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Sonntag, 20. Januar 2013
W338II: Interessante Handballspiele in Leipzig und ein sensationelles Volleyballspiel in Spergau
SV Lok Leipzig-Mitte II ---------------------------------- 24
BSG Chemie Leipzig --------------------------------------- 25
+ Datum: Samstag, 19. Januar 2013 – Anwurf: 11.45
+ Wettbewerb: 2. Kreisliga Leipzig (10. Handballliga, 7. Amateurliga)
+ Ergebnis: 24-25 nach 60 Min. (2x30) – Halbzeit: 12-10
+ Torfolge: ?-?, 3-1, 3-4(!), 11-4(!!!), 11-6, 12-6, 12-10(!)/ 12-13(!!), 13-13, 13-14, 14-14, 14-16, 15-16, 15-17, 17-17, 17-20, 18-20, 18-21, 22-21(!), 22-22, 23-22, 23-24, 24-24, 24-25
+ Gelbe Karten: Nr. 6, 15, ? (Lok Mitte); Nr. 10, 12, 13 (Chemie)
+ Zwei-Minuten-Strafen: 2x Nr. 15, 1x Nr. 2, 8, 18 (Lok Mitte = 10 Minuten); Nr. 8, 13, 14 (Chemie = 6 Minuten)
+ Spielort: Sporthalle Astrid Lindgren Grundschule (Kap. 100, davon 50 Sitzplätze)
+ Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 25 Gästefans)
+ Unterhaltungswert: 7,5/10 (Packendes und gutes Match mit kuriosem Spielverlauf)
TSG Schkeuditz/ SG Motor Gohlis Nord B ------------ 45
Neuer Handball Verein Concordia Delitzsch 2010 B - 35
+ Datum: Samstag, 19. Januar 2013 – Anwurf: 16.00
+ Wettbewerb: Kreisliga Leipzig, männliche Jugend B (5. und unterste Handballliga der 14-16jährigen)
+ Ergebnis: 45-35 nach 50 Min. (2x25) – Halbzeit: 23-13
+ Torfolge: 1-0, 1-1, 11-1(!!), 11-2, 13-2, 13-3, 14-3, 14-4, 16-4, 16-5, 17-5, 17-6, 18-6, 18-7, 20-7, 20-8, 22-8(+14!), 22-9, 23-9, 23-14(!), 26-14, 26-15, 27-15, 27-16, 29-16, 29-18, 32-18(+14!), 32-22, 33-22, 33-23, 35-23, 35-25, 36-24, 36-26, 38-26, 38-27, 39-27, 39-28, 40-28, 42-29, 42-33, 43-33, 43-34, 45-34, 45-35
+ Gelbe Karten: Nr. 73 (Schkeuditz/ MoGoNo); Nr. 3, 7, 21 (Delitzsch)
+ Zwei-Minuten-Strafen: 2x Nr. 73, 10, 1x Nr. 15 (Schkeuditz/ MoGoNo = 10 Minuten); Nr. 18, 21 (Delitzsch = 4 Minuten)
+ Spielort: Turn- und Spielhalle Schkeuditz (Kap. 200, davon 160 Sitzplätze)
+ Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 10 Gästefans)
+ Unterhaltungswert: 7,0/10 (Schnelles bis hektisches, chaotisches und extrem torreiches – 80 Treffer in nur 50 Minuten – Spiel)
Chemie Volley Mitteldeutschland (Leuna) ------------- 3
Verein für Bewegungsspiele Friedrichshafen ----------- 0
+ Datum: Samstag, 19. Januar 2013 – Beginn: 19.30
+ Wettbewerb: 1. Volleyballbundesliga (Halbprofiliga)
+ Ergebnis: 3-0 nach 90 Min.
+ Satzergebnisse: 25:23, 30:28, 25:23 (= 80:74)
+ Spielort: Jahrhunderthalle Spergau (Kap. 1.300 Sitzplätze)
+ Zuschauer: 1.047 gemeldet (tatsächliche Zahl: stimmt in etwa mit der gemeldeten überein, davon Gästefans: 2, 3)
+ Unterhaltungswert: 8,0/10 (Ein klasse Spiel: Friedrichshafen nicht unbedingt in Bestform, dafür aber CVM weit über seiner Normalform!)
a) Amateur Handball in Leipzig Region: Lok Leipzig-Mitte II – Chemie Leipzig & Schkeuditz/ MoGoNo U17 v Delitzsch U17
b) German Volleyball Top Flight: CVM Spergau v Friedrichshafen
Erst kurz nach Anpfiff betraten wir die etwas heruntergekommene, obwohl mittlerweile sanierte, Sporthalle der noch heruntergekommeneren Astrid-Lindgren-Grundschule in der Löbauer Straße in der nördlichen Innenstadt von Leipzig. Der kastenförmige Bau kann nur Turnbänke als Sitzgelegenheiten anbieten. Wie bei allen Chemie Leipzig-Spielen waren die auch gut belegt, wobei ich bei anderen Spielen von denen schon weit mehr Zuschauer gesehen habe. Genial waren die beiden Pflanzen, die durch Fensterritzen in die Halle hineinwucherten. Kein Wunder, dass es Zugluft gab...
Die Gästefans gingen auch ganz gut mit in einem Spiel ihrer Mannschaft, dass schnell zu ihren Ungunsten zu laufen schien, dann scheinbar gedreht wurde, dann doch wieder nicht und schließlich tatsächlich mit einem Sieg für die BSG endete. Einen ersten Rückstand in der Anfangsphase konnte Chemie jedenfalls drehen, nachdem wir die Halle betraten. Ab der 12. oder 13. Minute lief aber nichts mehr zusammen und aus einem 4:3-Vorsprung wurde ein 4:11 Rückstand. Der hervorragend parierende Chemie-Torwart wurde langsam ungehalten und stänkerte gegen die Offensive, die erst nach über 20 Spielminuten wieder in Schwung und bis auf 10:12 heran kam.
Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel teilweise etwas ruppig, aber blieb noch im Rahmen. Chemie drehte binnen Minuten auf und lag bis Mitte der zweiten Hälfte mit zwei Treffern in Front. Dann kam wieder ein Durchhänger und Lok Mitte ging in Führung. Allerdings waren es in einer packenden Schlussphase dann die Tempogegenstöße und Würfe aus Reihe zwei, die das Spiel noch zugunsten der Chemiker kippen ließen. 25:24 etwa 15 Sekunden vor Abpfiff! Der nächste Pfiff des guten Schiedsrichtergespanns schien der Abpfiff zu seien. Ein kleiner Platzsturm der emotionalsten Gästefans später, die genauso wenig wie die Spieler die Uhr auf dem Kampfrichtertisch sehen konnten, wurde allerdings noch einmal angepfiffen für einen letzten Freiwurf der Heimmannschaft. Der saß dann aber nicht. Also blieb es beim verdienten Sieg der BSG, der sicherlich kultigsten Handballmannschaft in Leipzig!
Nach einem ganz guten Essen im Sportlerheim Bienitz, gingen wir in die Schkeuditzer Sporthalle. Die beschissenen Anwurfzeiten habe ich nicht nachvollziehen können – aber dann halt statt den Männern der TSG, die ebenso wie Chemie einen beachtlichen Fananhang haben, zur B-Jugend, die auch gar nicht mal so wenige Eltern und Freunde zog und mit MoGoNo zusammen eine Spielgemeinschaft in der untersten Spielklasse bildet.
Dafür, dass das die unterste Spielklasse der U17 war, ging das Spiel aber gut ab! Der Gast aus Delitzsch, bei dem man sich ohnehin fragte, warum die so weit unten spielen – aber das zeigt, wie wenig von Anfang an dahinter steckte bei diesem hochgepushten Bankrottclub – schien anfangs völlig unterlegen. Nach dem 5:1 nahm der Gästecoach eine Auszeit, die komplett für den Arsch war: 11:1 stand es nach knapp 7 Minuten! Bis zu 14 Tore Vorsprung spielten die Schkeuditzer und Gohliser mit teilweise genialen Spielzügen und klasse Toren heraus. Am Ende waren es in einem für diese Jugendklasse fairen Spiel – die Schiedsrichter hatten somit auch keine Probleme und trafen nur eine Fehlentscheidung (unberechtigte Zwei-Minuten-Strafe gegen Schkeuditz) – 10 Tore Unterschied für die Heimelf. Das Wahnsinnsergebnis lautete 45:35!
Manche wundert es wohl, dass ich das Spiel nicht höher bewertet habe als mit 7,0/10. Nun: Tore sind das wichtigste, aber nicht alles. Bei 80 Toren in 50 Spielminuten bleibt keine Zeit für andere schöne Szenen, wie Torwartparaden oder mehrfach abgeblockte Angriffe, die erst nach fünf spektakulären Blocks zum Torwurf führen. Aber bei einem noch besseren Spiel wäre die mäßige Sicht auch ärgerlicher gewesen. Die Turn- und Spielhalle Schkeuditz ist ja nicht schlecht – von außen nett anzusehen, innen eine interessante Empore und eine dreireihige, blau bestuhlte und etwas krumme Untertribüne – aber ziemlich unpraktisch wegen der Balken vor der Tribüne und dem engmaschigen Netz vorm Oberrang.
Schließlich gab es noch Volleyball in Spergau zu sehen: Der Rekordmeister aus Friedrichshafen war im Leunaer Ortsteil zu Gast und lief im ersten Satz ständig einem Rückstand hinterher, der folgerichtig in einem 25:23 endete. Das war ja schon eine Überraschung, doch was dann folgte, war eine noch viel größere: 30:28 für die Chemie-Piraten in einem extrem engen zweiten Satz, der bei 25:26 und 26:27 schon verloren schien. Wirklich verloren schien der dritte Satz nach 3:9 Rückstand und anderen Ausrutschern, doch auch dieser wurde noch sensationell von den Sachsen-Anhaltern mit 25:23 entschieden.
So konnte die Mittelfeldmannschaft mit ihren inkonstanten Leistungen also 1.000 Leute in der Spergauer Jahrhunderthalle in Jubel versetzen! Ein echter Überraschungserfolg, der auch absolut verdient war. Denn auch wenn Friedrichshafen nicht schlecht spielte: Toppform war das nicht bei denen, während CVM sich wirklich den Arsch aufriss, wie es sein muss als Underdog, und trotzdem konzentriert und abgeklärt agierte. Auch wenn ich weiß, dass es nichts nützen wird, da ihr euch beim nächsten schwachen Gegner wieder an dessen schwaches Niveau anpassen werdet: Macht weiter so! So wie heute gegen Friedrichshafen macht Volleyball wirklich Spaß, auch wenn mal die andere Seite mehr Sätze gewinnen sollte!
Grounds: 847 (heute 2 neue; diese Saison: 79 neue)
Sportveranstaltungen: 1.693 (heute 3, diese Saison: 116)
Tageskilometer: 150 (150km Auto)
Saisonkilometer: 26.810 (25.130 Auto/ 1.550 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 50 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 13 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 338
Sonntag, 18. November 2012
W329III: Auf Leipziger Nebenplätzen und in Nebenhallen
SV Brehmer Leipzig D ------------------------------------ 3
Roter Stern Leipzig D ------------------------------------- 2
Datum: Sonntag, 18. November 2012 – Anstoß: 11.00
Wettbewerb: 1. Stadtklasse Leipzig, D-Junioren/ Staffel 2 (4. Spielklasse der 10-12jährigen)
Ergebnis: 3-2 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: ?-?
Tore: k.A., 3-1 50., 3-2 57.
Verwarnungen: keine?
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Brehmer, Kleinfeld (Kap. 700 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon Gästefans: ca. 10)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Das, was wir noch mitbekamen, machte einen guten Eindruck!)
SV Brehmer Leipzig II ------------------------------------ 4
Vuslat Leipzig 2003 ---------------------------------------- 1
Datum: Sonntag, 18. November 2012 – Anstoß: 12.30
Wettbewerb: 3. Stadtklasse Leipzig, Staffel 2 (12. und unterste Spielklasse, 7. Amateurliga)
Ergebnis: 4-1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 2-1
Tore: 1-0 7. (Nr. 23), 1-1 30. (Nr. 6), 2-1 32. (Nr. 23?), 3-1 63. (Nr. 2), 4-1 69. (Foulelfmeter, Nr. 2)
Gelbe und Rote Karten: Die hatte Sportfreund Thalheim heeme liegen gelassen…
Spielort: Sportplatz Brehmer, Großfeld 2 (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 10 (davon Gästefans: ca. 2)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Engagiert und offensiv geführtes, aber natürlich nicht gerade hochklassiges Spiel)
SG DHfK Leipzig / NHV Concordia Delitzch II --- 30
Chemnitzer Handball Club ----------------------------- 24
Datum: Sonntag, 18. November 2012 – Anwurf: 15.00
Wettbewerb: Verbandsliga Sachsen/ West (6. Handballliga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 30-24 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 12-12
Tore: k.A. (DHfK/ NHV); k.A. (CHC)
Gelbe Karten: 3x (DHfK/ NHV); 3x (CHC)
Zwei-Minuten-Strafen: 12 Minuten (DHfK/ NHV); 6 Minuten (CHC)
Platzverweise: keine
Spielort: Spielhalle Arena Leipzig (Kap. 250 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 75 (davon ca. 5 Gästefans)
Am Sonntag ging es mal wieder nach Leipzig. Heute suchten wir uns – da wir ja alle Hauptplätze schon kennen – mal wieder Nebenplätze aus. Unverhofft waren es dann drei statt zwei solcher sekundärer Sportanlagen. Dass wir beim SV Brehmer, dessen ansehnliches kleines Stadion wir schon seit letzter Saison kennen, nicht nur ein Spiel auf dem Großfeldplatz 2, sondern auch noch ein weiteres auf dem Kleinfeldplatz (Platz 3) zu sehen bekamen, lag dann an der sprichwörtlichen türkischen Pünktlichkeit der Gastmannschaft aus Paunsdorf. 30 Minuten sind noch keine Verspätung…
Bis Vuslat endlich vollzählig aufgekreuzt war, sahen wir uns die zweite Hälfte des Spitzenspiels in der D-Jugend Stadtklasse an. Brehmer erkämpfte sich die Tabellenführung, wobei wir nur noch die zwei Tore der Gastmannschaft aus Connewitz bzw. Delitz-Dösen zu sehen bekamen. Der 3:2 Anschlusstreffer per Tunnel kam allerdings zu spät für die Nachwuchs-Antifaschisten. So holte sich Brehmer die Tabellenspitze.
Unter der genialen Leitung des Schiedsrichters Matthias Thalheim, fing das Spiel zwischen der Reserve von Brehmer und dem Verein Vuslat 2003 mit über 30 Minuten Verspätung an. Brehmer ist ja schon ein ungewöhnlicher Vereinsname – der Verein heißt nach den Gründern des ortsansässigen Druckereiunternehmens, was man an dem aufgeschlagenen Buch (nein, das ist kein Koran, wie der in arabischen Ländern weilende Groundhopper sofort assoziieren würde) im Vereinswappen erkennen kann – doch Vuslat ist noch ungewöhnlicher. Wer denkt, dass alle türkischen Clubs auf „spor“ enden, wird hier eines Besseren belehrt. Vuslat 2003 (= iki bin üç) heißt „Vereinigung“ und ist einer der ganz wenigen türkischen Sportvereine im Osten Deutschlands. Warum es anscheinend nur türkische Spieler dort gibt und die allermeisten sehr dürftiges Deutsch sprachen, war mir allerdings nicht erklärlich. Sonst sind die in Leipzig nicht so abgeschottet – so gut wie jeder Club der Stadt hat ja auch ausländische Spieler und Zuwanderer aller möglicher Nationen in seinen Reihen.
Vor dem Spiel war Vuslat jedenfalls nur Letzter mit zwei Punkten, während Brehmer schon 11 erringen konnte und auf Platz 5 stand. Das merkte man dann auch gleich, als Brehmer II ein schneller Treffer ins lange Eck gelang. Nach und nach kam jedoch Vuslat besser ins Spiel. Nach einigen vergebenen Chancen erzielten sie den verdienten Ausgleich mit einem Schuss ins kurze Eck. Doch das 2:1 durch einen groben Torwartfehler folgte auf den Fuß. Ohnehin war die Leistung beider Torhüter selbst für diese Klasse schwach – die sind beide ganz bestimmt nicht schon seit der F-Jugend ununterbrochen Torhüter…
Auch nach dem Seitenwechsel war der Club, der seine Heimspiele in Paunsdorf auf dem Nebenplatz des Fortuna Sportparks austrägt, die aktivere Mannschaft. Allerdings nicht die bessere, denn man merkte schnell, woran es bei Vuslat hapert: Die kriegen kaum mal den Ball im Tor unter und lassen sich dann auskontern. Brehmer war einfach geschickter und zog auf 4:1 davon.
Trotz des recht klaren Ergebnisses war dieses Spiel bis zum Schluss sehr engagiert geführt. Unfair war es in keiner Phase, allerdings meckerten beide Mannschaften ziemlich viel. Entgegen aller klischeebeladenen Befürchtungen meckerte Brehmer übrigens noch mehr und noch unsinniger an Schiedsrichterentscheidungen oder Fehlverhalten von Gegenspielern herum als Vuslat. Als ein Ball 30cm vor der Torlinie weggeschlagen wurde, reklamierten zum Beispiel etliche „Brehmer“ Tor. Das ein oder andere gelbwürdige Foul von dem ein oder anderen Kicker der einen oder der anderen Mannschaft ließ Sportfreund Thalheim übrigens entweder großzügig laufen oder pfiff es ab und beließ es dann bei mündlichen Verwarnungen. Kaum eine Entscheidung war zweifelhaft, die Linie der Spielleitung absolut klar. Man muss sich zwar fragen, ob es immer so sinnvoll ist, die Karten zu Hause liegen zu lassen – aber es klappte ja auch bei diesen aus jeweils 11 Meckerern bestehenden Teams heute…
Chemnitz verschlief den Beginn und geriet mit 3:0 in Rückstand, doch kämpfte sich selbst nach der zweiten Schwächephase, in der sie 10:5 hinten lagen, noch mal zurück. 12:12 bei Pause. In einem hochklassigen Spiel, das im zweiten Spielabschnitt etwas nachließ, erlaubte sich der CHC eine dritte Schwächephase, die auch mit einer nach 31.20 auf der Uhr genommenen Auszeit (!) nicht zu kompensieren war. Nun sah es phasenweise nicht mehr nach einem Spitzenspiel aus. Auch vereinzelte Fehlentscheidungen der mittelmäßigen Schiris zugunsten der Chemnitzer halfen da nichts mehr. 30:24 war das am Ende doch relativ deutliche Resultat.
Grounds: 823 (heute 3 neue; diese Saison: 55 neue)
Sportveranstaltungen: 1.657 (heute 3, diese Saison: 80)
Tageskilometer: 90 (90 Fahrrad)
Saisonkilometer: 19.840 (18.450 Auto/ 1.310 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 5 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 329
Donnerstag, 12. Januar 2012
W284IV: Leuna mit fünf Siegen zur Finalrunde – und: Ausgleich in Delitzsch bei 59.53!
Hallenkreismeisterschaft Saalekreis, Zwischenrunde
Datum: Sonntag, 8. Januar 2012 – Beginn: 8.00
Wettbewerb: Zwischenrunde der Hallenfußballkreismeisterschaft des Saalekreises, Turniergruppe 5
Teilnehmer aus: Landesklasse (8. Liga, 3. Amateurliga), Kreisoberliga (9. Liga), 1. Kreisklasse (11. Liga), 2. Kreisklasse (12. Liga) und 3. Kreisklasse (13. und unterste Liga)
Qualifiziert für Endrunde: TSV Leuna 1919 (Landesklasse)
Spielort: Sporthalle Querfurt (Kap. 400 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 15 Leunaer, 10 Braunsbedraer, 10 Dürrenberger, je 3-4 Schafstädter, Barnstädter und Gatterstädter)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Seit Jahren das beste Hallenfußballturnier was ich gesehen habe! Flotte Spiele, prima Tore und die ein oder anderen Emotionen...)
Photos and English Version:
Die Tabelle:
1. TSV Leuna 1919 (Landesklasse) ...... 14:3 / 15
2. SV Braunsbedra III (2. Kreisklasse) 18:10 / 10
3. E. Bad Dürrenberg (1. Kreisklasse) .. 13:10 / 8
4. Germ. Schafstädt (Kreisoberliga) ....... 13:8 / 7
5. SV Barnstädt (Kreisoberliga) ........... 10:14 / 3
6. Gatterstädter SV (3. Kreisklasse) ....... 0:23 / 0
Die Ergebnisse:
Leuna 3:0 Gatterstädt
Barnstädt 2:3 Bad Dürrenberg
Schafstädt 1:2 Braunsbedra
Leuna 2:1 Barnstädt
Braunsbedra 8:0 Gatterstädt
Bad Dürrenberg 1:1 Schafstädt
Braunsbedra 0:3 Leuna
Gatterstädt 0:3 Bad Dürrenberg
Barnstädt 2:5 Schafstädt
Bad Dürrenberg 4:4 Braunsbedra
Gatterstädt 0:3 Barnstädt
Schafstädt 0:3 Leuna
Barnstädt 2:4 Braunsbedra
Leuna 3:2 Bad Dürrenberg
Schafstädt 6:0 Gatterstädt
Turnier-Statistik:
Anzahl der Tore: 68 in 15 Spielen
Torschnitt: 4,5 Treffer pro Spiel
Anzahl der Strafen: 10 Strafminuten, 1 Rote Karte (2 Minuten + 1 Rote Karte Schafstädt, 4 Min. Bad Dürrenberg, 2 Min. Braunsbedra, 2 Min. Barnstädt, keine Strafen für Leuna und Gatterstädt)
Torreichste Spiele: Braunsbedra 8:0 Gatterstädt und Bad Dürrenberg 4:4 Braunsbedra
Torärmstes Spiel: Schafstädt 1:1 Bad Dürrenberg
Häufigstes Ergebnis: 3-0 bzw. 0-3; 5x in 15 Spielen
Bestes Spiel: Leuna 2:1 Barnstädt (8,0/10)
Schwächstes Spiel: Gatterstädt 0:3 Barnstädt (5,0/10)
Größte Fangruppe: TSV Leuna (15 von ca. 50 Zuschauern)
Torschützen für den TSV Leuna:
3x Rene Lorber, 3x Ronny Wenzel, 3x Toni Feist, 3x Nino Hammerschmidt, 1x Jens Heinecke, 1x Christian Sporbert
Die Spiele im Einzelnen:
Insgesamt wusste das Turnier mit seinen 15 Partien (je 1x12 Minuten) durch die hohe Anzahl sehenswerter und spannender Spiele mit schönen Toren und dem nötigen Kampfgeist bei vielen Mannschaften sehr zu überzeugen. Der Status dieses Turniers ist übrigens, da sich der Sieger für die Finalrunde qualifiziert, in einem zusammengesetzten Substantiv mit acht Elementen und 62 Buchstaben zu beschreiben: es ist ein
„Hallenfußballkreismeisterschaftsfinalrundenqualifikationsturnier“ ...
„Hallenfußballkreismeisterschaftsfinalrundenqualifikationsturnier“ ...
Vorab; die Teilnehmer sind im richtigen Fußball, also auf dem Feld, folgendermaßen platziert: Leuna ist in der Landesklasse 4., Barnstädt in der Kreisoberliga 6., Schafstädt in der Kreisoberliga 12. von 16, Bad Dürrenberg ist Spitzenreiter der 1. Kreisklasse Staffel 1, Braunsbedra III alias Großkayna I Tabellenführer der 2. Kreisklasse Staffel 1 und schließlich SV Gatterstädt in der 3. Kreisklasse nur 9. von 11. Dass Gatterstädt Letzter wurde und Leuna Erster verwunderte da nicht so sehr, doch das Abschneiden der Kreisoberligisten war auffällig schwach.
TSV Leuna 1919 3:0 Gatterstädter SV 1952
(Spiel 1, Unterhaltungswert: 7,0/10)
Zusammenfassung: Leuna brauchte eine Weile um sich gegen die verständlicherweise sehr defensiv eingestellten Underdogs einzuschießen. Nach der Hälfte der Spielzeit gelang ein erster Treffer, dem zwei weitere zu einem lockeren Auftakt in einem sehenswerten Spiel folgten.
Tore: 1-0 6. Feist, 2-0 9. Heinecke, 3-0 10. Hammerschmidt
Strafen: keine
SV 46 Barnstädt 2:3 SV Eintracht Bad Dürrenberg
(Spiel 2, Unterhaltungswert: 7,5/10)
Zusammenfassung: Bad Dürrenberg ging mit dem ersten Torschuss in Führung und Barnstädt glich gleich vom Anstoßpunkt per Weitschuss aus. Was ein Beginn! Danach ließen sich die Favoriten vom SV 46 noch die Führung nehmen und verloren 2:3.
Tore: 0-1 (1.), 1-1 (1.), 2-1 (5.), 2-2 (6.), 2-3 (10.)
Strafen: keine
SV Germania Schafstädt 1:2 SV Braunsbedra III
(Spiel 3, Unterhaltungswert: 6,5/10)
Zusammenfassung: Trotz schneller Führung verlor auch hier der überschätzte Kreisoberligist mit einem Treffer. Großkayna I bzw. Braunsbedra III spielte einfach auch den schöneren Fußball!
Tore: 1-0 (2.), 1-1 (8.), 1-2 (10.)
Strafen: keine
TSV Leuna 1919 2:1 SV 46 Barnstädt
(Spiel 4, Unterhaltungswert: 8,0/10)
Zusammenfassung: Ein richtig schönes, schnelles und spannendes Spiel! Nach schneller Führung für den Klassentieferen, waren Sporbert und Lorber mit zwei herrlichen Treffern zur Stelle.
Tore: 0-1 2. Mikat, 1-1 5. Sporbert, 1-2 10. Lorber
Strafen: keine
SV Braunsbedra III 8:0 Gatterstädter SV 1952
(Spiel 5, Unterhaltungswert: 6,0/10)
Zusammenfassung: Braunsbedra nahm Gatterstädt nach allen Regeln der Kunst auseinander – die Tore wurde mal locker heraus gespielt, mal richtig reingezimmert. Starke Leistung der Großkaynaer!
Tore: 1-0 (1.), 2-0 (2.), 3-0 (3.), 4-0 (3.), 5-0 (7., Unterzahl), 6-0 (9.), 7-0 (9.), 8-0 (11.)
Strafen: 2 Minuten für Braunsbedra
SV Eintracht Bad Dürrenberg 1:1 SV Germania Schafstädt
(Spiel 6, Unterhaltungswert: 7,0/10)
Zusammenfassung: Ein wirklich spannendes und ausgeglichenes Spiel. Schafstädt glich in der letzten Minute noch einen 1:0-Rückstand aus, nachdem sie wenige Minuten zuvor einen klaren Handstrafstoß verweigert bekamen. Mit der Härte des Spiels hatten die Schiedsrichter – bei zwei der unparteiischen Sportkameraden wunderte mich das auch überhaupt nicht! – einige Probleme. Doch richtig Härte kam erst durch den Hammelhausener Dorfdepp mit der 10 hinein: der fing nach Abpfiff, statt sich über den späten Ausgleich zu freuen, grundlos eine zünftige Streiterei an. Für den Griff an die Gurgel, der wirklich alle Spieler beider Teams zum hektischen Aufspringen und Rudelbilden bewegte, wurde er auch mit Recht für den Rest des Turniers an die Seite verbannt. Der Tumult steigerte den Unterhaltungswert des Spiels, für das ich eigentlich nur 6,0/10 veranschlagt hatte, noch einmal ungemein – so was wollen wir doch auch sehen, auf den Sportplätzen und in den Hallen! Na... wo bleibt der MZ-Artikel, Frau Losack?!
Tore: 1-0 (4.), 1-1 (12.)
Strafen: 4 Minuten für Bad Dürrenberg, 2 Minuten und 1 Rote Karte (= Turnierausschluss für betreffenden Spieler) für Schafstädt
SV Braunsbedra III 0:3 TSV Leuna 1919
(Spiel 7, Unterhaltungswert: 7,0/10)
Zusammenfassung: Großkayna hielt lange prima mit und zwang Torwart Lenzen zu der ein oder anderen Abwehr, doch drei Tore in drei Minuten zogen Braunsbedra/ Großkayna den Nerv. Feist mit einem Doppelschlag, wobei der erste Treffer sehr billig war: Braunsbedra diskutiert über eine Freistoßentscheidung, der Schiri hat schon freigegeben und Schimpf und Feist stürmen einfach aufs Tor zu – Matti auf Toni: 1-0. Natürlich regten die Kreisklassekicker sich darüber auf, aber wenn man nur rummault anstatt aufmerksam zu spielen, braucht man sich über so billige (und auch noch völlig regelkonforme) Gegentore nicht zu wundern! Kaum eine Minute später hämmerte Feist auch einen zweiten Treffer halbhoch ins lange Eck – das war dann ein richtig herrlicher Treffer und völlig anders als das Führungstor! Hammerschmidt legte mit dem nächsten Hammer-Schuss gleich zum 3:0 nach. Die Großkaynaer maulten nach Abpfiff immer noch die nicht immer souveränen, aber nie völlig daneben liegenden Unparteiischen voll. Richtig lächerlich – insbesondere der Spieler mit der Nr. 11!
Tore: 0-1 8. Feist, 0-2 9. Feist, 0-3 10. Hammerschmidt
Strafen: keine
SV Gatterstädt 1952 0:3 SV Eintracht Bad Dürrenberg
(Spiel 8, Unterhaltungswert: 5,0/10)
Zusammenfassung: Ein souveräner aber nicht sonderlich sehenswerter Sieg des SV Eintracht.
Tore: 0-1 (6.), 0-2 (7.), 0-3 (10.)
Strafen: keine
SV Barnstädt 2:5 SV Germania Schafstädt
(Spiel 9, Unterhaltungswert: 6,0/10)
Zusammenfassung: Schafstädt hatte sich erwartungsgemäß eingekriegt und zeigte nun ein gutes Spiel gegen den nach wie vor ziemlich überforderten SV Barnstädt.
Tore: 0-1 (2.), 1-1 (2.), 1-2 (7.), 1-3 (8.), 1-4 (10.), 2-4 (10., Unterzahl), 2-5 (11., Überzahl)
Strafen: 2 Minuten SV Barnstädt
SV Eintracht Bad Dürrenberg 4:4 SV Braunsbedra III
(Spiel 10, Unterhaltungswert: 7,5/10)
Zusammenfassung: Wieder ein sehr sehenswertes Spiel der Bad Dürrenberger! Das war auch ein Spiel der Doppelschläge: auf das 1-0 folgte das Braunsbedraer 1-1 noch in derselben (ersten!) Spielminute. In der zweiten ging Braunsbedra in Führung und nur 30 Sekunden später glich Großkayna aus. So ging es munter weiter mit je zwei Treffern in der 7. und der 11. Minute, bis bei der Schlusssirene dann vier Tore bei beiden Seiten standen.
Tore: 1-0 (1.), 1-1 (1.), 1-2 (2.), 2-2 (3.), 3-2 (7.), 3-3 (7.), 4-3 (11.), 4-4 (11.)
Strafen: keine
Gatterstädter SV 1952 0:3 SV Barnstädt
(Spiel 11, Unterhaltungswert: 5,0/10)
Zusammenfassung: Gegen Gatterstädt holte selbst Barnstädt noch drei Punkte...
Tore: 0-1 (3.), 0-2 (7.), 0-3 (12.)
Strafen: keine
SV Germania Schafstädt 0:3 TSV Leuna 1919
(Spiel 12, Unterhaltungswert: 6,5/10)
Zusammenfassung: Ein sehr lässiger Beginn des TSV, doch ein Doppelschlag nach 4 und 5 Minuten sorgte für die Vorentscheidung. Mit diesem recht lockeren Sieg war der TSV Leuna dann auch schon für die Finalrunde qualifiziert!
Tore: 0-1 4. Lorber, 0-2 5. Wenzel, 0-3 10. Wenzel
Strafen: keine
SV 46 Barnstädt 2:4 SV Braunsbedra III
(Spiel 13, Unterhaltungswert: 6,5/10)
Zusammenfassung: Die beste Szene in diesem Durchschnittsspiel, das schon fast erwartungsgemäß der Kreisoberligist gegen den Tabellenführer der 2. Kreisklasse (3 Ligen tiefer!) verlor, war die direkt verwandelte Ecke des einen (ansonsten ganz schwachen!) Barnstädter Stürmers zum 2-4.
Tore: 0-1 (1.), 1-1 (3.), 1-2 (9.), 1-3 (11.), 1-4 (11.), 2-4 (12.)
Strafen: keine
TSV Leuna 1919 3:2 SV Eintracht Bad Dürrenberg
(Spiel 14, Unterhaltungswert: 6,5/10)
Zusammenfassung: Leuna spielte locker auf zum fünften Sieg im fünften Spiel. Nach dem 3:0 ließen sie es aber zu locker angehen und fingen noch zwei Tore.
Tore: 1-0 5. Lorber, 2-0 10. Hammerschmidt, 3-0 10. Wenzel, 3-1 11. Duarte de Jesús, 3-2 12. Heklau
Strafen: keine
SV Germania Schafstädt 6:0 Gatterstädter SV
(Spiel 15, Unterhaltungswert: 6,5/10)
Zusammenfassung: Zum Abschluss dieses wirklich gelungenen Turniers wurde Gatterstädt leider noch mal abgeschossen. Schafstädt ging schnell 4-0 in Führung, das 6-0 war auch in der Höhe OK. Aber ich hätte nach der Aktion nach Spiel Nr. 6 gerne mal gesehen, was los gewesen wäre, wenn Gatterstädt beim Stande von 1-0 einen unberechtigten Neunmeter zum 1-1 in der 12. Minute bejubelt hätte...
Tore: 1-0 (2.), 2-0 (4.), 3-0 (5., Neunmeter), 4-0 (6.), 5-0 (9.), 6-0 (10.)
Strafen: keine
SG DHfK Leipzig II/ NHV Concordia Delitzsch I
29:29 (15:12) SV Kondensatorenwerk Görlitz
Datum: Sonntag, 8. Januar 2012 – Anwurf: 17.00
Wettbewerb: Sachsenliga (5. Handballliga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 29:29 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 15:12
Tore: Jacob Schlichter 8, Andreas Weikert 5, Maik Wolf 5, Jens Groeschel 4, Marcel Ulrich 4, Ivo Doberenz 1 (DHfK/ NHV); Radim Vanek 11, Fabrice Türkowsky 4, Eric Besser-Wilke 4, Petr Masat 2, Marco Brendler 2, Hiroki Kuwano 2, Markus Noack 1, Danilo Krause 1 (Koweg)
Gelbe Karten: Marcel Ulrich, Eric Thomas, Maik Wolf (DHfK/ NHV); Eric Besser-Wilke, Radim Vanek, Petr Masat (Koweg)
Zeitstrafen: 2x Marcel Ulrich, 2x Jacob Schlichter, Eric Thomas, Ivo Doberenz, Christian Bräuer, Frank Bönke (DHfK/ NHV = 16 Minuten); Eric Besser-Wilke, Marc Rechner, Marco Brendler (Koweg = 6 Minuten)
Rote Karten: Maik Wolf (DHfK/ NHV, nach Spielschluss wegen Schiedsrichterbeleidigung)
Spielort: Sporthalle Artur Becker, Delitzsch (Kap. 380 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 200 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 8,0/10 (Sehr gutes und spannendes Spiel, das mit einem leistungsgerechten Unentschieden endete)
Photos and English Version:
Video:
Nachdem wir Anja noch die Querfurter Burg und Altstadt gezeigt und dort gegessen hatten, fuhren wir nach Delitzsch, wo wir nach einem Rundgang durch die Altstadt mit den Stadttürmen und dem sehenswerten Barockschloss ein sehr interessantes Handballspiel guckten.
Die Sporthalle im Kultur- und Sportzentrum, ein bunter, zusammengepfriemelter 0815-Bau, war vor allem zu Bundesligazeiten die Heimstatt des HV Concordia. Nachdem sie zum wiederholten Mal bankrott gegangen waren, hatten sie in der Sachsenliga eigentlich sportlich schon alles verloren und waren durchgereicht worden, doch eine Fusion mit der Reserve des DHfK ermöglichte den Klassenerhalt. Diese für den Handballsport in Delitzsch, dem bisher jegliche Nachhaltigkeit und Intelligenz abging (wie wenig hinter dem Verein steckt, sieht man an dem Absturz – alle Söldner weg = fast niemand mehr da – und den verhältnismäßig niedrigen Zuschauerzahlen), überlebensnotwendige Spielgemeinschaft trägt die Spiele aber (zumindest teilweise) in der schönen, alten Sporthalle der Artur-Becker-Schule aus. Das Schulgelände insgesamt ist Architektur der späteren Phase der DDR. Die Halle macht schon von außen einen tollen Eindruck mit der Mischung aus neuen Graffiti und alten DDR-Wandmalereien. Der Kasten ist innen dann noch schöner, doch für Zuschauer nur bedingt angenehm. Die Beleuchtung ist verrottet und ungleichmäßig und am besten sieht man in der ersten Reihe und auf ganz bestimmten Plätzen der weiteren Reihen ab Reihe 3, die so zu den Balken vor der mit Holzbänken bestückten Tribüne liegen, dass man an diesen vorbeigucken kann. Rechterhand der Tribüne befindet sich ein Sprecherturm, links sind die uralten Klos, die nicht etwa mit „Männer“ und „Frauen“ beschriftet sind, sondern (da diese Sporthalle v.a. für Schul- und Jugendsport gedacht war) mit „Jungen“ und „Mädchen“.
Die Spielgemeinschaft der Reservemannschaft der Handballabteilung der Deutschen Hochschule für Körperkultur Leipzig und der ersten Mannschaft des Bankrottclubs Neuer Handball Verein Concordia Delitzsch trat gegen ein anderes Team mit recht kuriosem Namen an: die ehemalige BWSG (Betriebs- und Wohnsportgemeinschaft) des Kondensatorenwerks (Koweg) der ostsächsischen Grenzstadt Görlitz. Der Vierte spielte gegen den Fünften, was eigentlich ein Spitzenspiel sein sollte und auch absolut nicht enttäuschte!
In diesem sehr sehenswerten und auch sehr spannenden Duell lieferten sich beide Teams ein schnelles Hin- und Her mit einigen recht harten Einlagen (mehr von Seiten der Delitzscher, aber nicht so viele mehr wie die Strafenverteilung meinen lässt), das nie eine Vorentscheidung durchschimmern ließ. Vor der Pause ging Delitzsch mal mit drei Toren durch geniale Gegenstöße in Führung, doch dieser Vorsprung schwand nach dem Seitenwechsel ganz schnell. Mitte der zweiten Hälfte lag sogar das Kondensatorenwerk Görlitz, das von immerhin 10 Fans mit ein paar Trommeln und regelmäßigen Zurufen unterstützt wurden, mehrfach in Führung. Aber die stets nur ein Tor betragenden Vorsprünge waren nie von langer Dauer. In der Schlussminute hieß es dann 27:26 für DHfK/ NHV und der Torwart der Heimsieben zeigte eine tolle Parade – doch dann passierte ihm ein einziger Patzer: ein Fehlabspiel und ein Wurf sieben Sekunden vor Ende der Spielzeit landete zum 27:27 Ausgleich im Tor. Da verstummten auch die eifrigen Trommler der Delitzscher, die mal etwas bessere Rhythmen als „bumm-bumm-bumm“ aufspielten und der Rest des Heimanhangs stimmte in das allgemeine „das kann doch nicht sein, ey!“ ein.
So ärgerlich diese Torwartpanne auch war, so verdient war das Unentschieden! Zudem dürfen die Heimfans nicht vergessen, dass ihr Torhüter 59 Minuten lang eine prima Leistung brachte. Viele andere Schlussmänner hätten da öfter hinter sich gegriffen und so nicht einmal einen Punkt festgehalten – das Video dieser Torszene musste ich aber trotzdem oben einstellen...
Aber die, die am lautesten meckerten, waren so wie so die ganze Zeit diese Handball-Analphabeten links neben mehr, die 90% der Spielzeit nur über Schiedsrichterentscheidungen schimpften. Mal abgesehen davon, dass die Schiedsrichter nicht schlecht (wenn auch nicht immer sicher und korrekt – also durchschnittlich) waren; wo bleibt da die Unterstützung der eigenen Mannschaft?! Aber von den „Helden“ leistete sich ja auch einer noch nach Abpfiff eine dumme Bemerkung zu den Schiedsrichtern, was ihm noch eine rote Karte einbrachte...
Jedenfalls wieder mal ein richtig lohnender Sporttag, mit zwei herrlichen Veranstaltungen in zwei sehenswerten Kleinstädten!
Statistik:
Grounds: 689 (heute 1 neuer; diese Saison: 95 neue)
Sportveranstaltungen: 1.443 (heute 2, diese Saison: 129)
Tageskilometer: 170 (170 Auto)
Saisonkilometer: 26.550 (18.030 Auto/ 6.600 Flugzeug/ 1.910 Fahrrad/ 10 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 28
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 284
Montag, 6. Dezember 2010
W227II: Handball im Haifischbecken von Mölkau
HSV Mölkau - Die Haie II 30:31 TSV 1886 Markkleeberg II
Sonntag 5. Dezember 2010 – Anwurf 12.00
Liga: 1. Kreisklasse Leipzig (11. und unterste Liga)
Ergebnis: 30:31 nach 60 Min. – Halbzeit: 16:17
Torfolge: 2-0, 2-2, 3-2, 3-3, 4-3, 4-4, 5-4, 5-7, 6-7, 6-8, 7-8, 7-9, 8-9, 8-10, 9-10, 9-11, 10-11, 10-12, 11-12, 11-13, 12-13, 12-14, 13-14, 13-15, 14-15, 14-16, 15-16, 15-17, 16-17; 16-18, 19-18, 19-19, 20-19, 20-20, 20-22, 21-22, 21-23, 22-23, 22-25, 23-25, 23-26, 26-26, 26-27, 27-27, 27-28, 28-28, 28-30, 29-30, 30-30, 30-31 (30-31 in 59:55)
Zeitstrafen: Mölkau II 2 Minuten, TSV II 6 Minuten
Platzverweise: keine
Sportanlage: Sporthalle Leipzig-Mölkau (Kap. 100 nur als Stehplätze nutzbare Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 3 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Entsprechend der Klasse hohe Fehlerquote, aber trotzdem hohe Geschwindigkeit und viel Spannung!)
HSV Mölkau - Die Haie FR 24:27 BSV Limbach-Oberfrohna FR
Sonntag 5. Dezember 2010 – Anwurf 14.00
Liga: Frauen Verbandsliga Sachsen, West (6. Liga der Frauen)
Ergebnis: 24:27 nach 60 Min. – Halbzeit: 12:16
Torfolge: 0-4, 1-4, 1-6, 4-6, 4-7, 6-7, 6-9, 7-9, 7-10, 8-10, 8-11, 9-11, 9-12, 10-12, 10-13, 10-14, 11-14, 11-16, 12-16; 12-17, 13-17, 13-18, 14-18, 14-19, 14-21, 16-21, 16-22, 17-22, 17-23, 18-23, 20-23, 20-24, 22-24, 22-25, 22-26, 24-26, 24-27
Zeitstrafen: Mölkau 4 Minuten, BSV 6 Minuten
Platzverweise: keine
Sportanlage: Sporthalle Leipzig-Mölkau (Kap. 100 nur als Stehplätze nutzbare Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 8 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Fing richtig gut an, ließ aber nach 15 Minuten erheblich nach)
HSV Mölkau - Die Haie 29:25 NHV Concordia Delitzsch 2010 II
Sonntag 5. Dezember 2010 – Anwurf 16.00
Liga: Bezirksliga Leipzig (7. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 29:25 nach 60 Min. – Halbzeit: 18:10
Torfolge: 1-0, 1-1, 3-1, 3-2, 5-2, 5-3, 6-3, 6-4, 8-4, 8-5, 10-5, 10-6, 10-7, 14-7, 14-8, 16-8, 16-9, 17-9, 17-10, 18-10; 18-11, 19-11, 19-12, 21-12, 21-13, 22-13, 22-14, 23-14, 23-20, 25-20, 25-21, 27-21, 27-22, 28-22, 28-23, 29-23, 29-25
Zeitstrafen: Haie 10 Minuten, Concordia 12 Minuten
Platzverweise: keine
Sportanlage: Sporthalle Leipzig-Mölkau (Kap. 100 nur als Stehplätze nutzbare Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 6 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Viele schöne Tore und Szenen am Kreis: insgesamt ein wirklich gutes Spiel!)

Photos and English version:
Leipzig – Details of Facades: Jugendstil, Graffiti, Socialist Era
Handball in Leipzig-Mölkau: Three Matches in a Botched Sports Hall
Ein langer Spieltag in der Sporthalle der Mölkauer Mittelschule. Dass ich nach nicht einmal zwei Jahren eine noch beschissenere Halle als die in der Seminarstraße Naumburg/ Saale finden würde, hätte ich nicht gedacht. War der Architekt zugekifft? Wie soll man den bei einem 1,50m hohen Geländer vor einer zweireihigen, Holz beschlagenen Kunststofftribüne, die sich mehr als 2m direkt über dem Spielfeldrand befindet, und nur ca. 50 bzw. 75cm hoch ist, etwas sehen? Man musste die ganze Zeit am Geländer stehen, da man nicht einmal auf der zweiten Bankreihe stehend richtig zuschauen konnte: da guckte man zwar über das Metallgeländer hinweg, aber dafür war immer einer der sechs pervers dicken Stahlträger im Blickfeld. Also so eine Kräpel-Halle habe ich noch nie gesehen: die ist so bescheuert verpfuscht, dass man sie eigentlich mal besucht haben muss!
Die Sichteinschränkung war allerdings kein Problem, da kaum Zuschauer erschienen. Diese mussten auch keinen Eintritt bezahlen, dafür gab es ordentliches Catering zu angemessenen Preisen. Die Mölkauer scheinen übrigens große Freunde der Ironie und versteckter Anspielungen zu sein: anders ist der Text zur Halle auf der Website - www.hsv-moelkau.de - nicht zu erklären. Da heißt es: „Neben den guten Trainingsbedingungen ist das Schöne an unserer Halle, dass es eine Zuschauertribüne gibt. Und zum Spieltag ist dann natürlich richtig was los ... dann ist Hai-Stimmung!“ – so ist es: Hai-Stimmung; Fische sind halt stumm, so wie es Mölkauer Fans auch sind...
Egal, jedenfalls standen 5 Spiele für verschiedene Mannschaften der Mölkauer Haie, des 2005 aus dem SV Mölkau 04 ausgegliederten Handballvereins, an. Die B-Jugend schauten wir uns nicht an, wir stiegen nachdem wir den Weg in den östlichen Stadtteil mit Bahn und Bus und einem kurzen Abstecher in die Innenstadt gefunden hatten, bei den II. Männern in der untersten Spielklasse – Sachsen hat mit 11 Ebenen bzw. 8 Amateurebenen ab Mitteldeutscher Oberliga einen sehr großen Handballspielbetrieb – ein. Hinter dem punktverlustfreien HC Leipziger City sind die Reserve-Haie etwa besser als der Viertplatzierte aus der südlichen von Leipzig liegenden Kleinstadt einzuschätzen. Es entwickelte sich das erwartet enge Spiel in dem Mal der Eine mal der Andere führte. Die Zweite Mannschaft der Mölkauer war gleichwertig, doch hatte dann am Ende etwas Pech, sodass eine ganz knappe Niederlage in einem natürlich sehr fehlerbehafteten aber erfreulich schnellen Spiel zu Buche stand. 30:31 – 61 Tore; und da waren viele schöne wie Raketen in den Winkel oder Heber von der Seite über den Torwart dabei!

Danach spielten die Frauen in der Verbandsliga Staffel West gegen Limbach-Oberfrohna: Siebter gegen Sechster ist ein wahres Mittelfeldduell. Der Ballspielverein aus der Kleinstadt bei Chemnitz hatte die leicht bessere Ausgangssituation und den klar besseren Start. Die Damen begannen richtig furios und erst als die Gastgeber – oder die Haiinnen – besser ins Spiel kamen, wurde es langsamer und weniger attraktiv. Attraktiv nur auf die Spielqualität bezogen... Jedenfalls wusste das Spiel nach 15 Minuten echt nicht mehr zu begeistern.
Nach aussichtslos scheinendem Rückstand kam Mölkau noch mal heran in der zweiten Halbzeit. Doch fünf Minuten vor Schluss machten die Gastgeberinnen so viele dilettantische und unnötige Fehler, dass sie mit drei Tore Unterschied noch gut bedient waren. Wirklich heftig kritisieren muss man aber trotzdem niemanden - nur kurz vor der Pause gab es eine doch sehr fragwürdige Szene: eine Mölkauerin wird fair am Wurf gehindert, verletzt sich beim Sturz aber am Knie, bleibt liegen, der eine Schiri steht direkt daneben, lässt die Limbacherin mit dem Ball in der Hand zögern, meint dann es solle weitergespielt werden, die Limbacherin zögert noch kurz und wirft dann auf Zuruf einen weiten Pass auf eine Mitspielerin, die als Zeichen der äußersten sportlichen Fairness an der einen Verteidigerin vorbei aufs freie Tor zuläuft und den Wurf verwandelt. Dass die Mölkauer Verteidigerin ihr so in den Rücken stieß, das die Limbacherin heftig stürzte, konnte ich voll und ganz verstehen. Warum Handballer nicht wie Fußballer es ja fairerweise meist machen, den Ball nach einer solchen schiedsrichterlichen Bankrotterklärung nicht ins Aus spielen können, habe ich mich schon mehrfach gefragt. Rücksichtsloses Torattackieren ist beim Handball in so einer Szene viel verbreiteter als beim Fußball: dem letzten Fußballer, der bei einem Spiel, das ich gesehen habe, in einer solchen Situation auf den gegnerischen Strafraum zustürmte (ein Müchelner Spieler beim Kreispokal in Wettin), wurde übrigens zünftig unter den „Jawoll“-Rufen der Fans vor erreichen des Strafraums in die Kniekehlen gelatscht...

Das bleib aber auch die einzige unsaubere Szene in diesem Frauenspiel, das stimmungsmäßig von den paar Gästefans, die halt ab und an etwas anfeuerten, bestimmt wurde. Bei den Männern, wo sich ebenfalls ein paar wenige Gästefans am lautesten äußersten, stand dann danach ein Mittelfeldduell in der höchsten Liga im Bezirk Leipzig an. Die Haie wurden vom SV Mölkau 04 im Jahre 2005 ausgegliedert und der Gegner ist die Zweitvertretung des Neuen Handball Verein Concordia, welcher natürlich der Nachfolger des bekannten Bankrott gegangenen Delitzscher Clubs, der einen Absturz von der 2. Bundesliga (zwischenzeitlich waren die sogar 1. Bundesliga) in die Sachsenliga hinter sich hat. In der Sachsenliga ist die Erste mit der beeindruckenden Bilanz von 9 Niederlagen aus 9 Spielen Tabellenletzter, die Zweite hat schon einige Punkte mehr auch wenn sie nur im hinteren Mittelfeld steht. Die momentane Situation zeigt aber nur zu deutlich, dass sich Delitzsch mit Profihandball übernommen hat. Der Unterbau zur mehr oder weniger zusammengekauften Bundesligatruppe ist mehr als dürftig. Die Zweitvertretung trat mit gerade einmal 8 Spielern – also nur einem Auswechsler – an. Bis zur Mitte der ersten Halbzeit war das Spiel trotzdem ausgeglichen, doch dann zog Mölkau mit teils richtig spektakulären Toren davon: sie spielten sauberer aber konsequenter oder besser im Abschluss. In der zweiten Halbzeit wackelten allerdings die Haie, sodass Concordia nach einem zwischenzeitlichen 9-Tore-Rückstand noch mal auf bis zu drei Tore herankam. Doch gute Reaktionen des Mölkauer Torwarts und eine zum Ende wieder steigende Chancenverwertung brachte Mölkau zum absolut verdienten Sieg.

An diesem Tag geschah übrigens ein Wunder des öffentlichen Personennahverkehrs: vier Züge und zwei Busse nahmen wir über den Tag verteilt (also von Merseburg über Halle nach Leipzig Hbf. und weiter per Bus nach Mölkau Gemeindeamt sowie in die umgekehrter Richtung) – und nicht ein einziger war unpünktlich. Die letzten 10 Straßenbahnen und Züge die ich seit Wintereinbruch genutzt habe waren bis zu 30 Minuten verspätet oder ausgefallen. Mein Vater saß sogar einmal über sieben Stunden in Leipzig auf dem Bahnhof fest, da nicht ein Zug nach Halle fuhr. Da können die überteuerte Drecksbahn und ihre ebenso dreckigen und überteuerten Kollegen ja richtig stolz auf sich sein...

Statistik:
Ground Nr. 501 (ein neuer Ground; diese Saison: 51 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.184-1.186 (diese Saison: 73)
Tageskilometer: 110 (90 Bahn, 20 Bus)
Saisonkilometer: 12.530 (8.170 Auto/ 2.090 Fahrrad/ 1.470 Bahn, Bus, Tram/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 227
Sonntag 5. Dezember 2010 – Anwurf 12.00
Liga: 1. Kreisklasse Leipzig (11. und unterste Liga)
Ergebnis: 30:31 nach 60 Min. – Halbzeit: 16:17
Torfolge: 2-0, 2-2, 3-2, 3-3, 4-3, 4-4, 5-4, 5-7, 6-7, 6-8, 7-8, 7-9, 8-9, 8-10, 9-10, 9-11, 10-11, 10-12, 11-12, 11-13, 12-13, 12-14, 13-14, 13-15, 14-15, 14-16, 15-16, 15-17, 16-17; 16-18, 19-18, 19-19, 20-19, 20-20, 20-22, 21-22, 21-23, 22-23, 22-25, 23-25, 23-26, 26-26, 26-27, 27-27, 27-28, 28-28, 28-30, 29-30, 30-30, 30-31 (30-31 in 59:55)
Zeitstrafen: Mölkau II 2 Minuten, TSV II 6 Minuten
Platzverweise: keine
Sportanlage: Sporthalle Leipzig-Mölkau (Kap. 100 nur als Stehplätze nutzbare Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 3 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Entsprechend der Klasse hohe Fehlerquote, aber trotzdem hohe Geschwindigkeit und viel Spannung!)
HSV Mölkau - Die Haie FR 24:27 BSV Limbach-Oberfrohna FR
Sonntag 5. Dezember 2010 – Anwurf 14.00
Liga: Frauen Verbandsliga Sachsen, West (6. Liga der Frauen)
Ergebnis: 24:27 nach 60 Min. – Halbzeit: 12:16
Torfolge: 0-4, 1-4, 1-6, 4-6, 4-7, 6-7, 6-9, 7-9, 7-10, 8-10, 8-11, 9-11, 9-12, 10-12, 10-13, 10-14, 11-14, 11-16, 12-16; 12-17, 13-17, 13-18, 14-18, 14-19, 14-21, 16-21, 16-22, 17-22, 17-23, 18-23, 20-23, 20-24, 22-24, 22-25, 22-26, 24-26, 24-27
Zeitstrafen: Mölkau 4 Minuten, BSV 6 Minuten
Platzverweise: keine
Sportanlage: Sporthalle Leipzig-Mölkau (Kap. 100 nur als Stehplätze nutzbare Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 8 Gästefans)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Fing richtig gut an, ließ aber nach 15 Minuten erheblich nach)
HSV Mölkau - Die Haie 29:25 NHV Concordia Delitzsch 2010 II
Sonntag 5. Dezember 2010 – Anwurf 16.00
Liga: Bezirksliga Leipzig (7. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 29:25 nach 60 Min. – Halbzeit: 18:10
Torfolge: 1-0, 1-1, 3-1, 3-2, 5-2, 5-3, 6-3, 6-4, 8-4, 8-5, 10-5, 10-6, 10-7, 14-7, 14-8, 16-8, 16-9, 17-9, 17-10, 18-10; 18-11, 19-11, 19-12, 21-12, 21-13, 22-13, 22-14, 23-14, 23-20, 25-20, 25-21, 27-21, 27-22, 28-22, 28-23, 29-23, 29-25
Zeitstrafen: Haie 10 Minuten, Concordia 12 Minuten
Platzverweise: keine
Sportanlage: Sporthalle Leipzig-Mölkau (Kap. 100 nur als Stehplätze nutzbare Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 6 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Viele schöne Tore und Szenen am Kreis: insgesamt ein wirklich gutes Spiel!)
Photos and English version:
Leipzig – Details of Facades: Jugendstil, Graffiti, Socialist Era
Handball in Leipzig-Mölkau: Three Matches in a Botched Sports Hall
Ein langer Spieltag in der Sporthalle der Mölkauer Mittelschule. Dass ich nach nicht einmal zwei Jahren eine noch beschissenere Halle als die in der Seminarstraße Naumburg/ Saale finden würde, hätte ich nicht gedacht. War der Architekt zugekifft? Wie soll man den bei einem 1,50m hohen Geländer vor einer zweireihigen, Holz beschlagenen Kunststofftribüne, die sich mehr als 2m direkt über dem Spielfeldrand befindet, und nur ca. 50 bzw. 75cm hoch ist, etwas sehen? Man musste die ganze Zeit am Geländer stehen, da man nicht einmal auf der zweiten Bankreihe stehend richtig zuschauen konnte: da guckte man zwar über das Metallgeländer hinweg, aber dafür war immer einer der sechs pervers dicken Stahlträger im Blickfeld. Also so eine Kräpel-Halle habe ich noch nie gesehen: die ist so bescheuert verpfuscht, dass man sie eigentlich mal besucht haben muss!
Die Sichteinschränkung war allerdings kein Problem, da kaum Zuschauer erschienen. Diese mussten auch keinen Eintritt bezahlen, dafür gab es ordentliches Catering zu angemessenen Preisen. Die Mölkauer scheinen übrigens große Freunde der Ironie und versteckter Anspielungen zu sein: anders ist der Text zur Halle auf der Website - www.hsv-moelkau.de - nicht zu erklären. Da heißt es: „Neben den guten Trainingsbedingungen ist das Schöne an unserer Halle, dass es eine Zuschauertribüne gibt. Und zum Spieltag ist dann natürlich richtig was los ... dann ist Hai-Stimmung!“ – so ist es: Hai-Stimmung; Fische sind halt stumm, so wie es Mölkauer Fans auch sind...
Egal, jedenfalls standen 5 Spiele für verschiedene Mannschaften der Mölkauer Haie, des 2005 aus dem SV Mölkau 04 ausgegliederten Handballvereins, an. Die B-Jugend schauten wir uns nicht an, wir stiegen nachdem wir den Weg in den östlichen Stadtteil mit Bahn und Bus und einem kurzen Abstecher in die Innenstadt gefunden hatten, bei den II. Männern in der untersten Spielklasse – Sachsen hat mit 11 Ebenen bzw. 8 Amateurebenen ab Mitteldeutscher Oberliga einen sehr großen Handballspielbetrieb – ein. Hinter dem punktverlustfreien HC Leipziger City sind die Reserve-Haie etwa besser als der Viertplatzierte aus der südlichen von Leipzig liegenden Kleinstadt einzuschätzen. Es entwickelte sich das erwartet enge Spiel in dem Mal der Eine mal der Andere führte. Die Zweite Mannschaft der Mölkauer war gleichwertig, doch hatte dann am Ende etwas Pech, sodass eine ganz knappe Niederlage in einem natürlich sehr fehlerbehafteten aber erfreulich schnellen Spiel zu Buche stand. 30:31 – 61 Tore; und da waren viele schöne wie Raketen in den Winkel oder Heber von der Seite über den Torwart dabei!
Danach spielten die Frauen in der Verbandsliga Staffel West gegen Limbach-Oberfrohna: Siebter gegen Sechster ist ein wahres Mittelfeldduell. Der Ballspielverein aus der Kleinstadt bei Chemnitz hatte die leicht bessere Ausgangssituation und den klar besseren Start. Die Damen begannen richtig furios und erst als die Gastgeber – oder die Haiinnen – besser ins Spiel kamen, wurde es langsamer und weniger attraktiv. Attraktiv nur auf die Spielqualität bezogen... Jedenfalls wusste das Spiel nach 15 Minuten echt nicht mehr zu begeistern.
Nach aussichtslos scheinendem Rückstand kam Mölkau noch mal heran in der zweiten Halbzeit. Doch fünf Minuten vor Schluss machten die Gastgeberinnen so viele dilettantische und unnötige Fehler, dass sie mit drei Tore Unterschied noch gut bedient waren. Wirklich heftig kritisieren muss man aber trotzdem niemanden - nur kurz vor der Pause gab es eine doch sehr fragwürdige Szene: eine Mölkauerin wird fair am Wurf gehindert, verletzt sich beim Sturz aber am Knie, bleibt liegen, der eine Schiri steht direkt daneben, lässt die Limbacherin mit dem Ball in der Hand zögern, meint dann es solle weitergespielt werden, die Limbacherin zögert noch kurz und wirft dann auf Zuruf einen weiten Pass auf eine Mitspielerin, die als Zeichen der äußersten sportlichen Fairness an der einen Verteidigerin vorbei aufs freie Tor zuläuft und den Wurf verwandelt. Dass die Mölkauer Verteidigerin ihr so in den Rücken stieß, das die Limbacherin heftig stürzte, konnte ich voll und ganz verstehen. Warum Handballer nicht wie Fußballer es ja fairerweise meist machen, den Ball nach einer solchen schiedsrichterlichen Bankrotterklärung nicht ins Aus spielen können, habe ich mich schon mehrfach gefragt. Rücksichtsloses Torattackieren ist beim Handball in so einer Szene viel verbreiteter als beim Fußball: dem letzten Fußballer, der bei einem Spiel, das ich gesehen habe, in einer solchen Situation auf den gegnerischen Strafraum zustürmte (ein Müchelner Spieler beim Kreispokal in Wettin), wurde übrigens zünftig unter den „Jawoll“-Rufen der Fans vor erreichen des Strafraums in die Kniekehlen gelatscht...
Das bleib aber auch die einzige unsaubere Szene in diesem Frauenspiel, das stimmungsmäßig von den paar Gästefans, die halt ab und an etwas anfeuerten, bestimmt wurde. Bei den Männern, wo sich ebenfalls ein paar wenige Gästefans am lautesten äußersten, stand dann danach ein Mittelfeldduell in der höchsten Liga im Bezirk Leipzig an. Die Haie wurden vom SV Mölkau 04 im Jahre 2005 ausgegliedert und der Gegner ist die Zweitvertretung des Neuen Handball Verein Concordia, welcher natürlich der Nachfolger des bekannten Bankrott gegangenen Delitzscher Clubs, der einen Absturz von der 2. Bundesliga (zwischenzeitlich waren die sogar 1. Bundesliga) in die Sachsenliga hinter sich hat. In der Sachsenliga ist die Erste mit der beeindruckenden Bilanz von 9 Niederlagen aus 9 Spielen Tabellenletzter, die Zweite hat schon einige Punkte mehr auch wenn sie nur im hinteren Mittelfeld steht. Die momentane Situation zeigt aber nur zu deutlich, dass sich Delitzsch mit Profihandball übernommen hat. Der Unterbau zur mehr oder weniger zusammengekauften Bundesligatruppe ist mehr als dürftig. Die Zweitvertretung trat mit gerade einmal 8 Spielern – also nur einem Auswechsler – an. Bis zur Mitte der ersten Halbzeit war das Spiel trotzdem ausgeglichen, doch dann zog Mölkau mit teils richtig spektakulären Toren davon: sie spielten sauberer aber konsequenter oder besser im Abschluss. In der zweiten Halbzeit wackelten allerdings die Haie, sodass Concordia nach einem zwischenzeitlichen 9-Tore-Rückstand noch mal auf bis zu drei Tore herankam. Doch gute Reaktionen des Mölkauer Torwarts und eine zum Ende wieder steigende Chancenverwertung brachte Mölkau zum absolut verdienten Sieg.
An diesem Tag geschah übrigens ein Wunder des öffentlichen Personennahverkehrs: vier Züge und zwei Busse nahmen wir über den Tag verteilt (also von Merseburg über Halle nach Leipzig Hbf. und weiter per Bus nach Mölkau Gemeindeamt sowie in die umgekehrter Richtung) – und nicht ein einziger war unpünktlich. Die letzten 10 Straßenbahnen und Züge die ich seit Wintereinbruch genutzt habe waren bis zu 30 Minuten verspätet oder ausgefallen. Mein Vater saß sogar einmal über sieben Stunden in Leipzig auf dem Bahnhof fest, da nicht ein Zug nach Halle fuhr. Da können die überteuerte Drecksbahn und ihre ebenso dreckigen und überteuerten Kollegen ja richtig stolz auf sich sein...
Statistik:
Ground Nr. 501 (ein neuer Ground; diese Saison: 51 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 1.184-1.186 (diese Saison: 73)
Tageskilometer: 110 (90 Bahn, 20 Bus)
Saisonkilometer: 12.530 (8.170 Auto/ 2.090 Fahrrad/ 1.470 Bahn, Bus, Tram/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 227
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