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Montag, 17. Dezember 2012
W333III: Deutliche, spannende oder umkämpfte Handballspiele im Leipziger Umland – und die wohl beschissenste Sporthalle aller Zeiten...
TSV 1886 Markkleeberg -------------------------------- 35
Bornaer HV 2009 II -------------------------------------- 24
Datum: Sonntag, 16. Dezember 2012 – Anwurf: 15.15
Wettbewerb: 2. Kreisliga Leipzig (10. Handballliga, 7. Amateurliga)
Ergebnis: 35-24 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 17-9
Torfolge: 0-1, 1-1, 1-2, 5-2(!), 5-3, 7-3, 7-4, 9-4, 9-5, 10-5, 10-6, 11-6, 11-7, 13-7, 13-8, 17-8, 17-9// 20-9(!), 20-11, 21-11, 21-12, 22-12, 22-13, 23-13, 23-14, 24-14, 24-15, 26-15, 26-17, 28-17, 28-18, 30-18, 30-21, 31-21, 31-23, 32-23, 32-24, 35-24
Gelbe Karten: Nr. 6, 14 (Markkleeberg); Nr. 28, 29, 30 (Borna)
Zwei-Minuten-Strafen: 2x Nr. 9, 2x Nr. 14, 2x Nr. 17, Nr. 4, Nr. 11 (Markkleeberg = 16 Minuten); Nr. 22, 30 (Borna = 4 Minuten)
Platzverweise: keine
Spielort: Sporthalle Städtelner Straße, Markkleeberg (Kap. 400 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Wieder einmal eine beeindruckende Leistung der Markkleeberger in einem eher einseitigen Spiel)
TSG 1861 Taucha II -------------------------------------- 26
HSV Leipzig-Mölkau II --------------------------------- 29
Datum: Sonntag, 16. Dezember 2012 – Anwurf: 17.15
Wettbewerb: 2. Kreisliga Leipzig (10. Handballliga, 7. Amateurliga)
Ergebnis: 26-29 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 12-16
Torfolge: …, 12-16// 13-16, 13-18, 15-18, 15-19, 16-19, 16-20, 19-20, 19-21, 21-21, 21-22, 23-22(!), 23-25(!), 24-25, 24-26, 25-26, 25-29, 26-29
Gelbe Karten: ? (Taucha); ? (Mölkau)
Zwei-Minuten-Strafen: mind. Nr. 3, 14, 20 (Taucha = mindestens 6 Minuten); mind. 3x Nr. 4, Nr. 17 (Mölkau = mindestens 8 Minuten)
Platzverweise: mind. Nr. 4 von Mölkau (56. wg. dritter Zeitstrafe)
Spielort: Mehrzweckhalle Taucha (Kap. 300, davon 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 50 (davon mind. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Maximal durchschnittliches, aber wirklich spannendes Spiel)
TSG 1861 Taucha ----------------------------------------- 27
TSG Schkeuditz ------------------------------------------- 31
Datum: Sonntag, 16. Dezember 2012 – Anwurf: 18.45
Wettbewerb: 1. Kreisliga Leipzig (9. Handballliga, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 27-31 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 12-11
Torfolge: 0-1, 2-1, 2-3, 5-3, 5-4, 7-4, 7-5, 8-5, 8-6, 9-6, 9-8, 10-8, 10-9, 11-9, 11-10, 12-10, 12-11// 13-11, 13-13, 14-13, 14-14, 15-14, 15-16, 16-16, 16-17, 18-17, 18-22(!), 19-22, 19-25(!), 21-25, 21-26, 22-26, 22-28, 25-28, 25-31, 27-31
Gelbe Karten: Nr. 8, 17 (Taucha); Nr. 13 (Schkeuditz)
Zwei-Minuten-Strafen: 3x Nr. 19, 2x Nr. 11, 2x Nr. 17, 2x Nr. 8, Nr. 6 (Taucha = 20 Minuten); 2x Nr. 13, 2x Nr. 24, 2x Nr. 4, Nr. 17 (Schkeuditz = 14 Minuten)
Platzverweise: Nr. 19 von Taucha (55. wg. dritter Zeitstrafe)
Spielort: Mehrzweckhalle Taucha (Kap. 300, davon 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 120 (davon ca. 50 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Spannend, eng, umkämpft - kein überdurchschnittlich gutes, aber sehr sehenswertes Spiel)
a) Handball in Leipzig Region: Markkleeberg v Borna Reserve, Taucha v Mölkau Reserves, and Taucha v Schkeuditz
b) Football Grounds in Saalekreis and Burgenland District: Kreypau and Nellschütz
c) Churches and Palaces in Burgenland District: Zörbitz, Nellschütz, and Pobles
Auch diesen Sonntag ging es mal wieder zum Handball in den Leipziger Raum. Das lohnt sich aufgrund der meistens hohen Spielqualität und der teilweise auch sehenswerten Hallen, die man fast immer zu angemessen Eintrittspreisen oder auch kostenlos betritt, immer. Heute hat es sich zwar auch gelohnt, aber ich habe endlich mal einen Verein gefunden, der mir so unsympathisch erschien, dass ich hier kräftig rummeckern kann…
Den TSV 1886 Markkleeberg meine ich aber damit nicht. Es ist zwar etwas komisch, wie die immer die gegnerischen Mannschaften abschießen (v.a. wenn wir diesen Verein mal sehen) – so auch heute gegen Borna, die mit 11 Toren Unterschied ziemlich untergingen – doch hier liegt keine Wettbewerbsverzerrung vor, sondern nach einem sportlichen Tiefpunkt ein sportlicher Aufwärtstrend. Es ist auch einfach herrlich anzusehen, was beim TSV für Ballstafetten, Zuspiele und Torwürfe – ob Heber über den Torwart, Siebenmeter in den Winkel oder Rückraumhammer aus 12 Metern – vom feinsten funktionieren! So ging auch der nie gefährdete Sieg in diesem ab der 10. Minute einseitigen Match völlig in Ordnung.
Dass der TSV nur mit Getränkeverkauf die Veranstaltung finanzierte und keinen Eintritt verlangte, was bei dieser doch sehr ordentlichen, modernen, praktischen und ansehnlichen Halle auch noch bis zu 1€ angemessen wäre, war sehr anständig. Die Halle hat zwar eine Obertribüne, aber die ist weit genug vom Feld weg, sodass die Reling kaum in der Sicht beeinträchtigt, und man kann zwischen vier Reihen roter Schalensitze und einer schönen Reihe Holzbänke (ganz oben) wählen.
Das erste Spiel was wir in dieser Dreckshalle sahen, war passenderweise jenes zwischen der TSG Reserve und der Reserve vom HSV Mölkau. In Mölkau steht die zweitbeschissenste Halle aller Zeiten. Das muss derselbe Architekt gewesen sein in Mölkau und in Taucha! Zu meiner Schadenfreude gewann Mölkau II dann in einem mittelmäßigen und recht spannenden Spiel mit drei Toren. Die Mölkauer „Haie“ wollen für ihr hässliches Aquarium wenigstens nicht noch Eintritt. Wir hatten von diesem Spiel übrigens nur die zweite Halbzeit gesehen, da wir noch beim „McScheich“ in Markkleeberg essen waren.
Unser Hauptziel war ja auch das Spiel der ersten Mannschaft der TSG Taucha in der 1. Kreisliga. Erfreulicherweise hatte auch die Erste mit einem stärkeren Gegner zutun. Deren Anhang erschien auch erfreulich zahlreich. Die hin und zurück knapp 50km lange Strecke nahmen auch knapp 50 Schkeuditzer auf sich. Für Kreisliga-Handball! Das habe ich noch nicht so erlebt in Sachsen-Anhalt oder Thüringen – gefällt mir sehr gut! Bei der TSG Schkeuditz werde ich also sicher mal Anfang nächsten Jahres vorbei schauen. Die 50 Schkeuditzer waren auch lauter als der zahlenmäßig kaum stärkere Heimanhang.
Auf dem Feld sah es für die Schkeuditzer anfangs nicht so gut aus. Bis zur 35. lagen sie meistens zurück, jedoch selten mit drei Toren, meist nur mit einem Treffer. Im Laufe der zweiten Halbzeit zeigten sie aber, warum sie Tabellenführer sind (Taucha ist übrigens Tabellenzweiter), und drehten die Partie. Nach einem 5:0-Lauf und mehreren Druckphasen führten sie mit bis zu 6 Treffern. Taucha leistete sich einfach insgesamt auch zu viele Undiszipliniertheiten. 6 Strafminuten mehr und ein Platzverweis. In diesem recht harten und von vielen versteckten, teilweise aber auch dreist sichtbaren Fouls geprägtem Spiel, zeigte die ungeschlagene TSG Schkeuditz auch die schönsten Tore des Abends.
Der Abend hätte übrigens noch länger werden können, denn während die Schkeuditzer Fans und Spieler den Auswärtssieg feierten, kamen die Inlinehockeyspieler von Leipzig und Crimmitschau auf die Platte. Es war allerdings a) nur ein unterklassiges Freundschaftsspiel, b) in einer beschissenen Halle mit schlechter Sicht ausgetragen und vor allem c) schon sehr spät und in Hinblick auf den Uni-Montag sehr ungünstig gelegt. Aber diesen tollen Sport namens Inlinehockey oder Skaterhockey gucken wir ganz sicher auch mal wieder, nachdem wir vor zwei Jahren in Berlin in einer der genialsten Sporthallen überhaupt diesen so genialen Sport gesehen haben!
Vor diesen drei Handballspielen fuhren wir noch etwas in der Weißenfelser Ecke herum: Bolzen in Kreypau bei Leuna und Besichtigung des verfallenen Wasserschlosses in Zörbitz bei Zorbau/ Weißenfels, dann der verrottete Sportplatz und die gepflegte Kirche und Glockenturm in Nellschütz und von dort über einen Feldweg nach Poserna, wo die große Kirche ins Auge fällt. Schließlich besichtigten wir noch die Kirchenruine im schön gelegenen Pobles im Rippachtal. Eine interessante Feldwegabkürzung nach Muschwitz haben wir oberhalb der Kirche dann auch entdeckt. Im Leipziger Raum haben wir dann nichts mehr besichtigt, sondern nur die oben beschriebenen Handballspiele angeguckt.
Statistik:
Grounds: 836 (heute 2 neue; diese Saison: 68 neue)
Sportveranstaltungen: 1.678 (heute 3, diese Saison: 101)
Tageskilometer: 150 (150 Auto)
Saisonkilometer: 22.780 (21.250 Auto/ 1.410 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 50 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 12 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 333
Montag, 26. November 2012
W330IV: Zwei Tore und zwei verschossene Elfmeter in Wurzen & Zwei völlig ungleiche Halbzeiten in Markkleeberg
Arbeiter TSV FrischAuf Wurzen ------------------------ 0
SV 1858 Liebertwolkwitz --------------------------------- 2
Datum: Sonntag, 25. November 2012 – Anstoß: 13.30
Wettbewerb: Bezirksliga Sachsen, Staffel Nord (7. Liga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 0-2 nach 93 Min. (46/47) – Halbzeit: 0-2
Tore: 0-1 2. Marcel Handau (Eigentor), 0-2 32. Lorenzo Goethe
Vergebene Elfmeter: 50. Lwwitz’ Tomislav Maric trifft die Latte, 74. Lwwitz’ Julius Hickel scheitert an Wurzens TW Matthias Möbius
Verwarnungen: Matthias Möbius TW, Sebastian Zölfl (Wurzen); Florian Kopf, Lorenzo Goethe, Tomislav Maric (Lwwitz)
Platzverweise: keine
Spielort: Frisch-Auf-Stadion (Kap. 5.200, davon 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 180 (Zahlende: 150, Gästefans: ca. 25)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und phasenweise kurioses Spiel)
TSV 1886 Markkleeberg --------------------------------- 31
BSG Chemie Leipzig ------------------------------------- 14
Datum: Sonntag, 25. November 2012 – Anwurf: 17.00
Wettbewerb: 2. Kreisklasse Leipzig (10. Handballliga, 7. Amateurliga)
Ergebnis: 31-14 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 11-10
Torfolge: 0-1, 1-1, 1-2, 2-2, 2-3, 4-3, 4-4, 6-4, 6-5, 7-5, 7-7, 8-7, 8-8, 9-8, 9-9, 11-9, 11-10// 13-10, 13-11, 16-11, 16-12, 17-12, 17-13, 29-13(!), 29-14, 31-14
Gelbe Karten: Nr. 7 (Markkleeberg); Nr. 6, Nr. 64 (Chemie)
Zwei-Minuten-Strafen: Nr. 13 (Markkleeberg = 2 Minuten); Nr. 6 (Chemie = 2 Minuten)
Platzverweise: keine
Spielort: Sporthalle Mehringstraße Markleeberg (Kap. 100, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 65 (davon ca. 25 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Markkleeberg ungewöhnlich stark für die Liga, sodass Chemie nach 35 guten Minuten völlig einbrach und das an sich wirklich gute Spiel extrem einseitig wurde)
Photos with English Commentary:
1.) Sightseeing: Beucha Fortified Church, Waldpolenz Military Ruins, Machern Palace and Park + Wurzen: Pictures taken in 2008
2.) Football: FrischAuf Wurzen vs SV Liebertwolkwitz
3.) Handball: TSV Markkleeberg vs BSG Chemie Leipzig
Zur Abwechslung ging es Totensonntag mal nicht nach Leipzig, sondern ins Umland. Wurzen ist eine ganz ansehnliche Kleinstadt 30km östlich von Leipzig. Da wir die Innenstadt mit Schloss und Kirche aber schon kannten, besuchten wir lieber Beucha, das mit einem Schild „Wehrkirche“ an der Autobahn wirbt. Diese Kirche wäre zu ihrer Gründungszeit wirklich gut gegen Feinde zu verteidigen gewesen. „Wäre“, da es den sie um drei Seiten umgebenden 30m tiefen Steinbruch noch nicht gab. Es sieht schon genial aus, wie die kleine Kirche mit ihrem kleinen Friedhof, der ein so riesiges Turmportal hat, da auf einer felsigen Landzunge, die in einen Steinbruchsee hineinragt, thront. Brandis war dann den Stopp nicht wert: Ein Dreckskaff übelster Sorte ist das – das Schloss ist völlig zugebaut und von einer Seniorenresidenz okkupiert. Waldpolenz ist dann aber ganz interessant. Das ehemalige sowjetische Militärgelände ist zum Großteil verfallen, doch auf der Rollbahn entstand kürzlich ein Solarpark. Weiter nach Machern, dem Highlight heute, mit seinem schönen kleinen Schloss und dem weitläufigen Park: Der barocke Landschaftspark hat einige tolle Spielereien wie eine Pyramide als Gedenkstätte für Verstorbene und eine Scheinruine im Stile einer gotischen Ritterburg zu bieten.
Beim Fußball in Wurzen bekam man für seine 3€ dann schließlich ein richtig interessantes Spiel der Bezirksliga in einem interessanten Stadion geboten. Das Frisch-Auf-Stadion betritt man durch einen gusseisernen Bogen mit Schriftzug. Auf drei Seiten sind Tribünen erbaut: vier- bis achtreihige Stehstufen. In der Mitte der Hauptseite befindet sich die vierreihige Sitztribüne, die kaum ansteigt und größtenteils mit roten Schalensitzen bestückt ist, was genauso ein Stilbruch ist, wie das wellenförmige Dach.
Der 3. gegen den 5. – und beide wollen dranbleiben am Aufstiegsplatz zur Sachsenliga. Den ersten Angriff hatte Wurzen, doch sie rannten sich wie in den folgenden 90 Minuten auch immer fest. Schon mit dem zweiten Angriff der Partie, diesmal einem vom Liebertwolkwitz, stand es nicht mehr 0:0. Wer wirklich zuletzt dran war oder irgendwie die Flugbahn des Balles verändert hat? Keine Ahnung! Jedenfalls ging es dann munter hin und her, Wurzen erzielte auch mal ein Abseitstor – wobei ich mir sehr unsicher bin, ob der schlechte Linienrichter das richtig gesehen hat: im Zweifel entschied das Milchgesicht immer zugunsten von Lwwitz mit seinem gar nicht mal so kleinem Anhang – doch kam kaum zu Torschüssen bei allem Ballbesitz und ließ sich dann abzocken. Während die Abwehr der Gäste keine Schwächen zeigte, kam Wurzen immer mal mit den schnellen Gästestürmern nicht zurecht. So stand es 0:2 bei Pause.
Nach dem Seitenwechsel dann dasselbe Problem, nur noch heftiger für Wurzen. Nun leisteten sie sich gleich drei Fouls im eigenen Strafraum, die dem Schiedsrichtergespann zu schaffen machten: Ein Foul sahen alle Unparteiischen, eines gar keiner und ein drittes dann nur der eine Linienrichter. So gab es zwei Elfmeter für Liebertwolkwitz, doch während der eine an die Latte gezimmert wurde (Pech: wäre ein geiler Treffer gewesen) parierte der Torwart von Wurzen den selbstverschuldeten zweiten Elfer. Minutenlang tobte der Gästekeeper über die verschossenen Elfer – finde ich immer toll, wenn der, der am weitesten weg von allem ist und zudem auch noch wenig zu tun hatte (Wurzen war zwar dauernd vorm Strafraum von Lwwitz, aber fast nie darin und so musste der Gästeschlussmann nur zwei, drei Bälle auf sein Tor parieren – der Rest ging vorbei oder drüber) am weitesten die Fresse aufreist… Aber ob nun 0:2 oder 0:4 – Liebertwolkwitz zeigte, dass sie die routiniertere und geschicktere Mannschaft sind. Mehr Aktivität und Einsatz zeigte – bei allem Einsatz den auch der Gast brachte – eindeutig Wurzen.
In Markkleeberg gingen wir noch in der besten Straße der Stadt – der Rathausstraße – zu vernünftigen Preisen bei einem türkischen Imbiss essen und kamen rechtzeitig um noch einen Sitzplatz zu bekommen in die kleine, aber durch die Kastenbauweise sehr hohe und für den Handballspielbetrieb günstige Schulsporthalle des Gymnasiums in der Mehringstraße. Die moderne Halle ist zwar recht unspektakulär, aber das Spiel zwischen der Spitzenmannschaft vom TSV 1886 Markkleeberg und dem Team aus dem hinteren Mittelfeld, der BSG Chemie Leipzig, hatte es in sich.
Das war zwar nur 2. Stadtklasse, also die zweitunterste Klasse, doch was Markkleeberg, die offensichtlich noch einige Spieler aus ihren Bezirksklassezeiten (3 Ligen höher) dabei hatten, zeigte, war enorm. Chemie hielt prima mit in Hälfte eins, doch der Kampfgeist war gebrochen, als Markkleeberg, die in allen technischen Belangen überlegen waren, einen Vier- bzw. Fünf-Tore-Vorsprung herausholte. Die BSG brach völlig lustlos nach einer richtig starken ersten Hälfte ein und bekam nun nur noch einen Treffer in 20 Minuten auf die Reihe. Und das nach einem 12:0-Lauf der Markkleeberger! Also diese zweite Hälfte war schon echt derb: Außer den Beschimpfungen, ein Gästespieler, dem mit der Hand im Mittelkreis ins Gesicht geschlagen wurde, würde schauspielern, war bei Markkleeberg nichts auf dem Niveau eines Kreisliga- oder Stadtklasse-Teams; sondern weit darüber. Sonst wäre die Mannschaft der Chemiker nicht so vorgeführt worden.
Statistik:
Grounds: 828 (heute 2 neuer; diese Saison: 60 neue)
Sportveranstaltungen: 1.665 (heute 2, diese Saison: 88)
Tageskilometer: 220 (220 Auto)
Saisonkilometer: 20.370 (18.940 Auto/ 1.350 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 11 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 330
Montag, 23. Januar 2012
W286II: Handballwochenende Teil 2 – 21-Tore-Sieg von BSG Chemie und 20 Strafminuten für den WHV
BSG Chemie Leipzig 33:12 TSV 1886 Markkleeberg II
Datum: Sonntag, 22. Januar 2012 – Beginn: 11.00
Wettbewerb: 3. Stadtklasse Leipzig (11. Handballliga, 8. und unterste Amateurspielklasse)
Ergebnis: 33:12 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 13:6
Torfolge: 0-1, 1-1, 1-2, 9-2 (=8:0-Lauf!), 9-3, 10-3, 10-4, 11-4, 11-6, 13-6 (Halbzeit), 23-6 (=13:0-Lauf!), 23-7, 27-7, 27-8, 28-8, 28-10, 31-10, 31-12, 33-12
Siebenmeter: 3 von 4 (Chemie); 0/0 TSV II
Gelbe Karten: Nr. 3 (TSV II)
Zeitstrafen: Nr. 27, Nr. 7, Nr. 3 (TSV II = 6 Minuten)
Disqualifikationen: keine
Spielort: Sporthalle Thomas Gymnasium Leipzig-Süd (Kap. 150, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 50 (keine Gästefans?)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Gutes Spiel der Chemiker gegen überforderte Markkleeberger)
HSG Großgrimma/ Zeitz FR 19:24 Weißenfelser HV 91 FR
Datum: Sonntag, 22. Januar 2012 – Beginn: 14.00
Wettbewerb: Sachsen-Anhalt Liga Frauen (5. Frauenhandballliga)
Ergebnis: 19:24 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 9:10
Torfolge: 0-1, 1-1, 1-4, 2-4, 2-5, 4-5, 4-6, 5-6, 5-7, 6-7, 8-7, 8-10, 9-10 (Halbzeit), 10-10, 10-11, 11-11, 11-13, 13-13, 13-14, 14-14, 14-15, 15-15, 15-16, 16-16, 16-18, 17-18, 17-19, 18-19, 18-22, 19-22, 19-24
Siebenmeter: 4 von 7 (HSG); 6 von 9 (WHV)
Gelbe Karten: Nr. 9, Nr. 6 (HSG); Nr. 5, Nr. 15, Nr. 10, Trainer (WHV)
Zeitstrafen: Nr. 4, Nr. 9, Nr. 6, Nr. 5 (HSG = 8 Minuten); 3x Nr. 5, 2x Nr. 15 [jeweils Ersatzstrafe für Trainer], Nr. 3, Nr. 77, Nr. 11, Nr. 8, Nr. 10 (WHV = 20 Minuten)
Disqualifikationen: Trainer (Meckern + Meckern + angebliche Spielverzögerung) und Nr. 3 (dritte Zeitstrafe) von WHV
Spielort: Glückauf Sporthalle Hohenmölsen (Kap. 700, davon 600 Sitzplätze – heute nur 300 Pl. (dav. 200 Sitzpl.) freigegeben)
Zuschauer: ca. 100 (davon ca. 30 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Streckenweise unsauberes, zum Ende hin aber trotz abnehmender Schirileistung zunehmende Spielqualität und -attraktivität)
Photos and English Version:
BSG Chemie Leipzig ist als von den Ultras Diablos gegründeter Fußballverein bekannt, der mittlerweile in der Sachsenliga im Mittelfeld gut mitspielt. Dass die BSG auch eine Handballabteilung hat, wissen wohl nicht alle. Diese spielt allerdings auch nur in der untersten Spielklasse, wobei sich die Bilanz von 8 Siegen in 11 Spielen doch sehen lassen kann. Allerdings sind Mölkau II und Regis-Breitingen II noch besser. Schon ein Stück abgeschlagen ist der Viertplatzierte und heutige Gast Markkleeberg II.
Gespielt wurde in der Schulsporthalle in der Wundtstraße, die zum Thomas Gymnasium Leipzig-Süd – der bekannte Thomaner Chor hängt mit dieser Schule zusammen – gehört. Die Halle ist eine Bruchbude vom Feinsten. Vom Baustil her wahrscheinlich in den 1970ern errichtet, außen völlig mit Graffitis zugebombt, viel verklebtes Glas, angegammelte Metallelemente und Wellblech. Innen fallen auch sofort die Hintertorwände auf, die aus einfachem Wellblech gefertigt sind. Die Deckenkonstruktion ist sehr gelungen – die Anordnung der Zuschauerbänke das Übliche. Hinter den Holzturnbänken befinden sich auch zwei Emporen, die allerdings nicht einfach so zugänglich sind. Der Blick von da oben dürfte jedoch gut sein. Kurzum ist diese Sporthalle des Thomas Gymnasiums in der Wundtstraße eine der besten Sporthallen die ich kenne und die beste ihres Baustils (Kastenform). Ein Hinweis zum Parken: auf der Wundstraße wird das eher nichts, sein Auto abzustellen, also gleich die nach Norden an der Galopprennbahn Scheibenholz vorbei führenden Straßen Karl-Tauchnitz-Straße, Schwägrichtenstraße usw. suchen.
Auch das Spiel, das vor einer für diese 11. Spielklasse hervorragenden Kulisse von knapp 50 Fans ausgetragen wurde, war nicht zu verachten. Sporadisch feuerten einige jüngere Heimfans, die wohl zum Umfeld der Ultras gehörten, auch mit den gängigen Sprechchören an – wobei bei der Fußballabteilung natürlich weit mehr Action ist. Zum Großteil waren ohnehin nur Angehörige und Freunde der Spieler da. Mit mir unterhielt sich zum Beispiel länger eine junge Frau, die noch nie vorher beim Handball war, aber deren Chef sie eingeladen hatte. Der spielte für die Chemiker, wobei er natürlich kein Chemiker von Beruf ist, sondern Koch...
Die sieben Chemiker auf der Platte hätten eigentlich Dauersupport verdient gehabt! Nach holprigem Start zogen sie souverän auf 9-2 davon. Als es zur Pause in einem flotten Spiel bereits 13-6 stand, war die Entscheidung gefallen. Bis zur 40. Minute brachte es der Gast aus Markkleeberg dann nicht mehr fertig, auch nur einen Treffer gegen den guten Torwart mit der schönen Trikotaufschrift „Chemieschweine“ zu erzielen, während die Chemieschw... äh, die Chemiespieler mit neun Treffern den TSV vorführten. Irgendwann kamen sie doch noch auf sechs weitere Tore, wobei ein Ergebnis von 33:12 eigentlich alles zu so einem Spiel aussagt. Eine wirklich starke Leistung der BSG Chemie gegen schwachen Reservespieler aus der Nachbarstadt!
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Weiter ging es nach Hohenmölsen, wo die Halle kaum ein stärkeres Kontrastprogramm hätte seien können. Völlig überdimensioniert wie die toppmoderne, oberhalb des Südhangs – der die Siedlung zur Entschädigung der vom Braunkohleabbau in Großgrimma Vertriebenen ist – erbaute Glückauf Sporthalle ist, wurde die Vortribüne mit 400 Sitzplätzen gar nicht erst ausgefahren. Nur die Obertribüne mit 200 Sitz- und 100 Stehplätzen – zu einem Drittel gefüllt – war geöffnet. 2€ Eintritt sind eigentlich viel zu hoch für die fünfte Frauenliga, aber der durchschnittliche Preis.
Immerhin stieg heute das Burgenlandkreisderby in der Frauen-Sachsen-Anhalt-Liga: Beide Mannschaften sind leider nur im hinteren Teil der Tabelle zu finden, wobei die Weißenfelserinnen das Heimspiel 27:15 gewannen und auch knapp vor der Spielgemeinschaft vom SV Großgrimma und Chemie Zeitz stehen. Richtig Stimmung war natürlich nicht: es wurden Tore bejubelt, schöne Spielszenen beklatscht und die Schiedsrichter kritisiert. Ein paar junge Männer von Großgrimma brachten immerhin den einen oder anderen Sprechchor. Ein Banner gegen angeblichen „Spielerklau“ des WHV hatten sie auch aufgehängt. Keine Ahnung, was da vorgefallen sein soll – bei den durchweg höchstens durchschnittlich talentierten Spielerinnen auf der Platte kann es nichts von Belang sein. Aber ein abgeänderter Standardsprechchor, der sehr originell war, war übrigens folgender: „Eijaijaijoooooo, WHV: Hurentöhöchter...“
Die Weißenfelserinnen waren die ganzen 60 Minuten (von denen nur die ersten 30 auf der Anzeigetafel angezeigt wurden) über die bessere Mannschaft. Nur einmal lagen sie beim Stande von 8:7 hinten. Absetzen konnten sie sich allerdings bis zur 55. Minute nie. Ab da zeichnete sich der Fünf-Tore-Vorsprung, der am Ende bei 19-24 auf der Anzeigetafel stehen sollte, ab. Kurioserweise erst in einer Phase, nachdem die Gästespielerinnen massiv unter Fehlentscheidungen der Schiedsrichter zu leiden hatten. Die Unparteiischen reisten extra aus dem Landeshauptkaff Magdedorf an – und das merkte man auch... Mal wieder typisch Sachsen-Anhalt: jede zweite Entscheidung falsch. Es traf aber auch immer wieder die Heimmannschaft und nicht nur den WHV. Am Dreistesten jedoch die Gäste mit überzogenen Zeitstrafen und einem lächerlich Verweis gegen den Trainer: der war wegen einer Spielerverletzung auf der Platte, das Spiel war noch nicht freigegeben, der Schiri pfeift plötzlich zwei Minuten gegen den WHV-Coach und schickt ihn – nachdem er bereits wegen (berechtigtem) Meckern zwei Mal verwarnt wurde – mit dieser völlig abstrusen Entscheidung vom Spielfeldrand weg. Kurz darauf sah auch eine Gästespielerin überzogenermaßen vom Rauschebart Bechler den Roten Karton.
Wie unterirdisch die Leistung der Unparteiischen war, sah man auch an der Verteilung der Zeitstrafen: 8 Minuten für die Heim- und 20 für die Gastmannschaft – wobei beide Teams gleichermaßen unsauber, aber nicht unfair spielten. Technisch und in Sachen Torwurf waren halt beide Teams nicht besonders gut, da musste man sich schon mit mehr oder weniger geschickten Ringergriffen der Gegnerin gegenüber beweisen...
Ich habe aber auch schon undiszipliniertere Spiele erlebt und schwächere Frauenhandballpartien. War schon ganz ansehnlich da in HHM!
Statistik:
Grounds: 694 (heute 2 neue; diese Saison: 100 neue)
Sportveranstaltungen: 1.451 (heute 2, diese Saison: 137)
Tageskilometer: 120 (120 Auto)
Saisonkilometer: 27.240 (18.710 Auto/ 6.600 Flugzeug/ 1.920 Fahrrad/ 10 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 28
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 286
Sonntag, 30. Oktober 2011
W274IV: Zwei schwache Sonntagsspiele in Leipzig
Knautkleeberger SC 1864 Leipzig A 8:1
TSV 1886 Markkleeberg A
Datum: Sonntag, 30. Oktober 2011 – Anstoß: 10.00
Wettbewerb: A-Junioren Stadtliga Leipzig, Staffel 1 (5. Spielklasse der 16-18jährigen)
Ergebnis: 8:1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: k. A.
Tore: ?, 7:1 77., 8-1 83.
Verwarnungen: keine?, Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Knautkleeberg (Kap. 1.100, davon 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 2 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Zwar nur ne knappe halbe Stunde gesehen, aber machte einen guten Eindruck)
Knautkleeberger SC 1864 Leipzig III 5:0
SV West 03 Leipzig II
Datum: Sonntag, 30. Oktober 2011 – Anstoß: 12.00
Wettbewerb: 3. Stadtklasse Leipzig, Staffel 1 (12. und unterste Spielklasse, 7. Amateurliga)
Ergebnis: 5:0 nach 91 Min. (45/46) – Halbzeit: 1:0
Tore: 1-0 12. (9), 2-0 58. (5), 3-0 77. (9), 4-0 85. (20 [Torwart], Handelfmeter), 5-0 87. (13)
Verwarnungen: 5, 11 (beide West 03)
Platzverweise: Nr. 15 (West 03) wegen absichtlichen Handspiels auf der Torlinie in der 84. Minute
Spielort: Sportplatz Knautkleeberg (Kap. 1.100, davon 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 20 (keine Gästefans?)
Unterhaltungswert: 3,0/10 (Bis auf wenige Szenen des KSC – v.a. den Toren – erwartungsgemäß schwach)
Leipziger SC 01 II 0:0 SV Victoria 90 Leipzig
Datum: Sonntag, 30. Oktober 2011 – Anstoß: 14.00
Wettbewerb: 2. Stadtklasse Leipzig, Staffel 1 (11. Spielklasse, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 0:0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0:0
Tore: keine, zum ersten Mal nach 107 Spielen in Folge mit wenigstens einem Treffer...
Verwarnungen: Nr. 8 (Victoria)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Pistorisstraße/ LSC 01 (Kap. 5.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 15 (davon ca. 4 Gästefans)
Unterhaltungswert: 1,0/10 (Victoria sehr aktiv aber total unfähig; LSC II sollte im Interesse aller die Mannschaft zurückziehen, so beschissen wie die kicken)
Photos and English version:
Wir kamen schon sehr früh im Leipziger Stadtteil Knautkleeberg an, wo die Anlage mit ihrer Reihe alter Bänke, von Bäumen schattiert, sehr einladend ist. Besonders spektakulär ist der Platz zwar nicht, aber Bäume und Bänke – auch um den Kleinfeldnebenplatz herum – sind schon mal nicht schlecht. Es lief noch ein unterhaltsames Jugendspiel zwischen den A-Jugendlichen von Knautkleeberg und Markkleeberg. Letztere sind Tabellenletzter und waren klar unterlegen, doch trafen endlich das Tor kurz nachdem wir aufgekreuzt waren. Der schönere Treffer war jedoch jener zum 8:1 Endstand einige Minuten vor Abpfiff. Zwischen beiden Treffern gab es eine kuriose Szene, da irgendein Depp seinen hässlichen Köter nicht angeleint hatte und dieser aufs Feld rannte und den Ball haben wollte. Der Besitzer stürmte schließlich auch den Platz und nahm sein dämliches Dreckvieh an die Leine.
Nach diesem guten Jugendspiel hieß es Letzter gegen Vorletzter in der untersten Spielklasse. KSC III. Mannschaft mit einem Sieg und West 03 II. Mannschaft mit 4:64 Toren und 0 Punkten aus 8 Spielen. Klingt doch noch echt gutem Fußball, oder? Immerhin fing es gut an: KSC ging schnell durch eine gelungene Einzelaktion in Führung. Dann bauten sie allerdings ab und ließen die ganz schwache West-Mannschaft kommen. Erst nach der Pause riss sich der KSC wieder zusammen. Ein herrlicher Weitschuss aus über 25 Metern ins lange Eck zum 2:0. Drei weitere Treffer, darunter ein Elfmeter, der nach einem Handspiel auf der Linie (der Ball wäre auch direkt ins Netz gegangen!) fällig wurde, kamen noch hinzu für die klar überlegenen aber nicht gerade herausragenden Knautkleeberger.
Die weitläufige Anlage des LSC lohnt einen Besuch, aber die II. Mannschaft vom SC 01 würde ich nicht empfehlen. Von den vier Plätzen ist der Hauptplatz schon der Beste: hufeisenförmig sind fünf Meter hohe Graswälle drum herum gelegt. Hinter der einen Längsseite fließt ein kleiner Fluss durchs dichte Gehölz. Die Bäume machten gerade jetzt im Herbst farblich etwas daher. Die müllabfuhrfarbenen Trikots des Vorletzten der 2. Stadtklasse, also der Reserve des Leipziger SC 01, die gegen den 10. von 14, Victoria 90, spielte, waren eher hässlich. Aber die abartigen Trikots passten zu ihrem Niveau. Mit viel, viel Dusel sicherten sie sich einen Punkt mit einem 0:0. In den ganzen 90 Minuten spielte nur Victoria. Die zwei Torchancen für den Gastgeber waren nicht der Rede wert. Victoria griff so regelmäßig, aber eben leider nur so ungenau und schwach, das Tor an, dass ein 0:6 oder 0:7 gerechtfertigt gewesen wäre. 90% Spielanteile, 20 zu 2 Torchancen – da nicht zu gewinnen ist echt das Vorletzte. Das Letzte ist so eine Mannschaft wie LSC 01 II: nur hinten drin stehen, gar nichts am Ball können und noch viel Glück haben. Am besten sollten sie, in Rücksichtnahe auf Anhänger von gegnerischen Mannschaften und neutrale Zuschauer gleich zurückziehen, damit so abartig schlechte Spiele allen erspart bleiben... Langsam habe ich aber auch den Eindruck, dass das Niveau in Leipzig-Stadt immer weiter absinkt. Im Umland ist es weiterhin gut. Nach dieser Saison werde ich ganz sicher nur noch Spiele im Umland Leipzigs gucken, so ein Schrott wie da in der Stadt gekickt wird!
Dass dieses Spiel das erste seit April diesen Jahres war, das 0:0 ausging ist zwar sehr ärgerlich, aber da ich 107 Spiele in Folge gesehen habe, in denen mindestens ein Treffer fiel (und mein Vater immerhin noch 105), ist es im Endeffekt nicht so schlimm, dass dieses Spiel so beschissen verlief.
Statistik:
Grounds: 658 (heute 2 neue; diese Saison: 64 neue)
Sportveranstaltungen: 1.394 (heute 3, diese Saison: 80)
Tageskilometer: 70 (70 Rad)
Saisonkilometer: 12.570 (10.820 Auto/ 1.740 Fahrrad/ 10 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 0 [zuletzt 107 in Folge ohne 0:0!]
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 274
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Montag, 6. Dezember 2010
W227II: Handball im Haifischbecken von Mölkau
HSV Mölkau - Die Haie II 30:31 TSV 1886 Markkleeberg II
Sonntag 5. Dezember 2010 – Anwurf 12.00
Liga: 1. Kreisklasse Leipzig (11. und unterste Liga)
Ergebnis: 30:31 nach 60 Min. – Halbzeit: 16:17
Torfolge: 2-0, 2-2, 3-2, 3-3, 4-3, 4-4, 5-4, 5-7, 6-7, 6-8, 7-8, 7-9, 8-9, 8-10, 9-10, 9-11, 10-11, 10-12, 11-12, 11-13, 12-13, 12-14, 13-14, 13-15, 14-15, 14-16, 15-16, 15-17, 16-17; 16-18, 19-18, 19-19, 20-19, 20-20, 20-22, 21-22, 21-23, 22-23, 22-25, 23-25, 23-26, 26-26, 26-27, 27-27, 27-28, 28-28, 28-30, 29-30, 30-30, 30-31 (30-31 in 59:55)
Zeitstrafen: Mölkau II 2 Minuten, TSV II 6 Minuten
Platzverweise: keine
Sportanlage: Sporthalle Leipzig-Mölkau (Kap. 100 nur als Stehplätze nutzbare Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 3 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Entsprechend der Klasse hohe Fehlerquote, aber trotzdem hohe Geschwindigkeit und viel Spannung!)
HSV Mölkau - Die Haie FR 24:27 BSV Limbach-Oberfrohna FR
Sonntag 5. Dezember 2010 – Anwurf 14.00
Liga: Frauen Verbandsliga Sachsen, West (6. Liga der Frauen)
Ergebnis: 24:27 nach 60 Min. – Halbzeit: 12:16
Torfolge: 0-4, 1-4, 1-6, 4-6, 4-7, 6-7, 6-9, 7-9, 7-10, 8-10, 8-11, 9-11, 9-12, 10-12, 10-13, 10-14, 11-14, 11-16, 12-16; 12-17, 13-17, 13-18, 14-18, 14-19, 14-21, 16-21, 16-22, 17-22, 17-23, 18-23, 20-23, 20-24, 22-24, 22-25, 22-26, 24-26, 24-27
Zeitstrafen: Mölkau 4 Minuten, BSV 6 Minuten
Platzverweise: keine
Sportanlage: Sporthalle Leipzig-Mölkau (Kap. 100 nur als Stehplätze nutzbare Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 8 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Fing richtig gut an, ließ aber nach 15 Minuten erheblich nach)
HSV Mölkau - Die Haie 29:25 NHV Concordia Delitzsch 2010 II
Sonntag 5. Dezember 2010 – Anwurf 16.00
Liga: Bezirksliga Leipzig (7. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 29:25 nach 60 Min. – Halbzeit: 18:10
Torfolge: 1-0, 1-1, 3-1, 3-2, 5-2, 5-3, 6-3, 6-4, 8-4, 8-5, 10-5, 10-6, 10-7, 14-7, 14-8, 16-8, 16-9, 17-9, 17-10, 18-10; 18-11, 19-11, 19-12, 21-12, 21-13, 22-13, 22-14, 23-14, 23-20, 25-20, 25-21, 27-21, 27-22, 28-22, 28-23, 29-23, 29-25
Zeitstrafen: Haie 10 Minuten, Concordia 12 Minuten
Platzverweise: keine
Sportanlage: Sporthalle Leipzig-Mölkau (Kap. 100 nur als Stehplätze nutzbare Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 6 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Viele schöne Tore und Szenen am Kreis: insgesamt ein wirklich gutes Spiel!)

Photos and English version:
Leipzig – Details of Facades: Jugendstil, Graffiti, Socialist Era
Handball in Leipzig-Mölkau: Three Matches in a Botched Sports Hall
Ein langer Spieltag in der Sporthalle der Mölkauer Mittelschule. Dass ich nach nicht einmal zwei Jahren eine noch beschissenere Halle als die in der Seminarstraße Naumburg/ Saale finden würde, hätte ich nicht gedacht. War der Architekt zugekifft? Wie soll man den bei einem 1,50m hohen Geländer vor einer zweireihigen, Holz beschlagenen Kunststofftribüne, die sich mehr als 2m direkt über dem Spielfeldrand befindet, und nur ca. 50 bzw. 75cm hoch ist, etwas sehen? Man musste die ganze Zeit am Geländer stehen, da man nicht einmal auf der zweiten Bankreihe stehend richtig zuschauen konnte: da guckte man zwar über das Metallgeländer hinweg, aber dafür war immer einer der sechs pervers dicken Stahlträger im Blickfeld. Also so eine Kräpel-Halle habe ich noch nie gesehen: die ist so bescheuert verpfuscht, dass man sie eigentlich mal besucht haben muss!
Die Sichteinschränkung war allerdings kein Problem, da kaum Zuschauer erschienen. Diese mussten auch keinen Eintritt bezahlen, dafür gab es ordentliches Catering zu angemessenen Preisen. Die Mölkauer scheinen übrigens große Freunde der Ironie und versteckter Anspielungen zu sein: anders ist der Text zur Halle auf der Website - www.hsv-moelkau.de - nicht zu erklären. Da heißt es: „Neben den guten Trainingsbedingungen ist das Schöne an unserer Halle, dass es eine Zuschauertribüne gibt. Und zum Spieltag ist dann natürlich richtig was los ... dann ist Hai-Stimmung!“ – so ist es: Hai-Stimmung; Fische sind halt stumm, so wie es Mölkauer Fans auch sind...
Egal, jedenfalls standen 5 Spiele für verschiedene Mannschaften der Mölkauer Haie, des 2005 aus dem SV Mölkau 04 ausgegliederten Handballvereins, an. Die B-Jugend schauten wir uns nicht an, wir stiegen nachdem wir den Weg in den östlichen Stadtteil mit Bahn und Bus und einem kurzen Abstecher in die Innenstadt gefunden hatten, bei den II. Männern in der untersten Spielklasse – Sachsen hat mit 11 Ebenen bzw. 8 Amateurebenen ab Mitteldeutscher Oberliga einen sehr großen Handballspielbetrieb – ein. Hinter dem punktverlustfreien HC Leipziger City sind die Reserve-Haie etwa besser als der Viertplatzierte aus der südlichen von Leipzig liegenden Kleinstadt einzuschätzen. Es entwickelte sich das erwartet enge Spiel in dem Mal der Eine mal der Andere führte. Die Zweite Mannschaft der Mölkauer war gleichwertig, doch hatte dann am Ende etwas Pech, sodass eine ganz knappe Niederlage in einem natürlich sehr fehlerbehafteten aber erfreulich schnellen Spiel zu Buche stand. 30:31 – 61 Tore; und da waren viele schöne wie Raketen in den Winkel oder Heber von der Seite über den Torwart dabei!

Danach spielten die Frauen in der Verbandsliga Staffel West gegen Limbach-Oberfrohna: Siebter gegen Sechster ist ein wahres Mittelfeldduell. Der Ballspielverein aus der Kleinstadt bei Chemnitz hatte die leicht bessere Ausgangssituation und den klar besseren Start. Die Damen begannen richtig furios und erst als die Gastgeber – oder die Haiinnen – besser ins Spiel kamen, wurde es langsamer und weniger attraktiv. Attraktiv nur auf die Spielqualität bezogen... Jedenfalls wusste das Spiel nach 15 Minuten echt nicht mehr zu begeistern.
Nach aussichtslos scheinendem Rückstand kam Mölkau noch mal heran in der zweiten Halbzeit. Doch fünf Minuten vor Schluss machten die Gastgeberinnen so viele dilettantische und unnötige Fehler, dass sie mit drei Tore Unterschied noch gut bedient waren. Wirklich heftig kritisieren muss man aber trotzdem niemanden - nur kurz vor der Pause gab es eine doch sehr fragwürdige Szene: eine Mölkauerin wird fair am Wurf gehindert, verletzt sich beim Sturz aber am Knie, bleibt liegen, der eine Schiri steht direkt daneben, lässt die Limbacherin mit dem Ball in der Hand zögern, meint dann es solle weitergespielt werden, die Limbacherin zögert noch kurz und wirft dann auf Zuruf einen weiten Pass auf eine Mitspielerin, die als Zeichen der äußersten sportlichen Fairness an der einen Verteidigerin vorbei aufs freie Tor zuläuft und den Wurf verwandelt. Dass die Mölkauer Verteidigerin ihr so in den Rücken stieß, das die Limbacherin heftig stürzte, konnte ich voll und ganz verstehen. Warum Handballer nicht wie Fußballer es ja fairerweise meist machen, den Ball nach einer solchen schiedsrichterlichen Bankrotterklärung nicht ins Aus spielen können, habe ich mich schon mehrfach gefragt. Rücksichtsloses Torattackieren ist beim Handball in so einer Szene viel verbreiteter als beim Fußball: dem letzten Fußballer, der bei einem Spiel, das ich gesehen habe, in einer solchen Situation auf den gegnerischen Strafraum zustürmte (ein Müchelner Spieler beim Kreispokal in Wettin), wurde übrigens zünftig unter den „Jawoll“-Rufen der Fans vor erreichen des Strafraums in die Kniekehlen gelatscht...

Das bleib aber auch die einzige unsaubere Szene in diesem Frauenspiel, das stimmungsmäßig von den paar Gästefans, die halt ab und an etwas anfeuerten, bestimmt wurde. Bei den Männern, wo sich ebenfalls ein paar wenige Gästefans am lautesten äußersten, stand dann danach ein Mittelfeldduell in der höchsten Liga im Bezirk Leipzig an. Die Haie wurden vom SV Mölkau 04 im Jahre 2005 ausgegliedert und der Gegner ist die Zweitvertretung des Neuen Handball Verein Concordia, welcher natürlich der Nachfolger des bekannten Bankrott gegangenen Delitzscher Clubs, der einen Absturz von der 2. Bundesliga (zwischenzeitlich waren die sogar 1. Bundesliga) in die Sachsenliga hinter sich hat. In der Sachsenliga ist die Erste mit der beeindruckenden Bilanz von 9 Niederlagen aus 9 Spielen Tabellenletzter, die Zweite hat schon einige Punkte mehr auch wenn sie nur im hinteren Mittelfeld steht. Die momentane Situation zeigt aber nur zu deutlich, dass sich Delitzsch mit Profihandball übernommen hat. Der Unterbau zur mehr oder weniger zusammengekauften Bundesligatruppe ist mehr als dürftig. Die Zweitvertretung trat mit gerade einmal 8 Spielern – also nur einem Auswechsler – an. Bis zur Mitte der ersten Halbzeit war das Spiel trotzdem ausgeglichen, doch dann zog Mölkau mit teils richtig spektakulären Toren davon: sie spielten sauberer aber konsequenter oder besser im Abschluss. In der zweiten Halbzeit wackelten allerdings die Haie, sodass Concordia nach einem zwischenzeitlichen 9-Tore-Rückstand noch mal auf bis zu drei Tore herankam. Doch gute Reaktionen des Mölkauer Torwarts und eine zum Ende wieder steigende Chancenverwertung brachte Mölkau zum absolut verdienten Sieg.

An diesem Tag geschah übrigens ein Wunder des öffentlichen Personennahverkehrs: vier Züge und zwei Busse nahmen wir über den Tag verteilt (also von Merseburg über Halle nach Leipzig Hbf. und weiter per Bus nach Mölkau Gemeindeamt sowie in die umgekehrter Richtung) – und nicht ein einziger war unpünktlich. Die letzten 10 Straßenbahnen und Züge die ich seit Wintereinbruch genutzt habe waren bis zu 30 Minuten verspätet oder ausgefallen. Mein Vater saß sogar einmal über sieben Stunden in Leipzig auf dem Bahnhof fest, da nicht ein Zug nach Halle fuhr. Da können die überteuerte Drecksbahn und ihre ebenso dreckigen und überteuerten Kollegen ja richtig stolz auf sich sein...

Statistik:
Ground Nr. 501 (ein neuer Ground; diese Saison: 51 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.184-1.186 (diese Saison: 73)
Tageskilometer: 110 (90 Bahn, 20 Bus)
Saisonkilometer: 12.530 (8.170 Auto/ 2.090 Fahrrad/ 1.470 Bahn, Bus, Tram/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 227
Sonntag 5. Dezember 2010 – Anwurf 12.00
Liga: 1. Kreisklasse Leipzig (11. und unterste Liga)
Ergebnis: 30:31 nach 60 Min. – Halbzeit: 16:17
Torfolge: 2-0, 2-2, 3-2, 3-3, 4-3, 4-4, 5-4, 5-7, 6-7, 6-8, 7-8, 7-9, 8-9, 8-10, 9-10, 9-11, 10-11, 10-12, 11-12, 11-13, 12-13, 12-14, 13-14, 13-15, 14-15, 14-16, 15-16, 15-17, 16-17; 16-18, 19-18, 19-19, 20-19, 20-20, 20-22, 21-22, 21-23, 22-23, 22-25, 23-25, 23-26, 26-26, 26-27, 27-27, 27-28, 28-28, 28-30, 29-30, 30-30, 30-31 (30-31 in 59:55)
Zeitstrafen: Mölkau II 2 Minuten, TSV II 6 Minuten
Platzverweise: keine
Sportanlage: Sporthalle Leipzig-Mölkau (Kap. 100 nur als Stehplätze nutzbare Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 3 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Entsprechend der Klasse hohe Fehlerquote, aber trotzdem hohe Geschwindigkeit und viel Spannung!)
HSV Mölkau - Die Haie FR 24:27 BSV Limbach-Oberfrohna FR
Sonntag 5. Dezember 2010 – Anwurf 14.00
Liga: Frauen Verbandsliga Sachsen, West (6. Liga der Frauen)
Ergebnis: 24:27 nach 60 Min. – Halbzeit: 12:16
Torfolge: 0-4, 1-4, 1-6, 4-6, 4-7, 6-7, 6-9, 7-9, 7-10, 8-10, 8-11, 9-11, 9-12, 10-12, 10-13, 10-14, 11-14, 11-16, 12-16; 12-17, 13-17, 13-18, 14-18, 14-19, 14-21, 16-21, 16-22, 17-22, 17-23, 18-23, 20-23, 20-24, 22-24, 22-25, 22-26, 24-26, 24-27
Zeitstrafen: Mölkau 4 Minuten, BSV 6 Minuten
Platzverweise: keine
Sportanlage: Sporthalle Leipzig-Mölkau (Kap. 100 nur als Stehplätze nutzbare Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 8 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Fing richtig gut an, ließ aber nach 15 Minuten erheblich nach)
HSV Mölkau - Die Haie 29:25 NHV Concordia Delitzsch 2010 II
Sonntag 5. Dezember 2010 – Anwurf 16.00
Liga: Bezirksliga Leipzig (7. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 29:25 nach 60 Min. – Halbzeit: 18:10
Torfolge: 1-0, 1-1, 3-1, 3-2, 5-2, 5-3, 6-3, 6-4, 8-4, 8-5, 10-5, 10-6, 10-7, 14-7, 14-8, 16-8, 16-9, 17-9, 17-10, 18-10; 18-11, 19-11, 19-12, 21-12, 21-13, 22-13, 22-14, 23-14, 23-20, 25-20, 25-21, 27-21, 27-22, 28-22, 28-23, 29-23, 29-25
Zeitstrafen: Haie 10 Minuten, Concordia 12 Minuten
Platzverweise: keine
Sportanlage: Sporthalle Leipzig-Mölkau (Kap. 100 nur als Stehplätze nutzbare Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 6 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Viele schöne Tore und Szenen am Kreis: insgesamt ein wirklich gutes Spiel!)
Photos and English version:
Leipzig – Details of Facades: Jugendstil, Graffiti, Socialist Era
Handball in Leipzig-Mölkau: Three Matches in a Botched Sports Hall
Ein langer Spieltag in der Sporthalle der Mölkauer Mittelschule. Dass ich nach nicht einmal zwei Jahren eine noch beschissenere Halle als die in der Seminarstraße Naumburg/ Saale finden würde, hätte ich nicht gedacht. War der Architekt zugekifft? Wie soll man den bei einem 1,50m hohen Geländer vor einer zweireihigen, Holz beschlagenen Kunststofftribüne, die sich mehr als 2m direkt über dem Spielfeldrand befindet, und nur ca. 50 bzw. 75cm hoch ist, etwas sehen? Man musste die ganze Zeit am Geländer stehen, da man nicht einmal auf der zweiten Bankreihe stehend richtig zuschauen konnte: da guckte man zwar über das Metallgeländer hinweg, aber dafür war immer einer der sechs pervers dicken Stahlträger im Blickfeld. Also so eine Kräpel-Halle habe ich noch nie gesehen: die ist so bescheuert verpfuscht, dass man sie eigentlich mal besucht haben muss!
Die Sichteinschränkung war allerdings kein Problem, da kaum Zuschauer erschienen. Diese mussten auch keinen Eintritt bezahlen, dafür gab es ordentliches Catering zu angemessenen Preisen. Die Mölkauer scheinen übrigens große Freunde der Ironie und versteckter Anspielungen zu sein: anders ist der Text zur Halle auf der Website - www.hsv-moelkau.de - nicht zu erklären. Da heißt es: „Neben den guten Trainingsbedingungen ist das Schöne an unserer Halle, dass es eine Zuschauertribüne gibt. Und zum Spieltag ist dann natürlich richtig was los ... dann ist Hai-Stimmung!“ – so ist es: Hai-Stimmung; Fische sind halt stumm, so wie es Mölkauer Fans auch sind...
Egal, jedenfalls standen 5 Spiele für verschiedene Mannschaften der Mölkauer Haie, des 2005 aus dem SV Mölkau 04 ausgegliederten Handballvereins, an. Die B-Jugend schauten wir uns nicht an, wir stiegen nachdem wir den Weg in den östlichen Stadtteil mit Bahn und Bus und einem kurzen Abstecher in die Innenstadt gefunden hatten, bei den II. Männern in der untersten Spielklasse – Sachsen hat mit 11 Ebenen bzw. 8 Amateurebenen ab Mitteldeutscher Oberliga einen sehr großen Handballspielbetrieb – ein. Hinter dem punktverlustfreien HC Leipziger City sind die Reserve-Haie etwa besser als der Viertplatzierte aus der südlichen von Leipzig liegenden Kleinstadt einzuschätzen. Es entwickelte sich das erwartet enge Spiel in dem Mal der Eine mal der Andere führte. Die Zweite Mannschaft der Mölkauer war gleichwertig, doch hatte dann am Ende etwas Pech, sodass eine ganz knappe Niederlage in einem natürlich sehr fehlerbehafteten aber erfreulich schnellen Spiel zu Buche stand. 30:31 – 61 Tore; und da waren viele schöne wie Raketen in den Winkel oder Heber von der Seite über den Torwart dabei!
Danach spielten die Frauen in der Verbandsliga Staffel West gegen Limbach-Oberfrohna: Siebter gegen Sechster ist ein wahres Mittelfeldduell. Der Ballspielverein aus der Kleinstadt bei Chemnitz hatte die leicht bessere Ausgangssituation und den klar besseren Start. Die Damen begannen richtig furios und erst als die Gastgeber – oder die Haiinnen – besser ins Spiel kamen, wurde es langsamer und weniger attraktiv. Attraktiv nur auf die Spielqualität bezogen... Jedenfalls wusste das Spiel nach 15 Minuten echt nicht mehr zu begeistern.
Nach aussichtslos scheinendem Rückstand kam Mölkau noch mal heran in der zweiten Halbzeit. Doch fünf Minuten vor Schluss machten die Gastgeberinnen so viele dilettantische und unnötige Fehler, dass sie mit drei Tore Unterschied noch gut bedient waren. Wirklich heftig kritisieren muss man aber trotzdem niemanden - nur kurz vor der Pause gab es eine doch sehr fragwürdige Szene: eine Mölkauerin wird fair am Wurf gehindert, verletzt sich beim Sturz aber am Knie, bleibt liegen, der eine Schiri steht direkt daneben, lässt die Limbacherin mit dem Ball in der Hand zögern, meint dann es solle weitergespielt werden, die Limbacherin zögert noch kurz und wirft dann auf Zuruf einen weiten Pass auf eine Mitspielerin, die als Zeichen der äußersten sportlichen Fairness an der einen Verteidigerin vorbei aufs freie Tor zuläuft und den Wurf verwandelt. Dass die Mölkauer Verteidigerin ihr so in den Rücken stieß, das die Limbacherin heftig stürzte, konnte ich voll und ganz verstehen. Warum Handballer nicht wie Fußballer es ja fairerweise meist machen, den Ball nach einer solchen schiedsrichterlichen Bankrotterklärung nicht ins Aus spielen können, habe ich mich schon mehrfach gefragt. Rücksichtsloses Torattackieren ist beim Handball in so einer Szene viel verbreiteter als beim Fußball: dem letzten Fußballer, der bei einem Spiel, das ich gesehen habe, in einer solchen Situation auf den gegnerischen Strafraum zustürmte (ein Müchelner Spieler beim Kreispokal in Wettin), wurde übrigens zünftig unter den „Jawoll“-Rufen der Fans vor erreichen des Strafraums in die Kniekehlen gelatscht...
Das bleib aber auch die einzige unsaubere Szene in diesem Frauenspiel, das stimmungsmäßig von den paar Gästefans, die halt ab und an etwas anfeuerten, bestimmt wurde. Bei den Männern, wo sich ebenfalls ein paar wenige Gästefans am lautesten äußersten, stand dann danach ein Mittelfeldduell in der höchsten Liga im Bezirk Leipzig an. Die Haie wurden vom SV Mölkau 04 im Jahre 2005 ausgegliedert und der Gegner ist die Zweitvertretung des Neuen Handball Verein Concordia, welcher natürlich der Nachfolger des bekannten Bankrott gegangenen Delitzscher Clubs, der einen Absturz von der 2. Bundesliga (zwischenzeitlich waren die sogar 1. Bundesliga) in die Sachsenliga hinter sich hat. In der Sachsenliga ist die Erste mit der beeindruckenden Bilanz von 9 Niederlagen aus 9 Spielen Tabellenletzter, die Zweite hat schon einige Punkte mehr auch wenn sie nur im hinteren Mittelfeld steht. Die momentane Situation zeigt aber nur zu deutlich, dass sich Delitzsch mit Profihandball übernommen hat. Der Unterbau zur mehr oder weniger zusammengekauften Bundesligatruppe ist mehr als dürftig. Die Zweitvertretung trat mit gerade einmal 8 Spielern – also nur einem Auswechsler – an. Bis zur Mitte der ersten Halbzeit war das Spiel trotzdem ausgeglichen, doch dann zog Mölkau mit teils richtig spektakulären Toren davon: sie spielten sauberer aber konsequenter oder besser im Abschluss. In der zweiten Halbzeit wackelten allerdings die Haie, sodass Concordia nach einem zwischenzeitlichen 9-Tore-Rückstand noch mal auf bis zu drei Tore herankam. Doch gute Reaktionen des Mölkauer Torwarts und eine zum Ende wieder steigende Chancenverwertung brachte Mölkau zum absolut verdienten Sieg.
An diesem Tag geschah übrigens ein Wunder des öffentlichen Personennahverkehrs: vier Züge und zwei Busse nahmen wir über den Tag verteilt (also von Merseburg über Halle nach Leipzig Hbf. und weiter per Bus nach Mölkau Gemeindeamt sowie in die umgekehrter Richtung) – und nicht ein einziger war unpünktlich. Die letzten 10 Straßenbahnen und Züge die ich seit Wintereinbruch genutzt habe waren bis zu 30 Minuten verspätet oder ausgefallen. Mein Vater saß sogar einmal über sieben Stunden in Leipzig auf dem Bahnhof fest, da nicht ein Zug nach Halle fuhr. Da können die überteuerte Drecksbahn und ihre ebenso dreckigen und überteuerten Kollegen ja richtig stolz auf sich sein...
Statistik:
Ground Nr. 501 (ein neuer Ground; diese Saison: 51 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.184-1.186 (diese Saison: 73)
Tageskilometer: 110 (90 Bahn, 20 Bus)
Saisonkilometer: 12.530 (8.170 Auto/ 2.090 Fahrrad/ 1.470 Bahn, Bus, Tram/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 227
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