Sonntag, 12. April 2015

W454II: Zwei Freitagsspiele in der Rureifel

Kaller Sport Club 1922 ...................................... 0
FC Viktoria 1908 Arnoldsweiler II ................... 4
- Datum: Freitag, 10. April 2015 – Beginn: 19.45
- Wettbewerb: Bezirksliga Mittelrhein, Staffel 3 (7. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-4 nach 93 Minuten (47/46); Halbzeitstand: 0-2
- Tore: 0-1 2. Marcel Reisgies, 0-2 45. Dominik Klepgen, 0-3 70. Fabian Becker, 0-4 88. Dominik Locker
- Verwarnungen: TW Timo Dümmer, Dominik Peiffer, Marcel Blum (Kall); Marcel Demircan (Arnoldsweiler)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Grenzlandstadion Kall, Aschenplatz (Kap. 2.050, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 100 (davon ca. 3 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz gutes aber sehr einseitiges Spiel)

SV Sötenich 1919 II .................................................. 2
SG Sportfreunde 1969 Marmagen/ Nettersheim II 0
- Datum: Freitag, 10. April 2015 – Beginn: 18.30
- Wettbewerb: Kreisliga B, Euskirchen/ Staffel 3 (9. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-0 nach 92 Minuten (45/47); Halbzeitstand: 1-0
- Tore: 1-0 21. Tobias Samson, 2-0 70. Andreas Malsbenden/ Stephan Sistig
- Verwarnungen: Sebastian Müller, Dennis Jäckel (Sötenich)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Sötenich (Kap. 1.560, davon 60 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 70 (davon ca. 3 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,5/10 (Sportanlage topp, Kulisse überdurchschnittlich, Wetter prima – und dann so ein Kick als würden da Letzter und Vorletzter der Kreisliga D gegeneinander spielen)  
Photos with English Commentary:
a) Amateur Football, Division 9: SV Sötenich Reserves defeat Sportfreunde Marmagen/ Nettersheim Reserves
b) Amateur Football, Division 8: SC Kall lost to FC Arnoldsweiler Reserves
c) Rureifel Region: Bad Münstereifel Town Fortifications, Roman Ruins in Pesch and Vussem, Palace in Holzheim

Eigentlich war das als Tour mit Bahn und Fahrrad gedacht, aber zum einen wurde es recht spät beim Mittagessen mit Conny - einer guten Freundin, die an diesem Freitag dienstlich in Bonn weilte - und zum anderen bin ich doch nicht bescheuert und nehme eine Bahnverbindung, die mich nach dem Spiel in Kall vom Bahnhof Kall nach Euskirchen bringt und von dort angeblich nach 3 Minuten Umsteigezeit nach Bonn. Drei Minuten?! Und danach fährt da nichts mehr bis um 5 Uhr früh!

So blieb nur das Auto, was mir natürlich noch mehr Möglichkeiten beim Sightseeing verschaffte. In diesem Teil NRWs, der sich Rureifel nennt, hatte ich noch gar nichts angeguckt. Doch die Eifel ist natürlich ein sehenswerter Teil Deutschlands, und da macht auch der Nordteil, der sich in NRW (südlich von Aachen und Bonn im Landkreis Euskirchen) befindet, keine Ausnahme. Man fragt sich nur, warum dieses Gebiet an das überwiegend hässliche und architektonisch sowie landschaftlich anders geartete NRW gegeben wurde. Eigentlich wähnt man sich schon längst hinter Euskirchen in Rheinland-Pfalz. Wahrscheinlich wollte man bei der Schaffung der Bundesländer dem sonst bis auf das Bergische Land sehr unattraktive NRW mal schöne Berglandschaft plus historische Gebäude als Abwechslung verschaffen...

Der erste Punkt war Bad Münstereifel. Mit den Stadtmauern, dem Schloss, der angrenzenden Burgruine und zwei sehenswerten Kirchen – und das alles in landschaftlich schöner Lage – stellte sich der Ort als das sehenswerteste in NRW neben Warburg und Bonn heraus. Weniger sehenswert waren das Wasserschloss in Holzheim bei Mechernich und die römischen Ruinen in Pesch, Vussem und Kallmuth. Die römischen Ruinen – in der Rureifel gibt es enorm viel davon, aber eine Anlage mickriger als die andere – sind nur geringfügig erhalten und lediglich in Teilen rekonstruiert. Außerdem sind das keine spektakulären Säulenstraßen oder Amphitheater, sondern mit Zement fixierte Tempelüberreste (wie der Heidentempel bei Pesch, der in der Tat noch Anziehungspunkt für esoterische Spacken, die sich „Neue Heiden“ nennen, ist) oder abgesicherte Brunnenfassungen (wie in Kallmuth) bzw. authentisch zugeschüttete Reste von Wasserleitungen und wiederaufgebaute Aquäduktfragmente (das war in Vussem hinterm Sportplatz der Fall). Sehenswert ist in der Rureifel neben der Kleinstadt Bad Münstereifel halt v.a. die Landschaft, die aus größeren Hügeln bzw. sanften Bergzügen mit viel Wald und kleinen Bächen besteht. Außerdem sollen auch einige Burgen sehenswert sein, die ich bei der nächsten Tour (wahrscheinlich mal im Mai) auf jeden Fall ansteuern werde.  
Heute ging es erstmal in Sötenich zum Fußball. Das idyllisch gelegene aber gesichtslose Kaff hat einen landschaftlich sehr schönen Platz. Der klebt am Hang mit hohen Grashängen an den Längsseiten, einem hohen Hügel in Sichtweite hinter dem einen Tor und dem Blick in den Talkessel auf den Kernort mit der Kirche hinter dem anderen Tor. Ein Vereinsheim, ein Unterstand mit Vereinsnamen und auch etliche Holzbänke wurden von den gar nicht mal so wenigen Zuschauern gut genutzt.

Das Spiel war leider nicht so gut, dafür dass der 4. gegen den 7. der Kreisliga B – es gibt noch eine in vier Staffeln eingeteilte Kreisliga C darunter – spielte, war das Niveau extrem niedrig: also in Städten wie Köln und Bonn sind selbst die Mannschaften, die im hinteren Bereich der D-Kreisligen stehen, besser. Das ziemlich langweilige Spiel entschied die bessere Mannschaft, SV Sötenich II, mit einem Schuss von der Strafraumgrenze der als leichter Aufsetzer ins Eck ging und einer Flanke vors Tor, die auf der Linie von einem Sötenicher, der sich zwischen zwei Verteidigern und dem Torwart von Sportfreunde Marmagen/ Nettersheim II durchkämpfte, ins Tor gelenkt wurde, für sich.

Seltsam war übrigens die Disziplin: wie auch im benachbarten Rheinland-Pfalz waren fast nur Eingeborene aus den ländlichen Gegenden wie der Eifel im Aufgebot, aber im Gegensatz zu RPL wo es oft eine Kartenflut und viele Pöbeleien gibt, gab es hier nur zwei Gelbe und eine einzige intelligente Frage nach einem Foul „Ey hast du n Knall, du Hurensohn?!“  
Um 19.45 war im benachbarten Kall das Spiel zwischen dem KSC und der Reserve von Viktoria Arnoldsweiler angepfiffen worden. Ich kam genau in der 35. Minute am Sportplatz an und merkte, dass meine Jacke (jetzt bei Einbruch der Dunkelheit notwendig) noch im Zimmer in Bonn rumliegt, aber andererseits zwei freie Parkplätze neben der Tribüne – einer fünfstufigen Konstruktion mit ein paar Kunststoffbänken auf einem Graswall – einen Blick durch den Zaun aufs gesamte Spielfeld aus dem Auto heraus gewähren. So sah ich noch das 0:2 kurz vor dem Pausenpfiff.

Dafür, dass hier der 7. und der 4. aufeinandertrafen, war die Partie sehr einseitig. Kall war klar unterlegen und Arnoldsweiler machte auch in der zweiten Hälfte viel mehr Druck. In der 65. betrat ich das Stadion dann doch noch – wenn die auch die unbewachte Einfahrt offen stehen lassen... – und sah die sehr schönen Weitschüsse zum 0:3 und 0:4.  
Statistik:
- Grounds: 1.335 (heute 2 neue; diese Saison: 180 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.340 (heute 2; diese Saison: 228)
- Tageskilometer: 130 (130km Auto)
- Saisonkilometer: 49.040 (34.500 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.680 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.670 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 42 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 454

Dienstag, 7. April 2015

W453I-W454I: Ostern; Kantersieg für Leunas Alte Herren, Basketball in Tschechien, Harzoberliga in Sargstedt u.a.

FSV 1920 Sargstedt ............................................... 1
SC 1919 Heudeber ................................................. 1
- Datum: Montag, 6. April 2015 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Harzoberliga (9. Spielklasse, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-1 nach 92 Minuten (47/45); Halbzeitstand: 1-1
- Tore: 0-1 10. Mauritz Opfermann, 1-1 30. Alexander Laub
- Verwarnungen: Tobias Beck, TW Christian Müller (Sargstedt); Tobias Fichtner (Heudeber)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Sargstedt, Nebenplatz (Kap. 830, davon 30 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 80 (davon 48 zahlende und ca. 25 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ausgesprochen spannendes, teilweise auch gutes Spiel)

Basketbalový Klub Děčín 1945 .......................... 79
BK Nova Hut Ostrava ........................................ 57
- Datum: Sonntag, 5. April 2015 – Beginn: 18.00
- Wettbewerb: Národní Basketbalová Liga (1. Profibasketballliga), Viertelfinale Meisterrunde/ 1. Spiel
- Ergebnis: 79-57 nach 40 Minuten (4x40); Viertelergebnisse: 14-14, 21-17, 22-12, 22-14
- Punkte: Stria 18, Bažant 12, Bosák 10, Jelínek 10, Vyoral 8, Houška 7, Landa 6, Kaša 5, Tucker 3 (Děčín); Muirhead 17, Číž 12, Beaumont 12, Zbránek 5, Leczo 5, Jurečka 3, Urbánek 3 (Ostrava)
- Freiwurfquote: Děčín 73% (8 von 11); Ostrava 50% (7 von 14)
- Fouls: Landa 3, Vyoral 3, Houška 3, Jelínek 2, Stria 2, Kaša 2, Bažant 1 (Děčín = 16); Číž angeblich 8, Muirhead 3, Zbránek 3, Beaumont 3, Leczo 2, Medvecký 1 (Ostrava = angeblich 20)
- Spielort: ČEZ Sportcentrum (Kap. 1.200, davon 850 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 1.200 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Sehenswertes Match)

SV Jahn Gerbitz .................................................... 2
SV Wacker 1909 Westeregeln .............................. 1
- Datum: Samstag, 4. April 2015 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Halbfinale des Kreisklassenpokals Salzland (1. Kreisklasse Salzland, Staffel 2 gegen Staffel 4; d.h. beide Teams 11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 95 Minuten (45/50); Halbzeitstand: 1-1
- Tore: 0-1 7. Thomas Jakobi („Foul”elfmeter), 1-1 33. Christian Osterwald, 2-1 52. Benjamin Pankrath (Nachschuss des eigenen Foulelfmeters)
- Verwarnungen: Andree Lindemann, Mark Bünnig, Benjamin Pankrath, Andy Lorenz (Gerbitz); Martin Koch (Westeregeln)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Gerbitz (Kap. 1.025, davon 25 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 75 (davon mind. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz ordentliches und bis zum Abpfiff spannendes Spiel)

TSV Leuna 1919 AH ............................................. 6
BSV Halle-Ammendorf AH .................................. 1
- Datum: Donnerstag, 2. April 2015 – Beginn: 18.00
- Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren
- Ergebnis: 6-1 nach 70 Minuten (35/35); Halbzeitstand: 3-1
- Tore: 1-0 5. Mario Melchior, 2-0 7. Michael Claus, 2-1 18. Nr. 20, 3-1 33. Mario Melchior, 4-1 55. Langrock, 5-1 65. Stefan Motz, 6-1 70. Stefan Motz
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportstätte der Jugend (Kap. 1.000, davon 15 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 8 (keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Schönes Spiel!)

TSV 1889 Kassel-Wolfsanger II ........................... 1
SV Kassel-Nordshausen II .................................... 1
- Datum: Mittwoch, 1. April 2015 – Beginn: 18.10
- Wettbewerb: Kreisliga A, Kassel/ Gruppe 2 (9. Spielklasse, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-1 nach 85 Minuten (43/42); Halbzeitstand: 0-1
- Tore: 0-1 42. Felix Lehmann (Foulelfmeter), 1-1 52. Chris Heinemann
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz KS-Wolfsanger, Platz 2 (Kap. 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 12 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Besonders für die beschissenen Wetterverhältnisse ein starkes Spiel!)  
Photos with English Commentary:
Wednesday:
a) Amateur Football in Cassel: Wolfsanger Reserves v Nordshausen Reserves
b) Northern Hesse Region: Alt-Rhoden Church Ruin, Bad Arolsen Baroque Palace, Mengeringhausen Palace, Volkhardingshausen Monastery, Landau (Bad Arolsen) Palace, Ehringen (Landsberg Deserted Village), Elmarshausen Palace 
Thursday:
Veterans Football: TSV Leuna 1919 v BSV Halle-Ammendorf
Friday:
North-Eastern Thuringia: Baldenhain Church, Wolfersdorf Church & Palace, Berga/ Elster Palace Ruin, Greiz Old Town with 3 Palaces, Reichenfeld Castle Ruin, Wünschendorf Church, Mildenfurth Monastery 
Saturday:
a) Regional Football Cup: SV Jahn Gerbitz eliminate Wacker Westeregeln
b) Salzland District: Brumby, Wispitz, Gerbitz
Sunday:
a) Czech Basketball Play-offs: BK Decin defeat BK Nova Hut Ostrava
b) Zoo Děčín: Domestic Pigs, Exotic Birds, Wolves, Bears, an Aquarium etc.
c) Northern Bohemia: Ostrý Castle Ruin in Františkov nad Ploučnicí, Chapel in Březiny, Villages of Horní Police and Valkeřice, Hřensko Landscape, Jetřichovice Palace, Church Ruin in Děčín
Monday:
a) AMATEUR FOOTBALL: FSV 1920 SARGSTEDT v SC 1919 HEUDEBER (including pictures of the village and Harz landscape)
b) South-Eastern Lower Saxony: Hahnenklee Wooden Church, Salzderhelden Castle Ruin, Greene Castle Ruin, Harz Mountain Landscape  
Langsam sollte ich eigentlich meinen Blog umbenennen, aber andererseits ist er unter „Groundhopping Merseburg“ bekannt geworden und daher lasse ich den Titel auch so. Nur ziehen jetzt auch meine Eltern aus Merseburg weg – und zwar nach Rostock – während ich mich ja schon nach einem halben Jahr in Marokko nach Bonn verabschiedet habe. Zu Ostern kamen wir aber noch mal in Merseburg zusammen. Ich kam von Bonn aus angefahren und machte noch einen mehrstündigen Abstecher in Nordhessen. Eigentlich war der Abstecher gar nicht so lange von der Strecke her, aber in der Ecke um Kassel herum gibt es so viel zu sehen...

Sowie man die Autobahn an der Abfahrt Diemelstadt verlässt, kann man in Rhoden zu einem Bauernhof hinter fahren (Kirchenruine ist ausgeschildert) und dort nach einem heftigen Ritt über einen matschigen Feldweg eine Wüstung aus dem 13. Jahrhundert mit den gut erhaltenen Resten einer Kirche und einem teils noch im 20. Jahrhundert genutzten Friedhof besuchen. Zur Besichtigung könnte man übrigens auch in Fahrtrichtung Kassel auf dem Seitenstreifen nach dem Ende der Beschleunigungsspur der Auffahrt Diemelstadt parken und über die Leitplanke auf die Wiese vor der Ruine klettern...

Auch im neuen Dorf Rhoden gibt es etwas zu sehen: Fachwerk und eine ordentliche Kirche. Ich fuhr dann aber gleich nach Bad Arolsen weiter, wo einige schöne barocke Häuser in der Ortsmitte auf das eindrucksvoll große Barockschloss zuführen. In der Umgebung gibt es mit dem fast runden Schloss Mengeringshausen und dem ehemaligen Kloster Volkhardingshausen interessante Bauten in schöner Landschaft. Auch Landau hat mit seiner Lage auf einem Bergkegel, den alten Häusern und dem Schloss etwas zu bieten. Weniger lohnend sind die Mauerreste und die Wallgräben der historischen Orte bei Ehringen. Elmarshausen war dann wiederum ansehenswert, da der Ort eigentlich nur aus einem schönen Wasserschloss mit Gestüt und teils sehr ansehnlichen Nebengebäuden besteht.

In Kassel selbst gibt es nur am Rande etwas zu sehen (Herkules, Löwenburg usw.), aber da es auf dem Weg lag, schaute ich mir noch das nächstbeste Fußballspiel an. Kreisliga A im Ortsteil Wolfsanger, die Zweite spielte gegen die Reserve aus Nordshausen, wobei nicht auf dem langweiligen Hauptplatz, sondern dem noch unansehnlicheren Nebenplatz gekickt wurde. Wenigstens nahm niemand Eintritt – ich hätte dem Kassenwart aber ohnehin mein Portemonnaie gezeigt, in dem nur noch 1,50€ drin waren, und gemeint: entweder 1,50€ statt 2,50€ oder ich gucke von draußen über den Zaun rein und ihr bekommt gar nichts von mir. So wie so lächerlich bei so einer niederen Liga 2,50€ zu wollen und zu jammern, man bräuchte jeden Cent. Wenn man keine Sponsoren auftreiben kann – bei fast allen Clubs sind Eintrittsgelder so wie so die geringste Einnahmquelle – spielt man halt Freizeitturniere statt Ligenbetrieb.

Aber egal welche Liga: das Spiel war wirklich ansehenswert! Bei immer wieder einsetzenden Schneeschauern und 1 bis 3 Grad – also dem üblichen Scheißwetter zu Ostern – wurde da kommentarlos über den Platz getobt. So muss das sein, das sind richtige Fußballer! Beide Teams spielten auch gut offensiv, in der ersten Halbzeit schnürten die besser platzierten Gäste den Heimverein ein – in der zweiten Hälfte war es umgekehrt, da passierte fast nur noch durch die Hausherren etwas. Der Gast aus Nordshausen ging mit einem schön verwandelten Foulelfmeter in Führung – Wolfsanger glich durch einen tollen Schuss gegen die Unterkante der Latte, der gut 1m hinter der Linie auf und von da ins Netz sprang, aus.

Als ich nach Spielende zügig weg wollte, bemerkte ich von der Zufahrtsbrücke aus den Stau auf der Autobahn. Durch einen Unfall im Schneetreiben war zwischen Kassel und Göttingen totales Chaos. Ich drängte mich also zurück von der Abbiegespur auf die Landstraße und fuhr erst in Thüringen auf die Autobahn auf. Ab dort ging es problemlos nach Merseburg durch.  
Am Gründonnerstag ging es abends zu den Alten Herren vom TSV Leuna. Leider wollten nur acht Zuschauer das Spiel auf der Sportstätte der Jugend sehen. Dabei hatte es aufgehört zu schneien und auch während des Spiels kamen nur ganz wenige Flocken runter. Aber viele dachten sicher auch, dass das Spiel gegen Ammendorf ausfallen würde.

Ammendorf erschien auch mit schwacher Besetzung und Leuna hatte nur zwei Wechsler. Dafür spielten aber fast alle Leistungsträger mit. Schon in den ersten sieben Minuten waren es Mario Melchior mit Flachschuss ins Eck und Michael Claus mit Innenpfosten, die Leuna 2:0 in Front brachten. Das 2:1 aus einiger Distanz ins lange Eck sollte der Ehrentreffer bleiben. Kurz vor der Pause war Mario wieder sehr aufmerksam und nutzte einen Abstimmungsfehler der Gäste, um alleine auf den Torwart zuzustürmen, ihn zu umkurven und lässig den Ball ins Tor zu schieben.

Nach dem Seitenwechsel trug sich Langrock in die Torschützenliste ein und in der Schlussphase war es dann zweimal der Jüngste im Team, Stefan Motz, der mit zwei Treffern (einmal auch per Kopf) zum sehr hohen aber absolut verdienten und auch in dieser Deutlichkeit angemessenen Ergebnis von 6:1 beitrug.

Leuna lieferte ein wirklich gutes Spiel mit starker Leistung der gesamten Mannschaft ab und profitierte aber auch von der ungewohnten Schwäche Ammendorfs. Das war bestimmt der höchste Sieg einer Leunaer Mannschaft gegen den sonst eher sehr starken Club aus dem Süden von Halle...

Geleitet wurde das Spiel von Sportfreund Brosche, der sich wirklich steigert. 2013/14 waren seine Entscheidungen bei Kleinfeldspielen noch in der Mehrheit falsch und als ich ihn November 2014 bei seinem ersten Großfeldspiel erlebte, hätte er mir eigentlich Gelb zeigen müssen, da ich bei seiner Fehlentscheidungsquote von 50% als teilweise direkt betroffener Spieler einfach nicht ruhig sein konnte – aber mittlerweile hat er Erfahrung gesammelt, Lehrgänge erfolgreich abgeschlossen und ist auf dem besten Wege den Verein TSV Leuna als Schiedsrichter angemessen zu vertreten!  
Am Karfreitag fand sich leider kein Spiel, sodass wir ein bisschen im Nordosten von Thüringen rumfuhren. Sehenswert waren auf unserer Strecke die Kirche von Baldenhain, die Kirche und das als Kindertagesstätte dienende Schloss Wolfersdorf, das durch einen Brand zur Ruine gewordene Schloss auf dem Schloßberg von Berga an der Elster, dann die gesamte Altstadt von Greiz, die drei Schlösser zu bieten hat, von denen v.a. das oben auf dem Berg gelegene, verwinkelte und durch die schroffe Felsnase in der Mitte der Anlage auch noch unregelmäßig gebaute „Obere Schloss“ schön ist, sowie die recht niedrige Burgruine Reichenfels, des weiteren die mit zwei spektakulären Turmhauben versehene Kirche von Wünschendorf und im benachbarten Mildenfurth die leider in unklarer Nutzung befindliche Klosteranlage.  
Samstag fuhren wir nach Staßfurt, luden Anja ein und fuhren über Borne, Nalpke, Brumby und Wispitz nach Gerbitz. In diesem ausgesprochen hässlichen Dorf befindet sich am Rande, umgeben von Feldern, Wasserläufen, einem Teich und etlichen Bäumen ein ganz ansprechender Sportplatz. Kleine Graswälle auf den Längsseiten, ein paar Holzbänke und ein schönes kleines Sportlerheim in den Vereinsfarben Blau-Weiß.

Für die üblichen 1,50€ (Rentner nur 1€) war man beim Halbfinale des Kreisklassenpokals dabei. Jahn Gerbitz traf dabei auf Wacker Westeregeln. Die Gäste maulten zwar die ganze Zeit am Schiedsrichtergespann rum, hatten aber großes Glück, dass der teilweise überforderte Schiedsrichter schon nach sieben Minuten bei einem Zweikampf im Strafraum, bei dem der Westeregelner in den Boden hackte, Elfmeter gab. Das war niemals ein Strafstoß, aber der Schütze verwandelte sicher. Schnell entwickelte sich ein ausgeglichenes, offensives Spiel mit einigen Chancen auf beiden Seiten. Nach über einer halben Stunde schaffte Gerbitz mit einer Bogenlampe ins lange Eck über den Torwart hinweg den Ausgleich. Nach der Pause vergingen wieder nur sieben Minuten, ehe es einen Elfmeter gab. Diesmal ein berechtigter, diesmal für den SV Jahn. Der Schütze schoss den Torwart an, doch verwandelte den Nachschuss flach gegen die Laufrichtung des Wacker-Schlussmanns. Inklusive Nachspielzeit verteidigte Gerbitz dann 43 Minuten lang die 2:1 Führung. Das spannende und spielerisch auch ganz gute Spiel fand damit einen verdienten Sieger.  
Am Ostersonntag fuhren wir in die Tschechische Republik. An Ostern gab es ein selbst für Tschechien wirklich übles Planungschaos. Dass man eine Tschechien-Tour maximal fünf Tage im Voraus planen sollte, wusste ich ja schon lange, aber dass man eine Tour mit 2 bis 3 Spielen am Sonntag, die man am Mittwoch zu planen begonnen hat, am Donnerstagvormittag voll über den Haufen werfen kann, danach am Donnerstagabend noch mal um einen Punkt verändern muss, dann Freitag die Alternativplanung noch mal komplett verwerfen muss und dann die vierte und endgültige Idee auch nicht funktioniert, ist selbst für dieses unorganisierte Land ungewöhnlich.

Wir fuhren am Morgen direkt nach Děčín, das später am Tag der Endpunkt der Tour sein sollte. Dort besichtigten wir zuerst für 2€ pro Karte den Zoo. Der liegt toll auf einem felsigen Berg, durchzogen von engen Wegen und vielen Nadelbäumen. Die Tiere sind natürlich eher Durchschnitt, die größten Brummer sind Grizzlybären und Wölfe, auffällig viele Vögel halten die sich aber auch im Tetschener Zoo. Zum Zoo gehört auch ein Aquarium mit Terrarien – das ist sehenswert, aber befindet sich kurioserweise 400m unterhalb des Zoos in einem Wohnhaus, wo die Fische und Reptilien auf drei Stockwerken ausgestellt werden... Architektonische Sehenswürdigkeiten gab es dann Březiny (Kapelle mit Holzaufsatz), Františkov nad Ploučnicí (Burgruine Ostrý, aus Vulkansteinen erbaut und hoch über dem Fluss am Dorfrand gelegen) und auch – als Ersatz für ein Fußballspiel in Valkeřice – Horní Police (Dorfanger mit gewaltiger Kirche oberhalb von Holzhäusern), Hřensko (Felsformationen), Jetřichovice (leerstehendes Barockschloss vor tollen Felsen), und auf dem Weg nach Hause noch eine Kirchenruine am Nordende von Děčín auf dem Weg nach Hrensko.

Das besagte ausgefallene Spiel war in Valkeřice angesetzt und lautete TJ Valkeřice gegen FK Bynovec. Es kommt ja auch manchmal in Deutschland vor, dass man an einem Sportplatz ankommt und kein Arsch steht auf dem Platz, obwohl bei fussball.de die Ansetzung immer noch „heute 15h“ zeigt. Aber dass der Platz nicht abmarkiert ist kommt garantiert nicht vor. Wahrscheinlich hat der Scheißverein zurückgezogen oder spielt jetzt die Partien bei böhmischen Trinkspielen in der Kneipe aus und meldet dann Fantasieergebnisse an fotbal.cz. Die Ansetzungspanne hat auch herzlich wenig damit zutun, dass es sich um die unterste Liga handelte – in Tschechien ist man doch selbst zum Organisieren der halbprofessionellen 3. Liga zu blöd! Es wird munter hin und her verlegt, am selben Tag abgesagt, Spiele ohne Vorankündigung auf einen anderen Platz versetzt, Spiele von korrupten Mannschaften und Schiedsrichtern abgesetzt und mit einem ausgewürfelten oder den Wetten (man kann auch auf die 9. und unterste Liga tippen!) entsprechenden Ergebnis gemeldet...

Diese Kreisklasse Tetschen (III. trida Decin) scheint aber besonders beschissen zu sein. Denn zu internationaler Aufmerksamkeit hat es ein Ligakonkurrent dieser beiden Katschmaukenkicker gebracht. Es gibt in ganz Tschechien mehrere Vereine die „Roma“ heißen. Das sind keine italienischen Gastarbeiterclubs, sondern Vereine der meist als Zigeuner bezeichneten Volksgruppe der Roma. Diese sind die einzigen ethnischen Clubs, seit es keine Deutschen Sportvereine mehr gibt – die Deutsche Minderheit hatte sich in den 20ern bis 1945 auch massiv isoliert durch diese Vereine. Zurück in die Gegenwart: auch bei dem Roma-Verein aus Děčín, Roma Děčín, spielen fast nur Zigeuner. Das bringt so einige Probleme mit sich. Zum einen ist da die ungesunde Gruppenbildung und selbstgewählte Ausgrenzung, zum anderen muss man aber auch klar sagen, dass die Tschechen schon als Kinder lernen, dass man mit Zigeunern nicht spielt und sich bei den meisten aufgrund der slawischen Überheblichkeit diese Einstellung auch im Erwachsenenalter nicht ändert. Der Vorgängerverein von Roma Děčín hat sich 2011 mal eine Schlägerei geleistet, die Strafe (soll nach einer tschechischen Internetquelle die höchste je verhängte Geldstrafe im tschechischen Amateurbereich gewesen sein, was ich bei dem korrupten Verband sofort glaube, wenn ich das lese) nicht zahlen wollen/ können und wurde daraufhin aufgelöst. Jetzt gewinnt der Nachfolgeverein, also Roma Děčín, die Mehrheit seiner Spiele – allerdings deshalb, weil fast alle Gegner einfach nicht antreten. Angeblich, weil sie schlechte Erfahrung mit dem Team gemacht haben – das nach 2011 aber gar keine Strafen mehr kassiert hat => Link zu USA-Today... Klar wollen da jetzt wieder viele keinen Rassismus sehen, denn die Abgrenzung zur Mehrheit ist auch oftmals selbst so gewollt von den Roma – doch jedem, der persönlichen Umgang mit Slawen (Tschechen, Slowaken usw.) und natürlich auch Rumänen und Ungarn hat, und nicht total blind oder blöd ist, weiß wie unglaublich arrogant und vorbohrt viele sind. Nicht nur, dass die Roma angeblich an allen Probleme in Osteuropa und den Balkanstaaten Schuld sind – v.a. viele Slawen sind oft noch unzivilisiert genug, zuzugeben, dass sie die Hautfarbe der Roma hässlich finden.

Zurück nach Děčín: ab zum Basketball. Die Play-offs standen an, gespielt wurde die Partie zwischen dem Tabellenzweiten – BK Děčín 1945 – und dem Siebten (BK Nova Hut Ostrava). Die Sporthalle liegt recht innenstadtnah, wurde namentlich mal wieder von der zweifelhaften Energiefirma ČEZ verunstaltet, hat einen modernen, großen Eingang aber innen weder angemessene Fluchtwege noch gute Sicht. Balken stören vor den beiden Sitztribünen – eine hat blaue, die andere gelbe Schalensitze – und auch im Stehplatzbereich, der sich hinter dem einen Korb bzw. hinter der letzten Reihe der gelben Tribüne befindet. Dafür sind die Karten in der verbauten Halle aber auch spottbillig. Wir nahmen Stehplätze für 70 Kronen (2,50€), Sitzplätze wären nur 20 Kronen (0,75€) teurer gekommen.

Die Spielqualität war erfreulich hoch. In den ersten beiden Vierteln war das schnelle Spiel ausgeglichen, danach glänzte v.a. der Gastgeber mit Dreipunktewürfen, während Ostrava etwas nachließ. Folgerichtig gewann Děčín auch mit 79:57, also 22 Punkten Unterschied, in diesem sehenswerten Spiel. Die Zuschauer wussten das Niveau auch zu schätzen und gingen gut mit. Richtig organisierter Support war aber sehr dünn.

Für etliche Monate wird das die letzte Tschechientour gewesen sein. Bei der beschissenen Organisation dieses Landes bzw. ganz Osteuropas – sowas wie dieses nicht ausgespielte Spiel heute, ist mir z.B. in Nordafrika noch nie passiert – muss man eigentlich sagen: gut so. Aber andererseits gibt es in Tschechien so viele sehenswerte Plätze, gute Mannschaften, unterschiedliche Sportarten und auch historische und landschaftliche Sehenswürdigkeiten, dass man doch mal – wenigstens nächstes Jahr – wieder den Weg nach Osten finden muss!  
Den Ostermontag ging es dann nach Bonn zurück, da bereits am Dienstagmittag die Uni beginnen sollte. Natürlich fuhr ich nicht auf dem direkten Weg in die ehemalige Bundeshauptstadt, sondern machte erstmal einen Ausflug in einer der schönsten Regionen Deutschlands, den Harz. Die erste Etappe war dabei gleich die mit Groundhopping: im ruhigen und architektonisch an vielen Stellen recht ansprechenden 700-Einwohner-Dorf am Fuße des Höhenzuges Huy im östlichen Harzvorland, war ein Spiel der Harzoberliga angesetzt. Die Sportanlage liegt wirklich toll: am bequemsten erreicht man sie über einen schmalen Betonplattenweg (ausgeschildert zum Sportlerheim), doch man kann auch einen von insgesamt drei unbefestigten Wegen, die über interessant geformte Hügel die mit Obstbäumen und Nadelwald durchsetzt sind führen, nehmen. Hinter dem sehr schicken Sportlerheim mit gepflegten Pflanzungen befinden sich zwei Fußballplätze, der Hauptplatz liegt etwas höher und ist begradigt und ordentlich, hat außerdem auch eine kleine Tribüne (Wellblechdach über eine Reihe Holzbänke) sowie knapp 60 Schalensitze auf Bänke montiert. Allerdings ist der Platz so eng, dass man höchstens 600 Leute unterbringen kann. Der Nebenplatz bietet etwas mehr Zuschauern Platz, teilweise können auch die überdacht sitzen bzw. ohne Regenschutz auf Schalensitzen hocken, doch die Spielfläche ist eine Frechheit für Harzoberliga – zumal es keinen Grund gab, auf den Nebenplatz auszuweichen: der Acker ist völlig uneben, wellig, weggetreten, sehr eng, teils sandig und teils steinhart. Der einzige Grund, warum es mich nicht sehr ärgerte, dass man das Spiel sinnlos dorthin verlegte, war die landschaftliche Lage des Platzes: unterhalb eines massiven, mit Bäumen bestandenen Hanges und Blick in die Harzlandschaft. Im Übrigen ist dieser Platz wohl auch der deutlich ältere der beiden: schon auf historischen Fotos von 1920 erkennt man ihn und in den 1970ern hat er wohl die jetzige Form – wohl auch schon mit dem Sprecherturm für beide Anlagen – bekommen: http://www.fsv-1920-sargstedt.de/fotos/

Da ich damit rechnete, dass einer mit der Zigarrenkiste rumgeht, kletterte ich erstmal außen auf den Hügeln herum und kürzte dann so ab, dass ich die Sportanlage von hinten betrat. Irgendwann fiel mir dann mal auf, dass die Holzhütte neben der überdachten Tribüne ein Kassenhäuschen war. Aber da jetzt 150m quer durch die Anlage latschen und dem Kassenwart sagen, dass ich noch zahlen muss, wäre doch irgendwie peinlich... Und wenn ich sehe, dass die Sargstedter nur 50% der vor Ort gewesenen Zuschauer auch melden, dann scheinen sie so wie so nicht so wild dem Eintrittsgeld hinterher zu sein...

Wo sie auf jeden Fall hinterher sind, ist der Klassenerhalt. Vor dem Spiel standen sie auf dem 15. Platz, dem ersten Abstiegsrang. Ausgerechnet Heudeber, der Verfolger von Spitzenreiter Germania Wernigerode, war zugast. Die ersten Aktionen vor dem Tor hatte dann allerdings Sargstedt – nur war es dann typischerweise der Gast, der mit der ersten oder zweiten Offensiveinlage auch schon gleich in Führung ging. Es entwickelte sich daraufhin ein ausgeglichenes Spiel mit leichten Vorteilen und mehr Spielanteilen bei Sargstedt. Mit einer kuriosen Szene kamen sie nach einer halben Stunde zum Ausgleich: der Gästetorwart eiert bei einem Abwurf ewig rum, nimmt den Ball noch zwei Mal auf nachdem er ihn abgelegt hatte und handelt seiner Mannschaft dadurch einen indirekten Freistoß 15m vor dem Tor ein; dieser wird mit verdecktem Schütze vor einer Drei-Mann-Mauer der Sargstedter ganz geschickt weitergeleitet zu einem Mitspieler, der angerauscht kommt und den Ball zum 1:1 an allen Gästespielern vorbei ins Netz zimmert. Der Torwart machte seinen Fehler dann in der 77. Minute gut, als er – nach wie vor beim Stand von 1:1 – einen (absolut berechtigten) Foulelfmeter abwehrte. Sargstedt hatte insgesamt gesehen Pech, nicht gewonnen zu haben. Der glückliche Punktgewinn von Heudeber lässt doch sehr wundern: der Aufstieg dürfte für sie nun endgültig abgehakt sein. Andererseits war hier der Unterschied von 21 Punkten in der Tabelle auch deshalb in keiner Phase des Spiels erkennbar, da Sargstedt so gut spielte, was denen wiederum Hoffnung auf das Halten des Nichtabstiegsplatzes geben sollte!

Auf dem Weg nach Bonn fuhr ich quer durch den Harz mit seinen kurvenreichen, teils sehr ruhigen Straßen durch dichte Nadelwälder. Ich fotografierte die kuriose Kirche von Hahnenklee, eine 1907 errichtete Stabkirche, die man dem Germanen- und Wikingerfimmel eines vermögenden Einwohners des Dorfes zu verdanken hat, sowie die im westlichen Harzvorland gelegenen Burgruinen von Salzderhelden (ansehnlicher Baukörper oberhalb des Ortes, aber bis auf den Innenhof alles abgesperrt) und Greene (hier konnte man sogar ohne Eintritt auf den Turm steigen). Also der Harz ist natürlich eine Region Deutschlands, in die ich immer wieder gerne komme aufgrund der Sehenswürdigkeitendichte. Vielleicht werde ich im Laufe der Saison auch mal noch einen kuriosen Sportplatz auftun, wobei ich da den Eindruck hatte, dass eine andere Lieblingsregion mit sehr hoher Sehenswürdigkeitendichte (Südthüringen/ Thüringer Wald) da erheblich besser bestückt ist – ich sag nur Fambach, Möckers und Steinach...  
Statistik:
- Grounds: 1.333 (Mi 1 neuer, Sa 1 neuer, So 1 neuer, Mo 1 neuer; diese Saison: 178 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.338 (Mi 1, Do 1, Sa 1, So 1, Mo 1; diese Saison: 226)
- Tageskilometer: 2.110 (Mi 510km Auto, Do 10km Auto, Fr 210km Auto, Sa 260km Auto, So 540km Auto, Mo 580km Auto)
- Saisonkilometer: 48.910 (34.370 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.680 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.670 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 40 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 454

Montag, 30. März 2015

W452VI: Eisschach oder übers Eis rutschende Steine

3. Lentparkpokal (Internationales Curlingturnier des Kölner Eis-Klubs)
- Datum: Sonntag, 29. März 2015 – Beginn: 11.30
- Wettbewerb: Internationales Curlingturnier
- Sieger: EC Oberstdorf/ Kölner Eis-Klub/ Burba (8 Punkte, 24 Ends, 54 Steine)
- Spielort: Lentpark, Eisstadion (Kap. 500, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: max. 40
- Unterhaltungswert: 1,0/10 (Also etwas Langweiligeres kann man auf einer Eisfläche ja nicht veranstalten...)  
Photos with English Commentary:
Curling: International Tournament in Cologne, Germany

Warum ich mir das heute angetan habe, weiß ich selber gar nicht so genau. Vielleicht weil es am Vortag in Luxemburg nur Gaelic Football und kein Hurling gab, was ja so ähnlich klingt wie Curling aber nur ungleich actionreicher und interessanter ist... Oder doch eher, weil man auch Sportarten, die man für langweilig hält, erst mal gesehen haben sollte, bevor man sie beurteilt.

Was ich den Sportlern hoch anrechne, ist das gute Auge und geometrische Verständnis, das man beim Ausüben von Curling hat. Der mittelalterliche schottische Sport erfordert viel Präzision, geschickten Krafteinsatz beim Anschieben des Steins und dem Wischen zur Beeinflussung von Geschwindigkeit und Rutschbahn. Aber wenn man sich fünfzehn Minuten angeguckt hat, wie geschickt die Akteure sind, will man doch lieber zu einer anderen Präzisionssportart wie Billard, Darts oder Platzbahnkegeln... Curling ist unglaublich langweilig – nur Dressurreiten ist noch öder! Wer da die Steine in der Zielfläche am besten platzierte war mir schnell egal. Gewonnen hat eine Spielgemeinschaft aus Oberstdorf und dem Gastgeber, es waren aber auch unterklassige Teams aus mehreren Nationen vertreten – u.a. Dundee in Schottland, Schaffhausen/ Schweiz und drei luxemburgische Mannschafen.

Das Beste war die Spielstätte. Der Lentpark ist eine von außen dümmlich aussehende Blechbüse, doch von innen eine spektakuläre Dreifachsportanlage. Hallenbad, Eisstadion und Eislaufbahn in einem. Die Eisfläche des Eisstadions befindet sich im Kellergeschoss, die Sitztribüne und Stehterrassen im Erdgeschoss. Dann geht es gut fünf Meter und ein Stockwerk höher, wo sich im Obergeschoss die rundherum laufende Eislaufbahn befindet, von deren Balkonumgang in 8 bis 10m Höhe man einen Blick tief nach unten auf die Eisfläche hat.

Aufgrund des Dauerregens fuhr ich den Großteil der Strecke mit der Stadtbahn. Vor allem am Hauptbahnhof von Bonn ist es dabei immer interessant, andere Leute unauffällig zu beobachten. So viele Asis wie in Bonn rumlaufen, habe ich noch in keiner Stadt an einem Bahnhof gesehen. Highlight heute: ein besoffener Osteuropäer, wahrscheinlich so ein scheiß Russe den man leider wegen deutscher Wurzeln nicht in seine verkommene Heimat abschieben kann, läuft mit einer leeren Frauenhandtasche herum, vergisst sein Bier auf einer Bank, läuft dann wieder zurück und schnauzt einen anderen Säufer an, dass er sein Bier nicht anrühren soll. Geht wieder weg ohne Bier, der andere Säufer will wieder an sein Bier, dann schmeißt der Russe mit der Handtasche nach dem bärtigen Penner...  
Statistik:
- Grounds: 1.329 (heute 1 neuer; diese Saison: 174 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.333 (heute 1; diese Saison: 221)
- Tageskilometer: 60 (50km Bahn, 10km Rad)
- Saisonkilometer: 46.800 (32.250 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.680 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.670 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 36 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 452

W452V: Breitgefächertes Sportangebot in Luxemburg; von Fußball über Basketball bis hin zu Rugby und Gaelic Football

BBC Arantia Larochette ............................ 87
BC Résidence Walferdange ........................ 92
- Datum: Samstag, 28. März 2015 – Beginn: 20.30
- Wettbewerb: Basketball Nationaldivisioun bzw. sogenannte „Total Ligue” (1. Spielklasse in Luxemburg, Halbprofi- und Amateurliga)
- Ergebnis: 87-92 nach 40 Minuten (4x10); Viertelergebnisse: 28-22, 23-21, 16-29, 20-20
- Punkte: Jones 25, Evans 17, Kayser 11, Ferreira 10, Hoffmann 9, R. Nunes Jordao 7, P. Nunes Jordao 4, Kirpach 2, Becker 2 (Fiels); Richardson III 36, Moura 25, Vujakovic 14, Dezelski 13, Tomas 3, Schumacher 1 (Walfer)
- Freiwurfquote: Fiels 50% (7 von 14); Walfer 72% (18 von 25)
- Fouls: Hoffmann 5, P. Nunes Jordao 4, R. Nunes Jordao 3, Kayser 3, Becker 2, Kirpach 1, Jones 1 (Fiels = 21); Tomas 4, Dezelski 3, Vujakovic 2, Moura 2, Richardson III 2, Schumacher 1 (Walfer = 14)
- Spielort: Hall Sportif Centre Filano (Kap. 400, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und spannendes Spiel)

FC Amis des Sports Porto Luxembourg Res. ..... 4
FC Blue Boys Muhlenbach Res. ........................... 4
- Datum: Samstag, 28. März 2015 – Beginn: 16.30
- Wettbewerb: Réseves Séniors Classe 2 Série 2 (2. Luxemburgische Reserveliga, Staffel 2)
- Ergebnis: 4-4 nach 96 Minuten (47/49); Halbzeitstand: 1-1
- Tore: 1-0 11. (NN), 1-1 26. Nr. 7, 2-1 55. (7), 2-2 66. Nr. 17, 3-2 76. (8), 3-3 78. Nr. 10, 3-4 84. Nr. 7, 4-4 88. (11, Foulelfmeter)
- Verwarnungen: der Schiri schien keine Karten dabei gehabt zu haben...
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade Boy Konen, Terrain 2 (Luxembourg-Cessange, Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 10 (davon keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Schnelles, packendes und torreiches Match)

Rugby Club Luxembourg ...................................... 31
Studentenstadt Rugby München ........................... 18
- Datum: Samstag, 28. März 2015 – Kick-off: 14.00
- Wettbewerb: 2. Rugby-Bundesliga/ DRV Pokal Süd-West (2. Spielklasse im deutschen Rugby)
- Ergebnis: 31-18 nach 84 Min. (42/42) – Halbzeit: 21-6
- Punkte: 0-3 Freekick, 5-3 Try, 7-3 Conversion, 12-3 Try, 14-3 Conversion, 19-3 Try, 21-3 Conversion, 21-6 Freekick, 26-6 Try, 31-6 Try, 31-11 Try, 31-16 Try, 31-18 Conversion
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade Boy Konen, Terrain de Rugby (Luxembourg-Cessange, Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 8,5/10 (Hervorragendes, sehr kampfbetontes Spiel)

Gaelic Football Benelux Championships 2015, Tournament 1 in Luxembourg
- Datum: Samstag, 28. März 2015 – Beginn: 9.30
- Wettbewerb: Gaelic Football Benelux Championships (Länderübergreifende Meisterschaft im Gaelic Football für Teams aus Belgien, den Niederlanden und Luxemburg)
- Ergebnisse Männer (11er Großfeld): GSC Lëtzebuerg 2.3-0.7 Amsterdam GAC, Belgium A 7.4-0.0 Belgium B, GSC Lëtzebuerg 2.5-1.6 Den Haag GAA, Amstderdam GAC 2.9-1.3 Belgium A, GSC Lëtzebuerg 3.5-0.0 Belgium B, Rest unklar
- Ergebnisse Frauen (7er Kleinfeld): GSC Lëtzebuerg 2.1-5.5 Belgium B, Holland 3.6-5.8 Belgium A, Holland 6.10-0.4 Belgium B, Rest unklar
- Spielorte: Stade Route de Luxembourg (Kap. 1.200, davon 200 Sitzplätze) und Stade Route de Luxembourg, Terrain 2 (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: max. 40 bei den Männerspielen und max. 10 bei den Frauenspielen)
- Unterhaltungswert: 8,0/10 (Tolle Sportart, hier natürlich nicht auf Spitzenniveau aber einige gute Spiele dabei, zudem interessante Atmosphäre)  
Photos with English Commentary:
a) GAELIC FOOTBALL: BeNeLux Championships Tournament 1 in Junglinster
b) RUGBY: RC Luxembourg defeat StuSta München in German 2nd Division
c) Football: Porto Luxembourg II and Blue Boys Muhlenbach II draw in Reserves League 2
d) Basketball: Arantia Larochette lost to Residence Walfer in Play-off/Play-out-Round
e) Sightseeing: Betten op der Mess (Palace)

Gaelic Football (Gälischer/ Keltischer Fußball) ist ein seit mindestens 500 Jahren in Irland gespielter Ballsport, der ein Mittelding zwischen Rugby und Fußball und somit ein für die britischen Inseln typischer Ballsport ist. Viele recht ruppige Ballsportarten wurden in Großbritannien und Irland mindestens seit dem frühen Mittelalter erfunden. Während Fußball und Rugby weltweit gut organisiert gespielt werden, sind andere dieser Ballspiele nur regional in GB bekannt oder haben eine geringe Verbreitung, so wie Gaelic Football, das von der GAA (Gaelic Athletic Association) Europe zusammen mit Hurling (einem Hockey-Spiel – im Gegensatz zu Feldhockey nichts für Weicheier, da enorm viel Körperkontakt) und anderen irischen Sportarten auch in einigen europäischen Ländern organisiert wird. Deutschland ist da leider sehr schwach: außer Düsseldorf, Frankfurt und München – und da auch nicht so regelmäßig – gibt es kaum oder keine Wettkämpfe. Doch in BeNeLux gibt es eine funktionierende Meisterschaft im Gaelic Football (und auch Hurling), an der Teams aus dem Großherzogtum, einigen belgischen und niederländischen Großstädten, sowie auch Düsseldorf und Zürich teilnehmen. Da der erste Spieltag (in Turnierform ausgetragen) dieser ausgesprochen interessant klingenden BeNeLux-Liga im Gaelic Football im luxemburgischen Jonglënster ausgetragen werden sollte, ließ ich mich nicht zwei Mal bitten, mal wieder nach Lëtzebuerg zu fahren. Außer dieser kuriosen Randsportart gab es auch noch 15er-Rugby, Fußball und Basketball zu sehen, aber erstmal mehr zum Gaelic Football!  
In Jonglenster (Junglinster) befindet sich am Südende rechts vor der neuen Umfahrung die Sportanlage. Außer Tennisplätzen gibt es auch ein meist für Fußball genutztes Stadion mit einer überdachten Tribüne mit Holzbänken für 200 Zuschauer. Im Rücken der Tribüne und des sehr gepflegten Sportlerheims gibt es einen neuen, sehr guten aber ausbautenlosen Kunstrasen. Heute wurde auf letzterem das Turnier der Frauenmeisterschaft auf Kleinfeld (7 Spielerinnern statt wie üblich 15) und im Stadion des Männerturnier (auch dort eine Reduzierung der Spielerzahl: statt 15 waren es 11, was bei einem ca. 100x60m großen Fußballfeld sinnvoll ist: ein Gaelic Football-Platz in Irland ist gut 135x80m groß) ausgetragen.

Mit zwei älteren irischen Offiziellen kam ich schnell ins Gespräch. Die waren unheimlich bemüht mir die irische Kultur über den Gälischen Sport (Gaelic Football, Hurling) nahe zu bringen, erzählten auch viel von traditioneller Musik, der Küche (im Mittelpunkt natürlich der Irish Pub, der übrigens in irischen Aussprache wirklich „pub“ und nicht „pab“ ausgesprochen wird) und auch der Landessprache (Irisch-Gälisch) und deren Unterdrückung durch die Engländer. Ohnehin ging es auch immer mal um Kriege mit England und die angespannte politische Situation: die Iren schienen mir sehr auf ihre Geschichte bedacht. Immer wieder hörte ich übrigens auch Spieler, die sich auf Irisch unterhielten, was nicht ganz so krass fremd wie Walisisch klingt. Eher dem Walisischen ähnlich ist übrigens das Bretonische – daher ist die Bretagne auch der Hotspot für Gaelic Sports außerhalb Irlands.

Die Spiele die ich von der Männerliga sah, waren allesamt rasant und sehenswert, bis auf die Spiele der schwachen Belgischen B-Mannschaft waren sie auch eng und spannend. Zuerst war der Gastgeber Luxemburg gegen Amsterdam gefragt. Mit einem frühen Goal (Schuss ins Tor wie beim Fußball, das gibt 3 Punkte) und kurz danach mit einem Point (Schuss über die Querlatte zwischen die beiden dort angebrachten Rugby-Stangen, gibt einen Punkt) legten sie den Grundstein zum Sieg. 2 Goals, 3 Points gegen 0 Goals, 7 Points macht einen 9:7 Sieg für Luxemburg. Beim Belgien-internen Match sah es sehr deutlich aus. Die B-Mannschaft traf gar nicht und verlor mit 7.4-0.0 (also 25:0) gegen die A-Mannschaft. Dann traf Luxemburg auf die Favoriten aus Den Haag, die sich mit einigen Spielern des nicht in Mannschaftsstärke angereisten Clubs aus Maastricht verstärkt hatten. Nach langem Rückstand gelangen Luxemburg zwei schöne Tore zum 2.5-1.6 (11:9) Sieg. Gegen Belgien B siegte Luxemburg sogar zu Null bei 3.5 (14) eigenen Punkten. Belgien war generell recht erfolglos, dann auch die A-Mannschaft unterlag Amsterdam mit 2.9-1.3 (15:6).

Beim Frauenturnier sah das anders aus: hier spielten beide Teams ganz gut, die A-Mannschaft auch besser als das niederländische Team und besser als die schwache luxemburgische Mannschaft sowieso. Auch die Frauen spielten keinen schlechten Fußball, profitierten auch etwas vom kleinen Platz – hier wurde dementsprechend auf Kleinfeldtore gespielt. Luxemburg unterlag Belgien II mit 2.1-5.5 (7:20). Außerdem sah ich noch zwei Spiele von Holland: die Niederlage gegen Belgien A (3.6:5.8 = 15:23) und den Sieg gegen Belgien B (6.10:0.4 = 28:4). Bei den Frauenmannschaft war übrigens interessant, dass hier etwas mehr Nicht-Iren auf dem Platz waren als bei den Männern. Vor allem bei Luxemburg und den Niederlanden waren auch je ein, zwei Araberinnen – eine brachte es fertig mit Brille und Kopftuch zu spielen – dabei. Also dass in einigen arabischen Ländern Rugby auch bei Frauen recht beliebt ist, war mit klar – aber wie kommt man mit dem Hintergrund auf Gaelic Football?

Insgesamt gesehen lohnte sich der Besuch absolut und sollte wiederholt werden. Auch Hurling wird einen Besuch wert sein. Was Gaelic Football noch angeht, so erschien das Spiel bei weitem nicht so körperbetont wie Rugby oder gar Aussie Rules, doch zum einen gab es bei Luxemburg – Amsterdam und Amsterdam – Belgien je einen Faustkampf nach unsauberen Tacklings, was von meinen Gesprächspartnern so kommentiert wurde: „Ah, some exchange of opinions...“ oder „Finally it’s getting rough. There weren’t many hard tacklings in the matches up to now, obviously it’s too early in the morning for the young men (ausgesprochen übrigens sehr deutsch: “jung mehn”)“. Zum anderen sieht der Wettkampf in Irland etwas ruppiger aus: https://www.youtube.com/watch?v=RBiDK5NHsIo . Aber es gibt in der Tat strengere Regeln: es ist kein solches Tacklen wie im Rugby (mit beiden Armen um die Hüfte zu Boden reißen) oder Australian Football (voll in den Rücken springen, also eigentlich darf man da eh fast alles, was kein Wunder bei einem Sport ist, der in einer Verbrecherkolonie entwickelt wurde) erlaubt.  
Apropos Rugby: in Cessange (Zeisseng, südwestlicher Rand der Hauptstadt) befindet sich ein weggetretener, mieser Rasenplatz ohne Ausbauten, der der luxemburgischen Rugby Nationalmannschaft und dem wichtigsten Club des Landes, dem RC Luxembourg, als Heimstätte dient. Eine Handvoll Zuschauer, fast alles Männer aus Großbritannien und Frankreich, wollte sich dieses Match im DRV-Pokal zwischen dem Gruppensieger der 2. Liga Südwest – dem RC Luxemburg – und dem 3. der Südstaffel – StuSta München – nicht entgehen lassen.

Es war auch ein sehr sehenswertes und actionreiches Spiel – Luxemburg dürfte wohl in die 1. Bundesliga aufsteigen, was bei deren attraktiver Spielweise auch verdient ist. Hier wurde enorm hart zum Ball gegangen, das Spiel flüssig durchgeführt, enorm viel Laufarbeit geleistet. Das Match war fast nie unterbrochen und Luxemburg verstand es hervorragend die Bayern vom Versuchelegen abzuhalten. Bei Pause deutete sich ein Sieg an, als es 21:6 stand. Luxemburg entschied das Spiel nach der Pause mit zwei weiteren Versuchen. Erst in der Schlussphase kam München noch etwas heran. Am Ende hieß es 31:18.  
Danach gab es auf dem benachbarten Fußballplatz – einem sehr gepflegten Kunstrasen, aber auch ohne Ausbauten – 2. Reserveliga im Fußball. Gastgeber war die überwiegend mit Portugiesen spielende II. Mannschaft vom FC Amis des Sports Porto (FC Sportfreunde Porto), zugast war das mit v.a. Südosteuropäern kickende Reserveteam vom FC Blue Boys Muhlenbach (auch aus einem Ortsteil der Hauptstadt), das noch unter dem Namen „Sandžak“ bekannt ist.

Wie am Freitag in Köln endete das Spiel 4:4, denn beide Teams gaben alles nach vorne, spielten offensiv und ansehnlich, machten etliche amateurtypische Fehler, kamen aber v.a. in der zweiten Hälfte zu vielen Treffern. Packend war v.a. die Schlussphase, als Muhlenbach das Spiel innerhalb von drei Minuten von 3:2 auf 3:4 drehte, doch dann einen Elfmeter verursachte, der den 4:4 Endstand herstellte. Der Schiri sprach übrigens Französisch, Englisch und Portugiesisch mit den Spielern und ließ auch Pöbeleien und Rudelbildung durchgehen: hatte wohl keine Karten dabei...  
Zum Abschluss des Tages – nach einem kurzen Besuch des sehr gepflegten Schlosses in Betten op der Mess – stand noch Basketball in Fiels (Larochette) an. Der Erstligist Arantia Fiels, gesichert auf Platz 2 der Abstiegsrunde, traf hier auf den Aufstiegskandidaten aus Liga 2, Résidence Walfer. Die mussten heute gewinnen, um den Aufstieg einen Spieltag vor Ende perfekt zu machen, wurden aber trotzdem nur von 10 Fans begleitet. Schwach auch die Kulisse der Heimseite: nur knapp 150 Leute und nur die jugendliche Fangruppe „Holy Gäns“ machte Stimmung mit sehr guten Trommelmelodien und ordentlichen Gesängen.

Das Spiel war gut und sehenswert, wobei es in den ersten beiden Vierteln vom Gastgeber bestimmt wurde. Nach der Pause brach Fiels ein, verwandelte kaum noch einen Freiwurf und kassierte immer wieder spektakuläre Dreipunktewürfe und Kontertreffer. Das dritte Viertel ging mit 13 Punkten Unterschied an Walfer. Teilweise bauten sie ihre Fünf-Punkte-Führung auf 11 Treffer im vierten Viertel aus, doch kurz vor Schluss kam Arantia noch mal gefährlich nahe heran. Erst packende Szenen in der Schlussminute und das geschickte Zeitschinden der Gäste ermöglichten einen 87:92 Sieg und den Aufstieg für Walfer, von dem Fiels aber unbehelligt bei.

Ich fuhr den direktesten Weg nach Bonn zurück und kam kurz vor 1 Uhr an.  
Statistik:
- Grounds: 1.328 (heute 5 neue; diese Saison: 173 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.332 (heute 4; diese Saison: 220)
- Tageskilometer: 390 (390km Auto)
- Saisonkilometer: 46.740 (32.250 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.630 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.660 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 36 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 452

W452IV: Flottes Vier zu Vier am Freitagabend

Vorwärts Sporthochschule Köln 1998 II ............. 4
Deutsche Jugendkraft Südwest Köln II ............... 4
- Datum: Freitag, 27. März 2015 – Beginn: 19.30
- Wettbewerb: Kreisliga C, Köln/ Staffel 2 (10. Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-4 nach 94 Minuten (47/47); Halbzeitstand: 2-1
- Tore: 1-0 8. Emil Pollmann, 2-0 29. Philipp Wudtke, 2-1 59. Poul-Erik Berendt, 2-2 60. Jan Hardelauf, 2-3 67. Toman Bortecen, 3-3 74. Felix Eulgem (Foulfmeter), 4-3 79. Andreas Hense, 4-4 82. Poul-Erik Berendt
- Verwarnungen:Mehmet Cetintas, Thomas Kamann (beide DJK SW)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Platz 2 der Nordfelder im Sportpark Müngersdorf (Kap. 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 7 (davon keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Schnelles, engagiert geführtes, spannendes und torreiches Spiel)  
Photos with English Commentary:
Amateur Football in Cologne: Vorwärts SpoHo Reserves v DJK Südwest Reserves

Irgendwie war die Zeit doch zu knapp da mit Bahn und Straßenbahn hinzufahren, also fuhr ich mit dem Auto zu den Nordfeldern hinterm Müngersdorfer Stadion. Das bringt das Problem mit sich, dass man mangels Beschilderung in einem System von Sackgassenwegen in einem Park mit Waldstück, sich irgendwie einen Weg zu diesen Plätzen bahnen muss. Am Ende parkte ich auf einem nicht gekennzeichneten Fußweg neben einer Wiese in Sichtweite des Platzes...

Die beiden Plätze, die als Nordfelder bezeichnet werden, liegen für eine Großstadt idyllisch und von Bäumen umgeben. Allerdings sind die Plätze mit ihrem Aschenbelag nicht sonderlich schön zu bespielen und für die Zuschauer gibt es keine Tribünen oder so. Außer mir wollten auch nur ein paar Studenten der Sporthochschule den Kick zwischen der II. Mannschaft von Vorwärts SpoHo (= Sporthochschule) und der Reserve vom katholischen DJK Südwest sehen.

Das Spiel war von Beginn an flott und engagiert geführt. Torszenen gab es hier im Minutentakt. Mit einem Heber ging SpoHo II in Führung. Nach dem 2:0 per Bogenlampe wurden die Seiten gewechselt und das Spiel wurde noch besser. Doch nun drehte Südwest das Match auf 2:3 mit teilweise tollen Treffern. In der Schlussphase dann nach einem unberechtigten Elfer und einem schön herausgespielten Treffer der erneute Wechsel der Führung: 4-3 für SpoHo. Doch kurz vor Abpfiff ein weiterer unberechtigter Elfmeter und Südwest glich zum 4:4 aus. Ein wirklich packendes Amateurmatch hier auf Platz 2 der Nordfelder!  
Statistik:
- Grounds: 1.323 (heute 1 neuer; diese Saison: 169 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.328 (heute 1; diese Saison: 216)
- Tageskilometer: 60 (60km Auto)
- Saisonkilometer: 46.350 (31.860 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.630 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.660 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 35 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 452

Donnerstag, 26. März 2015

W452III: Alleine am Beckenrand

Telekom-Post-Sportgemeinschaft Köln ............. 10
Stolberger SV II ..................................................... 8
- Datum: Donnerstag, 26. März 2015 – Beginn: 20.00
- Wettbewerb: Mittelrheinliga (5. Spielklasse im Wasserball)
- Ergebnis: 10-8 nach 32 Minuten (4x8); Viertelergebnisse: 1-2, 4-2, 2-1, 3-3
- Tore: NN
- Strafen: NN
- Spielort: Kartäuserwall-Bad (Kap. 100, davon 20 Sitzplätze)
- Zuschauer: 1 (also nur ich)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Mittelmäßiges Spiel)  
Photos with English Commentary:
Waterpolo: Post and Telecom Cologne v Stolberg Reserves

Wahrscheinlich aus Gründen der starken Hallenbelegung finden unterklassige Wasserballspiele in NRW häufig unter der Woche statt. Zum Beispiel Donnerstag um 20h. Ich habe auch schon Ansetzungen wie Montag 21.15h gefunden. Aber jedenfalls hatte ich auch heute wieder abends Zeit um zum Sport zu gehen – diesmal nach Köln zum Mittelrheinliga-Wasserball. Die SG der Post und Telekom traf auf den Tabellenletzten aus Stolberg bei Aachen. Wer hier verliert hat eine schlechte Ausgangslage im Abstiegskampf gen Kreisliga.

Gespielt wurde im Kartäuserwall-Bad, das sich auf dem Gelände des Humboldt-Gymnasiums befindet. Als ich nach dem Gymnasium gegoogelt habe, habe ich mich gefragt, warum wir in Merseburg beim Abi nicht so viel losgemacht haben, wie das in Köln gemacht wird. Abi-Krawalle ist ja schon ein fester Begriff in der Presse. Könnte natürlich auch an der schieren Anzahl der Schüler liegen, aber vielleicht ist Sachsen-Anhalt einfach nur nicht so asozial wie NRW...

Zum Bad selber finden sich auch einige Presseartikel, zum Beispiel über zu große Türöffnungen bzw. dafür zu kleine Türrahmen (Zargen)... Aber mittlerweile ist das Bad freigegeben und bildet die lächerlichste Wasserballspielstätte die mir je untergekommen ist. Selbst in Wesseling und Brühl sind die Anlagen besser. Die Decke befindet sich hier nur 3,5m über dem Becken, selbiges hat bestimmt nicht die eigentlich angedachten Mindestabmessungen und als Zuschauer kann man auch nur auf einer Längsseite und der einen Hintertorseite stehen bzw. zwischen den Spielerbänken hinter dem anderen Tor sitzen. Alles extrem eng. Allerdings ist es auch nicht nötig, Zuschauerkapazitäten zu schaffen, denn es kommt keine Sau. Es kommt wirklich überhaupt niemand! Ich war der einzige Zuschauer – am Beckenrand saßen nur das Kampfgericht (drei Leute), drei Betreuer der Heimmannschaft und einer der Gastmannschaft!

Das Spiel war dann ein mittelmäßiges mit gutem Beginn für den unterlegenen Gast aus Stolberg. Die 2:0 Führung der Gäste wurde allerdings zu Beginn des zweiten Viertels ausgeglichen. Nach einer weiteren starken Phase der Gäste, drehte PTSG Köln das noch vor dem Seitenwechsel auf 5:4. Danach zogen sie mit bis zu drei Toren davon. Die Entscheidung fiel mit zwei Treffern in der 29. (8:6 und 9:6). Am Ende kam Stolberg noch etwas heran auf 10:8.  
Statistik:
- Grounds: 1.322 (heute 1 neuer; diese Saison: 168 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.327 (heute 1; diese Saison: 215)
- Tageskilometer: 60 (60km Auto)
- Saisonkilometer: 46.290 (31.780 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.630 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.660 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 34 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 452