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Dienstag, 13. Februar 2018

W602II-III: Kein Karneval in Westfalen, dafür aber torreiche Testspiele und viel Eissport

Eisadler Dortmund U19 .................................. 2
Herforder EV Dragons U19 ............................ 4
- Datum: Sonntag, 11. Februar 2018 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: Regionalliga NRW U19 (2. deutsche U19-Eishockeyliga)
- Ergebnis: 2-4 nach 60 Min. (3x20) – Drittel: 0-1, 1-2, 1-1
- Tore: 0-1 7.59 Steinhauer, 0-2 22.56 Pohlmann, 1-2 37.41 Kleinschmidt, 1-3 38.44 Pohlmann, 1-4 56.55 Düsberg, 2-4 57.51 Piechotzki
- Strafen: Di Benedetto 2 (Dortmund = 2 Minuten); Chmelkov 2 (Herford = 2 Minuten)
- Austragungsort: Eissportzentrum Westfalen, Eishalle (Kap. 5.000 davon 1.002 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz gutes Spiel)

Tus Eichlinghofen 1890/1980 IV ...........6
Spielg. SV Blau-Weiß Eickelborn 1925 /
SV Grün-Weiß Benninghausen 1948 .. 4
- Datum: Sonntag, 11. Februar 2018 – Beginn: 16.30
- Wettbewerb: Testspiel (Kreisliga C/ Dortmund, Staffel 2; 11. und unterste Liga, 7. Amateurliga gegen Kreisliga A/ Lippstadt; 9. Liga, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 6-4 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 1-4
- Tore: 0-1 1. Nachtegaal, 1-1 4. Esdar, 1-2 26. Fichera, 1-3 35. Fichera (Handelfmeter), 1-4 42. Nachtegal, 2-4 55. Dettlaf, 3-4 56. Blome, 4-4 74. Hasenbein, 5-4 88. Vorst, 6-4 90. Mohar
- Gelbe Karten: Esdar, NN, NN (Eichlinghofen); NN, NN, NN (Eickelborn/ Benninghausen)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Stadion im Hövel (Kap. 2.100, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 15 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz ordentliches Spiel mit Durchhängern aber kuriosem Verlauf)

FC Sarajevo Bosna (Dortmund) .................... 3
DJK Westfalia Kirchlinde 1927 ..................... 4
- Datum: Sonntag, 11. Februar 2018 – Beginn: 14.30
- Wettbewerb: Testspiel (Kreisliga B/ Dortmund, Staffel 2 gegen Kreisliga B/ Dortmund, Staffel 1; jeweils 10. Liga, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-5 nach 96 Min. (45/51) – Halbzeit: 1-3
- Tore: 1-0 2. Jasikovic, 1-1 35. Pader, 1-2 39. Zagripoor, 1-3 44. Adrian, 1-4 55. Adrian, 2-4 70. Jasikovic, 3-4 87. Jusic, 3-5 90. Knapp
- Gelbe Karten: Jasikovic, NN (Bosna)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Sportplatz Diedenhofener Straße (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 4 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Sehr gute erste Hälfte, nach langem Durchhänger auch sehr gute Schlussphase)

VfL Hörde 1912 II ........................................... 3
FC Roj Dortmund III ..................................... 4
- Datum: Sonntag, 11. Februar 2018 – Beginn: 12.30
- Wettbewerb: Testspiel (Kreisliga C/ Dortmund, Staffel 2; gegen Kreisliga C/ Dortmund, Staffel 7; jeweils 11. und unterste Liga, 7. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-4 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 2-3
- Tore: 0-1 2. Wölfel, 1-1 27. Belamkadem, 2-1 31. Ghraieb, 2-2 34. Duymaz, 2-3 39. Wölfel, 3-3 61. Belamkadem, 3-4 89. Ferati
- Gelbe Karten: Rermoch, Belamkadem, Ghraieb (Hörde); Wölfel, Khalaf, Turgut (Roj)
- Rote Karten: keine, aber Zwangsauswechslung Rermoch von Hörde (44. Min. nach wdh. gelbwürdigen Foul)
- Austragungsort: Goystadion (Kap. 5.050, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 5 (davon keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Sehr gute erste, deutlich schwächere zweite Hälfte)

ESC Kristall Lippstadt .................................... 3
Sportvereinigung Brackwede ......................... 4
- Datum: Samstag, 10. Februar 2018 – Beginn: 20.30
- Wettbewerb: Bezirksliga NRW, Gruppe 1 (6. und unterste deutsche Eishockeyliga, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-4 nach 60 Min. (3x20) – Drittel: 0-1, 1-2, 2-1
- Tore: 0-1 17.40 Freimann, 1-1 21.31 Vertgewall, 1-2 31.13 Renz, 1-3 39.46 Vogt, 1-4 50.10 Freimann, 2-4 53.16 Tropmann, 3-4 59.25 Gnoewych
- Strafen: Vertgewall 5+20+SD nach Spielschluss, Esaulov 2, (Lippstadt = 27 Minuten); Renz 5+20+SD nach Spielschluss, Rogalski 2/2, Felix 2, Freimann 2 (Brackwede = 33 Minuten)
- Austragungsort: Eissportzentrum Möhnesee (Soest; Kap. 1.500 davon 1.300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 90 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Spannendes und gutes Spiel)

Königsborner Jugendeishockeyclub U19 ....... 2
Herner EV U19 ................................................. 8
- Datum: Sonntag, 10. Februar 2018 – Beginn: 18.15
- Wettbewerb: U19 Landesliga NRW (3. und unterste deutsche U19-Eishockeyliga)
- Ergebnis: 2-8 nach 60 Min. (3x20) – Drittel: 0-3, 1-5, 1-0
- Tore: 0-1 1.02 Schöpf, 0-2 12.43 Drongowski, 0-3 16.55 Drongowski, 0-4 22.39 Schmidt, 1-4 25.13 Wieczorek, 1-5 28.19 Schöpf, 1-6 32.32 Schöpf, 1-7 32.43 Busboom, 1-8 37.11 Schöpf, 2-8 58.35 Schmitten
- Strafen: Schmitten 2, Kasdorf 2/2, Krysin 2, Wieczorek 2 (KJEC = 10 Minuten); Liersch 2 (Herne = 2 Minuten)
- Austragungsort: Eissporthalle Bergisch Gladbach (Kap. 2.000 davon 500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Spannendes und schnelles Spiel, das leider einige unnötige Unterbrechungen erlebte)

Nordrhein-westfälische Landesmeisterschaften im Eiskunstlauf 2018
- Datum: Samstag, 10. Februar 2018 – Beginn: 10.00
- Wettbewerb: NRW Landesmeisterschaften für alle Altersklassen
- Ergebnisse: siehe hier und hier 
- Austragungsort: Eissportzentrum Westfalen/ Landesleistungszentrum Eiskunstlauf/ Eistanz (Kap. 1.000, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 100
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Ästhetischer Sport, der hier natürlich nicht immer auf höchstem Niveau aber doch sehr ansehnlich praktiziert wurde) Figure skating championships of Northrhine-Westfalia Photos with English Commentary:
a) Figure Skating: Northrhine-Westphalian Championships
b) Ice-Hockey 3rd Under-19 League: Königsborn vs. Herne
c) Ice-Hockey 6th Division: Lippstadt vs. Brackwede
d) Football Friendly: VfL Hörde III vs. FC Roj III
e) Football Friendly: Sarajevo Bosna vs. Kirchlinde
f) Football Friendly: Eichlinghofen IV vs. Eickelborn/ Benninghausen
g) Ice-Hockey 2nd Under-19 League: Dortmund vs. Herford

Es ist Karneval im Rheinland und das heißt, aus Sicherheitsgründen und wegen Hallenbelegungen kaum bis gar kein Sport zwischen Düsseldorf und Mainz. Da man im nicht vom Karneval infizierten Siegerland auch bei geringfügigem Schnee kein Fußball spielt, musste es aber ins Ruhrgebiet und die Soester Börde für Sport gehen. Insbesondere die Sonntagstour war wieder extrem improvisiert, da Spielabsagen auch hier in der Gegend überhand nehmen, sodass in Hagen nicht gekickt wurde – obwohl Platz bespielbar – aber in Dortmund überall und auch bei kürzeren Graupelschauern. Figure skating championships of Northrhine-Westfalia Samstag wollte ich mal wieder eine neue Sportart sehen, also auf zum Eiskunstlauf nach Dortmund. Dort wurde intelligenterweise parallel zum Bundesligaspiel von der Borussia im benachbarten Eissportzentrum gelaufen. Mit so einer Fehlplanung hatte ich nicht gerechnet und da ich oberhalb der 3. Liga fast nichts verfolge, bekam ich um 13.30h erst am Sportplatz an der Diedenhofener Straße (der sollte am Sonntag dann auch besucht werden) einen Parkplatz. Ich schaute mir trotzdem noch über zwei Stunden an, wie der Nachwuchs seine nett anzusehenden Programme auf der Eisfläche in der recht angenehmen und ordentlich gebauten Nebenhalle des Eisstadions darbot. Dann ging es weiter zum Eishockey. Königsborner JEC U19 2:8 Herner EV U19 In Unna steht eine sehr große Eissporthalle mit eindrucksvoller Tribüne für 2.000 Leute und 2.000 Stehplätzen auf den anderen Seiten der Eisfläche. Allerdings gibt es derzeit dort nur Freizeit- und Jugendeishockey von den Königsborner JEC Bulldogs zu sehen. Die Jugendmannschaften sind auch nicht unbedingt die stärksten. Gegen ein renommierteres Team wie den Herner EV gingen die U19-Junioren hier ziemlich unter. Nur weil Herne ihre schwächsten Spieler auch mal ranließ im dritten Drittel hieß das Ergebnis am Ende nur 2:8. Nach 40 Minuten stand es bereits 1:8. Kristall Lippstadt 3:4 SV Brackwede Ich heizte dann über die Autobahn Richtung Soest und fuhr zur Eissporthalle im Ortsteil Möhnesee. Die ist ganz schön gebaut mit einer Sitztribüne mit Holzbänken, aber die steile Tribüne ist von Netzen verhangen, da hier das Geld für Plexiglas oder eine teurere und niedrigere Netzlösung an der Bande nicht reichte. Die Sicht ist absolute Scheiße und dann soll man trotzdem noch 3,50€ für die unterste Liga abrücken. Wenn die Boerde Indianer zwei Ligen höher spielen wird das hier nicht besser sein. Also tat ich so, als sei ich Presse und hielt mich einfach neben der Mannschaftsbank von Gastgeber Kristall Lippstadt (im 20km entfernten Lippstadt gibt es keine Eishalle) direkt an der Bande auf. Da hat eigentlich kein Zuschauer etwas zu suchen, aber sonst kann man keine gescheiten Bilder machen und gestört hat es keinen. An der Sprachbarriere wird es ja nicht gelegene haben, auch wenn fast alle Lippstädter Spieler Russen und Russlanddeutsche waren und selbst an der Kasse vor mir auf Russisch die Karten geordert wurden – es störte einfach keinen, dass da einer außerhalb des Zuschauerbereichs fotografiert...

Gut so! Und auch gut war, dass ich zwar erst zur 9. Spielminute in der Halle war, es aber noch 0:0 stand. Der Gast aus Bielefeld, der SV Brackwede, ging dann kurz vor der Drittelpause in Führung und in einem ganz flotten Spiel zogen sie bis auf 1:4 davon, ehe die Lippstädter auf 3:4 herankamen und es noch einmal spannend und hitzig wurde. Richtig hitzig wurde es jedoch erst nach Spielende: beim Abklatschen der Mannschaften gab es zwischen Bielefelder und einem Lippstädter Shake-Hands in die Fresse, was ich so nach Spielende auch noch nicht gesehen habe. Aber die scheiß Russen können halt nicht verlieren... Und lautem Geschrei „verpiss dich du Mistvieh“ rammelten die beiden dann mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe belegten Akteure zur Kabine. Kristall Lippstadt 3:4 SV Brackwede VfL Hörde 1912 II 3:4 FC Roj Dortmund III Sonntag wie gesagt Improvisation: am Morgen die ersten Absetzungen im Siegerland, wie erwartet wurde auch von dem lächerlichen Oberligisten Kaan-Marienborn das Spiel abgesagt, da es leicht auf den Kunstrasen schneite. Der Hartplatz vom TSV Dahl II war auch bespielbar, es schneite ja nicht einmal, dennoch hatte die Dreckstruppe oder der dumme Schiri oder wer auch immer keinen Bock auf einen Kick – wäre den Idioten das schon um 10 Uhr eingefallen und nicht erst um 12, wäre ich auch nicht den langsameren Weg über Hagen gefahren und nicht erst zur 10. Minute in Dortmund gewesen. Aber Dortmund, so hässlich diese Stadt auch ist – es ist einfach eine tolle Fußballstadt: auch bei Wind, Regen und Temperaturen um den Gefrierpunkt wurde hier bei einem Freundschaftsspiel gefoult, gepöbelt und getroffen!

Im Goystadion fing die Tour dann richtig an. Das Goystadion ist fast 100 Jahre alt, hat ein eindrucksvollen aber zugespraytes Portal und sehr symmetrische ovale Stehränge rundherum laufen. Der Hartplatz ist mittlerweile ein Kunstrasen. Die Häuser drumherum sehen furchtbar aus, sind zum Glück aber von Bäumen weitestgehend verdeckt, die offenbar so alt wie das Stadion selber sind. Die II. von VfL Hörde 1912 spielte gegen die III. vom kurdischen FC Roj. Die Gäste waren bereits in Führung gegangen, die erste Szene die ich sah, war ein Streit um einen Einwurf, bei dem einem der Spieler der Ball ins Gesicht geworfen wurde... Mitte der ersten Halbzeit drehte Hörde auf 2:1, danach jedoch wieder zwei Treffer der Kurden, die auch mehrere deutsche Spieler hatten. Eine Zwangsauswechslung für einen Hörder, der eigentlich gelb-rot gesehen hätte, gab es auch noch – da bepöbelte sich diese typische Ruhrpottproletenmannschaft fleißig untereinander. Herrlich; so will ich das hier sehen! Nach der Pause ebbte die Partie erheblich ab, Hörde glich mit einem Billardtor aus. Kurz vor Schluss aber der nicht unverdiente Siegtreffer für die Gäste von Roj Dortmund III. VfL Hörde 1912 II 3:4 FC Roj Dortmund III Einen Treffer mehr gab es dann an der oben schon mal erwähnten Diedenhofener Straße zu sehen. Das 1:0 war auch hier schon gefallen und als ich kam, war gerade der Gastgeber Sarajevo Bosna hinten rein gedrängt vom Gast aus Kirchlinde. Die erzielten gegen die athletischere, aber technisch, schusstechnisch und spielerisch schwache bosnische Mannschaft drei Tore zum 1:3 und nach der Pause schnell das 1:4. Nach zwei gut gemachten Toren der Gastgeber erzielten sie auch noch das 3:5. Der Sportplatz ist hier nicht schlecht, aber wenig spektakulär: ein Kunstrasen in einer Senke, ein bisschen Graswall, ein bisschen Industriepanorama, die Autobahn dröhnt hinter den hässlichen Mehrfamilienhäusern. FC Sarajevo Bosna 3:5 DJK Westfalia Kirchlinde Da der Schiri zu spät war, sah ich beim dritten Fußballspiel des Tages dann doch schon das erste Tor. Auch bei Eichlinghofen IV gegen die aus dem Kreis Lippstadt angereiste SG BW Eickelborn/ GW Benninghausen fiel das Tor früh: bereits nach 30 Sekunden war der Gast in Front. Der Ausgleich erfolgte nach rund 4 Minuten – dann pfiff plötzlich irgendein Schiri von außen das Spiel ab, latschte aufs Feld und nahm erst mal die Daten auf. Was ich nicht bemerkt hatte: die beiden Teams hatten, da sie befürchteten, der junge Mann mit der Pfeife würde gar nicht mehr aufkreuzen, bereits nach 10 Minuten Wartezeit das Spiel ohne Schiedsrichter angefangen... Es ging dann munter weiter, zumeist auf das Tor der Gastgeber und mit 1:4 ging es – scheinbar entscheiden – in die Pause. Doch da wurde hemmungslos durchgewechselt und Eichlinghofen IV zog plötzlich voll an, der Gast kaum noch vorm Tor – und am Ende stand ein 6:4 für Eichlinghofen zu Buche!

Die Sportstätte hier, so ganz am Rand von Dortmund, ist sehr originell. In der Tat stehen da viele Eichen rum, es gibt zwei kleine Tribünen, teils mit Sitzen, zumeist mit Stehrängen und v.a. einer auffälligen Dachkonstruktion. Das Sportlerheim ist schön künstlerisch gestaltet. Bestes Kunstobjekt ist jedoch die Kreidekarre, mit der der Platzwart früher den Hartplatz abmarkierte: die ist jetzt außer Betrieb, da ein Kunstrasen nicht abgekreidet werden muss, auf einem Container neben dem Eingang montiert und wir bei Dunkelheit auch noch angestrahlt! TuS Eichlinghofen IV 6:4 Blau-Weiß Eickelborn/ Grün-Weiß Benninghausen Beste Sportanlage des Wochenendes und guter Abschluss war dann das Eishockeyspiel in der Haupthalle des Eissportzentrums Westfalen. Das ist keine richtige Halle, da die Anlage halb offen ist und eher ein Eisstadion. Die Steh- und Sitztribünen sind ästhetisch und verschachtelt angelegt. Die Kneipe, durch die man entgegen der dümmlichen Beschilderung die Halle betreten kann, ist erheblich wärmer als das zugige Eisstadion... Heute spielte hier die U19 der Eisadler Dortmund. Gegen den EC Herford gerieten sie recht bald ins Hintertreffen: 0:2, 1:4, am Ende ein 2:4 in einem ganz guten Spiel, das ich an der sehr sauberen Plexiglasscheibe hinter dem einen Tor verfolgte. Dortmunder Eisadler U19 2:4 Herforder EV U19 Statistik:Sa+So
- Grounds: 2.113 (3+4; diese Saison: 132 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.269 (3+4; diese Saison: 164)
- Tourkilometer: 580 (340+240km Auto)
- Saisonkilometer: 34.650 (22.390 Auto, davon 4.280 Mietwagen/ 10.460 Flugzeug/ 1.800 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 62 [letzte Serie: 108, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 602 Wochen.

Montag, 22. August 2011

W264IV: Peinlich, peinlicher, MBC Halle – oder: Wie man 45 Minuten gute Leistung mit Unfähigkeit und Unsportlichkeiten zerstört

MSF Tornado Kierspe [7:5] 1. MBC 70/90 Halle
Datum: Sonntag, 21. August 2011 – Anstoß: 15.30
Wettbewerb: 1. Motoball-Bundesliga, Staffel Nord
Ergebnis: Spielabbruch beim Stand von 7:5 nach 79 Min. (reguläre Spielzeit: 80 Min.) nach 3. Platzverweis für Halle und Tätlichkeiten gegen die Schiedsrichter
Viertelergebnisse: 1:2, 2:1, 3:1, [1:1]
Tore: 1-0 5. Friedrich (16m), 1-1 9. Hellwig, 1-2 11. Wochatz, 1-3 31. Hellwig (16m, Überzahl), 2-3 38. Hofmann, 3-3 39. Hofmann, 3-4 45. Hellwig, 4-4 47. Hofmann (11m), 5-4 58. Hofmann (Überzahl), 6-4 60. Meier, 6-5 76. Reich (3 geg. 3), 7-5 78. M. Kumpf
Vergebene 11m: 75. Tornado-Torwart wehrt Strafstoß ab
Grüne Karten (2 Minuten): Meier, Friedrich (Kierspe), Hellwig, Wochatz (Halle)
Gelbe Karten (5 Minuten): Kumpf, Meier, 2x Hofmann (Kierspe), 2x Reich, 2x Wochatz (Halle)
Platzverweise: Betreuer (31. Meckern/ Verweis auf Tribüne), Trainer (31. Meckern/ Verweis auf Tribüne), Hofmann (75. wiederholtes grobes Foulspiel) [Kierspe], Hellwig (68. Beleidigung), Reich (79. Foul + Schiedsrichterbeleidigung), Wochatz (79. Foul + Schiedsrichterbeleidigung) [Halle]
Spielort: Motoballstadion Kierspe (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 130 (Gästefans: 6, Zaungäste: ca. 10)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz schwer zu bewerten: langweilig war es nie, Action war auch genug – aber die schwächere Mannschaft gewann und die spielerisch bessere Mannschaft führte sich vor allem in der 2. Hälfte total bescheuert auf)
Photos and English version:
b) MOTORCYCLE-FOOTBALL: TORNADO KIERSPE V MBC HALLE
(MATCH SUSPENDED IN 79’ AFTER 3 PLAYERS OF MBC SENT OFF AND FIGHTS BROKE OUT ON THE PITCH)
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Zum ersten Mal besuchten wir die halleschen Motoballer bei einem Auswärtsspiel. Beim etwa gleichstarken Club „Tornado“ aus Kierspe, dem schwächeren der beiden Vereine aus dem Sauerland (MBC ist leistungsstärker), fand an diesem Sonntag ein eher unbedeutendes Spiel statt – beide hatten die Play-offs knapp verpasst – in dem die Spieler aber (bis auf den Gästetorwart) so auftraten, als sei es ein Halbfinalspiel.

Bevor wir in Kierspe aufkreuzten, besichtigten wir noch die Altstadt von Soest und die Burg Altena. Soest ist eine der ganz, ganz wenigen sehenswerten Orte in Nordrhein-Westfalen. Ich kann zwar immer noch nur wiederholen, wie hässlich und scheiße ich NRW finde, aber ein paar positive Ausnahmen – zumindest was die touristischen Sehenswürdigkeiten betrifft – gibt es selbst da: die Soester Altstadt ist fast bausündenfrei und hat etliche schöne Fachwerkhäuser und zwei spektakuläre hintereinander platzierte Kirchen zu bieten. Altena hingegen ist so ein typisches NRW-Kaff, aber hat dafür eine sehr spektakuläre und hervorragend erhaltene bzw. rekonstruierte Burg zu bieten. Nur wenn man die Landschaft – gerade im Lennetal, z.B. um den Höhenzug mit dem schönen Namen Wixberg herum – so sieht, ärgert es einen noch mehr, wie die Eingeborenen hier alles mit ihren minderwertigen und hässlichen Ein- und Mehrfamilienhäusern zersiedeln: die bewaldeten Höhenzüge mit teils schroffen Felsen und vielen Bach- und Flussbetten wären schon mit einer um 50% reduzierten Bebauungsdichte (das würde etwa der Dichte des Burgenlandkreises entsprechen) viel schöner anzusehen.
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Kierspe ist dann natürlich so ein typisches Nest in NRW mit hässlichster Architektur und viel Gewerbe sowie Industrie in der Umgebung. Dass die nicht schön aussieht, ist ja kein Problem: Industrie muss Leistung bringen, nicht gut aussehen. Aber die Arbeiter(wohn)städte könnte man doch auf das Niveau von Leuna bringen – da gibt es nicht eine Stadt in NRW die das wäre. Jedenfalls ist das Motoballstadion das Beste an diesem trostlosen Ort. Gut ausgeschildert liegt es an einem Gewerbegebiet. Die bewaldeten Berge sind zum Greifen nah. Richtige Ausbauten hat der mit einer erhöhten Betonumfriedung umrandete Hartplatz nicht. Man stellt sich halt auf den Betonboden. Vom Balkon des Vereinsheims oder dem Sprecherturm hat man den besten Überblick. Apropos Vereinsheim: Catering ist zwar etwas teurer aber etwas besser als in Halle und der Eintritt mit 4,50€ (3,50€ Studenten, Schüler, Rentner) ebenfalls leicht höher.

Wir kamen erst 30 Sekunden vor Anpfiff an die Kasse gelaufen und kaum hatten wir uns Plätze ausgeguckt, dann klingelte es schon im Kasten: ein starker Freistoß der Gastgeber und es stand 1:0. Innerhalb von zwei Minuten gingen die Gäste allerdings in Führung und hielten den Vorsprung bis in die erste Pause, da sie die aktivere und bessere Mannschaft waren. Die junge Mannschaft von Tornado (einige sind noch keine 20 Jahre alt) foulte etwas zu viel – wohl v.a. aus Ungeschicktheit (aber auch einfach nur Undiszipliniertheit: einmal gab es Gelb, weil einer einfach mal einen Hallenser, der den Ball sperrte, vom Motorrad stieß – obwohl er bereits Freistoß für seine Kiersper Mannschaft erhalten hatte) und konnte Halle kaum unter Druck setzen.

Im zweiten Spielabschnitt sah das schon anders aus: Halle erzielte zwar mit einem herrlichen Freistoßtor – volle Bude in den Winkel gezimmert! – das 1:3 und Betreuer wie Trainer von Tornado maulten ungerechtfertigterweise die Schiedsrichter an (der Verweis auf die Tribüne folgte auch gleich), doch zwei schnelle Tore kurz vor dem Seitenwechsel (von denen zumindest das letzte haltbar war) machten den Vorsprung zunichte.

Nachdem der Traktor noch mal den Platz bewässert hatte, gelang Halle bis zur 45. noch die ein oder andere gute Aktion – so erzielten sie einen weiteren Treffer zum 3:4 – doch dann nahmen die Undiszipliniertheiten und Unsportlichkeiten zu. Ein Elfmeter für Kierspe wurde sicher verwandelt. Ein weiterer Treffer zur erneuten Führung fiel nur, weil sich a) mal wieder ein Feldspieler nicht zusammenreißen konnte und foulte sowie reklamierte und deshalb gelb sah (d.h. 5 Minuten Runterstellung) und b) der Torwart einfach völlig unfähig ist. Leider stand den Hallensern nur der zweite Ersatztorwart zur Verfügung, der mit seinem hohen Alter nicht eine torwartübliche Bewegung ausführen zu können scheint. Das 6:4 war ein richtig grober Torwartfehler. Bis zur dritten Pause versagten dann die Stürmer der Hallenser ein ums andere mal – und wenn sie mal eine gute Szene zeigten, dann parierte der hervorragende Kiersper Torwart auf sehr guter Art und Weise.

Im letzten Viertel gab es dann nicht nur mehrere bescheuerte Aktionen der Gastgeber, die ungestüm und teilweise augenscheinlich mit Verletzungsabsicht in den Gegner fuhren (die Schiedsrichter bestraften das auch fair und konsequent), sondern einen völlig Niveaulimbo der Hallenser. Außer einem billig erzielten fünften Treffer war das nur noch Scheiße: nach dem gröbsten Foul der Kiersper (der eine Idiot ruppte da den Hallenser derartig um, dass die Maschine leicht abhob und mehrere Meter durch den Strafraum ledderte) bekamen sie den verhängten Elfmeter nicht ins Tor, weil der viel zu mittig geschossen war. So einen Strafstoß hält höchsten der zweite Ersatzmann des MBC nicht, aber so ein guter Torhüter wie der von Tornado ohne groß zu zucken. Kurz darauf stand es nach einem weiteren Ball, den der Torwart hätte haben müssen (ja, MÜSSEN!) 7:5.
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Aber wenn es nur das spielerische Niveau der Hallenser gewesen wäre! Sie waren ja das ganze Spiel über aktiver und hatten mehr Ballbesitz und mehr Chancen. Mit ihrem richtigen Torwart hätte es nicht 7:5 sondern 3:5 oder 4:5 gestanden. So eine Notelf mit dünnster Besetzung ist halt Pech – wenn es nur ein Personalproblem gäbe, würde ich mich auch nicht so aufregen. Aber das disziplinlose und unsportliche Verhalten war einfach nur das Letzte. Die Beschimpfungen gegen die teilweise übertrieben hart spielenden Gegenspieler sind ja OK, aber nicht die ständigen Meckereien gegenüber den diesmal souveränen und guten Schiedsrichtern. Dann bringen es diese Vollidioten vom MBC auch noch eine knappe Minute vor dem Ende fertig, nach einem gelbwürdigen Foul so lange rumzupöbeln, die Schiris anzumachen und einen Gegenspieler anzugehen, bis völlig berechtigterweise drei Leute auf einmal runter gestellt sind. Das heißt definitiv Spielabbruch, da 4 gegen 2 bzw. 2 gegen 2 Feldspieler das Minimum ist. Und anstatt einfach noch pöbelnd heeme zu fahren, zettelten die Tumult auf dem Platz an. Gewisse (keineswegs unbeschriebene Blätter) vom MBC drehten dann voll am Rad: einer schubbte den einen Unparteiischen zu Boden und dann boxte im Chaos ein zweiter den zweiten Schiri um. Allerdings habe ich die zweite Szene nur aus den Augenwinkeln gesehen, sodass ich in den Diskussionen (Faustschlag, Kopfstoß oder mit der Maschine gerammt – die Wahrnehmungen gingen bei Leuten von Tornado denen ich zugehört hatte auseinander) nichts sagen konnte. Der Tumult beruhigte sich schnell, aber der zweite Schiri kam nicht mehr ohne Hilfe auf die Beine. Sogar der Notarzt bekam dadurch noch seinen sonntäglichen Einsatz.

Gerade um diese souveränen Schiedsrichter ist es schade, dass sie heute so behandelt wurden - nicht nur von Halle, auch Kierspe benahm sich oft reichlich bescheuert. Die beiden Schiris pfiffen so gut wie keine nicht-nachvollziehbare Entscheidung und griffen hart aber gerecht durch. Die Unsauberkeiten und dummen Bemerkungen der Heimmannschaft ließen sie ebenso wenig durchgehen wie die im letzten Viertel einfach nur komplett beschrubbten Aktionen der Gäste. Die einzige klar ersichtliche Fehlentscheidung – allerdings eine unbedeutende Einwurfentscheidung – kam von einem der beiden Linienrichter; und dann auch noch von der Linienrichterin aus Halle...

Nach diesem derart peinlichen Auftritt der hallenser Motoballer kann ich nur sagen, dass wir drei die nächsten zwei, drei Spielzeiten kein weiteres Spiel des MBC gucken. Eine Saison davon bin ich eh im Auslandssemester weg und die anderen ein, zwei gucken wir halt je drei, vier Spiele bei ganz anderen Vereinen. Vielleicht gucken wir erstmal nach und nach bei jedem der 12 oder 13 anderen Motoballstadien und -vereine vorbei. Wenn sich da eine Mannschaft so abartig aufführt wie Halle heute, dann ist das für einen neutralen Zuschauer noch ganz lustig. Wenn das eine Mannschaft, mit der man sich identifizieren kann, so macht, ist das einfach nur peinlich und zum Kotzen. Wenn die Schiedsrichter die Hallenser massiv benachteiligt hätten, kann man solche Attacken guten Gewissens herunterspielen – aber verschoben wurden die Hallenser nun wirklich nicht. Auch wenn sie es wohl nicht einsehen werden. Vielleicht sind sie ja in zwei, drei Jahren reif genug, sich auf dem Motoballplatz im Rahmen des Normalen zu gebärden: Fouls, Pöbeleien oder mal ein handfester Streit unter Spielern sind ja alles Dinge die dazugehören und die OK sind – aber so was wie heute, erst einen Spielabbruch provozieren und dann Schiedsrichter (die einfach nur im Recht waren) attackieren, ist einfach unter aller Sau.
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Statistik:
Grounds: 615 (heute 1 neuer; diese Saison: 22 neue)
Sportveranstaltungen: 1.342 (heute 1, diese Saison: 25)
Tageskilometer: 870 (870 Auto)
Saisonkilometer: 3.260 (2.550 Auto/ 710 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 60
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 264