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Montag, 22. Dezember 2014

W438II: Erfolgreicher Samstag für Amicale Steesel

BBC Amicale Steesel ................................................... 106
Basket AS 1937 Soleuvre .............................................. 70
- Datum: Samstag, 20. Dezember 2014 – Tip-off: 20.30
- Wettbewerb: sogenannte Total League (1. Spielklasse im luxemburgischen Basketball, Halbprofiliga)
- Ergebnis: 106-70 nach 40 Min. (4x10) – Viertelergebnisse: 26-11, 26-17, 26-22, 28-20
- Punkte: Jeitz 26, Mc Daniel 16, Reimold 16, Picard 15, Belchier 12, Laurent 9, Hoeser 6, Scharz 4, Steinmetz 2 (Steesel); Barden Jr. 21, Miller 20, Koster 10, Benseghir 8, Heuschling 4, Wampach 3, Peffer 2, Bissener 2 (Zolwer)
- Fouls: Reimold 3, Jeitz 2, Laurent 2, Konen 1, Schartz 1, Kapgen 1, Mc Daniel 1, Picard 1, Theisen 1 (Steesel = 13); Heuschling 3, Hemmen 3, Koster 2, Miller 2, Bissener 2, Benseghir 1, Wampach 1, Barden Jr 1 (Zolwer = 15)
- Spielort: Hall Omnisports Alain Marchetti (Kap. 500 Sitzplätze, davon 306 fest installierte Sitzeplätze und 196 temporäre Sitze)
- Zuschauer: ca. 500 (davon ca. 100 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Hervorragendes Spiel von Steesel und starke Stimmung der Heimfans, Zolwer war in allen Belangen klar unterlegen)

B.B.C. Telstar Hesperange (Dames) ............................ 52
BBC Amicale Steesel (Dames) ...................................... 70
- Datum: Samstag, 20. Dezember 2014 – Tip-off: 18.00
- Wettbewerb: sogenannte Total League Dames (1. Spielklasse im luxemburgischen Frauenbasketball)
- Ergebnis: 52-70 nach 40 Min. (4x10) – Viertelergbnisse: 17-19, 11-22, 16-11, 8-18
- Punkte: Brown 20, Walter 16, Müller 10, L. Schröder 4, N. Schröder 2 (Hesper); Anderson 29, Charlston 21, Schmitz 11, Nilles 6, Weber 3 (Steesel)
- Fouls: Brown 3, Ransquin 3, N. Schröder 3, Müller 2, L. Schrödr 2, Kenens 1, Walter 1 (Hesper = 15); Charlston 3, Weber 3, Schmitz 2, Nilles 1, Anderson 1 (Steesel = 10)
- Spielort: Hall Omnisports Holleschbierg (Kap. 360 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 15 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Ansehnliches Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Luxembourg Men’s Basketball Top Division: Amicale Steesel v AS Zolwer
b) Luxembourg Women’s Basketball Top Division: Telstar Hesper v Amicale Steesel
c) LUXEMBOURG: Echternach Town Wall at Night+ Pictures taken in November 2014, 2013, and earlier
d) Rhineland-Palatinate: Castles in Neublankenheim, Dreimühlen, Oberehe, Gerolstein-Lissingen, Mürlenbach, Manderscheid, Seinsfeld, Malberg, Bruch and Dodenburg; Monasteries & Churches in Niederehe, Himmelrod and Kyllburg; Waterfalls in Dreimühlen
Video:
Luxembourg Men’s Basketball Top Division: Amicale Steesel v AS Zolwer (Brass Music and Drums)

Weihnachtsferien, aber für den Besuch im Elternhaus ist es noch ein bisschen früh. Also noch mal nach Luxemburg! Sightseeing gab es diesmal allerdings, da mir in Luxemburg nur noch zwei Schlösser und ein Felsenwanderweg eingefallen wären, nur in Rheinland-Pfalz.

Kaum hatte ich die Landesgrenze von NRW und RP passiert, tauchte auch schon die erste Burg auf. Die Ruine Neublankenheim steht isoliert auf einem Bergsporn inmitten der schönen, bewaldeten Berglandschaft. Mit einem guten Auto kann man bis zum Burgtor hochfahren, was ich auch gemacht habe. Wenn vor den hoch aufragenden Ruinen mit dem markanten Turm allerdings ein Auto steht, passt kein zweites mehr daneben.

Ähnlich in der Lage, aber bis auf einen Mauerrest nicht mehr erhalten ist die über einen Wanderweg – bei so schlechtem Wetter wie heute konnte man aber mit dem Auto hinter fahren: keine Sau war unterwegs – erreichbare Burg Dreimühlen. Die ist nur deshalb interessant, weil neben der Ruine ein kleiner Wasserfall über einen Felsen in einen größeren Bach entwässert.

In Niederehe steht eine sehenswerte Klosteranlage deren Kirche innen schöne Malereien um die Fensterbögen herum und in der Apsis hat. In Oberehe wiederum findet sich ein interessantes Burgschloss mit massivem Portal.

Lissingen bei Gerolstein (Gerolstein ist so hässlich wie fast alle Städte in Rheinland-Pfalz) steht ein sehr heruntergekommenes Burgschloss. Mürlenbach hingegen liegt nicht nur spektakulärer, sondern ist auch sehr viel gepflegter und baulich auch noch ungewöhnlicher, der sie sehr französisch wirkende, eng beieinander stehende Rundtürme mit spitzen Hauben hat. Manderscheid ist noch spektakulärer, da die beiden Burgen dort als Ruinen einen ganzen Berghang zustellen. Wie so oft in der Pfalz waren sie allerdings winters geschlossen.

Wenig lohnend war das Kloster Himmelrod: so eine kahle Barockkirche habe ich noch nie gesehen! Der Wiederaufbau nach Kriegszerstörungen und Säkularisierung schien mir nicht so gelungen. Sehr viel sehenswerter war da die Kirche von Kyllburg. In dem ansonsten sehr toten Kaff trieb ich auch noch einen Dönerladen auf, der ne ordentliche Pizza hinkriegte. Allerdings war das Preisniveau ähnlich schlecht wie woanders in der Pfalz. Also bei genau demselben türkischen Pizzagericht (eine Art Calzone) hatte ich für genau dieselben 6€ das letzte Mal in Brandenburg doppelt so viel auf dem Teller gehabt...

Nahe bei Kyllburg gibt es noch das in Privatbesitz befindliche Wasserschloss Burg Seinsfeld und das im Winter nicht geöffnete uns ziemlich gewaltige Schloss von Malberg. Schließlich schaute ich mir noch die Burg in Bruch, die ebenfalls ungewöhnlich Rundtürme mit spitzen Hauben hat, und das sehr reich gestaltete Schloss in Dodenburg an. Dann ging es nach Luxemburg rüber.  
In Hesper steht oben auf dem Holleschbierg direkt neben dem Stadion von Swift eine ansehnliche Sporthalle mit sehr großem, begrüntem, verglastem Foyer. Der Innenraum hat eine Obertribüne mit vier Reihen schwarzer Holzsitze auf Granitstufen zu bieten.

Zum Spiel der 1. luxemburgischen Frauenbasketballliga kamen natürlich nur sehr wenige Zuschauer, doch es lohnte sich zuzugucken. Besonders die US-Amerikanerinnen beim Gastverein aus Steesel zeigten gute Szenen. Am Ende setzte sich Amicale Steesel auch mit 16 Punkten Unterschied durch.

Die TOTAL sponsert ja die höchsten Basketballligen Luxemburgs und da man in Luxemburg sowieso einen Festpreis für Kraftstoffe hat, den die TOTAL nicht wie in Deutschland zum Abzocken nach oben hin verschieben kann, tankte ich auf dem Weg zum Hauptspiel des Abends an einer TOTAL in Luxemburg-Stadt. Der Liter Diesel für 99 Cent... Hier sah ich übrigens erstsmal in Luxemburg Asikinder, die spät abends noch Alkohol kaufen wollten und in der Tanke rumpöbelten: es waren Portugiesen...  
In Steesel (Steinsel) angekommen, ging es gleich in die sehr ähnlich gebaute Sporthalle Alain Marchetti. Auch hier ein verglastes Foyer und eine Obertribüne mit Granitstufen und vier Reihen schwarzer Holzsitze. Ich setzte mich allerdings nach unten auf die temporären Plätze: Turnhallenbänke auf der Längsseite und Stühle hinter dem einen Korb.

Es war fast jeder Platz belegt und wer nicht Platz nahm, blieb stehen obwohl keine Stehplätze vorgesehen sind. Von den 500 Zuschauern kamen knapp 100 aus Zolwer (Soleuvre). Der Gästeanhang kam allerdings mit nur einer Trompete und einer Trommel und im Laufe des Spiels auch abnehmenden Enthusiasmus‘ nicht gegen den Stimmungsblock von Steesel an. Amicale hatte Trommler, Schlagzeuger und einen Trompeter, sodass die berüchtigte Blasmusik fast nur von den Heimfans ausging. Auch hier wieder wie beim Heimspiel in Zolwer: Sportlieder, Karnevalsschlager und Weihnachtslieder. Einmal wurde auch „Rivers of Babylon“ gespielt...

Auf dem Parkett zeichnete sich schnell ab, dass der Tabellendritte beim Tabellenzweiten nicht viel zu melden haben wird: Zolwer spielte ja nicht schlecht, aber viele Würfe waren zu ungenau, während bei Steesel fast alles saß. In den letzten beiden Vierteln konnte Zolwer den Gastgeber etwas bremsen, doch Amicale Steesel gewann am Ende mit enormen 36 Punkten Unterschied.  
Statistik:
- Grounds: 1.251 (heute 2 neue; diese Saison: 97 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.248 (heute 2; diese Saison: 136)
- Tageskilometer: 470 (470 Auto)
- Saisonkilometer: 25.760 (18.950 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.900 öffentliche Verkehrsmittel/ 1.310 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 2 [letzte Serie: 13, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 438

Montag, 24. November 2014

W434IV: Luxemburgs einzige Holztribüne und volle Scheune beim Basketball in Zolwer

AS 1937 Soleuvre ............................................................ 87
BBC Arantia Larochette ................................................ 78
- Datum: Sonntag, 16. November 2014 – Tipp-off: 18.00
- Wettbewerb: Basketball Nationaldivisioun bzw. sogenannte „Total Ligue” (1. Spielklasse in Luxemburg, Halbprofi- und Amateurliga)
- Ergebnis: 87-78 nach 40 Min. (4x10) – Viertelstände: 26-16, 20-25, 20-27, 21-10
- Punkte: Pitt Koster 25, Malcom Miller 24, Derrick Barden Jr. 16, Dominique Benseghir 12, Vic Heuschling 4, Ben Hemmen 4, Eric Bissener 2 (Zolwer); Reginald Evans 31, Michael Jones 14, Rui Felipe Nunes Jordao 13, Sam Salvador Ferreira 8, Christophe Kirpach 4, Tom Becker 4, Joao Pedro Nunes Jordao 2, Claude Weckering 2 (Fiels)
- Fouls: Dominique Benseghir 3, Pitt Koster 2, Malcom Miller 1, Derrick Barden Jr. 1 (Zolwer = 7); Michael Jones 4, Pit Hoffmann 3, Christophe Kirpach 2, Sam Salvador Ferreira 1, Joao Pedro Nunes Jordao, Tom Becker 1 (Fiels = 12)
- Spielort: Centre Sportif Roger Krier, KUSS Scheierhaff (Kap. 800, davon 640 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 800 (davon ca. 50 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 8,0/10 (Spannendes Spiel auf ordentlichem Niveau, gute Stimmung)

Cercle Sportif Fola 1906 Esch/Alzette ........................... 4
Uewer/Nidder Käerjeng 1997 ......................................... 0
- Datum: Sonntag, 16. November 2014 – Anstoß: 16.00
- Wettbewerb: Nationaldivisioun bzw. sogenannte „BGL Ligue” (1. Spielklasse in Luxemburg, Halbprofi- und Amateurliga)
- Ergebnis: 4-0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 1-0 52. Laurent Jans, 2-0 56. Samir Haji, 3-0 60. Jérôme Brix (Eigentor), 4-0 89. Samir Haji
- Verwarnungen: TW Jérôme Winckel, Nr. 28 (beide Käerjeng)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade Emile Mayrisch (Kap. 2.826, davon 826 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 280 (davon 260 zahlende und etwa 15-30 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Brauchte ewig um in Fahrt zu kommen, war aber in der zweiten Hälfte ein gutes Spiel)

FC Déifferdeng 2003 (Cadets) ....................................... 12
AS La Jeunesse d’Esch/ Alzette (Cadets) ....................... 1
- Datum: Sonntag, 16. November 2014 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Cadets Classe 2 (2. Spielklasse der U17 in Luxemburg)
- Ergebnis: 12-1 nach 80 Min. (40/40) – Halbzeit: 4-0
- Tore: 1-0 6. (29), 2-0 10. (15), 3-0 12. (11), 4-0 35. (17), 5-0 41. (7), 6-0 45. (18), 7-0 49. (18), 8-0 52. (20), 8-1 61. (Nr. 6; Nachschuss des eigenen Foulelfmeters), 9-1 73. (11), 10-1 74. (11), 11-1 79. (7), 12-1 80. (18)
- Verwarnungen: Nr. 4 (Déifferdeng); Nr. 4 (Jeunesse)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade du Thillenberg (Kap. 5.300, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Extrem einseitiges aber wenigstens schön torreiches Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Football U17: FC Differdange defeat Jeunesse Esch (STADE THILLENBERG)
b) Football 1st Division: Fola Esch defeat UN Kaerjeng (Stade Emile Mayrisch)
c) BASKETBALL: Baskets Zolwer defeat Arantia Fiels (1st Division)
d) SIGHTSEEING: Schengen Palace, Mondorf-les-Bains Church, Hesper Castle, Luxembourg City (Obergrünwald Fortress & Plateau de Kirchberg Modern Architecture), Eischen Church, Sanem Palace
e) VIDEO: Luxembourg; Some Brass Music and Some Basketball

Am Sonntag fuhr ich wieder nach Luxemburg. Langsam wundert es mich aber schon, dass ich auch bei der achten Fahrt und dem insgesamt schon 20. oder 22. Tag im kleinen Großherzogtum immer noch etwas entdecke. Wenn man im deutsch-französisch-luxemburgischen Grenzdreieick über die Mosel fährt, kommt man nach Schengen, das wegen des Abkommens, welches auf einem Schiff auf der Mosel vor ebendiesem Dorf, bekannt ist. Unterhalb von steilen Weinbergen gibt es ein Schloss mit historischem Turm und Barockgarten.

Auch lohnend war Munneref (Mondorf-les-Bains oder Bad Mondorf), da es dort eine sehr schön ausgestaltete Barockkirche gibt. Hesper hat auch eine ganz ansehnliche Kirche, doch die Burg oberhalb der Kirche ist interessanter. Ungewöhnlich für Luxemburg: moderne Bebauung wurde kreuz und quer in die mittelalterlichen Ruinen gebaut.

In der Hauptstadt machte ich noch einige Fotos von der Festung Obergrünwald unterhalb vom Plateau de Kirchberg, wo sich die ganzen Verwaltungs-und EU-Einrichtungen befinden. Einige dieser Glaskästen fotografierte ich auch noch. Auch in den Randbereich der Festung wurden moderne Bauten und Kunstobjekte gesetzt – allerdings sieht das unerwartet gut aus und verschandelt das Festungsbauwerk gar nicht mal.

In Eischen schaute ich mir die hoch oberhalb des Ortes gelegene und ebenfalls innen sehenswerte Kirche an. In Sanem sah die Kirche auch interessant aus, war aber ungewöhnlicherweise verschlossen. Meist sind die luxemburgischen Kirchen bis abends zur Besichtigung geöffnet; da keine Schilder aufgestellt werden, muss man halt einfach mal probieren ob die Tür offen ist... Aber dafür gab es in Sanem ein Schloss, leicht verbaut, mit Kapelle und Park oberhalb des Fußballstadions (mittlerweile Kunstrasen mit kleiner überdachter Tribüne) zu sehen.  
Ich guckte dann allerdings nicht das Juniorenspiel in Sanem sondern jenes in Déifferdeng, wo die B-Junioren vom FC 03 gegen die von Jeunesse Esch antraten. Das Spiel war für mich nebensächlich, denn mich interessierte v.a. ob der eine Groundhoppingkollege mit „schönstes Stadion Luxemburgs“ übertrieben hatte. In der Tat hatte er nicht übertrieben, denn schon allein, dass das Stade Thillenberg in Differdingen die einzige noch erhaltene Holztribüne im luxemburgischen Fußball zu bieten hat, macht es zu etwas besonderen. Die mittlerweile gesperrten Stehtraversen, die auf der Gegenseite vor die nackte Felswand gebaut worden, sind auch spektakulär. Die Holztribüne ist ansich natürlich relativ klein, nur fünf Reihen Holzbänke für etwa 300 Zuschauer, ein Sprecherturm, schöne dreiteilige Dachkonstruktion... Ansonsten ist das Stadion übrigens sehr heruntergekommen: kaputte Toiletten, defekte Anzeigetafel, Müll überall, Moos und Flechten auf den Barrieren und Stufen, löchrige Zäune und Fangnetze... Dafür weiß die Landschaft jedem zu gefallen: bewaldete Höhenzüge rundherum und kein Gebäude der nahen Ortschaft zu sehen!

Das Spiel war aufgrund der Tore sehenswert. Differdange stürmte unermüdlich drauf los und spielte regelmäßig die überforderte Gästeabwehr aus. Vor der Pause hieß es „nur“ 4:0 aber nach der Halbzeit ging es richtig los, teilweise mit Weitschüssen ins Eck oder ganz genial: einer grätscht den Ball vor dem Ausgehen 15m vor der Eckfahne direkt vor der Seitenlinie weg und der geht als Bogenlampe in den langen Winkel! Einen Elfmeter konnte Jeunesse Esch noch im Nachschuss verwandeln, aber am Ende stand ein für die Escher katastrophales 12:1 zu Buche.  
Ich fuhr sofort zum zweiten Spiel ins 11km entfernte Esch/ Alzette weiter. Diesmal nicht Jeunesse sondern der Tabellenführer der 1. Männerliga (Nationaldivisoun oder mit Sponsorenscheißname: BGL Ligue). Die spielen nicht im sehr sehenswerten Stadion op Grenz von Jeunesse, sondern haben – auch schön im Wald gelegen – ein eigenes Stadion namens „Stade Emile Mayrisch“. Dort war zwar wenig Zuschauerauftrieb aber die Straße wurde wild zugeparkt, da um die Ecke ein Crosslauf ausgetragen wurde, der sich erst jetzt langsam auflöste. Über den Crosslauf wurde übrigens im Radio berichtet, wobei das mal wieder typisch Luxemburgisch war, außer auf das Ergebnis auch noch daraufhin zu weisen, dass „ein janz Gescheiter d'Feiler vum Parcours verdréit hat, sou datt e puer Athlete falsch gelaf sinn“, wobei der „ganz Gescheite“ in Internet Zeitungen als „puer onbekannt Raudien“bezeichnet wurde...

Das Stadion hat ein schönes Eingangsportal, wo man gleich mal einen Zehner dalassen kann wenn man zur 1. Liga will, ansehnliche Haupttribüne mit Dach und 826 Schalensitzen in Rot und Weiß, gegenüber ein paar Stufen unterhalb des Graswalls. In einer Ecke wurde unterhalb des Felsens eine Buvette, wo ich mir erstmal mein Mittagessen holte (zwei fette Mettwürschte und eine Portion Frittes), errichtet.

Das Spiel war in der ersten Halbzeit extremst einseitig. Nur Fola am Ball, nur Fola mit Torgelegenheiten. Der Gast aus Käerjeng kam kaum aus der eigenen Hälfte heraus. Fola schoss zu allem Überfluss auch noch einen Foulelfmeter neben den Kasten. Erst in der zweiten Halbzeit gelang Fola etwas zählbares, doch als nach 52 Minuten der Torwart der Gäste erstmals überwunden war lief es. Es wurde ein gutes Spiel, das nun auch mal von den Käerjengern zwei, drei Torchancen sah, und von Fola Esch verdientermaßen 4:0 gewonnen wurde. Damit ist der CS Fola Herbstmeister.  
Leider schon um 18 Uhr wurde das Erstliga-Basketballspiel – die sogenannte TOTAL Ligue hat interessanterweise eine ganze Menge Vereine aus sehr kleinen Orten, die teils richtig erfolgreich spielen – angepfiffen. Ich dachte erst, es sei wie beim Volleyball in Luxemburg: für das Gegurke kommen nur 30 oder 50 Zuschauer bei freiem Eintritt in die Halle und es ist egal, wenn man erst zur 5. Minute die Halle betritt. Doch als ich in der 5. Minute im Foyer des großen Kastens von Sporthalle in Zolwer (Soleuvre), der Scheierhaff (also Scheunenhof) heißt, stand, staunte ich nicht schlecht...

Drinnen lärmte es schon, während ich 5€ abdrückte (und das war noch eine anständige Ermäßigung die für Schüler und Studenten galt: regulär wären es 8€ gewesen). Als ich im Obergeschoss angekommen war, musste ich feststellen, dass die Obertribüne überfüllt war: da niemand auf den äußersten und untersten Sitzen hocken wollte, wurden die Stehplätze dicht belegt und die Treppen blockiert. Vier Reihen bunter Sitze – auf der gegenüberliegenden Untertribüne noch einmal genau das Gleiche – reichten kaum aus! Die Halle war in diesem nicht unbedingt sportversessenen Luxemburg, das nie durch große Zuschauermassen auffällt, eigentlich ausverkauft für ein Spiel des 4. gegen den 8. von 10!

Und die Stimmung war echt nicht schlecht! Zolwer hatte Überziehfahnen und Blasinstrumente mit denen sie gängige Sportmelodien („steht auf wenn ihr für XY seid“ oder „das war super, das war elegant“) oder gar Weihnachtslieder und Karnevalsschlager spielten. Als es in der einen Viertelpause keine Musik von der Anlage gab, spielten die Herren mit den Blechbläsern unterstützt von den beiden jüngeren Schlagzeugern gleich mal ein Lied zur Belustigung der anderen Fans...

Am Anfang hatte ich auf der Treppe der Obertribüne neben den „Holy-Gäns“ genannten Fans vom Gastverein, Arantia Fiels (Larochette), gehockt. Der Ort ist für seine Burg berühmt, aber in der Basketballszene im Großherzogtum anscheinend auch bekannt. Gut 50 Leute, teils mit Trommeln und Klatschen sowie Papptafeln mit Motiven ausgestattet, feuerten da ebenfalls recht einfallsreich an. Ich wechselte in der Halbzeit dann auf die Untertribüne um besser fotografieren zu können. Dort war es ziemlich ruhig, aber man hörte auch noch gut, wie die Fans auf der Obertribüne anfeuerten oder manchmal auch über den „Arbiter“ (Schiri) meckerten, der „Merd paaft“ (Scheiße pfeift).

Das Spiel war besseres Mittelmaß – für eine nichtprofessionelle Liga schon sehr ansehnlich – und ausgesprochen spannend. Da Zolwer in der ersten Halbzeit den Gast ständig mit 6 bis 12 Punkten auf Distanz hielt, schien ein ungefährdeter Sieg absehbar, doch die Fielser kämpften sich noch mal richtig zurück und glichen in der 29. Minute erstmals aus. Mit der nächsten Aktion gingen sie sogar in Führung (64:66) Doch kurz nach Beginn des letzten Viertels drehte wiederum Zolwer die Partie von 68:70 auf 72:70 in der 33. Minute. Beim 83:78 in der 37. schien dann der Sieg wieder ungefährdet, der am Ende dann doch mit neun Toren ausfiel.
Dieses gute und stimmungsvolle Spiel sagt mir: beim nächsten Mal in Luxemburg (wenn nicht schon Mitte Dezember, dann auf jeden Fall Mitte/ Ende Januar) nicht nur zum Handball sondern noch mal zum Basketball und dann aber auch rechtzeitig in die Halle kommen...  
Statistik:
- Grounds: 1.239 (heute 3 neue; diese Saison: 85 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.232 (heute 3; diese Saison: 120)
- Tageskilometer: 520 (520km Auto)
- Saisonkilometer: 22.370 (16.860 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.190 Fahrrad/ 700 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 9 [letzte Serie: 1, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 434