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Freitag, 28. Dezember 2018

W647I-648I: Weihnachten mit Hansa gegen Energie, Altherrenturnier in Grevesmühlen sowie Eishockey und Handball in Westfalen

Herforder Eishockey Verein ................................. 8
Ratinger Ice Aliens 97 ........................................... 3
- Datum: Freitag, 21. Dezember 2018 – Beginn: 20.30
- Wettbewerb: Regionalliga West (4. Eishockeyliga, 1. Amateurliga)
- Ergebnis: 8-3 nach 60 (3x20) Minuten – Drittel: 1-2, 3-1, 4-0
- Tore: 0-1 8.00 Fischbuch, 1-1 10.22 Bohle, 1-2 16.15 Brazda, 1-3 31.00 Scharfenort, 2-3 36.42 Skinner, 3-3 39.28 Skinner, 4-3 39.50 Berezovsky, 5-3 42.45 Staudt, 6-3 44.13 Hutt, 7-3 44.57 Bohle, 8-3 52.36 Brinkmann
- Strafen: 2x Skinner, 2x Rempel, Nasebandt (Herford = 10 Minuten); Plichta, Brazda, Schumacher, Maas, Giesen (Ratingen = 10 Minuten)
- Austragungsort: Eisstadion Im Kleinen Felde (Eishalle Herford; Kapazität: 1.500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 600 (davon keine Gästefans?)
- Unterhaltungswert: 6,5/10

F.C. Hansa Rostock ............................................... 0
FC Energie Cottbus ............................................... 2
- Datum: Samstag, 22. Dezember 2018 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: 3. Liga (3. Profifußballliga)
- Ergebnis: 0-2 nach 96 (48/48) Minuten – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 36. Bender, 0-2 63. Rangelow
- Gelbe Karten: Riedel, Evseev, Bülow (FCH); Rangelow, Weidlich (Energie)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Ostseestadion (Kapazität: 29.500, davon 22.500 Sitzplätze; davon 26.000/ 19.500 freigegeben)
- Zuschauer: ca. 23.000 (davon 20.000 zahlende und ca. 2.000 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10

Alte Herren Ü40 Hallen-Kreisturnier Schwerin/ Nordwest-Mecklenburg
- Datum: Sonntag, 23. Dezember 2018 – Beginn: 13.30
- Wettbewerb: Hallenfußballkreismeisterschaft für Ü40-Altherren-Mannschaften
- Endstand: 1. FC Schönberg 95 (22:4, 12), 2. Mecklenburger SV[Dorf Mecklenburg] (11:10, 9), 3. SV Klütz (15:10, 6), 4. FSV Testorf-Upahl (7:16, 3), 5. PSV Wismar (3:18, 0)
- Ergebnisse: Upahl 1:4 Schönberg, Klütz 3:4 Dorf Mecklenburg, PSV 0:4 Upahl, Dorf Mecklenburg 0:6 Schönberg, Klütz 3:2 PSV, Upahl 1:5 Dorf Mecklenburg, PSV 1:9 Schönberg, Klütz 7:1 Upahl, Dorf Mecklenburg 2:0 PSV, Schönberg 3:2 Klütz
- Torstatistik: 58 Tore in 10 Spielen á 15 Minuten, d.h. 5,8 Tore/ Spiel
- Strafen: keine
- Austragungsort: Sporthalle Gymnasium Am Tannenberg Grevesmühlen (Kapazität: 500, davon 360 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 60 (davon überwiegend pausierende Aktive)
- Unterhaltungswert: 6,5/10

TuS Nettelstedt-Lübbecke .................................. 33
TSV Bayer Dormagen ......................................... 29
- Datum: Mittwoch, 26. Dezember 2018 – Beginn: 17.00
- Wettbewerb: 2. Handballbundesliga (2. Profihandballliga)
- Ergebnis: 33-29 nach 60 (2x30) Minuten – Halbzeit: 17-13
- Tore: Gierak 6, Genz 5, Spohn 5, Speckmann 5, Schade 3, Strosack 3, Jaanimaa 2, Rakovic 2, Bechtloff 1, Hövels 1 (TuS N.); Wieling 6, Richter 6, Rebelo 4, Stutzke 4, Huter 3, Braun 3, Jagienak 2, Köster 1 (Bayer)
- Gelbe Karten: Walczak, Gierak, Schade (TuS N.); Jagieniak, Stutztke (Bayer)
- Zeitstrafen: Bechtloff, Gierak, RK Walczak (TuS N. = 6 Minuten); Rebelo, Stutzke, Wieling (Bayer = 6 Minuten)
- Rote Karten: Walczak von Tus N. (38. Min. wg. angeblich grobem Foul)
- Austragungsort: Kreissporthalle Lübbecke, sogenannte Merkur-Arena (Kapazität: 3.250, davon 2.500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 2.000 (davon 1.510 zahlende und ca. 20 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 Herforder EV 8:3 Ratinger Ice Aliens Photos with English Commentary :
a) Ice Hockey: Herford vs. Ratingen
b) Football: Rostock vs. Cottbus
c) Indoor Football: Veterans Cup in Grevesmühlen
d) Handball: Nettelstedt-Lübbecke vs. Dormagen
e) Rostock Region: Christmas, Kühlungsborn GDR Coast Guards Tower

f) West-Mecklenburg: Panzow Road, Alt Bukow Church, Grevesmühlen

g) Ostwestfalen: Herford (2014), Lübbecke

Zu Weihnachten kann man sich doch mal bei den Eltern blicken lassen. Diesmal leider ohne Khatereh im Gegensatz zum letzten Weihnachten in Rostock, da sie in Kur ist und im Gegensatz zum Weihnachten davor ist schade, dass man nicht bei zweistelligen Temperaturen und kühl-wechselhaften nordafrikanischen Wetter Fußball in Marokko gucken kann... F.C. Hansa Rostock 0:2 FC Energie Cottbus Aber egal: ich machte mich nach der Arbeit diesmal schon um 17.30 auf die Piste – ich hatte eine einzige Überstunde aus einer vorherigen Woche, sonst wäre das erste Spiel nicht machbar gewesen – und steuerte das direkt auf der Route liegende Herford an. Praktischerweise wurde dort in der Eishalle Regionalliga um 20.30 Uhr gespielt. 10€ Eintritt sind asozial für das Niveau – in Rostock kostet eine Liga höher das gleiche – und die Halle hat nur Stehplätze auf Betonstufen. Architektonisch ist der Bau aber gut gelungen, v.a. das Sprecherhaus mit dem Schriftzug Aufsicht und die Wintersportmalereien auf den Hintertorwänden sind sehr gut.

Der 3. aus Herford, die Ice Dragons, taten sich anfangs gegen den 6. aus Ratingen, die Ice Aliens, schwer. Bis Mitte des zweiten Drittels war der Gast besser und v.a. effektiver. Mit deutlicher weniger Torschüssen gingen sie 1:3 in Führung. Noch vor dem letzten Seitenwechsel gelang Herford in einem nun richtigen guten Spiel die Führung zum 4:3. Das letzte Drittel bestimmten die Gastgeber, da bei den Ice Aliens die Luft draußen war: 8-3 am Ende eines sehr guten Spiels. Grevesmühlen Ich kam kurz vor 3 Uhr in Rostock an. Am Vormittag ging es dann zum Ostseestadion. Neben dem Stadion von Motor Neptun in der Hans-Sachs-Allee geparkt und dort erstmal eine Runde Tischtennis an der Steinplatte gespielt. Im Hintergrund wurden Böller geworfen und Rauchkerzen gezündet. Echte Tischtennisatmosphäre...

Das letzte Mal war ich wie gesagt mit Khatereh vor zwei Jahren gegen den Chemnitzer FC im Ostseestadion. Vor zwei Wochen war ich das letzte Mal bei einem Hansaspiel – gegen Uerdingen in Duisburg. Seit Ende 2016 habe ich viele Auswärtsspiele gesehen – aber im Gegensatz zu meinem Vater keine Heimspiele. Heute kam der Gast aus dem Sorbenland, FK Energetyk Chóśebuz – ach, ich meine natürlich FC Energie Cottbus – und brachte gut 2.000 Fans mit. Da Hansa aber 20.000 am Start hatte, war die Stimmung auf unserer Seite. Es gab auch eine schöne Choreo von der Süd. Auf dem Feld lief es die erste halbe Stunde auch gut, doch ein Foulelfmeter wurde lächerlich vergeben und nach 36 Minuten erzielte Cottbus ein tolles Tor (große Distanz, Innenpfosten, mittig ins Netz). Nach der Pause lief gar nichts mehr zusammen. Nach dem 0:2 waren noch über 30 Minuten Zeit um auf den Ausgleich zu drängen oder wenigstens ein paar Kotzbusser zur besseren Unterhaltung mit gestrecktem Bein umzunieten – aber: nichts! Kein Aufbäumen, kein Charakter. Diese gesamte Mannschaft repräsentiert in ihrer Unfähigkeit und Charakterlosigkeit den Verein überhaupt nicht. Seit dem letzten 2.-Bundesliga-Jahr hat Hansa nicht eine einzige brauchbare Mannschaft, in der auch nur die Hälfte der Spieler ein über dem Ligendurchschnitt liegendes Niveau oder Charakter hat. Alte Herren Ü40 Hallen-Kreisturnier Schwerin/ Nordwest-Mecklenburg in Grevesmühlen Samstagabend war mein Onkel Thomas gekommen und blieb bis Heiligabend. Ich seilte mich am Sonntag aber für ein Hallenturnier in Grevesmühlen ab. Auf dem Weg dahin fuhr ich ein paar matschige Pisten in der Umgebung von Neubukow ab. Dabei kam ich auch durch Alt Bukow, wo die Straßen sehr gut sind und die Kirche gerade für einen Gottesdienst geschmückt wurde. Ein ansehnlicher Bau, nichts herausragendes, aber mehrere Gemälde sind in der Gegend ungewöhnlich in Kirchen. In Grevesmühlen selbst gibt es auch ein paar ansehnliche historische Gebäude, aber vieles ist sehr heruntergekommen.

Gut sind in Grevesmühlen die Sportanlagen, so auch die Sporthalle des Gymnasiums in der das Ü40-Hallenfußball-Kreisturnier stattfand. Drei feste Bankreihen und eine Reihe Turnbänke auf einer Untertribüne, toller Sprecherturm, ganz ansprechende Farben, großzügige Abmessungen. Völlig daneben war natürlich 3€ Eintritt zu nehmen. Ob ihr nun Hallenmiete bezahlen musst oder nicht – Eintritt für regionale Altherrenmannschaft geht gar nicht!

Das Turnier fand durch den Schönberger FC und teilweise auch den SV Klütz und den Mecklenburger SV und mit starken Abstrichen auch Testorf-Upahl auf einem sehr guten Niveau statt. PSV Wismar war ganz schwach. Der Poeler SV kam von der hässlichen Insel nicht runter und trat nicht an. Schönberg dominierte mit 4 Siegen und 22:4 Toren, die teils durch herrliche Kombinationen und sicherstes Passspiel zustande kamen, das Turnier. Kühlungsborn Am Montag gab es keine besonderen Highlights. Den Weihnachtsgottesdienst besuchten wir in der Marienkirche, der größten und bedeutendsten Kirche Rostocks.

Am Dienstag gingen wir sehr gut im zypriotischen Restaurant „Famagusta“ in Kühlungsborn essen und besichtigten dort noch den DDR-Grenzer-Wachturm und das angeschlossene Museum. Der Wachturm ist ein echtes Highlight. Das Museum ist auch gut gemacht. Bei dem Film muss man sich nur immer wieder fragen: das sollen Fluchtgründe gewesen sein, die da von Mecklenburgern, die rübergemacht haben, genannt werden? Es kam nur eine schikanierte Kirchenfrau vor und keinerlei politische Flüchtlinge. Vielleicht waren in einem weiteren Teil des NDR-Films noch welche zu Wort gekommen, aber in dem von mir gesehen Film sprachen nur Wirtschaftsflüchtlinge. Der Fluchtgründe ich damals wie heute nur bedingt nachvollziehbar finde.

Passenderweise hörte ich am Mittwoch auf dem Rückweg noch eine Reportage in Deutschlandfunk über den geschlossenen Jugendwerkhof von Torgau. Völlig vage Aussagen zu Gräueltaten der Aufseher. Wirklich gut war nur, dass klar dargelegt wurde, dass die SED-Verbrecher keinerlei Reue zeigten und die Schuld bei den Opfern suchten. Die einzige Täterin, die sich selbstkritisch äußerte, erinnerte sich an einen Heulanfall, nachdem einer Insassin von ihrem Mittäter bei Ankunft ihre schönen langen Haare abrasiert wurden. Also verglichen mit dem, was einige Jahre vorher so alles in Torgau und woanders in Deutschland durch die Nazis verbrochen wurde – oder was z. B. bei ähnlichen Einrichtungen, in denen v.a. junge Leute „auf Linie“ gebracht werden sollten, noch bis heute in Ländern wie Nord-Korea, Ägypten oder Syrien (die alle diese Systeme durch die Sowjetunion und mindestens in den beiden letztgenannten auch die DDR installiert bekommen haben!) veranstaltet wird – kann man nur ungläubig zuhören, wie schwerfällig Opfer wie Täter mit den Geschehnissen herausrücken und erstere diese auch scheinbar dramatisieren. Sie scheinen sich in keiner Form von den auch in West-Europa noch bis in die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts üblichen brutalen Erziehungsmethoden in solchen Einrichtungen zu unterscheiden. Auch die Beschreibungen auf der Gedenkstättenseite lassen keine Schlüsse auf staatlich organisierte Folter wie in Bautzen oder Hohenschönhausen zu. Wenn ich schon lese/ höre, dass Schlagstöcke nur in Notwehr eingesetzt wurden und die Opfer das nicht einmal anders darstellen wollen. In der ansonsten sehr guten Rubrik Geschichte der „Welt“ wird bei diesem Thema mit einer reißerischen Überschrift gearbeitet, um dann im Text einen unbelegten Halbsatz dazu zu bringen. Hier ist für mich – im Gegensatz zu den KZs, nordkoreanischen Lagern oder dem Gefängnis Saydnaya für politische Häftlinge in Syrien – nicht nachvollziehbar, wo das Besondere liegt, das so viele Berichte darüber so oft wiederholt werden müssen? Dass dort Unrecht verübt wurde (im Fall von Torgau gegen ca. 4.000 Jugendliche, was eine verhältnismäßig niedrige Zahl zu sein scheint, wohl auch dadurch, dass die wenigstens DDR-Bürger bis 89 mutig genug für Wiederstand waren) ist zweifelsfrei klar und deswegen ist diese Gedenkstätte auch so wichtig wie jene Gedenkstätte in Kühlungsborn – zumal beim Versuch der „Republikflucht“ auch einige Flüchtlinge von Grenzern ermordet wurden – aber irgendwie ist für mich nicht nachvollziehbar, wieso Insassen der Jugendwerkhöfe sich so bedeckt halten und „Republikflüchtige“ so lapidar als Fluchtgründe „keine Freiheiten“ angeben. Es ist wohl auch deshalb nicht für mich nachvollziehbar, da ich viele Kontakte zu Menschen aus sehr viel brutaleren Diktaturen wie Syrien und Iran habe. Lübbecke Irgendwann war ich dann wieder in NRW angekommen. Gleich hinter der Landesgrenze mit Niedersachsen kommt Lübbecke. Ein selten hässliches Nest. Mäßig ansehnliche Kirchen, ganz vereinzelt sehenswerte Fachwerkhäuser – dazwischen Betonwüste, architektonischer Schrott und Leerstand wie bei uns im Osten.

Die Kreissporthalle ist nicht schlecht. Halbrunde Vorbauten, innen dreigeteilte Tribünen: Schalensitze, Bänke und Stehplätze. Für 12,50€ bekam ich einen Stehplatz. Sitzplätze sind teils erheblich teurer. Ist aber auch 2. Bundesliga immerhin. Der 5. TuS Nettelstedt-Lübbecke gegen den 15. Bayer Dormagen. Anfangs legte Lübbecke massiv vor, dann kam Dormagen immer wieder zum Ausgleich. Erst kurz vorm Seitenwechsel deutete sich eine Überlegenheit der Gastgeber an: 17-13. Mehr als die 4 Tore Vorsprung wurden es am Ende aber nicht: 33-29 war das Endergebnis in einem wirklich guten Spiel. Die Stimmung würde ich nicht als gut bezeichnen: weitestgehend nur Geklatsche und keine richtigen Anfeuerungen. Emotionen kamen am meisten beim unberechtigten Platzverweis gegen einen der Lübbecker Spieler auf.

Auf der Rückfahrt nach Bonn kam auch mal gescheite Musik im Radio, sodass ich keine Reportagen oder BFBS-Christmas-Specials – wobei das Special mit der Tante mit ihrem nordenglischen Dialekt natürlich gut war – hören musste...
22.30 Uhr war ich da, die nächsten beiden Tage ging es nur zur Arbeit. Dann gab es wieder Touren zum Abschluss des Jahres 2018. TuS Nettelstedt-Lübbecke 33:29 TSV Bayer Dormagen Statistik:
- Grounds: 2.318 (Fr 1, So 1, Mi 1; diese Saison: 106 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.503 (Fr 1, Sa 1, So 1, Mi 1; diese Saison: 119)
- Tourkilometer: 1.550 (Fr 640km, Sa 30km, So 170km, Mo 30km, Di 60km, Mi 620km Auto)
- Saisonkilometer: 41.170 (20.390 Auto, davon 8.450 Mietwagen/ 19.200 Flugzeug/ 1.580 Fahrrad/ unter 10 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 11 [letzte Serie: 19, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 648 Wochen.

Montag, 8. Dezember 2014

W436IV: 8 Stunden mit der Bahn unterwegs für 2 Stunden im Stadion

Herforder S.V. Borussia Friedenstal 1953 FR ............. 1
1. FFC Turbine Potsdam FR ......................................... 3
- Datum: Sonntag, 7. Dezember 2014 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: 1. Frauenfußballbundesliga, sogenannten Allianz Frauen-Bundesliga (1. Spielklasse im deutschen Frauenfußball)
- Ergebnis: 1-3 nach 91 Min. (45/46) – Halbzeit: 1-2
- Tore: 0-1 11. Genoveva Anonma, 1-1 26. Kirsten Nesse, 1-2 29. Pauline-Marie Bremer, 1-3 46. Pauline-Marie Bremer
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Ludwig-Jahn-Stadion (Kap. 17.000, davon 2.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 400 (offiziell angeblich 563, Gästefans mind. 60)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Allenfalls mittelmäßiges Spiel: selbst mit einer dürftigen Leistung gewinnt Turbine Potsdam gegen den designierten Absteiger aus Herford)  
Photos with English Commentary:
a) Women’s Football Top Flight: SV Herford v Turbine Potsdam at Ludwig-Jahn-Stadium
b) Ostwestfalen Region: Herford Old Town 

Das NRW-Ticket, das man in Bonn mit seinem Studentenstatus erwirbt, ist ja schon eine tolle Sache: alle Regionalzüge dürfen kostenfrei benutzt werden und eine Fahrradkarte braucht man auch nicht. Allerdings ist eine Fahrradmitnahme oft nur stehend möglich, sodass ich bei dieser riesigen Strecke heute ohne Rad fuhr. Und ob ich nochmal so eine quer durch NRW Bahnfahrt mache (Rheda-Wiedenbrück, Bielefeld oder Paderborn wären solche Ziele, die in den nächsten Monaten noch anstehen), weiß ich auch nicht. Zumindest werde ich vermeiden über Düsseldorf zu fahren: dieser scheiß Bahnhof hat nur oben auf dem zugigen Bahnsteig und unten in der U-Bahn Sitzgelegenheiten. Jegliche Essensangebote sind teurer als z.B. in Halle/ Saale oder Leipzig, wo man wenigstens im Foyer oder in Leipzig sogar in den wärmeren Arkaden sitzen kann, und geht man in D’dorf aus dem Bahnhof raus, kommt man gleich in die Straße die eine Kombination aus Spielhölle und Strich ist – zu niedrigen Preisen aber mieser Qualität kann man sich dann was zu Essen beim Döner kaufen. Und das schlimmste bei den Routen über Düsseldorf: die Umsteigezeiten von und nach Köln sind im Bereich 45 bis 55 Minuten!

In Herford sah es dann so aus, dass ich mir noch schnell eine Ecke der Altstadt, die ich noch nicht kannte – ist aber nicht besonders sehenswert – anschaute und zügig was zu Essen holte und dann zum 3km entfernten Stadion lief. Das Ludwig-Jahn-Stadion heißt wohl nach Friedrich Ludwig Jahn, wobei die Schreibweise hier immer ohne Friedrich auftaucht. Jedenfalls kosteten die Karten für die 1. Frauenbundesliga 9€ (ermäßigt 8€) und man konnte sich dann entweder auf die Stufen der hohen Gegentribüne (die niedrigeren Kurven waren gesperrt) stellen oder auf die überdachte und mit roten, blauen und schwarzen Schalensitzen bestückte Haupttribüne setzen.

Turbine Potsdam war ganz gut mit ihrer Anhängerschaft vertreten und übertönte die lächerlichen Fans vom Herforder SV zu jeder Zeit. Der Gast war auch durchweg die bessere Mannschaft, wobei es nicht überzeugend war, was Turbine da zeigte. Hinter Wolfsburg, Bayern und Frankfurt hatten sie sich abgesetzt von Rest der Liga und Herford ist siegloser Tabellenletzer, also da könnte man schon ein souveränes Auftreten erwarten. Aber Potsdam spielte ziemlich fehlerhaft und unsicher, nur durch die völlige Überforderung der Heimabwehr gelang eine schnelle Führung. Nach dem unnötigen Ausgleich ging Potsdam, erneut nach einem Abwehrfehler 1:2 in Führung. Direkt nach der Pause fiel die Entscheidung zum 1:3. Danach gab es Chancen auf beiden Seiten aber keine Tore mehr.  
Statistik:
- Grounds: 1.245 (heute 1 neuer; diese Saison: 91 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.242 (heute 1; diese Saison: 130)
- Tageskilometer: 610 (600km Eisenbahn, 10km Auto)
- Saisonkilometer: 24.130 (17.620 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.690 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.220 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 1 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 436

Montag, 5. Mai 2014

W405V: Kiel schießt Lemgo aus der Halle

Turn- und Ballspiel-Verein Lemgo 1911 .................... 24
TV Hassee-Winterbek Kiel von 1904 ......................... 46
- Datum: Sonntag, 4. Mai 2014 – Anstoß: 16.00
- Wettbewerb: 1. Bundesliga, sogenannte „DKB Handball-Bundesliga” (1. Profihandballliga)
- Ergebnis: 24-46 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 10-25
- Tore: Hendrik Pekeler 5, Florian Kehrmann 4, Timm Schneider 3, Finn Lemke 3, Patrick Zieker 3, Julian Possehl 2, Rolf Hermann 2, Benjamin Herth 1, Arnoldus Haenen 1 (Lemgo); Marko Vujin 11, Niclas Ekberg 9, Filip Jicha 6, Gudjon Valur Sigurdson 6, Aron Palmarsson 5, Patrick Wiencek 4, Rene Toft Hansen 2, Christian Zeitz 2, Wael Jallouz 1 (Kiel)
- Siebenmeterquote: Lemgo 1 von 2 (50%); Kiel 5 von 6 (83%)
- Gelbe Karten: Hendrik Pekeler, Rolf Hermann (Lemgo); Rene Toft Hansen, Aron Palmarsson (Kiel)
- Zwei-Minuten-Strafen: 2x Rolf Hermann, Timm Schneider, Finn Lemke (Lemgo = 8 Minuten); Aron Palmarsson (Kiel = 2 Minuten)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Gerry-Weber-Stadion (Kap. 12.300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 8.500 (davon mind. 1.000 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Kiel spielte wirklich hervorragend und professionell – doch was Lemgo zeigte, schien weniger Unfähigkeit, als betrügerische Wettbewerbsverzerrung!)  
Photos with English Commentary:
a) Handball Bundesliga in Halle/ Westfalen: TBV Lemgo annihilated by THW Kiel!
b) Ostwestfalen Region: Halle, Herford, Tatenhausen, Rheda-Wiedenbrück, Rietberg

Wir hatten uns schon vor ein paar Wochen Karten für das Spiel des TBV Lemgo gegen den Rekordmeister aus Kiel besorgt. Da die Halle in Lemgo für so ein Spiel zu klein ist, wurde ins 40km entfernte Halle/ Westfalen ausgewichen, wo eine Halle steht, in der bald alle 22.000 Einwohner der Stadt Platz haben…

Bevor wir besagte Kleinstadt erreichten, guckten wir uns aber noch Herford an, da es dort eine für NRW wirklich sehenswerte Stadtmitte gibt: einige Fachwerkbauten, zwei große Kirchen, ein Schloss – alles etwas von neueren Bauten durchsetzt, aber die Anzahl der architektonisch schönen und sehr gut sanierten historischen Bauten ist wirklich nicht gering!

In Halle/ Westfalen ist der sehenswerte Teil deutlich kleiner, der Ort muss mal als Rundlingsdorf gegründet worden sein: eine Kirche in der Mitte und drumherum in ovaler Form Fachwerkhäuser und Lindenbäume. Die Fachwerkhäuser sind aber nur ein kompletter Ring und ein weiterer, unvollständiger zweiter Ring, weiter außen drumherum steht hässliches, oft angegrautes und abgeblättertes aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Wie auch Herford war Halle total ausgestorben: kein Restaurant, kein Imbiss hatte offen an diesem frühen Sonntagnachmittag. Nur der einfache, kleine und überfüllte türkische Imbiss an der Moschee in Sichtweite des Gerry-Weber-Stadions hatte Döner und Pizza im Angebot. Aber dass vom deutschen Schnitzelimbiss über das griechische Restaurant bis zum teuren Italiener wirklich alles geschlossen war, habe ich selbst in der tiefsten brandenburgischen Provinz noch nicht erlebt!  
Das eben genannte, nach dem ortsansässigen Modefritzen bzw. dessen Firma benannte Stadion, ist eher eine Halle – allerdings eine Sporthalle mit zu öffnenden und zu schließendem Dach. Da hier heute Handball gespielt wurde, war das Dach natürlich dicht – die zweirängigen, leicht verschachtelten und symmetrischen Tribünen mit den grünen Sitzen sind sowieso immer mit dem nicht zu verändernden Zelt-Stahlträger-Dach überdacht.

Gut, ich habe eben geschrieben, dass Handball gespielt wurde – aber richtig Handball hat der TBV Lemgo, 8. mit Negativbilanz, heute nicht gespielt. Nur der Gegner vom THW Kiel (Tabellenzweiter, punktgleich mit Rhein-Neckar Löwen – was für eine scheiß Tabelle!) spielte professionell und auf dem zu erwartenden Niveau.

Die Stimmung war durchweg so scheiße wie das Spielniveau der Lemgoer: Klatschpappen, ganz dünne Anfeuerungen, ab und an war das Jubeln und Klatschen der Kieler zu hören, die sich mit gut 1.000 Leuten quer über die Halle verteilten. Die Halle war dann noch nicht mal annähernd ausverkauft – Lemgo ist wohl der einzige Club, der gegen Kiel nicht volles Haus bekommt…

Der Spielverlauf war so einseitig wie in der 1. Runde des DHB-Pokals, wenn Dritt- oder Viertligisten gegen Profis antreten: Lemgo vergab die erste Torchance und Kiel ging mit einem souverän vorgetragenen Angriff in Führung, Lemgo vergibt die nächste Attacke und Kiel trifft wieder im Gegenzug, dann wird ein Ball verloren und Kiel geht 0:3 in Führung. Beim 0:4 nach vier Minuten nimmt Lemgo die erste Auszeit. Ab dem 1:6 nach 7 Minuten ist das Spiel eigentlich entschieden, denn der Verlauf zeichnet sich nun klar ab. Bei Halbzeit führt Kiel mit 15 Toren, da Lemgo völlig unfähig oder unwillig ist, sich die ständig wie eine Mädchenjugendmannschaft am gegnerischen Kreis verlorenen Bälle wiederzuholen und die Torhüter keinen Stich gegen die schnellen und wurfgewaltigen Kieler Stürmer sehen.

Die Kieler, die wieder einmal mit 6 bis 7 Söldnern und nur maximal einem deutschen Spieler auf der Platte das Parkett fegten, gewannen am Ende mit 22 Toren Unterschied. Dass sie tollen Handball zeigten muss klar gesagt werden – dass diese Mannschaft und die Art von Profisportpolitik die dieser Verein vertritt, einer der Gründe für den Niveauabsturz des deutschen Nationalteams ist, muss aber auch gesagt werden.

Eine Erklärung für einen derartig abstrusen Spielverlauf ist die Überlegenheit dieser Weltklassetruppe, die Florian Kehrmann im Trikot der Lemgoer so das letzte Heimspiel vermasselte, allerdings auch nicht. Aus Erfahrung und im Hinblick auf die unsichere Finanzlage der Lemgoer würde mich auch eine Leistungsverweigerung aufgrund von Nichtzahlung von Gehältern nicht wundern – wenn die Gehälter aber normal gezahlt wurden, sollte man eher das Augenmerkt auf die Verdorbenheit im Handballgeschäft werfen: denn Kiel wäre bei einem normalen Spielverlauf nicht ohne Hilfe am Tabellenführer vorbeigezogen: der hatte nämlich einen ernstzunehmenden Gegner niederzuringen, HSV mit 32:31 geschlagen, und dadurch die Tabellenführung an Kiel auf Grund von 7 Toren verloren. Definitiv war das nicht normal, wenn auch vielleicht sportlich sauber, was da heute in Halle/ Westfalen abging!  
Nach dem Spiel setzten wir das Sightseeing noch etwas fort: das Wasserschloss Tatenhausen ist ein ungewöhnlicher Bau mit mehreren Gebäuden auf einer Halbinsel in einem Teich, der von Wald umgeben ist.

In Rheda-Wiedenbrück gibt es nicht nur einen großen Schlachthof in dessen Gelände sich ein Fußballstadion befindet (die sogenannte Tönnies-Arena, in der v.a. die Bundesliga-Frauen des FSV Gütersloh und Firmenfreizeitteams spielen), sondern auch das Wasserschloss Rheda mit massivem Turm und weitläufigem Gelände mit Stallungen und Park – leider auch alles in Privatbesitz und daher nur teilweise zugänglich – sowie um die 20 schöne Fachwerkhäuser im Ortsteil Wiedenbrück, die zumeist auf das 17. Jahrhundert zurückgehen.

Rietberg sieht dann ähnlich aus wie Wiedenbrück, wobei es hier weniger historische Bausubstanz gibt – die Altstadt ist eine einzige schnurgerade Straße von einem halben Kilometer Länge – und nur ein wirklich herausragendes Gebäude: das Rathaus im Fachwerkstil mit mittigem Turm und symmetrischen Aufgängen zu selbigem.  
Statistik:
- Grounds: 1.104 (1 neuer; diese Saison: 133 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.039 (heute 1; diese Saison: 183)
- Tageskilometer: 770 (770km Auto)
- Saisonkilometer: 56.400 (54.710 Auto/ 1.590 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 20 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 33 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 405