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Montag, 9. März 2009

WE136II: HFC auch im Landesderby erfolgreich - Seit 21 Spielen unbesiegt und seit 8 Spielen ohne Gegentor - Fans sorgen für langen Stadionaufenthalt

Hallescher FC 1:0 1. FC Magdeburg
Sonntag, 8. März 2009 - Anstoßzeit 14.15
Regionalliga Nord (4. Liga, Halbprofiliga)
Ergebnis: 1:0 nach 92 Min. (45/47) - Halbzeit 1:0
Tor: 26. Markus Müller
Verwarnungen: HFC; David, Lachheb - FCM; Braham, Vujanovic, Gewelke, Rosin
Platzverweise: David; HFC, 78. wiederholtes Foulspiel
Besondere Vorkommnisse: a) Anpfiff erfolgte mit 15 Minuten Verspätung wegen enormen Zuschauerandrang, b) Halbzeit dauerte wegen Pyro-Einlagen beider Fankurven 30 Minuten, c) Spielunterbrechung von 15 Minuten in 75. aufgrund von Handgreiflichkeiten im Gästefanblock
Stadion: Kurt-Wabbel-Stadion (Kap. 13.322, davon 4.072 Sitzplätze)
Zuschauer: 10.851 (3.000 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (ziemlich unterhaltsam - Spielqualität 6,0/10; Atmosphäre 7,5/10)

Im Vorfeld des Spiels versuchte die im Raum Halle/ Merseburg gängige Presse ungewohnt sachlich zu bleiben, anstatt Ängste zu schüren, wobei die MZ im Sportteil beispielsweise auf das bunte Ausmalen des Szenarios, die menschenfressenden Horden so genannter FCM-Hooligans werden ganz Halle niederbrennen, verzichtete, und stattdessen mehr die 0815-Meldungen brachte. Eine davon ist die der zwei Hoffenheimer Spieler, die zu spät zur Dopingkontrolle kamen.
An dieser Stelle sei aber auch erwähnt: stark, dass der MZ-Kommentator, der seine Gedenken zum fraglichen Artikel äußerte, es sich nicht nehmen lies, den „Skandal“ gelassen zu betrachten. Nur hätte er auch auf den eigentlichen Skandal, nämlich das Verhalten von DFB, DFL, FIFA und WADA, hinweisen sollen. Reine Wichtigtuerei und Mediengeilheit! Man denke nur an das System „ADAMS“ und entsprechende Regelungen, dass die Sportler 365 Tage im Jahr für diese rechthaberischen Hansel von Dopingärzten zu jeder Unzeit antanzen müssen, was von Tennisprofi Rafael Nadal ua. mit „Verfolgungswahn“ kommentiert und von Peter Schaar (Bundesbeauftragter für Datenschutz) ua. wegen ,,lückenlose[n] Aufenthaltskontrolle[n], unzureichende[m] Datenschutz und Generalverdacht gegen Athleten“ kritisiert wurde. Dass viele Fans auch noch auf die Dopinghysterie eingehen, ist wirklich bedenklich. Eigentlich wäre das Thema einen eigenen Blog-Eintrag wert, doch mit derlei Scheiße will ich mich eigentlich nicht befassen - wer so hohl ist, die Tätigkeit der WADA widerspruchslos zu befürworten oder Strafen für die zwei Hoffenheimer Kicker fordert, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen.

Beim Einlass war dann eine weitere Krankheit des Sports Nr. 1, der Sicherheitswahn, zu beobachten: die Einlasskontrollen wurden zwar von recht anständigen und keineswegs provozierend oder arrogant auftretenden Ordnern (um ein Vielfaches angenehmer als in der verkommenen Bundesliga!) durchgeführt, doch das derartig pingelig, dass das Spiel mit 15 Minuten Verspätung beginnen musste. Wir standen auch immerhin fast 30 Minuten vor den Stadiontoren, obwohl wir ganze 70 Minuten vor Spielbeginn erschienen waren.

Die erste Halbzeit des Spiels wusste bis zur 25. durch rein gar nichts zu überzeugen. Was die beiden Mannschaften da spielten, war so derartig beschissen, dass ich mich da nicht länger dran aufhalten will, da ich jeden einzelnen Spieler, außer einige Abwehrspieler und den Torwart des HFC kritisieren müsste, was die Quote an Schimpfworten und Kraftausdrücken in meinem Bericht noch enorm steigern würde. Und die Quote wird schon hoch genug... Nur so viel: bis zur 25. hatte der FCM eine und der HFC gar keine Torchance und das Spielniveau war bestenfalls Alte Herren Freundschaftsspiel, wobei ich auch schon Spiele der Ü-40 gesehen habe, die besser waren, als diese ersten 25 Minuten.
Als diese dann endlich verstrichen waren, hatte der HFC seine erste richtige Chance im Spiel. Die Abwehr des FC Magdeburg bekam eine gut hereingebrachte Ecke, die von Markus Müller per Kopfball aufs Tor gebracht wurde, nicht mehr heraus. Das 1:0 für die zu diesem Zeitpunkt des Spiels (geringfügig) noch schlechtere dieser beiden sehr schlechten Mannschaften.
Nach diesem Tor ging aber ein Ruck durch beide Teams und in den nächsten 20 Minuten bis zur Pause zeigten sie mit Fouls wie auch mit stark geführten Zweikämpfen und Laufduellen, dass sie den Fans dann doch noch etwas zeigen wollten.
Während die ersten 25 Minuten eine Spielbewertung von 0,5/10 (totale Scheiße) verdienten, muss man den Minuten 26-45 eine Bewertung von 4,0/10 (leicht unterdurchschnittlich) gewähren.

Die zweite Halbzeit, die aufgrund einer ordentlichen Pyro-Show beider Fankurven (mehr siehe übernächster Abschnitt) später anfing, verdiente dann eine Spielbewertung von durchgängig 7,0/10 (gut). Denn nicht nur die Fans brannten von Zeit zu Zeit Feuerwerk ab, sondern im übertragenen Sinne auch die Spieler. Es blieb engagiert und hart, und nun drängte der FC Magdeburg viel mehr aufs Tor als der Hallesche FC. Doch die Gastgeber zeigten im Duell 2. gegen 3. warum sie vor den Gästen stehen: ihre Abwehr ist einfach noch einen Tick besser. Der Sturm, der meisten grottenschlecht ist, aber von Zeit zu Zeit auch mal seine Lichtblicke hat, ist zwar kaum Oberligareif, doch die Abwehr hat schon ein beachtliches, bundesligataugliches Format. Der aus Monastir stammende Tunesier Lachheb hat seine Kollegen schon gut im Griff und zeigt selber oftmals ziemlich gute Spiele und der fast 36jährige kroatische Torwart Darko Horvat hält seinen Kasten in vielen Spielen sauber. Nur 8 Gegentore in 21 Spielen ist hervorragend, doch selber nur 24 Tore in 21 Spielen zu erzielen, ist Niveau unteres Mittelfeld. Spiele des HFC sind also zumeist ein Graus für Freunde wilden Offensivfußballs. Aber den bot, vor allem ab der 60. und noch mal eine Spur schärfer ab der 78. aufgrund eines nicht unberechtigten Platzverweises für Pavel David, ja immerhin der 1. FC Magdeburg. Belohnt wurde er allerdings nicht, obwohl ich in der 91. Minute den Ball, der aus 20 Metern aus ruhender Lage an den von Horvat aus gesehen rechten Innenpfosten klatschte, schon ins Tor springen sah. Ich dachte in den Sekundenbruchteilen nach dem Pfostentreffer schon an die Wutausbrüche der Fans gegenüber von uns, doch dann sah ich, dass der Ball die Torauslinie entlang rollte. Kurz darauf war dann auch Schluss und die Spieler der Heimmannschaft konnten sich von ihren Fans feiern lassen.
Das Schiedsrichtergespann verdient zu allererst eine Erwähnung, da sie aus Stuttgart kamen um dieses Spiel zu leiten, dann, weil sie auch Bundesligaspiele leiten, und schließlich, weil sie mich immer wieder an den Rande regionalrassistischer Sprüche brachten, mit ihrem kleinlichen Gepfeife. Da mir aber die Baden - besonders im Umfeld des KSC - mit ihren hirnverbrannten Slogans wie „Badener ist das Höchste, was ein Mensch werden kann“ noch viel mehr zuwider sind, als ihre Stuttgarter und andere Rivalen aus Schwaben, verzichtete ich darauf, mich auf das Niveau „Haut die scheiß Schwaben-Schaben vom Feld“ herabzulassen. Die drei, die jede gleiche Höhe als Abseits stoppten und das Spiel viel zu lange anhielten bei den Pyroaktionen, hießen übrigens Marcus Schmidt, Stefan Lupp und Michael Karle.
Größte Unverschämtheit von ihnen war allerdings folgende: nach 27 Minuten Lachhebs Magdeburger Landsmann Braham berechtigterweise Gelb zeigen, sich dann aber in schöner regelmäßig von diesem Bauern aus Bembla nerven lassen, der Gegenspieler provozierte, foulte und zudem regelmäßig Elfmeter oder Karten forderte, ist höchst inkonsequent. Es sei übrigens noch erwähnt, dass Lachheb und Braham sich nicht besonders gut leiden können. Während andere Spieler des Halleschen FC bzw. des FC Magdeburg nach Abpfiff sich die Hand gaben, meckerte Braham noch auf die Schiedsrichter ein und Lachheb ging an Braham vorbei. Beide ignorierten sich. Im Hinspiel waren sie ja auch recht heftig aneinander geraten.

Nun zu dem Punkt, ohne den ich nie zu diesem Spiel gegangen wäre: den Fans. Wie eingangs beschrieben, blieb die Presse recht sachlich und schon einmal vorweg: Respekt an den mdr für einen an Sachlichkeit und Richtigkeit kaum zu überbietenden Artikel.* Da wurde mal wirklich drauf verzichtet, über „sogenannte Fußball-‚Fans’“ herzuziehen und stattdessen sachlich daraufhin gewiesen, dass die Ordner in einem Punkt versagten.
Wie auch immer, erstes Highlight war die Choreo der Heimfans. die rechtzeitig zum Einlauf der Mannschaften entrollt und bis kurz nach Anpfiff hochgehalten wurde. Immer wieder stark, wie Leute - also: Ultras - Stunden um Stunden aufwenden, um dann zwei, drei Minuten, teils sehr aufwendige, für den Einmalgebrauch bestimmte Kunstwerke zu zeigen.
Von mir aus gesehen auf der linken Seite 12 rote, etwa zwei Meter breite Folienstreifen, auf der rechten dasselbe in weiß. Damit sind die Vereinsfarben abgedeckt und zudem noch eine Anspielung auf: der 12. Mann - die Fans. Dazwischen im oberen Bereich rote und weiße Papptafel, darunter im unteren Bereich eine schwarz-weiß karierte Flagge, auf der, teils nach oben überstehend, zwei Schachfiguren - ein roter König und ein blauer Bauer gezeigt werden. Rechts und links oberhalb in vier stilisierten Uhren auf Goldgrund die Ergebnisse der beiden letzten Aufeinandertreffen: 4-3 (nach Elfmeterschießen) und 2-1. Am Zaun dann ein Spruchband auf schwarz-weißen Karos gerahmt von roten und weißen Flächen: „König schlägt Bauer.“ Nicht zuletzt auch auf den üblichen Schmähspruch „die Bauern aus Magdedorf“ bezogen.
Die Bauern - ähm: Fans - aus Magdedo... -burg hatten leider keine Choreo (möglicherweise verboten worden, wenn ja, ist es natürlich eine Unverschämtheit, dass auf der HFC-Website deswegen über die „Langweiligkeit“ der Gästefans hergezogen wird) und glänzten bis zur Pause nur mit einer Schalparade und mittelmäßig lauten Standardanfeuerungen. Dasselbe tat dann auch der Heimanhang: Standardanfeuerungen. Und mal wieder nur die Kurve. Einzig beim Wechselgesang „Chemie - Halle“ gingen die Sesselfurzer auf der Haupttribüne (die aktiveren Fans von Gate A und Mücheln im Block A sind damit nicht gemeint**) und die Spießer in unserem Block mit. OK, sonst gingen wir beide ja auch nicht, ab mangels Stimmung direkt um uns herum.
Pünktlich zur zweiten Halbzeit - sehr absehbar - ging es in beiden Kurven gut ab: eine ordentliche Feuerwerksshow auf beiden Seiten.
Die Gästekurve mit grün-blau-rot-weißen Rauchbomben - Zitat einer Kutte neben mir: „Ach diese dummen Hunde!“, Bemerkung von meinem Vater zu ihm: „Kommt wenigstens Farbe ins Spiel!“ - und die Heimkurve untermalte dutzende Doppelhalter mit einem guten Dutzend Bengalfackeln.
Der Schiedsrichter rief lächerlicherweise beide Mannschaften in die Kabine und verzögerte den Wiederbeginn somit um 15 Minuten und der Stadionsprecher vergeigte sein Ansehen bei mir, indem er sich nicht entblödete, die (natürlich aus guten Gründen verbotene) künstlerische Darbietung mit Gesülze zu stören. Für den Spruch mit den „Idioten“ sollte er eigentlich eine ordentliche Schelte kriegen, da es sich um eine direkte Beleidigung handelt. Und wenn der Stadionsprecher die Gästefans - oder auch nur einen Teil von ihnen - als „Idioten“ dahinstellt, ist es eine ganz andere Sache, als wenn ich hier in meinen Texten derlei Worte benutze. 1. Verantwortungslos, da die Stimmung anheizend und 2. an der Grenze zum Tatbestand der Beleidigung.
Bis zur 75. blieb es fantechnisch höhepunktslos - einzig ein paar Spruchbänder, gegen Datenmissbrauch, für die HFC-Fanszene und in Erinnerung an einen verstorbenen Fan, wurden von der Heimseite entrollt - doch dann sorgten die Ordner für ein zweifelhaftes Highlight. Ein Magdeburger Fan regte sich über Spieler und Linienrichter auf und - um zu provozieren - kletterte er auf den Zaun und pöbelte herum. Es bestand keinerlei Grund für den Ordner - eigentlich müsste man „so genannter ‚Ordner’“ schreiben - den Fan, der auf der zur Stehtribüne hin liegenden Seite herumkletterte, mit einem Faustschlag*** vom Zaun zu hauen, sodass dieser mit dem Hinterkopf auf den zwei Meter tiefer liegenden Betonboden aufschlug. Wenn der Fan wirklich über den Zaun gesprungen wäre (höchst unwahrscheinlich), hätte ihn man problemlos und mit Recht in der Polizeikette abgefangen und festgenommen. So entwickelte sich ein Handgemenge - nicht unbedingt mit Recht, aber völlig nachvollziehbarerweise - im Gästesektor. Das war den schwäbischen Weicheiern natürlich zu wild und wieder hieß es 15 Minuten Pause, was natürlich auch mit der Pyrotechnikaktion, die die geklaute HFC-Fanatics-Fahne in Rauch aufgehen ließ, zu tun hatte.
Als dann abgepfiffen wurde, jubelte der ganze Heimbereich und am Heimfanblock wurde ein Transparent entrollt, dass sich auf die Choreo vorm Anpfiff bezog:

„Schach matt!“

*Leider nicht so gelungen ist das Video unten: a) interessiert keine Sau, was der DFB-Spielbeobachter zu seiern hat, zumal der nur mal die Glotzen hätte aufmachen müssen: da muss nichts geprüft werden, das haben genug Leute im Stadion gesehen, b) weiß ich nicht, wo der FCM-Trainer bisher Fußball gespielt und trainiert hat, dass er so etwas noch nie erlebt haben will und c) ist das Video mal wieder unnötig dramatisierend. Einzig das asozialen Verhalten von Braham (Der Bembla-Bauer zu HFC-Spielern: "Ihr Arschlöcher!") lohnt sich im Video zu beachten.

**Zitat zu den Fans in Block A von Kirps: „Ich setze mich in Block E. In A sind die ganzen Chaoten!“ - Meine Bemerkung dazu: ,,Ja, ja... Und Reizenstein ist der größte Chaot! Heizt da die Stimmung übelst an...“ (Die betreffenden Personen wissen, was gemeint ist). Der „Ober-Chaot“ meinte nach dem Spiel übrigens zu uns: „Ach so, ja: die Kleenen hab ich bei der Schwiegermutter abgegeben. Denen kann man noch nicht so ein Spiel antun.“ Damit hatte er übrigens vollkommen Recht. Zumindest in der Heim- und der Gästekurve und in Schussweite der Gästefans haben die U-14 Jungs und Mädels meines Erachtens nichts zu suchen. Von den vielen Neuerungen, die der moderne Fußball brachte, sind zwar meines Erachtens 90% Scheiße hoch drei, doch die Familienblöcke oder Kindersektoren sind in vielen, auch keineswegs kommerzialisierten Ligen Gang und Gebe. Und das zu Recht!

*** Hab's aus der Entfernung als Faustschlag wahrgenommen. War allerdings ein Zerren und Stoßen am Bein. Mittlerweile hat sich ein ehrlicher Redakteur des mdr um die Verwertung der Amateuraufnahmen dieser Szene gekümmert. Also wer mir die Beschreibung nicht glauben will: bitte mal hier den lieben, guten Ordnungshüter ansehen!

Statistik:
Ground Nr. 283 (kein neuer Ground; diese Saison: 53 neue)
Sportveranstaltung Nr. 764 (diese Saison: 131)
Tageskilometer: 30 per Rad
Saisonkilometer: 18.150; also 9.270 Auto/ 3.060 Fahrrad/ 2.960 Flugzeug/ 2.860 Bahn
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 3
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 136

Fotos unter:
http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/090308%20HALLESCHER%20FC%201-0%20FC%20MAGDEBURG/

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Samstag, 20.12.08: Mit dem D-Zug zu den beiden tunesischen Volkssportarten: Fußball und Steinewerfen

http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/081220a%20Sousse%20-%20Weltkulturerbe%20Altstadt/ http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/081220b%20ETOILE%20DU%20SAHEL%200-1%20ESPERANCE%20DE%20TUNIS/ Es war mal wieder richtig frühes Aufstehen angesagt: 4.30 Uhr. Eine Stunde später waren wir am Hauptbahnhof und kauften uns Karten für eine Zugfahrt Tunis - Sousse - Tunis. Zwei Personen, Direkt-Zug, 2. Klasse, 2x150km: 13€. Absolut pünktlich um 6.00 ging es gen Süden. Bis 7.00 erkannte man beim Blick aus dem Fenster nichts, doch um 7.15 war es schon angenehm hell. Irgendwann kam auch mal der Schaffner rein und brüllte „tadhkiyr!“ Begleitet wurde er von zwei Polizisten. Bahnsteigvorsteher, die einen ohne Ticket nicht auf den Bahnsteig lassen, gibt es in Tunesien übrigens auch noch. Um 8.00 war der mickrige Hauptbahnhof von Sousse erreicht. Wenige Hundert Meter nach rechts beginnt schon die Altstadt mit ihrer beeindruckenden und völlig geschlossenen sandfarbenen Stadtmauer. Noch war ziemlich wenig los und als erstes fielen uns innerhalb der Stadtmauer die vielen weißen Fassaden auf, die stets mit Farbtupfern wie blauen Türeinfassungen versehen waren. Gegenüber des größten Stadttores, dem Westtor, also Bab Al-Gharby, befindet sich eine Militärakademie, deren Eingangsportal eigentlich nicht fotografiert werden darf. Da ich nur „madrasa,“ also Schule auf dem Schild gelesen hatte, nahm ich es trotzdem auf. Patrouilliert hatte niemand. Auch die Baustelle Festung konnte man besichtigen - es stand ja nicht „betreten verboten“. Herzstück der Festung: der Leuchtturm, billiger Kitsch: das unterhalb liegende Theater. Am nächsten Stadttor hatten sich Ultras von Étoile du Sahel verewigt. Ohnehin krass, wie viele Graffitis die angebracht haben! Danach gingen wir zum tollsten Gebäude der Medina; dem Wehrkloster, also Ribat. Dort wurden wir auch zum ersten Mal angequatscht, aber keineswegs aufdringlich oder unfreundlich. Um kurz nach 10Uhr brachen wir zum Stadion auf. 2,5km vom Bab Al-Gharby gen Westen. Ganz am Rande der vor allem von Nord nach Süd gebauten Stadt Sousse. An einem Institut lungerten massenhaft Schüler, kaum jünger als ich, also wohl Oberstufe, herum. Ich wollte mich noch einmal absichern wo die Hütte liegt und fragte einen Jungen „Ayna at-tariq ila l-istad?“ - die Antwort kam mal wieder auf Französisch (ich sollte während der ganzen Reise immer wieder bemerken, dass die Leute meine arabischen Fragen verstehen, aber Antworten auf Französisch geben). Eine Warnung auf Englisch, nicht auf die Bettler einzugehen, kam gleich hinterher. Auf jeden Fall hilfsbereite junge Leute! Wie sinnvoll die Warnung war, sahen wir drei Minuten später, als irgendein Vollidiot uns zu einem Geldwechsel überreden wollte. Streng verboten in Tunesien, so ein Schwarzhandel! Weiter ging es die staubigen Straßen entlang bis zum Stadion und so begann die kleine Eintrittskartenodyssee... 4 Stunden vorher keine Karten am Stadion, aber hunderte Polizisten. Den nächst besten Offiziellen gefragt, nachdem wir halb ums Stadion herum sind: „gehen Sie zum Bushof und dann links vor der Moschee und dann ist da die Geschäftsstelle“. Also erst einmal rechts ums Stadion herum, ein paar Fotos von den Tribünen vom Berg an der Schule aus gemacht und durch ein paar Grundschüler gelernt, dass in Tunesien „Getränke“ nicht wie im Hocharabisch vorgeschrieben „mashroubaat“ , sondern „mashroubääät“ ausgesprochen werden. Nachdem wir „eine Limone“ gekauft hatten - gemeint ist eine Zitronenlimonade namens „Boga Limon“ - gingen wir bis zum Institut zurück. Noch mal einen anderen jungen Mann nach der Geschäftsstelle gefragt, eine Schülergruppe abgewimmelt, aus der ein Mädchen meine Nummer haben wollte und zusammen mit einer weiteren Gruppe über einen anderen Schüler gelacht, der seinen Ranzen hochhob und zu uns meinte: „Look hier! Gut Price!“ und dann ein paar Schritte weiter waren wir an der Geschäftsstelle, wo es nur noch Karten für ganze 20,000 (also 20; die drei Nullen hinterm Komma sollen nur darauf hinweisen, dass der Dinar nicht in 100stel sondern in 1000stel unterteilt ist) Dinar gab, also 10,30€. Aber Hauptsache Karten und zügig am „geheimnisvollen Felsen“ vorbei, etwas Obst kaufen und zum Stadion zurück, wo wir ein paar Kinder beim kostenlos reinkommen durch übern Zaun klettern beobachteten... Wir kamen dann auch schon sehr früh rein. Eigentlich war noch gar nicht geöffnet, aber für die deutschen Gäste machte man auch Eingang Enceinte B auf, damit wir, 2 Stunden und 15 Minuten vor Anpfiff, schon mal im Olympiastadion Platz nehmen konnten.

Étoile Sportive du Sahel 0:1 Espérance Sportive de Tunis لنـجـم الرياضي الساحلي 1:0 الترجي الرياضي التونسي Samstag, 20.Dezember 2008 - Anstoßzeit 14.30 Ligue 1 (1. tunesische Liga) Ergebnis: 0:1 nach 96 Min. (48/48) - Halbzeit 0:0 Tor: 47. Eneramo Verwarnungen: 3:3 Platzverweise: keine Stadion: Stade Olympique de Sousse (Kap. 25.000, davon 18.000 Sitzplätze (3.500 überdacht)) Zuschauer: 23.000 (3.000 Gästefans) Ground Nr. 270 (diese Saison: 40 neue) Sportveranstaltung Nr. 720 (diese Saison: 87) Tageskilometer: 300 (Bahn) Saisonkilometer: 12.100 (5.780 Auto/ 2.560 Bahn/ 2.280 Rad/ 1.480 Flugzeug) Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 15 Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 125 Spielqualität: 7,5/10 (gut bis sehr gut) Tagesunterhaltungswert: 9,0/10 (äußerst hoch) Nur noch eine Einlasskontrolle trennte uns vom ersten Groundpunkt in Afrika, dem 11. Länderpunkt und unserem ersten Spiel außerhalb Europas. Und diese Kontrolle war sehr locker: „Welcome to Tunisia“, dann mal kurz in den Rucksack schauen und viel Spaß beim Spiel wünschen. Normalerweise werden auch in Tunesien Besucher abgetastet. Die Zeit ging erst nicht so schnell herum, doch als sich das Stadion richtig füllte, begann die Party der Gästefans. Mit melodischen Gesängen und viel Bewegung beherrschten sie stimmungstechnisch immer wieder das Stadion. Die 3.000 wurden aber natürlich immer wieder von den 20.000 Heimfans übertönt. Nachdem wir unser Obst aufgegessen, mehrere Begrüßungen durch Polizisten und Fans erfreut zur Kenntnis genommen haben und auch das völlig verdreckte und verschimmelte Klo aufgesucht hatten, zeichnete sich langsam ab, dass das Stadion mit 23.000 Leuten ausverkauft sein würde. 2.000 Plätze blieben als Puffer frei. Die Rivalität zwischen diesen beiden erfolgreichsten tunesischen Klubs ist auch sehr ernst zunehmen. Leider gab es keine Choreo, doch Fans beider Seiten taten ihr Bestes mit Stimmgewalt eine hervorragende Atmosphäre zu schaffen. Nebenbei bemerkt, waren rund 99% der Zuschauer Männer und die wenigen Frauen, die im Stadion zu sehen waren, waren alle zwischen 10 und 30 Jahren alt, unverschleiert und europäisch gekleidet. Sonnenbrillen und männliche Begleitung waren auch üblich. Ein paar Minuten nach 14.30 kamen die Spieler aufs Feld. Kein großes Aufhebens, nur Aufstellen und Mannschaftsfotos. Kurz nach dem Anstoß wurde aus der ESS Ecke eine Taube aufs Spielfeld losgelassen, wegen der der Schiri kurz unterbrach, denn die bewegte sich einfach nicht vom Spielfeld runter... Hervorragende Zweikämpfe, schnelle Spielzüge und auch etliche Torchancen sollten das Spiel bestimmen. ESS hatte mehr Chancen, doch EST hatte bessere. Zur Pause blieb es beim 0:0 zwischen dem 2. und dem 1. Nachdem sich die kleine Rauferei zwischen Polizisten und Fans aus Sousse auf der Gegentribüne beruhigt hatte, sprach uns übrigens ein Sportlehrer an, dem es sehr gefiel, dass deutsche Touristen bei diesem Spiel zugegen waren. Es war wirklich sehr angenehm, wie freundlich die Leute - selbst die Sicherheitskräfte - beim Fußball waren. Nach der Pause gab es einen starken Angriff von Espérance, der mit einem schönen Kopfball von Mikael Eneramo abgeschlossen wurde. 0:1 und der Gästeblock tobte. In der Folgezeit gingen eigentlich nur noch die Gäste ab. Die Heimfans waren gefrustet und warfen nun mit Plastikflaschen nach allem aus der Hauptstadt. Im Espérance Block, der immer wieder vom starken Wind, der mächtig Staub aufwirbelte, drangsaliert wurde, brannte ein einsames Bengalo, bis es gegen den Wind sehr geschickt in die Reihen der Polizei geworfen wurde. Das Spiel hatte einen mehrminütigen Durchhänger, doch nahm wieder Fahrt ab der 70. auf. Doch auch ein paar starke Szenen der Gastgeber reichten nicht, um den Ausgleich noch zu erzielen. Großer Jubel bei den Spieler von Espérance, als nach 96 Minuten abgepfiffen wird. Sie rannten wild jubelnd vor ihre Gästekurve und ließen sich von den Mitgereisten feiern. Zwei von den Mitgereisten waren auf die Anzeigetafel geklettert und ein anderer sprang nun über den Graben in die Polizeikette. Das machten ihm einige nach, sodass es zu einem Handgemenge kam, in dem sich auch die Spieler aktiv gegen die Polizei beteiligten und dabei eine Holzbank zerlegten. Während dieser Szenen ging übrigens der komplette Heimsektor aus dem Stadion. Warum, sahen wir als wir 10 Minuten später auch gingen. Vereinzelt herumliegende Schuhe und Schirme und aufgeregte Polizisten. Steine liegen auf der Hauptstraße. Rennerei gen Neubauviertel. Ein Polizist meint, wir sollten uns beeilen. Ein anderer schnauzt einen ESS Fan an. Ein dritter schlägt und tritt einen weiteren Heimfan aus dem Weg. Nach zwei Minuten sehen wir, was hier los war, den die nächste Welle rollt: Minderjährige rotten sich zu Dutzenden zusammen und bewerfen die Polizei mit Steinen. Diese mit Schutzschildern bewaffneten heben die Steine auf und werfen sie zurück. Die jüngsten der Randalierer sind kaum älter als 10, die ältesten 25. Immer wieder hin und her, sodass wir mit anderen Fans vor einem Laden in Deckung gehen. Als die erste Reihe aufgelöst wird, rennen wir im Schatten der Polizei zu den Randalierern. Als die Polizei plötzlich anfängt zu rennen, meint ein Tunesier neben mir: „Come on! Run!“ und wir rennen gemeinsam 100m, bis sich die nächste Randalierergruppe formiert hat und die Polizei stehen blieb. Absperrungen werden umgetreten und Steine vom Straßenrand des Neubaugebietes geholt. Wir stehen einige Meter hinter der Front. Als die Polizei wieder angreift, meint der Tunesier mit der weißen Jacke und der modischen Brille wieder „Come on!“ und weiter geht es! Es fiel auf, dass fast alle Beteiligten lachten und die Situation offensichtlich als Spaß auslegten. Wie man, wie ein ESS-Fan, allerdings während einem Geschossaustausch gegen eine Wand pinkeln und dabei ganz locker bei der Schlacht zugucken kann, ist mir rätselhaft... Aber auch für uns war es nicht wirklich schockierend, wusste ich doch schon unlängst, dass im Maghreb und dem Mashrek immer wieder so ein Unsinn veranstaltet wird - ob nach Fußball-, Basketball-, Handball- oder was auch immer -spielen ist egal - und dann auch noch freundlich lächelnde Leute um einen herum, die einem immer wieder mit Sprüchen wie „Willkommen in Tunesien!“ ansprachen. Wir bewegten uns teils rennend - zwischenzeitlich aber immer wieder stehen bleibend und guckend - bis zum großen Kreisverkehr am Institut vorwärts. Viele Familien guckten neugierig aus den Fenstern, was die unverbesserlichen Chaoten aus der Siedlung wieder losmachten. Danach gingen wir zügig aber unaufgeregt gen Medina, da sich die Auseinandersetzungen gen Neubauviertel verlagerten. Noch etwas Obst essen, den Hafen begutachten und dann gen Bahnhof, wo wir eine Stunde warten mussten, bis der 19.00-Zug endlich fuhr. Teils rasend, teils holpernd fuhr er wieder perfekt pünktlich ab und kam pünktlich an. Trotzdem fahren nicht viele mit dem Zug, da Preis-Leistung nicht wirklich gut ist, wenn man ein eigenes Auto in Tunesien hat. Aber gegenüber dem Mietwagen hat der Zug doch deutliche Preisvorteile. Es gibt aber einfach nur sehr wenige Strecken. In einem Imbiss bei unserem Hotel aßen wir noch ein „Sendwitch“ und gingen dann ins Tej. Es war also wirklich ein Fußballkulturschock, den wir in Sousse erlebten. Sicherlich eines der zehn interessantesten Fußballspiele, was ich bisher erlebt habe: richtig gute Spielqualität und ein packendes Ambiente.

Montag, 15. September 2008

WE111 III: 15 bouts, 5 different fighting styles and the physio with the hooligan-shirt

Merseburger Fight Night in Spergau

Sunday, 14th September 2008 - show programme 14.00-17.15, regular fights 17.30-22.15
Regional, national and international bouts
Sports hall: Jahrhunderthalle Spergau (cap. 1,500 seated)
Attendance: about 1,000
Overall quality: 7.5/10 (very entertaining)
Weakest fight: Papp vs Brösel (boxing)
Worst fighter: Rashad Kerimow (boxing)
Best fight: Friedrich vs Rödel (freefight)
Best fighter: Reimann (full-contact kickboxing)

Results as listed below:
Boxing: Milan Papp def. Thomas Brösel - K.O. Rd. 1
Muay Thai: Patrick Mittag lt. Pascal Wendler - on points
Freefight: Christian Koczur lt. Steve Rokohl - on points
Muay Thai (female): Ulrike Göhl lt. Julian Göring - on points
K1: Dominik Stedefeld lt. Christopher Krolle - on points
Muay Thai: Sebastian Holzmann def. Sandro Zanke - Submission Rd. 3
Freefight: Marco Dünzl def. Alex Mikus - K.O. Rd. 1 (0:50)
Boxing: Steve Krögel def. Roy Meißner - on points
K1: Mario Köhler lt. Olaf Hartmann - T.K.O. Rd. 3
Boxing: Rashad Kerimow drew Andreas Gellwitz
Freefight: Thomas Friedrich lt. Tim Rödel - submission Rd. 1 (4:59)
Boxing: Roman Golovashenko def. Xhavid Shabani - K.O. Rd. 1 (0:40)
Freefight: Lars Roch lt. Mike Stumbries - on points
K1: Daniel Zöllner def. Alexej Rein - on points
Kickboxing (full-contact, international): Jan Reimann (Halle/ Saale, Germany) def. Cathel Manning (Galway, Ireland) - on points
*****************
Ground No. 248 (Not a new ground; this season: 18)
Sporting event No. 660 (this season: 27)
Kilometres that day: 25 by bike
Km this season: 7,100 (4,810 car/ 1,520 public transport/ 770 bike)
Number of weeks since the last week without any sporting event (Aug 1st-6th 2006): 111


Due to the wide range of sports showed within five hours, I could add four more sports to my statistics ‘watched sports’. Namely these sports were: K1, full-contact kickboxing, Muay Thai (or Thai boxing) and freefight. The fifth kind of sport in which fighters participated in that evening was already familiar to me: boxing.
After the show-programme - among the three bands and five dance groups was the band in which a friend of mine plays the drum set. That band is called ‘Rücksaite’ - the first fight was a boxing bout. When the ring announcer - a disturbing, large, fat and bold guy, by the way - introduced the stonemason Brösel debuting that evening, I did not expect much. But when he introduced his opponent Papp - a semi-professional boxer already having 208 bouts in his records - I thought that would be a damned one-sided fight. The third shock came when the announcer named the weight class: super heavyweight. OK, I thought, two fat idiots incapable of boxing properly will punch each other in the ring... Almost. The debutant behaved like that I’ve been afraid of, his opponent Papp showed some average skills of boxing. Papp knocked Gödel out after not even two minutes.
I remembered the words that I heard in the foyer: one freefighter greeted another one: ‘Hi, you old funfair boxer!’ ''Na, du alter Rummel-Boxer''All the elderly fans, remembering the times when boxing was a great deal on funfairs, know why I found that remark funny…
Luckily, the second fight might have been one-sided but not as short and as weak as the first one. Not a highlight but nonetheless worth watching was the Muay Thai fight between Mittag and Wendler. Wendler was clearly better but renounced to knock Mittag out. He dominated him and won on points.
The third fight was the first really good one: a freefight bout - also known as Vale Tudo; the Portuguese-Brazilian word for ‘everything goes’ - and yes: (almost) everything went in that fight, but strangely enough none of the fighters took the other one off the feet or smashed him on the ring floor. A freefight bout without crappling is rare but still good. Rokohl defeat Koczur on points.
After that bout two ladies went to the ring - the first one an advocate from Dessau, the other one a chemist from Merseburg - to fight it out in the Thai way of boxing. They did a good job and after six short and entertaining minutes, the advocate Göring defeat the chemist Göhl on points.
The fourth kind of martial arts - K1 - was showed in the fifth bout. Krolle took on Stedefeld, both had a good bout that Krolle won on points.
After that, Holzmann beat Zanke in a Muay Thai bout after kicking him to the ground in the third round.
The next bout - a freefight bout - was extremely short. Mikus needed more time to enter the ring than to lose the fight to his opponent Dünzl. Dünzl simply hit him after not more than 45 seconds with a right hand to the head, than stomped Mikus’ chest to the floor and beating him in his head. Right! That is freefight, vale tudo, everything goes: even attacking an opponent that lies on the ground! However, that has nothing to do with a street fight or unsportsmanlike conduct, because Dünzl stopped pummelling his opponent immediately after the bell was rang.
Then another boring boxing bout was fought out: Krögel defeat Meißner on points with defensive and lame techniques.
The next bout, second K1 fight: Hartmann - that guy was a member of my confirmands group - beat Köhler after eight minutes with simply always kicking to Köhler’s thighs.
The third boxing bout and the third disturbing action: Gellwitz simply dominated Kerimow but nonetheless - although Kerimow just punched the air and not his oppoenent - that bunch of corrupt idiots, the so-called judges, decided that this fight (not even being of average quality) was a draw.
Luckily, the next bout let us forget the anger of that one before: another freefight bout and than the best one of that evening. Rödel beat Friedrich in a thrilling fight after he brought him into a submission hold. Friedrich could not stand it more than 12 seconds, although he was put in that hold just 13 seconds before the break.
Last chance for the boxers to show that it was not useless to bring their sport to Spergau: Golovashenko vs Shabani. 40 seconds and the fight was over. So either watch professional boxing or amateur boxing - both is better than semi-professional.
Then the weakest of the four freefight bouts was fought out: Stumbries - coming to the ring with the ‘Mexico’-song by ‘Böhse Onkelz’, a German rock band that is disputed because of an extreme rightwing background - beat Roch after the full distance of 10 minutes. 9 minutes crappling. Many would name the cut on Stumbries’ forehead as the highlight of the match.
The last K1 fight of the evening and the third guy of the Russian-German connection of Olaf Hartmann came to the ring. Rein lost his fight on points to Zöllner. Neither a weak, nor a great fight.
The last fight of the evening was the second best fight in the last new kind of sport: kickboxing. After the national anthems of both Republics were played, the international full-contact fight started. The German fighter Jan Reimann from Halle was better over the majority of the 15 minutes than his Irish opponent Cathel Manning. In a boxing bout the result would have been arbitrarily made, but the three judges made clear that Reimann was better, so he was declared winner on points.
That last fight of the evening surely was one of the best fights, one of the highlights.
Now something about the fans: the large number of about 1,000 visitors was really satisfying. The only thing that was not satisfying was that most of them were really lame. Even not the hooligan and neo-Nazi guys were ready for action. Even not the typical chants as ‘Hooligans! Hooligans!’ could be heard and no-one wanted his favourite fighter to ‘kill’ his opponents or to ‘beat the shit out of that dirty son of a bitch’. So it was quite quiet although the amount of shady people - even one of the fighter’s physios wore a shirt on which the word ‘hooligan’ was printed in large letters, there were some neo-Nazis with T-shirts and jackets clearly indicating their dangerous and shitty political opinion and even Merseburg’s sacked former mayor (sacked because of the large amount of children pornography pictures on his computer) could be seen - hanging around.
My last point is the catering service and the entrance fee: Catering was not so great but not expensive. Bratwurst, steak, herring rolls, Bockwurst, cola, beer etc. Really great was the price-performance-ratio, which is very rare in Germany. 8€ for a seat on the stand and 12€ for a chair near to the ring is really not expensive. Only the surcharge for buying the tickets at the box office before the start of the event was quite high: 2€ more for the stand and even 3€ more for the chairs.
All in all I have to say that I can recommend such sports as Muay Thai and freefight, but you should not have problems appreciating martial arts. Unfortunately there are a lot of people thinking that martial arts are only performed by primitive idiots who like to beat each other. Every male martial artist is a brutal rowdy and every female one is even worse to their mind. Strangely enough - or consequently? - the aforementioned people never ever saw an event like this live in their life, nor did they think of the large number of - especially female - victims of street violence and the low number of martial artists that can be found among the offenders and victims of such crimes. Only a minority of robbers, rapists etc. was ever introduced in a martial art and a vanishingly small number of the victims practised martial arts. But a large number of men and even more women thinking ‘martial arts is for rowdies’ are among these victims.
Be that as it may, I’m looking forward to the next event like this, next time maybe an event with a smaller range of sports - maybe freefight only or so. Last but not least: thanks to Ilse who gave me the idea to watch an event like that one in Spergau. He visited two freefight events in Halle last year and was very satisfied with the quality of the fights and the circumstances as that hooligans participated in the open category bringing action to the ring with their street fighters style - it is very difficult to fight clean and successful as a martial artist against such guys - or the emotional audience.

For more photos see: http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/080914%20Muay%20Thai%20Freefight%20K1%20Boxen%20und%20Kickboxen/