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Montag, 27. April 2015

W456IV: Internationaler Wasserball in Diekirch, 3. Liga im Prinz-Henri-Stadion und Abstiegskampf in Hueschtert

Union Sportive 1946 Hostert ................................... 2
US Mondorf-Les-Bains 1915 ................................... 1
- Datum: Sonntag, 26. April 2015 – Beginn: 18.15
- Wettbewerb: Nationaldivisioun, sogenannte BGL Ligue (1. Spielklasse im luxemburger Fußball, Halbprofliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 94 Minuten (45/49); Halbzeitstand: 1-1
- Tore: 1-0 13. Nomel, 1-1 44. NN, 2-1 47. Mura
- Verwarnungen: 2x Adler, Nr. 7, 22, 25, 27 (Hueschtert); Nr. 4, 9 (Munneref)
- Platzverweise: Adler von Hueschert (Gelb-Rot in 68. Min. wg. wdh. Foulspiels)
- Spielort: Stade Jos Becker (Kap. 2.200, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 400 (davon ca. 100 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Was für ein Kampfspiel v.a. in Hälfte zwei!)

FC Résidence Walfer ............................................... 3
AS Wincrange 1975 .................................................. 1
- Datum: Sonntag, 26. April 2015 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: Division 1, Série 1 (3. Spielklasse im luxemburger Fußball, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-1 nach 92 Minuten (45/47); Halbzeitstand: 2-0
- Tore: 1-0 42. (11), 2-0 45. (8), 3-0 59. (8), 3-1 77. Nr. 10 (Foulelfmeter)
- Verwarnungen: Nr. 12 (Walfer); Nr. 1, 16, 17 (Wincrange)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade Prince Henri (Kap. 1.200 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 70 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,0/10 (Ganz schlechte erste, ganz gute zweite Hälfte)

Cercle de Natation Diekirch ................................... 9
Schwimmsportverein Trier .................................... 7
- Datum: Sonntag, 26. April 2015 – Beginn: 14.30
- Wettbewerb: Interregionale Luxemburgische Wasserballmeisterschaft (Amateurliga für luxemburgische, deutsche und französische Teams)
- Ergebnis: 9-7 nach 32 Minuten (4x8); Viertel: 2-0, 3-4, 2-2, 2-1
- Tore: NN
- Strafen: NN
- Spielort: Hall Sportif Diekirch; Piscine (Kap. 180 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 16 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Spannendes, ansonsten eher mittelmäßiges Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) International Waterpolo Luxembourg: CN Diekirch def. SSV Trier
b) Amateur Football Luxembourg: Residence Walfer def. AS Wincrange
c) Football Top Tier Luxembourg: US Hostert def. US Mondorf-Les-Bains
d) LUXEMBOURG: Brandenbourg Castle Ruin, Diekirch Churches, Baastenduerf Church, Bettenduerf Palace, ECHTERNACH WOLVES CANYON
e) Rhineland-Palatinate: Prümzurlay (Prümer Burg) Castle Ruin, Weilerbach Palace 
  
Sonntag ging es mal wieder nach Luxemburg. Zuerst ein bisschen Sightseeing in Rheinland-Pfalz – in der Südeifel im Dorf Prümzurlay steht die Ruine der Prümer Burg auf bewaldeten Felsen und in Weilerbach steht eine recht großzügige barocke Schlossanlage mit Garten und den Ruinen einer Industrieanlage – und dann Sightseeing in Luxemburg: bei Echternach kann man schön vom Aussichtspunkt Troskneppchen in die Wolfschlucht wandern, wo es sehenswerte Felsformationen gibt. In Bettendorf fiel mir das sehr dunkle aber gut verzierte Schloss auf, in Bastendorf gibt es eine ansehnliche Kirche. Danach ging es nach Brandenbourg (Branebuerg) wo eine tolle Burgruine, die mittlerweile kostenlos zugänglich ist und komplett erschlossen wurde, steht. In Diekirch schaute ich mir die Altstadt an, die eine große, jüngere Kirche und eine kleine, romanische Kirche mit Wandmalereien zu bieten hat und ging bei einem Portugiesen essen (Menü mit Getränk 10€ ist für Luxemburg wirklich preisgünstig).  
In Diekirch stand dann auch das erste Match auf dem Programm. In der interregionalen Luxemburger Wasserballmeisterschaft treten Teams aus Luxemburg-Stadt, Diekirch, Longwy (Frankreich) sowie Saarbrücken und Trier an. Trier war heute zugast in Diekirch. Erwartungsgemäß sah es schon beim Einspielen im modern gestalteten 180 Zuschauer fassenden Hallenbad (befindet sich in der Sporthalle hinter dem Stadion) wenig nach internationalem Niveau aus, aber der Cercle de Natation Diekirch schreibt auch recht passend auf seiner Seite: „Eis Träininger sin Dënschdes a Freides vun 21:00 bis 22:30 Auer. Et geet op der Säit vun der Piscine eran, d'Haapt Entrée ass zou. Jiddereen ass Wëllkomm, just schwammen solls de kënnen... Den Niveau ass net mam Ausland vergläichbar, mee trotzdem net ze ënnerschätzen.“...

Das Spiel war nämlich gar nicht so schlecht und die Spieler konnten in der Tat alle noch außer Schwimmen auch Bälle gezielt werfen und stark in die Zweikämpfe gehen, was man ja bei dem Text auf der Diekircher Website fast nicht erwarten konnte... Auffällig war bei dem Gast aus Rheinland-Pfalz auch hier wieder, dass wie z.B. bei Koblenz in der Mittelrheinliga auch Frauen in der Mannschaft waren, da es offensichtlich keine eigene Frauenliga in Rheinland-Pfalz gibt. Von den Damen spielte zumindest die Nummer 7 auf gutem Niveau – die schien mir allerdings auch aus dem Mittelmeerraum zu kommen, wo es mehr gute Wasserballvereine gibt als hier in Deutschland. Ansonsten waren auch die Luxemburger auf allen Positionen etwas besser vertreten als Trier. Nach mehreren Führungen drehte Trier das Spiel im Verlauf des dritten Viertels auf ein Unentschieden. Erst in der Schlussphase gelang es Diekirch sich entscheidend abzusetzen, was mit einem 9:7 auch recht knapp geschah.  
Nach dem Wasserball ging es gleich weiter zum Fußball: genau zum Anstoß stand ich vor dem Eingangstor des Stade Prince Henri in Walferdange mit seinem gusseisernen Schriftzug. Das Areal ist recht weitläufig und hat auch eine große Sporthalle zu bieten. Die Stadiontribüne ist recht dürftig mit zwei Reihen Granitstufen – das dahinter aufgebaute Zeltdach ist aber ein kurioser Blickfang und auf der anderen Seite sieht man die neobarocke Kirche und das Schloss in dem eine Einrichtung der Uni Luxemburg untergebracht ist, direkt am Stadion.

Das Spiel zwischen Résidence Walfer und AS Wincrange (Wëntger oder Wintger) war die erste halbe Stunde ein langweiliger Dreckskick, doch nach und nach kam Walfer in Fahrt und schaffte mit einem Doppelschlag vor der Pause die Vorentscheidung. Wincrange kam nie ins Spiel und kassierte nach der Pause das schön herausgespielte 3:0. Erst mit einem Foulelfmeter gelang den Gästen aus dem Norden Luxemburgs der Ehrentreffer.  
Ich fuhr sofort nach dem Abpfiff ins 8km entfernte Hueschtert (Hostert, ein Ortsteil von Niederanven/ Nidderaanwen) weiter, wo es ein Spiel der 1. Liga (Nationaldivisioun oder BGL Ligue) zu sehen gab. Sowohl US Hostert als auch der Gast vom US Mondorf-Les-Bains zählen zu den kleineren Teams, spielen gegen den Abstieg, aber lockten doch immerhin gut 400 Zuschauer ins kleine Stade Jos Becker, dass wie so viele luxemburgische Stadien außer einer kleinen, überdachten Tribüne (hier mit vier Reihen Holzbänke die nur 200 Leuten Platz bieten) und einer Stehtribüne gegenüber (hier fünf Reihen für etwa 1.000 Leute), nur ebenirdische Stehplätze direkt am engen, vom vielen Regen matschigen Spielfeld zu bieten haben. Hier ist die landschaftliche Lage auch nicht schlecht: außerhalb des Ortes an einen bewaldeten Hang geklatscht...

Heute war der Regen aber erstmal selbst für luxemburger Verhältnisse zu derb: kaum kamen die Teams zum Anstoß raus, schon ging ein Gewitter los, sodass sich der Beginn um 15 Minuten verzögerte. Einen Platz auf der Tribüne bekam ich durch beim knappes Erscheinen erst in der zweiten Halbzeit. Bis dahin sah ich von der Gegentribüne aus den Führungstreffer für den Gastgeber und den sehr glücklichen Ausgleich für den mit knapp 100 Fans nach Hueschtert gereisten Gast. Munneref bekam irgendwie kaum etwas auf die Reihe, kassierte auch sofort nach dem Seitenwechsel das 2:1 per Kopf und ließ sich dann auf ein immer härteres Spiel ein. Das war Abstiegskampf vom Feinsten ab der 46. Minute: hier wurde von beiden Seiten wild reingegrätscht und mit Unsauberkeiten gearbeitet. Auf der Tribüne wurde es auch mit jedem Foul immer unruhiger. Irgendwann war dann mal ein Hosterter fällig und musste Gelb-Rot vom Platz – zwei Minuten nachdem er von einem Munnerefer ungestraft geschlagen wurde. Der Spieler von Hostert ließ es sich dann auch nicht nehmen, Gästefans anzupöbeln und auf die Tribüne hochzukommen. Einige Minuten später löste dann scheinbar ein Betreuer oder Wechselspieler des US Hostert einen weiteren Tumult vor der Tribüne aus... Munneref traf noch aus Abseitsposition, was dementsprechend nicht zählte, und verlor verdient mit 2:1.  
Statistik:
- Grounds: 1.354 (3 neue; diese Saison: 199 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.361 (3; diese Saison: 249)
- Tageskilometer: 420 (420km Auto)
- Saisonkilometer: 50.510 (35.710 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.760 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.850 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 56 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 456

Montag, 30. März 2015

W452V: Breitgefächertes Sportangebot in Luxemburg; von Fußball über Basketball bis hin zu Rugby und Gaelic Football

BBC Arantia Larochette ............................ 87
BC Résidence Walferdange ........................ 92
- Datum: Samstag, 28. März 2015 – Beginn: 20.30
- Wettbewerb: Basketball Nationaldivisioun bzw. sogenannte „Total Ligue” (1. Spielklasse in Luxemburg, Halbprofi- und Amateurliga)
- Ergebnis: 87-92 nach 40 Minuten (4x10); Viertelergebnisse: 28-22, 23-21, 16-29, 20-20
- Punkte: Jones 25, Evans 17, Kayser 11, Ferreira 10, Hoffmann 9, R. Nunes Jordao 7, P. Nunes Jordao 4, Kirpach 2, Becker 2 (Fiels); Richardson III 36, Moura 25, Vujakovic 14, Dezelski 13, Tomas 3, Schumacher 1 (Walfer)
- Freiwurfquote: Fiels 50% (7 von 14); Walfer 72% (18 von 25)
- Fouls: Hoffmann 5, P. Nunes Jordao 4, R. Nunes Jordao 3, Kayser 3, Becker 2, Kirpach 1, Jones 1 (Fiels = 21); Tomas 4, Dezelski 3, Vujakovic 2, Moura 2, Richardson III 2, Schumacher 1 (Walfer = 14)
- Spielort: Hall Sportif Centre Filano (Kap. 400, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und spannendes Spiel)

FC Amis des Sports Porto Luxembourg Res. ..... 4
FC Blue Boys Muhlenbach Res. ........................... 4
- Datum: Samstag, 28. März 2015 – Beginn: 16.30
- Wettbewerb: Réseves Séniors Classe 2 Série 2 (2. Luxemburgische Reserveliga, Staffel 2)
- Ergebnis: 4-4 nach 96 Minuten (47/49); Halbzeitstand: 1-1
- Tore: 1-0 11. (NN), 1-1 26. Nr. 7, 2-1 55. (7), 2-2 66. Nr. 17, 3-2 76. (8), 3-3 78. Nr. 10, 3-4 84. Nr. 7, 4-4 88. (11, Foulelfmeter)
- Verwarnungen: der Schiri schien keine Karten dabei gehabt zu haben...
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade Boy Konen, Terrain 2 (Luxembourg-Cessange, Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 10 (davon keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Schnelles, packendes und torreiches Match)

Rugby Club Luxembourg ...................................... 31
Studentenstadt Rugby München ........................... 18
- Datum: Samstag, 28. März 2015 – Kick-off: 14.00
- Wettbewerb: 2. Rugby-Bundesliga/ DRV Pokal Süd-West (2. Spielklasse im deutschen Rugby)
- Ergebnis: 31-18 nach 84 Min. (42/42) – Halbzeit: 21-6
- Punkte: 0-3 Freekick, 5-3 Try, 7-3 Conversion, 12-3 Try, 14-3 Conversion, 19-3 Try, 21-3 Conversion, 21-6 Freekick, 26-6 Try, 31-6 Try, 31-11 Try, 31-16 Try, 31-18 Conversion
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade Boy Konen, Terrain de Rugby (Luxembourg-Cessange, Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 8,5/10 (Hervorragendes, sehr kampfbetontes Spiel)

Gaelic Football Benelux Championships 2015, Tournament 1 in Luxembourg
- Datum: Samstag, 28. März 2015 – Beginn: 9.30
- Wettbewerb: Gaelic Football Benelux Championships (Länderübergreifende Meisterschaft im Gaelic Football für Teams aus Belgien, den Niederlanden und Luxemburg)
- Ergebnisse Männer (11er Großfeld): GSC Lëtzebuerg 2.3-0.7 Amsterdam GAC, Belgium A 7.4-0.0 Belgium B, GSC Lëtzebuerg 2.5-1.6 Den Haag GAA, Amstderdam GAC 2.9-1.3 Belgium A, GSC Lëtzebuerg 3.5-0.0 Belgium B, Rest unklar
- Ergebnisse Frauen (7er Kleinfeld): GSC Lëtzebuerg 2.1-5.5 Belgium B, Holland 3.6-5.8 Belgium A, Holland 6.10-0.4 Belgium B, Rest unklar
- Spielorte: Stade Route de Luxembourg (Kap. 1.200, davon 200 Sitzplätze) und Stade Route de Luxembourg, Terrain 2 (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: max. 40 bei den Männerspielen und max. 10 bei den Frauenspielen)
- Unterhaltungswert: 8,0/10 (Tolle Sportart, hier natürlich nicht auf Spitzenniveau aber einige gute Spiele dabei, zudem interessante Atmosphäre)  
Photos with English Commentary:
a) GAELIC FOOTBALL: BeNeLux Championships Tournament 1 in Junglinster
b) RUGBY: RC Luxembourg defeat StuSta München in German 2nd Division
c) Football: Porto Luxembourg II and Blue Boys Muhlenbach II draw in Reserves League 2
d) Basketball: Arantia Larochette lost to Residence Walfer in Play-off/Play-out-Round
e) Sightseeing: Betten op der Mess (Palace)

Gaelic Football (Gälischer/ Keltischer Fußball) ist ein seit mindestens 500 Jahren in Irland gespielter Ballsport, der ein Mittelding zwischen Rugby und Fußball und somit ein für die britischen Inseln typischer Ballsport ist. Viele recht ruppige Ballsportarten wurden in Großbritannien und Irland mindestens seit dem frühen Mittelalter erfunden. Während Fußball und Rugby weltweit gut organisiert gespielt werden, sind andere dieser Ballspiele nur regional in GB bekannt oder haben eine geringe Verbreitung, so wie Gaelic Football, das von der GAA (Gaelic Athletic Association) Europe zusammen mit Hurling (einem Hockey-Spiel – im Gegensatz zu Feldhockey nichts für Weicheier, da enorm viel Körperkontakt) und anderen irischen Sportarten auch in einigen europäischen Ländern organisiert wird. Deutschland ist da leider sehr schwach: außer Düsseldorf, Frankfurt und München – und da auch nicht so regelmäßig – gibt es kaum oder keine Wettkämpfe. Doch in BeNeLux gibt es eine funktionierende Meisterschaft im Gaelic Football (und auch Hurling), an der Teams aus dem Großherzogtum, einigen belgischen und niederländischen Großstädten, sowie auch Düsseldorf und Zürich teilnehmen. Da der erste Spieltag (in Turnierform ausgetragen) dieser ausgesprochen interessant klingenden BeNeLux-Liga im Gaelic Football im luxemburgischen Jonglënster ausgetragen werden sollte, ließ ich mich nicht zwei Mal bitten, mal wieder nach Lëtzebuerg zu fahren. Außer dieser kuriosen Randsportart gab es auch noch 15er-Rugby, Fußball und Basketball zu sehen, aber erstmal mehr zum Gaelic Football!  
In Jonglenster (Junglinster) befindet sich am Südende rechts vor der neuen Umfahrung die Sportanlage. Außer Tennisplätzen gibt es auch ein meist für Fußball genutztes Stadion mit einer überdachten Tribüne mit Holzbänken für 200 Zuschauer. Im Rücken der Tribüne und des sehr gepflegten Sportlerheims gibt es einen neuen, sehr guten aber ausbautenlosen Kunstrasen. Heute wurde auf letzterem das Turnier der Frauenmeisterschaft auf Kleinfeld (7 Spielerinnern statt wie üblich 15) und im Stadion des Männerturnier (auch dort eine Reduzierung der Spielerzahl: statt 15 waren es 11, was bei einem ca. 100x60m großen Fußballfeld sinnvoll ist: ein Gaelic Football-Platz in Irland ist gut 135x80m groß) ausgetragen.

Mit zwei älteren irischen Offiziellen kam ich schnell ins Gespräch. Die waren unheimlich bemüht mir die irische Kultur über den Gälischen Sport (Gaelic Football, Hurling) nahe zu bringen, erzählten auch viel von traditioneller Musik, der Küche (im Mittelpunkt natürlich der Irish Pub, der übrigens in irischen Aussprache wirklich „pub“ und nicht „pab“ ausgesprochen wird) und auch der Landessprache (Irisch-Gälisch) und deren Unterdrückung durch die Engländer. Ohnehin ging es auch immer mal um Kriege mit England und die angespannte politische Situation: die Iren schienen mir sehr auf ihre Geschichte bedacht. Immer wieder hörte ich übrigens auch Spieler, die sich auf Irisch unterhielten, was nicht ganz so krass fremd wie Walisisch klingt. Eher dem Walisischen ähnlich ist übrigens das Bretonische – daher ist die Bretagne auch der Hotspot für Gaelic Sports außerhalb Irlands.

Die Spiele die ich von der Männerliga sah, waren allesamt rasant und sehenswert, bis auf die Spiele der schwachen Belgischen B-Mannschaft waren sie auch eng und spannend. Zuerst war der Gastgeber Luxemburg gegen Amsterdam gefragt. Mit einem frühen Goal (Schuss ins Tor wie beim Fußball, das gibt 3 Punkte) und kurz danach mit einem Point (Schuss über die Querlatte zwischen die beiden dort angebrachten Rugby-Stangen, gibt einen Punkt) legten sie den Grundstein zum Sieg. 2 Goals, 3 Points gegen 0 Goals, 7 Points macht einen 9:7 Sieg für Luxemburg. Beim Belgien-internen Match sah es sehr deutlich aus. Die B-Mannschaft traf gar nicht und verlor mit 7.4-0.0 (also 25:0) gegen die A-Mannschaft. Dann traf Luxemburg auf die Favoriten aus Den Haag, die sich mit einigen Spielern des nicht in Mannschaftsstärke angereisten Clubs aus Maastricht verstärkt hatten. Nach langem Rückstand gelangen Luxemburg zwei schöne Tore zum 2.5-1.6 (11:9) Sieg. Gegen Belgien B siegte Luxemburg sogar zu Null bei 3.5 (14) eigenen Punkten. Belgien war generell recht erfolglos, dann auch die A-Mannschaft unterlag Amsterdam mit 2.9-1.3 (15:6).

Beim Frauenturnier sah das anders aus: hier spielten beide Teams ganz gut, die A-Mannschaft auch besser als das niederländische Team und besser als die schwache luxemburgische Mannschaft sowieso. Auch die Frauen spielten keinen schlechten Fußball, profitierten auch etwas vom kleinen Platz – hier wurde dementsprechend auf Kleinfeldtore gespielt. Luxemburg unterlag Belgien II mit 2.1-5.5 (7:20). Außerdem sah ich noch zwei Spiele von Holland: die Niederlage gegen Belgien A (3.6:5.8 = 15:23) und den Sieg gegen Belgien B (6.10:0.4 = 28:4). Bei den Frauenmannschaft war übrigens interessant, dass hier etwas mehr Nicht-Iren auf dem Platz waren als bei den Männern. Vor allem bei Luxemburg und den Niederlanden waren auch je ein, zwei Araberinnen – eine brachte es fertig mit Brille und Kopftuch zu spielen – dabei. Also dass in einigen arabischen Ländern Rugby auch bei Frauen recht beliebt ist, war mit klar – aber wie kommt man mit dem Hintergrund auf Gaelic Football?

Insgesamt gesehen lohnte sich der Besuch absolut und sollte wiederholt werden. Auch Hurling wird einen Besuch wert sein. Was Gaelic Football noch angeht, so erschien das Spiel bei weitem nicht so körperbetont wie Rugby oder gar Aussie Rules, doch zum einen gab es bei Luxemburg – Amsterdam und Amsterdam – Belgien je einen Faustkampf nach unsauberen Tacklings, was von meinen Gesprächspartnern so kommentiert wurde: „Ah, some exchange of opinions...“ oder „Finally it’s getting rough. There weren’t many hard tacklings in the matches up to now, obviously it’s too early in the morning for the young men (ausgesprochen übrigens sehr deutsch: “jung mehn”)“. Zum anderen sieht der Wettkampf in Irland etwas ruppiger aus: https://www.youtube.com/watch?v=RBiDK5NHsIo . Aber es gibt in der Tat strengere Regeln: es ist kein solches Tacklen wie im Rugby (mit beiden Armen um die Hüfte zu Boden reißen) oder Australian Football (voll in den Rücken springen, also eigentlich darf man da eh fast alles, was kein Wunder bei einem Sport ist, der in einer Verbrecherkolonie entwickelt wurde) erlaubt.  
Apropos Rugby: in Cessange (Zeisseng, südwestlicher Rand der Hauptstadt) befindet sich ein weggetretener, mieser Rasenplatz ohne Ausbauten, der der luxemburgischen Rugby Nationalmannschaft und dem wichtigsten Club des Landes, dem RC Luxembourg, als Heimstätte dient. Eine Handvoll Zuschauer, fast alles Männer aus Großbritannien und Frankreich, wollte sich dieses Match im DRV-Pokal zwischen dem Gruppensieger der 2. Liga Südwest – dem RC Luxemburg – und dem 3. der Südstaffel – StuSta München – nicht entgehen lassen.

Es war auch ein sehr sehenswertes und actionreiches Spiel – Luxemburg dürfte wohl in die 1. Bundesliga aufsteigen, was bei deren attraktiver Spielweise auch verdient ist. Hier wurde enorm hart zum Ball gegangen, das Spiel flüssig durchgeführt, enorm viel Laufarbeit geleistet. Das Match war fast nie unterbrochen und Luxemburg verstand es hervorragend die Bayern vom Versuchelegen abzuhalten. Bei Pause deutete sich ein Sieg an, als es 21:6 stand. Luxemburg entschied das Spiel nach der Pause mit zwei weiteren Versuchen. Erst in der Schlussphase kam München noch etwas heran. Am Ende hieß es 31:18.  
Danach gab es auf dem benachbarten Fußballplatz – einem sehr gepflegten Kunstrasen, aber auch ohne Ausbauten – 2. Reserveliga im Fußball. Gastgeber war die überwiegend mit Portugiesen spielende II. Mannschaft vom FC Amis des Sports Porto (FC Sportfreunde Porto), zugast war das mit v.a. Südosteuropäern kickende Reserveteam vom FC Blue Boys Muhlenbach (auch aus einem Ortsteil der Hauptstadt), das noch unter dem Namen „Sandžak“ bekannt ist.

Wie am Freitag in Köln endete das Spiel 4:4, denn beide Teams gaben alles nach vorne, spielten offensiv und ansehnlich, machten etliche amateurtypische Fehler, kamen aber v.a. in der zweiten Hälfte zu vielen Treffern. Packend war v.a. die Schlussphase, als Muhlenbach das Spiel innerhalb von drei Minuten von 3:2 auf 3:4 drehte, doch dann einen Elfmeter verursachte, der den 4:4 Endstand herstellte. Der Schiri sprach übrigens Französisch, Englisch und Portugiesisch mit den Spielern und ließ auch Pöbeleien und Rudelbildung durchgehen: hatte wohl keine Karten dabei...  
Zum Abschluss des Tages – nach einem kurzen Besuch des sehr gepflegten Schlosses in Betten op der Mess – stand noch Basketball in Fiels (Larochette) an. Der Erstligist Arantia Fiels, gesichert auf Platz 2 der Abstiegsrunde, traf hier auf den Aufstiegskandidaten aus Liga 2, Résidence Walfer. Die mussten heute gewinnen, um den Aufstieg einen Spieltag vor Ende perfekt zu machen, wurden aber trotzdem nur von 10 Fans begleitet. Schwach auch die Kulisse der Heimseite: nur knapp 150 Leute und nur die jugendliche Fangruppe „Holy Gäns“ machte Stimmung mit sehr guten Trommelmelodien und ordentlichen Gesängen.

Das Spiel war gut und sehenswert, wobei es in den ersten beiden Vierteln vom Gastgeber bestimmt wurde. Nach der Pause brach Fiels ein, verwandelte kaum noch einen Freiwurf und kassierte immer wieder spektakuläre Dreipunktewürfe und Kontertreffer. Das dritte Viertel ging mit 13 Punkten Unterschied an Walfer. Teilweise bauten sie ihre Fünf-Punkte-Führung auf 11 Treffer im vierten Viertel aus, doch kurz vor Schluss kam Arantia noch mal gefährlich nahe heran. Erst packende Szenen in der Schlussminute und das geschickte Zeitschinden der Gäste ermöglichten einen 87:92 Sieg und den Aufstieg für Walfer, von dem Fiels aber unbehelligt bei.

Ich fuhr den direktesten Weg nach Bonn zurück und kam kurz vor 1 Uhr an.  
Statistik:
- Grounds: 1.328 (heute 5 neue; diese Saison: 173 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.332 (heute 4; diese Saison: 220)
- Tageskilometer: 390 (390km Auto)
- Saisonkilometer: 46.740 (32.250 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.630 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.660 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 36 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 452