Donnerstag, 18. August 2011

W264I: Noch ein letztes Testspiel, dann geht am Samstag die Saison los

Leipziger FC 07 II 1:2 SV Leipzig Ost 1858 II
Datum: Mittwoch, 17. August 2011 – Anstoß: 18.30
Wettbewerb: Testspiel 3. Stadtklasse Leipzig, Staffel 2 (12. und unterste Liga, 7. Amateurliga) gegen 2. Stadtklasse Leipzig, Staffel 2 (11. Liga, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 1:2 nach 89 Min. (45/44) – Halbzeit: 1:2
Tore: 1-0 3. (11), 1-1 27. (11), 1-2 44. (9)
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz LFC 07, Gontardweg (Kap. 1.500 Stehplätze)
Zuschauer: 11 (davon 3 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Ordentliches Spiel – war noch mal ein netter Abschluss der Saisonvorbereitung)
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Zu einem letzten Testspiel in Leipzig hatten wir uns diesmal die Partie im Gontardweg ausgeguckt: der Leipziger FC 1907 II trat gegen den SV Leipzig Ost 1858 II an. Die beiden Reservemannschaften spielten letzte Saison noch in einer Liga gegeneinander, doch die Gäste stiegen als Tabellenzweiter aus der 3. Stadtklasse, Staffel 2 in die 2. Stadtklasse auf. Der Gastgeber landete auf Platz 7 von 11.

Die Sportanlage im Gontardweg liegt für uns ganz gut mit Rad erreichbar im Stadtteil Schönefeld, der sich nord-östlich des Zentrums befindet. Die Anlage ist nicht uninteressant, wobei der linke Teil im Rahmen der DFB-Förderung des Frauen- und Mädchenfußballs einen sanierten Sozialtrakt und zwei neue Kunstrasenplätze (Großfeld und Kleinfeld) aufweisen kann. Dahinter liegt ein nicht sonderlich gepflegter Rasenplatz und rechts davon Brache. Dazwischen finden sich auch noch Tennisplätze. Die Brache ist in der Mitte auf etwa 100x50m frei gemäht und bildet den Rasenplatz Nr. 1. Der Hauptplatz ist irgendwie ein enormer Kontrast zu den neuen, gepflegten Kunstrasenplätzen, aber macht trotzdem mehr daher. Nur: dass man den alten Kleinfeldplatz daneben nicht mehr pflegt und zuwuchern lässt – OK; aber kann man nicht mal die Graswälle um den Hauptplatz herum mähen, damit man sich hinsetzen kann, ohne zwischen Goldruten und 1,50m-Grashalmen zu versinken?

Na ja, während es sich LFC-Fans im Liegestuhl mit Bierversorgung am Spielfeldrand bequem machten, hockten wir uns trotzdem auf den über zwei Meter hohen Graswall. Was wir von da oben beobachteten, ließ uns anfangs zweifeln, dass Ost II wirklich aufgestiegen war. Die Jungs kamen wirklich schlecht ins Spiel und den zweiten groben Querpass vorm Strafraum erlief sich ein Stürmer der Heimelf, um ihn sicher ins Eck zu schießen. Nach diesem 1:0 Rückstand fing sich Ost allerdings nach und nach. Mit einem Kopfball glichen sie nach einer knappen halben Stunde aus. Kurz vor der Pause in einem immer besser werdenden Spiel – es wurde mittlerweile merklich weniger kopflos gebolzt, als noch bis zur 20. – sorgte ein haltbarer Weitschuss zum 1:2 für den Favoriten aus dem Osten der Stadt.

Nach der Pause war zuerst der Gastgeber wieder aktiver, doch versiebte mehrere gute Chancen. Im weiteren Verlauf verschob sich dann das Spiel erneut zugunsten der Gäste, jedoch ohne ein weiteres Tor. Da konnte auch der Spielertrainer mit interessanten Figur bzw. auch Frisur, der sich knapp 15 Minuten vor dem überpünktlichen Abpfiff einwechselte, nichts dran ändern.

Wie in der Überschrift erwähnt geht nächstes Wochenende in fast jeder Liga die Saison los. Für uns heißt das, nach einem Spiel von Luckenau II unsere Leunaer in Nessa zu unterstützen.
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Statistik:
Grounds: 611 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 18 neue)
Sportveranstaltungen: 1.337 (heute eine, diese Saison: 20)
Tageskilometer: 80 (80 Rad)
Saisonkilometer: 2.150 (1.530 Auto/ 620 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 57
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 264

Montag, 15. August 2011

W263IV-V: Ein Sportwochenende in Berlin; von Aramäischem Kreisligafußball bis Inlinehockey Bundesliga

* Klischee auf Kunstrasen und zweimal das Spiel gedreht *

VSG Altglienicke II 4:3 Berliner SV Al-Dersimspor II
Datum: Samstag, 13. August 2011 – Anstoß: 12.00
Wettbewerb: 2. Herren Pokal Berlin, 1. Runde (Kreisliga A Staffel 2 gegen Kreisliga A Staffel 3, beide 9. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 4:3 nach 94 Min. (45/49) – Halbzeit: 2:2
Tore: 0-1 6. (9), 0-2 8. (25), 1-2 13. (12), 2-2 27. (9), 2-3 80. (10), 3-3 83. (9), 4-3 85. (6)
Verwarnungen: 1x VSG, 3x BSV
Platzverweise: 90. Nr. 6 BSV, wiederholtes Meckern
Spielort: Volksstadion (Stadion Altglienicke, Kap. 800 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 3 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Nach sehr guter erster Hälfte folgte eine mäßige zweite Hälfte)

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Zum zweiten Mal innerhalb von sieben Tagen fuhren wir nach Berlin. Damit es ein bisschen Sightseeing und nicht nur ausschließlich Sport zu sehen gab, fuhren wir etwas zeitiger los. Allerdings nicht früh genug, um den Garten der Welt in Marzahn zu besuchen. Da wir die Standardsehenswürdigkeiten wie Fernsehturm, Deutsches Historisches und Pergamon Museum usw. oder den botanischen Garten oder auch ungewöhnlichere Sachen wie die Moschee von Neukölln und so was schon längst kennen und für Tierpark keine Zeit war, fiel uns spontan das Deutsch-Russische-Museum in Karlshorst ein. Der Fokus der binationalen Geschichtsaufbereitung liegt auf der Zeit des Zweiten Weltkriegs, weswegen gewisse Highlights der Ausstellung die Panzer und Geschütze im Hintergarten sind. Aber auch Propagandaplakate, Uniformen und Waffen der deutschen wie sowjetischen Armeen, Lazarettmedizin usw. sind Themen.

Dann gab es 12km weiter südlich Fußball auf einem Kunstrasen, dem modernisierten Volksstadion vom VSG Altglienicke, zu sehen. Die Volkssportgemeinschaft hat einen schönen engen Kunstrasenplatz, der etwas versteckt in einer Nebenstraße hinter einem angegrauten „Sportcasino“, umgeben von Bäumen und Hecken liegt. Es gibt eine Betontribüne mit vier wuchtigen Stehstufen. Da fanden sich heute etwa zwei Dutzend Fans der VSG Reserve ein, die vor allem damit beschäftigt waren, sich über das alberne Verhalten etlicher Gästespieler lustig zu machen. Ausfällig wurde allerdings keiner – das muss man denen lassen; gerade im Osten von Berlin habe ich da schon schlimme Sachen gehört. Wenn es nicht gerade etwas über die Gästemannschaft zu lachen gab, dann über den Linienrichter der VSG. In Berlin werden in unteren Klassen ja je ein Angehöriger der Heim- und einer der Gastmannschaft als Linienrichter geschickt. Der Schiri war kompetent und sicher, der Linienrichter von Al-Dersimspor unauffällig, aber der von der VSG ein ziemlicher Clown: zündete sich erst ne Kippe an, lässt sich in der Halbzeit Eis am Stiel bringen, was er bis zum Wiederanpfiff natürlich noch nicht fertig gegessen hat und hockt dann bald darauf wieder mit der Kippe in der einen und der Fahne in der anderen Rand am Fuße der Tribüne. Wieso wird da eigentlich nicht gleich ohne Linienrichter gespielt? Wahrscheinlich zur Belustigung der Zuschauer...

Was an Al-Dersimspor nicht uninteressant ist, ist dass sie sich sehr um Integration, Jugendsport und nicht zuletzt auch Frauenfußball verdient gemacht haben. Die Frauen – fast alles Türkinnen, Araberinnen und andere Frauen aus dieser Weltgegend – sind mittlerweile in die NOFV-Regionalliga, die dritte Spielklasse also, aufgestiegen. Zwei Freundschaftsspiele mit der iranischen Nationalmannschaft sind durch die Presse gegangen. Die 1. Männermannschaft spielt Landesliga, die 2. Männer immerhin Kreisliga A. Was sie heute nach einem starken Start zeigten, war allerdings alles andere als feierlich.

Nach zwei sauberen Toren innerhalb von drei Minuten, nahmen die Abwehrfehler zu, sodass es schnell 2:2 stand. Zumindest das 1:2 (ein Kopfball nach einer Ecke von einem ungedeckten Spieler der Hausherren) war absolut vermeidbar. Danach nahmen Undiszipliniertheiten, insbesondere Meckern, Reklamieren und Fallenlassen enorm zu. Bis zur Pause war es aber noch ein wirklich gutes Spiel.

In der zweiten Hälfte gab es einen langen Durchhänger und Al-Dersimspor erinnerte mich langsam an den SV Bruckdorf. Irgendwie erzielten sie aber mit einem starken Flachschuss ins kurze Eck doch noch das 2:3 in der 80. Kurz darauf traf die VSG aber mit einem noch schöneren Treffer zum erneuten Ausgleich, um nur wenig später die mittlerweile verdiente Führung zu erzielen. Die 4:3-Führung hielt bis zum Abpfiff, die Vollzähligkeit der Gäste nicht: ein Spieler meckerte dauernd am Schiedsrichter herum, weswegen er vor Beginn der Nachspielzeit vom Feld geschickt wurde. Insbesondere in der zweiten Halbzeit führte sich Al-Dersimspor mit ihren dauernden Foul-Reklamationen und Rummeckereien ziemlich dämlich auf, was den Klischees über die immer meckernden und schauspielernden „südländischen“ Mannschaften sehr zuträglich war. Allerdings muss ich aus meiner Erfahrung in Ländern wie Tunesien, Syrien, Türkei – aber auch West-Berlin, wo ich z.B. schon bei Türkiyemspor, Beşiktaş oder Karame war – sagen, dass ich solche Knalltüten wie die Reserve von Al-Dersimspor noch nicht erlebt habe. Die haben sich genauso lächerlich aufgeführt wie der SV Bruckdorf in Halle. Nur hat Bruckdorf (zumindest in der letzten und vorletzten Saison wo ich die Meckerfritzen und Komiker mehrfach erlebt habe) nicht einen einzigen „südländischen“ oder nicht-ethnisch-deutschen Spieler im Team...
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* * * Blamable Leistung der Krokodile vor der Kulisse des Glockenturms * * *

Berlin Crocodiles 2.4. (16) : 4.12 (36) Munich Kangaroos
Datum: Samstag, 13. August 2011 – Kick-off: 15.15
Wettbewerb: AFLG (Australian Football League Germany – Deutsche Liga im Australian Football)
Ergebnis: 16-36, d.h. Berlin 2 Goals (= je 6 Punkte), 4 Behinds (= je 1 Punkt) – München 4 Goals, 12 Behinds; nach 80 Min. (4x20)
Viertelergebnisse: 3-3, 0-11, 0-7, 13-15
Punkte: 1-0, 2-0, 2-1, 2-2, 2-3, 3-3; 3-9, 3-10, 3-11, 3-12, 3-13, 3-14; 3-15, 3-21; 3-22, 3-23, 4-23, 4-29, 4-30, 4-36, 10-36, 16-36
Spielort: Maifeld (Kap. 41.000, davon 1.000 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 20 (keine Gästefans?)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Auch ein schwaches Australian Football Spiel mit wenigen Treffern ist noch sehenswert: die Leistung von Berlin war aber eines Spitzenreiters ganz und gar unwürdig)

Photos and English version:
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Nach einer halben Stunde Fahrt – wer behauptet denn immer, der Stadtverkehr in Berlin sei so schlimm? Diese Weicheier waren wohl nie in Belgrad, Damaskus oder Istanbul?! Wahrscheinlich nicht einmal in Stockholm... – und einem Stopp an einem Currywurstimbiss, fanden wir uns am Glockenturm ein. Einmal durch die Glastür, an der Kasse für den Aussichtsturm bescheid geben und dann durch die andere Glastür (sonst wird’s ein ziemlicher Umweg irgendwie über die Waldbühne) und schon ist man auf dem Maifeld zwischen Olympiastadion und Glockenturm. Seit 1936 werden dort Polospiele ausgetragen. Am kommenden Wochenende finden die Finals der Deutschen Polomeisterschaft dort statt (wir hatten am Sonntag aber nur die Vorrunde geguckt). Im Schatten der massiven 30er-Jahre-Tribünen, die über 40.000 Zuschauer fassen, spielten die Berlin Crocodiles heute Australian Football. Vor 20 Zuschauern. Mit 16 Spielern je Mannschaft.

Australian Football ist eine verschärfte Variante des Rugbys, die keinesfalls mit der Weichei-Variante, dem American Football, verwechselt werden darf. Was der Unterschied zwischen Australian und American Football ist? Nun, vereinfacht gesagt: die fetten, dummen Amis packen sich in dicke Schützer und Gitterhelme ein, rennen mal 5 Sekunden mit dem Ball unter dem Arm drauflos, werfen sich auf einen Haufen übereinander, bis die affigen Schiedsrichter in ihren Stinktierlooktrikots rumhampeln und irgendwas anzeigen, damit erst mal 30 Sekunden die Cheerleaders rumhüpfen und die Coaches wichtigtuerisch herumbrüllen können. Die Australier hingegen tragen nichts außer ärmellosen Trikots, kurzen Hosen und Schuhen und rennen ohne nennenswerte Unterbrechungen (außer nach den Enden der Viertel) über ein riesiges Spielfeld um einen Ball, um den man sich ziemlich heftig kloppen muss, zwischen vier Stangen zu schießen. Trifft man zwischen die äußeren gibt es einen, zwischen die mittleren sogar sechs Punkte. In Frankfurt habe ich 2007 schon mal ein zünftiges Match gegen München, die heute in Berlin spielten, gesehen. Das Spiel damals war besser, doch auch das Duell heute hatte seinen Reiz.

Die Partie litt aber leider unter ungenauen Schüssen und zu wenigen Torszenen, aber lebte von Zweikämpfen und dem Überraschungsmoment, dass der ungeschlagene Tabellenführer aus Berlin gegen den Drittplatzierten abkackte. Die Münchener waren das ganze Spiel über erheblich besser und verhinderten, dass Berlin bis zu 75. Minute auch nur ein einziges Goal (also einen 6 Punkte bringenden Schuss) erzielen konnte. Das Spiel ist schwer weiter zu beschreiben, aber jedenfalls kann ich jedem Sportfan empfehlen, gerade vor dieser eindrucksvollen Kulisse des Berliner Maifelds, mal Aussie Rules zu gucken. Dieser rasante und packende Sport ist eine der besten Sportarten von mittlerweile 53 die ich gesehen habe!
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* * * Hockey auf schnellen Rollen in einer Halle wie von Hundertwasser entworfen * * *

„MO“ Buffalos Berlin 6:9 Crefelder SC Skating Bears
Datum: Samstag, 13. August 2011 – Beginn: 19.00
Wettbewerb: 1. Bundesliga Nord, Inline-Skaterhockey
Ergebnis: 6-9 nach 60 Min. (3x20) – Drittel: 1-3, 4-4, 1-2
Tore: 0-1 11. Holthausen, 1-1 12. Müller, 1-2 13. Holthausen, 1-3 15. Hellwig, 1-4 21. Gregoire, 2-4 22. Martin, 3-4 23. Kleemann, 3-5 25. Kobe, 3-6 29. Kobe, 3-7 30. Hellwig, 4-7 31. Müller (Überzahl), 5-7 40. Krautmann (Überzahl), 6-7 52. Rudloff (Drei gegen Drei), 6-8 53. Benken, 6-9 54. Kaminn (Überzahl)
2-Minuten-Strafen: 6x Berlin, 6x Krefeld
5-Minuten-Strafen: 1x Berlin
10-Minuten-Strafen: keine
Spieldauerdisziplinarstrafen: keine
Strafminuten insgesamt: Berlin 17, Crefeld 12
Spielort: Lilli-Henoch-Sporthalle (Pallasstraße 15, Kap. 200, davon 150 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 8,0/10 (Wirklich packendes und gutes Spiel, in dem in der Schlussphase leider nicht die Spieler sondern die Schiedsrichter die Hauptdarsteller waren)

Photos and English version:

Video:
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Ziemlich in der Stadtmitte befindet sich in Schöneberg eine von zwei Lilli-Henoch-Hallen in der Gegend. Die in Schöneberg ist nicht mit der gleichnamigen Halle im Sportforum Hohenschönhausen zu verwechseln! Auch die Sportanlage von Al-Dersimspor heißt nach der jüdischen Leichtathletin und Handballerin die 1942 den Judendeportationen der Nazis zum Opfer fiel. Wirklich sehenswert ist aber von diesen nach Lilli Henoch benannten Sportanlagen, von denen es in ganz Deutschland noch zwei, drei weitere gibt, aber nur ebendiese in der Pallasstraße 15 in Schöneberg. Am roten Kirchturm muss man sich von der Siegessäule kommend links halten: dort gibt es gleich ein bizarres, halb zugewuchertes Gebäude, was wohl einen verspäteten Expressionismus darstellt. Es könnte von Hundertwasser entworfen worden sein, wenn nicht klar wäre, dass Professor Emeritus Hinrich Baller den Bau verzapft hat, der mit seiner schrägen Architektur zu der schrägen Ausrichtung der irgendwie alternativ angehauchten sogenannten theaterorientierten Ganztagsschule Speewald-Grundschule passt. Das Gebäude in seiner Mischung aus Symmetrie und Asymmetrie ist kaum zu beschreiben, aber so eine Sporthalle, wie die an das Gebäude anschließende, wird man kaum ein zweites Mal finden. Das ist das Beste, was ich in Sachen moderner Architektur je gesehen habe! Geschwungene Mauern, bogenförmige Balustraden, in der ersten Reihe Glasfußboden und für Kinder konzipierte Bestuhlung, in den beiden Reihen dahinter wellenförmig angeordnete größere Stühle, symmetrische Dachträger, verspielte Treppengeländer, große Fenster, wellige Beleuchtungselemente, verschnörkelte Vorbauten...

Und dann wird in dieser genialen Halle auch noch ein echt cooler Sport ausgeübt. Hallenhockey ist ja schon ganz OK, aber ein Kaffeekränzchen gegen die moderne Variante des sehenswerten aber langsameren Rollhockeys. Inlinehockey ist wie Eishockey, nur ohne Eis und mit Roll- statt Schlittschuhen. Dabei wird ein Bandy-Ball in ein Eishockeytor befördert. Fünf gegen fünf Spieler, die auch vor zünftigem Körpereinsatz nicht zurückschrecken. Die Bewegungen und Schüsse sind enorm schnell und wuchtig. Da kommt echt keine Langeweile auf – auch wenn ein Spiel schon entschieden scheint, wie die Paarung zwischen Berlin und Krefeld kurz nach Beginn des zweiten Drittels und in der 30. Minute (also genau der Hälfte der Spielzeit). Zumal es die Büffel schafften, in der Folgezeit mit einigen schönen Offensivaktionen den Bären aus Krefeld einzuheizen.

Als es allerdings 6:7 stand, zeigte sich 7 Minuten vor Abpfiff, dass die scheiß Nordrheinwestfalen die Nordstaffel in allen Bereichen dominieren: 8 von 10 Mannschaften kommen aus NRW – da übersieht ein Schiedsrichter schon mal ein klares Beinstellen eines Krefelders, wenn Berlin durch dieses Foul ein Tor zum 6:8 in einer so engen Phase kassiert. Damit war aber noch nicht genug: ein lächerliches Rempeln wurde 30 Sekunden später mit 2 Minuten für Berlin geahndet, Meckern von einem Berliner Spieler gab sofort 5 Minuten (was allerdings schwachsinnigerweise dem Regelwerk entspricht), doch schließlich wurde es noch richtig asozial, als im gleichen Spielzug ein Krefelder wegen eines Checks von hinten in den Nacken nur 2 Minuten bekam. In Überzahl erzielte Krefeld das 6:9, was der Berliner Trainer mit hämischen Zurufen kommentierte. Leider ist das Berliner Inlinehockey-Publikum eher ein Tischtennis-Publikum: sonst wären die Fetzen geflogen, bei den Schiebern. Aber dieses bittere Ende passte zu dem Niveau von diesem ganzen verkommenen Bundesland: die Arroganz von NRW wegen dem Bisschen was sie zu bieten haben, ist derart lächerlich...

Ingesamt gesehen ist Berlin da natürlich ein ganz anderes Kaliber: Kultur wie Museen, Architektur und Sportangeboten und -stätten. Gerade heute waren wieder Sportarten und -anlagen der Hammer. Auch Inlinehockey kann ich sehr empfehlen!
Im Übrigen waren alle drei Veranstaltungen für freien Eintritt zu erleben.

Für Übernachtungen bei mehrtätigen Berlinaufenthalten kann ich dann für Autofahrer das Formule 1 in Genshagen empfehlen: nur 29€ das Doppelzimmer. Nachdem wir bei einem arabischen Imbiss namens „Habibi“ – das ist das beliebteste Kosewort für Araberinnen und Araber („Liebling“) – gut gegessen hatten, machten wir uns auf den Weg in eben dieses einfache aber günstige Accor-Hotel. Immer noch war uns unklar, was das Gesülze über den angeblich schlimmen Stadtverkehr in Berlin sollte. Ich kann nur nachvollziehen, wenn Radfahren in Berlin als stressig beschrieben wird – die Autos und Fußgänger stehen einen ja immer rücksichtslos im Weg rum – aber ansonsten ist das im Vergleich zu anderen Millionenstädten ein Klacks. Die ärgerlichste Situation war heute das Rammen einer Holzbuhne (was hat die auch bitte da am Parkstreifen im Grün zu suchen?!) beim Rückwärtseinparken: aber außer einem kleinen Kratzer an Auto und Buhne ist nichts geblieben.
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Statistik 13.08.11:
Grounds: 608 (heute drei neue Grounds; diese Saison: 15 neue)
Sportveranstaltungen: 1.332 (heute drei, diese Saison: 15)
Tageskilometer: 350 (350 Auto)
Saisonkilometer: 1.750 (1.210 Auto/ 540 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 55
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 263

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* * * Die Berliner Aramäer besiegen die Berlin-Brandenburg Spielgemeinschaft * * *

FSV Blau-Weiß Mahlsdorf-Waldesruh II
2:4 Berliner FC Tur Abdin II
Datum: Sonntag, 14. August 2011 – Anstoß: 10.30
Wettbewerb: 2. Herren Pokal Berlin, 1. Runde (Kreisliga B Staffel 1 gegen Kreisliga B Staffel 6, beide 10. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 2:4 nach 91 Min. (45/46) – Halbzeit: 0:3
Tore: 0-1 20. (6), 0-2 33. (2), 0-3 45. (71), 0-4 54. (10), 1-4 58. (9), 2-4 81. (7)
Verwarnungen: 1x Waldesruh
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Waldesruh (Kap. 1.000, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 33 (davon ca. 7 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Über weite Strecken zugunsten der Gäste einseitiges, aber insgesamt ziemlich gutes Spiel)

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Nach dem Frühstück im Formule 1 brachen wir in den äußersten Südosten der Hauptstadt auf, der schon in Brandenburg übergeht. An der Grenze zwischen Berlin (Mahlsdorf) und Hoppegarten (Ortsteil Waldesruh) muss man sandige Waldwege mit tiefen Wellen und Schlaglöchern fahren, um die von den üblichen Kiefern und vereinzelten Eichen umgebene Sportanlage des FSV Blau-Weiß Mahlsdorf-Waldesruh zu erreichen. Die drei Rasenplätze liegen ganz idyllisch – der Hauptplatz hat übrigens ein paar blaue Schalensitze und Holzbänke zu bieten – auf der brandenburgischen Seite, ein Teil der Spieler kommt auch aus Brandenburg, während der andere aus Berlin kommt. Grenzübergreifende Spielgemeinschaften sind schon was Interessantes.

Interessant war aber auch der Gegner, der ebenfalls in der Kreisliga B, allerdings in einer anderen Staffel spielt. Der BFC Tur Abdin besteht fast ausschließlich aus syrisch-aramäischen Spielern (auf dem Platz standen nur zwei ethnische Deutsche). Vergleichbar sind die Mannen vom BFC Tur Abdin mit den natürlich weitaus erfolgreicheren Clubs aus Schweden wie Assyriska und Syrianska, deren Derby ich letztes Jahr mal besucht habe, da sie ebenso von Einwanderern aus syrisch-aramäischen Siedlungsgebieten gegründet wurden. Das bekannteste Siedlungsgebiet dieser christlichen Volksgruppe (ob nun Syrer (= Syriacs), Assyrer, Aramäer oder Chaldäer – die Übergänge sind fließend und jeder definiert einen etwas anderes vor) ist der Tur Abdin, der Berg der Knechte, der im Südosten der Türkei liegt. Allerdings wurden Zehntausende besonders ab 1915 von Türken undauch Kurden massakriert oder vertrieben. Wer fliehen konnte, floh nach Syrien, Irak, Iran oder Libanon. Auch dort war es nicht immer konfliktfrei und ideal für die Assyrer, wobei es z.B. in Syrien bis in die 60er, 70er Jahre hinein am Ruhigsten lief – erst dann gab es Konflikte über politische Autonomie. Die 70er Jahre waren auch die Zeit, in der viele Assyrer nach Europa auswanderten. Insbesondere nach Schweden, aber in geringer Zahl auch nach Deutschland, wobei es in Syrien z.B. nach wie vor mehr Assyrer gibt als in Schweden und Deutschland zusammen. Die Assyrer in Syrien sind aber nicht zu verwechseln mit den syrischen Arabern – wobei der weitverbreitete arabische Nationalismus in Syrien (und z.B. auch Libanon oder Jordanien) sagt: „Wir sind alle Syrer/ Libanesen usw. und wer sich mit unserem Staat identifiziert, gehört zu uns, egal welchen religiösen oder ethnischen Hintergrunds er ist.“ Wer sich allerdings nicht identifiziert – und es gibt auch Assyrer, die sich aus einem Wunsch nach einem eigenen Staat (wie z.B. bei Kurden auch, wo dieses Denken übrigens viel verbreiteter ist) weniger mit dem Staat Syrien identifizieren können, als ich als Deutscher mit Verbindungen in dieses Land – der kriegt schnell Stress: mit muslimischen wie auch christlichen Arabern, ja sogar mit anderen ethnischen Minderheiten.
So kamen eben politisch unliebsame Assyrer aus Syrien, Libanon oder Iran, religiös oder von Krieg verfolgte Assyrer aus dem Irak und nicht zuletzt religiös und wirtschaftlich diskriminierte Assyrer aus der Türkei, gerade aus ebendieser Region Tur Abdin, nach Schweden oder teilweise auch Deutschland. Die Website www.turabdinberlin.de gibt übrigens nicht nur Fußballberichte, sondern auch das Selbstverständnis der Kultur und Geschichte wieder. Wohlgemerkt Selbstverständnis, denn solche Aussagen, wie z.B. dass die Aramäer Damaskus gegründet hätten sind archäologisch nicht haltbar, da Besiedelungen im heutigen Stadtgebiet der syrischen Hauptstadt ganz sicher nicht „nur“ 3.300 Jahre alt sind, sondern sich bis mindestens 2.000 v. Chr. nachweisen lassen und wahrscheinlich sogar bis vor 4.000 v. Chr. zurückgehen.

Nun aber zum Spiel: Die Aramäer/ Assyrer usw. waren von Anfang an die bessere Mannschaft, wobei beide Teams ein faires und diszipliniertes Spiel an den Tag legten. Doch die Heimelf war reichlich überfordert: hatten erst über den sehr übergewichtigen Gästetorwart gewitzelt, dass dem ein paar Murmeln reinzulegen wären, aber dann kamen sie nicht mal in die Nähe des Tores. Und die wenigen Schüsse, die Mahlsorf-Waldesruh auf den Kasten brachte, waren für den Torwart kein Problem. Mit ihrer hohen Geschwindigkeit und ein paar guten Schüssen ging Tur Abdin bis zur 45. mit 0:3 in Führung.
Die zweite Hälfte startete ebenso offensiv und gut, sodass die Gäste auf 0:4 erhöhten. Dann gab es kurz darauf die beste Aktion im ganzen Spiel: ein Freistoß aus 35m in den langen Winkel zum 1:4. Das war stark gemacht! Aus Unkonzentriertheit ließ sich Tur Abdin dann im weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit den deutlichen Sieg nehmen und kassierte noch einen zweiten Treffer ohne selber nachzulegen. Da wäre deutlich mehr als „nur“ ein 2:4 drin gewesen.
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* * * Die Polo-Elite zugast in Brandenburg * * *

Polo Club Schleswig-Holstein 7:5 Hamburger Polo Club
Datum: Sonntag, 14. August 2011 – Beginn: 14.00
Wettbewerb: Deutsche Polo Meisterschaft (High Goal, Berlin Maifeld Cup)
Ergebnis: 7-5 nach 28 Min. (4x7)
Ergebnisse der Viertel (Chukkas): 0-0, 3-1, 3-2, 1-2
Torfolge: 1-0, 1-1, 5-1, 5-3, 6-3, 6-5, 7-5
Spielort: Poloanlage Phöben (Kap. 3.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 80
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Flottes Spiel: war gut, um sich mit diesem mir noch unbekannten Sport vertraut zu machen)

Zuercher Polo Club 6:5,5 Polo Club Franken
Datum: Sonntag, 14. August 2011 – Beginn: 15.15
Wettbewerb: Deutsche Polo Meisterschaft (High Goal, Berlin Maifeld Cup)
Ergebnis: 6-5,5 nach 28 Min. (4x7)
Ergebnisse der Viertel (Chukkas): 3-1, 0-2, 2-1, 1-1
Torfolge: 2-0, 2-1, 3-1, 3-3, 5-3, 5-5, 6-5
Handicap: Franken + 0,5
Spielort: Poloanlage Phöben (Kap. 3.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 80
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Ebenfalls sehenswertes Spiel, zudem mit einem Außenseitersieg)

Preußischer Polo & Country Club Berlin-Brandburg
7:7,5 Polo Club Berlin-Brandenburg
Datum: Sonntag, 14. August 2011 – Beginn: 16.30
Wettbewerb: Deutsche Polo Meisterschaft (High Goal, Berlin Maifeld Cup)
Ergebnis: 7-7,5 nach 28 Min. (4x7)
Ergebnisse der Viertel (Chukkas): 1-2, 1-1, 1-2, 4-2
Torfolge: 1-0, 1-2, 2-2, 2-4, 3-4, 3-5, 7-5, 7-7
Handicap: PC Berlin-Bbg. + 0,5
Spielort: Poloanlage Phöben (Kap. 3.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 70
Unterhaltungswert: 8,0/10 (Packendes Spiel an dessen Ende leider wieder eine Willkürentscheidung der Schiris den Sieg für den Favoriten brachte)

Photos and English version:
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Vom äußersten Osten Berlins ging es in den äußersten Westen und von da ins nahe Brandenburg, in ein Dorf bei Werder an der Havel. Der Maifeldcup ist der wichtigste deutsche Polo-Wettbewerb, wobei wir uns das Finale in der Woche darauf sparen, da es an diesem Tag andere interessante Spiele (im BLK) gibt und wir außerdem schon gestern auf dem Maifeld Aussie Rules Football guckten. Die Vorrunde findet nicht auf dem Maifeld, sondern in Phöben bei Werder/ Havel statt. Die Poloanlage dort ist natürlich nicht so spektakulär – eine ausbautenlose Wiese mit hügeliger Landschaft mit Feldern und Waldstücken drum herum – aber darauf gab es ansehnliche Polospiele zu sehen. Schon nach wenigen Minuten wurde klar, dass Polo auf dem hohen Niveau (bei der High Goal Klasse spielen Halbprofis und Profis, also auf jeden Fall Toppspieler) absolut sehenswert ist. Da selbst auf dem Maifeld freier Eintritt ist, kann ich dem vielseitig interessierten Sportfreund am 20./21.8. nur raten: auf zum Finale auf dem Maifeld! Nur am besten eigene Getränke mitbringen, denn außer den Grillwaren ist das Catering dort völlig überteuert...

Also es gibt ja einige Sportarten, die irgendwie Polo heißen: Radpolo ist eine Mischung aus Polo und Radball, Kanupolo hatten wir ja erst letzten Sonntag gesehen und das ähnelt eher Basketball, in vielen Sprachen heißt Wasserball Wasser-Polo... Aber das ursprüngliche Polo ist ein Spiel, bei dem ein Ball von auf Pferden reitenden Spielern in ein Ziel bewegt werden muss. Schon vor über 2.500 Jahren in Persien, durch die Araber dann weiter verbreitet, so z.B. auch zum Mamlukischen Hof des Ägyptens des 15. Jahrhunderts, war dieser Sport ein Spektakel. Dann modernisierten die Engländer das „Königliche“ Spiel. Heutzutage treten vier Spieler pro Team an, um mit ihren Holzschlägern nach nicht ganz einfachen Regeln den etwas unregelmäßig runden, aber recht leichten Ball zwischen zwei 7,20m auseinander stehende Pylone zu zimmern. Das Feld ist mit fast 300m Länge und beinahe 200m Breite im Übrigen verdammt groß...

Königlich sind heute in erster Linie die Preise zur Ausübung des Sports... Ich habe ja mal ein dummes Interview mit einer dummen Springreiterin, die behauptete, auch Pferdesport sei für jeden da, da es erst teuer werde, wenn man ein eigenes Pferd wolle, gelesen. Die Wahrheit sieht anders aus: Mitgliedsbeiträge machen die meisten Pferdesportarten zum Elitesport, die Ausrüstung wie Reitstiefel, Poloschläger etc. ist viel teurer als z.B. eine Tennisausrüstung, die Reitstunden kosten bei vielen Vereinen so viel wie Fahrstunden in der Autofahrschule – und auch da, wo es billiger ist, hält sich der Andrang auch in Grenzen, da es im Verhältnis immer noch ein Vielfaches an Finanzaufwand ist, sein Kind zum Reitsport statt zum Fußball oder Handball zu schicken. Pferde sind halt edle Viecher und die oft recht edlen Leute, die sich um diese kümmern, müssen zum einen viel Geld in die Organisation und Aufrechterhaltung eines solchen Vereins schicken – je teurer die Sportgeräte, umso höher der Spielerbeitrag – und umgeben sich auch ungern mit den „Dorfproleten vom Handball“ oder „Großstadtsiedlungs-Gossenjungen vom Fußball“. Aber das dumme Interview passte zu der Sportart der Frau: der Sport Springreiten an sich ist ja auch schon dumm. Wenn man heute die Pferde gesehen hat, die über die 20cm hohen Banden, die das Polofeld begrenzen, gestolpert sind und welche Mühe die Reiter beim Verlassen und Betreten des Feldes hatten, ihre Pferde dazu zu bewegen, ihre langen Beine auch mal nur 20cm anzuheben, weiß man doch, wie unnatürlich diese Zirkusnummern über mehr als 100cm hohe Querstangen sind. Pferde rennen, rempeln und wälzen sich – aber springen niemals. Um Hindernisse wird herumgelaufen.

Was wirklich billig heute war, war das Zuschauen. Solang man nicht auf die Pferde will, ist Polo kostenlos... Die drei Spiele liefen dann folgendermaßen ab (ich spare mir Ausführungen zu den lächerlichen Sponsorennamen unter denen jeder Verein firmierte):

Zuerst traten Schleswig-Holstein und Hamburg gegeneinander an. Nachdem es im ersten der vier Spielabschnitte noch torlos stand, konnte Schleswig-Holstein – zu meiner Schadenfreude: auch im Polo gönne ich Hamburger Mannschaften prinzipiell nichts – bis auf 5:1 davon ziehen. Mit einigen schönen Aktionen und auch komplizierten Schüssen kamen die Hamburger in der Folgezeit sehr dicht heran. Am Ende hieß es aber zum Glück noch 7:5 für Schleswig-Holstein.

Das nächste Duell war ebenfalls interessant und sehenswert: neben sieben deutschen Teilnehmern gibt es bei dieser Polomeisterschaft auch einen aus der Schweiz. Die Züricher waren allerdings gegenüber Franken in der Rolle des Underdogs. Eine sehr fragwürdige Regel ist das „halbe Goal“ was sich nach dem Handicap richtet. Das Mannschaftshandicap errechnet sich aus dem Handicap jedes einzelnen Spielers: wenn man über 0 liegt, ist man schon gut; 10 ist das nur ganz selten erreichte Maximum; der beste Spieler heute ist auf 8 gewertet. Aber ein halbes Goal bekommt nicht etwa die Mannschaft mit den nach dieser Rangliste schwächeren Spielern, sondern die mit den stärkeren, sodass wie beim Boxen, wo der Herausforderer den Titelträger besiegen muss und bei einem Unentschieden der Titelträger gewinnt, hier dem besser Gewerteten halt die Verlängerung erspart bleibt, die nur beim Unentschieden zwischen Mannschaft mit dem gleichen Handicap nötig wird. Die Schweizer schafften es aber nach einem schnellen Start und nachdem sie immer wieder ein und zwei Tore Vorsprung versiebten, einen entscheidenden Treffer zu setzen und die letzte Aktion der Franken abzuwehren, wodurch sie 6:5,5 bzw. eigentlich 6:5 gewannen.

Das dritte Spiel war dann das zwischen den beiden Berlin-Brandenburg Teams: der Preußische Polo und Country Club gegen den Polo Club. Dieses Duell war besonders gut, wobei es nach zwei bzw. drei Chukkas nach einem Sieg für den Polo Club aus Falkensee-Finkenkrug aussah. Die Favoriten hatten auch den Vorteil eines halben Tores (besseres Handicap halt), doch eine tolle Aufholjagd u.a. mit einem Treffer aus 100m Entfernung (nicht ganz Polo-gerecht der Ausdruck, aber: der Hammer, Alter!) ließ die Phöbener vom Preußischen PCC wieder auf die Siegerstraße reiten: von 3:5 auf 7:5. Nach einem starken Treffer zum 7:6 waren dann – wie auch schon am Samstag beim Inlinehockey – die Schiedsrichter die Hauptdarsteller: gerade der Mitorganisator des Turniers bekam von einem Polo Club-Spieler einen Stockschlag – ganz sicher unabsichtlich, aber aufgrund der Verletzung hätte das Spiel angehalten werden müssen. Durch dieses Foul war der Polo Club mit 4:3 in Überzahl und konnte in der darauffolgenden Spielszene den 7:7 Ausgleich erzielen. Das Ganze nur eine halbe Minute vor Abpfiff. Wer jetzt meint, dass ein hochwohlgeborener Polospieler sich so eine asoziale Entscheidung der Umpires gefallen lässt, hat keine Ahnung: der Preuße tobte da ganz schön rum, behakte sich noch mit arrogant feiernden Gegenspielern und musste von Teamkollegen zurückgehalten werden. Die Zuschauer waren sich auch weitestgehend einig, dass das eine unverschämte Willkürentscheidung war, die den Phöbener Club um den Sieg und Halbfinaleinzug brachte, wobei das dann eher standesgemäß – nämlich in sehr gesitteten Diskussionen – ausgetragen wurde. Wäre aber auch noch schöner, wenn sich die ganzen fein gekleideten und reichlich verdienenden Leute, die unseren Dacia mit ihren Porsche und Mercedes auf dem Parkplatz in den Schatten stellten und sich von der penetranten Luxusgüterwebung der Sponsoren (die warben für hochwertigste Einrichtungsgegenstände, Lamborghinis, sehr teuer Zigarren und Champagner usw.) so angesprochen fühlten, dann den Platz gestürmt und die Umpires unter lautem „Schieber/ Hoyzer/ Bestochene Sau“-Geschrei aus dem Sattel gezerrt hätten...

Den Platz durfte man aber drei Mal nach Aufforderung des Sprechers (dieser kommentiert auf Deutsch und Englisch die Spielszenen während der ganzen Zeit wie ein Fernsehkommentator) stürmen, nämlich um die Löcher im Rasen zu beheben. Die Phöbener hatten keine Turfkeeper, sodass die Zuschauer freundlich gebeten wurden, den Rasen festzutreten. So gut wie jeder machte da so selbstverständlich mit wie wir auch.
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Nach den Polospielen guckten wir uns noch den Ortskern von Werder/ Havel an, der erfreulich geschlossen im Baustil, idyllisch und attraktiv ist. Hätte ich gar nicht erwartet, aber es gibt auch andere brandenburgische Orte neben Potsdam, die etwas daher machen...
Der Rückweg war leider nicht so entspannt wie erhofft: zwar kein Stau, dafür aber mehrfach heftige Schauer, sodass Aquaplaning entstand und man nicht mit mehr als 80 oder 100km/h voran kam.

* * * All Albums of this Sporty Weekend in Berlin * * *
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Statistik 14.08.11:
Grounds: 610 (heute zwei neue Grounds; diese Saison: 17 neue)
Sportveranstaltungen: 1.336 (heute vier, diese Saison: 19)
Tageskilometer: 320 (320 Auto)
Saisonkilometer: 2.070 (1.530 Auto/ 540 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 56
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 263

Freitag, 12. August 2011

W263III: Erst verspätet angepfiffen, dann früher abgepfiffen

TSV Monstab-Lödla AH [1:2] TSV 1876 Nobitz AH
Datum: Freitag, 12. August 2011 – Anstoß: 18.35
Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren
Ergebnis: Spielabbruch wegen Gewitters beim Spielstand von 1:2 nach 65 Min. (35/30) – Halbzeit: 0:1
Tore: 0-1 35. Nr. 16, 0-2 40. Nr. 16, 1-2 48. Nr. 9 (Foulelfmeter)
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Landstadion Freundschaft (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 15 (davon ca. 3 Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Ausgeglichenes Spiel ohne schwache Phasen aber auch mit zu wenigen Highlights)
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Photos and English version:

Da viele Altherrenmannschaften noch Pause haben, ergab sich heute die Gelegenheit, einen nicht uninteressanten Ground in Nordost-Thüringen zu besuchen. Diese Region habe ich ja in der letzten Saison kaum noch besucht und werde auch in dieser Saison nicht oft dort unterwegs sein, aber ab und an mal doch wieder. Außerdem habe ich vor, je nachdem wann das mit dem Auslandsstudium klappt, vor oder nach den beiden Semestern (also nächste oder übernächste Saison) wieder regelmäßig in diese Region zwischen Altenburg und Weimar zu fahren.

Heute führten uns die Bundesstraßen in Richtung Altenburg in ein Kaff mit dem schönen Namen Monstab. Der Name kommt aber wohl aus dem Slawischen und hat nichts mit Mohn zu tun, sonder eher mit „maslo“, was noch heute in vielen slawischen Sprachen „Butter“ heißt. Man muss den Ortsnamen also laut Sprach- und Urkundenforschern mit „Butterschmelzer(dorf)“ übersetzen. Zu sehen gibt es nicht viel: im Zentrum des Ortes befindet sich eine ganz ansehnliche Kirche – die Landschaft um Altenburg herum ist ja ganz nett und die Stadt selber sehr sehenswert, doch im Umland ist außer dem Wasserschloss in Windischleuba alles Architektonische uninteressant. Monstab hat aber immerhin einen Fußballverein zusammen dem benachbarten Lödla. Von den 6 Gemeinderatssitzen entfallen übrigens 4 auf Mitglieder der mit dem Verein zusammenhängenden Wählergemeinschaft Sport. Da kann in Sachen Sportförderung ja wohl nichts schief gehen...

Der TSV Monstab-Lödla (früher SG Monstab und SV Traktor Monstab) hat jedenfalls zwei Herrenmannschaften, die in der Kreisliga bzw. 2. Kreisklasse gegen andere Vereine mit klangvollen Namen wie TSV Windischleuba oder SSV Traktor Nöbdenitz III spielen, sowie eine Altherrentruppe. Letztere spielte heute gegen die Mannschaft aus Nobitz – der Ort ist bekannt für den schwachsinnigen Sinnlosflughafen Altenburg – im Monstaber Landstadion der Freundschaft. Wobei das Landstadion natürlich ein Euphemismus für Dorffußballplatz ist. Die Sportanlage ist recht weitläufig und schön von Bäumen umgeben. Kleine Waldstücke und weite Maisfelder schließen direkt an den ausbautenlosen Platz an.
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Die Mannen aus Monstab standen sich dann über eine halbe Stunde lang die Beine in den Bauch, bis Nobitz mal endlich aufkreuzte. Mit 35 Minuten Verspätung wurde angepfiffen, und es entstand – obwohl Nobitz nur mit 10 Mann antrat und Monstab vollzählig war – ein ausgeglichenes Spiel zwischen den beiden Teams. Es gab Torchancen in sehr regelmäßigen Abständen, aber ein so richtig gutes Spiel war es dann doch nicht. Es dauerte dann auch bis zur letzten Minute der ersten Hälfte, ehe Nobitz einen Treffer erzielte. Und das auch noch mit 10 Mann, wie gesagt!

In der zweiten Hälfte erwischte der Gast den besseren Start und ging mit einem herrlichen 25m Schuss in den langen Torwinkel mit 0:2 in Front. Kurz darauf gab es einen etwas fragwürdigen Elfmeter für die Hausherren: der Monstaber Spieler wird zwar von den Beinen geholt, aber den Ball hatte er schon verloren. Jedenfalls verwandelte Monstab den Elfmeter recht sehenswert mit Innenpfostentreffer. Danach hatte Monstab mehr Chancen und der Ausgleich wäre nicht mehr unverdient gewesen, aber die Angriffe waren insgesamt zu harmlos.

10 Minuten vor Abpfiff zog dann ein Gewitter auf, was fünf Minuten vor Schluss etwas heftiger wurde. Ein solches Altherrenspiel dann fünf Minuten vor Ende abzubrechen ist schon OK – im Männerbereich wäre das aber lächerlich gewesen.
Den Rückweg traten wir dann im strömenden Regen an: gut, dass keine Zeit war, wie geplant mit dem Auto samt Fahrrädern im Kofferraum nach Zeitz zu fahren und von dort eine Radtour nach Monstab und zurück zu machen. Mit dem Auto war es auch ganz lustig, den Feldweg von Monstab über Kröbern nach Rositz zu nehmen: nach 2km Schlagloch- und Pflasterpiste geht er in einen 300m langen schmalen Asphaltweg nach Rositz über. Dieser Asphaltweg ist gesperrt für den normalen Verkehr – aber wenn die Arschlöcher das nicht schon in Monstab ausschildern, sondern erst 300m vor Rositz, fährt doch kein normaler Mensch wieder die 2km Feldweg zurück!

* Übrigens: Informationen zu dem Dorf und dem Verein kann man sich unter http://www.monstab-web.de/index.html holen! *
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Statistik:
Grounds: 605 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 12 neue)
Sportveranstaltungen: 1.329 (heute eine, diese Saison: 12)
Tageskilometer: 120 (120 Auto)
Saisonkilometer: 1.400 (860 Auto/ 540 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 54
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 263

Donnerstag, 11. August 2011

W263II: Deutlicher Überraschungssieg im Duell der Aufsteiger

SV West 03 Leipzig 6:1 TuS Leutzsch 1990 II
Datum: Mittwoch, 10. August 2011 – Anstoß: 18.30
Wettbewerb: Freundschaftsspiel 2. Stadtklasse Leipzig Staffel 2 (11. Liga, 6. Amateurliga; Aufsteiger aus 3. Stadtklasse) gegen 1. Stadtklasse Leipzig Staffel 1 (10. Liga, 5. Amateurliga; Aufsteiger aus 2. Stadtklasse)
Ergebnis: 6:1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 2:1
Tore: 1-0 23. (9), 2-0 31. (3), 2-1 39. (4), 3-1 56. (11), 4-1 65. (14), 5-1 72. (10), 6-1 88. (3)
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Manfred von Brauchitsch Sportplatz (Kap. 1.018, davon 18 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 35 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Das sehr gute Spiel wurde in der zweiten Hälfte überraschend deutlich)
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Photos and English version:

Das zweite Testspiel diese Woche und der zweite deutliche Sieg. In Anbetracht dessen, dass die Heimmannschaft West 03 in der 3. Stadtklasse, also der untersten Liga, 15 von 22 Spielen gewann, was nur knapp zum Aufstieg reichte und hingegen der Gastverein (die Reserve von TuS Leutzsch), der mit dem 3. Platz ebenfalls einen Aufstiegsplatz belegte – und zwar von der 2. in die 1. Stadtklasse, war es doch sehr verwunderlich, was da in Hälfte zwei ablief. So ganz reif schien der Gast dann doch nicht für die 1. Stadtklasse zu sein...

Aber erst einmal zum Sportplatz von West 03: der liegt in Altlindenau in der Nähe diverser anderer Sportanlagen wie denen vom Gast – Tus Leutzsch (500m nördlich) – oder Lindenau 1848 (200m südlich) sowie BSV Schönau und das Motodrom Cottaweg (je 300m durch den Wald), auf drei Seiten von Bäumen umgeben. Also eine ganz idyllische Ecke dort. Hinter dem Kleinfeldhartplatz hinter dem einen Tor ragt der Uhrturm des ehemaligen Stifts auf – zwischen massiven Bäumen steht hinter dem anderen Tor das Sportlerheim. Auf dieser Torseite sind auch ein paar Sitzschalen angebracht. Ansonsten setzt oder stellt man sich auf die niedrigen Graswälle, die auf den Längsseiten des Spielfelds angebracht sind. Benannt ist die Anlage übrigens nach dem Hamburger Autorennfahrer Manfred von Brauchitsch, der eine recht abenteuerliche Biographie hat: krasse Unfälle bei Rennen in den 1930ern unverletzt überstanden + undurchsichtige Rolle im Dritten Reich, wobei Kooperation mit den Nazis wohl aus Karrieresucht erfolgt ist + dann Anbandelung mit DDR-Größen wie Walter Ulbricht, deshalb monatelang Gefängnis im Westen wegen angeblichen Hochverrats; so viel zur Vorbildlichkeit der Demokratie im Westen der 1950er + und dann Flucht aus der BRD in die DDR und dort Arbeit als Sportfunktionär...

Was das heutige Spiel anging, muss man sagen, dass es von Beginn an flott war und es nicht zu wenige Torszenen gab. Beide Mannschaften waren in der ersten Halbzeit ausgeglichen. Zu Beginn war der Gast sogar etwas aktiver – was man aber eigentlich auch erwarten konnte. Das erste Tor fiel jedoch für die eine Klasse tiefer spielenden Gastgeber: ein wirklich schöner und strammer Kopfball ins lange Eck! Bald darauf fiel sogar das 0:2, wobei ein West-Stürmer von einem verunglückten Querpass profitierte und dann frei aufs Tor zu lief und überlegt den Torwart umrundete um locker einzuschießen. Kurz vor der Pause ein strammer Schuss zum Anschlusstreffer. Dass das der Ehrentreffer sein sollte und kein Anfang einer Aufholjagd, musste man überrascht in der zweiten Spielhälfte feststellen.

Leutzsch kam nicht mehr ins Spiel zurück, zeigte kaum Angriffe aufs gegnerische Tor und kassierte schon 11 Minuten nach Wiederbeginn einen dritten Gegentreffer. Dann landete ein herrlicher Freistoß aus über 20m direkt im Tor zum 4:1. Schließlich zeigte die ehemalige Dritte-Stadtklasse-Mannschaft noch zwei weitere prima Aktionen zum 5:1 und 6:1.

Also dass ein Sieg des klassentieferen SV West 03 im Rahmen des Möglichen lag, war mir ja klar – aber doch nicht ein 6:1! Diese Leistung von West 03 war wirklich sehr stark!
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Statistik:
Grounds: 604 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 11 neue)
Sportveranstaltungen: 1.328 (heute eine, diese Saison: 11)
Tageskilometer: 80 (70 Auto, 10 Fahrrad)
Saisonkilometer: 1.280 (740 Auto/ 540 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 53
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 263

Mittwoch, 10. August 2011

W263I: Nichts zu holen für Holzhausen

FC Eintracht Holzhausen 0:8 SV Tresenwald/ Machern
Datum: Dienstag, 9. August 2011 – Anstoß: 18.40
Wettbewerb: Freundschaftsspiel 1. Stadtklasse Leipzig Staffel 2 (10. Liga, 5. Amateurliga) gegen Kreisoberliga Muldental/ Leipzig Land (8. Liga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 0:8 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0:3
Tore: 0-1 17. (Elfmeter, Nr. 6), 0-2 34. (Nr. 17), 0-3 40. (Nr. 17), 0-4 50. (Nr. 13), 0-5 55. (Nr. 9), 0-6 61. (Nr. 7), 0-7 67. (Nr. 13), 0-8 90. (Nr. 9)
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Holzhausen/ Am Arbeiterheim (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 35 (davon ca. 8 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Extrem einseitiges, aber wirklich gutes Spiel!)
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Photos and English version:

Nicht aus Faulheit, sondern aus Zeitmangel werden die Touren nach Leipzig diese Woche mit dem Auto durchgeführt. Die erste der beiden Touren führte uns am Dienstag in den äußersten Südosten der Stadt, genauer: in den Stadtteil Holzhausen. Dort gibt es zwei Sportplätze, wobei der Walter-Heise-Sportplatz als Nebenplatz (bzw. Nebenplatzanlage: es gibt zwei Großfelder und ein Kleinfeld dort, die als Ausweich und von den Volkssportmannschaften genutzt werden) fungiert und der eigentliche Hauptplatz, der Sportplatz am Arbeiterheim, über einen Kilometer entfernt von ebendiesem Nebenplatz liegt.

Am Arbeiterheim, einem etwas heruntergekommenen Eingeschosser mit zweigeschossigem Mittelteil, liegt ein richtig idyllischer Sportplatz: massive Bäume, hohe Blumen und grünes Gestrüpp umgeben das etwas unebene Spielfeld. Dahinter liegt eine ehemalige Radrennbahn. Heute fanden sich etwas mehr als 30 Zuschauer ein, um ein als Eintracht Holzhausen I – Tresenwald-Machern II angesetztes Testspiel zu sehen.

Spätestens in der zweiten Halbzeit wurde aber klar, dass es sich kaum um die Reservemannschaft der Tresenwalder und Macherner gehandelt haben dürfte. Holzhausen hatte in der vergangenen Saison in der 1. Stadtklasse zwar 10 Punkte Vorsprung auf Abstiegsplatz, aber als 12. von 16 keine gute Saison gespielt und die Reserve von Tresenwald war in der vergleichbaren Kreisliga B in gleicher Tabellensituation gelandet. Hingegen die Erste Mannschaft von Tresenwald/ Machern, konnte einen sechsten Platz in der Bezirksklasse Leipzig Staffel 1 verbuchen. Zwischen der Stadtklasse und der mittlerweile umbenannten und umgestalteten Bezirksklasse liegen zwei Ebenen – und diese zwei Spielklassen Unterschied waren zu merken.

Von Anfang an war der Gast klar überlegen: spielte schneller, griff flüssiger an, war sicherer am Ball, zeigte weniger technische Mängel und war torgefährlicher. In der 17. Minute fiel dann das erste Tor der Partie: der Gästetorwart machte einen weiten Abschlag von der eigenen Strafraumgrenze an die des anderen Strafraums, an der der Gästestürmer mit der 17 den Ball annahm und daraufhin von einem Verteidiger zu Boden gerissen wurde. Es gab Elfmeter und dieser wurde sicher verwandelt. Auch das 0:2 resultierte aus einem Abschlag des Torwarts: diesmal war es sogar ein direkter Assist, denn der 17er nahm den Ball an und zimmerte ihn nach kurzem Vorlegen ins Tor. Bis zur Pause fiel noch ein dritter Treffer aus Nahdistanz.

Nach der Pause fiel den Gästen das Tore schießen sehr leicht. Die Abwehr der Heimelf war reichlich überfordert und sicheres Kombinationsspiel und gute Schüsse von Tresenwald taten ihr Übriges. Nach dem 0:7 gab es einen kleinen Durchhänger, der ein zweistelliges Ergebnis verhinderte, was sich die nun ab und an angreifenden Hausherren aber auch verdient hatten. 0:8 war schließlich das noch recht glimpflich ausgefallene Endresultat.
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Statistik:
Grounds: 603 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 10 neue)
Sportveranstaltungen: 1.327 (heute eine, diese Saison: 10)
Tageskilometer: 90 (90 Auto)
Saisonkilometer: 1.200 (670 Auto/ 530 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 52
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 263

Montag, 8. August 2011

W262IV: Kanupolo in Grünau

Finale der Deutschen Meisterschaft im Kanupolo
Datum: Sonntag, 7. August 2011 – Zeit: 7.00-16.00
Wettbewerb: Deutsche Meisterschaft im Kanupolo in den Klassen Männer L4 bis L1, Frauen L1 und L2, Jugend, Junioren, Schüler
Sieger: WSF Liblar (Herren), Göttinger PC (Frauen), Pirat Bergheim (Junioren), KC Havelbrüder Berlin (Jugend, Schüler)
Spielort: Regattastrecke Berlin-Grünau (Kap. 3.000 überdachte Sitzplätze + 1.000 unüberdachte Stehplätze)
Zuschauer: ca. 500
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Der zuschauerfeindliche Modus ist zwar absolute Scheiße, aber die Sportart an sich sehr sehenswert und oft rasant und packend)
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Photos and English version:

Video:
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Die Frage nach der ältesten noch genutzten Sportanlage in Berlin ist gar nicht so einfach zu beantworten. Nach verschiedenen Quellen handelt es sich dabei aber um die Regattastrecke von Berlin-Grünau, auf der 1880 der erste Wettbewerb stattfand. Für Olympia 1936 wurde eine fünfzehnreihige Tribüne mit Holzbänken und spektakulärer Dachkonstruktion errichtet. Regelmäßig findet hier auch Kanupolo statt, weswegen wir uns am Sonntag zu viert – Kollege Baumann ist doch auch immer für ungewöhnliche Sportarten zu haben – auf den Weg in den Südostrand der Hauptstadt machten.

Die Finalrunde der deutschen Meisterschaften füllte das ganze Wochenende aus, wobei der Modus von Best-of-Three-Spielen, verteilt auf bis zu sieben, bis zu den Finalpaarungen auch oft gleichzeitig belegten Spielfelder, absolute Scheiße ist. Das waren viel zu viele Mannschaften und viel zu viele Spiele gleichzeitig! So einen Schwachsinn von Organisation habe ich noch nie gesehen – auch ein Spieler, der auf der Tribüne hinter mir auf seinen Einsatz wartend zusah, beschwerte sich über den „behinnerten“ Spielmodus. Dieser Drecks-Modus war aber der einzige wirkliche Kritikpunkt. Dass es einen enormen Leistungsunterschied zwischen den meist rasanten Männer- und den oft lahmen Frauenspielen gibt, ist nicht so ungewöhnlich und darüber kann man auch hinwegsehen. Ansonsten kann ich diese Sportart wirklich empfehlen!

Besonders die besseren Mannschaften im Männerbereich (Leistungsklassen 1 und 2) und der männlichen Jugend gehen echt gut ab: fünf Leute auf Einerkajaks versuchen bei diesem äußerst interessanten Sport innerhalb von 2x10 Minuten (evtl. mit 5 Minuten Verlängerung) einen Volleyball- oder Wasserballähnlichen Ball in ein wie ein Basketballkorb angebrachtes, kleines Tor zu werfen. Das Ziel ist wirklich eine Mischung aus Basketballkorb und Fußballtor, wobei die Abmessungen noch erheblich kleiner sind als bei einem Eishockeytor. Die Zweikämpfe sind oft genauso interessant wie die Zielwürfe: beim Start der Partie wird beim Aufeinanderzufahren oft das gegnerische Kajak gerammt, die Helme sind bei dem Herumfuchteln mit den Paddeln sehr von Nöten, mitunter schiebt sich ein Boot komplett über ein anderes und drückt den Spieler unter Wasser – dann heißt es Eskimorolle!

Wer diese Sportart besonders gut ausüben kann, sind v.a. die Mannschaften aus Berlin (v.a. Nordwest) und Liblar (ein Kaff bei Köln). Berlin versagte allerdings auf heimischer Strecke diesmal, da sie in keiner Kategorie Titel erkämpften, was für sie ungewöhnlich ist. Da Nordrhein-Westfalen die Hochburg für diesen Sport ist, war es auch nicht verwunderlich, dass die Mehrzahl der Zuschauer und natürlich auch der Mannschaften aus ebendiesem Bundesland kam. Die Anfeuerungen sahen dann so aus, dass sich alle gegenseitig unterstützten, aber niemand Berlin einen Sieg gönnte...
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Die Finalpaarungen in den fünf Hauptkategorien lauteten wie folgt:
Männer: WSF Liblar – KCNW Berlin 6:3, 3:2
Frauen: Göttinger PC – KCNW Berlin 3:2 n.V., 3:2 n.V.
Junioren: Pirat Bergheim – KCNW Berlin 3:2 n.V.
Jugend: KC Havelbrüder Berlin – KC Limmer 6:2
Schüler: KSV Havelbrüder Berlin – KRM Essen 5:0

Detaillierte Ergebnisse sind unter diesem Link einsehbar:
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Statistik:
Grounds: 602 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 9 neue)
Sportveranstaltungen: 1.326 (heute eine, diese Saison: 9)
Tageskilometer: 460 (460 Auto)
Saisonkilometer: 1.110 (580 Auto/ 530 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 51
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 262