zwischenstopps – in Haus Zeitz gibt es ein völlig verfallenes Schloss mit Gehöft und in Aderstedt ein kleines, schlecht verputztes Schloss sowie eine interessante Kirche – nach Nienburg/ Saale. Eigentlich wollte ich mal ein Spiel auf dem Hauptplatz sehen, doch es wurde schon wieder nur auf dem Nebenplatz gekickt. Also drehten wir ab, was vom spielerischen her natürlich nicht so sinnvoll war: die Kreisoberliga-Partie gewann der Tabellenletzte gegen den gut platzierten SSV Winningen mit 6:1 – so toll die Leistung des FSV Nienburg vielleicht war, aber Ilberstedt wird nachvollziehbarerweise als Angeschissene „Wettbewerbsverzerrung“ schreien...

Wir fuhren stattdessen in eines der Nachbardörfer, das für Salzlandkreis gar nicht so schlecht ist. Aber die Bernburger Gegend ist eh das Beste in diesem scheiß SLK. In Altenburg steht auf der in Rundlingsform bebauten Anhöhe eine Kirche aus dem 12. Jahrhundert, deren Turm ein noch älterer Burgturm ist – also ein Wehrturm der Burg, die dem Ort den Namen gab und von der sonst nichts mehr steht. Unten im Ort stehen eine Domäne (eine Art Schloss oder Landsitz) im Norden und Zollingerhäuser im Süden, ganz am Rande baut sich ein riesiges Zementwerk von Schwenk auf, das vom Fußballplatz der SG Altenburg sehr schön zu sehen. Der Sportplatz ist übrigens auf einer anderen Anhöhe im Südosten des Dorfes gelegen und nur über unbefestigte Feldwege erreichbar. Zur idyllischen Lage blökten ein paar Schafe im einen Nachbargrundstück, während direkt hinter dem einen Tor eine ehemalige Windmühle, die nun jemanden als extravagante Wohnung dient, steht.

Der Schiri aus Calbe, der für die Kreisklasse-Partie zwischen Altenburg und der Reserve aus Gerbitz, dem östlichen Nachbardorf von Nienburg, angesetzt war, erschien nicht. Der Ersatzmann brauchte 30 Minuten, ehe er zum Platz gefahren und umgezogen war. Mit einer erheblichen Verspätung ging das Spiel los und Gerbitz erzielte mit dem ersten Angriff gleich einen Treffer. Für den angemessenen 1€ Eintritt bekam man dann ein mittelmäßiges Spiel auf ein Tor geboten: Altenburg lief dem 0:1 bis zur Pause hinterher. Gerbitz tauchte nur noch selten vor dem Kasten der Heimelf auf.

In Halbzeit zwei spielte Altenburg auf das Tor mit der Windmühle dahinter und versemmelte zur Krönung der unglücklichen Leistung noch einen Elfmeter. Innerhalb von fünf Minuten war dann das Spiel entschieden: 0-3 mit zwei Kontern. Nach dem Anstoß vom 0:3 traf Altenburg dann aber endlich einmal: der Kopfball des freistehenden Stürmers fand den Weg ins Netz. Leider reichte es für Altenburg nicht für mehr: die Roten haben deutlich mehr fürs Spiel getan, als der Gast, waren aber einfach zu unfähig ihre Chancen zu versenken, sonst wäre es vielleicht wie am Pfingstmontag beim Spiel von Altenburg in Rosenburg gewesen, dass 7:6 endete. Und zwar ohne Elfmeterschießen...

Nach dem Spiel waren wir noch in Staßfurt eingeladen und fuhren dann die 90km über die Landstraßen in rekordverdächtigen 70 Minuten zurück.
 DSC06352: Altenburger SG v Jahn Gerbitz II 
Statistik:
- Grounds: 936 (heute 2 neue; diese Saison: 168 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.813 (heute 2, diese Saison: 236)
- Tageskilometer: 210 (210 Auto)
- Saisonkilometer: 53.570 (43.600 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 3.270 Fahrrad/ 210 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 96 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 357

Montag, 28. Februar 2011

W239III: Wie man einen 8-Tore-Vorsprung verspielen kann und in der Schlussminute doch noch gewinnt

LSV Ziegelheim 29:30 HV Rot-Weiß Staßfurt
Datum: Samstag, 26. Februar 2011 - Anwurf 17.30
Liga: Mitteldeutsche Oberliga (4. Liga, 1. Amateurliga)
Ergebnis: 29:30 nach 60 Min. – Halbzeit: 11:19 (!)
Tore: D. Heinig 13, Reusch 6, A. Heinig 3, Ulbricht 3, Kley 2, Block 1, Luding 1 (LSV); Retting 9, Scholz 7, Jacobi 5, Stolz 4, Hähnel 2, Ernst 1, Rach 1, Bruchno 1 (HV RW)
Siebenmeter: LSV 3 von 6, HV RW 2 von 3
Verwarnungen: 4x (!?) LSV (Reusch, Kley, Block, Trainer); 3x HV RW (Trainer, Wartmann, Bruchno)
Zeitstrafen in Minuten: Moritz 6, D. Heinig 2, Luding 2, A. Heinig 2, Sense 2 (LSV = 14 Minuten); Bruchno 4, Hähnel 4, Stolz 4, Rach 2, Wartmann 2 (HV RW = 16 Minuten)
Platzverweise: Moritz (LSV; 54., dritte Zeitstrafe)
Spielort: Wieratalhalle (Kap. 600, davon 350 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 600 (davon ca. 30 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Spiel auf niedrigem Niveau aber extrem spannend – Ziegelheim in der 1. Halbzeit schwach und Staßfurt Mittelmaß, in 2. HZ umgekehrt)
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Photos and English version:
Gößnitz & Waldenburg – Eastern Thuringia Province
LSV Ziegelheim vs. HV RW Staßfurt (Amateur Handball Top Level)

Kaum aus Ronneburg zurück, saßen wir wieder im Zug nach Weimar. Weiter ging es nach Gößnitz, wo wir eigentlich ein Fußballspiel der Regionalklasse, der nach der Thüringenliga und den Landesklassen dritthöchsten Amateurliga in Thüringen, angucken wollten. Obwohl noch am Abend vorher im Internet angekündigt, wurde bei diesem Scheißverein FSV Gößnitz nicht gespielt. Dabei waren zwei bespielbare Plätze zur Verfügung. Wenn man so eine Partie absagt, muss man schon total hacke sein. Ich dachte eigentlich, die Spielabsagenseuche wäre etwas abgeklungen, aber mit den Bescheuerten in Gößnitz habe ich nicht gerechnet.

Gößnitz ist auch das letzte Provinznest, das sich damit brüstet, den längsten Bahnsteig Deutschlands zu haben. Das zu lang geratene Ding ist aber auch der einzige Bahnsteig des Bahnhofes, der nicht mal mehr ein Gebäude hat, aber als Rangierbahnhof wichtig ist. Ansonsten muss man noch die Kirche hervorheben, die mit den drei Türmen doch recht gelungen und in einem erstaunlich guten Zustand ist. Wir fuhren dann weiter nach Waldenburg, was mehr daher macht, aber auch nur ein kleines Städtchen ist. Der Rathausplatz ist aber ganz nett, eine größere Kirche fällt auch ins Auge, dann gibt es noch das monströse Internat und auch das ganz nette Schloss.

Über teilweise sehr löchrige und extrem schmale, zudem auch schlecht beschilderte Straße fuhren wir an Gehöften wie Koblenz bei Waldenburg vorbei, die uns glauben ließen, wir hätten uns verfahren. Aber nicht etwa im westdeutschen Koblenz wähnten wir uns, sondern im tiefsten Balkan, so heruntergekommen wie einige der Ortschaften waren. In Ziegelheim wurde das erheblich besser: das Handballdorf hat immerhin eine recht spektakuläre Kirche auf einem Berg zu bieten und keine bewohnten Ruinen.
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Handball wird in der Wieratalhalle gespielt, die schon von Außen recht auffällig ist und innen sehr zusammengepfrimelt, aber trotzdem ansehnlich wirkt. Zuschauerplätze sind aber nur auf zwei Seiten; jeweils in Form einer Obertribüne (hinterm Tor aber mit einem Netz zugehängt und auf der Längsseite sehr voneinander separiert mit auffällig dicken Gewölbestreben) und einer Vortribüne. Die Vortribüne ist dann aber wirklich einfach zusammen gepfriemelt, wie ich das seit Serbien nicht mehr gesehen habe: einfachste Gerüstbauweise mit Spanplatten und auf zwei der drei Tribünen auch noch einfach Stühle draufgestellt, die nach Lust und Laune von den Fans durch die Halle geschleppt werden. Das hat natürlich zur Folge, dass sich spät kommende Fans an den Rand der Tribüne stellen, weswegen die halbe Sitztribüne aufstehen muss, um beide Spielfeldhälften zu sehen. Na ja, Organisation und Dorfhandball eben...

Aber was beim Dorfhandball dafür oft gut ist, ist die Atmosphäre. Nicht nur, dass wir mit netten Leuten ins Gespräch kamen, auch wurden die Ziegelheimer ihrem Anspruch „Die besten Fans aus Thüringen“ zu sein wenigstens phasenweise so halbwegs gerecht. Solange es für Ziegelheim scheiße lief – also bis kurz nach der Pause – beschränkte sich die Stimmung zwar auf 20% Klatschen, 35% Gegner voll meckern und 45% Schiedsrichter beschimpfen – aber dann ging es gut ab: Laute Sprechchöre, frenetischer Jubel und enthusiastisches Feiern der Mannschaft. So ist die Stimmung wirklich gut! Allerdings war in Ronneburg am Vortag keineswegs weniger Support, sondern eher mehr und besser.

Wir gesagt lief es – man kann es auch am Halbzeitstand oben ablesen – für Ziegelheim bis kurz nach der Pause richtig schlecht. Beim Spiel 9. gegen 11., also Abstiegskampf, konnte man ja nicht so viel erwarten, aber während Ziegelheim im Hinspiel (siehe Bericht vom 23.10.10) klar besser war und verdient gewann, war der Gastgeber hier völlig von der Rolle. Staßfurt spielte mittelmäßiges Handball: einige schöne Tore und gute Spielzüge, aber das sollte man auch als Mindestes erwarten können in der höchsten Amateurliga, die das Sprungbrett in den Halbprofi- und Profibereich darstellt. Verdient lag Staßfurt gegen das desolate Ziegelheim mit 19:11 in Front.

Desolat war im Übrigen auch die Leistung der thüringischen (!) Schiedsrichter: Tore wegen angeblichen im Kreis stehen aberkannt, obwohl der Schütze nicht ab stand; zwei Minuten für Lächerlichkeiten, keine zwei Minuten für klare Fouls; foulenden Spielern trotz einem Verletzten auf der Platte den Angriff aufs gegnerische Tor ermöglicht; Foul nicht gepfiffen, Tor für die foulende Seite gegeben und dann zwei Minuten gegen den Foulspielenden im Nachhinein gegeben... Innerhalb von 60 Minuten deutlich mehr als 10 Fehlentscheidungen zu treffen – bei dem bis zur 50. Minute ziemlich langsamen Tempo – ist schon bedenklich. Die fragwürdigen Pfiffe gingen aber in beide Richtungen; von Heimschiedsrichtern – oder wie viele Heimfans gerne tönten: Staßfurter Schiebern – konnte also keine Rede sein.
Immerhin versuchte das Kampfgericht nicht, das Spiel zu beeinflussen, wie das offensichtlich gegen Leipzig (anscheinend erfundener Wechselfehler der zum Sieg mit einem Tor führte und jetzt ein Fall fürs Sportgericht ist) so war.

Zurück zu den Spielern: nach der Halbzeit gab es plötzlich ein völlig anderes Bild. Es ist einfach schlimm, dass Staßfurt nur 30 bis höchsten 40 Minuten Handball spielen kann und dann die anderen 20 bis 30 Minuten ein grauenhaftes Niveau mit Fehlern ohne Ende und schwachem Abschluss wie auch mangelnder Verteidigungsarbeit zeigt. Nach ein paar Minuten waren die mittlerweile wenigstens auf durchschnittlichem Niveau agierenden Gastgeber bis auf 19:21 herangekommen. Dann sollte es eng umkämpft sein, aber Staßfurt war unfähig, einen acht Tore Vorsprung auch nur ansatzweise zu halten. Mal gingen sie bis auf 20:24 davon, dann zog der Gastgeber nach und verkürzte auf 23:24, glich zum 25:25 aus und ging 27:26 in Führung. Kurz vor Schluss lag der LSV sogar bei 29:27 mit zwei Toren vorn. Doch dramatischerweise wendete sich das Blatt nochmals und Fehler der Ziegelheimer und ein letztes Aufbäumen der Staßfurter Gäste brachten die Wende: 29-30 am Ende! Ein richtig packendes Spiel also, obwohl es vom Spielniveau her eher mäßig war. Einen glücklichen, aber nicht unverdienten Sieg konnten die Staßfurter somit für sich verbuchen: Staßfurt spielte hat 32 Minuten richtig Handball und Ziegelheim nur 30, sodass dieser Eintorsieg in Ordnung geht.
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Bei sternenklarem Himmel und innerhalb von drei Stunden um 10 Grad gefallenen Temperaturen verließen wir die hohe Tonnengewölbehalle von Ziegelheim und fuhren mit den Rädern weiter nach Altenburg. Dort fiel uns im Vergleich zu Weimar am Vortag Folgendes auf: 1. nicht nur Prolls auf der Straße, 2. alle Sehenswürdigkeiten angestrahlt, und 3. das Bahnhofsgebäude offen und die dortige Pizzabäckerei auch noch in Aktion. Da würde Altenburg also viel eher den Kulturbahnhof- oder Kulturstadt-Titel verdienen, als dieses Spießbürger-Provinznest Weimar.
Auch wenn dieses Mal die Leistungen der Bahn zufriedenstellend waren, kann ich nur wiederholen, dass ab Mitte des Jahres dieses Drecksunternehmen kein Geld mehr von uns erwarten kann. Wahrscheinlich machen wir auch keine Radtour nach Tschechien, sondern fahren mit dem Auto, weil die Sachsen Faxen machen und in vielen Teilen des Freistaates (wo genau recherchiere ich noch) mittlerweile asozialerweise 4,50€ für die Fahrradmitnahme verlangen. Diese sächsischen Bahnverbände, die diese Preise erheben, boykottieren wir natürlich generell.
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Statistik:
Grounds: 531 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 81 neue)
Sportveranstaltungen: 1.232 (heute 1, diese Saison: 119)
Tageskilometer: 330 (270 Bahn, 60 Fahrrad)
Saisonkilometer: 20.170 (12.070 Auto/ 4.520 Bahn, Bus, Tram/ 2.780 Fahrrad/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 89
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 239

Montag, 11. Januar 2010

W180III: Bei sachsen-anhaltischer Unwetterpanik fährt man halt zu den thüringer Handballern.

SV Aufbau Altenburg III 29:24 SV Teichwolframsdorf
Samstag, 9. Januar 2010 - Anwurf 14.00
Verbandsliga Thüringen Ost, Staffel A – Vorrunde (7. Handball-Liga, 4. und unterste Amateurliga)
Ergebnis: 29:24 nach 60 Min. – Halbzeit: 15:13
Tore (Namen nach Gehör von Stadionsprecher übernommen; bestimmt etliche Fehler): Moosdorf 10, Peine 6, Kersten 4, Weber 3, Bachmann 2, Wage 2, Keller 1, Hoffmann 1 (Altenburg); J. Sailer 7, T. Seifert 6, R. Seifert 3, Parsemann 3, Winkler 2, R. Lange 2, Bär 1 (SVT)
Zeitstrafen: Aufbau 8 Minuten (Moosdorf 2, Weber 2, Keller 2, Wege 2); SVT 12 Minuten (Bär 4, Winkler 4, Feller 2, Arndt 2)
Platzverweise: keine
Spielort: Sporthalle Goldener Pflug (Kap. 900, davon 750 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 45 (keine Gästefans?)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Für unterste Amateurklasse enorm!)

SV Aufbau Altenburg 27:50 Erzgebirgischer HV Aue
Samstag, 9. Januar 2010 - Anwurf 18.00
Testspiel Landesliga Ost gegen 2. Bundesliga Süd (5. Handball-Liga, 2. Amateurliga gegen 2. Profiliga)
Ergebnis: 27:50 nach 60 Min. – Halbzeit: 10:24
Tore: O. Schörnig 7, Melzer 4, F. Schörnig 3, Lutz 3, Abad 2, Heinrich 2, Dietze 2, Wernig 1, Haffner 1, Kohl 1, Vogel 1 (Aufbau); Berthold 14, Vysely 10, Agnarsson 8, Meinhardt 7, Wittig 7, Uematsu 3, Schäfer 1 (EHV Aue)
Zeitstrafen: Aufbau 0 Minuten (-); Aue 8 Minuten (Schäfer 4, Berthold 4)
Platzverweise: keine
Spielort: Sporthalle Goldener Pflug (Kap. 900, davon 750 Sitzplätze)
Zuschauer: mind. 250 (davon mind. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Typisches Amateure vs. Profis-Testspiel, aber eins der sehr unterhaltsamen Sorte)
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Photos and English version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157623064987221/detail/

Eigentlich war schon alles auf Handball in Staßfurt fokussiert; nicht nur der Spieltermin rausgesucht, sondern auch die Umwege auf der Route rausgesucht, mit Anja beim Spiel verabredet, Hallendaten rausgesucht und nicht zuletzt auch das Sachsen-Anhalt-Ticket gekauft – aber dann sagen diese Schwachköpfe vom HVSA den ganzen Spielbetrieb wegen einer vagen Unwettervorhersage mit angeblich starken Schneefällen ab. Bescheuert wie mein Landkreis und die von ihm umschlossene Stadt Halle sind, ließen sie sogar Bundesligavolleyball ausfallen. Ich verliere hier mal keine weiteren Worte zu diesem hirnverbrannten Schwachfug, außer: unsere Hallen im Landkreis sind echt total marode und es wurde Baupfusch wie in Bad Reichenhall betrieben, stimmt’s, Herr Landrat?! Also wurde das teure Sachsen-Anhalt-Ticket zum Fahren in ein Bundesland, was sich nicht bei jeder Schneeverwehung in die Hose macht, genutzt: Thüringen. Vor einer Woche noch ein Feldfußballspiel, was so nirgendwo in Sachsen-Anhalt ausgetragen worden wäre, jetzt zwei Handballspiele. In Thüringen wurden nur völlig vereinzelt alte Hallen gesperrt und nicht der Spielbetrieb lahm gelegt. So geht das – Thüringer Verbände machen’s halt mal wieder vor!

Per Zug: Merseburg – Halle – Leipzig – Altenburg. Und sogar ohne Verspätungen! Nach einer kleinen Runde durch die sehenswerte, aber in vielen Teilen heruntergekommene Skatstadt mit 36.000 Einwohnern, gingen wir bei einem billigen Thailänder gut essen und liefen durch den Knöcheltiefen Schneematsch zur Sporthalle Goldener Pflug. Dort wurden zwar auch wegen verschneiter Anfahrtswege für Gästemannschaften nicht alle Spiele ausgetragen, aber doch drei von fünf angesetzten. Zuerst das Spiel zwischen dem SV Aufbau Altenburg III (3. von 7) gegen den SV Teichwolframsdorf (2. von 7 und nur zwei Punkte besser). Der letztgenannte Verein kommt aus einem Ort mit 2.500 Einwohnern, der zwischen Gera und Zwickau liegt und direkt an Sachsen grenzt. Die beiden Teams mit ihrem sehr hohen Altersschnitt zeigten wirklich guten Handball. Dafür, dass das die unterste Spielklasse sein sollte, war das Spiel enorm gut! Altenburg hatte zwar immer die Nase vorn, doch die Gäste steckten nie auf, teilten gut aus und erzielten auch etliche, teils wirklich starke Treffer. Der beste Treffer wurde jedoch mit dem Rücken zum Tor stehend von einem Altenburger erzielt. Trotz schönem Match gab es keine nennenswerte Stimmung. Nur ab und an dumme Zwischenrufe von so einem Vogel hinter mir.
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Dann liefen wir noch einmal durch die verschneite Stadt und guckten uns die alten Häuser an, ehe wir 17 Uhr erneut in die Halle gingen. Die Schlafmütze von Kassenwart war immer noch nicht da – freundlicherweise bezahlten wir nach. 5€ für ein Freundschaftsspiel eines Fünftligisten gegen einen renommierten Zweitligisten ist auch in Ordnung. Das Catering nach dem Spiel mit schwammigen Brötchen und zwei Stunden lang gezogener Bockwurst war es nicht. Ebenso scheiße wie das Essen auch der Gästeanhang, der mal wieder meine Abneigung gegen das Bergarbeiterkaff Aue bestätigte. Nur dumme und primitive Bemerkungen von angetrunkenen Schachtscheißern. Die Heimfans leider viel zu still. Nur ab und an ihre Klatschfächer (die scheinen jetzt Milliardenfach in Deutschland hergestellt zu werden!) bewegt und schöne Szenen mit Applaus quittiert. Das gefiel auch dem guten und angenehmen Hallensprecher nicht besonders.
Das Spiel selbst war recht gelungen, wenn auch natürlich der Profiverein, der relativ viele ausländische Spieler im Aufgebot hat, klar dominierte. Mit Kempa und Rückhandwurf sollte es zwar nicht klappen, aber mit Zimmern, Kontern und aus spitzem Winkel aufs Tor drehen schon. Doch auch die Altenburger machten viel und blieben sogar ohne Zeitstrafen. Teilweise stellten auch sie ihre Spielqualität unter Beweis, was nicht damit zu tun hatte, dass Aue sie absichtlich entfalten ließ. Vor allem die Schörnigs zeigten sich sehr talentiert.

Der Rückweg verlief ebenso lässig wie der Hinweg.

Am nächsten Tag konnte ich aufgrund einer Uni-Veranstaltung leider nicht den Aufstieg der Leunaer Hallenhockeymannschaft miterleben, die in Köthen mit 60 Fans (insgesamt 250 Zuschauer) die Halle rockten und von 3:1 auf 3:8 innerhalb von 20 Minuten aufdrehten. Am Ende gewann Leuna 4:9, was den sofortigen Wiederaufstieg in die höchste Hallenhockeyspielklasse bedeutete, in der sie nächste Saison nun ihre zweite Spielzeit verbringen werden. Herzlichen Glückwunsch an die TSV Leuna Hockeyauswahl!!!

Statistik:
Ground Nr. 385 (ein neuer Ground; diese Saison: 54 neue)
Sportveranstaltung Nr. 942 (diese Saison: 84)
Tageskilometer: 190 (Eisenbahn)
Saisonkilometer: 15.910 (12.120 Auto/ 1.970 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.820 Fahrrad/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 46
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 180