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Sonntag, 3. Februar 2013

W340II: Samstag in Thüringen; Altstädte, Schlösser, Handball und Rollstuhlbasketball

SG 1862 Könitz/ 1. Stadt SV Saalfeld 1992 mJ-E -------- 8
Handballsportverein Apolda 1990 mJ-E ------------------ 20
- Datum: Samstag, 2. Februar 2013 – Anwurf: 12.00
- Wettbewerb: Verbandsliga Thüringen, männliche Jugend E, Staffel 1 (Handballliga der unter 12jährigen)
- Ergebnis: 8-20 nach 30 Min. (2x15) – Halbzeit: 6-9
- Torfolge: 0-1, 1-1, 1-3, 3-3, 3-7, 4-7, 4-8, 5-8, 5-9, 6-9; 6-10, 7-10, 7-17(!), 8-17, 8-20
- Gelbe Karten: Nr. 8? (Kön./Saalf.)
- Zwei-Minuten-Strafen: keine
- Spielort: Dreifelderhalle Gorndorf-Saalfeld (Kap. 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 8 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,0/10 (Durchschnittliches Jugendspiel, das die deutlich bessere Mannschaft entsprechend deutlich gewann)

TSV Eisenberg/ Thüringen ----------------------------------- 20
SV Hermsdorf/ Thüringen III ------------------------------- 20
- Datum: Samstag, 2. Februar 2013 – Anwurf: 16.00
- Wettbewerb: Verbandsliga Thüringen, Staffel 1 (7. Handballliga, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 20-20 nach 60 Min. (2x30) – Halbzeit: 10-9
- Torfolge: 0-1, 2-1, 2-4, 6-4(!), 6-7(!), 9-7(!), 9-9, 10-9; 10-10, 11-10, 11-12, 12-12, 12-13, 13-13, 13-16(!), 14-16, 14-17, 15-17, 15-18, 16-18, 16-19, 20-19(!), 20-20
- Gelbe Karten: Nr. 6, 8 (Eisenberg); Nr. 6, 8, 13 (Hermsdorf)
- Zwei-Minuten-Strafen: Nr. 5, 6 (Eisenberg = 4 Minuten); 2x Nr. 17, 1x Nr. 8 (Hermsdorf = 6 Minuten)
- Spielort: Sporthalle Schillergymnasium Eisenberg (Kap. 300, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 35 (keine Gästefans darunter)
- Unterhaltungswert: 4,0/10 (Das Spielniveau war so schwach wie die Beleuchtung in dieser komischen Halle, aber das Match war ausgesprochen spannend)

Jena Caputs ----------------------------------------------------- 49
RSV Lahn-Dill (Wetzlar) ------------------------------------- 80
- Datum: Samstag, 2. Februar 2013 – Tip-off: 19.00
- Wettbewerb: 1. Rollstuhlbasketball Bundesliga
- Ergebnis: 49-80 nach 40 Min. (4x10 Min.) – Viertelergebnisse: 10-20, 6-28, 12-17, 21-15
- Punkte: Heimbach 19, Ortmann 14, Zinke 8, Hayırlı 6 (Jena); Paye 26, Böhme 18, Bestwick 13, Haller 10, Köhler 9, Lohmann 2, Amend 2 (Wetzlar)
- Freiwurfquote: Jena 5 von 9 (55%); Wetzlar 4 von 10 (40%)
- Fouls: Zinke 3, Heimbach 2, Schüler 2, Brühl 1, Hayırlı 1 (Jena = 9 Fouls); Gundert 2, Lohmann 2, Amend 2, Haller 1, Böhme 1, Köhler 1 (Wetzlar = 9 Fouls)
- Spielort: Große Halle im Sporthallenkomplex Werner Seelenbinder in Jena Lobeda-West (Kap. 800 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 250 (davon ca. 80 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Sicherlich kein Spitzenspiel dieser Liga, doch eine faszinierende Sportart weiß auch mit durchschnittlicher Spielqualität zu begeistern!)
DSC03398 : Rudolstadt. Photos with English Commentary:

Eigentlich wollten wir den Sportsamstag in Thüringen nur deshalb in Saalfeld starten, da ein Radballturnier der Oberliga Thüringen dort angesetzt war. Das Arschloch von Staffelleiter war aber anscheinend zu blöd die Zeit oder wohl eher die Halle richtig anzugeben, denn in der Grundschule Saalfeld-Gorndorf – die übrigens eine Sporthalle hat, die bald einzustürzen scheint – war gar nichts los. Zum Glück war im benachbarten Komplex Betrieb: in der modernen, gut aber unspektakulär gestalteten und im Treppenhaus schön mit Pflanzen zugestellten Dreifeldhalle Gorndorf fand ein Turnier der E-Jugend-Liga statt.

Da wir uns zuerst die sehr sehenswerte Altstadt von Saalfeld mit ihren vier Befestigungstürmen, der Burgruine und den anderen historischen Bauten angeguckt hatten, hatten wir die ersten beiden Spiele bereits verpasst. Zum Abschluss sahen die knapp 30 Zuschauer auf der Obertribüne, die eines der wenigen guten Exemplare ohne Sichtbeeinträchtigungen ist, einen deutlichen Sieg der Apoldaer Jungs, die der schlechter platzierten Heimmannschaft mit einer insgesamt besseren Spielanlage, die sich vor allem in den stärkeren Würfen manifestierte, einen Zwölf-Tore-Sieg einschenkte. Allerdings wurde es erst in der zweiten Hälfte deutlich. Bis zur 15. Minute hatten Könitz/ Saalfeld noch prima mithalten können.
DSC03460  : TSV Eisenberg v SV Hermsdorf III. Nach zwei weiteren lohnenden Stadtbesichtigungen – Rudolstadts Altstadt ist zwar nicht so gut saniert wie jene von Saalfeld, doch dafür sind Rathaus und Schloss spektakulärer; in Orlamünde thront eine schön restaurierte Kemenate auf dem Berg, die sich auch anzusehen lohnt – ging es nach Eisenberg. Die Stadt gefällt mir aufgrund der historischen Bebauung, der Landschaft und des Zoos sehr gut, doch die Sportanlagen sind alle nicht so das Wahre. Der Sportplatz im Schortental ist zwar schön gelegen, aber eine ausbautenlose Waldwiese und das Stadion ist völlig gesichtlos. Nun waren wir beim Handball in der Sporthalle des Schillergymnasiums und mussten feststellen, dass das beste an dieser innen extrem hässlichen Sporthalle, das Foyer ist.

Im aufwendig verglasten Vorbereich entrichtet man am Kassentisch die durchschnittlichen 1,50€. Betritt man die Halle, meint man, der Hallenwart sei besoffen und habe vergessen das Licht anzumachen. Bei der Installation der Beleuchtung wurde wohl gepfuscht – wie üblich bei Bauten der 2000er Jahre: eigentlich wurde in den letzten 13 Jahren durchweg Dreck gebaut – denn Deckenelemente und Sportgeräte verdecken Teile der zu kleinen Lampen. Die Tribüne ist erst gar nicht beleuchtet. Diese ist eine jener beschissenen – wie so oft dreireihigen (diesmal sogar noch mit einer Reling für Stehplätze dahinter versehenen) – Obertribünen, bei denen man Sichtbeeinträchtigungen durch Pfeiler hat.

Was man von der Spitzenmannschaft aus Eisenberg und dem recht weit hinten stehenden Gast aus Hermsdorf da gezeigt bekam, war auch nicht so überzeugend, als dass man da unbedingt freien Blick drauf gebraucht hätte... Auch die Schiedsrichter waren teilweise recht unsicher, was sie bei dem mitunter unsauberen Spiel entscheiden sollen. In Thüringen waren die meisten Schiedsrichterleistungen besser als jene mittelmäßige des heutigen Gespanns.

Nach einem furiosen Start deutete sich nach drei Minuten an, dass das hier kein so schnelles Spiel sein wird, wie es ganz zu Anfang erschien. Es war zwar sehr spannend, da keiner mit mehr als drei Toren führte und der jeweils andere stets aufholte, überholte und dann doch wieder in Rückstand geriet, doch weder Tempo noch Technik überzeugten. Das sieht v.a. in Sachsen auf der Ebene (Bezirksliga) besser aus. Das gerechte Resultat von 20:20 wurde nur noch von ein paar Fans der drei Dutzend anwesenden beklatscht.
DSC03477 : Jena Caputs v RSV Lahn-Dill (Wetzlar). In Jena, genauer: im berüchtigten Stadtteil Lobeda, stand eine neue Sportart an. Unsere einundsechzigste (also: 61.)! Eine von dutzenden Rollstuhlsportarten und die wohl populärste weltweit: Rollstuhlbasketball! Im weltweiten Vergleich zählte Deutschland in den letzten 10 Jahren immer zu den Besten neben Türkei, Schweden und UK.
Erfunden wurde das Korbballspiel in Rollstühlen 1946 in den USA und GB – war halt eine günstige Zeit für derlei Sport... Ende der 1970er kam es dann auch in die beiden Deutschländer.
Die Regeln sind so ziemlich die gleichen wie beim normalen Basketball. Nicht alle Spieler sind körperbehindert, auch völlig gesunde Sportler dürfen – wenn auch limitiert, da ein bestimmter Wert in der funktionalen Klassifizierung, die einen Wettbewerbsvorteil für den einen oder den anderen ausschließen soll, einzuhalten ist – mitspielen. Das ist auch völlig richtig so, da keine Wettbewerbsverzerrung vorliegt, wenn man im Rollstuhl festgeschnallt ist und als Nicht-Behinderter somit nicht einfach mal den Rollstuhl als Sprungbrett für einen Slamdunk nutzen kann...

Die Sportart klang mir von Anfang an nach der interessantesten paralympischen Disziplin, was sich nicht als überzogen herausstellen sollte. Rollstuhlbasketball wusste wirklich zu gefallen! Aber auch die Halle hat sich richtig gelohnt, wie schon ein Blick von Außen durch die Glasfassade ahnen ließ: eine steil ansteigende Obertribüne aus Beton mit Holzbänken und trotz mehreren Pfeiler nur wenig Sichtbehinderung. Ein schönes Detail ist der Sprecherturm. Architektonisch ist die „Große Halle“ im Werner-Seelenbinder-Sporthallenkomplex einfach klasse! In Deutschland ist es auch ein ganz seltener Baustil – ich habe so was bisher nur in Polen und anderen osteuropäischen Ländern gesehen.

Für nur 3€ (Studenten, Schüler, Behinderte: 1,50€) war man in der höchsten Liga dieser Sportart dabei. Es ist allerdings nirgendwo so billig, sondern es gibt Riesen Preisunterschiede: Beim heutigen Gast, RSV Lahn-Dill aus Wetzlar, faselt man auf der Website was von fairen Preisen – die liegen aber mit 8€, erm. 6€, beim mehr als dem Doppelten von den Jena Caputs... Ist das dann Rekordmeisteraufschlag oder was? Das Preisniveau in Hessen ist doch einfach zum Kotzen!

Die Gästefans erschienen auch zahlreich und mit einem großen Bus, in dem sie auch einige Trommeln mitschleppten. Während des Spiels wurde ohnehin erstaunlich mitgegangen. Sogar die Schiedsrichter wurden (von Jenaern) mit Bemerkungen wie „Da war doch kein Foul! So ein Stricher!“ bedacht. Der Heimanhang feierte auch jeden einzelnen Punkt ihrer völlig überforderten Caputs. Die sind übrigens nicht kaputt, sondern die „Häupter“, was sich auf den Jenaer Schnapphans, eine Figur mit Goldkugel (Thüringer Klos), die auf Latein als „Caput“ (Haupt, also Nischl) bekannt ist und am Rathaus angebracht ist. Sie gilt als eine der Sehenswürdigkeiten („7 Wunder“) der Stadt. Hätte Conny mir das nicht beim letzten Besuch in Jena mal erklärt, wäre mir der Nippes aber auch nie aufgefallen...

Wahrscheinlich hat der Schnapphans diesen Klos heute mal verschluckt, denn die Caputs müssen nach diesem sehr einseitigen Spiel den Gang in die zweite Liga antreten. So ist das Neue Bundesland, welches zu DDR-Zeiten die stärkste Szene im Rollstuhlbasketball hatte, „nur“ noch mit zwei Teams in der 1. Liga vertreten. Trotz der Einseitigkeit war dieses Spiel einfach schön anzusehen: allein wie wendig die Spieler mit ihren Sportrollstühlen auf dem Feld manövrierten und sich selbst bei Beinamputationen und Querschnittslähmung wieder ohne Hilfe nach einem Sturz nur mit Hilfe der Arme aufrichteten. Die Arme der Sportler waren ohnehin unermüdlich im Einsatz: den Rollstuhl bewegt man nur mit den Armen und der Ball wird logischerweise auch nur mit diesen Körperteilen bearbeitet. Man darf ihn nur auch kurz auf dem Schoß zwischenlagern. Die Treffsicherheit der Spieler, die den Ball ja aus nur ca. 1,50m Höhe auf den 3m hoch hängenden Korb warfen, war erstaunlich. Besonders natürlich beim Gast, der mit 80:49 gewann und sich nun hinter Erfurt und Zwickau auf Platz drei festigt.

Nach diesem Spielbesuch kann ich sagen: den Sport guck ich auf jeden Fall noch mal. Ob in einer der folgenden Spielzeiten der Bundesliga mal bei Zwickau oder einem anderen Club oder doch lieber beim nächsten Türkeiaufenthalt – ich dachte erst, das sei ein Scherz, dass es selbst beim Rollstuhlbasketball zwischen Galatasaray und Fener Schlägereien gibt – wird sich zeigen... DSC03546 : Jena Caputs v RSV Lahn-Dill (Wetzlar). Statistik:
- Grounds: 853 (heute 3 neue; diese Saison: 85 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.702 (heute 3, diese Saison: 125)
- Tageskilometer: 340 (340km Auto)
- Saisonkilometer: 28.670 (26.950 Auto/ 1.590 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 50 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 14 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 340

Montag, 21. Mai 2012

W303V: Verdienter Siegtreffer in der Nachspielzeit

SV Eintracht Eisenberg 2:1 Kraftsdorfer SV 03
Datum: Sonntag, 20. Mai 2012 – Anstoß: 14.30
Wettbewerb: Landsklasse Thüringen Ost (7. Spielklasse, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 2-1 nach 94 Min. (46/48) – Halbzeit: 0-1
Tore: 0-1 25. Marcus Liebetrau, 1-1 51. Hendrik Bengs, 2-1 91. Martin Götze
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Schortental (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 300 (Zahlende Zuschauer: 246/ Gästefans: ca. 40)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Mittelmäßiges aber auch spannendes Spiel)
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Photos with English Commentary:

Heute stand die wohl längste Radtour der Saison an: nicht nur durch die Länge mit 126km nach Eisenberg, der Kreisstadt des Saale-Holzland-Kreises, und zurück, sondern auch durch die massiven Höhenunterschiede war das eine richtig anstrengende Tour. Aber sie lohnte sich!

Die Stadt Eisenberg ist an sich schon sehr lohnend, denn in schöner, grüner, gebirgiger Landschaft liegt das 12.000-Einwohner-Städtchen im Nordosten Thüringens, 5km von der Landesgrenze zum sachsen-anhaltischen Burgenlandkreis entfernt. Sehr schön eingepasst in diese bergige Landschaft ist der Tiergarten. Für 2€ (breitgefächerte Ermäßigungen sogar nur 1€) Eintritt kann man sich etliche einheimische Tiere, aber auch die gut zu haltenden australischen und afrikanischen Kleintiere wie Kängurus und Emus bzw. Erdmännchen und Mangusten ansehen. Eine gelungene historistische Burgruine gibt es auch – zwischen den Steinkauz-, Känguru- und Paviangehegen. Eine regelrechte Ruine ist auch das Schloss Tanneck am anderen Ende der Stadt, das aufgrund der Unfähigkeit der Erben der Adelsfamilie immer mehr verfällt. Das zentral gelegene Schloss Christiansburg ist natürlich schön herausgeputzt und hat einen ganz ordentlichen Schlossgarten zu bieten. Der nahegelegene Markt hat ein sehr sehenswertes Rathaus sowie eine ansehnliche Kirche aufzuweisen. Die Häuser, die die Straßen dazwischen säumen, sind aber schon sehr primitiv provinziell. Die Hauptsehenswürdigkeit ist aber auch die Schlosskirche, die als die schönste Barockkirche Thüringens gilt. Das hochbarocke Baudenkmal ist auch ausgesprochen spektakulär und für nur 1€ kann man durch die kleine, recht enge aber sehr hohe Kirche klettern: die zwei Emporen sind geöffnet und bieten einen tollen Blick in den reich verzierten Innenraum. Man könnte ruhig mal Turmbesteigungen (vielleicht für 1€ zusätzlich) anbieten: der Blick vom Turm auf die Stadt dürfte lohnend sein.
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So halbwegs lohnend ist auch ein Besuch beim wichtigsten Fußballverein Eisenbergs: die Eintracht spielt im malerischen Schortental. Für Landesklasse ist der Ausbau des Platzes aber sehr dürftig: das Beste am Sportplatz Schortental sind die Bewaldung und die enge Zuwegung mit Einbahnstraßensystem ohne Überholmöglichkeiten. Das Gasthaus am ausbautenlosen Dorffußballplatz wirkt auch sehr besuchenswert. 3,50€ Eintritt sind allerdings viel zu hoch für diese Klasse zumal man nicht einmal Sitzplätze zu bieten hat. Alles über 2€ sind bei so einem Stehplatzacker völlig daneben! Aber im Stadion des Friedens will man aufgrund der Rivalität zum anderen Club (Einheit) und vor allem der Entwurzelung – der Platz im Schortental ist halt die erste Spielstätte des Vereins – nicht spielen, was natürlich viel verständlicher ist, als der Eintrittspreis.

Es fand sich trotz allem eine gute Anzahl an Fans ein. Zwei Gruppen hatten auch Fahnen und gingen gut mit, eine Kindergruppe trötete und krakeelte immer wieder – mit dem sehr sachlichen Fan neben uns kamen wir auch bald ins Gespräch (er erklärte auch das mit den beiden Spielstätten). Der Verein Eintracht Eisenberg machte so schon einen guten Eindruck. Leider machte die Mannschaft anfangs keinen so guten...

Für beide ging es eigentlich schon noch um viel: Eisenberg hatte fünf Punkte Rückstand auf den Tabellenführer Thüringen Weida und könnte Bad Blankenburg und Stadtroda überholen um auf Platz 2 zu ziehen. Kraftsdorf war zwei Punkte hinter dem rettenden Ufer und mit einem Sieg wäre ein Vorbeiziehen an Teichel und Schleiz möglich gewesen. Ein paar Angriffsbemühungen gab es schon von der Eintracht, doch so richtig gut war das alles nicht. Zu allem Übel ging auch noch der ganz defensive und schwache Gast aus Kraftsdorf – liegt 12km südlich von Eisenberg zwischen Hermsdorf und Gera – mit einem ganz billigen Konter, der auch noch mit einem Handspiel am Torwart vorbeigebracht wurde, in Führung. Nun wachte Eintracht aber auf und drängte die Kraftsdorfer völlig zurück.

Nachdem man bis zum Seitenwechsel erfolglos geblieben war, startete man vielversprechend in die zweite Hälfte. Der Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten und war – ausgleichende Gerechtigkeit halt! – ein Abseitstreffer, der aber schön vollendet wurde. In der Folgezeit kam Kraftsdorf nicht ein einziges Mal vors Eisenberger Tor. Nicht mal den Strafraum betraten sie mit dem Ball! Die Mannschaft schien ohnehin mit der Liga oder zumindest diesem und etlichen anderen Spielen überfordert zu sein: technisch ganz schwach, läuferisch na ja, schusstechnisch mäßig und im Passspiel oft miserabel. Der hoch verdiente Siegtreffer fiel aber erst in der Nachspielzeit: ein herrlicher Schuss des Mannschaftskapitäns von Eintracht Eisenberg in den Torwinkel!

Nach diesem ganz ansehnlichen aber nicht gerade herausragenden Spiel das übrigens unter der Leitung eines recht auffälligen Schiedsrichters stand - dieser ließ eigentlich alles laufen: dass der da nicht ein, zwei Gelbe für Eisenberg und v.a. zwei, drei für den stets unsauber verteidigenden Gast zur Hand hatte, legte den Verdacht nahe, er hätte die Karten vergessen -, fuhren wir in die Innenstadt hoch und wunderten uns über das hervorragende türkische Bistro „Ferhat“: die hatten nicht nur Döner, sondern auch Pide („Schiffchen“ aus Teig mit Käse, Fleisch, Oliven etc.) und İskender Kebab (ein besonders gutes, überbackenes Dönertellergericht) – und das auch noch zu günstigen Preisen. In so einer kleinen Stadt tief im Osten muss man das wirklich nicht erwarten!

Die Rückfahrt verlief ziemlich gut: innerhalb von glatt 3 Stunden erreichten wir Merseburg.
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Statistik:
Grounds: 734 (heute 1 neuer; diese Saison: 140 neue)
Sportveranstaltungen: 1.523 (heute 1, diese Saison: 209)
Tageskilometer: 130 (130 Fahrrad)
Saisonkilometer: 56.280 (27.450 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.010 Bahn, Bus, Tram/ 2.680 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 71
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 303

Montag, 15. Februar 2010

W185II: In der Schnaudertalhalle nahe der Orangerie in Meuselwitz

HV Meuselwitz 27:20 TSV Eisenberg
Sonntag, 14. Februar 2010 - Anwurf 16.00
Landesklasse Staffel 4 (6. Handballliga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 27:20 nach 60 Min. – Halbzeit 11:10
Tore (Namen nach Gehör von Hallensprecher): K. Schulz 7, Höcker 5, Fuhrmann 4, Zimmermann 3, H. Schulz 3, Härling 2, Thiel 1, Willmar 1, Thurm 1 (HVM), Bergmann 6, Scholz 5, Otto 3, Deewald 2, Herweeg 2, Koris 1, [Nr. 10] 1 (TSV)
Zeitstrafen: Meuselwitz 8 Minuten (Thiel 4, Härling 4), Eisenberg 10 (Scholz 4, Deewald 2, Dennhard 2, König 2)
Platzverweise: keine
Spielort: Schnaudertalhalle (Kap. 600 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 100 (mindestens 1 Gästefan)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Einige schöne Tore, aber langsames Tempo)
Sightseeing: 6,5/10 (Hat sich gelohnt)
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Photos and English version:
1st: Villages on the way to Meuselwitz
2nd: Meuselwitz – Handball

Der Experte erkennt schon an der Überschrift, wo wir an diesem Sonntag waren: nämlich in Thüringen. Es mag zwar auch in der Nähe von Görlitz ein Meuselwitz geben, und deutschlandweit etliche lustige Ortsnamen, die oft eine ganz normale Bedeutung haben, doch die besten Ortsnamen – und im Übrigen auch Sportanlagen- und Sportvereinsnamen – finden sich immer noch in Thüringen. Da schaut man bei Kali Werra Tiefenort gegen Zipsendorfer FC Meuselwitz (gespielt wird im Kaffetälchen) oder bei Gumpoldia Gumpelstadt gegen Glücksbrunn Schweina in der Moorgrundarena Gumpelstadt zu. Ich hätte auch noch einen Besuch in Unterkatz oder Mengersgereuth-Hämmern zu bieten, gerne auch in Pfiffelbach oder Mönchpfiffel-Nikolausrieth...

Für Groundhopping zu Amateursportanlagen wie dem guten alten Dorffußballplatz oder kleinstädtischer Sporthallen, kann ich jedem Sachsen-Anhalter und Thüringer (es dürfte aber noch mehr Bundesländer mit zumindest einem vergleichbaren Angebot der Bahn geben) das Hopperticket empfehlen. Ich schreibe zwar ungern etwas Positives über die Deutsche Bahn, da es auch hauptsächlich Negatives darüber zu berichten gibt, aber einige Hopperticketstrecken sind z.B. echt gut. Von Merseburg aus lohnen sich die Zielorte Köthen und Bitterfeld halbwegs, Querfurt und Naumburg noch mehr und Bad Sulza und Zeitz vom Kilometerpreis am meisten. Alle sechs Orte sind hervorragende Startpunkte für Fahrradtouren in die Umgebung (wobei bis auf Bitterfeld auch jede dieser Ortschaften wenigstens halbwegs sehenswert ist), was trotz teils verschneiter Straßen und Temperaturen knapp unter Null an diesem wunderbar sonnigen Wintertag von uns genutzt wurde.
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Mit Umsteigen in Weißenfels geht es nach Zeitz weiter, von wo aus wir mit den Rädern nach Gleina (nicht mit dem Gleina bei Freyburg/ Unstrut verwechseln) aufbrachen. In Gleina bei Zeitz, was in der für die Gegend typischen mit Feldern übersäten Hügellandschaft liegt, wohl nur wenige hundert Einwohner und keinen Sportverein hat, fiel mir nur eine Kirche auf, die allerdings auch nicht so sehenswert war, jedoch als eine der ältesten des Burgenlandkreises gilt. Sieht man der überhaupt nicht an!

Also gleich weiter nach Würchwitz. Klingt nicht nur lustig, ist auch ein lustiger Ort, da er für die Produktion von Milbenkäse (Käse mit lebenden Milben drauf) berühmt ist, weswegen in der Ortsmitte eine große Skulptur einer solchen Milbe aufgestellt wurde. Würchwitz hat um die 600 Einwohner und mir ist nichts von Sport bekannt, wobei ich eine – allerdings sehr kleine – Sporthalle am Ortsausgang Richtung Suxdorf/ Bockwitz gesehen habe.

Der nächste Punkt war dann schon Spora, was ein wirklich sehenswertes Dorf ist. Besonders natürlich die Fachwerkkirche! Der Turm ist in schönem, sauberen weiß getüncht, mit dunkelbraunem Holz durchwirkt und mit mehreren Turmuhren versehen. Das Kirchenschiff ist in einem nicht ganz so guten Zustand. Etwas mehr als 800 Einwohner wohnen dort. Fußball wird im Ortsteil Nißma unter dem Namen SV Spora (oder auch SV Spora/ Nißma genannt) gespielt.
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Nach wenigen Kilometern hatten wir die Landesgrenze nach Thüringen überfahren und kamen nach Meuselwitz. Wir fuhren erst ein bisschen durch den Ortsteil Zipsendorf – das Gebäude einer Regelschule ist das Sehenswerteste dort, wobei auch die Kirche gar nicht so hässlich (nur eben schwer ergraut) ist – und liefen dann um die Orangerie Meuselwitz herum. Mit einem solchen barocken Bau mitten in der Prärie – davon, dass Meuselwitz in der direkten Nachbarschaft der alten Residenzstadt Altenburg läge, kann man nicht reden – rechnet man nicht unbedingt. Das zweite spektakuläre Gebäude in Meuselwitz ist das Rathaus im Tudorstil – passt eigentlich nochweniger in diesen Ort. Die Kirche hat eine interessante, bauchige Turmkonstruktion zu bieten und ist die dritte Sehenswürdigkeit im 11.000-Einwohner-Ort.

Nachdem wir bei einem Türken in der Nähe des auffälligen, hell-weißen, schlossartigen Rathauses noch eine Lahmacun gegessen hatten, machten wir uns auf den Weg zur Schnaudertalhalle. Diese moderne aber nicht gesichtslose, nur von außen wirklich hässliche Halle, mit ihren 600 Plätzen auf einer Längsseite, liegt 200m Luftlinie von der Orangerie entfernt direkt an der Bundesstraße. Heute stand ein Handballspiel des HV Meuselwitz an, der den TSV Eisenberg empfing. Eisenberg ist im benachbarten Saale-Holzland-Kreis zwischen Jena und Gera gelegen und hat etwa die gleiche Einwohnerzahl wie Meuselwitz. Eisenhart spielten sie nicht gerade, aber konnten lange die knappen Rückstände stets wieder aufholen. Bis zur Pause hatte Meuselwitz, als 6. gegen den 4. eher nicht favorisiert, maximal drei Tore vorn gelegen, doch nach 30 Minuten war es wieder nur eines. So sollte es eigentlich auch bleiben bis zur 50. Minute. Da brachen die Gäste plötzlich völlig ein und fanden erst sieben Minuten später, als sie schon neun Tore im Hintertreffen waren, wieder zu sich. So ging das Spiel 27:20 aus. Das ziemlich langsame Spiel hatte zwar etliche schöne Tore – vor allem Würfe aus spitzem Winkel direkt neben den Innenpfosten von einem der Meuselwitzer und die Heber des Eisenbergers Scholz – und die ein oder andere harte Aktion zu bieten, doch die technischen Mängel waren vielfach gravierend (Ball selbst auf den Fuß geworfen, Grottenpässe, beim Dribbeln gestolpert) und wie gesagt: es war langsam. Wäre das als Feldhandballspiel auf einem Fußballplatz ausgetragen worden, wäre den Handballfans, die gerne herumtrompeten „Handball ist ja viiieeeeel schneller als Fußball“ der Spruch im Halse steckengeblieben. Für die zwei mal sechs Feldspieler war der Weg von maximal 40 Metern pro Angriff aber noch halbwegs zu bewältigen. Dabei wurden sie von den gar nicht mal soooo wenigen Zuschauern leider nicht sonderlich unterstützt. Das war wie bei Buna Schkopau: da wird mit fetziger Mucke die Stimmung vorm Spiel anzuheizen versucht (bei Buna Dance-, Techno- und Rapmusik – in Meuselwitz Rap, die Ärzte und Rammstein), aber auf den Rängen bleibt es leise. Im Übrigen waren die Schiedsrichter wieder so gut, wie ich es vom thüringer Amateurhandball gewohnt bin.

Eine etwas andere und auch etwas kürzere Strecke fuhren wir dann nach dem Spiel zurück nach Zeitz.
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Statistik:
Ground Nr. 391 (ein neuer Ground; diese Saison: 60 neue)
Sportveranstaltung Nr. 954 (diese Saison: 96)
Tageskilometer: 140 (100 Bahn, 40 Fahrrad)
Saisonkilometer: 16.410 (12.120 Auto/ 2.200 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.090 Fahrrad/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 46
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 185