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Montag, 24. August 2015

W473VI: Motoball und Fußball im Karlsruher Raum

SV 08 Kuppenheim ........................................ 2
FC Auggen 1978 ............................................. 1
- Datum: Sonntag, 23. August 2015 – Beginn: 18.00
- Wettbewerb: Verbandsliga Südbaden (6. Liga, 1. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 94 Min. (47/47) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 0-1 26. Matthias Dold, 1-1 45.+2 Tom Schneider, 2-1 64. Farik Karadogan
- Verwarnungen: Manuel Bauer, Nils Fortenbacher, Marcel Wessbecher (Kuppenheim); 2x Yannik Domagala, Julian Lacher, Christian Ophoven, Steffen Reinecker (Auggen)
- Platzverweise: Yannik Domagala vom FC Auggen (81. Min. Gelb-Rot wg. wdh. Foulspiels)
- Spielort: Wörtelstadion (Kap. 3.300, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 300 (davon ca. 20 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Spannendes und gutes Spiel)

MSC Comet Durmersheim ................................. 7
MSC Philippsburg ............................................... 2
- Datum: Sonntag, 23. August 2015 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: Motoballbundesliga, Süd-Gruppe (1. Spielklasse im deutschen Motoball)
- Ergebnis: 7-2 nach 80 Minuten (4x20); Viertelstände: 2-0, 1-0, 2-0, 2-2
- Tore: 1-0 7. Norman Brunner, 2-0 19. Norman Brunner, 3-0 22. Norman Brunner, 4-0 41. Michael Jockers, 5-0 42. Jonas Burger, 6-0 62. Norman Brunner, 6-1 75. Michael Jockers (Eigentor), 7-1 78. Jonas Burger (Unterzahl), 7-2 79. Jan Zoll (Überzahl)
- Grüne Karten (2 Minuten): Jonas Burger, Ian Schneider (Durmersheim)
- Gelbe Karten (5 Minuten): keine
- Rote Karten (Platzverweis): Ian Schneider von Durmersheim (77. Min. wg. Tätlichkeit)
- Spielort: Oberwald-Stadion (Kap. 2.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 200 (davon Gästefans: ca. 40)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Ganz gutes Spiel mit einigen Emotionen) Motoball: Comet Durmersheim v MSC Philippsburg Photos with English Commentary:
a) Motoball: Comet Durmersheim defeat MSC Philippsburg
b) Football: SV 08 Kuppenheim defeat FC Auggen 1978

Auch dieses Wochenende fuhr ich wieder nach Karlsruhe. Ich traf mich dort mit Khatereh und dann fuhren wir nach Durmersheim, keine 15km südlich des Stadtzentrums. Am Ortsrand befindet sich das Oberwald-Stadion, ein Motoballplatz mit grauer Asche und auf beiden Längsseiten zwei niedrige, grasbewachsene Stehstufen. Viele Bäume und Grün drumherum sowie ein ordentliches Vereinsheim, wo es erheblich besseres Catering gibt, als bei den meisten anderen Vereinen: genau richtig gegrillter Fleischkäs, keine labbrigen Weggle sondern gute Ciabattabrötchen und vom Preis her wenigstens nicht teurer als Mörsch, Kuppenheim und Co.

Sonst war das Umfeld so wie ich es vom Motoball, auch gerade in Baden, kenne: der Alte an der Kasse hat selbst bei nur zwei Karten 6€ Vollzahler + 4€ Student Probleme mit dem Rechnen, hinter den Stehplätzen steht ein fettes schwarzes Auto mit Böhse-Onkelz-Heckaufkleber, davor hält ein jugendlicher Fan ein Plakat hoch „Auf gehts kämpft euch in den Playoff’s an die Spitze Gibt Gas“ und der zahlreiche Gästeanhang aus Philippsburg pöbelt andauernd in breitestem Badisch die „Vollpfoschde“ von Schiris an...

Das Spiel war ganz gut, aber ich habe schon viele bessere gesehen. Khatereh gefiel es als Neuling sehr gut, wobei ihre Verwandtschaft aus Aserbaidschan ihr mal Videos von der dortigen Szene und aus Russland gezeigt hatte, sodass sie schon in etwa wusste, wie es abläuft. Erwartungsgemäß war die Heimmannschaft trotz dessen sie ohne Wechsler spielte, das bessere Team, zeigte im ersten Viertel mehr vor dem Tor und ging dementsprechend 2:0 in Führung. Nach der ersten Pause dann das 3:0 und ein bisschen Leerlauf. Im dritten Viertel dann aber ein starker Spurt von Durmersheim und schon stand es 5:0. Kurz darauf wurde jedoch zum zweiten Mal ein Treffer der Gäste aberkannt; beim ersten Mal, dem vermeintlichen 3:1, fuhr der Stürmer wohl durch den Torkreis, nun hatte der eine Schiedsrichter das Spiel nicht freigegeben obwohl der andere schon bereit war. Nach dem 6:0 wurde es langsam hitzig und kurz nachdem ein Schuss in die Strafraummitte vom Motorrad eines Durmersheimers ins eigene Tor abgelenkt wurde, was dann auch endlich mal zählte zum 6:1, musste ein Durmersheimer mit Rot vom Platz da er bei einer Auseinandersetzung im Mittelkreis einen Philippsburger heftig vom Motorrad stieß. Trotzdem gelang den dezimierten Durmersheimern der siebte Treffer, ehe eine Minute vor Schluss noch einmal Philippsburg traf und den 7:2 Endstand markierte.

Comet Durmersheim ist damit in den Playoffs, wo sie im Viertelfinale (Hin- und Rückspiel) um die deutsche Meisterschaft auf den Nordmeister 1.MSC Seelze treffen, was eine spannende Sache sein dürfte. Der Südmeister ist mal wieder Ubstadt-Weiher, die werden den MBC Halle abschießen. Taifun Mörsch und MSC Jarmen wirkt auch recht einseitig zugunsten der Mörscher vom Papier her, was bei Puma Kuppenheim gegen Tornado Kierspe so nicht der Fall ist, auch wenn die Sauerländer eher Außenseiter sind. Da ich fast den ganzen September im Nahen Osten bin, werde ich frühestens wieder von den Halbfinals berichten, vielleicht auch erst wieder vom Finale in Ubstadt-Weiher. Nächstes Jahr geht es dann auch mal zum MSC Malsch, denn Malsch ist der einzige noch genutzte deutsche Motoballplatz, den ich noch nicht besucht habe. Was Leverkusen angeht, sehe ich ja schwarz, sonst wären die auch noch auf der Liste. Auch der 2005 aufgelöste MBV Dresden wird sicher nie wieder antreten und auch Apolda sieht dahingehend nicht gut aus. Motoball: Comet Durmersheim v MSC Philippsburg Wir fuhren dann ins nahe Kuppenheim weiter. Nein, nicht noch mal Motoball – die hatten zeitgleich um 15 Uhr 1:6 verloren gegen Taifun Mörsch – sondern diesmal Fußball. Das Wörtelstadion hat nämlich eine tolle Tribüne mit einer interessanten Stahlrohr- und Holzbänkekonstruktion unter einem Wellblechdach auf einem massiven Betongebäude. Rechts und links davon befinden sich Stehstufen, gegenüber und hinter dem einen Tor kann man auch stehen. Hinter dem anderen Tor befindet sich offenbar ein Kindergarten in dem sich aber auch die Kabinen befinden.

Die Partie war ein Punktspiel der Verbandsliga Südbaden. In Baden-Württemberg gibt es abstruserweise drei Verbände mit drei Verbandsligen: Würrttemberg, Baden und Südbaden. Ich würde ja noch einen für die Hohenloher Franken gründen; Mann, Mann, Mann... NRW hat genauso eine dümmliche Zersplitterung: wenigstens spielen Bayern und Franken nicht noch getrennt...
Das Spiel war bei mittlerweile anhaltendem Regen recht gut besucht. Erstmal wieder die übliche Schweigeminute an diesem Wochenende, denn Gerhard Mayer-Vorfelder war verstorben. Khatereh erinnerte eine solche Spieleröffnung übrigens an die Gedenkminuten vor Sportwettkämpfen an bestimmten Tagen zu Ehren der im Iran-Irak-Krieg gefallenen Märtyrer in ihrer iranischen Heimat...

Es entwickelte sich dann ein schnelles und gutes Spiel, das nach 26 Minuten auch den ersten Treffer für die bis dahin aktiver Truppe, den Gast aus Auggen im südlichen Breisgau, sah. Erst in der Nachspielzeit der ersten Hälfte gelang Kuppenheim mit einem Kopfballtreffer der Ausgleich. In der zweiten, noch besseren Spielhälfte, waren die Augen mit Doppel G aber abgemeldet. Kuppenheim hatte viele Chancen, verwandelte aber nur eine. Selbst in Überzahl (11 Minuten vor dem Abpfiff sah ein Augge Gelb-Rot) gelang es nicht einmal einen Elfmeter zu verwandeln – auch nicht im dritten Nachschuss, der dann zur Ecke geklärt wurde! 2:1 war am Ende aber ein verdienter Sieg für den SV 08 Kuppenheim! SV 1908 Kuppenheim v FC Auggen 1978 Statistik:
- Grounds: 1.447 (2 neue; diese Saison: 32 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.467 (2; diese Saison: 33)
- Tageskilometer: 630 (630km Auto)
- Saisonkilometer: 5.360 (4.420 Auto/ 570 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 470 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 32 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 472.

Samstag, 23. Mai 2015

W460II: Tag 3 der Motoball-EM 2015 in Kuppenheim

Frankreich/ France/ Фра́нция .............................. 1
Russland/ Россия / Russie ...................................... 6
- Datum: Freitag, 22. Mai 2015 – Beginn: 20.20
- Wettbewerb: Motoball-Europameisterschaft 2015
- Ergebnis: 2-1 nach 60 Minuten (4x15); Viertelergebnisse: 1-0, 1-0, 0-1, 0-0
- Tore: 0-1 4. Ivan Krishtopa, 0:2 29. Ivan Krishtopa, 1-2 30. Romain Flandin, 1-3 31. Ivan Krishtopa, 1-4 38. Ivan Krishtopa, 1-5 50. Vladimir Sosnitskij, 1-6 60. Nikita Semin
- Grüne Karten (2 Minuten): NN, NN (Frankreich); Nr. 5 (Russland)
- Gelbe Karten (5 Minuten): keine
- Rote Karten (Platzverweise): keine
- Spielort: Motoball-Stadion Kuppenheim, Eichet-Straße/ Industriegebiet Nord (Kap. 3.000, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 1.500 (überwiegend Deutsche, aber auch mehrere Dutzend Russen und Franzosen)
- Unterhaltungswert: 8,0/10 (Erneut ein hervorragendes Spiel der Russen)

Deutschland/ Duitsland .......................................... 2
Niederlande/ Nederland .......................................... 1
- Datum: Freitag, 22. Mai 2015 – Beginn: 18.30
- Wettbewerb: Motoball-Europameisterschaft 2015
- Ergebnis: 2-1 nach 60 Minuten (4x15); Viertelergebnisse: 1-0, 1-0, 0-1, 0-0
- Tore: 1-0 8. Andre Retich, 2-0 20. Andre Retich, 2-1 32. Nick Evers
- Grüne Karten (2 Minuten): Andre Retich, Nr. 5 (Deutschland)
- Gelbe Karten (5 Minuten): keine
- Rote Karten (Platzverweise): keine
- Spielort: Motoball-Stadion Kuppenheim, Eichet-Straße/ Industriegebiet Nord (Kap. 3.000, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 1.800 (überwiegend Deutsche und aber auch 100-150 Niederländer)
- Unterhaltungswert: 8,0/10 (Sehr gutes und spannendes Spiel auf Augenhöhe)

Frankreich/ France/ Фра́нцыя.............................. 5
Weißrussland/ Biélorussie/ Беларусь .................... 2
- Datum: Freitag, 22. Mai 2015 – Beginn: 16.50
- Wettbewerb: Motoball-Europameisterschaft 2015
- Ergebnis: 5-2 nach 60 Minuten (4x15); Viertelergebnisse: 2-0, 1-0, 1-0, 1-2
- Tore: 1-0 5. Olivier Bongeot, 2:0 15. Olivier Bongeot, 3-0 27. Loic Morelli, 4-0 34. Yann Compain, 5-0 46. Luis Margnin, 5-1 48. Sergej Kuprijantschik, 5-2 59. Sergej Kuprijantschik
- Grüne Karten (2 Minuten): Nr. 2, 3, 4, 9 (Frankreich); Nr. 8 (Weißrussland)
- Gelbe Karten (5 Minuten): Nr. 4 (Frankreich); Nr. 8 (Weißrussland)
- Rote Karten (Platzverweise): keine
- Spielort: Motoball-Stadion Kuppenheim, Eichet-Straße/ Industriegebiet Nord (Kap. 3.000, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 700 (ein paar Dutzend Franzosen, ein paar wenige Weißrussen und weit überwiegend Deutsche)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Wirklich gutes Spiel, v.a. vonseiten der Franzosen)

Russland/ Россия / Rusija .................................... 12
Litauen/ Lietuva/ Литва́ ........................................ 0
- Datum: Freitag, 22. Mai 2015 – Beginn: 15.10
- Wettbewerb: Motoball-Europameisterschaft 2015
- Ergebnis: 12-0 nach 60 Minuten (4x15); Viertelergebnisse: 3-0, 2-0, 2-0, 5-0
- Tore: 1-0 5. Anton Gusev, 2-0 7. Genaddii Mitc, 3-0 11. Ivan Krishtopa, 4-21. Sergey Kroshka, 5-0 25. Sergey Kroshka, 6-0 33. Anton Gusarev, 7-0 44. Roman Detsina, 8-0 51. Anton Gusarev, 9-0 52. Nikita Semin, 10-0 53. Genaddii Mitc, 11-0 54. Sergey Kroshka, 12-0 55. Sergey Kroshka
- Grüne Karten (2 Minuten): keine?
- Gelbe Karten (5 Minuten): keine
- Rote Karten (Platzverweise): keine
- Spielort: Motoball-Stadion Kuppenheim, Eichet-Straße/ Industriegebiet Nord (Kap. 3.000, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 400 (einige Dutzend Russen, ein paar Litauer und weit überwiegend Deutsche)
- Unterhaltungswert: 8,0/10 (Absolutes Weltklasse-Motoball der Russen, die Litauer leider nach zwei guten Spielen an den Vortagen heute ganz schwach und überfordert) Motoball (motorcycle football): European Championship in Kuppenheim, Germany Photos with English Commentary:
European Championship in Motorcycle-Football/ Motoball: Russia v Lithuania, France v Belarus, Germany v The Netherlands, France v Russia (at Kuppenheim, Germany)

Video:
European Championship in Motorcycle-Football/ Motoball: France v Russia (at Kuppenheim, Germany)

Von Mittwoch bis Pfingstmontag läuft nach einem Jahr Abstinenz (die EM 2014 in Russland wurde abgesagt, da weder Deutschland noch Niederlande oder Frankreich bereit waren durch Kriegsgebiet in der Ukraine oder mit Visaabzocke und Umweg via Weißrussland oder noch längerem Umweg über Türkei und Georgien oder gar ganz teuer mit Flugzeug nach Süd-Russland zu reisen) wieder die alljährliche Europameisterschaft im Motoball. Diese Europameisterschaft ist auch gleichzeitig Weltmeisterschaft, da es zwar teilweise auch außerhalb Europas Motoballwettkämpfe, teils mit adaptierten Regeln wenn z.B. nur nichtgenormte Maschinen oder normale Fußbälle zur Verfügung stehen, gibt, aber eben keine Nationalmannschaften. Welche Nationalteams an dieser jährlichen Top-Veranstaltung teilnehmen hängt von nicht nur von Lust und Laune bzw. Fitness der Spieler ab, sondern auch von Reisekasse und mitunter sogar politischer Lage. Eine Qualifikationsrunde oder dergleichen gibt es somit nicht. Feste Größen sind eigentlich auch nur fünf: Serienmeister Russland (wo Motoball auch noch vor Frankreich und Deutschland am populärsten und verbreitetsten ist), Titelverteidiger Deutschland, Erfinderland Frankreich, sowie Weißrussland und die Niederlande (obwohl die Nationalmannschaft dort eigentlich deckungsgleich mit einem Club aus Budel bei Eindhoven ist). Mittlerweile ist auch Litauen fast immer dabei obwohl sie ja auch nur aus zwei, drei Teams ihre Spieler für die Nationalmannschaft zusammenstellen können, während Lettland wohl aus Leistungsgründen nicht mehr ihre Truppe zu EMs schickt. Die litauischen und lettischen Teams spielen übrigens neben regionalen Meisterschaften auch überregional gegen weißrussische und russische Teams. Bei einem erneuten Aufenthalt im Baltikum muss ich mir das mal angucken, v.a. wenn es im Stadion von Riga, was sich in einem berüchtigten Waldstück befindet, ausgetragen wird...

Ansonsten gibt es noch Motoball in Aserbaidschan (die haben aber wohl nur 2010 mal ein Nationalteam entsandt das abgeschlagen Letzter wurde) und in der Ukraine – aber die stellt wohl erstmal keine Nationalmannschaft, da bis auf Kam'yanets'-Podil's'kyi und Voznesens'k alle Teams aus der Donbaz-Region stammen, die ja bekanntlich von Russland annektiert wurde. Und logischerweise veranstaltet man in einem Kriegsgebiet weniger aus Gründen der Gefahr, sondern mehr aus Gründen der Treibstoffknappheit, ohnehin keine Motorsportveranstaltungen. Allerdings spielte zumindest letztes Jahr ganz kommentarlos ein Team aus der Nähe von Donezk in der 1. russischen Liga mit: siehe Motoball Vidnoe. Mal im Vergleich dazu die Tabelle von 2013: ebenfalls auf Motoball Vidnoe.  Der der kyrillischen Schrift mächtige Leser wird jetzt vielleicht festgestellt haben, dass sich v.a. im Kaukasus alles ballt was Motoball in Russland spielt. Es gibt noch irgendwelche regional aktive Amateur-/ Freizeitteams neben den ganzen semi-professionellen Clubs aus Krasnodar (u.a. der neu in die 1. Liga aufgestiegenen Abteilung des Mehrspartenvereins Zarya, der international für deren Handballabteilung bekannt ist), die im Nordkaukasus aktiv sind. Zu diesen regional auftretenden Clubs zählen wohl auch diverse Katschmaukenklubs aus Dagestan, Karbadino-Balkarien, Adygea (vor dem Völkermord durch die Russen an den Tscherkessen war das die Heimat der Tscherkessen) und Tschetschenien. Seit ein paar Saisons haben auch die Tschetschenen ein Halbprofiteams, das im kleinen Kaff Naurskaya ein Stadion am südlichen Stadtrand hat. Im Zusammenhang mit diesen ganz Clubs in teils semi-autonomen Regionen der ehemaligen Sowjetunion kann ich es übrigens nicht lassen, diese gelungene Satire einmal zu verlinken: "Postillon zu Referendum für Tschetschenen/ Inguschen/ Dagestaner" - aber dann kommen wir auch mal zur Beschreibung der Spiele. Motoball (motorcycle football): European Championship in Kuppenheim, Germany Heute kosteten alle Tagestickets nur 10€ (am Finaltag Pfingstmontag werden dann 18 fällig) und zum ersten Spiel fanden sich auch nur ein paar Hundert Leute ein. Russland traf auf Litauen und der 35malige Meister zeigte hier eindrucksvoll sein Können: auf engstem Raum wurde die Fahrrichtung gewechselt, in jeden Pass der Litauer hineingefahren, die klar unterlegenen Balten vom Torschuss abgehalten und vorne trotz einiger vergebener Chancen (teils Latten- und Pfostentreffern) Tor um Tor erzielt. Vor allem im vierten Viertel zog Russland gnadenlos von dannen. Das 12:0 war noch recht niedrig, da Litauen bei diesem Spiel auch überhaupt nichts zeigte und einen schwachen Torwart hatte. Mit dieser Leistung der Russen dürfte es den Deutschen auch kaum möglich sein am Turnierfavoriten vorbeizukommen. Motoball (motorcycle football): European Championship in Kuppenheim, Germany Die EM wird seit 1964 ausgetragen und erstmals fand sie im Erfinderland Frankreich (Motoball wurde da je nach Quellen wohl nach dem 1. Weltkrieg vom Militär erfunden, u.a. da damals Motoräder im Heer z.B. für Botendienste an der Front eine große Rolle spielten und daher Geschicklichkeitsübungen mit den Maschinen, so auch Fußball damit zu spielen, als Training gefragt war) statt und wurde damals auch von den Franzosen gewonnen. Mit insgesamt 7 Titeln ist Frankreich nach wie vor die zweiterfolgreichste Mannschaft – Deutschland gewann sechs Mal.

Frankreich wird aber auch dieses Jahr kaum eine Chance auf den Titel haben, doch mit dem Sieg gegen Weißrussland machten sie den Einzug ins Halbfinale perfekt. In einem wirklich guten Spiel ließ Frankreich nichts anbrennen und legte zur Pause auf 3:0 vor. Nach dem Seitenwechsel zogen sie weiter davon: 5-0. Erst in teilweise zweifacher Unterzahl, da die niederländischen Schiedsrichter ziemlich mit Karten und Zeitstrafen um sich warfen, kassierten sie zwei Tore in der Schlussphase. Motoball (motorcycle football): European Championship in Kuppenheim, Germany Im dritten Spiel traf der Gastgeber auf die Niederlande. Mittlerweile hatten sich rund 1.800 Zuschauer eingefunden, wobei das immer noch viel zu wenige waren: für diesen tollen Sport sind schon 3.000 das Maximum an Rekordkulisse in Deutschland – mehr gehen offiziell auch in das kleine Stadion nicht rein, sodass ein Besucherrekord wie in Russland (20.000 oder 25.000 soll dieser gewesen sein, 1.800 ist in Liga 1 dort guter Durchschnitt) nicht möglich sein wird. Das Spiel war technisch hervorragend und auch die unterlegenen Niederländer zeigten wirklich guten Motoball. Deutschland zeigte eine geschlossen starke Teamleistung und ging vor der Pause mit 2:0 in Führung. Die deutschen Spiele sind irgendwie immer torärmer als die der anderen Teams, so schaffte es die deutsche Mannschaft auch nicht noch einmal zu treffen nach der Pause. Nur die Niederländer erzielten noch ein Tor: sie verkürzten auf den 1:2 Endstand. Motoball (motorcycle football): European Championship in Kuppenheim, Germany Das letzte Spiel des Tages sah dann wieder 7 Tore: Russland ging in einem tollen Spiel schnell in Führung, doch Frankreich nutzte die teilweise übertrieben hart geführten Zweikämpfe der Russen aus und verwandelte einen Elfmeter zum 2:1 Anschlusstreffer. Sofort nach dem Seitenwechsel schlängelte sich ein Russe bei hoher Geschwindigkeit durch die Abwehrreihen der Franzosen und zog zum 1:3 ab. Bis zum Ende der Partie erzielte der Favorit auch noch drei weitere Treffer, die den Leistungsunterschied verdeutlichten.

Zu den Finalspielen werde ich nicht noch mal nach Kuppenheim runter fahren, aber ab Juni wird es bis Oktober mindestens einmal im Monat in diesem Blog Berichte vom Motoball geben. Es fehlen noch ein paar Bundesligateams aus der Karlsruher Ecke: Durmersheim z.B. und in den Niederlanden (Budel) ist man ja auch schnell. Zudem will ich auch noch gleich den Motoball-Länderpunkt Frankreich machen: Voujeaucourt ist noch am nächsten gelegen von den französischen Motoball-Orten und praktischerweise sind die gerade Tabellenführer... Und nächstes Jahr ist natürlich die EM 2016 ein Anlaufpunkt: schade, dass sie nicht in Lettland oder Litauen ist (oder Weißrussland: wäre ja mal ein Grund für das teure Visum in diese zurückgebliebene Diktatur zu fahren) – aber da sie in den Niederlanden ausgetragen wird, ist der Weg nicht so weit... Motoball (motorcycle football): European Championship in Kuppenheim, Germany Statistik:
- Grounds: 1.368 (heute 0 neue; diese Saison: 213 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.384 (heute 4; diese Saison: 272)
- Tageskilometer: 600 (600km Auto)
- Saisonkilometer: 54.330 (39.970 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 4.820 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.250 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 73 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 460

Montag, 22. Oktober 2012

W325III: Deutscher Motoballmeister Ubstadt-Weiher

MSC Puma Kuppenheim --------------------------------- 0
MSC Ubstadt-Weiher -------------------------------------- 4
Datum: Sonntag, 21. Oktober 2012 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Finale der 1. Motoball-Bundesliga
Ergebnis: 0:4 nach 80 Minuten (4x20)
Viertelergebnisse: 0:0, 0:1, 0:1, 0:2
Tore: 0-1 27. Andre Retich, 0-2 60. Marwin Lowinger, 0-3 67. Andre Retich, 0-4 80. Andre Retich
Grüne Karten (2 Minuten): Martin Kaczynska (Puma); Kevin Fröhlich (Ubstadt)
Gelbe Karten (5 Minuten): keine
Rote Karten (Platzverweise): keine
Spielort: Motoball-Stadion Kuppenheim, Eichet-Straße/ Industriegebiet Nord (Kap. 3.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 3.000 (darunter ca. 1.000 Kuppenheimer und 500 Ubstadt-Fans, ansonsten neutrale Zuschauer)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Durchweg auf höchstem technischen Niveau, doch bis zur 27. die reinste Taktiererei zwischen den Strafräumen ehe endlich das erste Tor fiel)
IMG_2959 Photos with English Commentary:
 
So spät es auch am Samstag geworden war, so früh ging es am Sonntag wieder los. 500km gen Südwesten, in die Region mit der höchsten Dichte an Vollidioten im Straßenverkehr, die ich je erlebt habe. Das war ja schon letztes Jahr schlimm, aber in BaWü scheint es jedes Jahr schlimmer zu werden: Die einen arrogant, dumm und zu schnell, die anderen verpennt, dumm und zu langsam. Normal fahren kann da wohl keiner. Nicht mal einparken geht! Wegen so einem Spast, der sich zu dicht in die Lücke hinter mich gedrängt hatte, musste ich in Ettlingen nach Gehör ausparken. Auf der Autobahn fuhr der ein oder andere Mittelspurschleicher auch mal rückwärts links an mir vorbei. Also ob die Dummheit der baden-württembergischen Autofahrer am überdurchschnittlich hohen Konsum an Körnerfutter, dem überdurchschnittlich hohen Einkommen oder doch eher am Dialekt – ich finde die Mundarten dort grauenhaft und der Einzige, den ich an diesem Tag richtiges Deutsch habe sprechen hören, war ein Türke – liegt, war mir nicht ganz klar…

Wir modifizierten das Besichtigungsprogramm ein bisschen und schauten uns erst mal Ettlingen an. Die Altstadt ist durchsetzt aber ansehnlich und hat mit dem Schloss ein wirkliches Highlight, wobei der barocke Prachtbau irgendwie albern ist, mit seiner Scheinarchitektur (die Säulen an der Fassade sind nur aufgemalt, was in der Barockzeit vor allem in Süddeutschland eine Unsitte war) und dem Schloss,,garten“ (Blumenkübel auf einer Terrasse, ha ha…). In Kuppenheim steht auch noch ein ganz interessantes Barockschloss, das auf den seltsamen Namen „Favorite“ (gesprochen „Faforiite“ und nicht „Fäworitt“) hört.

Nach Kuppenheim zog es uns aber wegen des Motoballfinals dieser Saison. Ausrichten sollte es der MSC Seelze, doch bei einem Nachbarschaftsduell von Kuppenheim und Ubstadt-Weiher und dem lächerlichen Platz von Seelze wäre es bescheuert gewesen, nicht in der Karlsruher Ecke zu spielen. Die Karlsruher Ecke ist so wie so die Motoballhochburg Deutschlands: Das bewiesen u.a. die heute erschienen 3.000 Zuschauer. Allerdings kommen zu normalen Spielen auch selten 1.000 Fans – heute kamen ja auch Dutzende aus NRW, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen oder gar Frankreich und Niederlande zum Zugucken. Vor allem ist der Raum Karlsruhe aber von den Teams her die Hochburg: Ein Drittel der deutschen Motoballteams kommt aus der Ecke. Wieso die Leute bei so viel Motorsport trotzdem so beschissen Auto fahren, wundert mich…
IMG_2984 Im Vergleich mit dem Finale im benachbarten Ubstadt-Weiher fiel das diesjährige Finale leider ziemlich ab. Das Stadion ist fast genauso gut und fasst ebenso viele Zuschauer. Die 3.000 können sich auf einer Längsseite auf eine Betonstufentribüne stellen. Alles ist ziemlich geleckt in der Anlage und der Betonboden mit Hartgummipflasterung im Torraum als Spielfläche spitzenmäßig. Allerdings war die Architektur der Anlage in Ubstadt-Weiher besser. Außerdem sind die Eintrittspreise von Kuppenheim schweinisch, da keine richtigen Ermäßigungen gewährt werden. In Ubstadt hatte ich damals keine 12€ hingelegt. Auch der Sprecher wusste nicht so zu überzeugen. Nun natürlich rockten die Fans aus Ubstadt das Stadion und nicht das lahmarschige Schnarchnasenpublikum von Puma Kuppenheim. Und schließlich war auch das Spiel nicht so gut wie im letzten Jahr.

Nach 27 Minuten höchsten Technik- aber niedrigstem Geschwindigkeits-Niveau erzielte Ubstadt endlich ein Tor gegen die Laufrichtung des Keepers. Die Pumas wurden danach ziemlich gezähmt von den Gästen und kamen kaum noch vors Tor, nachdem sie Anfangs die Einzigen waren, die wenigstens ganz selten Mal vorm gegnerischen Tor waren. Nach einer Stunde Spielzeit fiel mit dem 0:2 die Vorentscheidung, ehe Ubstadt mit zwei herrlichen Toren die Kuppenheimer vorführte. Aufgrund des Umfeldvergleiches mit Ubstadt, der eindeutig zugunsten der Ubstädter ausfällt, freute mich dieser auch neutral betrachtet hoch verdiente Sieg vom MSC Ubstadt-Weiher. Sie waren über weite Strecken die klar dominante Mannschaft und konnten in diesem enorm fairen Spiel beweisen, dass sie das Finale zu Recht erreicht hatten.

Nach der schön mit Pyrotechnik der Gästefans untermalten Siegerehrung fuhren wir noch nach Rastatt, wo wir die Barockresidenz besichtigten und bei einem hervorragenden türkischen Lokal – die Besitzer sind wohl noch nicht lange in Rastatt oder Umgebung ansässig, bei dem klaren Hochdeutsch – einkehrten. In Rastatt stellten wir uns bei der „Jet“, die mit 1.51€ jede Tankstelle um 8 Cent unterbot, in den Stau (20 Autos auf einmal an vier Tanksäulen, super!) und gegen Mitternacht waren wir dann zuhause. IMG_2999 Statistik:
Grounds: 811 (heute 1 neuer; diese Saison: 43 neue)
Sportveranstaltungen: 1.637 (heute 1, diese Saison: 60)
Tageskilometer: 1.070 (1.070 Auto)
Saisonkilometer: 16.290 (15.280 Auto/ 930 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 8 [Letzte Serie: 12, Rekord: 141]
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 325

Montag, 24. Oktober 2011

W273III: Erst zu früh gefreut und dann doch die Meisterschaft gefeiert

MSC Puma Kuppenheim 7:8 (n.E.) SV Bergfried Leverkusen
Datum: Sonntag, 23. Oktober 2011 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Finale der 1. Motoball-Bundesliga
Ergebnis: 7:8 nach 102 Minuten + Elfmeterschießen (4x20 Min. reguläre Spielzeit + 2 Min. Nachspielzeit + 2x10 Min. Verlängerung)
Viertelergebnisse: 2:1, 0:1, 1:1, 1:1/ Verlängerung: 2:1, 0:1/ Elfmeterschießen: 1:2 (nach je 3 Schützen)
Tore: 1-0 8. Th. Schmitt, 2-0 16. Kaczynska, 2-1 17. Sinn, 2-2 27. Sinn (Überzahl), 2-3 52. Häfner, 3-3 56. Walz, 3-4 81. Loskand, 4-4 82. Th. Schmitt (Unterzahl)
Verlängerung: 5-4 82. Kaczynska (Unterzahl), 5-5 85. Sinn (Überzahl), 6-5 89. Th. Schmitt (11m, Unterzahl), 6-6 96. Loskand (Überzahl)
Elfmeterschießen: 6-7 Häfner, 7-7 Th. Schmitt, 7-8 Loskand, Pottoff hält gegen H. Schmitt, Schettler hält gegen Sinn, Pottoff hält gegen Kaczynska
Vergebene Strafstöße im Spiel: 29. Potthoff (Torwart-Leverkusen) wehrt 16m von Th. Schmitt ab; 71. Kaczynska (Puma) schießt 11m daneben
Grüne Karten (2 Minuten): 1x Walz (Puma); 2x Häfner, 1x Loskand, 1x Sinn (SVB)
Gelbe Karten (5 Minuten): 2x Fr. Schmitt, 1x Walz (Puma)
Rote Karten (Platzverweise): 76. Fr. Schmitt (Puma, 2x gelb, d.h. wiederholt grober Regelverstoß)
Spielort: Motoball „Arena“ am Hardtsee, Ubstadt-Weiher (Kap. 3.048, davon 48 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 3.000 (darunter ca. 2.000 für Kuppenheim und mind. 100 für Leverkusen)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Kam zwar lahm in die Gänge, dann aber an Ausgeglichenheit, Spannung und Dramatik kaum zu überbieten)
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Der souveräne Sieger der Südstaffel – Puma Kuppenheim – und der noch souveränere, aber Aufgrund der Überlegenheit der Baden-Württembergischen Mannschaften aus der Südstaffel als Außenseiter ins Play-off Finale gehende Sieger der Nordstaffel – SVB Leverkusen – trafen in Ubstadt-Weiher bei Karlsruhe aufeinander. Bevor wir uns dieses Duell der beiden besten Motoballmannschaften Deutschlands ansahen, guckten wir uns auch noch die „Fächerstadt“ Karlsruhe an, die zwar fast nur gesichtslose Betonarchitektur vorweisen kann, aber diese immerhin in den historischen Straßenzügen die fächerförmig vom barocken Prunkschloss aus verlaufen. Deshalb ja auch Fächerstadt. Und da dieses Schloss mit seinem Garten auch so ein spektakulärer Bau ist, kann man sich Karlsruhe ruhig mal angucken.

Was ich die Saison an Motoball gesehen habe war ja sehr durchwachsen: Halle hat erst völlig überforderte Anfänger aus Seelze mit 10:1 in einem sehr schönen Spiel abgeschossen, dann habe ich das Spiel der Hallenser gegen Leverkusen gesehen – der Tabellenführer spielte arrogant und schlecht und gewann äußerst glücklich 1:2 – und das letzte Spiel war auch das Letzte in Sachen Niveau der Hallenser, die mit ihrem saudummen Verhalten in Kierspe einen Spielabbruch hinkriegten. Der nicht funktionierenden Sportgerichtsbarkeit im deutschen Motoball – Motoball ist so ziemlich die einzige Sportart hierzulande, in der man sich de facto daneben benehmen kann wie man will – kann Halle danken, dass selbst Tätlichkeiten gegen die Schiedsrichter keine Konsequenzen nach sich ziehen.

Heute hatte das Spiel natürlich ein ganz anderes Niveau und die Disziplin der Spieler beider Teams war schon erstaunlich. Zudem ist die Sportanlage mal ein richtiges Stadion: vier Reihen Betonstufen auf jeder Längsseite, die eine Hintertorseite ausbautenlos, hinter der anderen ein steiler und teils mit Bäumen bewachsener Graswall, ein auffälliger Sprecherturm, eine schlecht lesbare aber formschöne Anzeigetafel und ganz besonders formschöne Flutlichtmasten. Die mickrige VIP-Tribüne (48 rote und blaue Schalensitze, davor etwas Begrünung) hinter der vierten Reihe der einen Stehtribüne sieht auch ganz in Ordnung aus. Der Platz ist allerdings ziemlich eng, was der Geschwindigkeit des Motoballspiels selten gut tun kann, und eine Betonspielfläche. Der Torraum ist übrigens mit Hartgummiverbundpflaster oder so was ausgelegt.
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Dafür, dass man sich die beiden Besten in diesem vielleicht größten Motoball-Stadion Deutschlands ansehen durfte, musste man allerdings auch so viel Eintritt bezahlen, wie man sonst bei zwei oder drei Motoballspielen lässt: 12€ normal und für Studenten, Schüler, Rentner etc. immer noch 8€. Da es allerdings das Finale war, was mit höherem organisatorischem Aufwand daherkommt und sowieso mehr Brisanz als ein normales Ligaspiel hat, sind diese Preise zwar grenzwertig aber noch akzeptabel. Ob man aber unbedingt die dörfliche Folklore vor dem Anpfiff hochleben lassen muss und einen Fanfarenzug da eine Viertelstunde lang rumtröten und -trommeln lassen muss... Na ja: das hat auch Einheimischen neben mir nicht so gefallen. Hinter uns hatten sich übrigens auch die neben uns weitgereistesten Fans eingefunden: Niederländer aus Budel. Unser Dacia mit „SK“-Kennzeichen fiel vielen doch auf, auf dem Parkplatz, da man von einem Baden aus dieser Gegend (Kuppenheim liegt ja z.B. bei Rastatt im Bezirk Karlsruhe) ja auch kaum Verlangen kann, so ein abartiges Kennzeichen wie SK zu kennen – so was wird ja nur noch von den bayrischen Dorfkennzeichen wie „DGF“, „TIR“ (so eine Kennung tragen in einigen Ländern LKWs) oder „AIC“ getoppt.

Die erste Phase des Spiels über hatte man ja auch schon Zweifel, was an diesem Finale so toll sein sollte. Ein technisch gutes, aber langsames und Torszenenarmes, also kaum durchschnittliches Spiel entwickelte sich. Der Favorit aus der Gegend, der auch logischerweise bei dieser bescheuerten Ansetzung (statt das Finale auch Hin- und Rückspiel auszutragen: Nein, man sucht den Kick dadurch, es in einem Spiel auf einem angeblich „neutralen“ Platz auszutragen) die klare Mehrheit der Fans stellte, während Leverkusen nur eine niedrige dreistellige Zahl an Fans mitbrachte, ging schnell in Führung. Kuppenheim schnürte Leverkusen ab der 10. Minute völlig ein und ging schnell mit zwei Toren in Front – das 2:0 war ein genialer direkter Freistoß in den Winkel! Aber bis zur ersten Pause kamen die Rheinländer doch noch auf ein Tor heran.

Dass Leverkusen gezwungen war etwas zu tun, tat dem Spiel sehr gut. Sonst spielen die Pfeifen nämlich nur defensiv und verzögern das Spiel. So wie sie es dann auch taten, als sie zwei weitere Tore prima herausgespielt hatten. Es stand zu befürchten, dass sie nun 25 Minuten den Ball hin und her fahren würden, doch Kuppenheim schoss den Ausgleich, was dem Spiel noch besser tat. Allerdings wurde es nun etwas hektisch und ein Kuppenheimer musste wegen wiederholten groben Regelverstoßes vom Feld. Leverkusen hatte also 14 Minuten lang Zeit, um mit 4 gegen 3 Feldspieler den Titel einzufahren. Erst Sekunden nach dem regulären Ende gelang es ihnen durch ein ganz billiges Tor. Na ja: fast... Denn als die Leverkusener schon ausgelassen jubelten, die Betreuer und erste Fans aufs Feld liefen, zeigten die Schiedsrichter, die zum Ende der Partie immer mehr die Übersicht verloren und eigentlich ihre Gesten nach zu Urteilen schon abgepfiffen hatten, an, dass es noch weiter gehen musste. Allerdings war auch die angezeigte Nachspielzeit noch gar nicht abgelaufen, insofern die Entscheidung also korrekt. Das Spiel wurde auch wieder aufgenommen und was passierte dann Sekunden vor dem Ende? Richtig! Kuppenheim glich in Unterzahl mit einem überlegten Schuss aus. Wahnsinn!
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Die Verlängerung musste her und da es hier 20 weitere Minuten Überzahl für Leverkusen hieß, war es schon streckenweise eine Blamage für die Rheinländer, dass sie nicht besser als die Baden spielten. So ging Puma sogar schnell in Führung und konnte nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich per Strafstoß treffen. Der erneute Ausgleich für Leverkusen ist auch dem Umstand geschuldet gewesen, dass zwei fällige Zeitstrafen gegen den SV Bergfried nicht ausgesprochen wurden. Also warum sich da die Nord-Kölner überhaupt beschwerten, wenn mal gegen sie gepfiffen wurde, war bei ihrem Glück bei diesem Spiel im Prinzip nicht nachvollziehbar.

Schließlich musste also das Elfmeterschießen, dass statt wie beim Fußball mit mindestens fünf aufgrund der Mannschaftsstärke nur mit mindestens drei Schützen ausgetragen wird, zur Entscheidungsfindung her. Mittlerweile waren seit dem Anstoß 2 Stunden und 45 Minuten vergangen und die meisten Fans so wie wir auch schon 4 Stunden im Stadion am Hardtsee.

Leverkusens wie auch Kuppenheims erste Schützen verwandelten sicher. Dann verlud Leverkusens zweiter Schütze den Puma im Tor zum 7:8. Der nächste Kuppenheimer scheiterte am wie immer sehr starken Leverkusener Torwart. Der nächste SVB-Spieler traf allerdings nur die Latte, nachdem der ebenfalls sehr starke Kuppenheimer Torwart die Hände an den Ball bekam. Allerdings versagte auch der dritte Bade, sodass die Leverkusener dann doch noch den erst zu früh bejubelten Meistertitel feiern konnten. Also von wegen „Vizekusen“ – die Randkölner können auch mal einen Meistertitel gewinnen!
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Statistik:
Grounds: 654 (heute 1 neuer; diese Saison: 60 neue)
Sportveranstaltungen: 1.387 (heute 1, diese Saison: 73)
Tageskilometer: 1.030 (1.030 Auto)
Saisonkilometer: 12.280 (10.610 Auto/ 1.670 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 101
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 273