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Mittwoch, 4. Februar 2026

W3.0266I-II: Basketballwochenende in Niedersachsen - Basketball mit und ohne Rollstuhl

Hannover United

54 : 69 (24:32)

RSB Thuringia Bulls 

(Elxleben an der Gera)

- Datum: Samstag, 31. Januar 2026 – Beginn: 18.00
- Wettbewerb: Rollstuhlbasketballbundesliga (RSBBL; 1. Spielklasse im Rollstuhlbasketball)
- Ergebnis: 54-69 nach 40 (4x10) Minuten - Viertelstände: 13-20, 11-12, 15-23, 15-14

- Statistiken: siehe Basketballbund!  

- Austragungsort: Sporthalle Sophienschule (Kap. 600, davon 400 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 230 (davon mind. 10 Gästefans)
- Spielbewertung: 7,0/10

MTV Gifhorn von 1861

74 : 100 (33:47)

TSV Quakenbrück 1877

- Datum: Sonntag, 1. Februar 2026 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: 2. Regionalliga Nord (5. Spielklasse im Basketball, 2. Halbprofiliga)
- Ergebnis: 74-100 nach 40 (4x10) Minuten - Viertelstände: 19-24, 14-23, 23-29, 18-24

- Statistiken: siehe Basketballbund!  

- Austragungsort: Sporthalle Flutmulde (Kap. 500, davon 400 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (davon mind. 3 Gästefans)
- Spielbewertung: 4,5/10

Hannover United 54:69 RSB Thuringia Bulls

Photos with English commentary: 

  1. Wheelchair Basketball: Hannover United vs. Thuringia Bulls

  2. 5th Division Basketball: MTV Gifhorn vs. Quakenbrück

  3. Hanover in Winter

  4. Gifhorn in Winter

Dieses Wochenende unternahmen wir aufgrund des sehr winterlichen Wetters nur kleinere Touren zum Basketball in Niedersachsen. Besonders interessant war dabei die Samstagsfahrt. Nach längerem Spaziergang im hannoveraner Zooviertel mit seinen Villen und dem Stadtpark, ging es in die moderne Sporthalle der Sophienschule zu einem Spitzenspiel der Rollstuhlbasketballbundesliga. 2013 in Jena und 2015 in Köln habe ich mal Spiele im RSB geschaut, für Beryl war diese paralympische Sportart auch interessant. Wir hatten zudem sehr gute Plätze hinter einem der Körbe in Reihe 1 bekommen. Die Obertribüne bietet zwar einen sehr guten Überblick, aber auf Fotos sieht man unten ständig die Scheibe. Für 10€ Eintritt (mittlerweile eher im unteren Bereich, die Rekordmeister aus Hessen und Thüringen sind teurer) bekam man einen sehenswerten, aber nie gefährdeten Sieg der Gäste aus Elxleben bei Erfurt geboten. Hannover United hielt prima mit, war aber eben in allen Belangen etwas weniger durchsetzungsfähig und etwas schwächer als die Thuringia Bulls. Dass sie nur 69 Punkte zuließen, war aber das zweitbeste Ergebnis gegen die Übermannschaft aus Thüringen: Dreistellige Punktzahlen sind beim RSB sehr selten, aber die Thuringia Bulls kriegen auch das immer wieder hin…

Gifhorn

Am Sonntag ging der Spaziergang um den Schlossteich von Gifhorn mitsamt Innenhofbesichtigung. Zugeschneit sah natürlich auch interessant aus, aber wir sind froh, wenn die weiße Scheiße endlich abtaut…

Die Sporthalle Flutmulde ist modernisiert und ganz ansprechend gestaltet, die Stehplätze hinter der Untertribüne waren gesperrt. Es kamen ohnehin nur etwa 50 Zuschauer zur 2. Regionalliga. Faire 2€ Eintritt nahm eine freundliche Kassiererin, die gleichzeitig auch noch das Catering betreute. 

MTV Gifhorn mit 14 Niederlagen in Folge Letzter, der TSV Quakenbrück - ausgegliedert ist die Profimannschaft Artland Dragons in der Pro B (3. Liga), also der Fünftligist ist faktisch die Reserve - im Mittelfeld. Schon im ersten Viertel war die bessere Qualität der Quakenbrücker augenfällig. Gifhorn lief ständig einem Rückstand hinterher, konnte sich auch mal herankämpfen, verlor aber am Ende 74:100. Für so ein punktreiches Spiel aber leider ziemlich zäh und lahm. Ist halt Regionalliga; entweder halt BBL und Pro A/B gucken oder gleich Oberliga. Irgendwie habe ich in den Regionalligen nie sehenswerte Spiele gesehen; vor allem unglaublich, dass sich das über 2 Stunden hingezogen hat…

Aber egal, der Ausflug nach Gifhorn hat wieder gelohnt!

MTV Gifhorn 74:100 TSV Quakenbrück

Statistik:

- Grounds: 3.940 (Sa 1, So 1; diese Saison: 98 neue) 

- Sportveranstaltungen: 5.568 (Sa 1, So 1; diese Saison: 143) 

- Tourkilometer: 300 (Sa 200km Auto, So 100km Auto)

- Saisonkilometer: 47.040 (27.100 Flugzeug / 18.030 Auto, davon 5.330 Mietwagen/ 1.910 Fahrrad/ 0 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 67 [letzte Serie: 57, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 266 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020]

Mittwoch, 4. Dezember 2019

W696II: Rollstuhltanz und Tischtennis in Bonn

World Para Dance Sport Championships
- Datum: Samstag, 30. November 2019 – Beginn: 11.00
- Wettbewerb: Weltmeisterschaften im paralympischen Tanzsport (Rollstuhltanz; Single, Duo Latin, Combi Freestyle, Standard, jeweils Männer, Frauen und Paare/ Tag 2)
- Ergebnisse: https://www.paralympic.org/bonn-2019/schedule-results
- Austragungsort: Hardtberghalle (Bonn; Kapazität: 2.500 Sitzplätze fest installiert, davon heute freigegeben plus Parkettbestuhlung: 1.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: max. 350 (davon viele pausierende Aktive und Delegationsmitglieder)
- Unterhaltungswert: 7,0/10

Deutsche Jugendkraft Blau-Weiß Friesdorf ...... 9
Turngemeinde Mülheim am Rhein 1879 Köln ... 4
- Datum: Samstag, 30. November 2019 – Beginn: 17.40
- Wettbewerb: Bezirksliga Mittelrhein, Staffel 3 (9. Tischtennisliga, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 9-4 Spiele, 31-21 Sätze und 491-468 Bälle nach ca. 150 Minuten
- Statistiken: https://wttv.click-tt.de/cgi-bin/WebObjects/nuLigaTTDE.woa/wa/clubMeetingReport?meeting=11629053&championship=Mittelrhein+19%2F20&club=8062&group=356634
- Austragungsort: Turnhalle Friesdorf/ Servatiusschule (Kapazität: 40 Sitzplätze)
- Zuschauer: bis zu 6 (davon max. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,5/10 World Para Dance Sport ChampionshipsPhotos with English commentary:
a) WORLD PARA DANCE SPORT CHAMPIONSHIPS IN BONN
b) Amateur Table Tennis in Bonn: DJK BW Friesdorf def. TG Mülheim

Durch Plakate in der Stadt bin ich auf eine noch nicht besuchte Sportart aufmerksam geworden, die an diesem Wochenende ihre Weltmeisterschaft in Bonn austrug: der paralympische Tanzsport, auch Para Dance Sport oder älter: Rollstuhltanz. Gelähmte Athleten oder solche mit Beinamputationen tanzen dabei in Sportrollstühlen – bei besonders schwerwiegender Behinderung auch in Elektrorollstühlen – zu den auch beim gewöhnlichen Sporttanzen üblichen kurzen Musikstücken. Es gibt Kategorien, wo mehrere Athleten gleichzeitig ihre Bewegungen der Jury darbieten, in anderen Wettkämpfen treten dann zwei Rollstuhlfahrer (Paare, also Mann und Frau) auf und in wieder einer anderen Kategorie tanzen ein Rollstuhlfahrer und ein gerne als „Fußgänger“ bezeichneter nicht-behinderter Tanzsportler (auch jeweils Mann und Frau) zusammen. Ausgetragen wurde das Ganze bei freiem Eintritt in der Hardtberghalle vor gut 350 Leuten. Man konnte kostenlose Tickets am Parkett übers Internet besorgen, was auf der Facebookseite und auch bei mir zu Verwirrung führte: Ich fragte erst gar nicht, da die Idioten vom Veranstalter keine der Fragen beantworteten, aber ein paar Leute wurden wohl vom Kommen abgehalten, da sie sahen, das bereits 7 Tage vorher alle Parkettkarten ausverkauft waren und keine Infos veröffentlicht wurden, ob überhaupt Leute ohne diese affigen Gratiskarten in die Halle gelassen werden. Als ich dort ankam, gab es nur am Parkett Kontrollen und man konnte völlig unbehelligt kostenfrei und ohne Karte auf die Tribüne gehen, die einen guten Überblick bot.

Wie auch der „normale“ Tanzsport ist dieser Sport sehr show-geladen, sehr schön anzusehen und unterhaltsam – aber in Sachen Bewertung nicht nur für Außenstehende ein zweifelhaftes Unterfangen. Man kennt es als Vielseitig-Sportinteressierter ja auch von Eiskunstlauf, Turnen oder anderen Sportarten, doch Tanzsport ist für mich die krasseste Willkürveranstaltung überhaupt – und beim Rollstuhltanz ist das keinen Deut besser als in der Tanzsportbundesliga. Ich fand zum Beispiel keine der Darbietungen der russischen Athleten so gut wie jene der ukrainischen. Das liegt nicht daran, dass ich Russland hasse – die Ukraine mag ich auch nicht so besonders – sondern, dass die Russen sich zwar sehr schnell und sicher bewegten, aber keine überraschenden Elemente wie z.B. das ukrainische Duo mit der unten abgebildeten „Übers-Knie-Legen-Aktion“ boten. Trotzdem landeten dauernd russische Athleten auf Platz 1 und teilweise 2 und die Ukrainer immer auf 2 bzw. 3. Auch die ganz wenigen deutschen Teilnehmer schienen mit stets zu hoch bewertet zu werden. Wenn wir schon bei diesen beiden Punkten sind: Mir fielen da drei Sachen auf. Erstens schienen sich Ukrainer und Russen voneinander fernzuhalten. So weit wie möglich auseinandergesetzt und es gab auch kaum bis gar keinen Applaus für Wettkämpfer der jeweils anderen Delegation. Zweitens nervte mich der Sprecher extrem mit seinem UN-Sprech. Es ist einfach pervers, wenn nicht einmal eine chinesische Delegation da ist, von „Chinese Taipeh“ und „Hong Kong/ China“ zu sprechen. Selbst wenn Festlandschinesen von der Kommunistendelegation zugegegen sind, sollte ein deutscher Sprecher ruhig das Rückgrat haben und diese beiden Länder korrekt als „Taiwan“ und „Hong Kong“ bezeichnen – auch wenn das nicht dem falschen feigen UN-/ Olympia- und Paralympics-Sprech entspricht! Drittens ist es etwas verwunderlich, dass in unserem sehr auf Inklusion von Behinderten bedachten Land relativ wenige Sportler in paralympischen Disziplinen auftreten und diese auch meist nicht zur Weltspitze gehören. Als Gastgeber so eine Mini-Delegation von 7 Leuten, darunter nur Sportfreund Erik Machens aus Osnabrück mit zwei Bronzemedaillen erfolgreich (zum sportlichen Wert der Bewertungen habe ich ja oben schon genug gesagt) – das ist schon schade! Länder wie Russland, Ukraine oder Kasachstan und die Türkei sind da weit besser aufgestellt. Ich verstehe z. B. nicht, dass Rollstuhlhandball in unserer Handballnation nicht in Gang kommt und fast nur in Süd-/ Südosteuropa sowie Niederlande und Skandinavien gespielt wird. Und in der Türkei (deren Delegation beim Rollstuhltanz aber als beste Platzierung nur Rang 9 erzielte) z. B. sind sogar einige in Deutschland kaum oder gar nicht organisiert gespielte Para-Sportarten wie „Amputierten Fußball“ ganz groß: Schade, dass in Deutschland trotz aller Sportbegeisterung auch eine solches Publikum wie in Istanbul (Türkei gegen England, EM-Finale Amputee Football, 2017) völlig undenkbar ist! World Para Dance Sport ChampionshipsNach 5 sehr lohnenden Stunden beim Para Dance fuhr ich weiter, ging beim „Sorbas Grill“ in Friesdorf sehr gut, günstig und reichlich griechisch Essen (leider ist der Wirt so ein typischer Meckerrentner-Typ und griechische Meckerrentner sind mindestens genauso unsympathisch wie ihre deutschen Kollegen) und dann zum Tischtennis in die Turnhalle Friesdorf. Die Turnhalle Friesdorf, auch Sporthalle Servatiusschule genannt, war die letzte mir fehlende Tischtennishalle in Bonn. Nun habe ich alle 16 besucht. Solange keine neue dazu kommt, werde ich sicher keine Spiele auf dieser Ebene mehr in Bonn besuchen. Die Turnhalle Friesdorf ist ein seltsamer kleiner, beengter Backsteinbau neben dem Fußballplatz und dem Schwimmbad. Nur auf einer Seite stehen Turnbänke. Zuschauer nur eine Spielerfrau mit Kind aus Köln und ein paar Familienangehörige der Heimmannschaft, von denen sich alle auch immer abwechselten beim Gucken, sodass nie mehr als 6 Zuschauer gleichzeitig da waren. Die Spieler waren hier auch besonders interessiert an mir als einzigem Neutralen...

Die Gastgeber waren vorher Tabellenletzte, gewannen aber alle drei Doppel und die ersten drei Einzel. Erst ab dem 10. Spiel bei Stand von 8:1 ließen sie erheblich nach. Im dreizehnten Spiel sicherten sie sich aber den 9:4-Sieg. Schön, dass sich diese sympathische Truppe also noch die Chance auf den Klassenerhalt wahrt... DJK BW Friesdorf 9:4 TG Mülheim a. Rh.Statistik:
- Grounds: 2.540 (1; diese Saison: 97 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.781 (2; diese Saison: 132)
- Tourkilometer: 30 (30km Rad)
- Saisonkilometer: 72.800 (56.340 Flugzeug/ 14.940 Auto, davon 4.670 Mietwagen/ 1.480 Fahrrad/ 40 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 4 [letzte Serie: 41, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 696

Sonntag, 21. Februar 2016

W499IV: Spielabbruch beim Sledgehockey und der letzte Ground von Bonn

FV Preußen Bonn 1912 ................................. 1
Bonner SV Roleber 1919 II ........................... 2
- Datum: Sonntag, 21. Februar 2016 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: Kreisliga C, Bonn/ Staffel 2 (10. Liga, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-2 nach 93 Min. (46/47) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 0-1 6. Ali Sahin, 1-1 32. Marouen Sallami, 1-2 86. Rachid Gharbaoui
- Verwarnungen: Ali Sahin, Henrik Van Elten, Christopher Welker (alle Roleber)
- Platzverweise: keine
- Austragungsort: Sportplatz Wittestraße (Kap. 1.020, davon 20 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 8 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,5/10 (Über weite Strecken ödes Gekicke)

SpG Kamen Barbarians/ Wiehl Penguins … 1
SpG Preußen/ Sachsen (Berlin / Dresden) … 4
- Datum: Sonntag, 21. Februar 2016 – Beginn: 10.00
- Wettbewerb: Deutsche Sledgeeishockey Liga (1. und einzige Spielklasse im Sledge-Eishockey)
- Ergebnis: Spielabbruch aufgrund einer Massenschlägerei und daraus resultierender Anzahl an Disqualifikationen beim Stand von 1-4 nach 25 Min. (15/10/-) – Drittel: 1-2, (0-2), (x-x)
- Tore: 0-1 6.15 Hering, 0-2 6.29 Hering, 1-2 14.07 Nr. 61, 1-3 17.35 Hering, 1-4 24.22 NN
- Strafen: Stumpe 2+10+SD, Müller 5+SD, Nr. 77 2+2, Nr. 61 2 (Wiehl = 23 Minuten, 2x Spieldauer); Hering 2/2+2, Uhlemann 2+2, Nr. 22 2 (Dresden = 12 Minuten)
- Austragungsort: Eissporthalle Wiehl (Kap. 1.500, davon 1.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (offenbar alle aus Wiehl)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Ein sehr sehenswerter Sport, sicherlich auch auf ganz ordentlichem Niveau hier gezeigt – aber was für ein Ende der Partie: Junge, Junge; das ist wieder typisch NRW-Idioten…) German Sledge Hockey League in Wiehl: SpG Kamen/ Wiehl 1:4 SpG Preußen/ Sachsen Photos with English Commentary:
a) Sledge Hockey: Kamen/ Wiehl v Prussia/ Saxonia, in Wiehl
b) Amateur Football: FV Preußen 1912 v Roleber Res., in Bonn
c) Bergisches Land: Overbach Palace in Much

Auch am Sonntag blieb ich in der Gegend, da ich im Bergischen Land eine neue Sportart entdeckt hatte: mit dem Auto ist man auch über die Landstraßen in weniger als 60 Minuten von Bonn aus in Wiehl. Dort befindet sich neben einer Bahnlinie eine halbe Baustelle: der noch nicht fertige Neubau eines Schwimmbads grenzt an eine von außen sehr ramponiert aber innen sehr ordentlich aussehende Eissporthalle. Auf einer Längsseite befinden sich etwa 1.000 orange Schalensitze, auf einer Hintertorseite gibt es noch – derzeit mit Baumaterial zugestellte – Stehplätze für gut 500 Leute. Etwas Besonderes ist die Halle trotz einer Sammlung von Pinguinfiguren nicht, aber die TuS Wiehl Penguins haben schon einen guten Bau dort!

Ich war wegen eines Spiels der Sledge-Eishockey-Liga gekommen, die derzeit nur 4 Teams in ganz Deutschland umfasst, die an einem Wochenende jeweils ein Spiel pro Tag an einem bestimmten Turnierort absolvieren: eins aus Bremen, eins aus Niedersachsen, dann eine Spielgemeinschaft von ECC Preußen Berlin und Dresden Cardinals - über deren wohl besten Akteur man auch einen interessanten Zeitungsartikel findet - und eben diese Spielgemeinschaft von Wiehl und Kamen, zu der wohl auch noch ein Spieler aus Köln (ehemals KEK) dazugestoßen ist. Hoffnung macht aber, dass in Bayern anfang des Jahres mit Dachau und Mittenwald zwei neue Teams gegründet wurden, die wohl in der nächsten Saison ins Geschehen eingreifen werden.

Sledge-Eishockey (Sledge Hockey oder Schlitteneishockey) ist ein Behindertensport, bei dem die sechs Eishockeyspieler – die meisten davon querschnittsgelähmt oder von Beinamputationen gezeichnet – auf einem kleinen Schlitten über die Eisfläche zerren, wobei sie auch ganz ordentliche Geschwindigkeiten erreichen, wenn sie sich mit ihren beiden kurzen Schlägern von der Eisfläche abdrücken. Die Schläger sind Fortbewegungs- wie auch Torschussmittel. Der Puck erreicht bei sehr guten Spielern auch hohe Geschwindigkeiten.

Normalerweise dauert ein Spiel 3x15 Minuten mit den beim Eishockey üblichen Unterbrechungen bei jedem Regelverstoß. Nicht so üblich beim Sledgehockey sind Schlägereien – aber wie sich heute zeigte, typischerweise in NRW, gibt es auch Ausnahmen... Das Spiel wurde jedenfalls von Preußen/ Sachsen (Berlin/ Dresden) dominiert und die Truppe mit der weitesten Anreise ging nach wenigen Minuten mit einem Doppelschlag aus jeweils ordentlicher Distanz 0:2 in Führung. Das intensive aber faire Spiel konnte Kamen/ Wiehl nicht drehen, obwohl sie kurz vor der ersten Pause (nach dieser wird das Eis scheinbar nie aufbereitet – vllt. hatte der komische Eismeister aber auch einfach keine Lust mehr zu arbeiten) noch zu einem Treffer kamen. Danach wurde die Partie ruppiger und v.a. beim 5er der NRWler fragte man sich ob da nicht eher das Gehirn als das Bein amputiert war. Nach einer Tätlichkeit sollte er eigentlich für 2+10 Minuten raus, nachdem er den Schiri als „Schwuchtel” bezeichnete musste er aber ganz weg vom Eis. Nachdem die Gäste mit 1:4 davonzogen, fingen die Gastgeber eine grundlose Schlägerei im Mittelkreis an, bei der sich alle Spieler bis auf die Torhüter beteiligten und auch diverse Berliner/ Dresdener eingriffen, da hier anfangs zu dritt mit Faust- und Stockschlägen auf den besten Gästespieler losgegangen wurde. Da Wiehl nur einen Wechsler hatte und nun zwei Spieldauerstrafen und zwei weitere Hinausstellungen – Dresden im Übrigen auch drei Hinausstellungen – musste die Partie von den souveränen Schiedsrichtern nach nur 25 Minuten abgebrochen werden. Da von den 20 Zuschauern eh alle anderen aus Wiehl waren, stimmte ich nicht den beim Eishockey üblichen Sprechchor „scheiß Verlierer” an... German Sledge Hockey League in Wiehl: SpG Kamen/ Wiehl 1:4 SpG Preußen/ Sachsen Also zurück nach Bonn – bei Gelegenheit werde ich sicherlich noch mal Sledgehockey besuchen, da es ein sehr eindrucksvoller Sport ist, der ja auch meistens mehr als 25 Minuten + Unterbrechungen dauert – und nach dem Mittagessen mit dem Rad zum letzten noch fehlenden der 34 Bonner Grounds (zwei Stadien, in denen nur unregelmäßig gespielt wird – Stadion Wasserland und Stadion Oberkassel – besuche ich aber noch in den nächsten Monaten): dem Tennenplatz Wittestraße.

Der Aschenplatz Schwarz-Rheindorf befindet sich unweit der sehenswertesten Kirche Bonns und wird auf einer Seite von einer Stehstufe und ein paar Sitzbänken begrenzt und auf der anderen von einem gepflasterten Wall, von dem aus man gut zugucken kann. Rundherum stehen Nadelbäume und Gestrüpp – Lärmschutzwälle sind auch aufgeschüttet.

Bei freiem Eintritt fanden sich nur knapp 30 Leute ein, darunter auch einige Böllerwerfer aus Roleber. Die II. Mannschaft von Roleber sicherte sich in einem über weite Phasen schlechten Spiel einen glücklichen 1:2-Sieg; erst gingen sie schnell per Kopf in Führung, dann landete ein Weitschuss zum Ausgleich vor der Pause im Kasten und in der Schlussphase brachten sie einen Ball ziemlich billig am unsicheren (Ersatz-?)Keeper der Gastgeber vorbei. FV Preußen Bonn 1:2 Bonner SV Roleber II Statistik:
- Grounds: 1.556 (2 neue; diese Saison: 141 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.600 (2; diese Saison: 164)
- Tageskilometer: 130 (110km Auto, 20km Rad)
- Saisonkilometer: 39.160 (25.540 Auto, davon 4.630 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 5.050 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 1.540 Fahrrad/ 200 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 91 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 499.

Samstag, 20. Februar 2016

W499III: Trotz 0:4 Rückstand noch 5:4-Sieg beim Futsal und das ewige Basketballduell zwischen Bonn und Berlin

Allgemeiner Sportverein Bonn ................... 65
ALBA Berlin ................................................ 45
- Datum: Samstag, 20. Februar 2016 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: 2. Rollstuhlbasketball-Bundesliga, Nord (2. Spielklasse im Rollstuhlbasketball)
- Ergebnis: 65-45 nach 40 Min. (4x10) – Viertelergebnisse: 22-13, 15-10, 16-10, 12-12
- Punkte: NN
- Fouls: NN
- Austragungsort: Sportzentrum Tannenbusch (Kap. 500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon mind. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes Spiel)

Futsal Panthers Köln ........................................ 5
Universitäts-Futsal-Club Münster .................. 4
- Datum: Samstag, 20. Februar 2015 – Beginn: 12.30
- Wettbewerb: WFLV-Futsal-Regionalliga (1. Deutsche Futsal-Liga, Staffel des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes)
- Ergebnis: 5-4 nach 40 Min. (20/20); Halbzeit: 1-4
- Tore: 0-1 11. Maik Solisch, 0-2 13. Simon Holling, 0-3 18. Julian Offermann, 0-4 19. Maik Solisch, 1-4 19. Pascal Wenker, 2-4 29. Timo Heinze, 3-4 33. Mario dos Santos, 4-4 37. Fabian Schmidts, 5-4 40. Jilo Hirosawa
- Fouls: Köln 7 (5/2); Münster 9 (3/6)
- Gelbe Karten: Timo Heinze, Luke Wolfgarten (Köln); Wendelin Kemper, Simon Holling, Maik Solisch, Christoph Rüschenpöhler (Münster)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Everhardhalle (Kap. 350 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 6 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Lange Zeit auf erbärmlichen Niveau, aber in der 2. Hälfte besser und v.a. sehr spannend) Futsal Panthers Köln 5:4 UFC Münster Photos with English Commentary:
a) Futsal in Cologne: Futsal Panthers Köln 5-4 UFC Münster
b) Wheelchair-Basketball in Bonn: ASV Bonn 65-45 ALBA Berlin

Der erste Spielbesuch am Samstag galt einem vermeintlichen Spitzenspiel (3. gegen 4.) in der NRW-Staffel der höchsten Futsalliga. Die Futsal Panthers Köln, wochenlang Tabellenerster, spielen unweit von Fernsehturm und DITIB-Moschee in Ehrenfeld in der Everhardhalle. Das ist eine schöne, kastenförmige Bruchbude mit seltsamen Blechbänken und Backsteinwänden. Alles etwas improvisiert dort, Eintritt wurde auch keiner genommen. Das recht alternativ wirkende Publikum war auch alles andere als zahlreich. Die bei FUPA gemeldete Zuschauerzahl von 40 ist Quatsch: 25 Zuschauer waren es, es wurden dann wohl noch die Spieler mit eingerechnet...

Die erste Halbzeit war über weite Strecken zerfahren und voller technischer Fehler – so ziemlich das Schlechteste, was ich im Futsal je gesehen habe: im Ausland war das sowieso oft besser (Polen, Marokko, selbst Andorra) aber auch Absteiger wie Bonn und Wesel haben gute Spiele geliefert als ich da war. Münster ging gegen völlig harmlose Kölner mit 0:4 in Führung, wobei das 0:4 durch einen Abwurf der per Kopf verlängert wurde, erzielt wurde. Kurz darauf ein Glückstreffer zum 1:4. Nach der Pause aber ein völlig anderes Bild: Münster brach ein und Köln drehte auf: nach und nach kamen sie heran, kurz vor Schluss ein direkter Freistoß ohne Mauer zum 4:4 und im riskanten Powerplay ohne Torwart erzielten sie 7 Sekunden vor Schluss im Nachschuss das 5:4. Also wenn auch kein gutes Spiel, war es doch ein sehr spannendes! Futsal Panthers Köln 5:4 UFC Münster In Bonn ging ich dann noch zum Rollstuhlbasketball: der um die Jahrtausendwende sehr erfolgreiche Verein (3x Meister, 4x Pokalsieger) aus Bonn ist der Allgemeine Sportverein (ASV). Sie sind als Tabellenführer wieder auf dem Weg in die 1. Bundesliga. Der bekannte Gegner war heute ALBA Berlin: die Müllabfuhrtruppe aus der Hauptstadt ist nur im normalen Basketball ausgesprochen erfolgreich.

Der ASV trägt seine Heimspiele (Eintritt 3€, ermäßigt 2€) im Schulzentrum Tannenbusch aus: die neue, ganz ansprechend gestaltete Halle hat eine 0815-Untertribüne für etwa 500 Zuschauer. Es verloren sich aber gerade einmal 45 in die Halle…

Das wirklich gute Spiel wurde von Anfang an von den Gastgebern bestimmt. Nach und nach festigte sich ein 20-Punkte-Vorsprung, teilweise führte der ASV mit noch mehr Zählern, sodass es am Ende verdientermaßen 65:45 hieß. ASV Bonn 65:45 ALBA Berlin Statistik:
- Grounds: 1.554 (2 neue; diese Saison: 139 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.598 (2; diese Saison: 162)
- Tageskilometer: 70 (50km Bahn, 20km Rad)
- Saisonkilometer: 39.030 (25.430 Auto, davon 4.630 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 5.050 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 1.520 Fahrrad/ 200 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 90 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 499.

Sonntag, 7. Februar 2016

W497IV: Rollstuhlrugby in Koblenz

Dragons Freiburg .......................................... 52
Koblenz Speedos ............................................ 42
- Datum: Sonntag, 7. Februar 2016 – Beginn: 11.00
- Wettbewerb: 1. Rollstuhlrugby-Bundesliga
- Ergebnis: 52-42 nach 32 Min. (4x8 Min.) – Viertel: 11-11, 14-12, 13-9, 14-10
- Punkte: NN
- Strafen: NN
- Austragungsort: Sporthalle der Integrierten Gesamtschule Koblenz-Pollenfeld (Kap. 400 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 10 (überwiegend Koblenzer)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Interessantes Spiel)

Munich Rugbears .......................................... 42
Greifswalder Rollmöpse ............................... 35
- Datum: Sonntag, 7. Februar 2016 – Beginn: 9.30
- Wettbewerb: 1. Rollstuhlrugby-Bundesliga
- Ergebnis: 42-35 nach 32 Min. (4x8 Min.) – Viertel: 9-8, 11-10, 10-12, 12-5
- Punkte: NN
- Strafen: NN
- Austragungsort: Sporthalle der Integrierten Gesamtschule Koblenz-Pollenfeld (Kap. 400 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 5 (überwiegend Münchener)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Interessantes Spiel) Dragons Freiburg 52:42 Koblenz Speedos Photos with English Commentary:
a) Wheelchair Rugby: German Bundesliga Tournament in Koblenz
b) Sightseeing: Koblenz, Heimbach-Weis, Melsbach, Altwied, Leutesdorf, Oberhammerstein

Da ich Rollstuhlbasketball sehr sehenswert finde, dacht ich mir: wieso mal nicht eine andere paralympische bzw. Rollstuhl-Sportart besuchen? So bot sich das Bundesligaturnier im Rollstuhlrugby, das in Koblenz ausgetragen wurde, an. Spielort war die ganz ansehnliche Sporthalle der IGS Pollenfeld. Der Hallenwart hätte aber mal die Tribüne richtig ausfahren können. Die Anzeigetafel mussten die Rollstuhlsportler auch mitbringen, da die fest installierte abgeschaltet war. Also dass man für die 10 Zuschauer keinen Hallensprecher einsetzt ist ja klar – aber hier schienen sich die Sportler alles selber organisieren zu müssen, was so eigentlich nicht sein muss.

Die Bundesliga wird in mehreren zweitägigen Turnieren ausgetragen, bei denen jeweils fünf der sieben Teams gegeneinander im Modus jeder gegen jeden antreten. Ein Rollstuhlrugbyspiel dauert generell so wie ein Wasserballspiel 4x8 Minuten reguläre Spielzeit. Es ist ja auch des Öfteren die Uhr angehalten, sodass man 70-80 Minuten für eine Partie einrechnen muss. Ich schaute mir daher nur die ersten beiden Spiele an.

Zuerst versuchten die vier Spieler aus München (Munich Rugbears) und Greifswald (Greifswalder Rollmöpse) den volleyballähnlichen Ball häufiger als ihr Gegner in die Endzone des Basketballfeldes zu transportieren. Ähnlichkeiten zum Rollstuhlbasketball sind klar erkennbar, aber außer, dass nicht auf Körbe gezielt wird und noch mehr mit dem fahrbaren Untersatz gegen den fahrbaren Untersatz des Gegners gerempelt wird, ist Rollstuhlrugby v.a. nur für an mindestens drei Gliedmaßen Beeinträchtigte gedacht. Greifswald und München lieferten sich ein lange ausgeglichenes Spiel, das die Münchener erst im Schlussviertel mit 42:35 für sich entschieden. Im Anschluss spielten die Gastgeber aus Koblenz und die Mannschaft aus Freiburg/ Breisgau. Auch dieses Spiel war lange ausgeglichen, doch in diesem Fall deutete sich schon nach dem Seitenwechsel ein Leistungsabfall bei Koblenz an. Freiburg siegte auch mit 10 Punkten Unterschied: 52-42. Greifswalder Rollmöpse 35:42 Munich Rugbears Ich hatte erst noch überlegt, zu einem Fußballtestspiel zu gehen, aber im ganzen Rheinland gab es so gut wie keine Spiele, da offenbar ein Großteil der Mannschaften Karneval feierte oder befürchtete, dass besoffene Karnevalschaoten beim Spiel randalieren. Zu den primitiven Bräuchen der Eingeborenen im Rheinland schreibe ich am Montag mal kurz was – mit einigen interessanten Bildern garniert...

Ich machte also eine Besichtigungstour, dessen Route ich entsprechend der Verkehrsbehinderungen durch Karnevalsveranstaltungen auch mehrfach spontan ändern musste – denn selbst, wenn man die Kollegen von der Freiwilligen Feuerwehr, die diese Events sichern, nach dem Weg fragt, sind die zu blöd eine alternative Route zu beschreiben. Also so Typen wie ich da im Raum Neuwied getroffen habe, würden wahrscheinlich in Sachsen-Anhalt rausfliegen: denn die, die zum Auskunft geben zu blöd waren, waren entweder besoffen im Dienst oder von Natur aus zu blöd für ihren Job. Die stellen da auch die Absperrkegel immer auf die Spitze...

In Koblenz schaute ich mir mal von außen die Ehrenbreitstein an und die sehr verfallene Feste Franz. In Heimbach-Weis gibt es ein großes Kloster zu sehen. Melsbach hat direkt neben dem luxuriösen Kunstrasenplatz eine schöne Kapellenruine. Altwied hat eine sehenswert Burgruine zu bieten – der Weg von Melsbach nach Altwied ist übrigens, wenn man den kürzesten Weg fährt, landschaftlich besonders reizvoll. In Leutesdorf stehen noch zwei interessante Sakralbauten: eine Kapelle und eine Pilgerkirche. Und in Oberhammerstein sind schließlich die Reste einer Burg auf einem Bergsporn zu finden und unterhalb noch eine Kirche und ein Gutshaus. Altwied Statistik:
- Grounds: 1.545 (1 neuer; diese Saison: 130 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.589 (2; diese Saison: 153)
- Tageskilometer: 170 (170km Auto)
- Saisonkilometer: 37.560 (24.350 Auto, davon 4.630 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 4.810 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 1.370 Fahrrad/ 200 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 86 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 497.

Sonntag, 3. Februar 2013

W340II: Samstag in Thüringen; Altstädte, Schlösser, Handball und Rollstuhlbasketball

SG 1862 Könitz/ 1. Stadt SV Saalfeld 1992 mJ-E -------- 8
Handballsportverein Apolda 1990 mJ-E ------------------ 20
- Datum: Samstag, 2. Februar 2013 – Anwurf: 12.00
- Wettbewerb: Verbandsliga Thüringen, männliche Jugend E, Staffel 1 (Handballliga der unter 12jährigen)
- Ergebnis: 8-20 nach 30 Min. (2x15) – Halbzeit: 6-9
- Torfolge: 0-1, 1-1, 1-3, 3-3, 3-7, 4-7, 4-8, 5-8, 5-9, 6-9; 6-10, 7-10, 7-17(!), 8-17, 8-20
- Gelbe Karten: Nr. 8? (Kön./Saalf.)
- Zwei-Minuten-Strafen: keine
- Spielort: Dreifelderhalle Gorndorf-Saalfeld (Kap. 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 8 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,0/10 (Durchschnittliches Jugendspiel, das die deutlich bessere Mannschaft entsprechend deutlich gewann)

TSV Eisenberg/ Thüringen ----------------------------------- 20
SV Hermsdorf/ Thüringen III ------------------------------- 20
- Datum: Samstag, 2. Februar 2013 – Anwurf: 16.00
- Wettbewerb: Verbandsliga Thüringen, Staffel 1 (7. Handballliga, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 20-20 nach 60 Min. (2x30) – Halbzeit: 10-9
- Torfolge: 0-1, 2-1, 2-4, 6-4(!), 6-7(!), 9-7(!), 9-9, 10-9; 10-10, 11-10, 11-12, 12-12, 12-13, 13-13, 13-16(!), 14-16, 14-17, 15-17, 15-18, 16-18, 16-19, 20-19(!), 20-20
- Gelbe Karten: Nr. 6, 8 (Eisenberg); Nr. 6, 8, 13 (Hermsdorf)
- Zwei-Minuten-Strafen: Nr. 5, 6 (Eisenberg = 4 Minuten); 2x Nr. 17, 1x Nr. 8 (Hermsdorf = 6 Minuten)
- Spielort: Sporthalle Schillergymnasium Eisenberg (Kap. 300, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 35 (keine Gästefans darunter)
- Unterhaltungswert: 4,0/10 (Das Spielniveau war so schwach wie die Beleuchtung in dieser komischen Halle, aber das Match war ausgesprochen spannend)

Jena Caputs ----------------------------------------------------- 49
RSV Lahn-Dill (Wetzlar) ------------------------------------- 80
- Datum: Samstag, 2. Februar 2013 – Tip-off: 19.00
- Wettbewerb: 1. Rollstuhlbasketball Bundesliga
- Ergebnis: 49-80 nach 40 Min. (4x10 Min.) – Viertelergebnisse: 10-20, 6-28, 12-17, 21-15
- Punkte: Heimbach 19, Ortmann 14, Zinke 8, Hayırlı 6 (Jena); Paye 26, Böhme 18, Bestwick 13, Haller 10, Köhler 9, Lohmann 2, Amend 2 (Wetzlar)
- Freiwurfquote: Jena 5 von 9 (55%); Wetzlar 4 von 10 (40%)
- Fouls: Zinke 3, Heimbach 2, Schüler 2, Brühl 1, Hayırlı 1 (Jena = 9 Fouls); Gundert 2, Lohmann 2, Amend 2, Haller 1, Böhme 1, Köhler 1 (Wetzlar = 9 Fouls)
- Spielort: Große Halle im Sporthallenkomplex Werner Seelenbinder in Jena Lobeda-West (Kap. 800 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 250 (davon ca. 80 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Sicherlich kein Spitzenspiel dieser Liga, doch eine faszinierende Sportart weiß auch mit durchschnittlicher Spielqualität zu begeistern!)
DSC03398 : Rudolstadt. Photos with English Commentary:

Eigentlich wollten wir den Sportsamstag in Thüringen nur deshalb in Saalfeld starten, da ein Radballturnier der Oberliga Thüringen dort angesetzt war. Das Arschloch von Staffelleiter war aber anscheinend zu blöd die Zeit oder wohl eher die Halle richtig anzugeben, denn in der Grundschule Saalfeld-Gorndorf – die übrigens eine Sporthalle hat, die bald einzustürzen scheint – war gar nichts los. Zum Glück war im benachbarten Komplex Betrieb: in der modernen, gut aber unspektakulär gestalteten und im Treppenhaus schön mit Pflanzen zugestellten Dreifeldhalle Gorndorf fand ein Turnier der E-Jugend-Liga statt.

Da wir uns zuerst die sehr sehenswerte Altstadt von Saalfeld mit ihren vier Befestigungstürmen, der Burgruine und den anderen historischen Bauten angeguckt hatten, hatten wir die ersten beiden Spiele bereits verpasst. Zum Abschluss sahen die knapp 30 Zuschauer auf der Obertribüne, die eines der wenigen guten Exemplare ohne Sichtbeeinträchtigungen ist, einen deutlichen Sieg der Apoldaer Jungs, die der schlechter platzierten Heimmannschaft mit einer insgesamt besseren Spielanlage, die sich vor allem in den stärkeren Würfen manifestierte, einen Zwölf-Tore-Sieg einschenkte. Allerdings wurde es erst in der zweiten Hälfte deutlich. Bis zur 15. Minute hatten Könitz/ Saalfeld noch prima mithalten können.
DSC03460  : TSV Eisenberg v SV Hermsdorf III. Nach zwei weiteren lohnenden Stadtbesichtigungen – Rudolstadts Altstadt ist zwar nicht so gut saniert wie jene von Saalfeld, doch dafür sind Rathaus und Schloss spektakulärer; in Orlamünde thront eine schön restaurierte Kemenate auf dem Berg, die sich auch anzusehen lohnt – ging es nach Eisenberg. Die Stadt gefällt mir aufgrund der historischen Bebauung, der Landschaft und des Zoos sehr gut, doch die Sportanlagen sind alle nicht so das Wahre. Der Sportplatz im Schortental ist zwar schön gelegen, aber eine ausbautenlose Waldwiese und das Stadion ist völlig gesichtlos. Nun waren wir beim Handball in der Sporthalle des Schillergymnasiums und mussten feststellen, dass das beste an dieser innen extrem hässlichen Sporthalle, das Foyer ist.

Im aufwendig verglasten Vorbereich entrichtet man am Kassentisch die durchschnittlichen 1,50€. Betritt man die Halle, meint man, der Hallenwart sei besoffen und habe vergessen das Licht anzumachen. Bei der Installation der Beleuchtung wurde wohl gepfuscht – wie üblich bei Bauten der 2000er Jahre: eigentlich wurde in den letzten 13 Jahren durchweg Dreck gebaut – denn Deckenelemente und Sportgeräte verdecken Teile der zu kleinen Lampen. Die Tribüne ist erst gar nicht beleuchtet. Diese ist eine jener beschissenen – wie so oft dreireihigen (diesmal sogar noch mit einer Reling für Stehplätze dahinter versehenen) – Obertribünen, bei denen man Sichtbeeinträchtigungen durch Pfeiler hat.

Was man von der Spitzenmannschaft aus Eisenberg und dem recht weit hinten stehenden Gast aus Hermsdorf da gezeigt bekam, war auch nicht so überzeugend, als dass man da unbedingt freien Blick drauf gebraucht hätte... Auch die Schiedsrichter waren teilweise recht unsicher, was sie bei dem mitunter unsauberen Spiel entscheiden sollen. In Thüringen waren die meisten Schiedsrichterleistungen besser als jene mittelmäßige des heutigen Gespanns.

Nach einem furiosen Start deutete sich nach drei Minuten an, dass das hier kein so schnelles Spiel sein wird, wie es ganz zu Anfang erschien. Es war zwar sehr spannend, da keiner mit mehr als drei Toren führte und der jeweils andere stets aufholte, überholte und dann doch wieder in Rückstand geriet, doch weder Tempo noch Technik überzeugten. Das sieht v.a. in Sachsen auf der Ebene (Bezirksliga) besser aus. Das gerechte Resultat von 20:20 wurde nur noch von ein paar Fans der drei Dutzend anwesenden beklatscht.
DSC03477 : Jena Caputs v RSV Lahn-Dill (Wetzlar). In Jena, genauer: im berüchtigten Stadtteil Lobeda, stand eine neue Sportart an. Unsere einundsechzigste (also: 61.)! Eine von dutzenden Rollstuhlsportarten und die wohl populärste weltweit: Rollstuhlbasketball! Im weltweiten Vergleich zählte Deutschland in den letzten 10 Jahren immer zu den Besten neben Türkei, Schweden und UK.
Erfunden wurde das Korbballspiel in Rollstühlen 1946 in den USA und GB – war halt eine günstige Zeit für derlei Sport... Ende der 1970er kam es dann auch in die beiden Deutschländer.
Die Regeln sind so ziemlich die gleichen wie beim normalen Basketball. Nicht alle Spieler sind körperbehindert, auch völlig gesunde Sportler dürfen – wenn auch limitiert, da ein bestimmter Wert in der funktionalen Klassifizierung, die einen Wettbewerbsvorteil für den einen oder den anderen ausschließen soll, einzuhalten ist – mitspielen. Das ist auch völlig richtig so, da keine Wettbewerbsverzerrung vorliegt, wenn man im Rollstuhl festgeschnallt ist und als Nicht-Behinderter somit nicht einfach mal den Rollstuhl als Sprungbrett für einen Slamdunk nutzen kann...

Die Sportart klang mir von Anfang an nach der interessantesten paralympischen Disziplin, was sich nicht als überzogen herausstellen sollte. Rollstuhlbasketball wusste wirklich zu gefallen! Aber auch die Halle hat sich richtig gelohnt, wie schon ein Blick von Außen durch die Glasfassade ahnen ließ: eine steil ansteigende Obertribüne aus Beton mit Holzbänken und trotz mehreren Pfeiler nur wenig Sichtbehinderung. Ein schönes Detail ist der Sprecherturm. Architektonisch ist die „Große Halle“ im Werner-Seelenbinder-Sporthallenkomplex einfach klasse! In Deutschland ist es auch ein ganz seltener Baustil – ich habe so was bisher nur in Polen und anderen osteuropäischen Ländern gesehen.

Für nur 3€ (Studenten, Schüler, Behinderte: 1,50€) war man in der höchsten Liga dieser Sportart dabei. Es ist allerdings nirgendwo so billig, sondern es gibt Riesen Preisunterschiede: Beim heutigen Gast, RSV Lahn-Dill aus Wetzlar, faselt man auf der Website was von fairen Preisen – die liegen aber mit 8€, erm. 6€, beim mehr als dem Doppelten von den Jena Caputs... Ist das dann Rekordmeisteraufschlag oder was? Das Preisniveau in Hessen ist doch einfach zum Kotzen!

Die Gästefans erschienen auch zahlreich und mit einem großen Bus, in dem sie auch einige Trommeln mitschleppten. Während des Spiels wurde ohnehin erstaunlich mitgegangen. Sogar die Schiedsrichter wurden (von Jenaern) mit Bemerkungen wie „Da war doch kein Foul! So ein Stricher!“ bedacht. Der Heimanhang feierte auch jeden einzelnen Punkt ihrer völlig überforderten Caputs. Die sind übrigens nicht kaputt, sondern die „Häupter“, was sich auf den Jenaer Schnapphans, eine Figur mit Goldkugel (Thüringer Klos), die auf Latein als „Caput“ (Haupt, also Nischl) bekannt ist und am Rathaus angebracht ist. Sie gilt als eine der Sehenswürdigkeiten („7 Wunder“) der Stadt. Hätte Conny mir das nicht beim letzten Besuch in Jena mal erklärt, wäre mir der Nippes aber auch nie aufgefallen...

Wahrscheinlich hat der Schnapphans diesen Klos heute mal verschluckt, denn die Caputs müssen nach diesem sehr einseitigen Spiel den Gang in die zweite Liga antreten. So ist das Neue Bundesland, welches zu DDR-Zeiten die stärkste Szene im Rollstuhlbasketball hatte, „nur“ noch mit zwei Teams in der 1. Liga vertreten. Trotz der Einseitigkeit war dieses Spiel einfach schön anzusehen: allein wie wendig die Spieler mit ihren Sportrollstühlen auf dem Feld manövrierten und sich selbst bei Beinamputationen und Querschnittslähmung wieder ohne Hilfe nach einem Sturz nur mit Hilfe der Arme aufrichteten. Die Arme der Sportler waren ohnehin unermüdlich im Einsatz: den Rollstuhl bewegt man nur mit den Armen und der Ball wird logischerweise auch nur mit diesen Körperteilen bearbeitet. Man darf ihn nur auch kurz auf dem Schoß zwischenlagern. Die Treffsicherheit der Spieler, die den Ball ja aus nur ca. 1,50m Höhe auf den 3m hoch hängenden Korb warfen, war erstaunlich. Besonders natürlich beim Gast, der mit 80:49 gewann und sich nun hinter Erfurt und Zwickau auf Platz drei festigt.

Nach diesem Spielbesuch kann ich sagen: den Sport guck ich auf jeden Fall noch mal. Ob in einer der folgenden Spielzeiten der Bundesliga mal bei Zwickau oder einem anderen Club oder doch lieber beim nächsten Türkeiaufenthalt – ich dachte erst, das sei ein Scherz, dass es selbst beim Rollstuhlbasketball zwischen Galatasaray und Fener Schlägereien gibt – wird sich zeigen... DSC03546 : Jena Caputs v RSV Lahn-Dill (Wetzlar). Statistik:
- Grounds: 853 (heute 3 neue; diese Saison: 85 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.702 (heute 3, diese Saison: 125)
- Tageskilometer: 340 (340km Auto)
- Saisonkilometer: 28.670 (26.950 Auto/ 1.590 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 50 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 14 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 340