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Dienstag, 10. Februar 2026

W3.0267II-IV: 3 Tage, 3 Spiele von 3 Abteilungen des MTV - aber leider keine 3 Siege…

MTV Weferlingen 1881

36 : 30 (15:14)

BSV 1928 Klostermansfeld

- Datum: Sonntag, 8. Februar 2026 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: HVSA-Pokal (Viertelfinale Handball-Landespokal; Bezirksoberliga Nord gegen Verbandsliga Süd; 7. Spielklasse, 4. Amateurliga gegen 6. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 36-30 nach 60 (2x30) Minuten - Halbzeit: 15-14

- Statistiken: siehe nu-liga!  

- Austragungsort: Allertal-Halle (Kap. 150, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon angeblich nur 63 Zahlende und ca. 12 Gästefans)
- Spielbewertung: 8,0/10

TSV Rot-Weiß Zerbst

4 : 0 (2:0)

MTV Weferlingen 1881

- Datum: Samstag, 7. Februar 2026 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Testspiel (Landesliga Sachsen-Anhalt, Süd; 7. Spielklasse, 2. Amateurliga gegen Bördeliga; 10. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-0 nach 90 (45/45) Minuten - Halbzeit: 2-0

- Tore: 1-0 9. Pfitzner, 2-0 26. Seyfferth, 3-0 49. Seyfferth, 4-0 57. Monteiro

- Gelbe Karten: keine

- Rote Karten: keine

- Austragungsort: Friedrich-Ludwig-Jahn Stadion, Kunstrasennebenplatz (Kap. 1.009, davon 9 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 55 (davon 32 zahlende und ca. 8 Gästefans)
- Spielbewertung: 6,0/10

SV Concordia Rogätz 1908 VI

10 : 0

MTV Weferlingen von 1881

- Datum: Freitag, 6. Februar 2026 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: 2. Kreisklasse Börde, Staffel A (13. und unterste Spielklasse im Tischtennis, 10. Amateurliga)
- Ergebnis: 10-0 Spiele bei 30-2 Sätzen und 348:227 Bällen nach ca. 110 Minuten

- Statistiken: siehe click tt!  

- Austragungsort: Elbe-Ohre-Halle (Kap. 150 Sitzplätze)
- Zuschauer: 4 (davon keine Gästefans)
- Spielbewertung: ohne

SV Concordia Rogätz VI 1908 10:0 MTV Weferlingen 1881

Photos with English commentary: 

  1. Table-Tennis: Concordia Rogätz VI vs. MTV Weferlingen

  2. Football Friendly: Rot-Weiß Zerbst vs. MTV Weferlingen

  3. Handball Cup: MTV Weferlingen vs. BSV Klostermansfeld

  4. Anhalt: Zerbst town centre

  5. Weferlingen: Döhren village

Das Wochenende stand ganz im Zeichen von Weferlingen. Am Freitag hatte ich mein erstes Punktspiel im Tischtennis: Nicht in Bestbesetzung, weiteste Auswärtsfahrt und das im Nebel, und am Ende die höchste Saisonniederlage, da nur zwei Sätze und kein einziges Spiel gewonnen. Aber ich hielt mich besser als zu befürchten war gegen einen verstärkten Gegner, das Miteinander war wieder topp und im Übrigen ist die Elbe-Ohre-Halle in Rogätz eine der schönsten in der Region: Eine umgebaute Scheune ist der Sozialtrakt, ein moderner verglaster Anbau die eigentliche Halle mit dreireihiger Untertribüne und guter Ausstattung. Wirklich sehr originelle Architektur!

TSV Rot-Weiß Zerbst 4:0 MTV Weferlingen 1881

Am Samstag war mal wieder die Fußballabteilung dran. Sie hätten schon ein Testspiel in Heyrothsberge haben sollen, aber dort ist man zu blöd, einen Kunstrasen zu beräumen - bei Rot-Weiß Zerbst war das kein Problem, die hatten da auch teilweise im Schnee gespielt und so schon zwei Testspiele gehabt. Einwandfrei das Plastegrün! Etwas wenig Sitze vielleicht und natürlich kein Zuschauerkomfort, aber der Belag ist nach der Sanierung absolut spitze! Inakzeptabel ist lediglich, dass die Fans reguläre Landesliga-Eintrittspreise zahlen müssen. Bei einem Test gegen einen Kreisligisten! Da entschädigt auch die extra angefertigte Karte nicht für. Und Kumpels aus NRW störten sich tags drauf in unserem Groundhopping-Gruppenchat dran, dass ein ungeliebter Landesligist für Testspiele nun Eintritt (3€ statt den regulären 6€ für die Liga) nimmt, da Tests in NRW - und vielen anderen Bundesländern - normalerweise immer kostenlos sind…

Auf dem Feld war Zerbst klar besser, jedoch nicht so überzeugend. Weferlingen hielt noch gut mit. 2:0 bei Halbzeit, 4:0 am Ende. Das war deutlich höher zu befürchten, gerade bei den Voraussetzungen vor Beginn. 

Für Beryl waren wieder manche sprachlichen Besonderheiten interessanter als das Spiel: Schon im A1-Kurs gelernt “mach es besser als ich”, hier hieß es “machs besser wie ich” und ich korrigierte in Hallenser Mundart “machs bessor als wie ich”...

Auch die Stadt Zerbst war für sie interessant. Alte Stadtmauer um eine weitestgehend aus Plattenbauten bestehende Kernstadt, enorm viel Leerstand außerhalb, zwischen den Platten aber Kriegsruinen wie die Kirche am Markt und das Schloss. Man sollte bei einem Besuch von Zerbst immer die Website alt-zerbst.de auf dem Handy aufgerufen lassen. Da wir durch Zufall auch den jüdischen Friedhof entdeckten, empfehle ich hier noch einen Artikel zur vor Zerstörung der Stadt 1945 dort ausgerotteten Minderheit. Als letzte Empfehlung dann noch die Geschichte des ältesten Fußballvereins von Zerbst mit ein paar alten Bildern und Plakaten, die Beryl erstaunlich gut lesen konnte. Der 1.FC Zerbst 1900 ist mit einem Graffiti an einer Trafostation unweit des Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadions verewigt.

Zerbst/ Anhalt

Sonntag blieben wir in Weferlingen und Umgebung, machten eine 11km-Radtour. Für eine Radanfängerin eine wirklich gute Leistung, für mich natürlich eher Warmfahren… Ziel war Döhren mit der mittlerweile sanierten Kirche in der Ortsmitte.

Zum Handball ging ich dann alleine. Für die erhöhten Pokalpreise von 5€ bekam man nun endlich den ersten Sieg einer MTV-Mannschaft im dritten Spiel der dritten Abteilung geboten: Aber was für ein Spiel! Vor vollbesetzter Halle verschlief Weferlingen den Start im Pokalviertelfinale gegen den höherklassigen Ball- und Spielverein Klostermansfeld, doch kam schnell zurück. Das völlig ausgeglichene Spiel sah im ersten Spielabschnitt bis zu 3 Tore Vorsprung der Gastgeber, zwischendurch einen 0:4-Lauf und Führungswechsel, doch 15:14 bei Halbzeit, u.a. durch tolle Torwartleistung. Nach der Pause eine herausragende Leistung der Weferlinger auf allen Positionen und bis zu 8 Tore Vorsprung, am Ende ein 36:30 und als einziger nicht in der Sachsen-Anhalt-Liga spielender Verein im Halbfinale!

MTV Weferlingen 1881 36:30 BSV 1928 Klostermansfeld

Statistik:

- Grounds: 3.943 (Fr 1, Sa 1; diese Saison: 101 neue) 

- Sportveranstaltungen: 5.572 (Fr 1, Sa 1, So 1; diese Saison: 147) 

- Tourkilometer: 400 (Fr 140km Auto, Sa 250km Auto, So 10km Rad)

- Saisonkilometer: 47.550 (27.100 Flugzeug / 18.530 Auto, davon 5.330 Mietwagen/ 1.920 Fahrrad/ 0 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 68 [letzte Serie: 57, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 267 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020]

Sonntag, 15. Juli 2012

W311II: Zerbst hielt Testspiel gegen FCM lange offen

TSV Rot-Weiß Zerbst 2:6 1. FC Magdeburg
Datum: Samstag, 14. Juli 2012 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Testspiel Landesklasse, Staffel 2 (8. Liga, 3. Amateurliga) gegen Regionalliga Nordost (4. Liga, 1. Halbprofiliga)
Ergebnis: 2-6 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 1-1
Tore: 1-0 18. Sens (Foulelfmeter), 1-1 26. Koschwitz, 1-2 62. Sowislo, 1-3 73. Hackenberg, 1-4 74. Harrer, 1-5 80. Hackenberg, 2-5 83. Ernst, 2-6 87. Harrer
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion (Kap. 3.000, davon 160 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 1.500 (davon 1.220 zahlende und ca. 1.100 Gästefans)
Unterhaltungswert: 8,0/10 (Sehr gutes Testspiel, dass der Underdog bis 20 Minuten vor Ende offen hielt)
IMG_2905 Photos with English Commentary:

Was macht man, wenn man Freitag und Sonntag keine Möglichkeit zum Radfahren hat, aber einmal pro Wochenende eine Tour fahren will? Samstag fahren! Und wenn es einfach zu lang und zeitlich zu ausgiebig ist? Einen Teil mit dem Auto und dem Rad hinten drin zurücklegen! Und wenn man zu zweit ist und das Auto zu klein für zwei Räder: Dann nimmt man halt die scheiß Bahn...

So fuhren wir nach Köthen mit einem Hopperticket und bis Aken mit dem Fahrrad, querten per Fähre die Elbe (1€ pro Richtung und Fahrradfahrer ist schon dreist, aber mit dem Auto lohnt sich das finanziell überhaupt nicht: unbedingt meiden und über Dessau fahren!) und fuhren weiter bis Zerbst. Zerbst/ Anhalt ist eine wirklich sehenswerte Stadt, aber da wir den Ort schon ausgiebig besichtigt hatten (siehe oben verlinkte Bilder!), fuhren wir direkt zum Stadion.

Das Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion hat einen hässlichen Kunstrasennebenplatz auf dem noch das Kreispokalfinale der B-Junioren zwischen Rot-Weiß Zerbst und Germania Roßlau, welches Zerbst 3:6 verlor, lief, als wir ankamen. Aber das Hauptstadion mit dem Rasenplatz ist wirklich schön mit seinen beiden vierreihigen Betontribünen – auf der einen Tribüne sind auch 160 lehnenlose Sitzschalen angebracht – und vielen Bäumen und Sträuchern drum herum. Ein Bach umfließt die Sportanlage.

Zum Testspiel zwischen den Rot-Weißen vom TSV Zerbst und den Blau-Weißen vom FC Magdeburg fanden sich gut anderthalb tausend Zuschauer ein, von denen sich die meisten zum FCM bekannten.

Die vier Klassen höher spielenden Gäste waren natürlich aktiver, schneller und hatten viel mehr Angriffe auf den Kasten zu verbuchen – doch sie taten sich schwer gegen einen richtig guten Torwart der Zerbster und eine geschlossen auftretende, leistungsstarke Amateurmannschaft. Zerbst ging sogar in Führung, da ihr zweiter Angriff innerhalb der ersten 20 Minuten mit einem Foul gestoppt wurde. Der Elfer wurde sicher ins linke Eck gezimmert. Ein Schuss hoch unter den Querbalken sollte dann der einzige Gegentreffer des wirklich starken Schlussmannes von Rot-Weiß sein. Erst als sein Kollege in der 60. ins Tor ging, erzielte der FCM im Minutentakt Treffer. Das lag allerdings trotzdem nicht am Schlussmann – im Gegensatz zu den Behauptungen der Dreckwänster rechts neben mir die noch überhaupt keine Ahnung vom Fußball haben, es aber meinen, nur weil sie in der F-Jugend Bankwärmer sein dürfen – sondern an der nun überforderten Abwehr. Nach dem der FCM innerhalb von 18 Minuten auf 1:5 davongezogen war, gelang einem Zerbster ein genialer Weitschusstreffer aus über 30 Metern fast in den linken Winkel. Das beste Tor des Nachmittags! FCM legte allerdings noch einen drauf: 2-6 war der Endstand.
IMG_2996 Statistik:
Grounds: 758 (heute 1 neuer; diese Saison: 163 neue)
Sportveranstaltungen: 1.565 (heute 1, diese Saison: 251)
Tageskilometer: 170 (100 Bahn, 70 Rad, <10 Fähre)
Saisonkilometer: 60.750 (31.090 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.390 Fahrrad/ 3.130 Bahn, Bus, Tram/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 106
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 311

Sonntag, 28. November 2010

W226I: Zerbst; von einer schönen Altstadt mit Kriegsruinen und Handball in der Fabrikhalle

HSV 2000 Zerbst 34:35 HV Rot-Weiß Staßfurt II
Samstag 27. November 2010 – Anwurf 16.30
Liga: Verbandsliga Sachsen-Anhalt, Staffel Süd (6. Liga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 34:35 nach 60 Min. – Halbzeit: 20:16
Torfolge: 1-0, 1-1, 3-1, 3-3, 6-3, 6-4, 7-5, 9-5, 9-6, 10-6, 10-7, 12-8, 12-9, 14-9, 14-10, 15-10, 15-11, 18-11, 18-12, 19-12, 19-16, 20-16/ 21-16, 22-16, 23-16, 23-17, 23-21, 24-21, 24-22, 25-22, 25-23, 25-24, 26-24, 26-25, 28-25, 28-26, 29-26, 29-27, 29-28, 30-28, 31-28, 31-29, 31-32, 32-32, 32-33, 33-33, 34-33, 34-35
7-Meter: Zerbst 9 (6 verwandelt), Staßfurt 8 (6 verw.)
Gelbe Karten: Zerbst 0, Staßfurt 2
Zeitstrafen: Zerbst 12 Minuten, Staßfurt 20 Min.
Platzverweise: Zerbst 1 (Nr. 10, 56:02, 3. Zeitstrafe), Staßfurt 1 (Nr. 10, 59:29, 3. Zeitstrafe)
Sportanlage: Sporthalle Zur Jannowitzbrücke (Kap. 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 110 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Sehr torreiches und spielerisch gutes, vor allem aber wirklich spannendes Spiel mit überraschender Wendung)
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Photos and English version:
ZERBST/ ANHALT (OLD TOWN WITH SCARS OF WAR)
Handball match: HSV 2000 Zerbst 34-35 HV Rot-Weiß Staßfurt

Eigentlich sollte hier ein Bericht aus der Fußballkreisklasse vom Spiel Schraplauer SV gegen Merseburg 99 III stehen. Da man mittlerweile aber nicht einmal mehr Ende November Amateurfußball – schon gar nicht in den unteren Klassen – gucken kann, brauchen meine fußballbegeisterten Leser bis März 2011 keine Berichte von irgendeinem Fußballspiel zu erwarten. Ein, zwei Hallenfußballturniere sind ausgenommen, da ich Feldfußball hier meine. Im März wird auch noch kaum gespielt werden, also ist der nächste Fußballbericht aus den Vereinigten Arabischen Emiraten oder dem Oman zu erwarten. Aber bis dahin könnt ihr Berichte vom Handball, Basketball, Hallenhockey und so was lesen: und das sind doch auch schöne und interessante Sportarten!

Danke aber an Merseburg 99 und eure informative und aktuelle Website: durch die rechtzeitige Nachricht vom Spielausfall in Schraplau konnte ich die Planung noch umändern und eine attraktive Tour planen. Diese sah dann so aus, dass wir mit dem Sachsen-Anhalt-Ticket über Halle und Magdeburg nach Zerbst fuhren. Diese anhaltische Residenzstadt ist die viertgrößte Stadt Deutschlands – allerdings nur in der Fläche, was bei über 30 Ortsteilen auch kein Kunststück ist, auch wenn es ein solches ist, so viele Orte einzugemeinden – und kommt in der Reiseliteratur oft schlecht weg. Warum eigentlich? Ich wüsste dutzende Städte, die bei weitem nicht so sehenswert sind, wie Zerbst! Natürlich sind ein paar sachsen-anhaltische Städte – zumindest Naumburg, Merseburg und v.a. Quedlinburg – noch schöner, aber kommt man am recht ordentlichen Bahnhof an, fährt man durch mit einfachen aber schön gestalteten Bürgerhäusern flankierte Straßen zum Altstadtbereich, der fast vollständig von einer Backsteinmauer umgeben ist. Diese Backsteinmauer hat einige Wehrtürme zu bieten und ein vollständig erhaltenes Stadttor. Betritt man den Altstadtkern durch dieses, kann man erst links zum Francisceum – Sachsen-Anhalts ältestem Gymnasium, was ein recht seltsam anmutender Bau mit mittelalterlichen, Renaissance- und Neuzeitelementen ist – und dann durch die symmetrische Siedlung aus dem späten 19. Jahrhundert zur noch symmetrischeren Kirche Trinitatis gehen. Gegenüber der Kirche befinden sich zwar ein paar Bausünden, aber dass Ensemble der im zweiten Weltkrieg zerstörten Nikolaikirche mit den Plattenbauten, kann man nicht als hässlich bezeichnen. Das ist einfach zu eindrucksvoll. Im Inneren des fensterlosen und unüberdachten Kirchenschiffes wurde gerade der Weihnachtsmarkt aufgebaut.

Der Markplatz ist etwas kahl, doch am anderen Ende der Fußgängerzone befinden sich die wirklich schöne, wenn auch teilruinöse Bartholomäuskirche, der Dicke Turm, mehrere Fachwerkhäuser flankiert von neueren Gebäuden und drei etwas versteckt liegende, besonders schöne Fachwerkexemplare sowie eine Anzahl von barocken Gebäuden. Hinter diesen hervorragend sanierten Barockgebäuden erblickt man ein etwas trostloses Panorama, denn das Schloss ist wohl der deutlichste Kriegszeuge: ein ausgebrannter Barockbau mit weiter Brachfläche drum herum. Die seltsame Tribüne an einer Seite ist wohl für den ehemaligen Reiterspiele- und Paradeplatz gedacht; hohe Zäune sollen ein Betreten der Ruine verhindern. Der angrenzende Park führt einen noch zu einem weiteren Stadttor, wo aber kein Torbogen mehr steht, sondern ein schlanker Turm mit Uhr und hohe Mauern. Dahinter beginnen Plattenbauten, darunter befindet sich auch eine Sporthalle, wo gerade Karateka zugange waren.
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Im Stadion von Friedrich Ludwig Jahn war niemand zugange, da Rot-Weiß Zerbst auswärts spielte. Aber weder ein Spiel von ihnen, noch eines vom benachbarten TV „Gut Heil“ – die werden wir demnächst mal in Halle beim Basketball sehen – hatten wir heute eingeplant, sondern ein Handballspiel. Nach einem Imbiss bei einem Türken – nach 13.30 kann man richtiges Mittagessen in Zerbst vergessen: alle Restaurants haben ab 14 oder 14.30 Mittagspause – gingen wir in die Sporthalle Zur Jannowitzbrücke. Die Handballer des HSV 2000 spielen in dieser fabrikhallenähnlichen, auch gerade durch die Industrieumgebung bizarr wirkenden Sporthalle Verbandsliga. Zumindest noch. Ob die 100 Zuschauer, die heute auf den vier zwischen den Stützbalken aufgestellten zweireihigen Holztreppchen oder auf der erhöht hinter das Tor auf den Umkleidetrakt aufgesetzten Tribüne mit Holzbänken Platz nahmen, nächste Saison noch oberhalb der Bezirksliga Handball sehen können, ist fraglich. Auch beim heutigen Gast, der zweiten Mannschaft des HV Rot-Weiß Staßfurt, lief es bisher schlecht.

Das Spiel war schnell und gut, wobei sich schnell eine enorm hohe Toranzahl abzeichnete. Nach einer Viertelstunde schien sich ein Sieg für Zerbst abzuzeichnen, da sie mit bis zu sieben Treffern gegen spielerisch schwächere, wurftechnisch unsichere und in der Abwehr vor allem mit den Zerbstern mit der 10 und der 5 überforderte Staßfurter führten. Diese kamen kurz vor der Pause zwar bis auf vier Tore heran, doch erst 10 Minuten nach der Halbzeit wurde es eng. Der Vorsprung von 23:16 schmolz immer mehr – erzielte Zerbst einen Treffer, legte Staßfurt zwei oder drei nach. Die Gäste steigerten sich immer mehr, während die Zerbster nun ins Schwimmen gerieten. Kaum fünf Minuten vor Abpfiff glich Staßfurt erstmals wieder aus, gleich darauf kamen sie sogar zur Führung. Zwei Minuten vor dem Ende schien Zerbst doch noch das Blatt wenden zu können, doch die 34:33 Führung war binnen einer Minute weg. Ein Fehlwurf acht Sekunden vorm Schlusspfiff und diese packende Partie endete mit einem 34:35 Sieg für Staßfurt.

Der Sieg war nicht unverdient und wir beiden Merseburger feierten auch noch die Staßfurter Spieler, wo wir doch neben deren Fans gesessen hatte, die ganz gut mitgingen. Rechts von uns saßen einige alteingesessene Heimfans, die ebenfalls gut mitgingen und die Spieler anfeuerten oder sich auch nachvollziehbarerweise das ein oder andere Mal über die Schiedsrichter aufregten. Allerdings muss ich als eher neutraler Zuschauer mal sagen, dass diese beiden Schiris seit langem die besten waren, die ich auf dem Handballparkett – besonders auf dem sachsen-anhaltischen Handballparkett – erlebt habe: da waren keine offensichtlichen Fehlentscheidungen dabei und ein paar Entscheidungen, die man auch umgekehrt hätte geben können, müssen einfach immer mal dabei sein. Die besten Fans der Zerbster waren aber auch die Trommler, die ihre Instrumente etwas abwechslungsreicher als die meisten anderen Handballfangruppen bearbeiteten.
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Zufrieden mit dieser schönen Tour ging es für uns über Dessau, Köthen und Halle nach Hause zurück. Nach Zerbst werden wir sicherlich mal in wärmeren Monaten wieder kommen, um dann mal Fußball zu gucken.

Statistik:
Ground Nr. 500 (ein neuer Ground; diese Saison: 50 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.180 (diese Saison: 67)
Tageskilometer: 250 (230 Eisenbahn, 20 Fahrrad)
Saisonkilometer: 12.370 (8.170 Auto/ 2.060 Fahrrad/ 1.340 Bahn, Bus, Tram/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 226