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Montag, 16. April 2012
IND-XXXI: Bundesstaat Nr. 3 – Tamil Nadu (Teil 3)
* Altherrenfußball und Zoobesuch in Coimbatore *
Kallimadai Veterans FC 1:1 Coimbatore Veterans FC
Datum: Sonntag, 15. April 2012 – Anstoß: 8.00
Wettbewerb: Coimbatore District Veterans Football Association League (Pokalwettbewerb für Altherrenfußballmannschaften des Stadtkreises Coimbatore)
Ergebnis: 1:1 nach 45 Min. (22,5/22,5) – Halbzeit: 1:0
Tore: 1-0 xx. (?), 1-1 37. (Nr. ?)
Verwarnungen: keine?
Platzverweise: keine
Spielort: Nehru Stadium Coimbatore (Kap. 30.000 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 30 Neutrale
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Ein paar schöne Spielzüge und ein geniales Tor: insgesamt ganz ansehnliches Spiel)
Kovaipudur FC Veterans 1:1 Challenger’s Veterans FC
Datum: Sonntag, 15. April 2012 – Anstoß: 9.00
Wettbewerb: Coimbatore District Veterans Football Association League (Pokalwettbewerb für Altherrenfußballmannschaften des Stadtkreises Coimbatore)
Ergebnis: 1:1 nach 45 Min. (22,5/22,5) – Halbzeit: 1:0
Tore: 1-0 1. (Nr. 10), 1-1 34. (Nr. 7)
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Nehru Stadium Coimbatore (Kap. 30.000 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 40 (darunter ca. 5 Challenger’s Fans)
Unterhaltungswert: 2,5/10 (Unterirdisch schlechtes Spiel, aber wenigstens zwei Tore und eine Streiterei auf dem Platz)
Photos with English Commentary:
Am Sonntagmorgen gab es dann auch an diesem Wochenende endlich eine Sportveranstaltung zu sehen. Wir sahen zwei Spiele des Altherrenfußballturniers im weitläufigen Nehru Stadionkomplex von Coimbatore. Dieses Stadion bietet Platz für 30.000 Zuschauer auf der umlaufenden Tribüne, die mit drei überdachten Bereichen (die meisten Plätze haben aber keinen Regenschutz), und dutzende Geschäfte in der Rückwand bestückt ist. Für ein indisches Stadion ist es sehr sauber und auch der Zustand der Betonstufen ist gar nicht so schlecht.
Das erste Spiel zwischen Kallimadai Veterans Football Club (KMVFC) und Coimbatore Veterans FC war ganz ansehnlich. Es kamen ein paar gute Spielzüge und Kombinationen zustande, wobei weder Technik noch Zusammenspiel (typisch indischer Egoismus halt) auf dem Stand von einer besseren deutschen Altherrenmannschaft wie IMO Merseburg oder TSV Leuna waren. Vor allem aber gab es ein tolles Tor zum Ausgleich für Coimbatore VFC: aus 35 Metern schoss einfach mal einer über den 15m vor seinem Kasten stehenden Torhüter von KMVFC – der Ball sprang im Fünfmeterraum noch mal auf und flog ins Tor. Ein herrlicher Treffer!
Das zweite Spiel – Kovaipudur FC gegen Challenger’s VFC – sollte so etwas nicht bieten können. Allerdings landete hier schon der erste Angriff von Kovaipudur im Tor. Danach war aber sehr viel Leerlauf und beide Mannschaften bewiesen, dass sie nicht zusammenspielen können: Fehlpässe und Fehler aus Eigensinnigkeiten ohne Ende! Die Challenger’s glichen noch weit in der zweiten Hälfte aus, sodass auch dieses Spiel mit einem 1:1 endete.
Nach diesem Kick gingen wir in den hinterm Stadion gelegenen Zoo. Für 3 Rupien (0,04€) Eintritt hätte ich Schlimmes erwartet, aber der Zoo war gar nicht so schlecht. Sehr viele Vögel und Flughunde, aber auch Affen, Schlangen, Krokodile, ein Kamel, ein paar Wildhunde und Schildkröten gab es zu sehen. Der sehr freundliche und über unseren Besuch sehr angetane Zoodirektor ließ Anja einen der Makaken füttern. Diese waren übrigens normal ernährt, im Gegensatz zu der Schwabbel-Makake die im Institut in Kottayam als Maskottchen gehalten wird... Ansonsten schienen die Tiere auch gesund zu sein, nur waren die Käfige sehr kahl. Das größte Problem des Zoos von Coimbatore ist einfach der Geldmangel, durch den keine Bepflanzung oder Spielgeräte für die Tiere in den ansonsten ausreichenden Gehegen angeschafft werden können. Einzig die Vogelvoliere ist auf so einem modernen Stand: Pelikane und andere Wasservögel haben hier ausreichend Platz sich im Schilf zu verstecken, das um einen Teich herum angepflanzt wurde, der groß genug für Tiefflugübungen ist.
Mit dem Bus ging es dann nach Palakkad weiter, wo wir zu Mittag aßen, und via Thrissur kamen wir am Abend in Kottayam an. Dieses letzte Wochenende hier in Indien war doch noch mal ein schöner Abschluss. Tamil Nadu ist erheblich sympathischer als Kerala oder Karnataka! Wenn die Leute in allen indischen Bundesstaaten so wären wie in Tamil Nadu, würde es sich viel mehr lohnen, die beschwerlichen langen Fahrten durch das unsaubere und oft eintönige Indien auf sich zu nehmen!
Statistik:
Grounds: 722 (heute 1 neuer; diese Saison: 128 neue)
Sportveranstaltungen: 1.497 (heute 2, diese Saison: 183)
Tageskilometer: 250 (250 Bus)
Saisonkilometer: 44.850 (25.020 Auto/ 14.820 Flugzeug/ 2.980 Bahn, Bus, Tram/ 2.010 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 46
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 298
IND-XXX: Bundesstaat Nr. 3 – Tamil Nadu (Teil 2)
* In die Berge von Ooty *
Photos with English Commentary:
Samstagfrüh steuerten wir erst den falschen Busstand, der fußläufig von unserem Hotel aus liegt, an. Dort fahren keine Busse mehr nach Ooty, sodass wir eine Rikscha nahmen, die uns zum 4km nördlich gelegenen New Bus Stand brachte. Der Fahrtpreis ist mit 100 Rupien (1,30€) zehnmal so hoch wie eine Busfahrt zwischen den beiden Stationen. Das stellten wir aber erst auf der Rückfahrt fest.
Die Busse des TNSRTC sind nicht so überragend: auf jeden Fall schlechter als die vom KSRTC (Kerala). Aber trotz schwachem Motor schaffte es der Bus bis nach Ooty. Dort angekommen herrscht ein völlig anderes Klima. Man denkt, man sei noch mal in einem anderen Land: die Luft ist kühl und klar wobei trotzdem die Sonne brennt und Ooty ist auch die erste indische Stadt die ich gesehen habe, die weitestgehend sauber ist. Viele britische Kolonialbauten, nette Kirchen, ein paar ganz ansehnliche Hindutempel...
Auf der Pferderennbahn waren leider schon alle Samstagsrennen gelaufen worden, aber die Bahn war natürlich auch ziemlich britisch. Alle Wettsüchtigen hingen noch herum und holten sich Informationen über andere Rennen, einige grüßten uns auch und freuten sich über ausländischen Besuch, obwohl nach Ooty gar nicht mal so wenige Touris kommen.
Man wird aber hier trotzdem immer wieder von Einheimischen gegrüßt und vor allem bei einem Besuch im botanischen Garten trifft man viele nette Leute. Der botanische Garten selbst ist auch sehr ansehnlich. 20 Rupien Eintritt (und 30 Fotogebühr), dafür gepflegte englische Gärten, ein Bergpark mit eindrucksvollen Bäumen in toller Berglandschaft, ein paar Glashäuser mit europäischen und amerikanischen Pflanzen. Auch einen italienischen Garten mit symmetrischen Rabatten gibt es. Die Leute, die wir trafen, waren natürlich auch interessant: ein Zahnarztehepaar aus Coimbatore, Jugendliche aus Chennai, eine Gruppe junger Männer, die mit uns Fotos machten aus Coonoor...
Zurück ging es dann etwas schneller mit dem Bus. Bergab durch die tolle Berglandschaft mit den Serpentinenstraßen: herrlich! Dieser Samstag hat sich auch ohne Sport wirklich gelohnt!
Statistik:
Tageskilometer: 200 (190 Bus, 10 Autorikscha)
Saisonkilometer: 44.600 (25.020 Auto/ 14.820 Flugzeug/ 2.730 Bahn, Bus, Tram/ 2.010 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
Labels:
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IND-XXIX: Bundesstaat Nr. 3 – Tamil Nadu (Teil 1)
* Wie in einem anderen Land *
Photos with English Commentary:
Am letzten Wochenende in Indien besuchten wir dann den dritten Bundesstaat im Süden. Wir hatten zwei Tage in der Region Western Ghats in Tamil Nadu eingeplant.
Über die Tamilen hört man viel Schlechtes: von wegen Tamilentiger (Verbrecher und Terroristen, die schon lange vor den islamischen Terroristen das Prinzip der Selbstmordattentäter eingeführt haben) oder asoziale Proleten die sich als Gastarbeiter in Nachbarbundesstaaten daneben benehmen. Es sollte sich aber zeigen, dass die meisten Inder einfach nur keine Ahnung haben von ihrem jeweiligen Nachbarn. Natürlich gibt es viele Binnenkonflikte, an denen auch tamilische Gruppen massiv beitragen – es gibt auch einige fanatische Hindu-Tamilen, die ihre zum Islam oder Christentum konvertierten Landsleute als Verräter ansehen und diese attackieren – aber trotzdem waren jegliche Warnungen von Indern vor Tamil Nadu und seinen Bewohnern absoluter Schwachsinn! Die Tamilen waren viel freundlicher, ehrlicher und hilfsbereiter, als das dumme Gesindel in Bangalore und auch viel gastfreundlicher und netter als die kühlen Fatzken in Kerala. Ich habe mich in Tamil Nadu wie in der arabischen Welt – also zum zweiten Mal in Indien nach Palakkad quasi wie zu Hause – gefühlt. Das mit Palakkad war aber so wie so kein Wunder, denn die netten Leute waren fast alle muslimische Tamilen, die einfach nur von Tamil Nadu weggezogen sind – wie Schiedsrichter Fasil aus Erode zum Beispiel.
Schon während der Busfahrt stiegen meine Sympathien für die Tamilen erheblich: als wir von Kottayam nach Thrissur fuhren, waren nur kühle Malayali im Bus, die einen doof anglotzten aber nie die Gusche aufkriegten, und in Thrissur waren dann nur unfreundliche Malayali-Schaffner. Aber bereits in diesem Busbahnhof trafen wir jemanden aus Palakkad: einen tamilischen Kellner, der sich an unseren Besuch in seinem Restaurant erinnerte und handschläglich begrüßte. In den Thrissur-Coimbatore-Bus stieg in Palakkad dann ein besonders freundlicher Mann ein: Sajjad, ein muslimischer Tamile, Literaturdozent an der Uni Calicut, spricht fließend Hocharabisch. Richtiges Hocharabisch mit kaum Akzent! Wir unterhielten uns im Bus auf Arabisch, Email- und Facebookadressen wurde auch ausgetauscht.
In Coimbatore besuchte Sajjad Freunde und wir suchten ein Hotel auf. Die Absteige war preislich und von der Qualität her wie in Kerala. Die Leute an der Rezeption freundliche Hindu-Tamilen. OK, ich fange auch schon wie die Inder an und mache jetzt auch dauernd Unterschiede, aber es war auffällig, wie viel freundlicher die Tamilen waren und wie es aber auch innerhalb der Volksgruppe Unterschiede gab und sich die Muslime stets als die noch viel freundlicheren hervorgetan haben. Auch dann, wenn ich ihnen nicht meine Arabischkenntnisse vorgeführt habe...
Im Restaurant im Fußballstadion waren natürlich auch wieder Muslime die fleißige und freundliche Bedienung. Uns begrüßte sogar extra der Besitzer des Ladens, der u.a. prima Chicken Noodles (auch „Chiken Nuudles“ geschrieben) anbot. Im Stadion selbst war an diesem Abend nur Training. Sonntag sollten wir da aber zwei Spiele gucken. Dazu siehe den Bericht „Altherrenfußball und Zoobesuch in Coimbatore“.
Statistik:
Tageskilometer: 250 (250 Bus)
Saisonkilometer: 44.400 (25.020 Auto/ 14.820 Flugzeug/ 2.530 Bahn, Bus, Tram/ 2.010 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
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