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Montag, 30. März 2015

W452V: Breitgefächertes Sportangebot in Luxemburg; von Fußball über Basketball bis hin zu Rugby und Gaelic Football

BBC Arantia Larochette ............................ 87
BC Résidence Walferdange ........................ 92
- Datum: Samstag, 28. März 2015 – Beginn: 20.30
- Wettbewerb: Basketball Nationaldivisioun bzw. sogenannte „Total Ligue” (1. Spielklasse in Luxemburg, Halbprofi- und Amateurliga)
- Ergebnis: 87-92 nach 40 Minuten (4x10); Viertelergebnisse: 28-22, 23-21, 16-29, 20-20
- Punkte: Jones 25, Evans 17, Kayser 11, Ferreira 10, Hoffmann 9, R. Nunes Jordao 7, P. Nunes Jordao 4, Kirpach 2, Becker 2 (Fiels); Richardson III 36, Moura 25, Vujakovic 14, Dezelski 13, Tomas 3, Schumacher 1 (Walfer)
- Freiwurfquote: Fiels 50% (7 von 14); Walfer 72% (18 von 25)
- Fouls: Hoffmann 5, P. Nunes Jordao 4, R. Nunes Jordao 3, Kayser 3, Becker 2, Kirpach 1, Jones 1 (Fiels = 21); Tomas 4, Dezelski 3, Vujakovic 2, Moura 2, Richardson III 2, Schumacher 1 (Walfer = 14)
- Spielort: Hall Sportif Centre Filano (Kap. 400, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und spannendes Spiel)

FC Amis des Sports Porto Luxembourg Res. ..... 4
FC Blue Boys Muhlenbach Res. ........................... 4
- Datum: Samstag, 28. März 2015 – Beginn: 16.30
- Wettbewerb: Réseves Séniors Classe 2 Série 2 (2. Luxemburgische Reserveliga, Staffel 2)
- Ergebnis: 4-4 nach 96 Minuten (47/49); Halbzeitstand: 1-1
- Tore: 1-0 11. (NN), 1-1 26. Nr. 7, 2-1 55. (7), 2-2 66. Nr. 17, 3-2 76. (8), 3-3 78. Nr. 10, 3-4 84. Nr. 7, 4-4 88. (11, Foulelfmeter)
- Verwarnungen: der Schiri schien keine Karten dabei gehabt zu haben...
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade Boy Konen, Terrain 2 (Luxembourg-Cessange, Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 10 (davon keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Schnelles, packendes und torreiches Match)

Rugby Club Luxembourg ...................................... 31
Studentenstadt Rugby München ........................... 18
- Datum: Samstag, 28. März 2015 – Kick-off: 14.00
- Wettbewerb: 2. Rugby-Bundesliga/ DRV Pokal Süd-West (2. Spielklasse im deutschen Rugby)
- Ergebnis: 31-18 nach 84 Min. (42/42) – Halbzeit: 21-6
- Punkte: 0-3 Freekick, 5-3 Try, 7-3 Conversion, 12-3 Try, 14-3 Conversion, 19-3 Try, 21-3 Conversion, 21-6 Freekick, 26-6 Try, 31-6 Try, 31-11 Try, 31-16 Try, 31-18 Conversion
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade Boy Konen, Terrain de Rugby (Luxembourg-Cessange, Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 8,5/10 (Hervorragendes, sehr kampfbetontes Spiel)

Gaelic Football Benelux Championships 2015, Tournament 1 in Luxembourg
- Datum: Samstag, 28. März 2015 – Beginn: 9.30
- Wettbewerb: Gaelic Football Benelux Championships (Länderübergreifende Meisterschaft im Gaelic Football für Teams aus Belgien, den Niederlanden und Luxemburg)
- Ergebnisse Männer (11er Großfeld): GSC Lëtzebuerg 2.3-0.7 Amsterdam GAC, Belgium A 7.4-0.0 Belgium B, GSC Lëtzebuerg 2.5-1.6 Den Haag GAA, Amstderdam GAC 2.9-1.3 Belgium A, GSC Lëtzebuerg 3.5-0.0 Belgium B, Rest unklar
- Ergebnisse Frauen (7er Kleinfeld): GSC Lëtzebuerg 2.1-5.5 Belgium B, Holland 3.6-5.8 Belgium A, Holland 6.10-0.4 Belgium B, Rest unklar
- Spielorte: Stade Route de Luxembourg (Kap. 1.200, davon 200 Sitzplätze) und Stade Route de Luxembourg, Terrain 2 (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: max. 40 bei den Männerspielen und max. 10 bei den Frauenspielen)
- Unterhaltungswert: 8,0/10 (Tolle Sportart, hier natürlich nicht auf Spitzenniveau aber einige gute Spiele dabei, zudem interessante Atmosphäre)  
Photos with English Commentary:
a) GAELIC FOOTBALL: BeNeLux Championships Tournament 1 in Junglinster
b) RUGBY: RC Luxembourg defeat StuSta München in German 2nd Division
c) Football: Porto Luxembourg II and Blue Boys Muhlenbach II draw in Reserves League 2
d) Basketball: Arantia Larochette lost to Residence Walfer in Play-off/Play-out-Round
e) Sightseeing: Betten op der Mess (Palace)

Gaelic Football (Gälischer/ Keltischer Fußball) ist ein seit mindestens 500 Jahren in Irland gespielter Ballsport, der ein Mittelding zwischen Rugby und Fußball und somit ein für die britischen Inseln typischer Ballsport ist. Viele recht ruppige Ballsportarten wurden in Großbritannien und Irland mindestens seit dem frühen Mittelalter erfunden. Während Fußball und Rugby weltweit gut organisiert gespielt werden, sind andere dieser Ballspiele nur regional in GB bekannt oder haben eine geringe Verbreitung, so wie Gaelic Football, das von der GAA (Gaelic Athletic Association) Europe zusammen mit Hurling (einem Hockey-Spiel – im Gegensatz zu Feldhockey nichts für Weicheier, da enorm viel Körperkontakt) und anderen irischen Sportarten auch in einigen europäischen Ländern organisiert wird. Deutschland ist da leider sehr schwach: außer Düsseldorf, Frankfurt und München – und da auch nicht so regelmäßig – gibt es kaum oder keine Wettkämpfe. Doch in BeNeLux gibt es eine funktionierende Meisterschaft im Gaelic Football (und auch Hurling), an der Teams aus dem Großherzogtum, einigen belgischen und niederländischen Großstädten, sowie auch Düsseldorf und Zürich teilnehmen. Da der erste Spieltag (in Turnierform ausgetragen) dieser ausgesprochen interessant klingenden BeNeLux-Liga im Gaelic Football im luxemburgischen Jonglënster ausgetragen werden sollte, ließ ich mich nicht zwei Mal bitten, mal wieder nach Lëtzebuerg zu fahren. Außer dieser kuriosen Randsportart gab es auch noch 15er-Rugby, Fußball und Basketball zu sehen, aber erstmal mehr zum Gaelic Football!  
In Jonglenster (Junglinster) befindet sich am Südende rechts vor der neuen Umfahrung die Sportanlage. Außer Tennisplätzen gibt es auch ein meist für Fußball genutztes Stadion mit einer überdachten Tribüne mit Holzbänken für 200 Zuschauer. Im Rücken der Tribüne und des sehr gepflegten Sportlerheims gibt es einen neuen, sehr guten aber ausbautenlosen Kunstrasen. Heute wurde auf letzterem das Turnier der Frauenmeisterschaft auf Kleinfeld (7 Spielerinnern statt wie üblich 15) und im Stadion des Männerturnier (auch dort eine Reduzierung der Spielerzahl: statt 15 waren es 11, was bei einem ca. 100x60m großen Fußballfeld sinnvoll ist: ein Gaelic Football-Platz in Irland ist gut 135x80m groß) ausgetragen.

Mit zwei älteren irischen Offiziellen kam ich schnell ins Gespräch. Die waren unheimlich bemüht mir die irische Kultur über den Gälischen Sport (Gaelic Football, Hurling) nahe zu bringen, erzählten auch viel von traditioneller Musik, der Küche (im Mittelpunkt natürlich der Irish Pub, der übrigens in irischen Aussprache wirklich „pub“ und nicht „pab“ ausgesprochen wird) und auch der Landessprache (Irisch-Gälisch) und deren Unterdrückung durch die Engländer. Ohnehin ging es auch immer mal um Kriege mit England und die angespannte politische Situation: die Iren schienen mir sehr auf ihre Geschichte bedacht. Immer wieder hörte ich übrigens auch Spieler, die sich auf Irisch unterhielten, was nicht ganz so krass fremd wie Walisisch klingt. Eher dem Walisischen ähnlich ist übrigens das Bretonische – daher ist die Bretagne auch der Hotspot für Gaelic Sports außerhalb Irlands.

Die Spiele die ich von der Männerliga sah, waren allesamt rasant und sehenswert, bis auf die Spiele der schwachen Belgischen B-Mannschaft waren sie auch eng und spannend. Zuerst war der Gastgeber Luxemburg gegen Amsterdam gefragt. Mit einem frühen Goal (Schuss ins Tor wie beim Fußball, das gibt 3 Punkte) und kurz danach mit einem Point (Schuss über die Querlatte zwischen die beiden dort angebrachten Rugby-Stangen, gibt einen Punkt) legten sie den Grundstein zum Sieg. 2 Goals, 3 Points gegen 0 Goals, 7 Points macht einen 9:7 Sieg für Luxemburg. Beim Belgien-internen Match sah es sehr deutlich aus. Die B-Mannschaft traf gar nicht und verlor mit 7.4-0.0 (also 25:0) gegen die A-Mannschaft. Dann traf Luxemburg auf die Favoriten aus Den Haag, die sich mit einigen Spielern des nicht in Mannschaftsstärke angereisten Clubs aus Maastricht verstärkt hatten. Nach langem Rückstand gelangen Luxemburg zwei schöne Tore zum 2.5-1.6 (11:9) Sieg. Gegen Belgien B siegte Luxemburg sogar zu Null bei 3.5 (14) eigenen Punkten. Belgien war generell recht erfolglos, dann auch die A-Mannschaft unterlag Amsterdam mit 2.9-1.3 (15:6).

Beim Frauenturnier sah das anders aus: hier spielten beide Teams ganz gut, die A-Mannschaft auch besser als das niederländische Team und besser als die schwache luxemburgische Mannschaft sowieso. Auch die Frauen spielten keinen schlechten Fußball, profitierten auch etwas vom kleinen Platz – hier wurde dementsprechend auf Kleinfeldtore gespielt. Luxemburg unterlag Belgien II mit 2.1-5.5 (7:20). Außerdem sah ich noch zwei Spiele von Holland: die Niederlage gegen Belgien A (3.6:5.8 = 15:23) und den Sieg gegen Belgien B (6.10:0.4 = 28:4). Bei den Frauenmannschaft war übrigens interessant, dass hier etwas mehr Nicht-Iren auf dem Platz waren als bei den Männern. Vor allem bei Luxemburg und den Niederlanden waren auch je ein, zwei Araberinnen – eine brachte es fertig mit Brille und Kopftuch zu spielen – dabei. Also dass in einigen arabischen Ländern Rugby auch bei Frauen recht beliebt ist, war mit klar – aber wie kommt man mit dem Hintergrund auf Gaelic Football?

Insgesamt gesehen lohnte sich der Besuch absolut und sollte wiederholt werden. Auch Hurling wird einen Besuch wert sein. Was Gaelic Football noch angeht, so erschien das Spiel bei weitem nicht so körperbetont wie Rugby oder gar Aussie Rules, doch zum einen gab es bei Luxemburg – Amsterdam und Amsterdam – Belgien je einen Faustkampf nach unsauberen Tacklings, was von meinen Gesprächspartnern so kommentiert wurde: „Ah, some exchange of opinions...“ oder „Finally it’s getting rough. There weren’t many hard tacklings in the matches up to now, obviously it’s too early in the morning for the young men (ausgesprochen übrigens sehr deutsch: “jung mehn”)“. Zum anderen sieht der Wettkampf in Irland etwas ruppiger aus: https://www.youtube.com/watch?v=RBiDK5NHsIo . Aber es gibt in der Tat strengere Regeln: es ist kein solches Tacklen wie im Rugby (mit beiden Armen um die Hüfte zu Boden reißen) oder Australian Football (voll in den Rücken springen, also eigentlich darf man da eh fast alles, was kein Wunder bei einem Sport ist, der in einer Verbrecherkolonie entwickelt wurde) erlaubt.  
Apropos Rugby: in Cessange (Zeisseng, südwestlicher Rand der Hauptstadt) befindet sich ein weggetretener, mieser Rasenplatz ohne Ausbauten, der der luxemburgischen Rugby Nationalmannschaft und dem wichtigsten Club des Landes, dem RC Luxembourg, als Heimstätte dient. Eine Handvoll Zuschauer, fast alles Männer aus Großbritannien und Frankreich, wollte sich dieses Match im DRV-Pokal zwischen dem Gruppensieger der 2. Liga Südwest – dem RC Luxemburg – und dem 3. der Südstaffel – StuSta München – nicht entgehen lassen.

Es war auch ein sehr sehenswertes und actionreiches Spiel – Luxemburg dürfte wohl in die 1. Bundesliga aufsteigen, was bei deren attraktiver Spielweise auch verdient ist. Hier wurde enorm hart zum Ball gegangen, das Spiel flüssig durchgeführt, enorm viel Laufarbeit geleistet. Das Match war fast nie unterbrochen und Luxemburg verstand es hervorragend die Bayern vom Versuchelegen abzuhalten. Bei Pause deutete sich ein Sieg an, als es 21:6 stand. Luxemburg entschied das Spiel nach der Pause mit zwei weiteren Versuchen. Erst in der Schlussphase kam München noch etwas heran. Am Ende hieß es 31:18.  
Danach gab es auf dem benachbarten Fußballplatz – einem sehr gepflegten Kunstrasen, aber auch ohne Ausbauten – 2. Reserveliga im Fußball. Gastgeber war die überwiegend mit Portugiesen spielende II. Mannschaft vom FC Amis des Sports Porto (FC Sportfreunde Porto), zugast war das mit v.a. Südosteuropäern kickende Reserveteam vom FC Blue Boys Muhlenbach (auch aus einem Ortsteil der Hauptstadt), das noch unter dem Namen „Sandžak“ bekannt ist.

Wie am Freitag in Köln endete das Spiel 4:4, denn beide Teams gaben alles nach vorne, spielten offensiv und ansehnlich, machten etliche amateurtypische Fehler, kamen aber v.a. in der zweiten Hälfte zu vielen Treffern. Packend war v.a. die Schlussphase, als Muhlenbach das Spiel innerhalb von drei Minuten von 3:2 auf 3:4 drehte, doch dann einen Elfmeter verursachte, der den 4:4 Endstand herstellte. Der Schiri sprach übrigens Französisch, Englisch und Portugiesisch mit den Spielern und ließ auch Pöbeleien und Rudelbildung durchgehen: hatte wohl keine Karten dabei...  
Zum Abschluss des Tages – nach einem kurzen Besuch des sehr gepflegten Schlosses in Betten op der Mess – stand noch Basketball in Fiels (Larochette) an. Der Erstligist Arantia Fiels, gesichert auf Platz 2 der Abstiegsrunde, traf hier auf den Aufstiegskandidaten aus Liga 2, Résidence Walfer. Die mussten heute gewinnen, um den Aufstieg einen Spieltag vor Ende perfekt zu machen, wurden aber trotzdem nur von 10 Fans begleitet. Schwach auch die Kulisse der Heimseite: nur knapp 150 Leute und nur die jugendliche Fangruppe „Holy Gäns“ machte Stimmung mit sehr guten Trommelmelodien und ordentlichen Gesängen.

Das Spiel war gut und sehenswert, wobei es in den ersten beiden Vierteln vom Gastgeber bestimmt wurde. Nach der Pause brach Fiels ein, verwandelte kaum noch einen Freiwurf und kassierte immer wieder spektakuläre Dreipunktewürfe und Kontertreffer. Das dritte Viertel ging mit 13 Punkten Unterschied an Walfer. Teilweise bauten sie ihre Fünf-Punkte-Führung auf 11 Treffer im vierten Viertel aus, doch kurz vor Schluss kam Arantia noch mal gefährlich nahe heran. Erst packende Szenen in der Schlussminute und das geschickte Zeitschinden der Gäste ermöglichten einen 87:92 Sieg und den Aufstieg für Walfer, von dem Fiels aber unbehelligt bei.

Ich fuhr den direktesten Weg nach Bonn zurück und kam kurz vor 1 Uhr an.  
Statistik:
- Grounds: 1.328 (heute 5 neue; diese Saison: 173 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.332 (heute 4; diese Saison: 220)
- Tageskilometer: 390 (390km Auto)
- Saisonkilometer: 46.740 (32.250 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.630 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.660 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 36 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 452

Montag, 24. November 2014

W434IV: Luxemburgs einzige Holztribüne und volle Scheune beim Basketball in Zolwer

AS 1937 Soleuvre ............................................................ 87
BBC Arantia Larochette ................................................ 78
- Datum: Sonntag, 16. November 2014 – Tipp-off: 18.00
- Wettbewerb: Basketball Nationaldivisioun bzw. sogenannte „Total Ligue” (1. Spielklasse in Luxemburg, Halbprofi- und Amateurliga)
- Ergebnis: 87-78 nach 40 Min. (4x10) – Viertelstände: 26-16, 20-25, 20-27, 21-10
- Punkte: Pitt Koster 25, Malcom Miller 24, Derrick Barden Jr. 16, Dominique Benseghir 12, Vic Heuschling 4, Ben Hemmen 4, Eric Bissener 2 (Zolwer); Reginald Evans 31, Michael Jones 14, Rui Felipe Nunes Jordao 13, Sam Salvador Ferreira 8, Christophe Kirpach 4, Tom Becker 4, Joao Pedro Nunes Jordao 2, Claude Weckering 2 (Fiels)
- Fouls: Dominique Benseghir 3, Pitt Koster 2, Malcom Miller 1, Derrick Barden Jr. 1 (Zolwer = 7); Michael Jones 4, Pit Hoffmann 3, Christophe Kirpach 2, Sam Salvador Ferreira 1, Joao Pedro Nunes Jordao, Tom Becker 1 (Fiels = 12)
- Spielort: Centre Sportif Roger Krier, KUSS Scheierhaff (Kap. 800, davon 640 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 800 (davon ca. 50 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 8,0/10 (Spannendes Spiel auf ordentlichem Niveau, gute Stimmung)

Cercle Sportif Fola 1906 Esch/Alzette ........................... 4
Uewer/Nidder Käerjeng 1997 ......................................... 0
- Datum: Sonntag, 16. November 2014 – Anstoß: 16.00
- Wettbewerb: Nationaldivisioun bzw. sogenannte „BGL Ligue” (1. Spielklasse in Luxemburg, Halbprofi- und Amateurliga)
- Ergebnis: 4-0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 1-0 52. Laurent Jans, 2-0 56. Samir Haji, 3-0 60. Jérôme Brix (Eigentor), 4-0 89. Samir Haji
- Verwarnungen: TW Jérôme Winckel, Nr. 28 (beide Käerjeng)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade Emile Mayrisch (Kap. 2.826, davon 826 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 280 (davon 260 zahlende und etwa 15-30 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Brauchte ewig um in Fahrt zu kommen, war aber in der zweiten Hälfte ein gutes Spiel)

FC Déifferdeng 2003 (Cadets) ....................................... 12
AS La Jeunesse d’Esch/ Alzette (Cadets) ....................... 1
- Datum: Sonntag, 16. November 2014 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Cadets Classe 2 (2. Spielklasse der U17 in Luxemburg)
- Ergebnis: 12-1 nach 80 Min. (40/40) – Halbzeit: 4-0
- Tore: 1-0 6. (29), 2-0 10. (15), 3-0 12. (11), 4-0 35. (17), 5-0 41. (7), 6-0 45. (18), 7-0 49. (18), 8-0 52. (20), 8-1 61. (Nr. 6; Nachschuss des eigenen Foulelfmeters), 9-1 73. (11), 10-1 74. (11), 11-1 79. (7), 12-1 80. (18)
- Verwarnungen: Nr. 4 (Déifferdeng); Nr. 4 (Jeunesse)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade du Thillenberg (Kap. 5.300, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Extrem einseitiges aber wenigstens schön torreiches Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Football U17: FC Differdange defeat Jeunesse Esch (STADE THILLENBERG)
b) Football 1st Division: Fola Esch defeat UN Kaerjeng (Stade Emile Mayrisch)
c) BASKETBALL: Baskets Zolwer defeat Arantia Fiels (1st Division)
d) SIGHTSEEING: Schengen Palace, Mondorf-les-Bains Church, Hesper Castle, Luxembourg City (Obergrünwald Fortress & Plateau de Kirchberg Modern Architecture), Eischen Church, Sanem Palace
e) VIDEO: Luxembourg; Some Brass Music and Some Basketball

Am Sonntag fuhr ich wieder nach Luxemburg. Langsam wundert es mich aber schon, dass ich auch bei der achten Fahrt und dem insgesamt schon 20. oder 22. Tag im kleinen Großherzogtum immer noch etwas entdecke. Wenn man im deutsch-französisch-luxemburgischen Grenzdreieick über die Mosel fährt, kommt man nach Schengen, das wegen des Abkommens, welches auf einem Schiff auf der Mosel vor ebendiesem Dorf, bekannt ist. Unterhalb von steilen Weinbergen gibt es ein Schloss mit historischem Turm und Barockgarten.

Auch lohnend war Munneref (Mondorf-les-Bains oder Bad Mondorf), da es dort eine sehr schön ausgestaltete Barockkirche gibt. Hesper hat auch eine ganz ansehnliche Kirche, doch die Burg oberhalb der Kirche ist interessanter. Ungewöhnlich für Luxemburg: moderne Bebauung wurde kreuz und quer in die mittelalterlichen Ruinen gebaut.

In der Hauptstadt machte ich noch einige Fotos von der Festung Obergrünwald unterhalb vom Plateau de Kirchberg, wo sich die ganzen Verwaltungs-und EU-Einrichtungen befinden. Einige dieser Glaskästen fotografierte ich auch noch. Auch in den Randbereich der Festung wurden moderne Bauten und Kunstobjekte gesetzt – allerdings sieht das unerwartet gut aus und verschandelt das Festungsbauwerk gar nicht mal.

In Eischen schaute ich mir die hoch oberhalb des Ortes gelegene und ebenfalls innen sehenswerte Kirche an. In Sanem sah die Kirche auch interessant aus, war aber ungewöhnlicherweise verschlossen. Meist sind die luxemburgischen Kirchen bis abends zur Besichtigung geöffnet; da keine Schilder aufgestellt werden, muss man halt einfach mal probieren ob die Tür offen ist... Aber dafür gab es in Sanem ein Schloss, leicht verbaut, mit Kapelle und Park oberhalb des Fußballstadions (mittlerweile Kunstrasen mit kleiner überdachter Tribüne) zu sehen.  
Ich guckte dann allerdings nicht das Juniorenspiel in Sanem sondern jenes in Déifferdeng, wo die B-Junioren vom FC 03 gegen die von Jeunesse Esch antraten. Das Spiel war für mich nebensächlich, denn mich interessierte v.a. ob der eine Groundhoppingkollege mit „schönstes Stadion Luxemburgs“ übertrieben hatte. In der Tat hatte er nicht übertrieben, denn schon allein, dass das Stade Thillenberg in Differdingen die einzige noch erhaltene Holztribüne im luxemburgischen Fußball zu bieten hat, macht es zu etwas besonderen. Die mittlerweile gesperrten Stehtraversen, die auf der Gegenseite vor die nackte Felswand gebaut worden, sind auch spektakulär. Die Holztribüne ist ansich natürlich relativ klein, nur fünf Reihen Holzbänke für etwa 300 Zuschauer, ein Sprecherturm, schöne dreiteilige Dachkonstruktion... Ansonsten ist das Stadion übrigens sehr heruntergekommen: kaputte Toiletten, defekte Anzeigetafel, Müll überall, Moos und Flechten auf den Barrieren und Stufen, löchrige Zäune und Fangnetze... Dafür weiß die Landschaft jedem zu gefallen: bewaldete Höhenzüge rundherum und kein Gebäude der nahen Ortschaft zu sehen!

Das Spiel war aufgrund der Tore sehenswert. Differdange stürmte unermüdlich drauf los und spielte regelmäßig die überforderte Gästeabwehr aus. Vor der Pause hieß es „nur“ 4:0 aber nach der Halbzeit ging es richtig los, teilweise mit Weitschüssen ins Eck oder ganz genial: einer grätscht den Ball vor dem Ausgehen 15m vor der Eckfahne direkt vor der Seitenlinie weg und der geht als Bogenlampe in den langen Winkel! Einen Elfmeter konnte Jeunesse Esch noch im Nachschuss verwandeln, aber am Ende stand ein für die Escher katastrophales 12:1 zu Buche.  
Ich fuhr sofort zum zweiten Spiel ins 11km entfernte Esch/ Alzette weiter. Diesmal nicht Jeunesse sondern der Tabellenführer der 1. Männerliga (Nationaldivisoun oder mit Sponsorenscheißname: BGL Ligue). Die spielen nicht im sehr sehenswerten Stadion op Grenz von Jeunesse, sondern haben – auch schön im Wald gelegen – ein eigenes Stadion namens „Stade Emile Mayrisch“. Dort war zwar wenig Zuschauerauftrieb aber die Straße wurde wild zugeparkt, da um die Ecke ein Crosslauf ausgetragen wurde, der sich erst jetzt langsam auflöste. Über den Crosslauf wurde übrigens im Radio berichtet, wobei das mal wieder typisch Luxemburgisch war, außer auf das Ergebnis auch noch daraufhin zu weisen, dass „ein janz Gescheiter d'Feiler vum Parcours verdréit hat, sou datt e puer Athlete falsch gelaf sinn“, wobei der „ganz Gescheite“ in Internet Zeitungen als „puer onbekannt Raudien“bezeichnet wurde...

Das Stadion hat ein schönes Eingangsportal, wo man gleich mal einen Zehner dalassen kann wenn man zur 1. Liga will, ansehnliche Haupttribüne mit Dach und 826 Schalensitzen in Rot und Weiß, gegenüber ein paar Stufen unterhalb des Graswalls. In einer Ecke wurde unterhalb des Felsens eine Buvette, wo ich mir erstmal mein Mittagessen holte (zwei fette Mettwürschte und eine Portion Frittes), errichtet.

Das Spiel war in der ersten Halbzeit extremst einseitig. Nur Fola am Ball, nur Fola mit Torgelegenheiten. Der Gast aus Käerjeng kam kaum aus der eigenen Hälfte heraus. Fola schoss zu allem Überfluss auch noch einen Foulelfmeter neben den Kasten. Erst in der zweiten Halbzeit gelang Fola etwas zählbares, doch als nach 52 Minuten der Torwart der Gäste erstmals überwunden war lief es. Es wurde ein gutes Spiel, das nun auch mal von den Käerjengern zwei, drei Torchancen sah, und von Fola Esch verdientermaßen 4:0 gewonnen wurde. Damit ist der CS Fola Herbstmeister.  
Leider schon um 18 Uhr wurde das Erstliga-Basketballspiel – die sogenannte TOTAL Ligue hat interessanterweise eine ganze Menge Vereine aus sehr kleinen Orten, die teils richtig erfolgreich spielen – angepfiffen. Ich dachte erst, es sei wie beim Volleyball in Luxemburg: für das Gegurke kommen nur 30 oder 50 Zuschauer bei freiem Eintritt in die Halle und es ist egal, wenn man erst zur 5. Minute die Halle betritt. Doch als ich in der 5. Minute im Foyer des großen Kastens von Sporthalle in Zolwer (Soleuvre), der Scheierhaff (also Scheunenhof) heißt, stand, staunte ich nicht schlecht...

Drinnen lärmte es schon, während ich 5€ abdrückte (und das war noch eine anständige Ermäßigung die für Schüler und Studenten galt: regulär wären es 8€ gewesen). Als ich im Obergeschoss angekommen war, musste ich feststellen, dass die Obertribüne überfüllt war: da niemand auf den äußersten und untersten Sitzen hocken wollte, wurden die Stehplätze dicht belegt und die Treppen blockiert. Vier Reihen bunter Sitze – auf der gegenüberliegenden Untertribüne noch einmal genau das Gleiche – reichten kaum aus! Die Halle war in diesem nicht unbedingt sportversessenen Luxemburg, das nie durch große Zuschauermassen auffällt, eigentlich ausverkauft für ein Spiel des 4. gegen den 8. von 10!

Und die Stimmung war echt nicht schlecht! Zolwer hatte Überziehfahnen und Blasinstrumente mit denen sie gängige Sportmelodien („steht auf wenn ihr für XY seid“ oder „das war super, das war elegant“) oder gar Weihnachtslieder und Karnevalsschlager spielten. Als es in der einen Viertelpause keine Musik von der Anlage gab, spielten die Herren mit den Blechbläsern unterstützt von den beiden jüngeren Schlagzeugern gleich mal ein Lied zur Belustigung der anderen Fans...

Am Anfang hatte ich auf der Treppe der Obertribüne neben den „Holy-Gäns“ genannten Fans vom Gastverein, Arantia Fiels (Larochette), gehockt. Der Ort ist für seine Burg berühmt, aber in der Basketballszene im Großherzogtum anscheinend auch bekannt. Gut 50 Leute, teils mit Trommeln und Klatschen sowie Papptafeln mit Motiven ausgestattet, feuerten da ebenfalls recht einfallsreich an. Ich wechselte in der Halbzeit dann auf die Untertribüne um besser fotografieren zu können. Dort war es ziemlich ruhig, aber man hörte auch noch gut, wie die Fans auf der Obertribüne anfeuerten oder manchmal auch über den „Arbiter“ (Schiri) meckerten, der „Merd paaft“ (Scheiße pfeift).

Das Spiel war besseres Mittelmaß – für eine nichtprofessionelle Liga schon sehr ansehnlich – und ausgesprochen spannend. Da Zolwer in der ersten Halbzeit den Gast ständig mit 6 bis 12 Punkten auf Distanz hielt, schien ein ungefährdeter Sieg absehbar, doch die Fielser kämpften sich noch mal richtig zurück und glichen in der 29. Minute erstmals aus. Mit der nächsten Aktion gingen sie sogar in Führung (64:66) Doch kurz nach Beginn des letzten Viertels drehte wiederum Zolwer die Partie von 68:70 auf 72:70 in der 33. Minute. Beim 83:78 in der 37. schien dann der Sieg wieder ungefährdet, der am Ende dann doch mit neun Toren ausfiel.
Dieses gute und stimmungsvolle Spiel sagt mir: beim nächsten Mal in Luxemburg (wenn nicht schon Mitte Dezember, dann auf jeden Fall Mitte/ Ende Januar) nicht nur zum Handball sondern noch mal zum Basketball und dann aber auch rechtzeitig in die Halle kommen...  
Statistik:
- Grounds: 1.239 (heute 3 neue; diese Saison: 85 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.232 (heute 3; diese Saison: 120)
- Tageskilometer: 520 (520km Auto)
- Saisonkilometer: 22.370 (16.860 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.190 Fahrrad/ 700 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 9 [letzte Serie: 1, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 434