Freitag, 17. Februar 2012

W290II: Alle 30 Minuten ein Elfmeter in Lüttchendorf

1. FC Romonta Amsdorf II 6:2 VSG Helmsdorf
Datum: Freitag, 17. Februar 2011 – Anstoß: 17.00
Wettbewerb: Testspiel Kreisoberliga Mansfeld Südharz (9. Liga, 4. Amateurliga) gegen Kreisliga Mansfeld-Südharz/ Nordost (10. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 6:2 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 2:2?
Tore: (?), 3-2, 4-2 (Foulelfmeter), 5-2, 6-2
Verwarnungen: keine?
Platzverweise: keine
Spielort: Lüttchendorf; Sportplatz an der B80, Kunstrasenplatz (Kap. 400 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 5 (davon Gästefans: keine?)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Die letzten 20 Minuten mit dem Schlussspurt der Amsdorfer waren richtig gut)

1. FC Romonta Amsdorf 3:1 SV Rotation Halle
Datum: Freitag, 17. Februar 2011 – Anstoß: 19.00
Wettbewerb: Testspiel Verbandsliga Sachsen-Anhalt (6. Liga, 1. Amateurliga) gegen Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 6 (8. Liga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 3:1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 1:0
Tore: 1-0 11. (Nr. 21, Foulelfmeter), 1-1 53. (Nr. 6, Foulelfmeter), 2-1 59. (Nr. 3), 3-1 88. (Nr. 9, „Hand“elfmeter)
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Lüttchendorf; Sportplatz an der B80, Kunstrasenplatz (Kap. 400 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 20 (davon Gästefans: keine)
Unterhaltungswert: 3,0/10 (Ein paar Highlights gab es in diesem spielerisch schwachen Match wenigstens doch)
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Photos and English Version:

Völlig überraschend ergab sich doch noch der Besuch eines Fußballspiels im Freien: ich hatte eigentlich gedacht, dass bis zum internationalen Spiel am 29.2. jede geplante Partie aus den fadenscheinigsten Gründen abgesagt wird – aber bei so einer positiven Entwicklung kann ich ja nächsten Mittwoch schon ein, zwei weitere Spiele anvisieren...
Doch was waren diese Spiele heute für Insider! Amsdorf und Rotation Halle trafen in Lüttchendorf aufeinander, da die Amsdorfer mit ihrem weit über eine halbe Million Euro teuren Kunstrasen noch nicht fertig sind und auch Flutlicht vielerorts Mangelware ist. Dass mal auf einer einzigen Vereinswebsite steht, dass ein solches Testspiel stattfindet, ist wohl zu viel verlangt. Die II. Mannschaft von Amsdorf schrieb gar ein falsches Datum in der Newszeile – bei fussball.de war die Anstoßzeit zu früh angegeben. So bekamen wir aber noch genug vom unerwarteten Vorspiel Amsdorf II gegen VSG Helmsdorf mit.

SV Eintracht Lüttchendorf hat einen von den zwei Kunstrasenplätzen in der Gegend von Eisleben: also wurde auf diesem am Dorfrand direkt neben dem Stadion an der B80 gelegenen und von einem zweistufigen Graswall flankierten und von ganz funseligem Flutlicht beleuchteten und ansonsten gesichtslosen Fleckchen Kunstgrün – oder wie mein Kumpel Saad auf Arabisch meinte: hashîsh sinâ’y (حشيش صناعي), künstliches Gras – gekickt. Bilder vom ganz ansehnlichen Hauptplatz gibt es hier zu sehen: Lüttchendorf v Arnstedt (Testspiel 17.7.10).

Als wir ankamen lief wie gesagt noch das Spiel der Reserve von Amsdorf. Beim Stand von 2:2 waren wir in der 55. Minute aufgekreuzt und guckten vom Parkplatz aus dem Auto heraus, wie Romonta II richtig aufdrehte. Vier teilweise wirklich schöne Tore erzielten sie noch in 20 Minuten.

Das Spiel der I. Mannschaft wollte sich nur Anja immer noch nur vom Auto aus angucken, während wir beide uns ganz oben auf den Graswall stellten. Als um 19 Uhr dann der Ball zwischen diesen beiden eigentlich guten Amateurteams rollte, war es dann leider nicht so besonders sehenswert. Es gab zwar früh ein sinnloses Foul, das zu einem Elfmeter für die Hausherren führte, der souverän ins Eck gezimmert wurde – aber danach passierte nicht mehr viel bis zur Pause, außer zwei gefährliche Angriffe der Gäste und ein Pfostentreffer der Hausherren.

Nach der Pause gab es schon wieder Elfmeter nach einem Sinnlosfoul im Strafraum: diesmal auf der anderen Seite, aber auch hier geschickt verwandelt. Endlich mal ein Feldtor nach über einer Stunde: ein herrlicher Weitschuss hoch ins lange Eck zum 2:1. Da es lange keinen Strafstoß mehr gegeben hatte, entschied der Schiri nach einer Ballannahme eines Rotationsspielers mit der Brust, bei der vielleicht auch der Oberarm eingesetzt wurde, auf Strafstoß. Auch der dritte Elfer wurde verwandelt, in diesem Fall vom augenscheinlich sehr jungen und leider überforderten Amsdorf-Stürmer mit der 9. Bis zu diesem Schuss unters Tordach hatte er nicht eine gute Aktion zeigen können.

Am Ende standen also zwei Siege für die Romonta-Mannschaften in Lüttchendorf zu Buche: 6-2 und 3-1!
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Statistik:
Grounds: 702 (heute 1 neuer; diese Saison: 108 neue)
Sportveranstaltungen: 1.466 (heute 2, diese Saison: 152)
Tageskilometer: 90 (90 Auto)
Saisonkilometer: 30.300 (21.730 Auto/ 6.600 Flugzeug/ 1.960 Fahrrad/ 10 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 33
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 290

Donnerstag, 16. Februar 2012

W290I: Berliner Müllabfuhr räumt in Spergau auf

Chemie Volleys Mitteldeutschland (Leuna)
0:3
Berlin Recycling Volleys (SC Charlottenburg)
Datum: Mittwoch, 15. Februar 2012 – Beginn: 19.30
Wettbewerb: 1. Volleyball-Bundesliga (1. Profiliga)
Ergebnis: 0:3 Sätze nach 68 Min.
Satzresultate: 23:25, 12:25, 22:25
Besondere Vorkommnisse: keine
Spielort: Jahrhunderthalle Spergau (Kap. 1.200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 600 (davon 517 zahlende und ca. 12 Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchwachsenes Spiel beider Teams, Gästemannschaft erwartungsgemäß besser)
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Photos and English Version:

In diesem Mittwochsspiel der Volleyballbundesliga erwartete jeder einen glatten Drei-Satz-Sieg des SC Charlottenburg, der seit dieser Spielzeit unter dem saublöden Namen „Berlin Recycling Volleys“ aufläuft. Die Müllabfuhrmannschaft ist stark wie eh und je und wird selbst mittwochs bei einem Auswärtsspiel von einem guten Dutzend Anhänger unterstützt. Ganz helle sind die aber nicht, wenn die auf ihren Bannern „BR Volleys“ samt Sponsorennamen schreiben: wie man sich da statt mit dem SCC mit der Recyclingfirma identifizieren kann, ist mir völlig schleierhaft. Wenn die Fans wenigstens bei der Müllabfuhr arbeiten würden... oder noch besser die Spieler! Mit so einem Werksteam kann man sich ja eher anfreunden, als mit dieser Söldnertruppe.

Überraschend war dann, dass die im Leunaer Ortsteil Spergau heimischen CVM so einen guten ersten Satz hinlegten. Bis zur Mitte des ersten Durchgangs lagen sie dauernd vorne. Danach hielten sie wenigstens gut mit und stemmten sich kräftig gegen die Niederlage. Aber am Ende war es ein 23:25. Schlimm war aber der Leistungsabfall nach dem wirklich guten ersten Satz: CVM wurde völlig abgeschossen von einer nicht überragend spielenden Berliner Mannschaft. Die Truppe in den hässlichen orangen Trikots gewann auch den dritten Satz, doch auch hier wieder mit mehr Mühe als erwartet, sodass eine für dieses Duell recht lange Spielzeit von 68 Minuten zu Buche stand. Die Berliner machten komischerweise ähnlich viele Fehler beim Aufschlagsspiel, aber der Block und der Angriff holten es dann raus. So stand am Ende ein glanzloser Pflichtsieg vor einem wenig begeisterungsfähigen Publikum in Spergau.

In diesem Sinne: bis zum nächsten Heimspiel des CVM am 25.2. und –
Orange trägt nur die Müllabfuhr...
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Statistik:
Grounds: 701 (heute kein neuer; diese Saison: 107 neue)
Sportveranstaltungen: 1.464 (heute 1, diese Saison: 150)
Tageskilometer: 20 (20 Fahrrad)
Saisonkilometer: 30.210 (21.640 Auto/ 6.600 Flugzeug/ 1.960 Fahrrad/ 10 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 31
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 290

Montag, 13. Februar 2012

W289II-IV: Wochenende in Rostock – Handball bei Empor und dem RHC, überraschende Torflut beim FCH

F.C. Hansa Rostock 4:2 Meidericher SV Duisburg
Datum: Sonntag, 12. Februar 2012 – Anstoß: 13.30
Wettbewerb: 2. Bundesliga (2. Profifußballliga)
Ergebnis: 4:2 nach 93 Min. – Halbzeit: 2:2
Tore: 1-0 30. Marek Mintal, 1-1 34. Branimir Bajic, 2-1 36. Tobias Jänicke, 2-2 40. Goran Sukalo, 3-2 52. Marek Mintal, 4-2 82. Freddy Borg (Foulelfmeter)
Verwarnungen: Matthias Holst, Kevin Pannewitz (FCH); Emil Jula, Benjamin Kern, Zvonko Pamic (MSV)
Platzverweise: keine
Spielort: Ostseestadion, sogenannte DKB-„Arena“ (Kap. 29.000, davon 9.000 Stehplätze, 15.000 Sitzplätze und 5.000 derzeit gesperrte Sitzplätze)
Zuschauer: 9.200 (davon Gästefans: ca. 180)
Unterhaltungswert: 8,0/10 (Sehr gutes und sehenswertes Spiel)

Rostocker Handball-Club 27:30
Berliner Verkehrsbetriebe/ Füchse
Datum: Samstag, 11. Februar 2012 – Beginn: 16.00
Wettbewerb: 3. Liga Frauen Nord (3. Frauenhandballliga)
Ergebnis: 27:30 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 11:13
Tore: Tolksdorf 8, Topp 6, Duwe 6, Horke 3, Schüring 2, Brinkies 2 (Rostock); Woycieszack 9, Blödom 5, de Beer 3, Loll 3, Hartinger 3, Seeger 2, Sviridenko 2, Trumpf 2, Eber 1 (Berlin)
Gelbe Karten: Topp (Rostock); M. Bohle, Hartinger, Seeger, Trainer (Berlin)
Zeitstrafen: 2x Horke, Brinkies, Duwe, Tolksdorf (Rostock = 10 Minuten); 2x Loll, Woycieszak, Seeger, Trainer (Berlin = 10 Minuten)
Disqualifikationen: keine
Spielort: sogenannte Scandlines-„Arena“ (Kap. 750 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 250 (davon Gästefans: ca. 30)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und spannendes Spiel)

HC Empor Rostock II 31:32 HSV Insel Usedom II
Datum: Samstag, 11. Februar 2012 – Beginn: 14.00
Wettbewerb: Mecklenburg/Vorpommern-Liga (5. Handballliga, 2. Amateurspielklasse)
Ergebnis: 31:32 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 16:16
Tore: Paul 8, Koszinski 7, Holtz 5, Dempki 3, Palm 3, Elsner 2, Berger 2, Wilczek 1 (Empor); 8x 7, 5x 4, 5x 15, 5x 9, 4x 5, 3x 11, 2x 14 (Insel)
Gelbe Karten: Holtz, Dempski, Palm (Empor); 4, 11 (Insel)
Zeitstrafen: Dempski, Elsner, Wilczek, Koszinski (Empor = 8 Minuten); 4, 7, 15 (Insel = 6 Minuten)
Disqualifikationen: keine
Spielort: Fiete-Reder-Sporthalle Marienehe (Kap. 742 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 40 (davon Gästefans: ca. 3)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und spannendes Spiel)
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Photos and English Version:
c) Bundesliga 2nd Division Football: F.C. Hansa Rostock defeat Meidericher SV Duisburg

Das Wochenende in Rostock fing schon wenig erbauend an: eigentlich wollten wir ein Berlinliga-Spiel, das so praktisch an der Autobahn auf dem Weg nach Rostock lag, anschauen – doch das fiel natürlich aus. Eigentlich hatte ich das schon erwartet, aber mit welchem abstrusen Grund die Partie von Tennis Borussia im Mommsenstadion abgesetzt wurde, ist kaum zu glauben: die wirklich gute Vereinswebsite (www.tebe.de) zitiert kurz nach 12 Uhr am 9.2. „Das Sportamt hat das Mommsenstadion für das Heimspiel gegen den SV Empor gesperrt. [...] Begründet wird die Absage damit, dass eine Austragung des Berlin-Liga-Spiels das für Sonntag angesetzte Bundesliga-Derby unserer U17 gegen Hertha BSC gefährden würde.“ Irgendwie ist das Sportamt etwas krank im Kopf, ein Berlinligaspiel für B-Junioren-Bundesliga abzusetzen, zumal ich jede Wette eingehe, dass man auf dem Mommsenplatz zwei Spiele hätte austragen können – und zwar zwei freitags, zwei samstags und zwei sonntags...

So blieb nach problemloser Ankunft auf Blohms günstiger Pension auf dem Reiterhof in Diedrichshagen nur auf Samstag zu warten.
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Am frühen Samstagnachmittag machten wir uns dann zu zwei Handballspielen in Rostock auf. Erst gab es ein Mittelfeldduell in der fünften Männerhandballliga (9. gegen 10. von 14) zu sehen. Die Liga ist vergleichbar mit der Sachsen- oder Sachsen-Anhalt-Liga, wobei das Niveau etwas niedriger als in Sachsen-Anhalt und somit auch niedriger als in Sachsen ist. Allerdings war das flott beginnende Spiel keineswegs so schwach wie ich das befürchtet hätte! Empor Rostocks Reserve legte gegen die II. von Insel Usedom gut vor, doch absetzen konnten sie sich nie. Der Vorsprung ging auch noch vor der Pause verloren: 16 beide nach 30 Minuten. Nach der Pause kam Empor II irgendwie nicht aus dem Knick und kassierte fünf Tore in sechs Minuten, während sie nur einen Treffer erzielen konnten. Dieser Durchhänger wurde ihnen zum Verhängnis, denn ausgleichen konnten sie nie mehr. Beim Stand von 31:32 bekamen sie noch einen Freiwurf bei 59.58 auf der Uhr. Mit dem Pass eines Rostockers zum anderen wurde die Zeit wieder laufen gelassen, dieser Rostocker feuerte aufs Tor und traf mit der Schlusssirene die Latte. Von dort prallte der Ball gegen den Torwart und ins Tor, doch der Treffer konnte aufgrund der dummen Regel, dass der Ball nicht nur vor dem Schlusssignal geworfen worden sein, sondern auch die Linie überschritten haben muss, nicht gezählt worden. Das regte zwar einige auf, doch so sind die Regeln nun mal. Aufgrund dieser Szene konnte ich den Sieg der Gäste von der Insel Usedom auch nur als ziemlich glücklich bezeichnen.

Interessant war übrigens der Spielort: eine der bekanntesten Sporthallen der Stadt befindet sich im Industrieviertel Rostock-Marienehe. Die Halle ist benannt nach Paul-Friedrich (im norddeutschen Dialekt „Fiete“ genannt) Reder. Dieser war Sportlehrer und Stadtturnrat in den 1950ern, nachdem er einige erfolgreiche Jahre als Handballer mit Empor Rostock (6x DDR-Meister) verbrachte. Den Verein trainierte er später auch erfolgreich. Die Halle hat eine interessante Architektur: von außen sieht sie auch aus wie eine Industriehalle, innen ist sie mit etwa 60m Spielfelderlänge reichlich langgezogen, aber die Deckenhöhe ist kaum handballtauglich. Nur auf einer Seite befindet sich eine Tribüne, die über ein Labyrinth von Gängen von der anderen Seite aus zu erreichen ist. Aber gut ausgeschildert! Die Tribüne hat sieben Reihen Holzbänke, wobei die obere Hälfte durch verstrebte Stahlträger nicht gut zum Zuschauen ist. Aber viele Fans kommen hier üblicherweise eh nicht. Heute waren gerade einmal knapp 40 Fans anwesend – für eine Landesligapartie sehr wenig! – von denen alle die ersten Reihen belegt hatten. Aber Handball ist in Mecklenburg-Vorpommern so wie so deutlicher hinter Fußball zurück in der Beliebtheit, als in den meisten anderen Bundesländern.

Die Schwäche des an Mannschaften und Spielern im Vergleich zu z.B. Sachsen-Anhalt oder Sachsen armen Mecklenburger Handballs ist schon an der Ligenstruktur erfassbar: die besten Amateurteams nehmen an diesem komischen Konstrukt Ostsee-Spree-Liga (ähnlich wie Mitteldeutsche Oberliga, ebenfalls 4. Ebene) teil – das sind gerade einmal 3 von 14 Teams. Unter dieser Mecklenburg-Vorpommern-Liga gibt es nur eine zweigleisige Verbandsliga und dann drei Kreisunions-Ligen, die gerade einmal 7 (Südwest), 9 (Ost) bzw. 10 (Rostock) Mannschaften umfassen. Die stärkste dieser siebten Ligen könnte man aber auch statt Rostocker Kreisliga „Warnemünder Kreisliga“ nennen: die Tabelle liest sich nämlich so; 1. SV Warnemünde II, 2. SV Warnemünde IV, 3. HC Empor Rostock IV, 4. HSG Warnemünde, [...], 10. SV Warnemünde V. Zum Vergleich seien hier Sachsen-Anhalts und Leipzigs Ligensysteme genannt: Sachsen-Anhalt nimmt mit 7 Teams am MOL-Betrieb teil, hat eine Sachsen-Anhalt-Liga, zwei Verbandsligen, 4 Bezirksligen, 4 Bezirksklassen (7. bzw. 8. Liga), sowie 4 Kreisligen und 2 Kreisklassen. Leipzig hat sogar unterhalb der 6. Ligen zwei Ligen mit je 12 Teams (Leipzig Stadt, Leipzig Land, Nordsachsen) und eine Nordsachsenliga und sogar 3 Stadtligen (9.-11. Ebene) und mit insgesamt 31 Teams allein in den drei untersten Spielklassen mehr aktive Mannschaften als die Kreisunionsligen des ganzen Bundeslandes MV.
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Keinen Deut besser ist die Situation im Frauenhandball. Am Leistungsstärksten ist der Drittligist Rostocker HC. Die I. Frauenmannschaft nennt sich auch neumodisch „Dolphins“. Das Mittelfeldteam traf heute auf den Tabellenführer aus Berlin. Die Frauenspielgemeinschaft Füchse/ Berliner Verkehrsbetriebe ist auch pervers überlegen: 16 Spiele, 16 Siege, 554:330 Tore und brutale Siege wie 37:17 gegen Hude-Falkenburg, 36:18 in Stade oder 38:12 gegen Rostock!

Das Spiel heute war allerdings nicht annähernd so einseitig, wie zu befürchten war. Die Geldanlage von 6€ war also nicht so unlohnend, wobei 6€ absolut asozial sind – das ist wohl die neueste Macke in Sachen Frauengleichstellung: Frauensport genauso überteuert wie Männersport. Und dann haben die RHC-Idioten nicht mal Studentenermäßigung (käme in einer richtigen Universitätsstadt wie Freiberg oder Halle nicht vor) – die Preispolitik in Rostock ist doch bei jedem der großen Vereine (Hansa, Empor, RHC, Piranhas) beschissen!

Gespielt wurde übrigens vor 250 Zuschauern in der sogenannten Scandlines Arena. Scandlines ist eine sauteure Fährgesellschaft, die man schon mal in Richtung Skandinavien nehmen muss. Die Angebote sind aber meistens ziemlich Scheiße. Ganz so hässlich wie eine Scandlinesfähre sieht die Halle aber nicht aus – ein Kassenhaus wie ein U-Bahn-Steuerkopf, ein sehr moderner Eingangsbereich und eine ausgebaute Längsseite mit einer dreiteiligen Untertribüne mit leicht gepolsterten Sitzen und eine Obertribüne mit Polstersesseln für VIPs. Allgemein gesagt ist die Halle aber ziemlich mickrig mit ihren gerade mal 750 Sitzen.

Nach drei grauenhaften Anfangsminuten voller Fehler wurde das Spiel richtig gut. Die Rostockerinnen führten überraschenderweise bis kurz vor der Halbzeitpause. Erst dann kam der haushohe Favorit richtig in Fahrt. Nach der Pause entschieden die Berlinerinnen, die körperlich klar überlegen waren und entsprechend oft mit ganzer Kraft und unsauber gestoppt werden mussten, das Spiel durch Tempogegenstöße in Unterzahl. Den Rostockerinnen wurde also ihr katastrophal schlechtes Überzahlspiel zum Verhängnis. 27:30 hieß es am Ende, was nicht gerade deutlich ist. Die Leistung der Heimmannschaft war wirklich respektabel – der hoch favorisierte Gegner hatte es nicht so leicht wie im Hinspiel und zeigte auch einige Schwächen!

Nach dem Spiel trafen wir uns noch alle mit meinem syrischen Kumpel Saad, den mein Vater und ich vor anderthalb Jahren bei diesem tollen Zweitligafußballspiel in seinem Heimatort Saraqib kennengelernt hatten, und gingen in der Innenstadt essen. Saad studiert nämlich mittlerweile in Rostock Medizin.
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Am Sonntag war ein Spiel des FC Hansa Rostock unser Ziel. Den Lieblingsproficlub muss man doch wenigstens einmal im Jahr besuchen und das Spiel gegen den Meidericher Spielverein von 1902 aus der Ruhrpottstadt Duisburg, die mit ihren zwei Sehenswürdigkeiten (ein bedeutender Zoo und die größte Moschee Deutschlands) auch den ein oder anderen nicht-fußballinteressierten Besucher anlockt, war ja nicht so uninteressant von der Papierform. Als Hansa-Fan guckt man aber besser nicht zu oft auf Papiere und Statistiken, sonst muss man sich nämlich fragen, warum man Sitzplatzkarten im Ostseestadion mit 15-30€ (Stehplätze immer noch 11€) bezahlen muss, um den Tabellenletzten der 2. Bundesliga zu sehen. Der Relegationsplatz ist schon drei Punkte, der erste Nichtabstiegsplatz fünf Punkte weg – und Duisburg als 12. acht Punkte. Zum Vergleich: die Duisburger haben zwar den Preis für den dümmsten Stadionnamen der Liga verdient (Schauinsland-Reisen-Arena: darüber hat sich selbst schon mancher Sportreporter im Fernsehen lustig gemacht – einer von Sport 1 meinte mal beim Live-Montagsspiel, dass diese Namensgebung „unglaublich“ und „unfassbar“ sei), aber 1. funktioniert der Vorverkauf besser als beim FC Hansa, 2. liegen die Preise auf vielen Plätzen um 1-2€ niedriger, 3. gibt es keinen Toppzuschlag und 4. Studentenermäßigung auf jeder Kategorie. Andere Gurkenvereine wie der FC Ingolstadt haben sogar deutlich niedrigere Kartenpreise, sogar mit Vorverkaufsermäßigung statt Vorverkaufsgebühr!

Wie auch immer: das Stadion war im Ligavergleich überdurchschnittlich gut gefüllt, wobei eine vierstellige Zahl (9.200) für Hansa noch schwach ist, und die Fans waren überdurchschnittlich gut drauf. Zumindest jene in der Nordkurve, zu denen wir uns gesetzt hatten. Das gute Spiel riss auch Saad mit, der in Deutschland zum ersten Mal beim Fußball war.

Auf dem Feld ging es erstaunlich gut los: Hansa war die klar überlegene Mannschaft und belagerte das Duisburger Tor. Die wenigen Konter des MSV, der von eine niedrigen dreistelligen Zahl von Anhängern unterstützt wurde, waren alle zu schwach, um die eigentlich nicht zweitligataugliche Hansa-Abwehr aus dem Konzept zu bringen. Ein noch größeres Problem ist allerdings die Schwäche der Stürmer des FCH: ein guter Zweitligist hätte keine 30 Minuten gebraucht, um gegen diese ungeordnete Duisburger Abwehr einen Treffer zu erzielen. Aber Hauptsache ein Treffer für Hansa! Was noch beachtlicher war, war der zweite Treffer für Rostock nach dem durch einen Stellungsfehler bedingten Ausgleichstreffer. Allerdings wurde auch dieses Tor wieder postwendend vor dem Seitenwechsel ausgeglichen. Der teilweise zweifelhaft pfeifende Schiedsrichter hätte bei der Vorlage, die mit der Schulter angenommen wurde, aber auch abpfeifen können. Hätte das ein Hansa-Spieler gemacht, hätte er garantiert Handspiel gepfiffen, so wie er jede Berührung eines Hansa-Stürmers im Duisburger Strafraum ignorierte.

Kurz nach der Pause war es erneut Marek Mintal der für Hansa Rostock traf. Der Slowake ist eigentlich schon über seinen Karrierezenit hinaus und hat bei Hansa bisher nicht viel Vernünftiges gezeigt, aber heute war er wirklich gut. Sogar zwei Treffer – und einer besser als der andere! Wie er alleine mehrere Abwehrspieler der Gäste narrte, war schon erstaunlich – sonst erzielt Hansa nämlich im Schnitt pro Spiel 0,7 (!) Tore. Und diesen Wert verdoppelte er ja jetzt sogar alleine.
Kurz vor Schluss eines nach wie vor sehr schnellen und sehenswerten und so trotz der Fehlerquote sehr guten Spiels, langte es dann auch mal diesem mit zweierlei Maß messenden Schiedsrichter. Dem Schweden Borg wurde derartig auffällig auf den Fuß gelatscht, als er den Ball 15m vorm Kasten in Schussposition brachte, dass er nach dem fünften Foul im Strafraum endlich auf den Punkt zeigte. Die teilweise arrogant und unsauber auftretenden Duisburger meckerten den Schiri dann auch noch dümmlich voll. Bei der Mannschaft hätte der Schiri noch ganz anders mit Karten um sich werfen können. Borg, der bis dahin nur Schrott gespielt hatte und mehrere Chancen kläglichst vergab, trat zum Elfer an und verlud den Torwart ganz sicher. Mit seiner ersten guten Aktion im gesamten Spiel brachte er die Entscheidung.

Der Sieg für den FC Hansa war zwar noch zu niedrig ausgefallen – bei der schwachen Gästeleistung wäre ein 6:1 locker drin gewesen – aber Hauptsache die Ostseekicker konnten zum Nichtabstiegsbereich aufschließen! Diese drei Punkte waren immens wichtig und zeigten, dass in dieser bisher völlig überforderten und überbezahlten Mannschaft vielleicht doch noch genug spielerische und charakterliche Qualitäten stecken, um die Klasse zu halten. Das Spiel war richtig unterhaltsam und sehenswert – so muss es weitergehen!
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Nachdem wir uns von Saad verabschiedet hatten und noch in der Innenstadt was gegessen hatten, kamen wir zuhause noch in der Verlängerung des Afrikapokalfinales an. Die arroganten Millionäre und Milliardäre von der Elfenbeinküste hatten es immer noch nicht fertig gebracht, den Außenseiter Sambia zu bezwingen. In einem packenden Elfmeterschießen (der dritte Ivorer verschießt, doch darf wiederholen, da das Arschloch mit der Fahne einen Regelverstoß des Torwarts gesehen haben will – daraufhin trifft der Depp; der nächste verschossene Ball kommt vom 7. Ivorer, doch der 7. Sambier trifft auch nicht; der 8. Schütze verschießt jedoch auch, sodass der zweite „Matchball“ der Sambier nun sitzt) gewann Sambia schließlich mit 8:7! Die haben das auch wirklich verdient! Sie sind schließlich keine Ansammlung überbezahlter und großkotziger Stars die stets für sich und nicht fürs Team spielen (so wie die Elfenbeinküste), sondern ein Kollektiv aus 11 guten (nicht mal sehr guten) Spielern. Eine echte Mannschaft eben!
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Statistik:
Grounds: 701 (Samstag 2 neue; diese Saison: 107 neue)
Sportveranstaltungen: 1.463 (Samstag 2/ Sonntag 1, diese Saison: 149)
Tageskilometer: 930 (410 Freitag, 60 Samstag, 460 Sonntag/ Auto)
Saisonkilometer: 30.190 (21.640 Auto/ 6.600 Flugzeug/ 1.940 Fahrrad/ 10 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 31
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 289

Mittwoch, 8. Februar 2012

W289I: Basketball und Besichtigungen in Schlesien

WKS Śląsk Wrocław 82:60 MKP Kotwica Kołobrzeg
Datum: Montag, 6. Februar 2012 – Tip-off: 19.00
Wettbewerb: sogenannte „Tauron Basket Liga“ (1. polnische Profi-Basketballliga)
Ergebnis: 82:60 nach 40Min. – Viertelergebnisse: 24:19, 22:17, 15:9, 21:15
Punkte: Paul Graham 16, Aleksandar Mladenović 14, Qa’rrann Calhoun 13, Piotr Niedźwiedzki 9, Adam Wójcik 7, Robert Skibniewski 7, Slavica Bogavac 7, Akselis Vairogs 5, Bartosz Bochno 3, Bartosz Diduszko 1 (Wrocław); Darrell Harris 19, Jessie Sapp 9, Demetrius Brown 8, Łukasz Diduszko 8, Łukasz Wichniarz 6, Marko Djurić 5, Tomasz Kęsicki 3, Szymon Rduch 2 (Kołobrzeg)
Fouls: Aleksandar Mladenović 4, Piotr Niedźwiedzki 4, Bartosz Diduszko 3, Qa’rrann Calhoun 3, Paul Graham 3, Adam Wójcik 2, Kacper Sęk 1, Akselis Vairogs 1, Slavica Bogavac 1 (Wrocław); Demetrius Brown 5, Szymon Rduch 3, Michał Kwiatkowski 3, Łukasz Wichniarz 3, Jessie Sapp 2, Marko Djurić 2, Tomasz Kęsicki 2, Wojciech Złoty 1, Darrell Harris 1 (Kołobrzeg)
Freiwürfe: 16 von 28 (Wrocław = 57%), 9 von 18 (Kołobrzeg = 50%); Gesamtquote 25 von 46 (= 54%)
Spielort: Hala Orbita (Kap. 4.000 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 2.000 (Gästefans: ca. 6)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Wrocław war das ganze mittelmäßige Spiel über überlegen)
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Photos and English Version:

Am Montagmorgen besichtigten wir trotz nach wie vor 12 Grad unter Null die kleine polnische Grenzstadt in der wir übernachtet hatten. Die polnische Seite von Cieszyn macht ganz gut was daher mit mehreren ansehnlichen Kirchen, einem großen barocken Kloster, einem schönen Marktplatz sowie einem teilweise erhaltenen Festungskomplex.

Wir fuhren nach Bielsko Biała weiter: die Stadt ist ziemlich heruntergekommen, aber das Schloss ist hervorragend saniert. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die etwas versteckt liegende und sehr ansehnliche Holzkirche.

Schöner noch ist Pszczyna, wo es einen richtig hässlichen modernen Teil und einen sehr schönen alten Teil gibt. Im alten Stadtteil gibt es ein wuchtiges Schloss aus dem 19. Jahrhundert, das einen sehr weitläufigen Park, an den auch interessante Einrichtungen wie ein Wisentgehege und eine verrottete Sporthalle angrenzen, vorweisen kann. Außerdem ist der Markplatz von mehreren ansehnlichen Gebäuden gesäumt.

Schließlich guckten wir uns noch die wenig attraktive Burgruine von Chudów bei Gierałtowice an. Die Sicherungsarbeiten scheinen dort aber sehr ernst genommen zu werden, sodass die Schuttberge und Plasteplanen in der Ruine der spätmittelalterlichen Burg vielleicht in ein paar Jahren weg sind. Kurios ist übrigens auch der Fußballplatz von Chudów: hinter der Spielerbank der Heimelf erhebt sich ein riesiges Grabmal in Kreuzform vom angrenzenden Friedhof – und der Nebenplatz ist mitten auf einem Acker gelegen und vom umliegenden Feld nicht zu unterscheiden. Hinter der einen Eckfahne erhebt sich auch noch ein massiver Strommast. Panorama Marke „Einöde“!
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Nach einem Zwischenstopp an einer Autobahnraststätte kamen wir über eine Stunde vor Beginn des Basketballspiels in Wrocław an. Gespielt wurde in der Hala Orbita (Sporthalle Orbit/ Umlaufbahn): diese befindet sich direkt an der Millenniumsbrücke. Die Parkplätze befinden sich sogar genau unter dieser Brücke. Karten gab es in einem angrenzenden grauen Plattenbau, dem Trainingszentrum. Die Halle selbst ist architektonisch sehr interessant: außen unregelmäßige geometrische Stahl-, Beton- und Glasfassaden – innen hingegen ganz symmetrisch eine Kuppelform und zwei Tribünen auf den Längsseiten, die der konischen Form der Halle entsprechend eingepasst sind. Unterhalb der Glasfront der Sprecherkabinen befindet sich beim Basketball noch eine Zusatztribüne, gegenüber hinter dem anderen Korb gibt es drei kleinere Zusatztribünen. Zudem sind noch zwei Vortribünen vor den Haupttribünen aufgestellt, sodass man auf 4.000 Sitzplätze kommt – von denen alle in Türkis gehalten sind. Bis auf die komischen Farben und die Zusatztribünen ist die Halle wirklich sehr schön!

In dieser Sporthalle spielten dann der 8. Śląsk Wrocław (Schlesien Breslau) gegen den 7. Kotwica Kołobrzeg (Anker Kolberg) der ersten polnischen Basketballliga. Nach ziemlich ausgeglichenen sieben Minuten begann Wrocław langsam aber sicher davon zuziehen. Die Gastgeber aus Schlesien waren einfach treffsicherer als die Gäste von der Ostseeküste. Bei Halbzeit waren es schon 10 Punkte. Im sehr punktarmen dritten Viertel fiel die Entscheidung. Besonders die Freiwurfquote der Gäste trug dazu bei, dass sie dieses Spiel mit 22 Punkten Rückstand doch etwas deutlicher verloren. Allerdings verwandelte auch Wrocław nur etwas mehr als die Hälfte ihrer Freiwürfe. Insgesamt gesehen gewann hier auch die technisch bessere Mannschaft. Auffällig war übrigens, dass die besten Werfer beider Teams US-Amerikaner und Serben waren. Darunter auch ein Afroamerikaner in Diensten von Wrocław mit dem sehr nach Nation of Islam klingenden Namen Qa’rrann Calhoun...

Dieser Spielbesuch hat zwar Spaß gemacht, aber verglichen mit dem letzten Basketballspiel in Polen war das gar nichts. Als ich vor vier Jahren mal bei Turów Zgorzelec (Görlitz-Ost) geguckt hatte, spielten in einer alten, überfüllten Halle – ich hatte nur einen Platz auf einer Treppe bekommen, wie viele andere auch – vor richtig gut feiernden Fans Zgorzelec und Wrocław ein hervorragendes und spannendes Spiel mit enormer Dreier-Wurfquote. Selbst die Cheerleader legten eine bessere Show hin als die heute in Wrocław. Alles in allem kann ich also folgendes empfehlen: wer mal Basketball in Polen gucken will – ab nach Zgorzelec!
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Statistik:
Grounds: 699 (heute 1 neuer; diese Saison: 105 neue)
Sportveranstaltungen: 1.460 (heute 1, diese Saison: 146)
Tageskilometer: 750 (750 Auto)
Saisonkilometer: 29.260 (20.710 Auto/ 6.600 Flugzeug/ 1.940 Fahrrad/ 10 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 30
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 289

W288II: Eishockey in Tschechien – die Stahlwerker aus Mährisch-Schlesien besiegen die Chemiewerker aus Nordwest-Böhmen

HC Oceláři Třinec 6:4 HC „Verva“ Litvínov
Datum: Sonntag, 5. Februar 2012 – Anbully: 17.00
Wettbewerb: sogenannte „Tipsport“ Extraliga hokej (1. tschechische Profi-Eishockeyliga)
Ergebnis: 6:4 nach 60 Min. (3x20) – Drittel: 4:0, 1:1, 1:3
Tore: 1-0 2.22 David Ostřížek, 2-0 2.48 Václav Varaďja, 3-0 9.49 Jan Peterek (Powerplay), 4-0 11.56 Jiří Polanský (Powerplay); 4-1 23.40 Pavel Smolka, 5-1 36.18 David Květoň; 5-2 52.58 Richard Jareš, 5-3 54.55 František Gerhát, 5-4 59.02 Martin Ručinský (Powerplay, da Torwart vom Eis), 6-4 59.53 Martin Lojek (Empty Net)
Zeitstrafen: 2x Lukáš Zíb, Václav Varaďja, Radek Bonk, Andrej Novotný, Jiří Polanský, Bankstrafe da Wechselfehler (Třinec = 14 Minuten); Viktor Hübl, Pavel Smolka, Matěj Stříteský, Juraj Majdan, Martin Ručinský, Bankstrafe da Wechselfehler (Litvínov = 12 Minuten)
Spielort: Třinecký Zimní Stadion, sogenannte Werk „aréna“ (Kap. 5.200, davon 3.700 Sitzplätze)
Zuschauer: 3.049 (davon ca. 15 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Das Spiel schien nach 12 Minuten entschieden, doch Litvínov kämpfte sich in einem immer besser werdenden Spiel noch mal heran)
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Photos and English Version:

Der Uni-freie Montag lud zu einer zweitägigen Kurzreise nach Tschechien und Polen ein. Am Sonntag um fünf brachen wir zu dritt auf und durchquerten – da diese Route etwas kürzer ist als jene über Prag, die auch noch Maut kostet – erstmal fast ganz Schlesien. Nach knapp 400km Polen – von denen einige dutzend dank des völlig unfähigen polnischen Winterdienstes eher rutschend als fahrend zurück gelegt werden mussten – fuhren wir nach Tschechien rein. 10km hinter der Grenze befindet sich die drittgrößte Stadt des Landes und das Zentrum Mährisch-Schlesiens: Ostrava. Die Stadt ist ein Konglomerat von industrialisierten Dörfern, doch während die Struktur sehr ans Ruhrgebiet erinnert, fällt die Bebauung doch etwas positiver auf. Das ist schon wieder richtig sehenswert, wie kurios zusammengewürfelt die Gebäude und Straßenzüge Ostravas sind: in einer Straße stehen Neobarock, Jugendstil, 1920er-Jahre Betonbauten, 1960er Plattenbauten und 2000er Glasfassaden nebeneinander. Ein planerischer Grundriss ist übrigens nirgendwo zu erkennen: hier wurde ohne Sinn und Verstand drauflos gebaut! Zwei Sehenswürdigkeiten am Rande der Stadt sind historisch wertvoll: eine teilweise rekonstruierte Burgruine und eine für die Beskiden nicht untypische Holzkirche. Keine Stabkirche wie in Norwegen oder Rumänien, aber auch eine sehr interessante Bauweise!
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15km weiter östlich befindet sich eine richtig graue, gesichtslose Industriestadt: Třinec. Graue Kirchen, graue Plattenbauten, graue Einfamilienhäuser und weißer Rauch der über die grauen Straßenzüge am Stahlwerk zieht. Nette Atmosphäre, vor allem an so einem beschissenen Wintertag mit 12 Grad unter Null, wie heute...
Wir fuhren dort natürlich nur zum Eishockeygucken hin: HC Litvínov spielte da schließlich! Für die Nordwestböhmen ist das die weiteste Auswärtsfahrt, sodass es nicht verwunderte, dass nur 12 andere in schwarz-gelb (diesmal auch keine anderen deutschen Fans) den Weg ins tschechisch-polnisch-slowakische Grenzgebiet zu den Oceláři (Stahlwerker) nach Třinec fanden. Viel leiser als das Heimpublikum, dass nur ab und an mit einem Wechselgesang zwischen Hintertorsektor (Stehplatzbereich) und dem Rest der Halle glänzen konnte, waren die 12 allerdings auch nicht.

Die Halle, die sich „Werk aréna“ nennt und direkt neben dem modernisierten Fußballstadion in Sichtweite der Schlote des Stahlwerkes steht, ist ganz ansehnlich: eine Hintertorseite hat Betonstehstufen, die andere alte Kunststoffklappbänke in rot – die beiden Längsseiten sind mit diesen alten Klappbänken in braun-gelb bestückt. Gästefans sind in Block B untergebracht, neben dem sich eine nicht mehr funktionierende Anzeigetafel befindet. Sektor A ist die Hauptseite mit einer verglasten Loge dahinter. Die einzigen Sektoren, in denen man keine Sichteinschränkungen durchs Fangnetz (aber bis hoch in Reihe 6 oder 7 durchs Plexiglas) hat, sind A und E die auch immerhin 130 Kronen (5,60€) kosten. Für überzogene 120 Kronen gibt es hinterm Tor die Plätze – außer für Heimfans im Stehplatzbereich: da sind es nur 80 Kronen für einen Stehplatz.
Wegen zurückgegangener Zuschauerzahlen und enttäuschender Leistungen hauten die Stahlwerker aber heute die Eintrittskarten zu symbolischen Preisen von 10 Kronen (0,40€ für einen Stehplatz) und 20 Kronen (Sitzplatz) raus. Was ein Preisnachlass!

Die Leistung der Oceláři war heute auch alles andere als enttäuschend: einen Wahnsinnsstart legten die da hin: Doppelschlag in der dritten Spielminute, bis zur 12. stand es schon 4:0. Erst im zweiten Drittel kam der völlig überforderte Gast zu guten Gelegenheiten, von denen sie eine verwandelten. Ein starker Schlagschuss halbhoch ins lange Eck sorgte aber für den alten Vier-Tore-Vorsprung. Im letzten Drittel wurde es aber richtig spannend: Litvínov spielte endlich richtig gut Eishockey und setzte die kaum nachlassenden Třinecer nun richtig unter Druck: drei Tore in Folge bis zur Schlussminute und nun Powerplay ohne Torwart. Diese Empty-Net-Situation sollte allerdings – wie so oft – zum Verhängnis werden: die aufgerückte Verteidigung konnte den über die Bande aufs Tor gebrachten Weitschuss nicht mehr klären. 6:4 also am Ende dieser schließlich doch noch mal spannenden und wirklich guten Partie!
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Wir fuhren dann noch mal über die Grenze nach Polen, um in Cieszyn zu übernachten. Das war nämlich einige Euros billiger als in Tschechien. Ein Dreibettzimmer im Hotel „Gambit“ kostete uns nur 39€; Frühstück pro Person: 4,50€ - Parkplatz und Internet gratis. In Tschechien lagen die Angebote alle bei knapp 50€ ohne Frühstück. Auch Benzin war wieder deutlich günstiger als in Tschechien: 1,38€ gegen 1,46€ (Diesel 1,40€ gegen 1,44€). Auffällig war in Cieszyn übrigens noch, wie außer slawischen Dialekten und Sprachen keine anderen gesprochen wurden. Polnisch und Tschechisch sind da kaum auseinander zu halten, da man Schlesisch slawischer Ausprägung (sogenanntes „Schlonsakisch“) spricht, was so eine Mischung aus beidem ist: man schreibt „Schlesien“ z.B. statt wie in Polnisch „Śląsk“ im Schlesischen „Šlonsk“. Beides spricht sich „Schlonsk“. Tschechisch wäre es „Sleszka“. Auch in Třinec fiel dieser Dialekt auf: der Ortsname wurde weicher als normal in Tschechien ausgesprochen (also ziemlich polnisch) und ein Spieler trug den Namen „Bonk“ statt wie es in Polen wäre „Bąk“. Verständigungsprobleme gibt es für Slawischsprecher allerdings nicht: die meisten slawischen Sprachen (so auch Russisch, Polnisch und Tschechisch untereinander) sind so ähnlich, dass eine Verständigung nur unter sehr ungebildeten Menschen und Kindern nicht gut funktioniert.

Statistik:
Grounds: 698 (heute 1 neuer; diese Saison: 104 neue)
Sportveranstaltungen: 1.459 (heute 1, diese Saison: 145)
Tageskilometer: 720 (720 Auto)
Saisonkilometer: 28.510 (19.960 Auto/ 6.600 Flugzeug/ 1.940 Fahrrad/ 10 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 30
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 288

Samstag, 4. Februar 2012

W288I: Drei Siege, drei Spiele und kein einziges Gegentor

Hallenfußballkreismeisterschaft Saalekreis,
Vorrunde der Alten Herren (Gruppe 3)
Datum: Samstag, 4. Februar 2012 – Beginn: 14.30
Wettbewerb: Vorrunde der Hallenfußballkreismeisterschaft des Saalekreises für Alte Herren, Turniergruppe 3 (Spielzeit: 1x10 Minuten)
Teilnehmer: Ü-35 Mannschaften (Freundschaftsspielbetrieb)
Qualifiziert für Endrunde: TSV Leuna 1919, SV Germania Schafstädt
Spielort: Sporthalle Querfurt (Kap. 400 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 15 für Stahl Merseburg, 7 Leunaer, 3 Querfurter, 3 Schochwitzer und 2 Schafstädter)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Durchweg gute Spiele!)
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Photos and English Version:

Die Tabelle:
1. TSV Leuna 1919 ......................... 9:0 / 9
2. SV Germania Schafstädt .............. 5:3 / 6
3. VfB IMO Merseburg (Stahl) ......... 3:4 / 3
4. TSV 1990 Schochwitz ............... 1:11 / 0
5. SV Merseburg 99 .......... nicht angetreten
6. VfL Querfurt ................ nicht angetreten

Die Ergebnisse:
TSV Leuna 2:0 Germania Schafstädt
TSV Schochwitz 0:3 Stahl Merseburg
Germania Schafstädt 4:1 TSV Schochwitz
Germania Schafstädt 1:0 Stahl Merseburg
TSV Leuna 4:0 TSV Schochwitz
TSV Leuna 3:0 Stahl Merseburg

Turnier-Statistik:
Anzahl der Tore: 18 in 6 Spielen
Torschnitt: 3,0 Treffer pro Spiel
Anzahl der Strafen: keine
Torreichstes Spiel: Schafstädt 4:1 Schochwitz
Torärmstes Spiel: Schafstädt 1:0 Stahl
Häufigstes Ergebnis: 3-0 bzw. 0-3; 2x in 6 Spielen
Bestes Spiel: Leuna 4-0 Schochwitz (7,5/10)
Schwächstes Spiel: Schochwitz 0-3 Stahl (6,5/10)
Größte Fangruppe: Stahl/ IMO Merseburg (15 von ca. 30 Zuschauern)

Torschützen für den TSV Leuna:
Uwe Illner 4, Mario Melchior 3, Ingo Witzel 1,5 (Schochwitzer Torwart 0,5)
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Die Spiele im Einzelnen:
Siebeneinhalb Stunden Altherrenfußball unterm Hallendach. In Querfurt war diesmal richtig was los in Sachen Ü-35! Obwohl das Turnier in Querfurt stattfand, trat übrigens der VfL Querfurt nicht an. Dass das eine Lachnummer ist, fanden auch einige andere Anwesende außer mir... Da auch die ohnehin unzuverlässige Mannschaft vom SV Merseburg 99 nicht erschien, gab es statt 15 Spielen nur 6 Spiele in Gruppe 3 zu sehen. Und diese von 14.30 bis 15.45 spielende 3. Turniergruppe war die einzige, die mich interessierte, da der TSV Leuna dort teilnahm.

Bevor ich wieder auf jedes einzelne Spiel eingehe, muss ich noch mal los werden, dass ich überhaupt kein Verständnis für die diesen Samstag aus Witterungsbedingungen getätigten Absagen von Testspielen habe! Ich habe von 11.45 Uhr bis 12.45 Uhr in Blösien trainiert – die Anlage war absolut bespielbar (nur etwa 4cm Schnee) und die Temperaturen von knapp unter Null Grad fühlten sich nach 10 Minuten Bewegung ganz normal an. Diese Bedingungen galten für die ganze Region – wieso dann im Saalekreis und allen Nachbarkreisen fast 90% der Spiele ausfielen, ist mir völlig schleierhaft. Aber diese Idiotie, wegen ein bisschen Kälte und Schnee alle Spiele abzusagen, scheint doch schon wieder Einzug zu halten. Also wer Angst vor Zerrungen (durch richtiges Aufwärmen zu 95% vermeidbar) und Stürzen (passiert auch bei guten Platzverhältnissen) hat, sollte halt Tischtennis spielen!

TSV Leuna 2:0 Germania Schafstädt
(Spiel 1, Unterhaltungswert: 7,0/10)
Zusammenfassung: Ein starker Beginn des TSV; Schafstädt spielte ja nicht schlecht, aber am Strafraum war Schluss. Germania hatte nicht eine Torchance, da Leuna konsequent verteidigte. Nach vorne sah es für den TSV auch nicht schlecht aus: Illner traf bereits nach drei Minuten und Witzel legte nach feinem Doppelpassspiel mit Illner kurz vor Ablauf der zehn Minuten nach.
Tore: 1-0 3. Uwe Illner, 2-0 8. Ingo Witzel
Strafen: keine

TSV Schochwitz 0:3 Stahl Merseburg
(Spiel 2, Unterhaltungswert: 6,5/10)
Zusammenfassung: In einem wirklich guten Turnier war das Spiel noch das am wenigsten sehenswerte. Doch auch diese einseitige Partie war nicht schlecht! Schochwitz war völlig unterlegen und kam zu keinem Torschuss, während IMO recht locker vor sich hin spielte. Erst in den letzten vier Minuten trafen sie, um ihren einzigen Sieg dieses Turniers in trockene Tücher zu bringen.
Tore: 0-1 6. Steffen Rudolph, 0-2 7. Dirk Jünemann, 0-3 10. Dirk Jünemann
Strafen: keine

Germania Schafstädt 4:1 TSV Schochwitz
(Spiel 3, Unterhaltungswert: 7,0/10)
Zusammenfassung: Schafstädt führte Schochwitz hier von der ersten bis zur siebten Minute richtig vor, wobei die Schochwitzer noch zwei Chancen zum Spielende hin hatten, von denen sie die erste gleich zum Ehrentreffer (ihrem einzigen im gesamten Turnier) verwandelten: ein schöner langer Pass und dann am Torwart vorbei ins Netz gehoben!
Tore: 1-0 1. (Nr. 4), 2-0 6. (Nr. 6), 3-0 6. (Nr. 6), 4-0 7. Bartmuß (?), 4-1 8. Dirk Gottschalk
Strafen: keine

Germania Schafstädt 1:0 Stahl Merseburg
(Spiel 4, Unterhaltungswert: 7,0/10)
Zusammenfassung: In einem guten und ausgeglichenen Spiel setzte sich die etwas bessere Mannschaft durch. Das goldene Tor war ein schöner Flachschuss ins rechte Eck.
Tor: 1-0 4. Kobylka
Strafen: keine

TSV Leuna 4:0 TSV Schochwitz
(Spiel 5, Unterhaltungswert: 7,5/10)
Zusammenfassung: Leuna brauchte zwar eine Weile um das Tor, das sie die gesamten zehn Spielminuten unablässig bearbeiteten, zu treffen, doch nachdem Melchior das erste Mal ins Netz getroffen hatte, ging es munter weiter. Zwei Mal Illner und ein Mal Witzel und schon hieß es 4:0. Das Tor von Witzel war allerdings sehr kurios und eigentlich ein halbes Eigentor: er schoss auf den Kasten, der Torwart wehrt ab, er schießt noch mal aus spitzem Winkel und trifft Schochwitz sein Keeper am Rücken. Der Ball wäre ohne die Berührung des Torhüters vorbei gegangen, ein richtiges Eigentor war es jedoch nicht, da Witzel den Schlussmann offensichtlich willentlich als Bande benutzte um den Ball im Tor unterzubringen. Deshalb habe ich das Tor beiden Spielern angerechnet. Eine andere kuriose Szene war der Hackentorschuss des Schochwitzer Stürmers, der mit dem geschickten Hackentrick bereits Torwart Hähnel überwunden hatte, aber am auf der Linie klärenden Verteidiger Melchior scheiterte. Ein weiterer Schuss auf Leunas Tor und das richtig gute Spiel war auch schon vorbei!
Tore: 1-0 5. Mario Melchior, 2-0 6. Uwe Illner, 3-0 8. Ingo Witzel + Schochwitzer Torwart, 4-0 9. Uwe Illner
Strafen: keine

TSV Leuna 3:0 Stahl Merseburg
(Spiel 6, Unterhaltungswert: 7,5/10)
Zusammenfassung: Leuna steigerte sich in diesem Spiel noch einmal. Der einzige Fehler des ganzen Spiels war ein Wechselchaos kurz vorm Ende der Partie – Glück gehabt, dass die Schiedsrichter da gepennt hatten, sodass niemand eine Zeitstrafe bekam. Ansonsten beherrschte der TSV die Stahler klar: noch ein Treffer von Illner und zwei von Melchior und die Merseburger waren ausgeschieden.
Tore: 1-0 5. Uwe Illner, 2-0 7. Mario Melchior, 3-0 8. Mario Melchior
Strafen: keine

Die Leistung der Leunaer war wie erhofft wieder richtig gut! Souveräner als mit 9:0 Toren und 9 Punkten kann man sich kaum durchsetzen in 3 Spielen! In zwei Wochen ist das Finale (unverständlicherweise wieder in Querfurt) – da bin ich mal gespannt, ob die Titelverteidigung wieder drin ist!
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Statistik:
Grounds: 697 (heute kein neuer; diese Saison: 103 neue)
Sportveranstaltungen: 1.458 (heute 1, diese Saison: 144)
Tageskilometer: 90 (90 Auto)
Saisonkilometer: 27.790 (19.240 Auto/ 6.600 Flugzeug/ 1.940 Fahrrad/ 10 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 30
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 288

Montag, 30. Januar 2012

W287III: Hallenhockey, wie es schlechter kaum sein könnte – und; munteres Siebenmeterwerfen in Kühnau

TSV Leuna 1919 4:4 SC Charlottenburg Berlin
Datum: Sonntag, 29. Januar 2012 – Beginn: 11.00
Wettbewerb: 2. Bundesliga Ost, Hallenhockey
Ergebnis: 4:4 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 4:3
Tore: 1-0 6. Christian Zeiger, 1-1 9. Benjamin Borchardt, 1-2 19. Benjamin Borchardt (Ecke), 2-2 13. Nils Poczatek, 3-2 24. Christian Zeiger, 3-3 25. Phillip Kröger, 4-3 29. Nils Poczatek, 4-4 42. Moritz Barckhausen (Überzahl)
Grüne Karten: Christoph Ruttkies, Stefan Münzner (Leuna)
Gelbe Karten (2 Minuten): Michael Franz (Leuna), Moritz Barckhausen (SCC)
Rote Karten (Platzverweis): keine
Spielort: Sporthalle Leuna (Kap. 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 100 (keine Gästefans darunter)
Unterhaltungswert: 1,5/10 (Richtig schlechtes Spiel beider Mannschaften, unmögliches Schiedsrichtergespann, kaum Zuschauer – unterstes Hallenhockeyniveau! Da kann man ja gleich Feldhockey schauen!)

SG Kühnau 26:28 SV Friesen Frankleben
Datum: Sonntag, 29. Januar 2012 – Beginn: 16.00
Wettbewerb: Verbandsliga Sachsen-Anhalt Süd (6. Handballliga, 3. Amateurspielklasse)
Ergebnis: 26:28 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 13:13
Tore: k.A. (Kühnau); Wasner 11, Holzapfel 7, Graßmeyer 4, [Nr. 3] 3, Berg 2, [Nr. 5] 1 (Frankleben)
Siebenmeter: Kühnau 4 von 9, Frankleben 9 von 10
Gelbe Karten: Nr. 15, Nr. 10, Nr. 2 (Kühnau); Nr. 3, Nr. 14 (Frankleben)
Zeitstrafen: 2x Nr. 10, Nr. 2, Nr. 6, Nr. 13, Rot Nr. 15 (Kühnau = 12 Minuten); 3x Nr. 11, 2x Nr. 3, Nr. 5, Nr. 9 (Frankleben = 14 Minuten)
Disqualifikationen: Nr. 15 Kühnau (59., angeblich „Tätlichkeit“); Nr. 11 Frankleben (52., dritte Zeitstrafe)
Spielort: Sporthalle Friedensschule Dessau-Ziebigk (Kap. 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 150 (davon Gästefans: ca. 5)
Unterhaltungswert: 5,5/10 (Mittelmäßiges, aber spannendes Spiel)
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Photos and English Version:
a) Indoor Hockey: Leuna v Charlottenburg

Da fragt man sich, wieso man sich schon am frühen Morgen aufgemacht hat, um bei Schneeglätte in die hässliche Leunaer Sporthalle zu gurken, dort für überhöhte 3,50€ die immer gleichen hässlichen Eintrittskarten und das immer gleiche schlecht gemachte „Programm“ (eine A4-Seite als Faltblatt, das nur Informationen zum TSV hat und nie zu einer Gastmannschaft) entgegenzunehmen, um sich dann in die erste Reihe – der einzigen Reihe auf dieser scheiß Tribüne, von der aus man das Spielfeld (mit ein paar Verrenkungen) komplett einsehen kann – zu hocken, um die Mannschaft anzufeuern.

Heute fanden sich so wenige Fans wie schon ewig nicht mehr zum Hockey ein. Knapp 100 Leunaer wollten sich das Spiel gegen den Tabellennachbarn Charlottenburg (die Westberliner haben auf Rang zwei stehend zwei Punkte mehr auf dem Konto als Leuna) nicht entgehen lassen. Aber so ein Gegurke hätte eigentlich nicht einmal 10 Zuschauer verdient gehabt!

Ich lästerte auch schon, als die Berliner (!) Schiedsrichter Luft und Bütschek vor Beginn bei Charlottenburgern standen und mit denen quatschten, dass da wohl Spielabsprachen getroffen werden würden. Was im Spaß gesagt war, sollte sich als gar nicht so abwegig zeigen: wenn von diesem hirnlosen Verband Berliner Schiedsrichtern in einem Spiel einer Berliner Mannschaft bei einer sachsen-anhaltischen angesetzt werden, hat das halt wenig mit einer unparteiischen Spielleitung zu tun. Aber beide Mannschaften hätten auch auf 0:0 spielen können: dieses Spiel war von Taktiererei, Ball Hin-und-Her-Geschiebe und Zustellen an der Bande geprägt, dass es klar war, dass hier beide nur nicht verlieren wollten. Das Unentschieden war ab Mitte der zweiten Hälfte augenscheinlich abgemachte Sache. Mitte der ersten Hälfte waren bereits alle Schiedsrichterentscheidungen gegen Leuna abgemachte Sache.

Meine Wertung von 1,5 Punkten gibt es nur deshalb, da im ersten Spielabschnitt einige Aktionen von Zeiger, Poczatek und Reichardt sehenswert waren. Auch die Charlottenburger zeigten ab und an mal, dass sie wenigstens ein bisschen mehr können, als das, was heute auf dem Feld ablief. Aber ansonsten war es symptomatisch, wie Leuna den Ausgleich kassierte: ein Charlottenburger sperrt den schon lange nicht mehr bundesligareifen Franz von den „Un“parteiischen völlig ungestraft im Mittelfeld – Franz verhält sich natürlich unheimlich intelligent, indem er dem Berliner in dem Magen schlägt. Mit Gelb war er noch gut bedient, doch in den zwei Minuten Unterzahl, kassierte Leuna auch prompt den Ausgleich. Man sollte also auch das Augenmerk auf die Schwachpunkte wie v.a. Franz und Ruttkies legen, anstatt sich nur über die Schiris aufzuregen, deren zweitgröbste Fehlentscheidung (Zeiger wird gefoult (Check in den Rücken), daraufhin ein Regelverstoß der Leunaer (Fußspiel) begangen, woraufhin es statt Freischlag für Leuna eine Strafecke für den Gast gab) die zwischenzeitliche 1:2 Führung der Berliner verursachte. Die gröbste Fehlentscheidung weckte auch die ruhigere Sorte Fans noch etwas auf: 30 Sekunden vor Abpfiff ein mindestens gelbwürdiges, taktisches Foul eines Berliners gegen einen auf den Flügel durchbrechenden Leunaer, der nach dem Beinstellen auf den Ball fiel. Die Schiedsrichter gaben Fußspiel und Freistoß für Berlin, was fast noch zu Tumulten führte, da auch Spieler und Trainer des TSV nun richtig sauer waren.

Eine abartigere Schiedsrichterleistung habe ich noch nicht gesehen im Hallenhockey. Auch ein schlechteres und langweiligeres Spiel noch nicht. Zum Glück ist Leuna jetzt wirklich gesichert, da Güstrow wieder verloren hat. Für 2. Liga reicht es ja dann doch!
Allerdings muss man, wenn man ehrlich ist – und das wird die Leunaer Mannschaft auch akzeptieren, da es ihnen nichts bringt, wenn man sie nur aus Sympathie übertrieben lobt – klar und deutlich sagen, dass die Mehrheit der Spieler dieser Mannschaft (heute war es ganz besonders auffällig: nach Hochmuth, Zeiger und Poczatek kommt lange nichts) kaum durchschnittliches Niveau bringt und vor allem die Mehrheit der Spiele des TSV unterdurchschnittlich sehenswert sind. So ein Wahnsinnsspiel wie in Köthen kommt so wie so nur alle 10 Jahre mal vor und so ein Spiel wie heute ist näher dran an der normalen Leistung der Mannschaft, als das vor drei Wochen. Ob ich nächste Saison dafür die überdurchschnittlich hohen 3,50€ mehr als ein einziges Mal den stets mit dem Kassieren überforderten Hockeymädchen an der Kasse hinblättere, überlege ich mir gut. Im Rückblick hat es sich bei der Mehrheit der in den letzten beiden Spielzeiten besuchten Hockeyspiele des TSV nicht gelohnt!
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Erheblich besser als dieses grauenhafte Hallenhockeyspiel war das Spitzenspiel der Handball Verbandsliga zwischen dem Zweiten und dem Dritten der Tabelle. In der letzthin mal wieder von leichten ethnischen Unruhen erschütterten, ohnehin verrufenen, wie auch wenig sehenswerten Mittelstadt Dessau wurde in der Sporthalle der passenderweise „Friedensschule“ genannten Sekundarschule im Stadtteil Ziebigk gespielt. Die Halle ist farblich sehr gut gelungen, die Beleuchtung ist gut und die Zuschauer sitzen direkt am Spielfeld, aber die dreireihige Holz- und Aluminiumtribüne steigt zu niedrig an und sieht auch ziemlich mies aus. Auf der Tribüne hatten sich immerhin etwa 150 Fans eingefunden, von denen natürlich fast alle für die Heimmannschaft waren. Großartig Stimmung kam aber nicht auf.

In einem mittelmäßigen und sehr ausgeglichenen Spiel setzte sich Friesen Frankleben erst zum Ende der zweiten Halbzeit hin entscheidend ab. Teilweise fünf Tore Vorsprung waren es da, die erst in den letzten beiden Minuten wieder teilweise von der SG Kühnau aufgeholt wurden. 26:28 war kein ungerechtes Resultat, wobei die Franklebener in erster Linie einfach nur die besseren Siebenmeterschützen waren. In diesem Siebenmeterfestival von Dessau verwandelten sie 9 von 10 Siebenmetern, während Kühnau nur 4 von 9 versenken konnte. Das Spiel war übrigens – trotz 19 Siebenmetern – nicht überhart, aber beide Abwehrreihen hatten schon so ihre Probleme gegen die starken Angreifer der jeweils anderen Seite mitzuhalten. Nur dadurch, dass die Torhüter beider Teams – besonders der Gästekeeper Küster – so stark waren, bleiben beide Mannschaften unter der 30-Treffer-Marke.

Von beiden Mannschaften wurde übrigens je ein Spieler kurz vor dem Ende des Feldes verwiesen: bei Frankleben war es halt der unsauberste Akteur, der sich als Verteidiger oft nur mit Fouls behelfen konnte – bei Kühnau jedoch flog einer zu Unrecht vom Platz, der einen Gegenspieler weggeschubst hatte und für dieses Zwei-Minuten-würdige Foul vom inkompetenten Magdeburger Schiedsrichtergespann gleich Rot sah. Die Magdeburger waren uns übrigens schon vor einigen Wochen in Halle negativ aufgefallen: dort pfiffen sie völlig einseitig zugunsten der Seehausener Mannschaft, die ohne Schiedsrichterhilfe wahrscheinlich nicht gewonnen hätten. In der ersten Halbzeit lieferten die beiden Pfeifen auch wieder eine grauenhafte Leistung ab, wobei auffälligerweise immer Frankleben die Angeschissenen waren. Mehrere unberechtigte Zeitstrafen gegen Friesen, während mehrere Male die Kühnauer trotz Stürmerfoul aufs Tor werfen oder trotz Verteidigerfouls einen Tempogegenstoß einleiten durften. Bis zur 55. oder 56. Minute gab es in der zweiten Halbzeit aber plötzlich keine einzige Willkürentscheidung gegen Friesen mehr: nur zwei lachhafte Siebenmeter für (ja: für!) Frankleben. In der vorletzten Minute gab es ja sogar noch einen unberechtigten Platzverweis für den Gastgeber. Ganz komische Leistung, aber vom Gespann Wolf/ Schwibbe kann man nichts anderes erwarten. Sachsen-Anhaltische Handballschiedsrichter halt...

Ohnehin war dieses Wochenende katastrophal in Sachen Schiedsrichter: einer schlechter als der andere – in allen fünf Partien dieses Wochenendes! Ich hoffe, dass ich die Unparteiischen in den nächsten Spielen mehr loben kann: schließlich gibt es in den allermeisten Sportarten über die Mehrheit der Schiedsrichter nicht viel zu meckern – meistens haben sie Recht mit ihren Entscheidungen! Und beim Handball trifft das wenigstens so auf jedes dritte Gespann zu...
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Statistik:
Grounds: 697 (heute 1 neuer; diese Saison: 103 neue)
Sportveranstaltungen: 1.457 (heute 2, diese Saison: 143)
Tageskilometer: 180 (180 Auto)
Saisonkilometer: 27.700 (19.150 Auto/ 6.600 Flugzeug/ 1.940 Fahrrad/ 10 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 30
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 287