Mittwoch, 23. Dezember 2015

W491I: Empor in der Rostocker Stadthalle

HC Empor Rostock ..................................... 22
TSG Ludwigshafen-Friesenheim ............... 25
- Datum: Dienstag, 22. Dezember 2015 – Beginn: 19.30
- Wettbewerb: 2. Handballbundesliga (2. Profihandballliga)
- Ergebnis: 22-25 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 10-14
- Tore: Gruszka 7, Hovels 4, Pechstein 4, Papadopoulos 4, Zemlin 1, Lux 1, Meuser 1 (Rostock); Grimm 6, Dippe 4, Weber 4, Büdel 4, Lex 2, Schmidt 2, Dietrich 1 (Ludwigshafen)
- Gelbe Karten: Hovels, Zemlin, Pechstein (Rostock); Dippe, Büdel, Durak, Bankstrafe (Ludwigshafen)
- Zeitstrafen: 2x Hovels, 2x Zemlin, Becvar, Meuser, Lux, Pechstein, TW Kominek (Rostock = 18 Minuten); Grimm, Lex, Slaninka, Schmidt (Ludwigshafen = 8 Minuten)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Stadthalle Rostock (Kap. 3.000 Sitzplätze, heute 2.700 freigegeben)
- Zuschauer: ca. 2.100 (nach offiziellen Angaben angeblich 2.300 bis 2.900 Zuschauer; Gästefans mind. 10)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Sehr gutes und spannendes Spiel) Empor Rostock 22:25 Ludwigshafen-Friesenheim Photos with English Commentary:
Handball 2nd Division: Empor Rostock v Ludwigshafen-Friesenheim (at Stadthalle Rostock)

2. Handballliga in einer der sehr schönen Sporthallen Rostocks, die gleichzeitig auch die größte der Stadt ist: die Stadthalle. Auch Konzerte, Parteitage und ähnlicher Scheiß finden dort statt – doch regelmäßig wird hier auch Basketball und Handball ausgetragen. Die Stadthalle Rostock wurde Ende der 1970er gebaut. Von außen ist die verglaste Fassade interessant gegliedert, innen geht es verschachtelt über mehrere Etagen nach oben. Die Treppen mit Freiräumen zwischen den Stufen, die Geländer, die Leuchtelemente – alles schön altmodisch! Die Hallenbeleuchtung war hingegen toppmodern, sodass man mit bis zu einer Tausendstel Sekunde fotografieren konnte. Die 3.000 Sitze (1.300 auf den Längsseiten und 200 auf den sehr hoch gelegenen, boxenartigen Hintertorseiten) sind zwar offenbar neu, wurden aber im alten Stil voll gepolstert. Sehr bequem! Hab ich seit 2010 in Aleppo nicht mehr erlebt – und da waren solche Sitze nur auf der Tribünenmitte zu finden…

Das Spiel begann mit einigen Minuten Verspätung, da es technische Probleme mit der Zeitnehmersoftware gab und dann auch eine Schweigeminute für einen interessanten ehemaligen Empor-Handballer eingelegt wurde; Hans-Jürgen Hinrichs starb letzte Woche 82jährig. Als ich nach Hinrichs Sportkarriere im Internet gesucht habe, fand ich noch die Vita eines ebenso interessanter Ex-Empor-Handballers - Wolfgang Böhme - dessen Geschichte v.a. ein gutes Beispiel für das kriminelle Geflecht von DDR-Sportverbänden und den Instrumenten der SED-Diktatur ist. 

Als es dann los ging, deutete sich eine knappe Partie mit Vorteilen für die favorisierten Gäste an. Ludwigshafen-Friesenheim ist zwar als Sechster weit vom Aufstieg entfernt, aber Empor Rostock ist voll im Abstiegskampf und da gehen eher mal Würfe daneben. Als ein Problem sollte sich auch das einseitig zugunsten der Gäste pfeifende Nachwuchsgespann Grell/ Piper aus Schleswig-Holstein, verbunden mit der teils ruppigen Spielweise der Gäste herausstellen. Wenn die unsauberer spielende Mannschaft nur 8 Strafminuten und der fairere Gegner 18 bekommt, dann stimmt ja irgendwas nicht! Der bescheuerte Gästetrainer prollte trotzdem noch – natürlich ungestraft – gegen Schiris und Gegenspieler, was das recht gut mitgehende Publikum immer wieder aufregte. Empor feierte sich übrigens auf der Website für 2.200 verkaufte Karten und 2.350 oder gar 2.900 Zuschauer insgesamt: bei den Lücken die in den Außenbereichen der Oberränge und der Ersatzbestuhlung hinterm Tor klafften, können es aber kaum mehr als 2.100 Zuschauer gewesen sein – einige Hundert Frei- und Dauerkarten blieben also ungenutzt.

Leider blieben etliche Chancen der Rostocker, auch gerade vom Siebenmeterpunkt ungenutzt. Ludwigsburg nutzte Hingegen die vereinzelten Fehler der Gastgeber für Tore aus Tempogegenstößen aus. Drei Minuten vor Ende der Partie lag Empor mit drei Toren hinten. Das war erwartungsgemäß das Urteil für die Niederlage: 22-25 hieß es nach Ablauf der sehr spannenden und gutklassigen 60 Minuten! Empor Rostock 22:25 Ludwigshafen-Friesenheim Statistik:
- Grounds: 1.517 (1 neuer; diese Saison: 102 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.558 (1; diese Saison: 124)
- Tageskilometer: 30km (30km Auto)
- Saisonkilometer: 28.650 (17.860 Auto, davon 4.630 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 2.970 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 1.200 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 82 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 491.

Montag, 21. Dezember 2015

W490III: Hansa-U15 ohne Gegentor bei Hallenturnier, Piranhas mit Problemen gegen Crocodiles

Rostocker Eishockey Club Piranhas ............ 6
Crocodiles Hamburg im Farmsener TV ...... 5
- Datum: Sonntag, 20. Dezember 2015 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: Oberliga Nord (3. Eishockeyliga, 1. Halbprofiliga)
- Ergebnis: 6-5 nach 60 Min. (3x20) – Drittelergebnisse: 1-2, 2-2, 3-1
- Tore: 0-1 7.53 Jan Michalek (6th Pl.), 0-2 18.03 Markus Kankaanranta, 1-2 18.42 Eric Haiduk, 1-3 22.23 Tim Maier, 2-3 26.10 Tim Marek (PP1), 2-4 30.35 Anton Zimmer, 3-4 35.42 Florian Brink, 4-4 40.44 Michal Bezouska, 5-4 42.14 Tim Marek, 5-5 44.25 Nikolai Varianov, 6-5 47.58 Tim Dreschmann (PP1)
- Strafen: Tim Dreschmann, Florian Stockel/ Bankstrafe, Mario Hähnel, Vojtech Suchomer (Rostock = 8 Minuten); Stefan Tillert, Tim Maier, Max Cejka, Jan Michalek, Nikolai Varianov, Markus Kankaanranta (Hamburg = 12 Minuten)
- Austragungsort: Eishalle Rostock, Schillingallee (Kap. 2.000, davon 1.700 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 1.700 (davon 1.136 zahlende und offenbar keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Kein gutes Spiel, aber sehr spannend und auch torreich)

6. Copy & Paste Cup für B-Junioren
- Datum: Sonntag, 20. Dezember 2015 – Beginn: 10.00
- Wettbewerb: B-Junioren Hallenfußballturnier mit Teams aus Regional-, Verbands- und Kreisligen der U17
- Ergebnis: Sieger = FC Hansa Rostock U15
- Ergebnisse und Tabellen: siehe Statistik im Bild
- Austragungsort: Sporthalle Kopenhagener Straße, Halle 1 (Kap. 50 Sitzplätze) und Halle 2 (Kap. 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 100
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Überwiegend gute bis sehr gute Spiele) Under-17 indoor tournament at Sports Hall Kopenhagener Straße (Rostock) Photos with English Commentary:
a) Under-17 Indoor Football Tournament in Rostock
b) Ice Hockey in Rostock: Piranhas v Hamburg Crocodiles

Mein Vater hatte in der Lokalzeitung die Ansetzung eines Hallenturniers gefunden, das im Internet nur auf einer einzigen Vereinswebsite angekündigt war – nämlich der, des Rostocker FC. Der RFC trägt seit sechs Jahren mit der Unterstützung eines Copyshops – daher der behinderte Name „Copy & Paste Cup“ – ein B-Junioren-Hallenturnier aus, das auch immer hochkarätige Teilnehmer anlockt. So auch die U15 des FC Hansa Rostock, die in Mecklenburg-Vorpommern stets an Wettbewerben der U17-Altersklasse teilnimmt.

Das diesjährige Turnier fand in der für Zuschauer sehr engen Halle Kopenhagener Straße statt. Meist wurde früher in der Fiete-Reeder-Halle gespielt, die für Spieler wie auch Zuschauer topp ist, aber derzeit wegen der Flüchtlingssituation nicht benutzbar ist. Die Halle in der Kopenhagener Straße ist deshalb kurios, da sie zwei getrennte Hallen mit einem fünf Meter langen Durchgang verbindet. Halle 1 und Halle 2 sind dabei genau baugleich: es gibt nur auf einer Längsseite Zuschauerplätze, die aus Natursteinplatten über den Heizkörpern bestehen. Auch andere Elemente, wie Milchglasfensterwürfel zu den Funktionsräumen sind echt DDR. Das Parkett und die Wellblechdächer sind schon recht abgenutzt. Insgesamt ist die Halle (bzw. sind die beiden Hallen) architektonisch sehr ansprechend; aber bei einem Turnier mit 11 Mannschaften und dutzenden Zuschauern wird es verdammt eng…

Wir kamen etwas verspätet gegen 11 Uhr rein, trafen einige Bekannte und konnten dann einen souveränen Sieg von Hansa gegen Bentwisch (3:0) sehen. Der favorisierte FCH setzte sich u.a. durch Kapitän Julian Albrecht mit seinen sechs – teils spektakulären – Treffern, erwartungsgemäß als Gruppenerster durch. Gegen starke Stendaler hieß es 0:0, ansonsten hatten wir einen 6:0 Sieg gegen Rostocker FC II verpasst, sahen aber einen 6:0 Sieg gegen den kurzfristig eingesprungenen Underdog Lok Rostock, der leider auch mit 0 Punkten und 0 Toren Letzter wurde. Dann gewann Hansa 1:0 in einem tollen Spiel gegen starke Kicker von Lok Eberswalde. Im Halbfinale besiegten sie den starken Gastgeber ebenfalls mit 1:0. Das Finale gegen Schönberg 95 wurde dann eine Demonstration ihrer Überlegenheit: die West-Mecklenburger hatten nicht mal eine richtige Torchance und Hansa spielte sie nach Belieben aus; nach Ablauf der 12 Minuten Spielzeit hieß es 5:0.

Von den anderen Spielen, die wir sahen, gewannen wir auch einen positiven Eindruck vom Spielniveau. Nur Greifswald gegen Schönberg (0:0) war mal ziemlich schwach, doch wie der RFC 2:1 gegen Stendal gewann oder das 1:0 von Stendal gegen Bentwisch und nicht zu vergessen das hitzigste Spiel des Turniers – Eberswalde gegen Förderkader Rene Schneider (3:4 nach Siebenmeterschießen), wobei der Förderkader mit seiner unsauberen Spielweise die Streitereien zu verantworten hatte und der kräftig gebaute Schiri sich hier als noch größere Schnarchnase als sein ohnehin schon verpennter und noch kräftiger gebaute albanische Kollege hervortat – fielen unter die Kategorie sehr sehenswerter Juniorenfußball. Under-17 indoor tournament at Sports Hall Kopenhagener Straße (Rostock) Abends ging es noch zum Eishockey in die Schillingallee, wo ich Ende 2004 einmal war und daher keine Fotos der Anlage habe. Die lohnt sich aber trotz der extrem penetranten Werbung mit Banden und riesigen Bannern, die allerdings auf einen erfreulich guten Sponsorenpool schließen lässt, zu fotografieren: eine 10 reihige Sitztribüne auf einer Längsseite (hinter den altmodischen roten Bänken ohne Lehne gibt es auch eine VIP-Loge, in der Mitte der normalen Tribüne befinden sich ebenfalls VIP-Plätze). Eine baugleiche Tribüne findet sich auch hinter dem einen Tor, hinter dem anderen Tor kann man am Plexiglas stehen. Gestanden wird übrigens überall – und zwar AUF den Bänken. Stimmung ist trotzdem keine – auch trotz enormer Zuschauerzahl. Mindestens 1.700 Leute waren heute in der Halle – die offizielle Zuschauerzahl von nur knapp über 1.100 ist völlig abstrus.

Für die recht preisgünstigen 10€ (allerdings ist das v.a. im Vergleich zu NRW-Teams asi, dass es keine Ermäßigungen gibt: jeder Besucher ab 12 Jahre bezahlt den vollen Preis, U12 zahlt nichts, den Eltern einer Familie mit drei Kinder, die mit ihren 12, 14 und 16 Jahren auch noch kein eigenes Geld verdienen, werden also 50€ aus der Tasche gezogen) bekam man ein Spiel zweier schwächerer Oberligateams zu sehen. Die Rostocker Piranhas im Mittelfeld etwas hinter den Playoff-Plätzen zurück – die Hamburg Crocodiles vom Farmsener Turnverein sind nur Vorletzter. Hamburg startete ganz passabel und Rostock kam im ersten Drittel überhaupt nicht ins Spiel; kurz vor der Pause der Anschlusstreffer zum 1:2. Sofort nach Wiederanpfiff aber das 1:3 und auch nach dem zweiten Tor war Hamburg wieder am Drücker und die schwache Abwehr kassierte wieder einen Treffer. Nach dem zweiten Drittel stand es 3:4. Erst im letzten Drittel kam das Spiel richtig in Fahrt. Rostock zeigte jetzt, dass sie den Sieg gegen den dünn aufgestellten Gast unbedingt wollten: von 3-4 auf 5-4 in zweieinhalb Minuten. Hamburg kämpfte sich noch mal zurück, doch in der 48. Minute dann das 6-5 für Rostock, dass die Piranhas dann bis zum Schluss hielten. Rostock Piranhas 6:5 Hamburg Crocodiles Statistik:
- Grounds: 1.516 (2 neue; diese Saison: 101 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.557 (2; diese Saison: 123)
- Tageskilometer: 50km (50km Auto)
- Saisonkilometer: 28.620 (17.830 Auto, davon 4.630 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 2.970 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 1.200 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 82 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 490.

W490II: Kreisklasse in Klötenried und Panzer-Museum in Munster

SV Grün-Weiß Hodenhagen 1921 II ............ 2
Sportvereinigung Munster II ........................ 0
- Datum: Samstag, 19. Dezember 2015 – Beginn: 12.00
- Wettbewerb: 2. Kreisklasse Heidekreis (10. Liga, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-0 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 1-0 61. Daniel Viktor Bujtas, 2-0 82. Lucas Lippert
- Gelbe Karten: Florian Mahnke, Lucas Lippert, NN (Hodenhagen); Andre Sibbersen, Patrick Lawitzki (Munster)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Allerkampfbahn Hodenhagen, B-Platz (Kap. 720, davon 20 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 14 (davon ca. 6 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,0/10 (Der übliche müde Kick, den man in Niedersachsen im Amateurbereich geboten bekommt) Grün-Weiß Hodenhagen II 2:0 SV Munster II Photos with English Commentary:
a) Amateur Football: Hodenhagen Reserves defeat Munster Reserves
b) Sightseeing I: Tank and Army Museum in Munster
c) Sightseeing II: Churches in Hodenhagen, Gilten, Estorp and Landesberg

Über Weihnachten und Neujahr nutzte ich die Freizeit um zu meinen Eltern nach Rostock zu fahren. Wir werden dann auch noch einige sportreiche Tage in Schweden verbringen. Erstmal ging es am Samstag aber die NRW-Autobahnen voller Polen auf dem Weg in die Heimat bis nach Minden und ab dort die Landstraßen Niedersachsens und Mecklenburgs nach Rostock. Das ganze natürlich nicht ohne Sightseeing und Sport. Ab Passieren der Landesgrenze von Niedersachsen gab es einige Dorfkirchen, ein paar auch geöffnet, zu sehen. Lohnend war die in Landesberg – die in Estorp und Gilten waren zu. Die sehenswerteste Kirche befand sich allerdings in einem berühmten kleinen Ort mit dem schönen Namen Hodenhagen, der auch bekannt ist als Klötenried – obwohl seine ursprüngliche Bedeutung weder mit Hoden noch mit Klöten, Eiern, Nüssen oder Säcken zu tun hat. In Hodenhagen gibt es einen Safaripark, was sehr passend ist bei der landschaftlichen Einöde dort…

Etwas Besonderes ist Hodenhagen mit seinen 3.000 Einwohnern auch insofern, als dass es mit einem Sportverein, der u.a. Fußball und Handball im Spielbetrieb anbietet, einer der ganz wenigen deutschen Orte mit einem derb oder anzüglich klingenden Namen, der einen Sportverein mit Wettkampfbetrieb hat, ist. In Kotzen (Brandenburg) gibt es nur ein Freizeitteam, in Pissen (Sachsen-Anhalt), Fickmühlen (Niedersachsen), Tittenkofen (Bayern), Tuntenhausen (Bayern), Pups (Bayern), Petting (Bayern) und Ficker (Unterneukirchen, ebenfalls Bayern) gibt es keine Wettkampfsportanlagen und aufgrund der geringen Einwohnerzahlen auch keine Teams. Wobei mir da einfällt, dass ich doch mal in Hessen die TSG Wixhausen und deren bayrischen Freunde vom FC Wichsenstein besuchen sollte…

Zurück nach Klötenried: der SV Grün-Weiß Hodenhagen von 1921 hat u.a. Fußball und Handball zu bieten. Die Handballer hatten kein Spiel, wobei ich mir mal sicher noch eins auf dem Weg zu einem anderen Rostockaufenthalt hier angucken werde. Fußball gab es heute aber zu sehen und zwar die Begegnung der Reserve gegen den SV Munster: nur die Reserven in der 2. Kreisklasse, denn das Spiel der Ersten in der Kreisliga gegeneinander wurde einfach am Freitagabend auf irgendwann Januar oder März 2016 verlegt: also der Heidekreis ist schon beschissen organisiert! Ich hätte mir aber eh nur das erste Spiel angesehen, da ich noch zum Heimatort der Gastmannschaft wollte: nach Munster. Hodenhagen: church Der Sportkomplex in Hodenhagen heißt Allerstadion oder Allerkampfbahn und hat drei Fußballplätze und ein Vereinsheim zu bieten. Der Hauptplatz hat auf einer Seite eine Überdachung und auf zwei Seiten Sitzbänke. Seltsam platziert ist eine winzige Sitztribüne aus Holz und Metallrohren. Der Nebenplatz (B-Platz) hat nur ein paar Holzbänke zu bieten und drumherum viele Bäume. Platz III liegt außerhalb der Umzäunung im Wald und ist frei zugänglich.

Beim Spiel zwischen Hodenhagen II und Munster II fielen fast 60 Minuten lang keine Tore. Ein langweiliger, auch für die niedrige Spielklasse (die 10. und zweitunterste) qualitativ ganz schlechter Kick – wie so oft in Niedersachsen, wo ich eigentlich noch nie ein gutes Fußballspiel gesehen habe. Nachdem Munster überlegen war und einfach keinen Treffer zustande brachte, zeigte Klötenried etwas mehr in Hälfte zwei und ging glücklich in Führung. Das Spiel verlagerte sich dann zugunsten der Gastgeber und in der Schlussphase spielten die Hodenhagener noch ein schönes 2:0 heraus.

Dann ging es wie gesagt nach Munster weiter. In der ganzen Ecke in Ost-Niedersachsen gibt es Militärstandorte, in Munster auch ein passendes Museum zum Standort: das Deutsche Panzermuseum. Bei google wird nicht einmal das Berliner Pergamonmuseum so hoch gelobt wie dieses Ding in Munster (4,9 von 5,0 Wertungspunkten aus 85 Stimmen) – und in der Tat war das nicht zu viel versprochen. 7€ Eintritt (großzügige Ermäßigungen 3,50€) und dafür ist man zwei bis drei Stunden beschäftigt. Didaktisch wurde die moderne Geschichte der Panzer und Militärfahrzeuge sehr gut aufbereitet. Übersichtliche Tafeln, am Anfang der Ausstellung auch eine große Tafel, die auf den Zusammenhang zwischen den Streitwagen der Sumerer und Assyrer und eben der späteren Entwicklung, den Panzern, eingeht. Ebenfalls didaktisch gut: Kriegsfotos mit extremen Verletzungen sind für empfindliche Besucher in Schubladen gesteckt, die man bei Interesse erst herausziehen muss, sodass die Bilder nur von denen angeschaut werden, die wirklich sehen wollen wie ein Geschoss sich auf die Schädeldecke auswirkt, und dann die Waffenmodelle in Originalgröße und Gewicht, mit denen man zwar nicht schießen kann, aber man aber mal ein Gefühl für Griff und Gewicht bekommt – und apropos Gewicht: genial ist die Beschusshemmende Weste (kugelsichere Weste) die man anprobieren kann. Auch wenn es diverse Uniformen, Orden etc. zu sehen gibt: Hauptexponate des Museums sind natürlich Panzer und einige andere Militärfahrzeuge vom Kettenmotorrad aus dem Zweiten Weltkrieg über einen Trabant-Kübelwagen der NVA bis zum Minenwerfer der Bundeswehr und einem Minenräumgerät der UN. Und solche Fahrzeuge sind schon allein vom Erscheinungsbild her eindrucksvoll genug. Eine klare Empfehlung also für dieses Museum: wenn man sich schon gerade in dieser öden Ecke Deutschlands herumtreiben muss, kann man in Munster etwas sehr interessantes sehen! Tank and military museum of Munster (Panzermuseum Munster) Statistik:
- Grounds: 1.514 (1 neuer; diese Saison: 99 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.555 (1; diese Saison: 121)
- Tageskilometer: 620km (620km Auto)
- Saisonkilometer: 28.570 (17.780 Auto, davon 4.630 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 2.970 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 1.200 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 82 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 490.

W490I: Und wieder ein 10-1 für Troisdorf

Eishockeyclub Troisdorf ............................. 10
Neusser Eishockeyverein Ib .......................... 1
- Datum: Freitag, 18. Dezember 2015 – Beginn: 20.00
- Wettbewerb: Regionalliga West (4. Eishockeyliga, 1. Amateurliga)
- Ergebnis: 10-1 nach 60 Min. (3x20) – Drittelergebnisse: 4-0, 3-0, 3-1
- Tore: NN
- Zeistrafen: ziemlich viele
- Austragungsort: Eissporthalle Troisdorf, sog. Icedome Troisdorf (Kap. 1.500, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 300 (davon keine Gästefans?)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Wenn auch sehr einseitig, war das Spiel sehr gut, hart und packend) EHC Troisdorf 10:1 Neusser EV Ib Photos with English Commentary:
Amateur Ice Hockey: EHC Troisdorf defeat Neuss Reserves

Jedes Mal wenn ich zum EHC Troisdorf fahre, gewinnen die 10:1… OK, heute war es auch erst das zweite Mal, aber tatsächlich siegten die Troisdorfer zum zweiten Mal 10:1 und das gegen eine andere Mannschaft und als Spitzenmannschaft kann man die Troisdorfer noch nicht einmal bezeichnen.

Jedenfalls war das eine Idee von Moritz mal zu dem Spiel zu gehen – und ich muss sagen: das hat sich gelohnt. Troisdorf und Neuss II lieferten sich ein rasantes und ansehnliches Spiel, das allerdings schnell zugunsten der Gastgeber entschieden war. Es wurde mit vollem Einsatz gespielt, was bereits im 1. Drittel, nachdem Troisdorf über 10 Minuten brauchte um die Führung zu erzielen, ein Troisdorfer zu spüren bekam. Dass er bei einem Stockschlag zwei Zähne verlor ist schlimm – dass der Spieler in einen erhobenen Stock hineinfuhr und nicht etwa absichtlich geschlagen wurde, muss allerdings auch erwähnt werden. Die Strafe von 5 + Spieldauer war daher nicht nachvollziehbar. Das 2:0, das in dieser Überzahl fiel, war ebenfalls nicht nachvollziehbar: im Torkreis aus dem Handschuh gestochert aber trotzdem gezählt. Troisdorf war allerdings so klar besser, dass es nicht viel zu diskutieren gab. 4:0 zur ersten Pause.

Sehr zur Begeisterung der lautstark anfeuernden American Football-Fritzen der Troisdorf Jets hieß es im ebenfalls an Strafzeiten reichen zweiten Drittel schnell 7:0. Der Ehrentreffer fiel dann erst im Schlussdrittel, Neuss bekam noch mal eine zweifelhafte Hinausstellung, die zu doppelter Unterzahl führte, woraus am Ende das 10:1 – der Endstand dieser Partie, der trotz der beschriebenen Entscheidungen völlig verdient so war – resultierte.

Leider kann ich keine Statistiken wie bei den meisten Eishockeyspielen angeben, da beide Vereinsseiten schlecht sind und die NRW-Verbandsseite nur die primitivsten Statistiken beinhaltet. EHC Troisdorf 10:1 Neusser EV Ib Statistik:
- Grounds: 1.513 (kein neuer; diese Saison: 98 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.554 (1; diese Saison: 120)
- Tageskilometer: 30km (30km Auto)
- Saisonkilometer: 27.950 (17.160 Auto, davon 4.630 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 2.970 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 1.200 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 81 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 490.

Montag, 14. Dezember 2015

W489II: Türkei gegen Portugal auf dem Tennenplatz Josefshöhe und Schwule gegen Katholiken beim Handball in Köln

SC Janus Köln ............................................... 26
Deutsche Jugendkraft Sprtfrd. Leverkusen 23
- Datum: Sonntag, 13. Dezember 2015 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: 4. Kreisklasse Köln (11. und unterste Handballliga, 8. Amateurliga)
- Ergebnis: 26-23 nach 60 Min. (30/30); Halbzeit: 13-15
- Tore: NN
- Gelbe Karten: Nr. 2 (Janus); Nr. 8, 20 (DJK)
- Zeitstrafen: Nr. 20 (DJK = 2 Minuten)
- Platzverweise: keine
- Austragungsort: Sporthalle Joseph-Dumont-Schule (Kap. 600, davon 500 Sitzplätze; davon heute freigegeben: 280 (180/100))
- Zuschauer: ca. 20 (davon keine Gästefans?)
- Unterhaltungswert: 4,0/10 (Was soll man halt erwarten bei unterster Liga? War aber ein spannendes Spiel!)

SV Boluspor Bonn 1992 .................................. 2
Associacao Lusitania de Bonn ........................ 0
- Datum: Sonntag, 13. Dezember 2015 – Beginn: 14.30
- Wettbewerb: Kreisliga B, Bonn/ Gruppe 1 (9. Liga, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-0 nach 99 Min. (48/51); Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 45.+2 Erhan Akgül, 2-0 48. Mustafa Marmara
- Verwarungen: Bülbül Serkan, Eyüp Sultan Gül, Christopher Koep, Erhan Akgül (Bolu); 2x Nr. 15, Joao Camjo Dinis, Yassin Ajmedar (Lusitania)
- Platzverweise: Nr. 15 von Lusitania (43. Min. wg. wdh. Foulspiels)
- Austragungsort: Tennenplatz 2 an der Josephshöhe (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 70 (davon mind. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Sehr spannendes und emotionales Spiel)

TuS Bonn-Pützchen 1905 III ......................... 5
TV 1911 Bonn-Rheindorf ............................... 2
- Datum: Sonntag, 13. Dezember 2015 – Beginn: 12.15
- Wettbewerb: Kreisliga C, Bonn/ Gruppe 1 (10. Liga, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 5-2 nach 97 Min. (45/52); Halbzeit: 2-0
- Tore: 1-0 2. Hussein Abdul Karim, 2-0 44. Sezer Ceylan, 3-0 49. Sezer Ceylan, 4-0 57. Tobias Opiela, 5-0 75. Sezer Ceylan (Foulelfmeter), 5-1 86. Marcel Linke, 5-2 90. Marcel Linke (Foulelfmeter)
- Verwarungen: Waldemar Getze (Pützchen); Dennis Wirtz (Rheindorf)
- Platzverweise: TW Richard Schulz von Pützchen (87. Handspiel außerhalb des Strafraums)
- Austragungsort: Rasenplatz der Gesamtschule Beuel-Ost (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Ganz unterhaltsames Spiel) TuS Pützchen III 5:2 TV Rheindorf Photos with English Commentary:
a) Amateur Football in Bonn: TuS Pützchen v TV Rheindorf
b) Amateur Football in Bonn: Boluspor v Lusitania
c) Amateur Handball in Cologne: Janus v DJK Leverkusen

Sonntag ging es mit dem Rad erstmal quer durch Bonn. Die Gesamtschule Beuel-Ost hat sehr große Sportanlagen: in der Sporthalle wird auf regionaler Ebene Handball gespielt (war ich schon) und auf dem Hartplatz mit den spektakulären Graswällen werden regelmäßig diverse unterklassige Kicks durchgeführt (war ich auch schon). Nun fehlte noch der seltener genutzte Rasenplatz, der ebenfalls einige spektakuläre, künstlich aufgeschüttete Wälle und Hügel zu bieten hat. Die sind aber leider so zugewuchert, dass man die Spiele doch am besten von unten verfolgt…

Das Kreisliga-C-Spiel zwischen der III. Mannschaft von TuS Pützchen (meist werde hier ja nur Kleinfeld-Jugendpartien der JSG Beuel ausgetragen) und der I. vom TV Rheindorf verfolgte auch der Groundhopper Sport Event Hunter (www.on-the-move.info) mit seiner Frau. Wir bekamen ein ganz ansehnliches Spiel geboten, das mit einer sehr frühen Führung von Pützchen begann. Kurz vor der Pause erhöhten sie auf 2:0. Nach dem Seitenwechsel sorgten zwei schnelle Treffer und ein etwas umstrittener Foulelfmeter für eine sehr deutliche Führung.

Nachdem das Spiel also mit dem 5:0 entschieden war, verlor der Schiri etwas den Faden und Pützchen auch: 5-1 aus Abseitsposition, dann Handspiel des Torwarts angeblich außerhalb des Sechszehners und in jedem Fall in der Situation eine überzogene rote Karte, das 5-2 dann per Foulelfmeter in der 90. Minute und dann schließlich völlig sinnfreie 7 Minuten Nachspielzeit, in denen aber kein Tor mehr fiel… Boluspor 2:0 Lusitania (Kreisliga B, Bonn) Wieder quer durch Bonn mit dem Rad und zum Einlauf der Teams auf dem etwas zu stark gewässerten Tennenplatz 2 an der Josefshöhe – also in Sachsen-Anhalt hätten die Idioten das Spiel ausfallen lassen! Das Gestrüpp drumherum wirkt ja idyllisch, die Wohnsilos in Sichtweite geben dem Platz aber wiederum einen städtischen Anstrich. Interessant ist die zweistufige Stehtribüne auf der einen Längsseite – deren Betonstufen wirken ja sehr unscheinbar…

Heimelf ist hier der SV Boluspor, 1992 gegründet und einer der beiden türkischen Sportvereine Bonns (älter ist noch der Ligakonkurrent VTA/ Verein Türkischer Arbeitnehmer, der 1964 gegründet wurde und seitdem existiert). Der Verein heißt nach der Provinzstadt Bolu, etwa auf halbem Weg zwischen Istanbul und Ankara gelegen – ich denke, der Vereinsgründer stammte aus Bolu. Gegner war heute ein anderer ethnisch aufgestellter Club, nämlich die Associacao Lusitania – Lusitanien war eigentlich eine römische Provinz die noch mehr als nur Portugal umfasste, doch gilt heute als Synonym für diesen Staat auf der iberischen Halbinsel.

Auf dem Platz standen wohl nur zwei Deutsche, deren Familien länger als drei Generationen in Deutschland leben – auf jeder Seite je einer. Lusitania hatte auch noch zwei Araber und einen Türken auf dem Feld, aber natürlich überwiegend Portugiesen und Spanien. Wer außerdem noch alteingesessen deutsch war, war der Schiedsrichter. Und Sportfreund Holzem war eigentlich der beste Mann auf dem Platz!

Warum Lusitania – insbesondere mit solchen dauerhohldrehenden Deppen wie der 15, der 10 und dem Kapitän mit der 8 – Tabellenführer war vor diesem Spiel, war mit unbegreiflich. In der ganzen ersten Halbzeit brachten sie nicht mal einen Ball in den Strafraum, geschweige denn ins Tor. Boluspor war drückend überlegen, zwang v.a. den 15er zu Fouls, sodass dieser nach 43 Minuten vom Feld geschickt wurde und ging dann 1:0 in Führung. Nach der Pause legte Boluspor schnell nach zum 2:0. Allerdings kam ab der 49. auch mal Lusitania zum Zug: doch außer einem halben Dutzend Torschüssen, von denen auch nur einer an die Latte ging, bekamen sie bis zur 90. Minute nichts auf die Reihe, als dauernd zu foulen, zu pöbeln und zu schauspielern. Holzem hatte das alles aber sehr gut im Griff und entschied souverän und richtig und legte auch die richtige Sprache an den Tag: „Ach, ihr immer mit eurem scheiß „ey Schiedsrichter“-Geschrei... ich entscheide wann Foul ist und wann nicht“...

Erst in der Nachspielzeit verlor der Schiri einmal die Übersicht: Stürmerfoul Lusitania – dann geklärt –Revanchefoul vorm Strafraum von Boluspor – aber Freistoß Bolu – freigegeben – daraus resultierend das regulär erzielte 3:0 – doch vom Anstoßpunkt weg gibt Holtzem Freistoß für Lusitania an der Stelle des Revanchefouls (wäre halt 30 Sekunden vorher richtig gewesen, jetzt aber leider eine ganz grobe Fehlentscheidung). Rudelbildung, Spiel wird innerhalb von einer Minute zu Ende gebracht, noch mal Rudelbildung durch Lusitanias Kapitän und dem 10er, angeheizt durch die Vollpfosten auf der Wechselbank die mittlerweile den Platz gestürmt haben. Holtzem hat aber wieder alles im Griff und die Gastgeber reißen sich auch zusammen, sodass ich schon kurz nach Abpfiff wieder Heeme fahren kann. Die 2€, die der sehr freundliche Kassenwart erbat, haben sich also wirklich gelohnt anzulegen! Boluspor 2:0 Lusitania (Kreisliga B, Bonn) Doch noch mal vom Rad aufs Auto gewechselt, da es mit der Zeit und auch mit der Stadtbahn zu knapp wurde, und ab nach Köln-Nippes. Dort gab es in der untersten Handballliga eine kuriose Paarung. Denn es gibt ja nicht nur nach ethnischen Abstammungen zusammengesetzte Teams wie Boluspor und Lusitania: in Deutschland bekommt jede Minderheit einen eigenen Verein – auch Katholiken und Schwule…

Der SC Janus, benannt nach dem römischen Gott mit den zwei Gesichtern, da „er für einen Ausgleich von zwei Seiten einer Medaille [steht:] lachend und weinend, offen und in sich gekehrt, aber auch offen schwul /lesbisch und versteckt“ (so die Vereinswebsite), gilt jedenfalls als ältester schwul-lesbischer Sportverein Europas. Im politisch-korrekten Neudeutsch dieses ganz linken Milieus muss man aber darauf hinweisen, dass der Club auch besonders für bi-, trans-, inter- und asexuelle oder einfach prinzipiell für alle, die den Verein gut finden, ist. Denn das sympathische an der Truppe ist, dass sie für jeden offen ist, der nicht gegen die Statuten des Vereins verstößt, die keineswegs so eng sind, wie es erscheinen mag. Die Statuten einer DJK sind da enger, so auch die der DJK Sportfreunde Leverkusen, einem typisch katholischen Verein.

Es entwickelte sich natürlich trotzdem ein faires Spiel ohne Sticheleien oder dumme Sprüche – wenn dann tönte mal scherzhaft einer der Fans, der glaube ich nicht seine nasale Stimme extra verstellte um klischeehaft zu wirken, von der Tribüne in der luxuriösen Schulturnhalle, dass die Gäste ja nur auf Zeit spielen würden oder der Schiri Rot zeigen solle…

Die Partie wurde anfangs von den Gästen bestimmt, die nach 10 Minuten mit 3:6 und nach 15 mit 4-9 vorne lagen. Bis zur 25. hielt sich der Fünf-Tore-Vorsprung (8:13), dann kam Janus heran. 13:15 bei Pause. In einem spannenden, aber natürlich ziemlich behäbigen und technisch schwachen Spiel ging Janus nach 45 Minuten erstmals in Führung (20:19) und konnte diese Führung in den letzten Minuten sogar noch ausbauen: 26-23, da die überalterte DJK so stark abbaute.

Wer jetzt übrigens meint, dass es typisch sei, dass Deutschlands erster für die Rechte Homosexueller kämpfender Sportverein in Köln beheimatet ist, der sollte sich mal in Köln umhören. Bei allem Gepöbel von wegen "Schwulenstadt" und dem ganzen Gelaber von "immer Karneval und fünfe grad sein lassen": Köln und v.a. das Umland ist eine der konservativsten Gegenden Deutschlands und nach Bayern noch die Region Deutschlands, die die Bezeichnung "konservativ" auch am ehesten verdient. Man trifft viel eher einen Kölner, der einem erklärt, dass er "diese ganzen Homos abartig" findet und man denen nicht zu viele Rechte einräumen sollte, weil "sich sonst noch Männer in der Öffentlichkeit küssen und sowas Ekelhaftes machen" (wie das beim entsprechenden Thema auf big.fm mal ein Hörer ausgedrückt hat). Das Rheinland ist nicht in erster Linie gelassen-tolerant, sondern katholisch-spießig. Köln bietet lediglich als Großstadt jeder erdenklichen Gruppierung Möglichkeiten, sich auszuleben.
 SC Janus 26:23 DJK Leverkusen Statistik:
- Grounds: 1.513 (3 neue; diese Saison: 98 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.553 (3; diese Saison: 119)
- Tageskilometer: 90km (60km Auto, 30km Rad)
- Saisonkilometer: 27.920 (17.130 Auto, davon 4.630 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 2.970 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 1.200 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 81 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 489.

W489I: Futsal und Fraueneishockey

Postsport- u. Spielverein Wesel-Lackhausen 8
Universitäts FC Paderborn ............................ 7
- Datum: Samstag, 12. Dezember 2015 – Beginn: 13.30
- Wettbewerb: WFLV-Futsal-Regionalliga (1. Deutsche Futsal-Liga, Staffel des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes)
- Ergebnis: 8-7 nach 40 Min. (20/20); Halbzeit: 2-4
- Tore: 1-0 1.45 (5), 1-1 2.16 (7), 1-2 5.48 (10), 1-3 7.14 (17), 1-4 9.32 (13), 2-4 13.43 (25), 2-5 21.35 (8), 3-5 21.47 (9), 3-6 25.11 (11), 4-6 25.41 (9), 5-6 26.10 (2), 6-6 27.21 (Eigentor, 17), 7-6 29.13 (5), 7-7 30.31 (9), 8-7 32.29 (Tortwart-22)
- Fouls: Wesel 14 (9/5); Paderborn 9 (5/4)
- Verwarungen: Nr. 3, 7, NN (Paderborn)
- Platzverweise: keine
- Austragungsort: Rundsporthalle Wesel (Kap. 750, davon 550 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 4 (davon keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 8,0/10 (Drei Mal mit drei Toren (1:4, 2:5, 3:6) hinten und dann doch mit 8:7 gewonnen und das durch ein Feldtor des Torhüters – was für ein Spiel für Wesel!)

Eishockey Club Bergkamener Bären (FR) ... 5
Ski Club Garmisch-Partenkirchen (FR) ....... 1
- Datum: Samstag, 12. Dezember 2015 – Beginn: 18.30
- Wettbewerb: 1. Frauen-Eishockey Bundesliga (1. Spielklasse im deutschen Frauen-Eishockey)
- Ergebnis: 5-1 nach 60 Min. (3x20); Drittel: 2-0, 0-0, 3-1
- Tore: 1-0 6.16 Schwamborn, 2-0 9.31 Hahn, 3-0 45.46 Kanders, 4-0 49.12 Ziegenhals, 4-1 52.52 Ott, 5-1 55.24 Graeve
- Strafen: Ziegenhals (Bergkamen = 2 Minuten); 3x Lisichova, Dibowski, Bader, Schauer (Garmisch = 12 Minuten)
- Austragungsort: Eissporthalle Bergkamen-Weddinghofen (Kap. 350, davon 250 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 70 (davon angeblich nur 30 zahlende; keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Erfreulich gutes Spiel, das allerdings sehr von den Gastgeberinnen dominiert wurde) PSV Wesel-Lackhausen 8:7 UFC Paderborn Photos with English Commentary:
a) Futsal: Wesel-Lackhausen v UFC Paderborn (Rundsporthalle)
b) Women’s Ice Hockey: Bergkamen v Garmisch-Partenkirchen
c) Niederrhein: Wesel (Cathedral and Citadel)

Diesmal stand eine besonders lange Bahnfahrt an: fast zwei Stunden (erstaunlich pünktlich: nur 5 Minuten Verspätung am Zielort) dauerte es bis Wesel – mit meinem Studententicket hätte ich auch nur wenige Stationen weiter bis Emmerich kostenlos fahren können. Wesel stellte sich als recht lohnend heraus: auch wenn hässliche, planlose Nachkriegsarchitektur wie überall in NRW überwog – es gab mit dem Dom dann doch ein architektonisch sehr ansprechendes Gotteshaus und mit den Resten der Zitadelle und der Stadttore auch noch barocke Festungsanlagen. Auch wenn die Stadt mit 60.000 Einwohnern nicht ganz so klein ist: sie war enorm überlaufen durch einen Weihnachts- oder Samstagsmarkt oder beides. Der Markt wirkte aber ziemlich erbärmlich und eine Horde russischer Missionare war auch noch unterwegs; dieses Pack ist hier in NRW ähnlich präsent wie die Salafisten, die ich aber noch nie mit eigenen Augen in den Fußgängerzonen gesehen habe. Wesel In Wesel gibt es in der Straße de Tent gleich zwei interessante Hallen: eine Sport- und Veranstaltungshalle (Niederrheinhalle) und eine reine Sporthalle (Rundsporthalle). Die Rundsporthalle ist wirklich sehr schön gestaltet; innen ist das Runde klar erkennbar und die Tribünen sind als Mehrecke eingepasst: es gibt auf einer Längsseite und hinter den Toren Holzbänke, auf der anderen Seite wird gestanden. Wenn der Hallenwart mal wieder den Zuschauereingang abgesperrt hat, latscht man durch den Sportlereingang auf der Rückseite. Beim Futsal kann sowas gut passieren: außer mir waren nur drei weitere Zuschauer da, die auch alle direkt mit dem Verein zu tun hatten…

Ganz erbärmlich so eine Kulisse in so einer tollen Halle, für so einen tollen Sport und v.a. so ein tolles Spiel wie heute: der Tabellenletzte (Post Spiel- und Sportverein Wesel-Lackhausen 1928) holte seinen ersten Sieg – und das, obwohl der gut platzierte Universitätsfußballclub Paderborn 2014 nach einer schnellen Weseler Führung das Spiel drehte und dominierte: 2-4 bei Pause, dann 2:5 und in eine Druckphase der Gastgeber hinein das 3:6. Beide Teams machten es dann zunehmend dem Schiedsrichtergspann schwer, v.a. Wesel schauspielerte und maulte herum, auch Paderborn stieg mit vollem Risiko ein und beschwerte sich dann noch. Und Wesel drehte plötzlich die Partie: vier Tore in vier Minuten und schon stand es 7:6! Der Ausgleich folgte zwar auf dem Fuß, doch der Weseler Torwart rannte plötzlich mit der Pille am Bein nach vorne, spielte den anderen Torwart aus und netzte zum 8:7 ein. Was für ein Spiel! Noch einige packende Szenen in der Schlussphase, doch es blieb beim 8:7! PSV Wesel-Lackhausen 8:7 UFC Paderborn Umsteigen in Duisburg, da hatte der Anschlusszug 30 Minuten Verspätung und so wurde es knapp, als ich in Kamen ankam. Ein unglaublich hässlicher Ort ist das! Und dann musste ich noch 4km bis zur Eissporthalle im Ortsteil Weddinghoven laufen… Dort 18.35 angekommen, begann das für 18.30 angesetzte Spiel erst 18.40 – praktisch…

Die Eissporthalle ist ganz nett; wirkt von außen durch die Glasfronten modern, ist innen aber mit uralten Deckenelementen ausgestattet und die Holzbänke (drei Reihen auf der Längsseite) sind auch nicht so ganz neu. Die Männermannschaft spielt in der untersten Liga, die Frauenmannschaft in der bundesweiten 1. Liga. Es gibt nicht so viele Frauenteams in Deutschland, sodass ich die Chance nutzte, für 3€ mir so ein Match mal anzusehen. Die Zuschauerzahlen scheinen bei keinem Verein regelmäßig in den dreistelligen Bereich zu klettern, was schade ist, da zumindest diese beiden Teams – Bergkamen als 4. und Garmisch-Partenkirchen als 8. und damit Letzter – ein ganz ansehnliches Spiel lieferten.

Das Match wurde klar bestimmt von den Gastgeberinnen, die schnell 2:0 in Führung gingen. Das zweite Drittel blieb torlos, war aber keineswegs langweilig. Im letzten Drittel legte Bergkamen noch mal zu (4:0), ehe den Gästinnen aus Bayern mal ein Treffer gelang. Garmisch hatte aber einfach viel zu wenige Angriffe gefahren, sodass ihre Niederlage am Ende trotz eines 5:1 noch zu niedrig war. In jedem Fall kann man sich als richtiger Eishockeyfan auch mal ein Frauenspiel angucken: Tempo und Technik ist halt wie in unteren Männerklassen (NRW-Liga oder so), das körperbetonte Spiel fehlt halt etwas, was aber den Vorteil hat, dass nicht ständig wegen Schlägereien die Uhr angehalten werden muss. Wir sind halt nicht in Nordamerika wo Fraueneishockey erheblich populärer ist – logischerweise ist Kanada z.B. den Deutschen haushoch überlegen bei internationalen Wettbewerben im Fraueneishockey – und in der Spielweise auch eher dem Männerspiel gleicht: https://www.youtube.com/watch?v=UAp_hPxZT2Q

Noch mal knapp 40 Minuten Fußmarsch zum Bahnhof, dann weitestgehend pünktliche Züge voller Weihnachtsmarktprolls aus dem Ruhrpott via Dortmund, Essen und Köln nach Bonn gekriegt. Wenigstens habe ich das Ticket richtig genutzt… Bergkamener Bären 5:1 SC Garmisch-Partenkirchen Statistik:
- Grounds: 1.510 (2 neue; diese Saison: 95 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.550 (2; diese Saison: 116)
- Tageskilometer: 400km (390km Bahn, 10km Rad)
- Saisonkilometer: 27.830 (17.070 Auto, davon 4.630 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 2.970 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 1.170 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 79 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 489.

Montag, 7. Dezember 2015

W488I-II: Handball, Eishockey und Volleyball in Luxemburg und dem Elsass

Plobsheim Olympique Club Handball ....... 29
Handball Saint Brice Courcelles ................ 23
- Datum: Sonntag, 6. Dezember 2015 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: Nationale 2 Masculine, Poule 4 (2. Nationalliga der Männer, Staffel 4; 4. Französische Handballliga, 1. Amateurliga)
- Ergebnis: 29-23 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 11-12
- Tore: Krieger 8, Sy 6, Lehmann 6, Vetter 3, Loyau 3, Haas 1, Schull 1, Dhenin 1 (POC); Barthelemy 6, H. Haddad 4, Baumann 3, Laugier 2, Lemaire 2, F. Haddad 2, Perignon 1, Raffegeau 1, Duhamel 1, Hanafi (St. Brice)
- Gelbe Karten: Nr. 1, 14, 18 (POC); Nr. 11, 33, NN, Bank (St. Brice)
- Zeitstrafen: Nr. 1, 11 (POC = 4 Minuten); Nr. 12, 89 (St. Brice = 4 Minuten)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Espace multisports du Langensand/ POC Arena (Kap. 450 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 400 (davon 350 Zahlende und keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Sehr gutes Spiel!)

Ice Hockey Club Beaufort (Luxembourg) ... 4
Wölfe TSV Schott Mainz ............................... 2
- Datum: Samstag, 5. Dezember 2015 – Beginn: 20.15
- Wettbewerb: Rheinland-Pfalz-Liga (5. und unterste deutsche Eishockeyliga, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-2 nach 60 Min. (3x20) – Drittel: 1-0, 1-1, 2-1
- Tore: 1-0 0.46 Benny Welter, 2-0 25.26 Thiery Holtzem?, 2-1 37.39 Nr. 21, 2-2 59.11 Nr. 11, 3-2 59.51 Benny Welter, 4-2 59.58 Empty Net
- Zeitstrafen: Pit Hary? [2+10], Francois Schon, Xavier Thill, Eric Wambach (Beaufort = 18 Minuten); Nr. 17, 25, 93 (Mainz = 6 Minuten)
- Spielort: Äispist Befort bzw. Patinoire de Beaufort (Kap. 250 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 120 (davon keine Gästefans?)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Mäßiges Niveau, aber wirklich spannendes Spiel)

VC Résidence Walfer-Rollingergrund D ... 3
Volleyball Club Stengefort D ...................... 0
- Datum: Samstag, 5. Dezember 2015 – Beginn: 18.00
- Wettbewerb: Championnat du Luxembourg de volley-ball féminin, sogenannte Novotel Ligue Dames (1. Luxemburgische Frauenvolleyballliga)
- Ergebnis: 3-0 nach ca. 70 Min. (ca. 27/24/19 Min.) – Satzergebnisse: 25-19, 25-20, 25-12
- Spielort: Hall Omnisports Prince Henri, Hall I (Kap. 400 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 3 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Erstaunlich gutes Spiel, v.a. durch Walfer) Brandenbourg castle ruin Photos with English Commentary:
a) Handball in France: Plobsheim defeat St. Brice
b) Sightseeing in France: Strassbourg in Alsace Region
c) Ice Hockey in Luxembourg: Beaufort defeat Mainz (Germany)
d) Volleyball in Luxembourg: Walfer defeat Stengefort (Women)
e) Sightseeing in Luxembourg: Mullerthal, Vianden, Brandenbourg

Wegen dem Praktikum auf der Konferenz vom letzten Freitag bis diese Woche Montag hatte ich in der Vorwoche nur Montag und Mittwoch Spiele geschaut. Übers Wochenende fuhr ich diesmal wieder zu Khatereh nach Karlsruhe. Von dort aus machten wir Samstag und Sonntag Tagesausflüge ins benachbarte Ausland zusammen. Wobei Luxemburg nicht ganz so nah ist, Bonn sogar ein bisschen näher dran an am Großherzogtum als Karlsruhe – aber das Elsass ist ja direkt um die Ecke… Müllerthal: Schiessentümpel waterfall Samstag sahen wir dann von den angekündigten Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Luxemburg rein gar nichts, die Kontrollen sind wohl nur an der Grenze zwischen Luxemburg und Frankreich. Wir wanderten etwas im Müllerthal, der Kleinen Luxemburger Schweiz, herum: der Schiessentümpel ist ein kleiner Wasserfall, die Eulenburg (Eilebuerg) eine Felsformation auf der wohl mal eine Wehrbefestigung stand – in jedem Fall eine tolle Felsenlandschaft dort! Kurios war das Bombendenkmal in Konsdreff (Consdorf): ein US-Bomber hatte 1944 auf dem Weg nach Deutschland dort wegen eines Notfalls eine Bombe abwerfen müssen, die sich bei Consdorf in den Acker bohrte und dann erst in den 90ern entschärft werden konnte – das Ding ist nun mitten im Dorf ausgestellt… Die spektakulären Burgen bzw. gewaltigen Schlösser von Beaufort, Vianden und Brandenbourg besichtigten wir von außen. In Ansembourg gingen wir in den Schlossgarten. RSR Walfer 3:0 VC Steinfort Dann ging es zum Volleyball nach Walfer. Die Partie der Frauenliga zwischen Walfer und Stengefort wurde in der Sporthalle I der Prince Henri Halle ausgetragen. In der Sporthalle II, die fast genau baugleich ist mit einer schönen Obertribüne aus Naturstein die mit Bänken und Stühlen bestückt ist, wurde ein Juniorenbasketballspiel ausgetragen. Die Partie war auf unerwartet gutem Niveau, v.a. im ersten Satz gab es lange Ballwechsel und die Führung wechselte immer wieder. Am Ende hatte Walfer die Nase vorne mit 25:19. Auch der zweite Satz war erfolgreich für die Gastgeberinnen; 25-20 war knapper als nötig und zwei Durchhängern geschuldet. Der dritte Satz war dann v.a. nach der ersten technischen Auszeit eine Demontage der Mannschaft aus Steinfort. Walferdange siegte mit 25:12 und damit glatt mit 3:0. Ideal, denn mehr als drei Sätze hätten wir nicht gucken können – das Spiel war eh nur Lückenfüller zum Eishockey! RSR Walfer 3:0 VC Steinfort Der Anlass der Tagefahrt war ein Eishockeyspiel in Beaufort. Es gibt zwei Eissportanlagen in Luxemburg: in der Kockelscheuer südlich der Hauptstadt, wo der stärkere der beiden Clubs in der 3. französischen Liga spielt, war ich schon - nun fehlte noch die Äispist (patinoire, ice rink oder Schlittschuhbahn) in Beaufort. Dieser sehenswerte Ort mit spektakulärer Schlossruine hat nicht mal einen richtigen Fußballplatz (ein großer Bolzplatz befindet sich aber direkt neben der Eissportanlage) geschweige denn -verein – aber Eishockey gibt es in der fünften deutschen Liga (Rheinland-Pfalz-Liga) zu sehen. Bei vielen kleineren Sportarten in Luxemburg ist es ja so, dass es nur ein/ zwei Vereine gibt, die sich dann auf die Ligen der Nachbarstaaten verteilen. Beim Rugby muss ich z.B. mal noch den RC Walfer, der in Frankreich mitspielt, besuchen, nachdem ich letztes Jahr mal beim RC Letzebuerg war, der in Deutschland 2. Liga spielt. Im Eishockey sind aber ohnehin länderübergreifende Ligen nicht ungewöhnlich: am bekanntesten sind die KHL (Russland, Kasachstan etc.) und NHL (USA, Kanada), aber es gibt auch eine Golfstaatenliga (VAE, Oman, Katar etc.) oder regionale europäische (Belgien/ Niederlande, ein niederländisches Team spielt aber in der deutschen Oberliga Nord mit und weitere Teams bilden eine niederlande-interne Liga) Ligen.

Wie auch immer: die Äispist stellte sich als eine ziemliche Zumutung heraus. Dass 5€ Eintritt (inklusive Puck für das Gewinnspiel, den wir aber als Souvenir mitnahmen) genommen werden ist ja irgendwo noch OK, aber die einzige Tribüne (drei bis vier Stehstufen) ist mit einem Netz verhängt und die Plexiglasscheiben hinter den Toren sind ständig angelaufen. Saukalt ist es auch, da es sich um eine Freianlage handelt, die nur mit einem wie drei Kondome aussehenden Zeltdach überdacht ist. Ich stellte mich an die Seite vor die Tür zum Kabinentrakt, da dort kein Netz hängt. Also die Halle Kockelscheuer ist schon sehr viel angenehmer für die Zuschauer von Sicht und Komfort her.

Das Spiel war auch bei weitem nicht so gut wie in der Kockelscheuer. Rheinland-Pfalz ist halt nicht gerade die Eishockeyhochburg in Deutschland – außer Neuwied (einem starken halbprofessionellen Team) sind das alles Freizeittruppen. So auch die Wölfe vom TSV Schott Mainz, einem Verein mit dutzenden Sparten aus der Landeshauptstadt. In der Tabelle sieht es so aus, dass die Eifel-Mosel-Bären Bitburg klar führen und Mainz und Beaufort sich um Platz 2 streiten. Die anderen beiden Teams (Neuwied II und Zweibrücken II, Zweibrücken I spielt in der viertklassigen Südwest-Regionalliga mit Teams aus BaWü mit) sind ganz schwach.

Der Mainzer Torwart musste schnell hinter sich greifen: keine volle Minute um und schon 1:0 für die Luxemburger. Beaufort hielt dann den Vorsprung und konnte im zweiten Drittel wieder den Druck erhöhen: ein schöner Schuss aus Nahdistanz in den Winkel führte nach 26 Minuten zum 2:0. Erst kurz vor der letzten Pause gelang Mainz ein Treffer. Das letzte Drittel war dann über weite Strecken recht schwach, aber die letzte Minute war absolut packend. In Überzahl stocherte Mainz den 2:2 Ausgleich rein. Ich ärgerte mich schon, dass alles mit dem Penaltyschießen noch länger dauern würde, doch Beaufort gab alles und schoss das 3:2 ganze neun Sekunden vor dem Ende. Das 4:2 folgte als Empty Net Goal gleich sieben Sekunden später. Die Beforter schrieben auf ihrer Facebookseite dazu:
„Waat een Match, waat een Comeback! Nodeems den IHCB direkt an der éischter Minute mat 1:0 an Véierung geet, 49 Sekonnen virun Schluss den 2:2 Ausgleich kasséiert, bréngen se et faerdeg 12 Sekonnen an 2 Sekonnen virun Schluss nach 2 Goaler ze schéissen. Desen Match waerten d'Spiller an D'Zuschauer soubaal net vergiessen, ONBESCHREIWLECH. En groussen Merci un all di Leit di kucken komm sin an eis éischt Equipe esou gudd ennerstetzt hun.“ Rhineland-Palatinate Ice Hockey League: IHC Beaufort 4-2 Schott Mainz 
* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * Rhineland-Palatinate Ice Hockey League: IHC Beaufort 4-2 Schott Mainz Sonntag gab es dann doch mal Grenzkontrollen, aber auf der Europabrücke von Kehl nach Straßburg war nicht viel los und wir konnten ohne anzuhalten durchfahren. Teilweise gab es in der Vorwoche ja bis zu zwei Stunden Abfertigungszeiten an allen französischen Grenzen. Das ist verständlich, wobei man andererseits noch mal darauf hinweisen muss, dass alle Terroristen, die in Frankreich in den letzten Jahren (einschließlich Paris im November) irgendwelche Terrorakte ausgeführt haben, französische Staatsbürger waren und in Frankreich radikalisiert wurden oder Staatsbürger anderer europäischer Staaten und ebenfalls hausgemachte Terroristen waren; und damit keineswegs etwas mit Flüchtlingen zu tun hatten, die so über die Grenze geflohen kommen. Die Anzahl der Verfahren gegen Kriegsverbrecher aus dem Dunstkreis des Assadregimes, die sich unter die Syrien-Flüchtlinge gemischt haben, ist selbstverständlich auch nicht zu verachten - es sind bei weitem nicht nur Islamisten unter den Flüchtlingen; und diese ganzen Verbrecher sind auch nicht in der Mehrzahl, sondern nur eine kleine Minderheit. Dass es nicht sinnvoll war, die Grenzen so zu öffnen ist dennoch ein anderer Punkt...

Sightseeingmäßig interessierte heute nur Strasbourg. Leider stellte sich die größte Stadt des Elsass als überschätz heraus. Colmar fand ich z.B. viel sehenswerter: die Innenstadt ist baulich nicht mehr als Durchschnitt, die berühmte Kathedrale sah zwar von außen ganz gut aus, aber rein gingen wir nicht, da uns die Kontrollen zu lange waren – private Security sorgte für lange Schlangen an der Kasse, alles unter Aufsicht von Soldaten mit Maschinenpistolen – und eine andere bekannte Kirche, die protestantische St. Thomas, wusste zwar zu gefallen, aber wie gesagt war sie wirklich nichts besonderes. Was an dem Weihnachtsmarkt so toll sein soll, habe ich auch nicht kapiert: dutzende Polizisten patroullierten durch die Massen an rücksichtslos rumschiebenden, unfreundlichen Franzosen. Zigeuner und Penner bettelten trotzdem an vielen Ecken und teils aufdringlich. Also bei einem Aufenthalt im Elsass lohnt sich die Besichtigung von Burgen oder Schlössern (Haut Koenigsbourg u.a.) oder kleineren Städten mit historischem Zentrum (v.a. Colmar) mehr als diese überschätzte Metropole… Strasbourg Sportlich war heute nur ein Spiel auf dem Plan: ein Handballmatch der 1. Amateurliga, Nationale 2/ Staffel 4 (eine der 6 Staffeln der 4. französischen Liga; an dieser Staffel nehmen Teams aus dem Elsaß, Lothringen und der Champagne teil). Ausgetragen wurde unsere Partie in Plobsheim (französisch ausgesprochen: „Plob-seimm“) – einem der vielen deutschen Orte mit Heim am Ende in dieser Region…

Die Halle nennt sich POC-Arena (POC = Plobsheim Olympique Club), ist keineswegs 0815-Schrott, sondern gut gelungene Moderne. Außen mit gebrochenen Formen, innen mit einer symmetrischen Untertribüne mit orangen Sitzschalen, die außer in den Außenbereichen überall gute Sicht bieten. Es kamen auch immerhin knapp 400 Leute, die sich untereinander zum Großteil im elsässischen Dialekt unterhielten – endlich mal ein Spiel in Frankreich, wo ich die meisten Zuschauer verstanden habe… Französisch sprach nur der Hallensprecher, möglicherweise konnte der bei der Aussprache der Spielernamen auch nur Französisch: „Thomaa Kriischäär (Thomas Krieger)“, „Florijoo Fättäär“ (Florian Vetter), beim Gast auch noch der Araber Hamid Haddad (wird eigentlich mit zwei harten H am Anfang ausgesprochen): „Amiidö Addaadö“ – herrlich…

Das Spiel war noch besser als erwartet. Beide Teams lieferten sich ein packendes Hin und Her mit harter aber nie unfairer Abwehrarbeit und starken Torhüterleistungen – v.a. der dicke Elsässer im Tor der Heimmannschaft (Lionel Gasser) war ganz stark – sodass zwar nicht so wahnsinnig viele Treffer fielen, aber mehrere Male in jeder Spielminute Würfe aufs Tor abgefeuert wurden. Die Gäste aus der Champagne führten zwei Mal knapp, lagen Mitte der ersten Halbzeit aber schon mal mit fünf Toren hinten, was v.a. am starken Senegalesen Sy lag. In der zweiten Hälfte war dieser Sy zwar etwas abgemeldet, aber dafür legten Krieger und Lehmann richtig los und konnten Mitte des zweiten Spielabschnittes ganz gut davon ziehen. Am Ende siegte Plobsheim 29:23. Auch das Drumherum wirkte trotz sehr gemäßigtem Eintritt (5€, weitreichende Ermäßigungen 3€: eher Preise für fünfte Handballliga in Deutschland) viel professioneller als die 4. Liga (Oberligen) in Deutschland. Eine Mannschaft wie Plobsheim, ja auch immerhin auf Rang 3, schien mir auch in einer 3. Liga bei uns sehr gut mithalten zu können. Handball: Plobsheim Olympique Club 29:23  Saint Brice Courcelles Bedenkt man die Beschreibung, dass Paris Saint German die weltbeste Handballmannschaft derzeit sein soll, kann man nur sagen, dass sich Handballgucken in Frankreich mindestens so lohnt wie in Deutschland. Bedenkt man auch noch, dass PSG mehrheitlich mit einheimischen Akteuren spielt, während THW Kiel und Rhein-Neckar-Löwen und Co. ziemliche Söldnertruppen sind, wird sich dieses Verhältnis in den kommenden Jahren auch zugunsten von Frankreich verschieben! War also vielleicht nicht mein letztes Handballspiel in Frankreich – wollte ja mal vielleicht zum PSG.

Nach diesem unterhaltsamen Spiel wollten Khatereh und ich aber erstmal nach Karlsruhe zurück. Wir fuhren dann über die Brücke zwischen Illkirch und Offenburg, wo es ein bisschen Stau gab, aber kaum drei Minuten Verzögerung. Wir mussten ja auch nicht die Papiere zeigen, während die beiden Frauen vor uns – offensichtlich Araberinnen – einer strengen Kontrolle unterzogen wurden. Wäre Khatereh nicht nur auf dem Papier Muslima, würde sie wahrscheinlich Kopftuch tragen und wir wären heute nicht ohne Kontrolle nach Frankreich rein bzw. aus Frankreich raus gekommen…

Ich fuhr erst Montagfrüh nach Bonn zurück, da ich erst nachmittags an die Uni musste. Die nächste Sportveranstaltungen werden wohl Samstag in Westfalen sein: Futsal, Fußball und Eishockey. Am Sonntag ist mal Faustball in Hagen geplant. Handball: Plobsheim Olympique Club 29:23  Saint Brice Courcelles Statistik:
- Grounds: 1.508 (Samstag 2 neue, Sonntag 1 neuer; diese Saison: 93 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.548 (Samstag 2, Sonntag 1; diese Saison: 114)
- Tageskilometer: 1.390km Auto (Freitag 260km Auto, Samstag 660km Auto, Sonntag 200km Auto, Montag 270km Auto)
- Saisonkilometer: 27.430 (17.070 Auto, davon 4.630 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 2.580 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 1.160 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 79 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 488.