Freitag, 27. April 2012
W300II: Punkteteilung bei den Alten Herren von Eintracht und TSV
Eintracht Bad Dürrenberg AH 1:1 TSV Leuna 1919
AH Datum: Freitag, 27. April 2012 – Anstoß: 18.00
Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren
Ergebnis: 1:1 nach 69 Min. (35/34) – Halbzeit: 1:0
Tore: 1-0 12. Nr. 6, 1-1 54. Mario Melchior
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Eintracht (Kap. 1.200 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 15 Gästefans)
Photos with English Commentary:
Die Altherrenmannschaft der Eintracht Bad Dürrenberg ist mittlerweile wirklich zu den leistungsstärksten des Landkreises und somit des gesamten südlichen Sachsen-Anhalts zu zählen. Allerdings sind auch unter den Voraussetzungen Spiele zwischen Bad Dürrenberg und Leuna keine übermäßig sehenswerten. Von Leunas Alten Herren habe ich so viele gute Spiele gesehen – aber nie war Bad Dürrenberg ein Gegner in einem wirklich guten Spiel.
Auch heute ging es eher zäh los und erst ein Sturmlauf durch die Abwehr, der zur Bad Dürrenberger Führung führte, war eine erste sehenswerte Szene. Danach waren die Gastgeber die aktivere Mannschaft, aber ohne sich absetzen zu können. Leuna kam nur zwei Mal gefährlich vors Tor bis zur Pause.
Nach dem Seitenwechsel ging es besser vor dem Dürrenberger Tor zur Sache und umgekehrt hatte nun der Gastgeber weniger Chancen. Mario Melchior schoss dann irgendwie noch durch die Beine des zweiten Dürrenberger Torwarts zum mittlerweile verdienten Ausgleich ein. Alles in allem war das 1:1 eine gerechte Punkteteilung und das niedrige Resultat spiegelte wieder, dass das hier kein Offensivfestival – wie viele andere Altherrenspiele die ich gesehen habe – war, sondern ein sehr technisch und taktisch geprägtes Spiel. Bad Dürrenberg stand so was von sicher, dass Leuna kaum durchkam und in Hälfte zwei schaffte Leuna es dann auch die Angriffe der Dürrenberger zu neutralisieren.
Statistik:
Grounds: 725 (heute kein neuer; diese Saison: 131 neue)
Sportveranstaltungen: 1.505 (heute 1, diese Saison: 191)
Tageskilometer: 30 (30 Fahrrad)
Saisonkilometer: 53.960 (25.730 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.000 Bahn, Bus, Tram/ 2.090 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 53
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 300
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W300I: Spannender 3:2-Sieg am Donnersberg
TSG Halle-Kröllwitz 1964 B 2:3
Eintracht Bad Dürrenberg/ TSV Leuna B
Eintracht Bad Dürrenberg/ TSV Leuna B
Datum: Donnerstag, 26. April 2012 – Anstoß: 18.00
Wettbewerb: B-Junioren Kreisklasse Saalekreis/ Halle (5. und unterste Spielklasse der 14-16jährigen)
Ergebnis: 2:3 nach 80 Min. (40/40) – Halbzeit: 1:1 Tore: 0-1 12. Robert Renn, 1-1 26. Nr. 9, 1-2 43. Philip Mandache, 2-2 51. Nr. 9, 2-3 58. Philip Mandache
Verwarnungen: Nr. 8 (TSG); 5, 13 (EBD/ TSV)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Donnersberg (Kap. 500 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 6 Gästefans)
Photos with English Commentary:
Nach einem recht langem Tag in der Uni – erst im Büro des Institutsleiters um die anstehender Bachelorarbeit zu besprechen, dann Seminar und schließlich stundenlange Recherche in der Bibliothek vom Orientinstitut – gab es zum Start ins verlängerte Wochenende ein sehr interessantes Jugendspiel auf einem der schönsten Plätze der Stadt Halle. Am Donnersberg, einem recht eindrucksvollen Felsen im Stadtteil Kröllwitz, gab es das Wiederholungsspiel des zu Saisonbeginn wegen eines Sportunfalls eines Kröllwitzers abgebrochenen Duells zwischen TSG Kröllwitz und Eintracht Bad Dürrenberg/ TSV Leuna.
Die Gäste schwächelten zuletzt leicht, wobei sie nach wie vor beste Chancen auf den Aufstieg haben, und Kröllwitz gewann zwei Mal hintereinander mit 5:2. Heute sollte das Spiel nicht 5:2, sondern 3:2 – allerdings nicht zugunsten von Kröllwitz – enden. Das Spiel war von Anfang an gut und ausgeglichen geführt. Mit der ersten richtigen Chance nach 12 Minuten ging Bad Dürrenberg/ Leuna auch in Führung: stark herausgespielt, souverän gegen die Laufrichtung des Torwarts vollendet! Ein weiteres Tor wurde aberkannt, da der unsichere Torwart angeblich gefoult wurde. Nach fast einer halben Stunde konnte dann Kröllwitz ausgleichen: ein Aussetzer des ansonsten guten Torwart der Spielgemeinschaft, behindert wurde er genauso wie sein Gegenüber, doch gezählt wurde der Kröllwitzer Treffer - im Gegensatz zum zweiten der Gäste - sehr wohl.
Nach der Pause ging Dürrenberg/ Leuna aber auch schnell ein zweites Mal in Führung. Auf dem holprigen Platz ging es flott hin und her und aus spitzem Winkel setzte es dann den erneuten Ausgleich. In dem ohne Durchhänger guten Spiel war es erneut der Gast, der in Führung ging. Das 3:2 nach 58 Spielminuten sollte dann auch der Endstand sein. Es war wirklich kein einfacher Sieg für Bad Dürrenberg/ Leuna, da ein überraschend starker Kröllwitzer Gegner und ein ungewohnter, da enger und unebener Platz zu überwinden waren. Somit wurde von den B-Junioren die erste von drei Aufgaben der nächsten sechs Tage gelöst: Nummer zwei ist das Spitzenspiel der Liga gegen Bennstedt/ FSV 67 am Sonntag und Prüfung Nr. 3 schließlich das am 1. Mai (Dienstag) in Beuna auszutragende Pokalfinale!
Statistik:
Grounds: 725 (heute kein neuer; diese Saison: 131 neue)
Sportveranstaltungen: 1.504 (heute 1, diese Saison: 190)
Tageskilometer: 50 (30 Fahrrad, 20 Bahn)
Saisonkilometer: 53.930 (25.730 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.000 Bahn, Bus, Tram/ 2.060 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 52
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 300
Sonntag, 22. April 2012
W299III: Der letzte Ground in Leipzig
SV Turbine Leipzig II 5:1 Leipziger FC 07 II
Datum: Sonntag, 22. April 2012 – Anstoß: 13.50
Wettbewerb: 3. Stadtklasse Leipzig (12. und unterste Spielklasse, 7. Amateurliga)
Ergebnis: 5:1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 1:0
Tore: 1-0 19. (Nr. 9), 2-0 48. (3), 3-0 55. (5), 4-0 58. (10), 4-1 63. (9), 5-1 70. (8)
Vergebener Elfmeter: 69., Nr. 3 LFC schießt übers Tor
Verwarnungen: 2, 9 (Turbine); 3, 5 (LFC)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Turbine/ Goethesteig (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 15 (davon ca. 3 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Wirklich gutes, schnelles und sehenswertes Spiel)
Photos with English Commentary:
Den letzten der 47 im Männerspielbetrieb der Stadt Leipzig genutzten Plätze wollten wir heute besuchen. Der Sportplatz Goethesteig im Süden von Leipzig, fast schon in Markkleeberg, ist die Heimstätte von Turbine Leipzig. Turbines Erste Herren spielen Stadtklasse, die Reserve 3. Stadtklasse und als Drittplatzierter auch recht erfolgreich. Als ehemalige BSG der Energieversorger haben sie auch eine Auswahlmannschaft der Stadtwerke unter ihrem Dach. Passend zur Geschichte steht ein fetter Strommast hinter dem von Bäumen umgebenen Platz.
Eigentlich wollten wir im Anschluss noch zum Bezirksklassespiel nach Störmthal, aber der Schiedsrichter, der für das Turbine-Spiel angesetzt war, erschien nicht. Bis Ersatz von der SG LVB aufgetrieben war, verging fast eine volle Stunde. Als es endlich losging, konnte man aber schon schnell sagen, dass sich das Warten gelohnt hatte. Es entwickelte sich ein flottes und sehenswertes Spiel. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde ging Turbine in Führung: ein etwas kurioser Freistoß aus 20m unter die Querlatte.
Nach der Pause wurde die Partie noch besser: Turbine wurde immer stärker und legte nach 48 Minuten nach – ein Freistoß aus 40 Metern flog hoch ins Eck. Natürlich ein Fehler des nicht gerade sicheren Keepers vom LFC, aber natürlich trotzdem ein herrlicher Schuss! Das 3:0 war souverän gemacht: aus 15 Metern trocken abgezogen. Das 4:0 war dann noch vor dem 2:0 der beste Treffer der Partie: der 10er läuft bis zur Torauslinie, fast auf Höhe der Eckfahne, und bringt den Ball hoch aufs Tor, dieser fliegt über den Schlussmann in den langen Winkel. Ein genialer Treffer! Das 4:1 war recht einfach abgeschlossen und ein zweiter Treffer von LFC II wäre auch einfach möglich gewesen, doch der Elfmeterschütze setzte seinen Schuss zu hoch an. Nur je einen weiteren Angriff auf jeder Seite später und es stand 5:1 nach einem starken Sturmlauf des Turbine-Achters. Dieses deutliche Resultat stand dann auch am Ende auf der nicht vorhandenen Anzeigetafel. Das war heute ein wirklich gutes Spiel mit herrlichen Toren!
Wir gingen noch, da es im Sportlerheim von Turbine nur Bockwurst gab, in die Gaststätte an der Radrennbahn Windorfer Straße (Alfred-Rosch-Kampfbahn). Wie immer hervorragendes Essen, nur die Preise sind im Vergleich zu einem Sportlerheim etwas höher.
Statistik:
Grounds: 725 (heute 1 neue; diese Saison: 131 neue)
Sportveranstaltungen: 1.503 (heute 1, diese Saison: 189)
Tageskilometer: 100 (100 Auto)
Saisonkilometer: 53.880 (25.730 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 2.980 Bahn, Bus, Tram/ 2.030 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 51
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 299
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W299II: Viele Tore in Plaußig, wenige in Meuchen und das letzte Saisonspiel der Leunaer Handballer
Plaußiger SV 1899 E 0:12 Knautkleeberger SC 1864
Datum: Samstag, 21. April 2012 – Anstoß: 10.00
Wettbewerb: 2. Stadtklasse Leipzig, Staffel 1 (5. und unterste Spielklasse der 8-10jährigen)
Ergebnis: 0:12 nach 50 Min. (25/25) – Halbzeit: 0:5
Freundschafts-Neunmeterschießen: 2:5 nach 12:13 Schützen
Tore: 0-1 6. (Nr. 12), 0-2 8. (3), 0-3 10. (4), 0-4 13. (10), 0-5 17. (12), 0-6 26. (4), 0-7 35. (15), 0-8 38. (8), 0-9 40. (7), 0-10 42. (6), 0-11 43. (7), 0-12 48. (8)
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Plaußig (Kap. 1.000 Stehplätze, davon 500 Stehplätze ums Kleinfeld herum)
Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Einseitiges aber ansehnliches Juniorenspiel)
Meuchener SV 1951 II 0:1 SV Burgwerben II
Datum: Samstag, 21. April 2012 – Anstoß: 13.00
Wettbewerb: 1. Kreisklasse Burgenland, Staffel 2 (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 0:1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0:0
Tor: 0-1 76. (Nr. 8)
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Meuchen (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 3,0/10 (Ein Wunder, dass bei zwei derartig unfähigen Truppen überhaupt ein Tor gefallen ist...)
Meuchener SV 1951 1:2 FC Rot-Weiß Weißenfels II
Datum: Samstag, 21. April 2012 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Kreisliga Burgenland, Staffel 2 (10. Spielklasse, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 1:2 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit: 0:1
Tore: 0-1 33. (Nr. 1, Eigentor), 1-1 47. (Nr. 10), 1-2 90. (Nr. 11)
Verwarnungen: Nr. 11 (RW WSF)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Meuchen (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 2 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Nicht gerade herausragendes Spiel, das in einem Duselsieg für den Gast endete)
SG Saaletal Reichardtswerben-Prittitz II
27:22 TSV Leuna 1919 Handball
Datum: Samstag, 21. April 2012 – Anwurf: 17.30
Wettbewerb: Bezirksklasse Sachsen-Anhalt Süd (8. Spielklasse, 5. Amateurhandballliga)
Ergebnis: 27:22 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 14:14
Torfolge: 0-1, 2-1, 2-8 (!), 6-8, 6-9, 8-9, 8-10, 9-10, 9-12, 13-12, 13-13, 14-13, 14-14; 14-17, 16-17, 16-18, 17-18, 17-19, 24-19 (!), 24-20, 27-20, 27-22
Siebenmeter: 6 von 6 Saaletal, 2 von 2 Leuna
Gelbe Karten: 3x Saaletal; 3x Leuna
Zeitstrafen: Saaletal 8 Minuten; Leuna 10 Minuten
Disqualifikationen: keine
Spielort: Sporthalle Prittitz (Kap. 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon Gästefans: ca. 10)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Anfangs richtig gutes Spiel litt in zweiter Hälfte unter der Trotzreaktion des TSV, der nach fragwürdigen Entscheidungen gegen sich das Spiel abschenkte)
Photos with English Commentary:
a) Leipzig Youth Football: Plaußiger SV v Knautkleeberger SC
b) Amateur Football in Meuchen: Meuchen II v Burgwerben II, Meuchen I v Rot-Weiß Weißenfels II
c) Amateur Handball: SG Saaletal v TSV Leuna 1919
Respekt, dass Plaußig kämpft bis zum Schluss: die E-Jugend-Mannschaft aus dem Stadtteil am nordöstlichen Stadtrand Leipzigs ist Tabellenletzter mit 2:168 Toren und 0 Punkten aus 15 Spielen. Auch gegen den Zweiplatzierten aus Knautkleeberg, der aus 14 Spielen 13 Siege und nur eine Niederlage davontrug, traten sie tapfer an und holten sich ihre Niederlage ab.
Auf der gesichtslosen Wiese am Stadtrand entwickelte sich sofort ein einseitiges Spiel. Wie so oft bei Jugendmannschaften, die im Punktspielbetrieb kein Land sehen, war auch beim SV Plaußig zu merken, dass die Spieler einfach jünger als ihre Konkurrenten und somit körperlich und trainingsmäßig schlicht unterlegen waren. Das Zusammenspiel stimmte weitestgehend nicht und wenn man zwei Köpfe kleiner und 20kg leichter ist als der Gegner, dann kann man auch kaum einen Ball behaupten. Knautkleeberg schoss sich warm und kam nach sechs Minuten zu einem ersten Treffer aus Nahdistanz. Der aufmerksame Torwart wurde dabei getunnelt. Das 0:2 war für ihn noch ärgerlicher, da man einen Eckball direkt an ihm vorbei schmuggelte. Bis zur Pause hieß es aber noch sehr glimpflich 0:5.
Nach dem Seitenwechsel ging das einseitige Duell weiter und ein herrlicher Schuss unters Tordach sollte das halbe Dutzend für den KSC sichern. Nach 10 Minuten Leerlauf legte KSC noch mal richtig los und schoss Plaußig doch noch mit 0:12 ab. Die einzigen beiden Chancen für die Heimmannschaft reichten leider nicht zum Ehrentreffer aus. Erst im freundschaftlichen Neunmeterschießen brachte Plaußig den Ball mal am sicheren KSC-Keeper vorbei. Allerdings in 12 Versuchen auch nur 2 Mal, sodass es am Ende 2:5 in diesem außerhalb der Wertung laufenden Wettbewerb hieß. Das Hinspiel war mit 13:1 übrigens ähnlich hoch ausgegangen. Das niedrigste Resultat für Plaußig war eine 0:3 Niederlage, das höchste ein 0:23. Beide Juniorenmannschaften des SV Plaußig (E wie D) haben leider seit der Teilnahme am Spielbetrieb in dieser Saison noch nicht einen Punkt geholt. Aber irgendwann ist immer das erste Mal: also weiter Jungs!
Nach kurzer Besichtigung des Rittergutes und der Kirche Plaußig, fuhren wir nach Meuchen bei Lützen, wo es eine noch interessantere Kirche gibt, weiter. Die Meuchener Reserve ist punktgleich mit Goseck II Drittletzter und der Gegner, der heute auf dem kahl am Rande von Feldern mit Blick nach Leipzig gelegenen Sportplatz Meuchen – auf dem man als nicht-einheimischer Zuschauer misstrauisch und unfreundlich beobachtet wurde – zugast war, ist souveräner Tabellenführer und sicherer Aufsteiger in die Kreisliga Staffel 2: Burgwerben marschiert mit 46 Punkten und 117:10 Toren aus 16 Spielen locker voran. In dieselbe Kreisliga-Staffel dürfte auch die LSG Goseck, die in der Kreisklasse St. 3 führen und mittlerweile auch das beste Torverhältnis haben nachdem man heute Delitz II mit 20:0 schlug, aufsteigen – was mich besonders freut!
Von Souveränität war im Spiel der Gäste aus Burgwerben aber nichts zu spüren: nichts mit zweistellig wie die LSG! Ohne Ende Chancen versemmelt, in Hälfte zwei ging es mit gegenseitigem Vollmaulen los und erst knapp 15 Minuten vor dem Abpfiff der Siegtreffer mit einem Aufsetzer ins Eck. Meuchen hatte kaum 5, Burgwerben hingegen an die 20 Torchancen. Dass sie nur eine davon nutzten war erbärmlich. Zudem ließen Ballbehandlung und gesamtes Auftreten nicht den Schluss zu, dass diese Mannschaft mit der Kreisliga zurechtkommen wird. Ich hoffe, dass das heute eine negative Ausnahme war. Würde der SVB nicht sonst besser spielen, wäre er nicht so souverän Spitzenreiter. Man muss aber auch festhalten, dass der Sieg heute völlig verdient war. Nur wie unattraktiv er zustande kam, ist halt ärgerlich.
Das Spiel zwischen Meuchen I, die 6 Punkte vor den Abstiegsplätzen liegen, und der Rot-Weiß-Reserve aus Weißenfels, die mit ein paar Punkten mehr im Mittelfeld zu finden ist, war etwas besser. Ein Eigentor des Torwarts nach einer scharfen Ecke eröffnete recht früh die kleine Torflut. In Hälfte zwei glich Meuchen früh aus. Das Spiel zog sich langsam ziemlich. Also erstmal Fischbrötchen (1,00€) und Bratwurst (1,50€) fassen. In der Schlussminute erzielte die weniger aktive Mannschaft den äußerst glücklichen Siegtreffer mit einem schönen Konter, der allerdings nur durch einen groben Abwehrfehler ermöglicht wurde. Der 1:2-Sieg für die Rot-Weißen war reichlich lächerlich.
Schließlich ging es noch zum Handball nach Plotha-Plennschütz. Drittletzter Saaletal gegen Dritter Leuna: Auf- wie Abstieg sind schon entschieden – nicht zuletzt auch durch den Beschiss des Staffelleiters beim Fall Langenbogen gegen Leuna – für keinen geht es mehr um was; doch ein gutes Spiel zeigten die beiden Teams bis in Hälfte zwei hinein trotzdem!
Leuna zog schnell mit sechs Toren davon, doch nach einer Auszeit drehte Saaletal die Partie. Zur Pause stand es Unentschieden, 14 beide. Nachdem die erste Hälfte intensiv und sehenswert war, litt die zweite Hälfte unter nun aus heiterem Himmel kommenden lächerlichen Hinausstellungen und Siebenmetern gegen den TSV. Die Leunaer reagierten trotzig und schenkten das Spiel ab. Als die Partie entschieden war, fingen sich auch die komischen Unparteiischen wieder. Insgesamt muss man diesen 27:22 Sieg der Saaletal Reserve als reichlich billig bezeichnen. Die sympathischen älteren Heimfans mit denen wir sprachen, waren auch nicht gerade begeistert vom Spiel.
Auf die kommende Saison mit Leuna-Handball darf man wieder gespannt sein: eine gute Platzierung kann wieder drin sein, etliche sehenswerte Spiele wird es ganz sicher geben!
Statistik:
Grounds: 724 (heute 2 neue; diese Saison: 130 neue)
Sportveranstaltungen: 1.502 (heute 4, diese Saison: 188)
Tageskilometer: 130 (130 Auto)
Saisonkilometer: 53.780 (25.630 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 2.980 Bahn, Bus, Tram/ 2.030 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 50
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 299
Freitag, 20. April 2012
W299I: Weiter geht’s mit Altherrenfußball... Diesmal in Leuna!
TSV Leuna 1919 AH 1:1 VfB IMO Merseburg AH
Datum: Freitag, 20. April 2012 – Anstoß: 18.00
Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren
Ergebnis: 1:1 nach 70 Min. (35/35) – Halbzeit: 0:1
Tore: 0-1 27. (Nr. 11), 1-1 51. Mario Melchior
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Stadion des Friedens (Kap. 5.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 3 Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Von beiden Mannschaften bin ich Besseres gewohnt – alles in allem aber kein schlechtes Spiel)
Photos with English Commentary:
Nach dem Altherrenkick in Coimbatore (Tamil Nadu, Indien) am letzten Sonntag, ging es nach der Rückkunft nach Deutschland bald weiter mit den Altherrenspielen. TSV Leuna traf im Stadion des Friedens auf VfB IMO und konnte trotz klar höherer Spielanteile und etlicher Chancen nicht in Führung gehen. Die Abwehr der Gäste vom Merseburger Ottoweg war einfach zu gut. Mit dem zweiten Angriff aufs Leunaer Tor ging Merseburg nach einem Standard auch in Führung.
In der zweiten Hälfte sah es so aus wie in der ersten: Leuna die aktivere Mannschaft, aber vorne lange erfolglos. Erst Mario Melchiors Flachschuss ins von ihm aus rechte Eck sorgte für den längst fälligen Ausgleich. Trotz etlicher weiterer Chancen gelang es dem TSV nicht einen Sieg einzufahren. Am Ende musste man als Leuna-Fan noch froh sein, dass die IMO mit der Hälfte der Chancen des TSV – zum Spielende waren sie mit drei Angriffen aufs Tor ungewöhnlich aktiv gewesen – nicht noch zu einem ihrer üblichen Duselsiege kam.
Die Punkteteilung war für die IMO sehr glücklich, aber wenn man vorne nicht durchsetzungsfähig genug ist wie der TSV heute leider, dann kann nicht mehr als so ein Unentschieden von 1:1 herauskommen. Von beiden Mannschaften habe ich schon deutlich bessere Spiele gesehen, aber mit der Kritik sollte man es nicht übertreiben: schließlich gab es auch etliche gute Spielzüge und Torszenen zu sehen!
Statistik:
Grounds: 722 (heute kein neuer; diese Saison: 128 neue)
Sportveranstaltungen: 1.498 (heute 1, diese Saison: 184)
Tageskilometer: 20 (20 Fahrrad)
Saisonkilometer: 53.650 (25.500 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 2.980 Bahn, Bus, Tram/ 2.030 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 47
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 299
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IND-XXXII: Praktikum in Indien, Zusammenfassung
Was bei einer Reise nach Indien zu beachten ist:
Indien hat 28 Bundesstaaten, die sich nicht wie Sachsen und Schleswig-Holstein, sondern wie ganze Staaten (z.B. Deutschland und Russland) unterscheiden. Ob Landschaft, Sehenswürdigkeiten oder Auftreten und Sprache der Menschen. Ich kann wegen meinem Aufenthalt im Süden nur für die drei Staaten Kerala, Karnataka und Tamil Nadu sprechen.
Bevor man nach Indien reist, sollte man sich bewusst sein, dass dieses Land möglicherweise das Abschreckenste ist, was man je gesehen hat: es ist unglaublich dreckig und unordentlich, bis auf das Bussystem und die rassistische Segregation nach Ethnie, Religion, Schicht (Kaste: gilt auch für Nicht-Hindus) funktioniert gar nichts so wie es sollte, in vielen Gegenden ist die Sehenswürdigkeitendichte eher gering, wobei man wenigstens nach langer Fahrt die ein oder andere richtig schöne Sehenswürdigkeit zu sehen bekommt – und wer nun hofft, dass die Menschen einem den Aufenthalt mit all seinen Unzulänglichkeiten verschönern, wird sich in den meisten Bundesstaaten erschrocken mit der Realität konfrontiert sehen: die Mehrheit der Inder lebt zwar ziemlich hinterm Mond, überschätzt sich und sein Land aber maßlos und tritt entsprechend unfreundlich und arrogant auf. Ehrlichkeit und Gastfreundlichkeit zählt in den meisten Staaten nicht zu den Tugenden. Eine positive Ausnahme bildete da nur Tamil Nadu und nach Aussage verlässlicher Mitstudenten von mir auch Punjab.
Besichtigungstipps:
Folgende Sehenswürdigkeiten habe ich mir angesehen. Die Wertung erfolgt wie bei Sportveranstaltungen, also 10 Punkte sind maximal zu erreichen!
1. Platz: Bangalore, Karnataka (7,0/10)
Richtig schönes englisches Schloss mit interessantem Museum, Eintritt aber überhöht. Festung ganz ansehnlich. Sehr schöner botanischer Garten. Englische und islamische Architektur in der Innenstadt sehenswert. Alles in allem eine sehr sehenswerte Stadt, aber die Menschen dort sind abartig unfreundlich, unehrlich und unsympathisch.
1. Platz: Ooty, Tamil Nadu (7,0/10)
Viele besonders freundliche Menschen, angenehmes Klima mit viel Sonne aber kühler Bergluft, starke Berglandschaft, toller botanischer Garten (allerdings fehlen oft Beschilderungen), nette englische Architektur.
3. Platz: Kochi, Kerala (6,0/10)
Vor allem Fort Kochi ist architektonisch ansehnlich, Vypeen hat noch mit dem Fort und zwei Kirchen etwas zu bieten. Am Rande der Stadt gibt es noch einen netten Palast mit Garten (Hill Palace). Insgesamt wohl die sehenswerteste Stadt in Kerala.
4. Platz: Palakkad (3,5/10)
Ganz sicher die sympathischste Stadt in Kerala, wobei das wohl am tamilischen Einfluss liegt. Die Festung ist ganz ansehnlich, eine interessante Kirche gibt es, im Umland ist es landschaftlich sehr schön, also besser als anderswo in Kerala.
5. Platz: Guruvayur (3,0/10)
Außer dem Elefantenpalast und einem nur für Hindus zugänglichen Tempel gibt es nichts zu sehen. Aber die Viecher im Palast sind schon recht eindrucksvoll.
6. Platz Kottayam (3,0/10)
Kottayams Kirchen sind teilweise einen Blick wert, ansonsten ein ziemlich langweiliges Nest.
7. Trichur (1,5/10)
Abartig dreckige und hässliche Stadt. Aber ein Tempel und eine Kirche sind ganz ansehnlich.
7. Kozhikode (1,5/10)
Ein paar ordentliche Strände, ein paar nette Sakralbauten. Aber nichts wirklich Sehenswertes.
9. Coimbatore (1,0/10)
Sehr hässliche Stadt ohne richtige Sehenswürdigkeiten, aber ein halbwegs ordentlicher Zoo und richtig nette Menschen.
Fortbewegung:
Man nimmt am besten den Bus: die fahren sehr zuverlässig, relativ schnell (also 40km sind in Kerala in einer Stunde zu schaffen, in manchen Bundesstaaten mehr), man geht einfach am Busbahnhof fragen welcher Bus nach dem gewünschten Ziel fährt und erhält Auskunft; meist muss man nur wenige Minuten warten bis der gewünschte Bus kommt, in den man einsteigt (teilweise ist zu beachten, dass bestimmte Sitze vorne für Frauen reserviert sind und hinten für Rentner gedacht sind) und beim Schaffner einen Fahrpreis von ca. 1€ pro 100km entrichtet. Langstreckenbusse müssen mitunter reserviert werden. Dabei sollen Internetanbieter unzuverlässig sein und nur am Schalter wirklich zuverlässig ein Platz zu kriegen sein. Nach einer Weile wird man sich an das Busfahren gewöhnen, sich nicht mehr über fehlende Fenster wundern und die Fahrer sehr zu schätzen wissen. Busfahrer bei einer staatlichen Gesellschaft ist für einen einfachen Inder ein richtig cooler Job! Wenn ich das Pech hätte, in Indien, z.B. in Tamil Nadu, in eine einfache Schicht geboren worden zu sein, wäre ich sicher Busfahrer beim TNSRTC...
Ein Mietwagen ist zwar sicher ein schönes Abenteuer und als erfahrener und guter Fahrer bekommt man das Chaos schon gemeistert, aber es ist unverhältnismäßig teuer ein Auto zu mieten: zur Grundmiete kommen Gebühren, Maut, Versicherung usw. hinzu. Alle anderen Verkehrsmittel funktionieren unzulänglich bis gar nicht: Finger weg von Inlandsflügen von Kingfisher, Indigo und dem ganzen Gesindel – und Finger weg von den beschissenen Zügen!
Groundhopping in Indien:
Es gibt eine ganze Menge schöne Stadien in Indien. OK. Aber gute Sportler? Auweia! Außer erste Cricketliga, die auch sauteuer ist (aber ebenso schöne Stadien zu bieten hat, wie die Fußballliga, und oft enthusiastischere Stimmung), ist das Niveau meist grauenhaft. Und Cricket ist ja nun nichts für den „normalen“ Groundhopper...
Also in Indien ist in Sachen Fußball mal ganz knapp gesagt eines der letzten Länder wo man hinmuss. Vielleicht lohnt sich das Derby von Kalkutta oder ein Spiel der Nationalmannschaft, aber unter sportlichen Gesichtspunkten reicht ein Transitvisum: bloß weiterfliegen nach irgendwo in die Nachbarstaaten, wo es vielleicht etwas ansehnlicher ist...
Fazit:
Im Rahmen so eines Universitäts-Praktikums hat sich der Indienaufenthalt richtig gelohnt, aber wenn man nur nach Indien privat verreist und dieses Land nicht als Sprungbrett in Nachbarstaaten nutzt, wird man wahrscheinlich enttäuscht sein. Ich kann Indien niemandem empfehlen!
Montag, 16. April 2012
IND-XXXI: Bundesstaat Nr. 3 – Tamil Nadu (Teil 3)
* Altherrenfußball und Zoobesuch in Coimbatore *
Kallimadai Veterans FC 1:1 Coimbatore Veterans FC
Datum: Sonntag, 15. April 2012 – Anstoß: 8.00
Wettbewerb: Coimbatore District Veterans Football Association League (Pokalwettbewerb für Altherrenfußballmannschaften des Stadtkreises Coimbatore)
Ergebnis: 1:1 nach 45 Min. (22,5/22,5) – Halbzeit: 1:0
Tore: 1-0 xx. (?), 1-1 37. (Nr. ?)
Verwarnungen: keine?
Platzverweise: keine
Spielort: Nehru Stadium Coimbatore (Kap. 30.000 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 30 Neutrale
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Ein paar schöne Spielzüge und ein geniales Tor: insgesamt ganz ansehnliches Spiel)
Kovaipudur FC Veterans 1:1 Challenger’s Veterans FC
Datum: Sonntag, 15. April 2012 – Anstoß: 9.00
Wettbewerb: Coimbatore District Veterans Football Association League (Pokalwettbewerb für Altherrenfußballmannschaften des Stadtkreises Coimbatore)
Ergebnis: 1:1 nach 45 Min. (22,5/22,5) – Halbzeit: 1:0
Tore: 1-0 1. (Nr. 10), 1-1 34. (Nr. 7)
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Nehru Stadium Coimbatore (Kap. 30.000 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 40 (darunter ca. 5 Challenger’s Fans)
Unterhaltungswert: 2,5/10 (Unterirdisch schlechtes Spiel, aber wenigstens zwei Tore und eine Streiterei auf dem Platz)
Photos with English Commentary:
Am Sonntagmorgen gab es dann auch an diesem Wochenende endlich eine Sportveranstaltung zu sehen. Wir sahen zwei Spiele des Altherrenfußballturniers im weitläufigen Nehru Stadionkomplex von Coimbatore. Dieses Stadion bietet Platz für 30.000 Zuschauer auf der umlaufenden Tribüne, die mit drei überdachten Bereichen (die meisten Plätze haben aber keinen Regenschutz), und dutzende Geschäfte in der Rückwand bestückt ist. Für ein indisches Stadion ist es sehr sauber und auch der Zustand der Betonstufen ist gar nicht so schlecht.
Das erste Spiel zwischen Kallimadai Veterans Football Club (KMVFC) und Coimbatore Veterans FC war ganz ansehnlich. Es kamen ein paar gute Spielzüge und Kombinationen zustande, wobei weder Technik noch Zusammenspiel (typisch indischer Egoismus halt) auf dem Stand von einer besseren deutschen Altherrenmannschaft wie IMO Merseburg oder TSV Leuna waren. Vor allem aber gab es ein tolles Tor zum Ausgleich für Coimbatore VFC: aus 35 Metern schoss einfach mal einer über den 15m vor seinem Kasten stehenden Torhüter von KMVFC – der Ball sprang im Fünfmeterraum noch mal auf und flog ins Tor. Ein herrlicher Treffer!
Das zweite Spiel – Kovaipudur FC gegen Challenger’s VFC – sollte so etwas nicht bieten können. Allerdings landete hier schon der erste Angriff von Kovaipudur im Tor. Danach war aber sehr viel Leerlauf und beide Mannschaften bewiesen, dass sie nicht zusammenspielen können: Fehlpässe und Fehler aus Eigensinnigkeiten ohne Ende! Die Challenger’s glichen noch weit in der zweiten Hälfte aus, sodass auch dieses Spiel mit einem 1:1 endete.
Nach diesem Kick gingen wir in den hinterm Stadion gelegenen Zoo. Für 3 Rupien (0,04€) Eintritt hätte ich Schlimmes erwartet, aber der Zoo war gar nicht so schlecht. Sehr viele Vögel und Flughunde, aber auch Affen, Schlangen, Krokodile, ein Kamel, ein paar Wildhunde und Schildkröten gab es zu sehen. Der sehr freundliche und über unseren Besuch sehr angetane Zoodirektor ließ Anja einen der Makaken füttern. Diese waren übrigens normal ernährt, im Gegensatz zu der Schwabbel-Makake die im Institut in Kottayam als Maskottchen gehalten wird... Ansonsten schienen die Tiere auch gesund zu sein, nur waren die Käfige sehr kahl. Das größte Problem des Zoos von Coimbatore ist einfach der Geldmangel, durch den keine Bepflanzung oder Spielgeräte für die Tiere in den ansonsten ausreichenden Gehegen angeschafft werden können. Einzig die Vogelvoliere ist auf so einem modernen Stand: Pelikane und andere Wasservögel haben hier ausreichend Platz sich im Schilf zu verstecken, das um einen Teich herum angepflanzt wurde, der groß genug für Tiefflugübungen ist.
Mit dem Bus ging es dann nach Palakkad weiter, wo wir zu Mittag aßen, und via Thrissur kamen wir am Abend in Kottayam an. Dieses letzte Wochenende hier in Indien war doch noch mal ein schöner Abschluss. Tamil Nadu ist erheblich sympathischer als Kerala oder Karnataka! Wenn die Leute in allen indischen Bundesstaaten so wären wie in Tamil Nadu, würde es sich viel mehr lohnen, die beschwerlichen langen Fahrten durch das unsaubere und oft eintönige Indien auf sich zu nehmen!
Statistik:
Grounds: 722 (heute 1 neuer; diese Saison: 128 neue)
Sportveranstaltungen: 1.497 (heute 2, diese Saison: 183)
Tageskilometer: 250 (250 Bus)
Saisonkilometer: 44.850 (25.020 Auto/ 14.820 Flugzeug/ 2.980 Bahn, Bus, Tram/ 2.010 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 46
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 298
IND-XXX: Bundesstaat Nr. 3 – Tamil Nadu (Teil 2)
* In die Berge von Ooty *
Photos with English Commentary:
Samstagfrüh steuerten wir erst den falschen Busstand, der fußläufig von unserem Hotel aus liegt, an. Dort fahren keine Busse mehr nach Ooty, sodass wir eine Rikscha nahmen, die uns zum 4km nördlich gelegenen New Bus Stand brachte. Der Fahrtpreis ist mit 100 Rupien (1,30€) zehnmal so hoch wie eine Busfahrt zwischen den beiden Stationen. Das stellten wir aber erst auf der Rückfahrt fest.
Die Busse des TNSRTC sind nicht so überragend: auf jeden Fall schlechter als die vom KSRTC (Kerala). Aber trotz schwachem Motor schaffte es der Bus bis nach Ooty. Dort angekommen herrscht ein völlig anderes Klima. Man denkt, man sei noch mal in einem anderen Land: die Luft ist kühl und klar wobei trotzdem die Sonne brennt und Ooty ist auch die erste indische Stadt die ich gesehen habe, die weitestgehend sauber ist. Viele britische Kolonialbauten, nette Kirchen, ein paar ganz ansehnliche Hindutempel...
Auf der Pferderennbahn waren leider schon alle Samstagsrennen gelaufen worden, aber die Bahn war natürlich auch ziemlich britisch. Alle Wettsüchtigen hingen noch herum und holten sich Informationen über andere Rennen, einige grüßten uns auch und freuten sich über ausländischen Besuch, obwohl nach Ooty gar nicht mal so wenige Touris kommen.
Man wird aber hier trotzdem immer wieder von Einheimischen gegrüßt und vor allem bei einem Besuch im botanischen Garten trifft man viele nette Leute. Der botanische Garten selbst ist auch sehr ansehnlich. 20 Rupien Eintritt (und 30 Fotogebühr), dafür gepflegte englische Gärten, ein Bergpark mit eindrucksvollen Bäumen in toller Berglandschaft, ein paar Glashäuser mit europäischen und amerikanischen Pflanzen. Auch einen italienischen Garten mit symmetrischen Rabatten gibt es. Die Leute, die wir trafen, waren natürlich auch interessant: ein Zahnarztehepaar aus Coimbatore, Jugendliche aus Chennai, eine Gruppe junger Männer, die mit uns Fotos machten aus Coonoor...
Zurück ging es dann etwas schneller mit dem Bus. Bergab durch die tolle Berglandschaft mit den Serpentinenstraßen: herrlich! Dieser Samstag hat sich auch ohne Sport wirklich gelohnt!
Statistik:
Tageskilometer: 200 (190 Bus, 10 Autorikscha)
Saisonkilometer: 44.600 (25.020 Auto/ 14.820 Flugzeug/ 2.730 Bahn, Bus, Tram/ 2.010 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
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IND-XXIX: Bundesstaat Nr. 3 – Tamil Nadu (Teil 1)
* Wie in einem anderen Land *
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Am letzten Wochenende in Indien besuchten wir dann den dritten Bundesstaat im Süden. Wir hatten zwei Tage in der Region Western Ghats in Tamil Nadu eingeplant.
Über die Tamilen hört man viel Schlechtes: von wegen Tamilentiger (Verbrecher und Terroristen, die schon lange vor den islamischen Terroristen das Prinzip der Selbstmordattentäter eingeführt haben) oder asoziale Proleten die sich als Gastarbeiter in Nachbarbundesstaaten daneben benehmen. Es sollte sich aber zeigen, dass die meisten Inder einfach nur keine Ahnung haben von ihrem jeweiligen Nachbarn. Natürlich gibt es viele Binnenkonflikte, an denen auch tamilische Gruppen massiv beitragen – es gibt auch einige fanatische Hindu-Tamilen, die ihre zum Islam oder Christentum konvertierten Landsleute als Verräter ansehen und diese attackieren – aber trotzdem waren jegliche Warnungen von Indern vor Tamil Nadu und seinen Bewohnern absoluter Schwachsinn! Die Tamilen waren viel freundlicher, ehrlicher und hilfsbereiter, als das dumme Gesindel in Bangalore und auch viel gastfreundlicher und netter als die kühlen Fatzken in Kerala. Ich habe mich in Tamil Nadu wie in der arabischen Welt – also zum zweiten Mal in Indien nach Palakkad quasi wie zu Hause – gefühlt. Das mit Palakkad war aber so wie so kein Wunder, denn die netten Leute waren fast alle muslimische Tamilen, die einfach nur von Tamil Nadu weggezogen sind – wie Schiedsrichter Fasil aus Erode zum Beispiel.
Schon während der Busfahrt stiegen meine Sympathien für die Tamilen erheblich: als wir von Kottayam nach Thrissur fuhren, waren nur kühle Malayali im Bus, die einen doof anglotzten aber nie die Gusche aufkriegten, und in Thrissur waren dann nur unfreundliche Malayali-Schaffner. Aber bereits in diesem Busbahnhof trafen wir jemanden aus Palakkad: einen tamilischen Kellner, der sich an unseren Besuch in seinem Restaurant erinnerte und handschläglich begrüßte. In den Thrissur-Coimbatore-Bus stieg in Palakkad dann ein besonders freundlicher Mann ein: Sajjad, ein muslimischer Tamile, Literaturdozent an der Uni Calicut, spricht fließend Hocharabisch. Richtiges Hocharabisch mit kaum Akzent! Wir unterhielten uns im Bus auf Arabisch, Email- und Facebookadressen wurde auch ausgetauscht.
In Coimbatore besuchte Sajjad Freunde und wir suchten ein Hotel auf. Die Absteige war preislich und von der Qualität her wie in Kerala. Die Leute an der Rezeption freundliche Hindu-Tamilen. OK, ich fange auch schon wie die Inder an und mache jetzt auch dauernd Unterschiede, aber es war auffällig, wie viel freundlicher die Tamilen waren und wie es aber auch innerhalb der Volksgruppe Unterschiede gab und sich die Muslime stets als die noch viel freundlicheren hervorgetan haben. Auch dann, wenn ich ihnen nicht meine Arabischkenntnisse vorgeführt habe...
Im Restaurant im Fußballstadion waren natürlich auch wieder Muslime die fleißige und freundliche Bedienung. Uns begrüßte sogar extra der Besitzer des Ladens, der u.a. prima Chicken Noodles (auch „Chiken Nuudles“ geschrieben) anbot. Im Stadion selbst war an diesem Abend nur Training. Sonntag sollten wir da aber zwei Spiele gucken. Dazu siehe den Bericht „Altherrenfußball und Zoobesuch in Coimbatore“.
Statistik:
Tageskilometer: 250 (250 Bus)
Saisonkilometer: 44.400 (25.020 Auto/ 14.820 Flugzeug/ 2.530 Bahn, Bus, Tram/ 2.010 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
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IND-XXVIII: Praktikum Indien – Notizen (10)
* Neues aus dem Institut *
Seit dem Ende des Osterwochenendes hat sich am SEERI-Institut manches Interessante zugetragen. So kamen ein paar neue Studenten und Lehrende ans SEERI, die alle mindestens halbwegs freundlich waren. Besonders gut ins Gespräch kam man mit Jibin aus Bhopal und Father Francis. Letzterer hat in Rom studiert und mehrere Jahre im Rahmen von Kirchenpartnerschaften zwischen Italien, Indien und Deutschland, in Süddeutschland verbracht. Sein Deutsch ist noch ziemlich gut, sodass er sich lieber in Deutsch als in Englisch mit uns unterhielt. Ersterer ist für einen streng Religiösen sehr ungewöhnlich: normalerweise sprechen die strengen Christen Frauen nicht direkt an. Aber Jibin ist wenigstens in dieser Hinsicht lockerer und kam gleich mit Anja ins Gespräch. Später lernte ich ihn auch kennen: er war ganz begeistert mit Ausländern reden zu können, da er bisher nie welche kennengelernt hat. Mit ihm waren die Unterhaltungen natürlich besonders interessant: Francis kannte sich ja gut aus in Europa, aber für Jibin war es wichtig, möglichst viel über Deutschland zu erfahren. Wir surften ein bisschen durch meine deutschen Flickr-Bilder und die vielen Unterschiede zu Indien machten ihn sehr interessiert an unserem Land: andere Landschaft, ganz anderer Baustil (Burgenlandkreis, Schloss Merseburg, Fachwerk in Quedlinburg usw.), saubere Plätze...
Manche Fragen, die auf einen Deutschen dumm wirken, erklären sich ganz leicht aus den Umständen die in Indien herrschen: Jibin fragte mich zum Beispiel, ob ich als Deutscher denn Deutsch spreche und welche anderen Sprachen ich in Deutschland noch benutze. Ich hätte fast herausgehauen: „also ich kann zwar ein bisschen Türkisch, aber mit den Türken in Berlin kann man sich auch Deutsch verständigen“ – dann fiel mir ein, wie die sprachliche Situation in Indien ist. Für einen Inder ist es etwas seltsam, dass man in einem Land nur eine einzige offizielle Sprache hat und die Leute dann in jeder Ecke des Landes mit dieser Sprache (die sich nur in Form von Dialekten unterscheidet) kommunizieren.
Nach wie vor unverständlich bleibt aber natürlich die ständige Fragerei nach der Religion. Ich habe schon in mehreren Berichten deutlich geschrieben, wie rassistisch die indische Gesellschaft ist: alles und jedes wird getrennt und separiert, ob nach Ethnie, Religion, Geschlecht oder was auch immer, und jeder legt übersteigerten Wert darauf, wo er hingehört. Auch Jibin fand (als erster Inder mit dem ich gesprochen habe übrigens) es sehr kritisch, wie „selbstsüchtig und rücksichtslos“ die meisten Inder sind. Er wolle seine eigene Selbstsüchtigkeit natürlich vollkommen abstellen, da sie zum monastischen Leben nicht dazugehören darf. Die Frage nach Religionszugehörigkeit ist allerdings auch für ihn immer das zweite oder dritte nach Namen und Herkunft. Das ist eine rein christlich-indische Unart. Die Hindus oder Muslime fragen einen nie danach. Selbst wenn man einem Muslim erzählt, dass man Arabisch studiert: denen ist sofort klar, dass man Arabisch nicht wie sie als heilige Sprache, der Sprache des offenbarten Wort Gottes (Koran), ansieht. Aber von Christen wird man dauernd so etwas wie „Du bist doch ganz bestimmt auch Christ! Welcher Kirche gehörst du an?“ gefragt. Da viele Inder absolut intolerant sind und nie über ihren Tellerrand hinausschauen, kann man schnell ein Gespräch abwürgen, indem man dem meist katholischen oder orthodoxen Gegenüber „I’m Protestant“ an den Kopf knallt. Da die meisten Inder nie im Ausland waren (finanziell verständlich, aber man kann sich auch mal informieren und so auch ohne dagewesen zu sein über Länder etwas Bescheid wissen), wird man als Protestant sofort mit der asozialen Pentecostal-Bewegung gleichgesetzt. Da Jibin nicht blöd ist, hat er aber sofort verstanden, dass ein deutscher Protestant mit schwedischen Wurzeln ganz anders als so ein Pentecostal-Ami ist. Es wunderte aber selbst ihn, als ich Leute aus meinem Freundeskreis aufgezählt habe und darauf hingewiesen habe, dass sich darunter Protestanten, Katholiken, Muslime und Atheisten befinden. Er hat natürlich nur orthodoxe Freunde.
Indien bildet in Sachen über „den Tellerrand schauen“ einen besonders starken Gegensatz zu Europa oder dem Nahen Osten, wo die Leute oft Freunde und Bekannte aus anderen ethnischen und religiösen Gruppierungen ganz selbstverständlich haben... Aber immerhin habe ich den letzten beiden Tagen am Institut erfahren, dass es auch außerhalb Palakkads freundliche Inder gibt, die sich über Besuch aus dem Ausland sehr freuen. Am Wochenende sollte ich feststellen, wie unpassend Bemerkungen über ganz Indien sind, da in den wenigstens Dingen alle indischen Bundesstaaten gleich sind. Besonders in Sachen Gastfreundlichkeit sollte sich dann Tamil Nadu nämlich erheblich von Kerala (eher kühl gegenüber Fremden) oder gar Karnataka (richtig unfreundlich) abheben.
Dienstag, 10. April 2012
IND-XXVII: Endlich mal raus aus Kerala – Ostern in Bangalore, Karnataka State (Teil 3)
Photos with English Commentary:
Zum Abschluss des Aufenthaltes in Bangalore guckten wir uns die Festung und den Palast an. Außerdem sahen wir noch das Sommerschloss von Tipu Sultan von außen. Die Festung kostet keinen Eintritt, ist aber ein sehr interessanter Bau. Von minderwertiger modernerer Architektur umstellt, weiß die Festung aus dem 18. Jahrhundert aber trotzdem zu gefallen: die massiven Mauern sind vielfach verziert – nicht nur mit islamischen Blumenmustern, sondern auch mit indischen Tierdarstellungen (unter anderem auch bei der Fortpflanzung) und Götterbildern, die aber wohl erst angebracht wurden, als die Hindus wieder die Stadt regierten.
Der Palast von Bangalore hat einen ganz anderen Baustil: Elemente der Neogotik, des viktorianischen Stils und des Tudor-Stils mischen sich. Man merkt den englischen Einfluss leider auch an den Eintrittspreisen: indische Oberschicht und Touristen sind bei Preisen von 200 bis 400 Rupien (plus 600 Fotogebühr: 3€, 6€ bzw. 9€) willkommen – der Rest darf sich kaum dem Eingangstor zum Park nähern. In west-asiatischen Ländern wäre es undenkbar, dass durch die Preispolitik z.B. Schulklassen ausgesperrt werden. Aber der Besitzer des Schlosses, der Maharaja von Mysore, nutzt seine Macht natürlich gerne aus. Viel mehr Macht, als das Diktieren von Eintrittspreisen zu seinem Privatbesitz, ist ihm ja nicht geblieben.
Innen ist der Palast richtig feiner Kitsch und ein herrliches Bild für die Hochstapelei und Zweischneidigkeit des nach außen hin konservativen Adligen: die Familienmitglieder leben nach strengen Regeln miteinander (arrangierte Ehen, Geschlechtertrennung etc.) – aber der Chef sammelt alle mögliche europäische Kunst: von nordischen Kriegerstatuen bis Aktporträts, die teilweise mit orientalischen Sitten spielen: auf einem Bild trägt z.B. eine Frau mit Kopftuch ein durchsichtiges Seitengewand, was den Blick auf ihre Brüste freigibt.
Während die Fassade und der Vorgarten des Schlosses englisch sind, sind die Deckenbemalungen oft eher orientalisch. Decken und Säulen sind farbenfroh und tragen weitestgehend Pflanzenmotive.
Auf dem Rückweg zum Hotel stellten wir fest, dass man selbst den lizenzierten Rikschafahrern teilweise mit der Polizei drohen muss, damit sie einen dahin bringen, wo man hin will und nicht dahin, wo der Bruder seinen Ramschladen hat. Selbst in Tunesien klappt dieses System der Lizenzierung (dort Taxifahrer) reibungslos: aber was vergleiche ich auch wieder dieses scheiß Indien mit einem arabischen Land? Indien hat so wie so keine Chance gut auszusehen im Vergleich! Die Lizenzierten Rikschaheinis haben jedenfalls innen einen Führerscheinaufkleber, wobei man sicherlich keinen Erfolg haben wird, wenn man so einen der vielen Kleinkriminellen wegen zu hoher Fahrtpreise oder versuchten Betrügereien mit befreundeten Händlern anzeigt. Aber wir sind ja schließlich doch in der MG-Road gelandet und konnten dort auschecken. Ich war schon fast überrascht, dass die Hotelrechnung nicht doch höher war, als vorher aufgeschrieben, so unehrlich wie viele Dienstleister in Bangalore sind. Verglichen mit dem schon bis auf ganz wenige Ausnahmen recht kühlen und wenig sympathischen Volk in Kerala, sind die Leute in Bangalore wirklich fast durchweg unsympathische, unfreundliche Zeitgenossen.
Insgesamt gesehen hat sich diese Wochenendfahrt mit all ihren negativen Facetten (hohe Kosten, großer Aufwand, unsympathische Leute) natürlich doch sehr gelohnt. Denn die Sportveranstaltungen waren interessant bzw. sehr sehenswert und die Sehenswürdigkeiten haben sich richtig gelohnt. Da ärgert man sich gar nicht so sehr darüber, wie schwer es ist, in der 6-Millionen-Einwohner-Metropole ein Restaurant zu finden: lauter vegetarischer Mist, doppelt so teuer wie in Kerala und dann findet man fünf Kinos, 20 Ramschläden aber nur ein Restaurant in einer Hauptstraße. Nicht nur das Wetter (trocken heiß statt feucht warm: unglaublich, wie viel schöner doch 35 Grad und 8% Luftfeuchtigkeit gegenüber 25 Grad und 70% Luftfeuchte sind) war viel angenehmer als in Kerala, sondern auch die Sehenswürdigkeitendichte im Stadtgebiet: mehrere Festungen bzw. Schlösser, viele Parks, Kirchen, Tempel, Moscheen...
Montagmorgen zurück in Kottayam: kein Laden offen obwohl schon alle auf den Beinen sind, Strom im Institut wieder für eine Stunde weg, nichts Vernünftiges zu Essen im Institut, LAN-Internet geht ungewöhnlich langsam und das verseuchte WLAN kann man vergessen – nun ja, Kerala hat uns wieder...
Statistik:
Tageskilometer (8./9.4.): 580 (570 Bus, 10 Autorikscha)
Saisonkilometer: 44.150 (25.020 Auto/ 14.820 Flugzeug/ 2.280 Bahn, Bus, Tram/ 2.010 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
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