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Montag, 15. Februar 2016

W498III: Über 1.000 Kilometer für eine Drei-Satz-Niederlage am Bodensee…

Verein für Bewegungsspiele Friedrichshafen 3
Chemie Volley Mitteldeutschland – Spergau 0
- Datum: Samstag, 13. Februar 2016 – Beginn: 19.30
- Wettbewerb: Volleyballbundesliga (1. deutsche Volleyballliga, Profi- und Halbprofiliga)
- Ergebnis: 3-0 nach 75 Min. (26/24/25)
- Sätze: 25-23, 25-17, 25-20
- Strafen: Gelbe Karte gegen CVM wg. Reklamierens
- Austragungsort: ZF Arena (Kap. 4.000, davon 3.600 Sitzplätze)
- Zuschauer: 2.050 (davon 1 Gästefan – na, wer war das wohl?)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (CVM hielt über weite Strecke gut mit, Friedrichshafen ist aber einfach eine Klasse besser) VfB Friedrichshafen 3:0 Chemie Volley Mitteldeutschland Photos with English Commentary:
a) Volleyball Bundesliga: VfB Friedrichshafen defeat Chemie Volley Mitteldeutschland
b) Swabian Alps: Bad Urach, Hohenwittlingen, Gächingen, Hundersingen, Bichishausen, Hohengundelfingen, Niedergundelfingen, Schülzburg, Derneck, Erbstetten, Ehingen, Josefskapelle, Deppenhausen
c) West Upper Swabia: Warthausen, Biberach an der Riß

Ich hatte eine Fahrt zum Rekordmeister VfB Friedrichshafen schon länger im Blick – möglichst natürlich gegen den CVM – und auch wenn Bonn kaum näher als Merseburg am Bodensee liegt: diesen Samstag realisierte ich diese 1.080km-Tour. In einem Tag…

Es ging gegen 6 Uhr los, denn zuerst hatte ich Besichtigungen in der Schwäbischen Alb geplant. Diese waren auch sehr lohnend: v.a. Bad Urach stellte sich mit seiner spektakulären Burgruine auf einem der tollen Bergkegel in Sichtweite eines Wasserfalls als sehr lohnend heraus. Burgruinen gibt es auch in Hohenwittlingen (wenig erhalten aber tolle Lage), Hundersingen (nicht viel erhalten aber noch tollere Lage und sehr bequeme Zuwegung für die Region), Bichishausen (besonders schön und halbwegs erhalten), Hohengundelfingen (herrliche Lage, ganz gut erhalten, Felsabbrüche nicht gesichert: topp!), Niedergundelfingen (reicht, wenn man die Burg von Hohengundelfingen gesehen hat, da privat), Schülzburg (gesperrt, sieht aber gut aus) und Derneck (privat und im Winter nicht geöffnet, aber nicht schlecht: hier darf man auch mal Waldpiste fahren) zu sehen.

In Gächingen besichtigte ich eine Kirche, die mal komplett ummauert war: innen ist sie von den evangelischen Fundamentalisten Württembergs regelrecht geschliffen worden – so was kahles habe ich noch nie gesehen... Auch Erbstetten war jetzt nicht so der Bringer. Aber Mochental hat ein schönes Schloss! Und wenn man den kürzesten Weg nach Deppenhausen fährt, kann man wieder Piste fahren. Aber in der Schwäbischen Alb sind selbst viele asphaltierte Nebenstraßen so eng, dass nicht mal ein Auto an einem Motorrad vorbeipasst. Deppenhausen selbst ist leider ein sehr gesichtsloses Straßendorf. Ehingen ist da lohnender mit barocken Kirchen und Stadtmauerresten – aber der Ort ist enorm heruntergekommen mit teils extrem hässlichen Nachkriegsbauten und mitunter richtig miesem Zustand; außerdem stank es überall nach Abwasser...

Es blieb noch etwas Zeit, um auch zwei sehenswerte Orte in West-Schwaben (Ober-Schwaben) zu besuchen: Warthausen mit seinem privat genutzten Schloss und Biberach an der Riß mit einem sehenswerten Stadtkern mit Stadttürmen, barocken Kirchen und Bürgerhäusern. Hohenurach castle ruin Von Biberach war es nicht mehr weit bis an den Bodensee, wo in Friedrichshafen die ZF-Arena (ZF = Zahnradfabrik Friedrichshafen) mein Ziel war. Ich parkte kostenlos in einer Seitenstraße direkt westlich der Halle. Auf dem Parkplatz vor der Halle (wie bei fast allen Volleyballbundesligisten werden Gebühren erhoben: typischerweise sparen sich CVM-Fans aber ebendiese) stand dann ein weiteres Fahrzeug mit MER-Nummer – der Mannschaftsbus vom CVM…

Gut, ich hatte auch nicht erwartet, dass da ein Gästemob die 3:0-Niederlage am Bodensee abfeiert. Andererseits fahren auch die Friedrichshafener wenig auswärts trotz Rekordmeister. Wenn die in der Schweizer Liga mitspielen würden, wären die Anfahrtswege kürzer… Aber über 2.000 Zuschauer fanden sich dann doch in der 4.000er-Halle ein! Die Eintrittpreise sind auch mit die niedrigsten (!) in der Liga: 10-12€ Sitzplatz, 6-8€ Stehplatz.

Die Halle dürfte auch seit dem Abstieg Leipzigs (damals Ernst-Grube-Halle) die sehenswerteste in der Volleyballbundesliga (kenne ja immerhin schon Spergau (naja, Mittelmaß), Max-Schmeling-Halle Berlin (gewaltig, aber nichts Besonderes), Düren (langweilig) und Frankfurt (naja, nicht doll)) sein. Die Raumaufteilung ist seltsam und nur für Volleyball geeignet, da auf den Längsseiten (die eigentlich die Kurzseiten der Halle sind) lange und vielreihige Sitztribünen gebaut sind. Auf den Kurzseiten des Feldes und damit den Längsseiten der Halle befinden sich hohe Balkone (4m über Spielfeldhöhe) mit kleinen Stehplatzmodulen und dahinter stelzenartige Balken die diese umgebaute Messehalle tragen. Ganz kurios ist die Dachform: der Fachausdruck ist wohl „Schmetterlingsdach mit innenliegender Entwässerung“ – der intelligente DDR-Bürger oder Ostdeutschlanderfahrene denkt dabei sofort „ach du Scheiße, denen schimmelt doch die Decke durch“… Klassischer Fall von gut aussehnder Fehlkonstruktion: Wasserschäden sind sowohl innen an der Hallendecke auszumachen, als auch auf dem Satellitenbild außen zu erahnen.

Zum Spiel brauch ich keine Worte zu verlieren, außer: CVM hielt gut mit, führte über weite Strecken von Satz 1 und war auch im zweiten und dritten Satz nicht chancenlos. Nur der VfB hat halt doch eine andere Klasse, sodass sie in diesem sehenswerten aber teils auch von Fehlern gezeichneten Spiel mit 3:0 siegten.

Die Rückfahrt war dann nicht so doll: 2.30 Uhr zurück, vorher noch sich sehr zusammenreißen müssen, durch Bodensee-Orte, in denen alle 100m ein Blitzer auf Tempo 30 wegen „Lärmschutz“ standen, nicht zu den 30 km/h noch laut dauer zu hupen um den Anwohnern mal zu zeigen, wie sehr mich ihr Lärmschutz interessiert – und dann auch noch über 400km starker Regen auf teils mäßigen Autobahnen in BaWü und Rheinland-Pfalz. VfB Friedrichshafen 3:0 Chemie Volley Mitteldeutschland Statistik:
- Grounds: 1.548 (1 neuer; diese Saison: 133 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.592 (1; diese Saison: 156)
- Tageskilometer: 1.080 (1.080km Auto)
- Saisonkilometer: 38.790 (25.430 Auto, davon 4.630 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 4.920 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 1.410 Fahrrad/ 200 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 88 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 498.

Sonntag, 20. Januar 2013

W338II: Interessante Handballspiele in Leipzig und ein sensationelles Volleyballspiel in Spergau

SV Lok Leipzig-Mitte II ---------------------------------- 24
BSG Chemie Leipzig --------------------------------------- 25
+ Datum: Samstag, 19. Januar 2013 – Anwurf: 11.45
+ Wettbewerb: 2. Kreisliga Leipzig (10. Handballliga, 7. Amateurliga)
+ Ergebnis: 24-25 nach 60 Min. (2x30) – Halbzeit: 12-10
+ Torfolge: ?-?, 3-1, 3-4(!), 11-4(!!!), 11-6, 12-6, 12-10(!)/ 12-13(!!), 13-13, 13-14, 14-14, 14-16, 15-16, 15-17, 17-17, 17-20, 18-20, 18-21, 22-21(!), 22-22, 23-22, 23-24, 24-24, 24-25
+ Gelbe Karten: Nr. 6, 15, ? (Lok Mitte); Nr. 10, 12, 13 (Chemie)
+ Zwei-Minuten-Strafen: 2x Nr. 15, 1x Nr. 2, 8, 18 (Lok Mitte = 10 Minuten); Nr. 8, 13, 14 (Chemie = 6 Minuten)
+ Spielort: Sporthalle Astrid Lindgren Grundschule (Kap. 100, davon 50 Sitzplätze)
+ Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 25 Gästefans)
+ Unterhaltungswert: 7,5/10 (Packendes und gutes Match mit kuriosem Spielverlauf)

TSG Schkeuditz/ SG Motor Gohlis Nord B ------------ 45
Neuer Handball Verein Concordia Delitzsch 2010 B - 35
+ Datum: Samstag, 19. Januar 2013 – Anwurf: 16.00
+ Wettbewerb: Kreisliga Leipzig, männliche Jugend B (5. und unterste Handballliga der 14-16jährigen)
+ Ergebnis: 45-35 nach 50 Min. (2x25) – Halbzeit: 23-13
+ Torfolge: 1-0, 1-1, 11-1(!!), 11-2, 13-2, 13-3, 14-3, 14-4, 16-4, 16-5, 17-5, 17-6, 18-6, 18-7, 20-7, 20-8, 22-8(+14!), 22-9, 23-9, 23-14(!), 26-14, 26-15, 27-15, 27-16, 29-16, 29-18, 32-18(+14!), 32-22, 33-22, 33-23, 35-23, 35-25, 36-24, 36-26, 38-26, 38-27, 39-27, 39-28, 40-28, 42-29, 42-33, 43-33, 43-34, 45-34, 45-35
+ Gelbe Karten: Nr. 73 (Schkeuditz/ MoGoNo); Nr. 3, 7, 21 (Delitzsch)
+ Zwei-Minuten-Strafen: 2x Nr. 73, 10, 1x Nr. 15 (Schkeuditz/ MoGoNo = 10 Minuten); Nr. 18, 21 (Delitzsch = 4 Minuten)
+ Spielort: Turn- und Spielhalle Schkeuditz (Kap. 200, davon 160 Sitzplätze)
+ Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 10 Gästefans)
+ Unterhaltungswert: 7,0/10 (Schnelles bis hektisches, chaotisches und extrem torreiches – 80 Treffer in nur 50 Minuten – Spiel)

Chemie Volley Mitteldeutschland (Leuna) ------------- 3
Verein für Bewegungsspiele Friedrichshafen ----------- 0
+ Datum: Samstag, 19. Januar 2013 – Beginn: 19.30
+ Wettbewerb: 1. Volleyballbundesliga (Halbprofiliga)
+ Ergebnis: 3-0 nach 90 Min.
+ Satzergebnisse: 25:23, 30:28, 25:23 (= 80:74)
+ Spielort: Jahrhunderthalle Spergau (Kap. 1.300 Sitzplätze)
+ Zuschauer: 1.047 gemeldet (tatsächliche Zahl: stimmt in etwa mit der gemeldeten überein, davon Gästefans: 2, 3)
+ Unterhaltungswert: 8,0/10 (Ein klasse Spiel: Friedrichshafen nicht unbedingt in Bestform, dafür aber CVM weit über seiner Normalform!)
DSC02495 Photos with English Commentary:
b) German Volleyball Top Flight: CVM Spergau v Friedrichshafen

Erst kurz nach Anpfiff betraten wir die etwas heruntergekommene, obwohl mittlerweile sanierte, Sporthalle der noch heruntergekommeneren Astrid-Lindgren-Grundschule in der Löbauer Straße in der nördlichen Innenstadt von Leipzig. Der kastenförmige Bau kann nur Turnbänke als Sitzgelegenheiten anbieten. Wie bei allen Chemie Leipzig-Spielen waren die auch gut belegt, wobei ich bei anderen Spielen von denen schon weit mehr Zuschauer gesehen habe. Genial waren die beiden Pflanzen, die durch Fensterritzen in die Halle hineinwucherten. Kein Wunder, dass es Zugluft gab...

Die Gästefans gingen auch ganz gut mit in einem Spiel ihrer Mannschaft, dass schnell zu ihren Ungunsten zu laufen schien, dann scheinbar gedreht wurde, dann doch wieder nicht und schließlich tatsächlich mit einem Sieg für die BSG endete. Einen ersten Rückstand in der Anfangsphase konnte Chemie jedenfalls drehen, nachdem wir die Halle betraten. Ab der 12. oder 13. Minute lief aber nichts mehr zusammen und aus einem 4:3-Vorsprung wurde ein 4:11 Rückstand. Der hervorragend parierende Chemie-Torwart wurde langsam ungehalten und stänkerte gegen die Offensive, die erst nach über 20 Spielminuten wieder in Schwung und bis auf 10:12 heran kam.

Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel teilweise etwas ruppig, aber blieb noch im Rahmen. Chemie drehte binnen Minuten auf und lag bis Mitte der zweiten Hälfte mit zwei Treffern in Front. Dann kam wieder ein Durchhänger und Lok Mitte ging in Führung. Allerdings waren es in einer packenden Schlussphase dann die Tempogegenstöße und Würfe aus Reihe zwei, die das Spiel noch zugunsten der Chemiker kippen ließen. 25:24 etwa 15 Sekunden vor Abpfiff! Der nächste Pfiff des guten Schiedsrichtergespanns schien der Abpfiff zu seien. Ein kleiner Platzsturm der emotionalsten Gästefans später, die genauso wenig wie die Spieler die Uhr auf dem Kampfrichtertisch sehen konnten, wurde allerdings noch einmal angepfiffen für einen letzten Freiwurf der Heimmannschaft. Der saß dann aber nicht. Also blieb es beim verdienten Sieg der BSG, der sicherlich kultigsten Handballmannschaft in Leipzig! DSC02533 Nach einem ganz guten Essen im Sportlerheim Bienitz, gingen wir in die Schkeuditzer Sporthalle. Die beschissenen Anwurfzeiten habe ich nicht nachvollziehen können – aber dann halt statt den Männern der TSG, die ebenso wie Chemie einen beachtlichen Fananhang haben, zur B-Jugend, die auch gar nicht mal so wenige Eltern und Freunde zog und mit MoGoNo zusammen eine Spielgemeinschaft in der untersten Spielklasse bildet.

Dafür, dass das die unterste Spielklasse der U17 war, ging das Spiel aber gut ab! Der Gast aus Delitzsch, bei dem man sich ohnehin fragte, warum die so weit unten spielen – aber das zeigt, wie wenig von Anfang an dahinter steckte bei diesem hochgepushten Bankrottclub – schien anfangs völlig unterlegen. Nach dem 5:1 nahm der Gästecoach eine Auszeit, die komplett für den Arsch war: 11:1 stand es nach knapp 7 Minuten! Bis zu 14 Tore Vorsprung spielten die Schkeuditzer und Gohliser mit teilweise genialen Spielzügen und klasse Toren heraus. Am Ende waren es in einem für diese Jugendklasse fairen Spiel – die Schiedsrichter hatten somit auch keine Probleme und trafen nur eine Fehlentscheidung (unberechtigte Zwei-Minuten-Strafe gegen Schkeuditz) – 10 Tore Unterschied für die Heimelf. Das Wahnsinnsergebnis lautete 45:35!

Manche wundert es wohl, dass ich das Spiel nicht höher bewertet habe als mit 7,0/10. Nun: Tore sind das wichtigste, aber nicht alles. Bei 80 Toren in 50 Spielminuten bleibt keine Zeit für andere schöne Szenen, wie Torwartparaden oder mehrfach abgeblockte Angriffe, die erst nach fünf spektakulären Blocks zum Torwurf führen. Aber bei einem noch besseren Spiel wäre die mäßige Sicht auch ärgerlicher gewesen. Die Turn- und Spielhalle Schkeuditz ist ja nicht schlecht – von außen nett anzusehen, innen eine interessante Empore und eine dreireihige, blau bestuhlte und etwas krumme Untertribüne – aber ziemlich unpraktisch wegen der Balken vor der Tribüne und dem engmaschigen Netz vorm Oberrang. DSC02543 Schließlich gab es noch Volleyball in Spergau zu sehen: Der Rekordmeister aus Friedrichshafen war im Leunaer Ortsteil zu Gast und lief im ersten Satz ständig einem Rückstand hinterher, der folgerichtig in einem 25:23 endete. Das war ja schon eine Überraschung, doch was dann folgte, war eine noch viel größere: 30:28 für die Chemie-Piraten in einem extrem engen zweiten Satz, der bei 25:26 und 26:27 schon verloren schien. Wirklich verloren schien der dritte Satz nach 3:9 Rückstand und anderen Ausrutschern, doch auch dieser wurde noch sensationell von den Sachsen-Anhaltern mit 25:23 entschieden.

So konnte die Mittelfeldmannschaft mit ihren inkonstanten Leistungen also 1.000 Leute in der Spergauer Jahrhunderthalle in Jubel versetzen! Ein echter Überraschungserfolg, der auch absolut verdient war. Denn auch wenn Friedrichshafen nicht schlecht spielte: Toppform war das nicht bei denen, während CVM sich wirklich den Arsch aufriss, wie es sein muss als Underdog, und trotzdem konzentriert und abgeklärt agierte. Auch wenn ich weiß, dass es nichts nützen wird, da ihr euch beim nächsten schwachen Gegner wieder an dessen schwaches Niveau anpassen werdet: Macht weiter so! So wie heute gegen Friedrichshafen macht Volleyball wirklich Spaß, auch wenn mal die andere Seite mehr Sätze gewinnen sollte!
DSC02624 Statistik:
Grounds: 847 (heute 2 neue; diese Saison: 79 neue)
Sportveranstaltungen: 1.693 (heute 3, diese Saison: 116)
Tageskilometer: 150 (150km Auto)
Saisonkilometer: 26.810 (25.130 Auto/ 1.550 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 50 Bahn, Bus, Tram/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 13 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 338

Montag, 27. Februar 2012

W291IV: Gleich zwei Spiele der Marke „spannend aber nicht gut“

Bornaer HV 09 32:32 SG Lok Wurzen
Datum: Samstag, 25. Februar 2012 – Anwurf: 15.55
Wettbewerb: Bezirksklasse Leipzig (8. Handballliga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 32:32 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 13:11
Torfolge: 0-1, 2-1, 2-2, 3-2, 3-3, 4-3, 4-5, 5-5, 5-7, 7-7, 7-9, 10-9, 10-10, 12-10, 12-11, 13-11; 13-12, 14-12, 14-13, 15-13, 15-15, 16-15, 16-16, 17-16, 17-17, 18-17, 18-19, 19-19, 19-20, 20-20, 20-21, 21-21, 21-22, 22-22, 22-23, 23-23, 23-26, 24-26, 24-29, 25-29, 25-30, 29-30, 29-31, 30-31, 31-32, 32-32
Gelbe Karten: Nr. 9, 10, 17 (Borna); Nr. 4, 10, 11 (Wurzen)
Zeitstrafen: 2x Nr. 9, 6, 1x Nr. 3, 4, 11 (Borna = 14 Minuten); 2x Nr. 8, 13, 2, 1x Nr. 9 (Wurzen = 14 Minuten)
Disqualifikationen: keine
Spielort: Sporthalle Borna-Ost (Kap. 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 55 (Gästefans: ca. 6)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Lange Zeit schwaches, aber bis zum Abpfiff spannendes Spiel)
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Photos and English Version:

Kaum waren wir aus Staßfurt zurückgekommen, ging es auch schon weiter ins Leipziger Umland. Borna ist eine sogenannte Große Kreisstadt und wegen gewisser politischer Umtriebe berüchtigt. Kaum war man in der Nähe der Halle, wurde man auch an diese Umstände erinnert: massenhaft Graffitis gegen israelische Gewalt gegen Palästina. An sich sind die Aussagen an den Wänden des abgewohnten Plattenbauviertels ja völlig OK – gerade in Deutschland täte es gut, wenn notwendige Kritik an Israel und seiner verkommenen Politik mal geäußert werden dürfte ohne gleich als „Antisemit“ bepöbelt zu werden: schließlich ist der Begriff „Antisemitismus“ in seiner Verengung auf Judenhass auch Blödsinn – aber man brauchte nur die versteckt liegende Sporthalle zu betreten und schon sah man, aus welcher Richtung die Leute kommen, die unter dem Gedanken „der Feind meines Feindes ist mein Freund“ diese Graffitis in Borna anbringen.

In einer Ecke der dreireihigen Tribüne ballten sich Neonazis mit Thor-Steinar-Klamotten und sogar Jacken mit Aufnähern wie „Nationale Sozialisten Borna“. Der Rest des Publikums war freilich völlig normal und auch die Rechtsextremen fielen weder durch Sprüche noch irgendwelche anderen Dinge negativ auf – aber bei so einem Publikum kann man Leuten, die das Feindbild dieser Gestalten erfüllen, nur raten, diesem Verein namens Bornaer HV 09 fern zu bleiben. Besonders besuchenswert ist die Halle auch nicht, wobei so eine Teilsanierung, wie sie in der Sporthalle Borna-Ost, die hinter der Neuseenland Grundschule liegt, betrieben wurde, schon kurios anzusehen ist. Die Sicht von der modernisierten Tribüne (drei Reihen rote Schalensitze) ist allerdings durch schon länger vorhandene Stahlträger eingeschränkt. Die Kastenform wurde beibehalten und auch die Decke mit den erbärmlichen Funseln nicht saniert. Im Übrigen parkt man am besten auf dem 300m entfernten Supermarktparkplatz: das ist eine ziemliche Sucherei mit dem Auto nach der Halle bei den engen Sackgassenstraßen...

Zum Spiel: der Bezirksligaabsteiger Lok Wurzen liegt abgeschlagen hinter Tabellenführer Waldheim auf Platz 3 und Borna ein ganzes Stück dahinter auf Rang 5, sodass von einem guten und ausgeglichenen Spiel auszugehen war. Ausgeglichen war es auch, allerdings begann es völlig zerfahren und wurde erst ganz langsam, knapp vor der Pause, besser. Borna führte durch konzentrierteres Auftreten in der Schlussphase der Hälfte 1 mit zwei Treffern nach den ersten 30 Minuten. Nach der Pause wurde die Partie kontinuierlich besser und schien fünf Minuten vor dem Ende erstmals entschieden. Wurzen hatte eine richtig starke Phase und Borna schienen die Nerven zu versagen: Zwei Mal fünf Tore Führung für den Gast aus Wurzen, doch dann ein 4:0-Lauf und eine eng umkämpfte Schlussphase mit ein paar Emotionen auf der Platte und im kleinen Wurzener Fanblock. In der Schlussminute gelang Borna auch noch der Punktgewinn mit einem 32:32, in dem sie erst einen Angriff lange wie auch geschickt ausspielten und dieses Resultat auch schließlich mit guter Defensivarbeit hielten.

Alles in allem ein verdientes Unentschieden in einem ansehnlichen aber nicht guten Spiel, das sich nach und nach in allen Belangen gesteigert hat.
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Chemie Volleys Mitteldeutschland 3:2 VfB Friedrichshafen
Datum: Samstag, 25. Februar 2012 – Beginn: 20.00
Wettbewerb: 1. Volleyball-Bundesliga (1. Profiliga)
Ergebnis: 3-2 Sätze nach 120 Min.
Satzresultate: 26-28, 25-21, 25-18, 22-25, 15-11
Besondere Vorkommnisse: keine
Spielort: Jahrhunderthalle Spergau (Kap. 1.200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 950 (davon 912 zahlende und ca. 3 Gästefans)
Unterhaltungswert: 3,0/10 (Absolut unterirdisches Spielniveau, über weite Strecken nicht mit anzusehen was da für eine Scheiße geboten wurde – aber wenigstens ein Sieg für den Außenseiter)
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Photos and English Version:

Noch ein Zwischenstopp zu Hause und Umsteigen auf die Räder. Der letzte Spieltag in der 1. Volleyballbundesliga vor den Play-offs stand an. Nach dem ersten Essenfassen im VIP-Raum habe ich auch verstanden, warum die CVM-Verantwortlichen immer noch stur daran festhielten, dass die Play-offs erreichbar seien: Friedrichshafen war durch Championsleague- und Pokalspiele so belastet, dass sie mit 6 Spielern (ohne auch nur einen einzigen Einwechsler) aufkreuzten. Man stelle sich mal vor, der FC Bayern würde zum 1. FC Kaiserslautern (so sind etwa die Niveauverhältnisse zwischen diesen Volleyballteams) mit 11 Mann und ohne Wechselspieler anreisen. So viel zur Professionalität dieser Volleyballvereine...

Allerdings waren auch die 6 Bodenseevolleyballer für die Mittel- (oder vielmehr Ost-) Deutschen kaum zu schlagen. In einem kaum mit anzusehenden ersten Satz verfeuerte der Gastgeber drei Satzbälle, um den ersten Satzball gegen sich nicht parieren zu können: 26-28 in einem unterirdischen, da von Fehlern gespickten, ersten Satz. Der zweite war kaum besser: Friedrichshafen brach ein und der CVM zog bis auf 7 Punkte weg. Diesen Riesen-Vorsprung verspalten sie aber noch fast, kassierten den Ausgleich! Unglaubliche Abstimmungsfehler, technische Aussetzer übelster Sorte! Bei beiden Teams wurden andauernd unsaubere Ballannahmen, Netzberührungen etc. (die alle durch sauschlechte Zuspiele zustanden kamen) abgepfiffen. Irgendwie gewann CVM doch noch den zweiten Satz. Dieses Spiel hatte auch in Satz drei, den die Gastgeber sogar mit 7 Punkten Vorsprung holten, nicht annähernd Erstliganiveau.

Im vierten Satz wäre ich fast eingeschlafen, wobei nun wenigstens die Fehlerquote etwas sank. Leider holte der Rekordmeister vom Bodensee diesen vierten Satz, sodass sich das Spiel unnötig in die Länge zog und der Hallensprecher mir immer mehr auf die Nerven ging: sonst ist das ja noch OK, wie der mit seiner Moderation künstlich Stimmung erzeugen will – aber heute waren das Geplärre, die dummen Bemerkungen und hyperaktiven Anfeuerungsversuche echt grauenhaft und unerträglich!

Im Tiebreak gelang dem Gastgeber, der weniger schlechten zweier schlechter Mannschaften, schließlich und endlich der dritte Satzgewinn. 15:11 – passenderweise mit einem unmotivierten Aufschlag ins Netz besiegelt. So kommt CV Mitteldeutschland noch in die Play-offs und kann sich da die zwei 3:0-Niederlagen gegen Haching abholen. Wenn man sachlich die ganze Saison betrachtet, dann ist das eigentlich ein schlechter Witz, dass eine Mannschaft wie die Chemie Volleys die Play-offs erreichen. Bei aller Sympathie für die Mannschaft aus dem Leunaer Ortsteil – aber die Leistungskurve und die Entwicklung deuten nach unten. Eine sportliche Weiterentwicklung war in dieser Saison überhaupt nicht auszumachen.

Die Play-offs hätte ich mir wohl auch dann nicht angetan, wenn ich nicht im März in Indien arbeiten würde. Ich hoffe, nächste Saison besseres über diese sympathische Mannschaft schreiben zu können. Es wäre auch schön, wenn der Vereinsname so bliebe (so blöd er auch ist – aber noch eine Umbenennung wäre auch Scheiße). Hoffentlich ist die Saison 2012/ 2013 sportlich wertvoller und anspruchsvoller – und zwar am besten durch einen positiven Beitrag in Form einer Niveausteigerung der Chemie Volley Mitteldeutschland! Wenn sie öfter mit dem erfahrenen 15er spielen, würden es vielleicht gelingen, 2012/13 zu überzeugen!
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Statistik:
Grounds: 707 (heute 1 neuer; diese Saison: 113 neue)
Sportveranstaltungen: 1.473 (heute 2, diese Saison: 159)
Tageskilometer: 240 (220 Auto, 20 Fahrrad)
Saisonkilometer: 31.600 (23.010 Auto/ 6.600 Flugzeug/ 1.980 Fahrrad/ 10 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 35
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 291

Sonntag, 7. Dezember 2008

WE123III: Als hätte der FSV Zwickau Bayern München aus dem Pokal geschossen: Bad Dürrenberg/ Spergau besiegt Friedrichshafen!

VC Bad Dürrenberg/ Spergau 3:2 VfB Friedrichshafen
Sonntag, 7. Dezember 2008 - Beginn 16.00
1. Volleyballbundesliga
Ergebnis: 3:2 nach 111 Min
Sätze: 20:25, 25:23, 16:25, 25:23, 15:13
Sporthalle: Jahrhunderthalle (Kap. 1.200)
Zuschauer: angeblich 1.000* (keine Gästefans)
Unterhaltungswert: 8,0/10 (sehr hoch)

*Fragwürdig. Sah nach maximal 700 Zuschauern aus; mehr als sonst waren es nämlich nicht.

Ground Nr. 269 (kein neuer Ground; diese Saison: 39 neue)
Sportveranstaltung Nr. 716 (diese Saison: 83)
Tageskilometer: 20 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 9.785 (5.380 Auto, 2.260 Bahn, 2.245 Fahrrad)
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 123

Vor diesem nominell völlig ungleichen Spiel der 1. Volleyballbundesliga hätte jeder normal tickende Volleyballfan auf ein 0:3 für Friedrichshafen getippt. Ich rechnete so sehr mit diesem Ergebnis, dass ich es schon in der Vorschauspalte meines blogs eintrug. Im ersten Satz, den ich mir mit leerem Magen angucken musste, da das Buffet bis zum zweiten Satz nur aus Dresdner Stollen bestand, sah es auch nach dem 0:3 aus, denn auch wenn Friedrichshafen nicht immer so sicher schmetterte - und etwas anderes als Schmettern zeigten sie im ersten Satz nicht; eine einzige Ballstafette war mal sehenswert, ansonsten nur unterbelichtetes Gezimmere - waren sie stets nach Punkten vorne. Allerdings: der zweite Satz lief etwas anders. Immer wieder hervorragende Aktionen der Gastgeber, immer wieder Unkonzentriertheiten der Gäste. Auch die Schiedsrichter hatten, mehr sogar zugunsten der Friedsrichshafener, Aussetzer, die die Fans in Wallung brachten, doch die letzte Fehlentscheidung brachte Spergau den erhofften und auch verdienten Satzgewinn ein. Danach konnte ich dann auch endlich Wiener und Brötchen essen.
Im dritten Satz waren die Gäste wieder so überlegen, wie man es gewohnt war. 16:25 war das verdiente Resultat und es drohte langweilig zu werden, doch Unkonzentriertheit und entweder Konditionsschwäche oder Großspurigkeit führten dazu, dass der VfB den vierten Satz erneut mit 25:23 gewann. Und wie uns nachher Kronseder im VIP-Raum bestätigen sollte; danach ging ein Ruck durch das Team der Bad Dürrenberger und Spergauer, der sie an einen Sieg glauben ließ. Die Fans wurden nun auch immer lauter, wobei man sagen muss, dass es ein Armutszeugnis für den Dauermeister ist, keine Fans mitgebracht zu haben, doch waren ja genug Fans der Heimmannschaft da. Es ging hin und her im Tiebreak und zum Schluss, als es 13:13 stand, schafften die VCBDSler das unmöglich geglaubte und holten zwei Punkte hintereinander.
Es war als hätte Oberligist FSV Zwickau den FC Bayern im DFB-Pokal nach Verlängerung besiegt. Ein Vergleich wie Cottbus und Bayern wäre noch viel zu milde in Anbetracht der völligen Überlegenheit des VfB Friedrichshafen. 9 Meistertitel in den 90er Jahren und diesem Jahrzehnt, davon die letzten vier Jahre in Serie und 10 Pokalsiege, 1x die Championsleague geholt.
Man kann den Spielern des VC Bad Dürrenberg/ Spergau somit nur tiefsten Respekt ausdrücken. Den drückten übrigens auch die unterlegenen Friedsrichshafener aus.

Fotos:
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