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Mittwoch, 28. April 2021

W3.0016.II: Sieg über den Rekordmeister am Zaun und Kellerduell im Stadion

FC Wiltz 71 .............................................................. 1
Jeunesse Esch ........................................................... 0

- Datum: Samstag, 24. April 2021 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: Nationaldivisioun, sogenannte BGL Ligue (1. luxemburgische Fußballliga für Profi- und Halbprofimannschaften)
- Ergebnis: 1-0 nach 97 Minuten (47/50) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 1-0 49. Osmanovic (Foulelfmeter)
- Gelbe Karten: Philipps, Biwer (Wiltz); Voilis, de Souza Xavier, Klica, Bernard, Ouwo Moussa, Laurent, (Jeunesse)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Stade am Poetz (Wiltz/ Wooltz, Ortsteil: Wegdichen/ Weidingen; Kap.: 1.300, davon 300 Sitzplätze / wegen der Coronahysterie derzeit geschlossen)
- Zuschauer: unter Ausschluss der Öffentlichkeit, tatsächlich ca. 120 (ca. 40 Offizielle innen und ca. 80 Zaungäste, davon mindestens 40 Gästefans)
- Spielbewertung: 6,5/10 (Ganz gut und spannend)
- Zaungastfreundlichkeitsbewertung: 6,5/10 (Ordentliche bis gute Sicht durch Zaun, ganz gute Fotomöglichkeiten, ganz gute Anzahl Plätze um die Anlage herum (aber teils mit Kletterei verbunden oder auf Wohlwollen des Vereins angewiesen), freundliche Sicherheitskräfte)

Sporting Bartreng (D) ............................................. 2
Swift Hesper (D) ...................................................... 1

- Datum: Samstag, 24. April 2021 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: Dammen 1. Liga/ Ligue 1 Dames (1. luxemburgische Frauenfußballliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 94 Minuten (45/49) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 1-0 3. NN, 1-1 30. NN, 2-1 50. NN
- Gelbe Karten: NN
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Plaine des Jeux, André Wolff (Bertrange/ Bartreng/ Bartringen; Kap.: 1.200, davon 200 Sitzplätze / wegen der Coronahysterie derzeit geschlossen)
- Zuschauer: unter Ausschluss der Öffentlichkeit, tatsächlich ca. 40 (ganz überwiegend Bartrenger)
- Spielbewertung: 4,5/10 (Nicht so schlecht wie zu befürchten war)
- Zaungastfreundlichkeitsbewertung: 4,0/10 (Ordentliche bis gute Sicht durch Zaun, aber weniger gute Fotomöglichkeiten, viele Plätze um die Anlage herum, oft steht man aber etwas tief oder hinter Doppelzaun) Klierf/ Clearvaux/ Clerf Photos with English Commentary:
a) 1st Division Men: Wiltz defeat Jeunesse Esch
b) 1st Division Women: Bartreng defeat Hesper
c) Luxembourg: Maarnech/ Marnach, Klierf/ Clearvaux/ Clerf, Reiler/ Reuler

Obwohl unsere Staatsführung nun vollends durchgeknallt und auf dem direkten Weg in eine Diktatur ist; inklusive Berufsverboten für kritische Dissidenten (Schauspieler, die eine sachliche wenn auch ironische Meinung äußern, um auf ihre Probleme aufmerksam zu machen) und Ausgangssperren (unter Androhung von drakonischen Geldstrafen und Dauerkontrollen, die einer vernünftigen Rechtsgrundlage entbehren), wagte ich mich wieder ins benachbarte Ausland. Auch in Luxemburg ist die Verfassungsfeste der Regierung nicht mehr groß ausgeprägt: Blinder Aktionismus mit Ausgangssperren von 23 bis 5 Uhr. Doch wenn man in Luxemburg ist, merkt man, dass es weniger irre als bei uns in Deutschland zugeht: Seit einer Weile hat die Außengastronomie wieder offen und es gibt keine Maskenpflicht an der frischen Luft, außer z. B. in Stadien. Und da ist dann wieder das Problem: nach wie vor nur Training für den Breitensport, keine Wettkämpfe – und nach wie vor dürfen nur die 1. Ligen spielen; ohne Zuschauer.

Bevor ich mir gleich zwei solcher Spiele reinzog, schaute ich mir noch einige Kirchen und Weltkriegsdenkmale an. Der erste Halt war Maarnech/ Marnach, wo ich von der Kirche aus durchs Dorf lief. Die Kirche war offen, es gibt zudem mehrere Kapellen und ein großes Weltkriegsdenkmal – interessant war auch ein Plakat in einer Bushaltestelle; eine Kindergeschichte von den Pfadfindern (Scouten) über einen Esel namens Billy, der gerne fotografierend durch Klierf (Clerveaux) zieht. Das nördliche Luxemburgisch ist noch abseitiger als das südliche, nutzt aber weniger Französisch. Zum Beispiel wird für „Leute“ statt „Leit“ eher „Lékt“ gesagt und Klierf wird als „Cliärref“ bezeichnet.

Dann wanderte ich von Reiler/ Reuler aus nach Klierf/ Clearvaux/ Clerf und zurück. Kapellen, Kirchen (in Klierf allerdings zu bis auf das Kloster), Denkmale (auch eins für den mir bis dahin noch unbekannten Bauernkrieg in der Eifel Ende des 18. Jahrhunderts) und das Schloss. FC Wiltz 71 1:0 Jeunesse Esch Ein Schloss gibt es auch in Wiltz, aber das schaute ich mir nicht noch mal an, ich besuchte nun aber zum dritten Mal (und zum zweiten Mal von außen) das Stadion mit Blick zum Schloss im Ortsteil Wegdichen (Weidingen). Der FC 71 (gesprochen eenasiwwenzeg mit Betonung auf dem a und starker Aussprache vom w, das g oft weich) spielte mal wieder zuhause, zugast die Jeunesse aus Esch. Der Rekordmeister hinkt hinterm Spitzentrio hinterher und überzeugte auch hier beim Mittelfeld-Gastgeber nicht. Torlos bei Pause, dann in einem immer besser werdenden Spiel das 1:0 für Wooltz vom Punkt und bald darauf auch Elfer für Esch, doch der wird abgewehrt. Am Ende blieb es bei dem einen Tor und die Wiltzer Spieler und die zahlreichen Gästefans behakten sich noch etwas. Diesmal waren so gut wie keine Deutschen da und wieder nur ein paar Dutzend Wiltzer, aber gut 40-45 Escher, die hier richtig abgingen – auch mit Fahnen und Trommeln.
Ein richtig lohnender Spielbesuch also, wenn auch völlig irrsinnig, dass hier am Dauerlockdown mit Zuschauerverboten und weitestgehend sogar Sportverboten festgehalten wird. Das Spiel kann man wieder hier sehen: https://www.rtl.lu/sport/futtball/resultater/national/match?m=71701 FC Wiltz 71 1:0 Jeunesse Esch Ich besuchte dann noch eine Partie, kam da gerade zu Beginn an. In Bertrange (Bartreng) spielte der Tabellenvorletzte der 1. Frauenliga gegen den Drittletzten, wobei der Letzte, der Rekordmeister Niederkorn seit ein paar Wochen gar nicht mehr spielt; u. a. weil sie mit ihren U19- und U17-Juniorinnen mit bis zu 0:37 verloren... 

Vor einigen Jahren war ich mal auf dem Nebenplatz, nun war der Hauptplatz mit der kleinen und sehr ansehnlichen Tribüne dran. Mittlerweile auch Kunstrasen und am Eingang hing noch der alte Aushang, dass Zuschauer Masken tragen müssen, aber das Betreten erlaubt sei. Machten dann auch 40 (fast ausschließlich Luxemburger). So kam ich in den Genuss, zum ersten Mal seit Mitte November bei einem Spiel in Polen, wo es keinen Zaun um die Anlage gab und sich keine Sau für das verbotene Tribünenbetreten interessierte, wieder direkt auf einem Sportplatz zu fotografieren und eben nicht nur durch den Zaun...

Das fotografierte Spiel war aber auch nicht das Beste. Schnell ging Bartreng in Führung, doch noch vor der Pause glich der Drittletzte (Swift Hesper) aus. Nach der Pause dann schnell wieder ein Treffer der Gastgeberrinnen, danach ganz akzeptables Hin und Her mit ein paar Torszenen und schließlich einem nicht unverdienten Sieg für Bertrange, die damit mit Hesper den Platz tauschten. Ich muss hier noch einmal darauf hinweisen, dass die Frauenliga eine reine Amateurliga ist und nur aus politisch motivierten Gleichstellungsgründen und nicht aus politisch motivierten Professionalitätsgründen spielen darf. Das Niveau ist dementsprechend sehr niedrig, in etwa Frauen-Regionalliga West in Deutschland. Sporting Bertrange 2:1 Swift Hesperange (Ligue Dames de Luxembourg) Nach dem Spiel noch Tanken und dann sah ich zu, die Grenze unauffällig zu passieren. Ich war erst fünf vor 22 Uhr in Deutschland. An die luxemburgische Ausgangssperre (23-5 Uhr) hielt ich mich also, obwohl die sicherlich auch verfassungswidrig ist. Eindeutig ist es bei der merkelschen Ausgangssperre von 22-6 Uhr: nicht angemessen, nicht sinnvoll und schon gar nicht verfassungsgemäß. Müssen halt nur die zuständigen Richter den Mut haben, dementsprechend zu entscheiden. Doch wie man auch an der Medienhetze gegenüber den Schauspielern um den Ost-Mimen Liefers (der sich mit Diktaturen besser auskennt, als fast alle von den hetzenden Medien-Wessis) sieht, ist die Stimmung mittlerweile so faschistoid aufgeheizt, dass alles möglich ist. Selbst die Diktatur als Dauerzustand – hat ja in Deutschland eh eine viel längere Tradition als die Demokratie.
Allerdings versuchte unsere noch demokratisch legitimierte Regierung sich hier mal wieder an diktatorischen Maßnahmen, für die sie weder das Know-How noch die Manpower hat. So kam ich unter Benutzung legaler Schleichwege durch die Eifel aber auch trotz Passage einiger kritischer Straßenstücke im Bonner Raum ohne jede Kontrolle nach Hause. Ich war 0.05 Uhr zurück – über zwei Stunden Ausgangssperre; und keine Sau hält mich an! Und ich war bei weitem nicht der Einzige auf der Piste, wenngleich schon unterdurchschnittlich Betrieb war. Ganz sicher hatten aber alle, die da noch unterwegs waren, auch so einen triftigen Grund wie ich: Ich hatte ja schließlich Pressearbeit für den luxemburgischen Fußball, u. a. auch den Frauenfußball, zu leisten... Sporting Bertrange 2:1 Swift Hesperange (Ligue Dames de Luxembourg) Statistik:
- Grounds: 2.782 (1; diese Saison: 124 neue)
- Sportveranstaltungen: 4.051 (2; diese Saison: 168)
- Tourkilometer: 430 (430km Auto)
- Saisonkilometer: 42.080 (31.130 Auto, davon 1.460 Mietwagen/ 7.680 Flugzeug/ 3.210 Fahrrad/ 160 Bus, Bahn, Straßenbahn / 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 5 [letzte Serie: 6, Rekordserie ohne 0-0: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 16 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].

Montag, 24. November 2014

W434IV: Luxemburgs einzige Holztribüne und volle Scheune beim Basketball in Zolwer

AS 1937 Soleuvre ............................................................ 87
BBC Arantia Larochette ................................................ 78
- Datum: Sonntag, 16. November 2014 – Tipp-off: 18.00
- Wettbewerb: Basketball Nationaldivisioun bzw. sogenannte „Total Ligue” (1. Spielklasse in Luxemburg, Halbprofi- und Amateurliga)
- Ergebnis: 87-78 nach 40 Min. (4x10) – Viertelstände: 26-16, 20-25, 20-27, 21-10
- Punkte: Pitt Koster 25, Malcom Miller 24, Derrick Barden Jr. 16, Dominique Benseghir 12, Vic Heuschling 4, Ben Hemmen 4, Eric Bissener 2 (Zolwer); Reginald Evans 31, Michael Jones 14, Rui Felipe Nunes Jordao 13, Sam Salvador Ferreira 8, Christophe Kirpach 4, Tom Becker 4, Joao Pedro Nunes Jordao 2, Claude Weckering 2 (Fiels)
- Fouls: Dominique Benseghir 3, Pitt Koster 2, Malcom Miller 1, Derrick Barden Jr. 1 (Zolwer = 7); Michael Jones 4, Pit Hoffmann 3, Christophe Kirpach 2, Sam Salvador Ferreira 1, Joao Pedro Nunes Jordao, Tom Becker 1 (Fiels = 12)
- Spielort: Centre Sportif Roger Krier, KUSS Scheierhaff (Kap. 800, davon 640 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 800 (davon ca. 50 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 8,0/10 (Spannendes Spiel auf ordentlichem Niveau, gute Stimmung)

Cercle Sportif Fola 1906 Esch/Alzette ........................... 4
Uewer/Nidder Käerjeng 1997 ......................................... 0
- Datum: Sonntag, 16. November 2014 – Anstoß: 16.00
- Wettbewerb: Nationaldivisioun bzw. sogenannte „BGL Ligue” (1. Spielklasse in Luxemburg, Halbprofi- und Amateurliga)
- Ergebnis: 4-0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 1-0 52. Laurent Jans, 2-0 56. Samir Haji, 3-0 60. Jérôme Brix (Eigentor), 4-0 89. Samir Haji
- Verwarnungen: TW Jérôme Winckel, Nr. 28 (beide Käerjeng)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade Emile Mayrisch (Kap. 2.826, davon 826 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 280 (davon 260 zahlende und etwa 15-30 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Brauchte ewig um in Fahrt zu kommen, war aber in der zweiten Hälfte ein gutes Spiel)

FC Déifferdeng 2003 (Cadets) ....................................... 12
AS La Jeunesse d’Esch/ Alzette (Cadets) ....................... 1
- Datum: Sonntag, 16. November 2014 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Cadets Classe 2 (2. Spielklasse der U17 in Luxemburg)
- Ergebnis: 12-1 nach 80 Min. (40/40) – Halbzeit: 4-0
- Tore: 1-0 6. (29), 2-0 10. (15), 3-0 12. (11), 4-0 35. (17), 5-0 41. (7), 6-0 45. (18), 7-0 49. (18), 8-0 52. (20), 8-1 61. (Nr. 6; Nachschuss des eigenen Foulelfmeters), 9-1 73. (11), 10-1 74. (11), 11-1 79. (7), 12-1 80. (18)
- Verwarnungen: Nr. 4 (Déifferdeng); Nr. 4 (Jeunesse)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade du Thillenberg (Kap. 5.300, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Extrem einseitiges aber wenigstens schön torreiches Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Football U17: FC Differdange defeat Jeunesse Esch (STADE THILLENBERG)
b) Football 1st Division: Fola Esch defeat UN Kaerjeng (Stade Emile Mayrisch)
c) BASKETBALL: Baskets Zolwer defeat Arantia Fiels (1st Division)
d) SIGHTSEEING: Schengen Palace, Mondorf-les-Bains Church, Hesper Castle, Luxembourg City (Obergrünwald Fortress & Plateau de Kirchberg Modern Architecture), Eischen Church, Sanem Palace
e) VIDEO: Luxembourg; Some Brass Music and Some Basketball

Am Sonntag fuhr ich wieder nach Luxemburg. Langsam wundert es mich aber schon, dass ich auch bei der achten Fahrt und dem insgesamt schon 20. oder 22. Tag im kleinen Großherzogtum immer noch etwas entdecke. Wenn man im deutsch-französisch-luxemburgischen Grenzdreieick über die Mosel fährt, kommt man nach Schengen, das wegen des Abkommens, welches auf einem Schiff auf der Mosel vor ebendiesem Dorf, bekannt ist. Unterhalb von steilen Weinbergen gibt es ein Schloss mit historischem Turm und Barockgarten.

Auch lohnend war Munneref (Mondorf-les-Bains oder Bad Mondorf), da es dort eine sehr schön ausgestaltete Barockkirche gibt. Hesper hat auch eine ganz ansehnliche Kirche, doch die Burg oberhalb der Kirche ist interessanter. Ungewöhnlich für Luxemburg: moderne Bebauung wurde kreuz und quer in die mittelalterlichen Ruinen gebaut.

In der Hauptstadt machte ich noch einige Fotos von der Festung Obergrünwald unterhalb vom Plateau de Kirchberg, wo sich die ganzen Verwaltungs-und EU-Einrichtungen befinden. Einige dieser Glaskästen fotografierte ich auch noch. Auch in den Randbereich der Festung wurden moderne Bauten und Kunstobjekte gesetzt – allerdings sieht das unerwartet gut aus und verschandelt das Festungsbauwerk gar nicht mal.

In Eischen schaute ich mir die hoch oberhalb des Ortes gelegene und ebenfalls innen sehenswerte Kirche an. In Sanem sah die Kirche auch interessant aus, war aber ungewöhnlicherweise verschlossen. Meist sind die luxemburgischen Kirchen bis abends zur Besichtigung geöffnet; da keine Schilder aufgestellt werden, muss man halt einfach mal probieren ob die Tür offen ist... Aber dafür gab es in Sanem ein Schloss, leicht verbaut, mit Kapelle und Park oberhalb des Fußballstadions (mittlerweile Kunstrasen mit kleiner überdachter Tribüne) zu sehen.  
Ich guckte dann allerdings nicht das Juniorenspiel in Sanem sondern jenes in Déifferdeng, wo die B-Junioren vom FC 03 gegen die von Jeunesse Esch antraten. Das Spiel war für mich nebensächlich, denn mich interessierte v.a. ob der eine Groundhoppingkollege mit „schönstes Stadion Luxemburgs“ übertrieben hatte. In der Tat hatte er nicht übertrieben, denn schon allein, dass das Stade Thillenberg in Differdingen die einzige noch erhaltene Holztribüne im luxemburgischen Fußball zu bieten hat, macht es zu etwas besonderen. Die mittlerweile gesperrten Stehtraversen, die auf der Gegenseite vor die nackte Felswand gebaut worden, sind auch spektakulär. Die Holztribüne ist ansich natürlich relativ klein, nur fünf Reihen Holzbänke für etwa 300 Zuschauer, ein Sprecherturm, schöne dreiteilige Dachkonstruktion... Ansonsten ist das Stadion übrigens sehr heruntergekommen: kaputte Toiletten, defekte Anzeigetafel, Müll überall, Moos und Flechten auf den Barrieren und Stufen, löchrige Zäune und Fangnetze... Dafür weiß die Landschaft jedem zu gefallen: bewaldete Höhenzüge rundherum und kein Gebäude der nahen Ortschaft zu sehen!

Das Spiel war aufgrund der Tore sehenswert. Differdange stürmte unermüdlich drauf los und spielte regelmäßig die überforderte Gästeabwehr aus. Vor der Pause hieß es „nur“ 4:0 aber nach der Halbzeit ging es richtig los, teilweise mit Weitschüssen ins Eck oder ganz genial: einer grätscht den Ball vor dem Ausgehen 15m vor der Eckfahne direkt vor der Seitenlinie weg und der geht als Bogenlampe in den langen Winkel! Einen Elfmeter konnte Jeunesse Esch noch im Nachschuss verwandeln, aber am Ende stand ein für die Escher katastrophales 12:1 zu Buche.  
Ich fuhr sofort zum zweiten Spiel ins 11km entfernte Esch/ Alzette weiter. Diesmal nicht Jeunesse sondern der Tabellenführer der 1. Männerliga (Nationaldivisoun oder mit Sponsorenscheißname: BGL Ligue). Die spielen nicht im sehr sehenswerten Stadion op Grenz von Jeunesse, sondern haben – auch schön im Wald gelegen – ein eigenes Stadion namens „Stade Emile Mayrisch“. Dort war zwar wenig Zuschauerauftrieb aber die Straße wurde wild zugeparkt, da um die Ecke ein Crosslauf ausgetragen wurde, der sich erst jetzt langsam auflöste. Über den Crosslauf wurde übrigens im Radio berichtet, wobei das mal wieder typisch Luxemburgisch war, außer auf das Ergebnis auch noch daraufhin zu weisen, dass „ein janz Gescheiter d'Feiler vum Parcours verdréit hat, sou datt e puer Athlete falsch gelaf sinn“, wobei der „ganz Gescheite“ in Internet Zeitungen als „puer onbekannt Raudien“bezeichnet wurde...

Das Stadion hat ein schönes Eingangsportal, wo man gleich mal einen Zehner dalassen kann wenn man zur 1. Liga will, ansehnliche Haupttribüne mit Dach und 826 Schalensitzen in Rot und Weiß, gegenüber ein paar Stufen unterhalb des Graswalls. In einer Ecke wurde unterhalb des Felsens eine Buvette, wo ich mir erstmal mein Mittagessen holte (zwei fette Mettwürschte und eine Portion Frittes), errichtet.

Das Spiel war in der ersten Halbzeit extremst einseitig. Nur Fola am Ball, nur Fola mit Torgelegenheiten. Der Gast aus Käerjeng kam kaum aus der eigenen Hälfte heraus. Fola schoss zu allem Überfluss auch noch einen Foulelfmeter neben den Kasten. Erst in der zweiten Halbzeit gelang Fola etwas zählbares, doch als nach 52 Minuten der Torwart der Gäste erstmals überwunden war lief es. Es wurde ein gutes Spiel, das nun auch mal von den Käerjengern zwei, drei Torchancen sah, und von Fola Esch verdientermaßen 4:0 gewonnen wurde. Damit ist der CS Fola Herbstmeister.  
Leider schon um 18 Uhr wurde das Erstliga-Basketballspiel – die sogenannte TOTAL Ligue hat interessanterweise eine ganze Menge Vereine aus sehr kleinen Orten, die teils richtig erfolgreich spielen – angepfiffen. Ich dachte erst, es sei wie beim Volleyball in Luxemburg: für das Gegurke kommen nur 30 oder 50 Zuschauer bei freiem Eintritt in die Halle und es ist egal, wenn man erst zur 5. Minute die Halle betritt. Doch als ich in der 5. Minute im Foyer des großen Kastens von Sporthalle in Zolwer (Soleuvre), der Scheierhaff (also Scheunenhof) heißt, stand, staunte ich nicht schlecht...

Drinnen lärmte es schon, während ich 5€ abdrückte (und das war noch eine anständige Ermäßigung die für Schüler und Studenten galt: regulär wären es 8€ gewesen). Als ich im Obergeschoss angekommen war, musste ich feststellen, dass die Obertribüne überfüllt war: da niemand auf den äußersten und untersten Sitzen hocken wollte, wurden die Stehplätze dicht belegt und die Treppen blockiert. Vier Reihen bunter Sitze – auf der gegenüberliegenden Untertribüne noch einmal genau das Gleiche – reichten kaum aus! Die Halle war in diesem nicht unbedingt sportversessenen Luxemburg, das nie durch große Zuschauermassen auffällt, eigentlich ausverkauft für ein Spiel des 4. gegen den 8. von 10!

Und die Stimmung war echt nicht schlecht! Zolwer hatte Überziehfahnen und Blasinstrumente mit denen sie gängige Sportmelodien („steht auf wenn ihr für XY seid“ oder „das war super, das war elegant“) oder gar Weihnachtslieder und Karnevalsschlager spielten. Als es in der einen Viertelpause keine Musik von der Anlage gab, spielten die Herren mit den Blechbläsern unterstützt von den beiden jüngeren Schlagzeugern gleich mal ein Lied zur Belustigung der anderen Fans...

Am Anfang hatte ich auf der Treppe der Obertribüne neben den „Holy-Gäns“ genannten Fans vom Gastverein, Arantia Fiels (Larochette), gehockt. Der Ort ist für seine Burg berühmt, aber in der Basketballszene im Großherzogtum anscheinend auch bekannt. Gut 50 Leute, teils mit Trommeln und Klatschen sowie Papptafeln mit Motiven ausgestattet, feuerten da ebenfalls recht einfallsreich an. Ich wechselte in der Halbzeit dann auf die Untertribüne um besser fotografieren zu können. Dort war es ziemlich ruhig, aber man hörte auch noch gut, wie die Fans auf der Obertribüne anfeuerten oder manchmal auch über den „Arbiter“ (Schiri) meckerten, der „Merd paaft“ (Scheiße pfeift).

Das Spiel war besseres Mittelmaß – für eine nichtprofessionelle Liga schon sehr ansehnlich – und ausgesprochen spannend. Da Zolwer in der ersten Halbzeit den Gast ständig mit 6 bis 12 Punkten auf Distanz hielt, schien ein ungefährdeter Sieg absehbar, doch die Fielser kämpften sich noch mal richtig zurück und glichen in der 29. Minute erstmals aus. Mit der nächsten Aktion gingen sie sogar in Führung (64:66) Doch kurz nach Beginn des letzten Viertels drehte wiederum Zolwer die Partie von 68:70 auf 72:70 in der 33. Minute. Beim 83:78 in der 37. schien dann der Sieg wieder ungefährdet, der am Ende dann doch mit neun Toren ausfiel.
Dieses gute und stimmungsvolle Spiel sagt mir: beim nächsten Mal in Luxemburg (wenn nicht schon Mitte Dezember, dann auf jeden Fall Mitte/ Ende Januar) nicht nur zum Handball sondern noch mal zum Basketball und dann aber auch rechtzeitig in die Halle kommen...  
Statistik:
- Grounds: 1.239 (heute 3 neue; diese Saison: 85 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.232 (heute 3; diese Saison: 120)
- Tageskilometer: 520 (520km Auto)
- Saisonkilometer: 22.370 (16.860 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.190 Fahrrad/ 700 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 9 [letzte Serie: 1, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 434

Montag, 13. Mai 2013

W354III-W355II: Luxemburg-Tour, 10.-14. Mai 2013

Von Freitag bis Dienstag waren mein Vater und ich zum fünften Mal im wohl besten deutschen Nachbarland: In fast jedem Dorf ein Schloss oder eine Burg, wirklich herrliche Landschaft, eine lebhafte Sportszene und zurückhaltende aber angenehme Leute. OK, Tschechien hat eine genauso hohe Sehenswürdigkeitendichte und besseren Sport, aber dafür unsympathischere Leute und eine scheiß Sprache (das unschönste slawische Idiom). Also zumindest ist Luxemburg mit das beste Nachbarland.
Jedenfalls hatte mein Vater dort dienstlich zu tun und da ich mich noch für ein Referat in der Uni vorbereiten musste und wir, wie in den unten verlinkten, älteren Alben ersichtlich, schon fast alle Burgen und Schlösser des Großherzogtums gesehen haben, gab es nicht so viel Sightseeing. Dafür aber eine ganze Menge Fußball, wie im Folgenden zu lesen ist...
DSC04685  
A.S. la Jeunesse d’Esch/ Alzette (Juniors) ------------- 2
F91 Diddeleng (Juniors) ----------------------------------- 3
- Datum: Freitag, 10. Mai 2013 – Anstoß: 19.30
- Wettbewerb: Juniors, Classe I (1. Spielklasse der U20 in Luxemburg)
- Ergebnis: 2-3 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit: 2-1
- Tore: 1-0 10. (10), 1-1 32. (10), 2-1 44. (9), 2-2 63. (7), 2-3 72. (8)
- Verwarnungen: 3, 8, 9 (Esch); 5, 7 (Diddeleng)
- Platzverweise: TW-1 Esch, 88. Min., Notbremse
- Spielort: Stade op Grenz, Esch-Uelzecht/ Stade de la Frontière = Stadion an der Grenze (Kap. 3.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 8,0/10 (Hervorragendes Jugendspiel, das von der ersten bis zu letzten Spielminute unterhaltsam war)

FC Sporting Bertrange (Bambini) ----------------------- 6
FC Swift Hesper (Bambini) ------------------------------- 4
- Datum: Samstag, 11. Mai 2013 – Anstoß: 10.30
- Wettbewerb: Bambini, Série V (1. Spielklasse der U8 in Luxemburg, Staffel 5)
- Ergebnis: 6-4 nach 50 Min. (25/25) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 0-1 17. Keine Nummer, 1-1 24. Hamza, 2-1 28. Hamza, 3-1 32. Adriano, 4-1 35. Adriano, 4-2 36. Keine Nummer, 4-3 40. Keine Nummer, 5-3 42. Eigentor TW-Hesper, 5-4 44. Eigentor TW-Bertreng, 6-4 48. Nr. 7
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Plaine des Jeux André Wolff/ terrain synthétique, Bertreng (Kap. 250 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 21 (davon ca. 7 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Das für diese Jugendklasse übliche flotte und natürlich auch chaotische Hin und Her)

Union 05 Käl-Téiteng (Pupilles) -------------------------- 0
Racing FC Union Lëtzebuerg (Pupilles) ---------------- 9
- Datum: Samstag, 11. Mai 2013 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Pupilles, Série XI (1. Spielklasse der U10 in Luxemburg, Staffel 11)
- Ergebnis: 0-9 nach 49 Min. (25/24) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 22., 0-2 27., 0-3 29., 0-4 32., 0-5 33., 0-6 42., 0-7 44., 0-8 46., 0-9 47.
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Terrain Kayl (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Sehr einseitiges aber gutes Jugendspiel)

FC Rodange 91 (Juniors) ---------------------------------- 2
FC Mamer 32 (Juniors) ------------------------------------ 5
- Datum: Samstag, 11. Mai 2013 – Anstoß: 16.00
- Wettbewerb: Juniors Classe III, Série 2 (3. Spielklasse der U20 in Luxemburg, Staffel 2)
- Ergebnis: 2-5 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit: 1-3
- Tore: 0-1 2. (2), 1-1 21. (3), 1-2 31. (4), 1-3 41. (8), 1-4 70. (8), 1-5 81. (17), 2-5 85. (9)
- Vergebener Elfmeter: Torwart von Rodange wehrt Foulelfmeter von Mamers Nr. 4 ab (2. Min.)
- Verwarnungen: Nr. 5, 7 (Rodange); 2x Nr. 7, Nr. 2, 4 (Mamer)
- Platzverweise: 2. Min. Nr. 2 von Rodange (angeblich Notbremse), 84. Min. Nr. 7 von Mamer (Gelb-Rot, wiederholtes Meckern)
- Spielort: Terrain Doihl (Kap. 1.500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 8,0/10 (Hervorragendes Jugendspiel: offener Schlagabtausch mit massig Torszenen und Zweikämpfen)

Sporting Club Ell 1977 (Dames) -------------------------- 5
F.C. Blo-Wäiss Izeg (Dames) ------------------------------ 0
- Datum: Samstag, 11. Mai 2013 – Anstoß: 19.00
- Wettbewerb: Dames Ligue 1 (1. Spielklasse der Frauen)
- Ergebnis: 5-0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 2-0
- Tore: 1-0 22. (7), 2-0 33. (10), 3-0 48. (8), 4-0 71. (9), 5-0 89. (7)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade Um Essig (Kap. 1.100, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,5/10 (Izeg extrem schlecht, Ell gewann ohne zu überzeugen deutlich)

FC Orania Vianden (Jeunes Filles) ---------------------- 1
Entente Jeunesse Atertdaul (Jeunes Filles) ------------ 9
- Datum: Sonntag, 12. Mai 2013 – Anstoß: 11.00
- Wettbewerb: Jeunes Filles (1. Spielklasse der U15-Mädchen)
- Ergebnis: 1-9 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 1-4
- Tore: 0-1 3. (10), 0-2 8. (16), 0-3 11. (16), 1-3 20. (7), 1-4 29. (7), 1-5 37. (17), 1-6 47. (7), 1-7 48. (19), 1-8 51. (7), 1:9 57. (17)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade am Komp (Kap. 1.200 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,5/10 (Das übliche Gebolze, aber viele Tore)

FC Jeunesse Biwer 1939 (Cadets) ------------------------ 1
Union Sportive Mondorf-les-Bains (Cadets) ----------- 3
- Datum: Sonntag, 12. Mai 2013 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Cadets Classe V, Serie 2 (5. und unterste Spielklasse der U18, Staffel 2)
- Ergebnis: 1-3 nach 84 Min. (40/44) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 4. (9), 0-2 49. (11), 1-2 62. (8), 1-3 88. (direkte Ecke/ Eigentor)
- Verwarnungen: 8, 15 (Biwer); 10, 14 (Mondorf)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Centre Sportif Fancy (Kap. 2.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 8 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,0/10 (Über weite Strecken langweiliges Spiel, doch die Schlussphase war nicht schlecht)

FC Rapid Mansfeldia Hamm Benfica ------------------- 2
FC Déifferdeng 03 ------------------------------------------- 1
- Datum: Sonntag, 12. Mai 2013 – Anstoß: 16.00
- Wettbewerb: Foussball Nationaldivisioun, sogenannte „BGL Ligue“ (1. Luxemburgische Fußballliga/ Profi- und Halbprofiliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 94 Min. (45/49) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 3. Gauthier Caron, 1-1 47. Bruno Matias, 2-1 58. Kehal Djilali
- Verwarnungen: Bruno Matias, Robin Bellanger, Nabil Benhamza, André Bastos Silva (Hamm); Andy May (Déifferdeng)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade du Cents (Kap. 2.150, davon 150 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 600 (davon 520 zahlende und ca. 80 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,5/10 (Durchschnittliches Spiel)

FC Progrès Nidderkuer ------------------------------------ 2
Club Sportif Grevenmacher ------------------------------ 0
- Datum: Sonntag, 12. Mai 2013 – Anstoß: 18.30
- Wettbewerb: Foussball Nationaldivisioun, sogenannte „BGL Ligue“ (1. Luxemburgische Fußballliga/ Profi- und Halbprofiliga)
- Ergebnis: 2-0 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit: 2-0
- Tore: 1-0 3. Hakim Menaï, 2-0 32. Hakim Menaï
- Verwarnungen: Marco de Sousa (Nidderkuer); Goncalo Jorge Almeida da Silva, Gabriel Gaspar (Grevenmacher)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade Jos Haupert (Kap. 2.800, davon 800 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 350 (davon 185 zahlende, ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Ganz ordentliches, aber erschreckend einseitiges Spiel)

FC 1972 Ierpeldéng (Vétérans) --------------------------- 0
FC Orania Vianden (Vétérans) --------------------------- 8
- Datum: Montag, 13. Mai 2013 – Anstoß: 19.40
- Wettbewerb: Frëndschaftsmatch Vétérans, Freundschaftsspiel Alte Herren
- Ergebnis: 0-8 nach 70 Min. (35/35) – Halbzeit: 0-2
- Tore: 0-1 7. (7), 0-2 13. (10), 0-3 41. (10), 0-4 45. (8), 0-5 49. (8), 0-6 52. (11), 0-7 54. (6), 0-8 58. (10)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade An der Trell, terrain synthétique (Kap. 500 Stehplätze)
- Zuschauer: 6 (5 Heimfans und ich)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Ganz ansehnliches aber sehr einseitiges Durchschnitts-Altherrenspiel)

F.C. Union Mäertert-Waasserbëlleg (Reserve) ------- 2
FC Minsbech (Reserve) ------------------------------------ 0
- Datum: Dienstag, 14. Mai 2013 – Anstoß: 19.30
- Wettbewerb: Seniors Reserves, Classe 2, Série 2 (2. Luxemburgische Reserveliga, Staffel 2)
- Ergebnis: 2-2 nach 91 Min. (45/46) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 0-1 15. (11), 1-1 32. (6), 1-2 47. (7), 2-2 60. (11)
- Vergebener Elfmeter: 72. Min.; Munsbacher Torwart wehrt Handelfmeter von Nr. 17 ab
- Verwarnungen: Nr. 11 (UMW); Nr. 3, 6, 7 (Munsbach)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade de Sûre (Kap. 1.500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 8 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und spannendes Spiel, dessen zweite Halbzeit noch deutlich besser war als dessen erste)
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Photos with English and German Commentary:
b) Under-8 (Bambini): Sporting Bertrange v Swift Hesper
d) Under-20, 3rd Level: FC Rodange v FC Mamer, at Stade Doihl
e) Women’s Top Tier: SC Ell v Itzig Blo-Wäiss
h) Men’s Professional National Division: Rapid Mansfeldia Hamm Benfica v Défferdeng 03
i) Men’s Professional National Division: Progrès Nidderkuer v CS Grevenmacher
j) Veterans Friendly Match: FC 72 Ierpeldéng v FC Orania Vianden

m) Pictures taken in 2009: Esch/ Sauer etc. & Fels, Giewel and MULLERTHAL 
n) Pictures taken in 2008 and before: Vianden Palace  & Capital City:  & Clerveaux: 1 and Bourscheid. 
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Wir kamen erfreulich zügig bis Echternach direkt hinter der deutsch-luxemburgischen Grenze durch: erst kurz vor der Grenze setzte etwas Feiertagsverkehr ein, der in Echternach auch ziemlich große Dimensionen annahm. Zwei hervorstechende Sehenswürdigkeiten gibt es in Echternach: Erstens; die Wallfahrtsbasilika (Stichwort: Springprozession), ein nach Zerstörungen 1944 nach dem Krieg renovierter, gotischer Bau der auf das 10./11. Jahrhundert zurückgeht, aber nachweislich auf zwei älteren Kirchen errichtet wurde, welche – da bin ich mir sicher (auch wenn es nicht an den Infotafeln stand) – auf einem römischen Quellheiligtum errichtet wurden. Denn unter der Basilika entspringt eine entsprechend eingefasst Quelle und bei der Christianisierung, auch von Gebieten unserer Breitengrade, wurden ältere religiöse Stätten flächendeckend zerstört und überbaut. Zweitens; die größte römische Villa Luxemburgs. Die Grundmauern und rekonstruierten Säulen des Landsitzes sind gegen 1,50€ Eintritt, der natürlich auch fürs kleine, informative Museum gilt, zu besichtigen.

Da Lebensmittel extrem teuer sind in Luxemburg und die meisten Restaurants für Hauptgerichte zwischen 12€ und 27€ verlangen, ging in Echternach dann die Sucherei nach halbwegs vernünftigen Preisen los. Wir landeten schließlich bei einer portugiesischen Spelunke am Markt, wo alles auf Portugiesisch dran stand und lauter rauchende, alte Säcke Karten spielten. Das Tagesgericht kostete „nur“ 8,90€ - doch wo bekommt man schon für den Preis so eine große Portion Käse überbackenen Reis mit reichlich Entenfleisch und Speck? Das Essen war wirklich richtig gut dort!

Wir fuhren dann im Bereich des sehr schönen Müllerthals herum und kletterten durch die Felslandschaft Waschraum Schlüff mit ihren herrlichen, bewaldeten Felsformationen.

In Esch-Uelzecht angekommen, ging mal wieder die Sucherei los, denn in dem Kaff ist nichts richtig ausgeschildert. Die beiden Stadien liegen übrigens in parallel zueinander liegenden, aber nicht miteinander verbunden Straßen, sodass es nicht einfach war, zum richtigen zu finden. Das richtige war heute das Stade op Grenz, das wie der Name schon sagt unweit der luxemburgisch-französischen Grenze zu finden ist. Wir stellten wenig überrascht fest, dass auch in Luxemburg Industriestandorte heruntergekommen sind: die Stahlwerkergegend, in der sich das Stadion von Jeunesse befindet, hat viele graue, primitive Mehrfamilienhäuser zu bieten, die auch direkt um das kleine Stadion herumstehen. Zwei Tribünen mit schwarz-weißen Schalensitzen hat es zu bieten, davon ist eine überdacht. In Sichtweite befinden sich sowohl Industrieruinen, als auch bewaldete Felsen. Das ganze Ensemble könnte auch im benachbarten Saarland oder in der Ukraine stehen. Auch England oder Albanien wären denkbar. Also diese alten Stadien in Industriegegenden könnten zwar überall stehen, sind aber immer etwas Besonderes!

Es hieß 1. gegen 2. in der U20-Liga, wobei ich bei den besten Juniorenteams Luxemburgs eigentlich mit einem klassischen, langweiligen Spitzenspiel rechnete. Zuschauer gab es wie erwartet auch kaum, doch das Spiel war alles andere als taktisches Geplänkel: hier ging es von Anfang an offen hin und her. Beide Seiten erspielten sich andauernd Chancen, ständig gab es engagiert geführte Zweikämpfe zu sehen und das Tempo war auch stets scharf. Auf diesem hohen Niveau bewegte sich auch der Schiedsrichter, der ohne Linienrichter auskam. Das gute Spiel nötigte sogar die Zuschauer hier immer mal mitzugehen und sich anzupöbeln...

Das erste richtige Ausrufezeichen setzte der Gastgeber mit dem Führungstreffer nach 10 Minuten, doch mit zunehmender Erstarkung der Gäste geriet Jeunesse zunehmend in Probleme. Allerdings sprang für Diddeleng nur der Ausgleich heraus, der in der 45. Minute, wirklich ganz kurz vor dem Pausenpfiff, egalisiert wurde. Erst in der zweiten Halbzeit gelang es Diddeleng, das Spiel wirklich an sich zu reißen. Esch war bemüht und kam auch zu Chancen, doch so richtig funktionierte jetzt nicht mehr so viel und Diddeleng drehte das Spiel mit herrlichem Fußball auf 2:3!

Nachdem sich die letzte Pöbelei beruhigt hatte, fuhren wir ins Hotel. Dass in dem scheiß Ibis-Budget das Internet teilweise noch langsamer ging als bei uns Heeme, war schon erschreckend!
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Der heutige Tag stand mangels Alternativen sehr im Zeichen des luxemburgischen Jugendfußballs. Um 10 Uhr waren wir in Bertrange, schauten dort das Schloss und das Herrenhaus (eher unspektakuläre Bauten) und die innen ganz interessante Kirche neben dem Schloss an. Im Stadionkomplex wurde leider auf dem hässlichen Nebenplatz, der mit minderwertigem Kunstrasen ausgelegt ist, gekickt. Der Hauptplatz ist jetzt allerdings trotz Tribüne nicht so herausragend.

Die jüngste Jugendklasse, die nach französischem System 6 gegen 6 auf einem Viertel des Großfeldes auf Kleinfeldtore 2x25 Minuten spielt, stand an und der Gast aus Hesperange, Swift Hesper, ging in einem anfangs völlig kopflosen Gekicke in Führung. Bertrange wurde aber immer besser und glich aus, ehe sie dann durch die beiden besten Spieler – Hamza und Adriano, wie von den begeisterten Eltern, die teilweise schon richtig im Spielfeld drinstanden, zu erfahren war – 4:1 in Front gingen. Hesper holte noch mal auf. Es gab dann zwei Torhütereigentore – jeder Schlussmann hatte ein solches Missgeschick. Ein schöner Schuss hoch ins Eck setzte den Schlusspunkt zum 6:4 für Bertrange.

Wir besichtigten dann das ziemlich heruntergekommene Kloster Marienthal und ein paar Schlösser im „Tal der Sieben Schlösser“ das zu Zentral-Luxemburg zählt und somit im sehenswertesten Teil eines generell absolut sehenswerten Landes liegt. Das herausragendste Schloss ist dabei das derzeit in Renovierung befindliche, absolut symmetrisch angelegte Aansebuerg (Ansembourg). Insbesondere der – natürlich ebenfalls ausgesprochen genau symmetrisch angelegte – Schlosspark in der engen, grünen Tallandschaft weiß zu beeindrucken. Auch Dondel (Dondelange) hat ein ganz nettes, aber nicht weiter ausgeschildertes und zudem noch bewohntes Schloss zu bieten. Spektakulärer ist da natürlich das wuchtige Gemäuer des Burgschlosses Hollenfels, hoch oberhalb des Tales.

Dann hieß es noch einmal Kleinfeldjugend, diesmal in Käl bzw. Kayl. Kayl/ Teteng hat zwei Plätze: die Großen spielen meist auf dem größeren Platz in Téiteng, die Kleinen auf dem ausbautenlosen, aber landschaftlich schönen Dorfanger in Käl. Während das Wetter wechselhaft war, verlief das Spiel absolut konstant: immer auf das Tor der Heimmannschaft. Der Gast aus der Hauptstadt, RFCUL, konnte schon richtig gut den Ball laufen lassen und kam andauernd zum Schuss. In der ersten Hälfte hielt der Keeper noch weitestgehend dicht und ließ nur einen Treffer rein, doch im zweiten Spielabschnitt war er dann ein ums andere Mal chancenlos, da seine Abwehr nun gar nicht mehr klar kam und die Hauptstädter durch die Reihen ziehen ließ. 0:9 am Ende – und das war eigentlich noch zu niedrig!

Jetzt mal Großfeldjugend und zwar die älteste Kategorie. Auf ähnlich hohem Niveau wie die 1. Spielklasse in Esch-Uelzecht war heute auch die 3. Spielklasse in Rodange. Auch das Stadion war ähnlich: in schöner Landschaft aber einer versifften Bergbaustadt gelegen – das Stade op Grenz in Esch ist aber baulich in halbwegs gutem Zustand, was auf das Terrain Doihl nicht zutrifft: unebene Stehstufen unter einem undichten Wellblechdach. Also wenn ich einem diese Bilder zeige, tippt der auf Kosovo, Libanon oder 10. englische Liga im Raum Manchester – aber nicht Luxemburg!

Das Spiel ging furios los: ein Lattentreffer der Hausherren, dann der Konter und ein Foul im Strafraum. Klarer Elfer, aber eine Notbremse war das nicht, was der eher schwache Schiedsrichter falsch sah und den Rodanger gleich nach 2 Minuten Heeme schickte. Der Elfmeter war dermaßen scheiße geschossen, dass der Torwart ihn aus dem Stand abwehren konnte, doch der Nachschuss landete im langen Eck. In Unterzahl gelang Rodange per Kopf der Ausgleich, doch noch vor der Pause erzielte Mamer – erst per Freistoß, dann mit einem sauber abgeschlossenen Sturmlauf – die quasi-Entscheidung. Nach der Pause zog der Gast nur noch mehr davon, wobei es nun von beiden Seiten mehr Fouls gab, die, wenn sie von Mamer begangen wurden, vom Schiedsrichter nicht immer geahndet wurden. Da wurde dann auch mal ordentlich rumgepöbelt auf dem Feld und den Rängen... Ein weiterer Treffer gelang Rodange in der Schlussphase, doch das 2:5 war völlig indiskutabel und viel zu hoch ausgefallen.

Das letzte Spiel des Tages besuchten wir nach einem kurzen Essenseinkauf auf der grünen Wiese in Belgien (Aldi hat dort nur Mo-Sa 8.30-19.00 offen: Gewerkschaftlerterror oder was?!) – dort grasten wirklich Kühe hinter dem Einkaufszentrum! – in einem idyllischen aber gesichtslosen Kaff namens Ell. Das Stadion am Bach Essig heißt auch schon so und ist eine Wiese neben einer Kuhweide mit der Kirche in Sichtweite, auf die zwei Tore auf eine mit Werbebanden abgesteckten Fläche gestellt wurden und an deren Rand sich eine schöne kleine überdachte Tribüne mit Imbiss befindet.

Dafür, dass dann der 4. gegen den 3. der 1. luxemburgischen Frauenliga spielte, war das Niveau sehr niedrig. Ell hatte zum Glück ein paar gute Spielerinnen, die die Gästeabwehr zwei Mal geschickt und sauber überlisteten – doch viel passierte nicht in Hälfte eins. Den Damen, die mit einer Sammelbüchse um „Finanzéierung“ baten, gaben wir natürlich trotzdem pro Person 2€. Schließlich war das Spiel ja durch Ell noch halbwegs ansehnlich. Nach der Pause wechselte der komische Coach von Blau-Weiß Itzig eine ganz schwache und viel zu kleine Torhüterin ein, die auch nach drei Minuten schon hinter sich greifen musste. Bei der Scheiße, die Itzig da kickte, mussten die echt froh sein, hier nur 5:0 zu verlieren und nicht 10:0 oder noch höher. Eigentlich hätte ich gedacht, dass sich diese Teams auf dem Niveau von den besseren nordafrikanischen Mannschaften bewegen, aber das war eher unterer Bereich in Algerien oder Marokko bzw. deutsche Regional- oder Verbandsligen.

Wie auch immer... Wir fuhren durch schöne Landschaften an der Schlossruine von Kërsch vorbei zum ETAP zurück. Warum in diesem mittlerweile so sauteuren Hotel das versprochene Highspeedinternet so extrem langsam ist, möchte ich ja mal wissen!
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Beim Frühstück war heute echt was los: Radrennfahrer und Reisegruppen aus Malaysia oder Singapur leerten das Büffet schneller, als die zwei Bediensteten nachfüllen konnten, doch obwohl es länger dauerte als normal, schafften wir es rechtzeitig nach Vianden, in einen der schönsten Orte Luxemburgs, wo die wohl schönste Burganlage des Landes steht.

Da wir die ganze Ecke dort schon kannten, hielten wir nur noch kurz am Aussichtspunkt mit Burgblick an und fuhren dann die Ausfallstraße weiter auf den Berg hoch. Dort befinden sich zwei Fußballplätze, die direkt an die Felswände geklatscht sind. Eine solche landschaftliche Situation wird in Luxemburg „Komp“ genannt: Kessellage. Wobei „Komp“ laut dem Lëtzebuerger Online Dictionnaire in diesem so genialen Dialekt in erster Linie für „Schüssel“ steht. So findet man zwei Beispielsätze: „Si hunn op hirem Buffet en ale parzeläins Komp stoen“ (sie haben auf ihrem Buffet eine alte Porzellanschüssel stehen) und auch „hie sëtzt elo bal eng hallef Stonn um Komp“ (er sitzt schon bald eine halbe Stunde auf dem Klo).

Auf dem Hauptplatz, der den besten Blick auf die Felswand hat und zudem eine kleine überdachte Tribüne vorweisen kann, fand ein Spiel der Mädchenliga statt. Die Alterspanne war irgendwo zwischen 10 und 15 Jahren, nominell war das glaube ich eine U15-Liga. Die Sonderregeln für diesen Kleinfeldkick waren völlig abstrus: Ecke wurde auf einer Markierung zwischen Torpfosten und Eckfahne ausgeführt, es gab zudem eine Abseitsregel, die der Schiedsrichter dann einmal auch noch falsch anwandte bei einem sauberen Treffer der ohnehin völlig unterlegenen Heimmannschaft. Vianden gelang nur nach einer schönen Einzelleistung ein Treffer, ansonsten konnte man an dem überhaupt nicht funktionierenden Zusammenspiel erahnen, warum die nur Vorletzter (5.) sind. Allerdings ist der Unterschied zum Tabellenzweiten von Entente Jeunesse Atertdaul nicht so groß. Wie die neun Tore erzielen konnten, ist mir eigentlich schleierhaft. Atertdaul braucht man übrigens gar nicht auf einer Luxemburgkarte zu suchen, denn diese Jugendspielgemeinschaft (Entente Jeunesse) ist eine Abkürzung aus den Namen ihrer Mitglieder: Beckerich, Ell, Preizerdaul/ Reiden und Useldeng. Gespielt wird in letztgenanntem Ort, der eine schöne Burg aufweisen kann.
Nach diesem schon ganz unterhaltsamen Mädchenfußballspiel in herrlichem Stadion fuhren wir noch schnell im Einkaufszentrum von Grevenmacher etwas essen (Mittagsmenü für nur 8,90€: Fleischgericht mit Beilage, Salat und Vorsuppe – das ist für Luxemburg echt billig!) und hockten uns dann auf die an die Sporthalle gebaute Stehtribüne im Sportzentrum Fancy in Biwer. Dort gab es dann nicht nur vorbeifahrende Züge, sondern auch ein Spiel der 5. und untersten U18-Liga zu sehen: Tabellenführer Biwer gegen Dritter (von fünf) Bad Mondorf. Nach einem schnellen Start mit schönem Tor der Gäste ebbte das Spiel ab und fand auf einem noch schwächeren Niveau statt als erwartet. Nach so viel gutem Fußball in Luxemburg war dann halt mal ein eher schwaches Spiel dabei. Irgendwann eierte dann ein zweiter Treffer über den Innenpfosten ins Netz zum 0:2. Als Biwer endlich einen schönen Treffer heraus spielen konnte, wurde das Spiel wieder lebhafter: Torszenen im Minutentakt, noch ein Treffer der Gäste nach einer direkt hineingeschlagenen Ecke und eine Tätlichkeit mit anschließender Schubserei im Rücken des ohnehin für Luxemburger Verhältnisse schwachen Schiedsrichters.

Weiter nach Luxemburg-Stadt, in den Stadtteil Zents, der an den Stadtteil Hamm angrenzt und die Heimat von Rapid Mansfeldia Hamm Benfica ist. Wie genau die Verbindung zum Mansfelder Land und Benfica Lissabon sind, weiß ich nicht, aber es gibt nach Luxemburg eingewanderte Mansfelder (Stichwort: Bergbau) und Portugiesen waren da mal wieder viele zugegen. Für 8€ Eintritt kann man in diesem zwischen Gartenanlagen und Einfamilienhäusern gelegenen Stadion entweder auf eine schöne, kleine, überdachte Sitztribüne oder auf die daneben aufgebauten Steinstufen bzw. ebenirdisch um den Platz herum stehen. Übrigens flogen in sehr regelmäßigen Abständen Flugzeuge in bester Sichtweite vorbei.

Die Zuschauerzahl war gar nicht so schlecht und das Spiel fing mal wieder furios an: nach ein paar Minuten ging der Gast aus Differdingen schon mit 0:1 in Führung. Erst in der zweiten Halbzeit gelang es den etwas besseren Hausherren das Spiel zu drehen: ein Einwechsler sorgte schließlich, nachdem er erst eine Minute im Spiel war, für den 2:1-Siegtreffer des FC RM Benfica.

Für meinen Vater begann nach diesem mittelmäßigen Spiel zwischen dem 5. und dem 4. der dienstliche Aufenthalt. Eigentlich war er ja nicht zum Groundhopping in Luxemburg, sondern wegen einer Konferenz hier, deren erste Abendveranstaltung um 19 Uhr begann. Für mich gab es eine andere Abendveranstaltung und zwar schon um 18.30 in Nidderkuer: und zwar im schönen Stadion im Industriegebiet, das irgendwo von Bäumen umgeben auf der grünen Wiese liegt und eine tolle Sitztribüne mit sechs Reihen Kunststoffbänken vorweisen kann.

Auf der Bank neben mir saß lustigerweise der Vater von Vereinspräsident Bossi, der mir einiges über den Fußball in Nidderkuer und dem Rest des Großherzogtums erzählen konnte. Sein Enkel Paul spielte übrigens bis zur 90. Minute, eher er gegen seinen jüngeren Bruder Ben ausgewechselt wurde. Alles noch irgendwie familiär und entspannt, da in Luxemburg!

Aber das Spiel begann auch hier keineswegs entspannt, denn Nidderkuer legte nach drei Minuten schon mit einem schönen Schuss vor. Der favorisierte Gast aus Grevenmacher bekam gar nichts auf die Reihe und spielte auch lustlos. Herr Bossi meinte, dass er Maacher noch nie so schlecht habe spielen sehen. Entsprechend kassierten sie auch das 2:0, das schon die Entscheidung seien sollte. Durch diesen Sieg, den sie in der zweiten Hälfte durch Offensive verteidigten – der Sechstplatzierte Grevenmacher kam gar nicht zum Zuge – wahrten sie sich ihre Chancen auf den Klassenerhalt.

Ich fuhr noch etwas in den zusammengewachsenen Orten um Differdingen – also in der am wenigsten sehenswerten Ecke des Großherzogtums – herum, ehe es in die Hauptstadt zurück ging.
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Wenn ich schon mal nicht in die Uni gehe, muss ich die Sachen wenigstens gleich nachholen und vorbereiten. Also war ich bis zum frühen Abend im Hotel am Arbeiten, ehe ich mich in den Feierabendverkehr stürzte, um nach Ierpeldéng/ Erpeldange/ Erpeldingen zu kommen. Auf dem Weg dahin ging es durch eine tolle Alleenstraße zwischen Bridel und Kopstal. Ich guckte mir auch noch das etwas angefressene Schloss Schoenfels, das einen herrlichen Turm hat, an.

In Ierpeldéng angekommen, schaute ich mir erstmal den Ort an: stinkende Viehställe und Scheunen mitten an der Durchfahrtsstraße, gegenüber eine Kirche und saubere Wohngegenden, daneben ein schickes Schloss (dort sitzt u.a. die Gemeindeverwaltung) mit kleinem Park und protzigem Portal. Hinter dieser seltsamen Straße, in den Wiesen, die von herrlichen bewaldeten Bergen begrenzt werden, befindet sich die Sportanlage vom FC 72 Erpeldange. Eine gesichtslose Naturwiese und eine gesichtlose Plastewiese. Daneben ein sehr groß geratener Gebäudetrakt mit Vereinsheim, Umkleiden und so. Auf dem Naturrasen trainierten die Männer, die Alten Herren spielten ein Freundschaftsmatch auf dem viel kleineren Kunstrasen.
Die wenigen Zuschauer, die das Spiel sahen, bekamen ganz ordentlichen Fußball geboten, wobei nach einem flotten Start der Gäste aus dem wunderschönen Vianden – ein abgefälschter Freistoß und abgestaubt aus Nahdistanz – die Partie verflachte. Auch in der deutlich besseren zweiten Halbzeit hatte der Gastgeber Entenhausen, äh... Erpeldingen, kaum eine Tormöglichkeit. Einmal trafen sie jedoch den Pfosten. Über die Linie ging der Ball allerdings nicht, nur Vianden feierte einen Torerfolg nach dem anderen. Am Ende siegten sie, vielleicht etwas zu hoch, mit 0:8.
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Nach dem Frühstück und dem Check-Out fuhren mein Vater und ich an die Uni in Luxemburg-Stadt: er hatte dort Konferenz, ich musste ein Referat für kommenden Mittwoch vorbereiten, was sich im Studienzimmer gut machen lies. Die Uni ist aber auffällig kleiner und wirkte nicht wirklich moderner als Halle. In Luxemburg sollte man so wie so nicht immer modernsten Luxus erwarten, was aber auch gut so ist. Die Gespräche im Studienzimmer liefen übrigens immer schön Luxemburgisch, Hochdeutsch, Französisch und Englisch ab – da waren echt alle viersprachig! Nur die französischen Studenten konnten selten mehr als ihr Französisch.

Als wir beide mittags fertig wurden, brachen wir gen Esch-Uelzecht/ Belvaux, wo es futuristische Bauten und Industrieruinen zu sehen gibt, auf und fuhren dann nach Mamer weiter. Dort gibt es die Ruinen von römischen Thermen zu sehen. Weiter nach Steesel, wo man mangelhaft ausgeschildert irgendwo im Wald hinter der Baumschule rechts die Grundmauern und Rekonstruktionen eines römischen Heiligtums findet. In Miersch hat man die römischen Reste teilweise überdacht, sehenswerter ist dort auch das Schloss in der Ortsmitte. In Pettingen sind die eindrucksvollen Ruinen des Wasserschlosses einen Besuch wert.

Wir fuhren dann nach Wasserbillig an der deutschen Grenze – entsprechend von Deutschen überfüllt war es dort, warfen noch schnell nen Döner ein, und gingen an der recht wuchtigen Kirche vorbei ins Stadion. Das Stade de Sûre – Stadion an der Sauer – liegt weit oberhalb des Flusses in herrlicher Landschaft am Rande einer sehr gepflegten Einfamilienhaussiedlung. Das waren zwar keine Villen, aber deutlich bessere Gebäude und Gärten als in den deutschen Spießersiedlungen mit ihren Katalogreihenhäusern, die mehr wie zu groß geratene Hundehütten aussehen, und dümmlichen Ökogärten. Erstrecht keine Villa ist übrigens das Stadion: die von vielen Stahlrohren gehaltene Wellblechüberdachung der teilweise sehr abgenutzten Stehtribüne passt nicht so recht in die schicke Siedlung. Der Eingangsbereich mit der Buvette ist natürlich sehr gut gemacht. Ansonsten lebt der enge Platz auch stark von der in Sichtweite befindlichen Landschaft.

Am Dienstagabend gab es hier den Siebten gegen den Achten von 10 Teams der Südstaffel der 2. Reserveliga Luxemburgs zu sehen. Klingt natürlich nicht so klangvoll, wobei die Vereinsnamen Union Mertert/ Wasserbillig und Football Club Munsbach natürlich ganz nett klingen, aber es entwickelte sich schnell ein sehenswertes Spiel, das Munsbach nach der spektakulären Führung – ein 25-Meter-Schuss in den Winkel – aus der Hand zu geben drohte. Wasserbillig war nun klar besser und glich aus. Nach der Pause gerieten sie jedoch wieder in Rückstand: nach einer Unaufmerksamkeit landete der Ball wieder im Torwinkel – nur diesmal im anderen Tor, im linken statt im rechten Winkel und außerdem auch aus viel kürzerer Distanz. Doch nach einer Viertelstunde war es wieder Wasserbillig, das Druck machte und erneut ausglich. Ein gar nicht so schlecht geschossener Elfer wurde vom starken Minsbecher Torwart abgewehrt.

Das 2:2 war ein angemessenes Resultat, wobei sich Munsbach auch nicht über eine Niederlage hätte beschweren können. Was das Beschweren angeht, machten das doch immer wieder einige der Heimfans – man merkte, dass Trier nicht weit ist: von wegen mal nen 5kg-Rauchtopf wo zünden wollen, wo man kein Stadionverbot kriegt... – was aber zu einer guten Atmosphäre führte: hier wurde doch mal emotional mitgegangen!
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Nachdem wir 2 Uhr nachts wieder zurück waren, kann man nur das Fazit ziehen, dass sich diese Tour sehr gelohnt hat: Luxemburg ist so ziemlich das schönste Land in Europa mit einer extrem hohen Sehenswürdigkeitendichte und auch wenn es beim Fußball meist ein bisschen sehr entspannt zu geht (keine Pyro, keine Schlägereien) und die Teams international ganz unbedeutend sind – hier lohnt es sich sehr zuzuschauen. Viele interessante Stadien, recht angenehme Leute die sich auch nie daran stören wenn ein Groundhopper die Anlage fotografiert, und qualitativ ordentlichen Amateurfußball mit sehr hohem Toreschnitt. Ohne die beiden Spiele der Profi-/ Halbprofiliga hab ich in 9 Partien ganze 62 Tore gesehen. Das ist ein Torschnitt von 6,9 Treffern pro Spiel! Auch mit den beiden Spielen der stets torärmeren Nationaldivisioun kommt man noch auf einen Torschnitt von 6,1 (67 aus 11 Spielen)! Also Luxemburg: immer wieder gerne!

Statistik vom Freitag: 1 Spiel (70. ohne 0:0), 1 neuer Ground, 680 km Auto.
Statistik vom Samstag: 4 Spiele (71.-74. ohne 0:0), 4 neue Grounds, 190km Auto.
Statistik vom Sonntag: 4 Spiele (75.-78. ohne 0:0), 4 neue Grounds, 230km Auto.
Statistik vom Montag: 1 Spiel (79. ohne 0:0), 1 neuer Ground, 150km Auto.
Statistik vom Dienstag: 1 Spiel (80. ohne 0:0), 1 neuer Ground, 720km Auto
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Gesamt-Statistik der Tour:
- Grounds: 925 (11 neue; diese Saison: 157 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.794 (11, diese Saison: 217)
- Tourkilometer: 1.970 (1.970 Auto)
- Saisonkilometer: 51.570 (41.870 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 2.920 Fahrrad/ 190 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 80 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 355