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Montag, 28. November 2016

W539V: Müritz und Prignitz ... 1:3 Niederlage trotz 12:3 Chancen ++ keine Maulbeerbäume zu sehen ++ Ruinen der Roten Armee ++ Eishockey in Malchow

Malchower Wölfe ............................................ 7
EC Rostocker Kodiaks .................................... 1
- Datum: Sonntag, 27. November 2016 – Beginn: 18.30
- Wettbewerb: Ostseeliga (5. und unterste Eishockeyliga; 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 7-1 nach 60 Min. (3x20) – Drittel: 3-1, 2-0, 2-0
- Tore: 1-0 3.47 (95), 2-0 9.33 (95), 3-0 9.55 (92), 3-1 13.41 (66/ +1), 4-1 28.03 (95), 5-1 35.06 (95/ 5v5), 6-1 44.29 (95), 7-1 58.47 (96)
- Strafminuten: Nr. 9, 50, 16, Bank, 77, 3x66 (Malchow = 16 Minuten); Nr. 16, 66, 47, 17, 66 [5+10+SD] (Rostock = 21 Minuten)
- Austragungsort: Eissporthalle Malchow (Kap. 300 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 100 (davon ca. 3 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchwachsenes Spiel)

Vorrunde E-Junioren Hallenkreismeisterschaft Mecklenburger Seenplatte in Röbel/ Müritz
- Datum: Sonntag, 27. November 2016 – Beginn: 13.30
- Wettbewerb: Hallenkreismeisterschaft Mecklenburger Seenplatte, E-Junioren/ Vorrunde Staffel V (mit Teams aus Kreisoberliga/ 1. Liga der U11 und Kreisliga/ 2. und unterste U11-Liga)
- Ergebnisse: siehe fussball.de http://www.fussball.de/spieltag/vr-staffel-v-kreis-mecklenburg-seenplatte-e-junioren-kreisturnier-e-junioren-saison1617-mecklenburg-vorpommern/-/spieldatum/2016-11-27/staffel/01TO6HU950000001VS54898DVVPP383U-G#!/section/matches
- Strafen: NN
- Austragungsort: Turnhalle Röbel (Kap. 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150
- Unterhaltungswert: 2,0/10 (Kein Kommentar zu 6x 0-0 in einem Turnier – die letzten drei Spiel voll gesehen zu haben reichte)

SV Prignitz Maulbeerwalde .......................... 2
FK Hansa Wittstock 1919 II .......................... 1
- Datum: Sonntag, 27. November 2016 – Beginn: 13.00
- Wettbewerb: 1. Kreisklasse Prignitz/ Ruppin, Ost (11. Fußballliga, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 101 Min. (52/49) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 5. Bork, 2-0 59. Bork, 2-1 98. Albe
- Gelbe Karten: Bork, Däbel (Maulbeerwalde); Zimmermann, Techen
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Waldstadion Maulbeerwalde (Kap. 750, davon 150 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 85 (davon angeblich nur 42 zahlende, Gästefans: ca. 15)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz gutes Spiel)

FSV Mirow/ Rechlin II ................................... 1
Rempliner SV 1950 ......................................... 3
- Datum: Sonntag, 27. November 2016 – Beginn: 10.30
- Wettbewerb: Kreisliga Mecklenburgische Seenplatte, Staffel II (10. Fußballliga, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-3 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 45. Hiltner, 1-1 71. Bartöck, 1-2 73. Bojahr, 1-3 86. Burmeister
- Gelbe Karten: Wensorra (Remplin)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Sportplatz Mirow (Kap. 1.150, davon 150 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 15 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Kein gutes, aber ein sehr kurioses Spiel) FSV Mirow/ Rechlin II 1:3 Rempliner SV Photos with English Commentary:
a) Amateur Football Mecklenburg: Mirow/ Rechlin Reserves lost to Remplin
b) Amateur Football Brandenburg: Prignitz Maulbeerwalde defeat Hansa Wittstock Reserves
c) Under-13 Indoor Tournament: Nossentiner Hütte wins the pre-eliminaries in Röbel
d) Ice-Hockey in Mecklenburg: Malchow defeat Rostock Kodiaks

e) Müritz Region: Vipperow, Lärz
f) Prignitz Region: Maulbeerwalde, Blesendorf, Zum Gut Bade, Wernikow, Alt Daber
g) Red Army Sites in Brandenburg: Alt Daber Air Field
Flugplatz Alt Daber Das erste Spiel am Sonntag fand im äußersten Süden von Mecklenburg um 10.30 statt. Kalt aber sonnig im kleinen Stadion mit der Tribüne mit Bänken vorm Sportlerheim in Mirow. In der Landstadt spielt ein Verein, der 2004 mit dem 10 Kilometer entfernten Dorf Rechlin zusammengegangen ist, als FSV Mirow/ Rechlin Landesliga und mit der II. Kreisliga. Die II. spielte heute gegen Remplin, deren Platz Schlosspanorama hat. Man fragte sich bis zur 45. Minute, warum das 13. und 3. sind und nicht umgekehrt. Doch dann schoss Remplin einen Freistoß direkt aufs Tor, der Ersatztorwart lässt ihn über die Hände rutschen und mit der ersten Chance für den Gast steht es 0:1. Nach der Pause ist das Spiel erheblich besser, Mirow kommt mit der 9. oder 10. Chance zum Ausgleich. Aber nur zwei Minuten später ein 20-Meter-Chance, zweite Chance, durch die Hände gerutscht, 1-2... Kurz darauf ein haltbarer Schuss aufs kurze Eck zum 1:3 mit der dritten Rempliner Chance. Unglaublich dieser Spielverlauf! SV Prignitz Maulbeerwalde 2:1 FK Hansa Wittstock II Das zweite Spiel fand im benachbarten brandenburgischen Landkreis Prignitz statt. Hier gibt es einen etwas dichteren Spielbetrieb, aber es ist genauso dörflich. In einem Straßendorf namens Maulbeerwalde, einem Ortsteil von Heiligengrabe, schauten wir für 1,50€ 1. Kreisklasse (zweitunterste Liga, der SV Prignitz Maulbeerwalde hat noch eine II. Mannschaft in der 2. Kreisklasse). Der schöne Ortsname ist leicht erklärt: „Alle diese Ortschaften [in der Gegend des heutigen Maulbeerwalde] verschwanden während des Dreißigjährigen Krieges und es entstand dadurch eine wüste Feldmark, die ca. 4000 Morgen groß war. Diese wüste Feldmark schenkte der König Friedrich der Große einem verdienten General von Horn unter der Bedingung, ein Dorf und ein Gut anzulegen, zu bevölkern und Maulbeerbäume für die Seidenzucht anzupflanzen. So kam Maulbeerwalde bei der Gründung 1751 zu seinem Namen.“ [http://heiligengrabe.de/buergerservice/ortsteile/maulbeerwalde]

Um den Fußballplatz herum gibt es leider keine Maulbeerbäume, aber das Vereinswappen mit diesem schön anzusehenden Gehölz ziert das Vereinsheim und die Kiefern sind auch sehr ansehnlich. Der Platz steigt zum Hügel hin an, ist schön uneben, von einigen Bänken flankiert und am Rande bemoost. Echtes Idyll! Das Spiel war ländlich rustikal – so wie es sein sollte. Die recht flotte Partie sah einen schnellen Treffer der Gastgeber, Hansa Wittstock II war aber gleichwertig. Es gab immer mal Streitereien, v.a. nach einem angedeuteten Kopfstoß und einem ungeahndeten gelbwürdigen Foul von einem Wittstocker, der auch noch frech rumpöbelte. Da wurde ihm gehörig Feuer von außen gegeben... Der Schiri war immer wieder unsicher bis überfordert mit der Partie. Ein strammer Schuss aufs kurze Eck führte nach der Pause zum 2:0. Erst in der Aufgrund einer Verletzung des Maulbeerwalder Torwarts (kurz vor der Pause gegen den Pfosten geprallt und musste ausgewechselt werden) und der Schwierigkeiten beim Uhrablesen sehr langen Nachspielzeit der zweiten Hälfte gelang Wittstock ein Tor. Maulbeerwalde Wir guckten noch bei einem Hallenfußballturnier nach verhunzten Futsal-Regeln rein. E-Junioren Kreispokal Mecklenburger Seenplatte. Lag halt auf dem Weg und die Halle war ganz ansehnlich: modern aber geschmackvoll, direkt an die Therme gebaut, vier Reihen Holzbänke, niedrige Reling, gute Sicht. Was es zu sehen gab, war allerdings nicht doll. Als wir kamen, ging gerade das sechste der 1x10 Minuten dauernden Spiele 0:0 aus. Davor waren allerdings bis zu 10 Treffer gefallen. Im drittletzten Spiel gewann Waren gegen Röbel I mit 1:0. Dann siegte Nossentiner Hütte II mit dem gleichen Ergebnis über Mirow/ Rechlin. Zum Schluss feierte Waren seine sichere Qualifikation zur 2. Runde mit einem 3:0 über Röbel III. Das war noch ganz ansehnlich das Spiel! Am Ende qualifizierten sich Röbel I, Waren und Nossentiner Hütte II zur nächsten Runde. Groß Plasten I und II, Mirow/ Rechlin und Röbel III schieden hingegen aus. U11 Kreis-Hallenmeisterschaft Mecklenburger Seenplatte, Vorrunde in Röbel Schließlich gingen wir noch zum Eishockey nach Malchow. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es ja genau zwei Eissporthallen: in Rostock und in Malchow. Die in Güstrow ist geschlossen oder sogar abgerissen worden. Auf der Insel Usedom ist eine Freiluftanlage, auf der ab und an die Freizeitmannschaft des REC Insel Usedom (Schamasen) ihre Spiele macht. In Malchow wird immerhin Oberliga (Ostseeliga, unterste Spielklasse) gespielt. Allerdings ist die Anlage für Zuschauer eine Zumutung: die zugige und saukalte Wellblechhalle kostet 4€ Eintritt – das zahlt man im Westen nirgendwo in der untersten Spielklasse, aber Malchow kriegt wohl keine Sponsoren für den Hallenbetrieb zusammen – und ist verbaut. Basketballkörbe in der Eishalle habe ich aber auch noch nicht gesehen. Für die rund 100 Zuschauer reichten die Plätze aber. Aus Rostock kamen von den Kodiaks (Alaska-Bären) eh nur 3 Leute mit. So konnten die Malchower Wölfe-Ultras etwas Stimmung machen. Ihre Mannschaft dominierte auch von Beginn an, ging 3:0 in Führung, kassierte mal einen Gegentreffer, traf dann in den folgenden Dritteln aber stets doppelt und siegte somit 7:1. Die Kodiaks bewegten sich auch nur in Zeitlupe übers Eis. Trotz des langsamen Spiels trafen die Schiris einige zweifelhafte bis falsche Entscheidungen. Am kritischsten war die Spieldauerstrafe gegen einen Rostocker, der einem Malchower zwei Meter vor der Bande in den Rücken stieß, sodass er über die eigenen Schlittschuhe fiel und mit Schwung und Verletzungsfolge in die Bande krachte. Also auch wenn der natürlich schlittschuhtechnisch schwach war: von alleine ist der nicht gefallen – aber 5+10+SD war das trotzdem nicht und schon gar nicht „Beinstellen mit Verletzungsfolge“. Lärz Sightseeing gab es heute auch wie anhand der Links und der Bilder schon zu erkennen ist: vorm Spiel in Mirow fielen uns die schönen, teils mit Fachwerk verbauten Kirchen von Vipperow und Lärz auf. Nach dem Spiel in Maulbeerwalde schauten wir uns das Dorf mit seinem Jugendstil-Gutshaus und dem dazugehörigen älteren Gehöft an, hielten an der Kirche in Blesendorf und dem vermüllten Gutshaus Zum Gut Bade sowie der Kirche von Wernikow. Richtig interessant war dann aber Alt Daber. Weniger wegen des Daberturms, sondern mehr wegen des Flugplatzgeländes. Der Flugplatz wurde im Dritten Reich angelegt, militärisch genutzt und dann von den russischen Besatzern weitergenutzt. Die Rote Armee machte sich 1994 ab. Nun reißt eine Rostocker Firma leider alles ein. Solange dieses Zeitzeugnis noch steht, sollte man allen Schildern zum Trotz durch die Gebäude latschen. Wir trafen mehrere Leute an, da war richtig Betrieb: keine Sau interessierte, wenn man in den Hangars und Kasernen rumstieg und Fotos machte. Ostseeliga: Malchower Wölfe 7-1 Rostock Kodiaks Statistik:
- Grounds: 1.792 (4; diese Saison: 113 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.891 (4; diese Saison: 151)
- Tourkilometer: 360 (360 Auto)
- Saisonkilometer: 30.890 (28.980 Auto, davon 650 Mietwagen/ 950 Fahrrad/ 370 Schiff, Fähre / 290 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 49 [letzte Serie: 2, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 539 Wochen.

Freitag, 25. März 2016

W504I: Mecklenburger Schweiz und Seenplatte

Turn- und Sportgemeinschaft Neustrelitz . 0
Berliner Athletik Klub 1907 ....................... 2
- Datum: Donnerstag, 24. März 2016 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: Regionalliga Nordost (4. Liga, 1. Halbprofiliga)
- Ergebnis: 0-2 nach 96 Min. (48/48) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 0-1 60. Zafer Yelen, 0-2 70. Christian Skoda
- Verwarnungen: Djibril N’Diaye, Philip Schulz, Ben Zolinski (TSG); Kevin Kahlert, Christian Skoda (BAK)
- Platzverweise: keine
- Austragungsort: Parkstadion (Kap. 3.000, davon 700 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 750 (davon 689 zahlende und so 3, 4 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz gutes Spiel) TSG Neustrelitz 0:2 Berliner Athletik Klub Photos with English Commentary:
a) German Regional Football League: TSG Neustrelitz v Berliner AK
b) Mecklenburger Seenplatte I: Liepen, Rittermannshagen, Faulenrost, Zettemin, Kittendorf, Varchentin, Groß Plasten, Klein Plasten, Wendorf, Ankershagen, Rumpshagen, Groß Vielen, Klein Vielen, Peckatel, Serrahn, Wanzka, Weisdin 
c) Mecklenburger Seenplatte II: Neustrelitz (pictures taken in 2008) 

Ein ordentlicher Gründonnerstagsausflug ins Mecklenburgische Hinterland, an den Rand der Mecklenburgischen Schweiz und rein in die Landschaft der Seenplatte... Nach Verlassen der Bundesstraße bei Teterow fuhren wir immer wieder für etliche Kilometer auf unbefestigten Wegen, die selbstverständliche Verbindungen zwischen kleinen Dörfern sind. So kleinen Dörfern wie Liepen mit seiner überformten Wasserburg. Oder Rittermannshagen mit seiner Backsteinkirche. Faulenrost ist etwas größer, aber sehr heruntergekommen – der Ground vom Faulenroster SV liegt aber schön hinterm verfallenen Schloss. Zettemin ist ein sehr kleines Kaff mit einem halbrund gebauten Schloss. In Kittendorf stehen ein Tudor-Schloss und eine Backsteinkirche mit markantem Turm. In Varchentin steht ein weiteres Tudorschloss – aber leer und vor sich hin verfallend; die Kirche sieht etwas besser aus. Nur wenige Kilometer weiter und in Groß Plasten hat man das nächste Tudor-Schloss, dazu noch eine barocke Oktogonalkirche. Klein Plasten hat eine Fachwerkkirche und ein etwas steriles Neorenaissance(oder was soll das für nen Stil darstellen?)-Schloss.

In Wendorf sieht das Schloss sehr mickrig aus, ist aber in sehr gutem Zustand. Ankershagen hat einen Gutshof mit Schliemann-Museum – der Archäologe, der sich u.a. an der Ausgrabung Trojas beteiligte, lebte länger in dem Kaff – und gegenüber eine ansehnlichere Kirche. Rumpshagen hat ein kleines, aber mit spektakulärer Fassade ausgestattetes Barockschloss zu bieten – die Kirche aus der gleichen Zeit ist sehr schlicht. Groß Vielen hat eine deutlich schönere Kirche (Fachwerk) und gegenüber einen großen Gutshof. Klein Vielen weiß mit einer Kapellenruine auf einem Hügel am Rande eines Parks zu gefallen. In Peckatel steht auch eine Kirche auf einem Hügel und dahinter befindet sich noch ein sehr gepflegtes kleines Schloss. Wir gingen in Neustrelitz gut bei einem Türken („Hayri“) essen und fuhren dann noch mal in der Gegend herum. Um nach Serrahn zu gelangen, muss man 3km laufen, da sich der Weiler mitten in einem geschützten Buchenurwald befindet. Und auch wenn die Landschaft nicht uninteressant ist: wie üblich war das Weltnaturerbe schwer nachvollziehbar, da diese Buchen alle nicht so spektakulär aussahen.

Da fand ich die barocke Oktogonalkirche und das dazu passende kleine Schloss in Weisdin oder das Dorf Wanzka an einem kleinen See interessanter. In Wanzka gibt es eine ehemalige Klosterkirche und eine Kirchenruine. Die mickrige Ruine kann man gut von außerhalb des Zauns sehen – warum die sich auf Privatgelände befindet würde ich aber schon gerne wissen: so eine eigene Kirchenruine hätte ich auch gerne im Vorgarten stehen... Ich würde nur nicht wie der Besitzer in Wanzka dort einen Kinderspielplatz ins ehemalige Schiff bauen, sondern einen Volleyballplatz anlegen, den Altar zur Tischtennisplatte umfunktionieren und in die Apsis mein Dartboard hängen... Groß Vielen Sportlich wurde es dann als wir wieder in Neustrelitz ankamen. Das Parkstadion ist derzeit noch eines der kleinsten Regionalligastadien, dafür werden dort mit die höchsten Preise verlangt. 10€ Stehplatz, 14€ Sitzplatz = echt asozial. Schon 8€ (Vvk/ Print-at-home) sind überzogen. Nirgendwo stehen Preise dran. Auch am Fressstand nicht. Ich konnte mir aber noch verkneifen, um den Grill zu schleichen, angebliche verbrannte Stellen der Bratwurst zu monieren und zu sagen „also 1€ könnt ihr haben für das Teil“ – das zu erwartende Geschrei des Bernds am Grill hätte ich locker gekontert „Wat willste denn? Keine Preistafel heißt Preis auf Verhandlungsbasis und ich handle grad die Preise aus...“

Die Stehplätze befinden sich auf der Längsseite am rechten Außenbereich und links von der überdachten Obertribüne. Zwischen den Stehbereichen befindet sich noch ein unüberdachter Sitzplatzbereich. Gegenüber entstehen gerade Stehstufen vor dem mit Werbetafeln zugehängtem Wald. Hinter dem einen Tor sind auch Stehplätze im Bau, hinter dem anderen ist ein Graswall. Drumherum stehen ein Schießstand und Gartensparten. Ausgesprochen gut ist übrigens das Flutlicht.

Das Spiel war auch ganz gut, wobei Neustrelitz trotz Außenseiterrolle über weite Strecken die aktivere und bessere Mannschaft war. Vom Drittplatzierten Berliner AK kam sehr wenig. Typischerweise waren es dann aber die Gäste, die nach einer Stunde in Führung gingen – ein starker Sturmlauf des Ex-Hansa-Rostock-„Profis“ Zafer Yelen! Er war übrigens nicht der einzige Ex-FCH-Kicker heute auf dem Rasen... Kurz darauf fiel das 0:2 und die Berliner bestimmten ab da das Geschehen. Noch ein Lattenschuss, aber das seit letzten August so häufig bei von mir besuchten Spielen auftretende Ergebnis von 0:3 blieb den Neustrelitzern dann doch erspart... TSG Neustrelitz 0:2 Berliner Athletik Klub Statistik:
- Grounds: 1.586 (1 neuer; diese Saison: 171 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.631 (1; diese Saison: 195)
- Tageskilometer: 380 (380km Auto)
- Saisonkilometer: 43.790 (29.570 Auto, davon 4.630 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 5.680 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 1.720 Fahrrad/ 200 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 1 [letzte Serie: 97, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 504.

Donnerstag, 30. Juli 2015

W470III: Gnoiens neuer Ghanaischer Torjäger...

Gnoiener SV 1924 ............................................ 4
Grimmener SV ................................................. 1
- Datum: Mittwoch, 29. Juli 2015 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: Testspiel (Landesliga Mecklenburg-Vorpommern Nord; 7. Liga, 2. Amateurliga gegen Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern; 6. Liga, 1. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 3-1
- Tore: 1-0 6. Peterson Appiah, 2-0 7. Peterson Appiah, 2-1 18. Tom Müller, 3-1 33. Peterson Appiah, 4-1 77. Robert Lewerenz
- Verwarnungen: Peterson Appiah, Daniel Obeng (Gnoien); Patrick Jeschke (Grimmen)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion an der Windmühle (Kap. 2.000, davon 600 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 170 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Sehenswertes Testspiel mit überraschendem Ausgang) Gnoiener SV v Grimmener SV Photos with English Commentary:
a) Pre-Season: Gnoiener SV v Grimmener SV (Gnoien: Windmill Stadium)
b) Central Mecklenburg: Kavelstorf Church, Petschow Church, Cammin Church, Main GDR Marine Command Post Tessin, Drüsewitz Graveyard, Walkendorf Church, Neu-Vorwerk Windmills, Altkalen Church, Dargun Palace and Monastery Ruins, Gnoien Church, Lühburg Palace

Mittwoch ging es mit dem Auto ins Umland von Rostock Richtung Seenplatte. Weg von der Küste ist die Landschaft nicht mehr so öde und es gibt auch mehr historische Sehenswürdigkeiten. So z.B. die spätmittelalterlichen Kirchen von Kavelstorf, Petschow und Cammin, wobei die Kavelstorf täglich von 8-20h als Autobahnkirche geöffnet ist, was aufgrund der Malereien im Inneren sehr lohnt.

Versteckt im Wald zwischen Tessin und Laage, nördlich der Ortschaft Goritz befindet sich eine aufgegebene Militäreinrichtung, der Hauptgefechtsstand (HGS) Tessin der Marine der DDR-Streitkräfte. Das Gelände ist von Bunkern übersät und einige Kasernen und Garagen stehen noch in Tarnfarbe im Wald. Wieder in Richtung Tessin und dann die unbeschilderte Pflasterallee nach rechts, dann kommt man nach Drüsewitz, wo auf einem Hügel am Dorfrand ein historischer Friedhof liegt. Im nahegelegenen Walkendorf befindet sich eine weitere schöne mittelalterliche Kirche, die Innen tolle Malereien aufweisen kann.

In Neu-Vorwerk stehen an einem Gehöft gleich zwei Windmühlen, im benachbarten Altkalen kann man eine weitere Kirche mit fragmentarisch erhaltenen Malereien aus dem Mittelalter besichtigen. Dargun hat dann einen spektakulären Schloss- und Klosterkomplex zu bieten, der eine wirklich eindrucksvolle Ruine bildet. Unklar ist, wer 1945 kurz nach Einmarsch der Roten Armee, die schicke Anlage angezündet hat. Eine einzige Quelle behauptet, Zwangsarbeiter (steht auch nicht dabei, aber sollen dann wohl Zwangsarbeiter der Deutschen gewesen sein) hätten aus Rache ein Aufseher-Büro (im oder am Schloss, auch alles unklar) abgefackelt – doch viel wahrscheinlicher ist, dass da eine unautorisierte Zerstörungsaktion vonseiten der Russen (völlig freie Hand hatten die ja dann doch nicht) vertuscht werden sollte. In allen nordostdeutschen Städten der Größe Dargungs gab es heftige Übergriffe aus Zivilisten sowie Bauwerke des Adels und Klerus nach Einmarsch der Russen –wieso sollte gerade in Dargun jemand den Russen zuvorgekommen sein bei der Zerstörung von Kulturgut?

Gnoien hat nicht so viel zu bieten, immerhin eine Backsteinkirche, aber nach dem Spiel waren wir noch am recht ansehnlichen Schloss von Lühburg. Dargun Gnoien im Landkreis Rostock, 50km östlich der Kreishauptstadt, war dann unser Groundhoppingziel heute. Laut Wikipedia könnte der Ortsname vom slawischen Wort „gnoy“ = „Kot“ stammen, aber so scheiße sah es dort trotz Verfall und Ackerbürgerhäuser gar nicht aus. Besonders die Sportanlagen sind toll: eine ehemalige Reitbahn wird mit zwei frei zugänglichen Trainingsplätzen genutzt, dahinter liegt von Bäumen dicht umschlossen ein Stadion mit sechsreihiger Sitztribüne (neue Holzbänke) vor einem schön saniertem Sportlerheim. Auch eine Anzeigetafel, die die Vereinswappen vom Gnoiener SV und auch dem FC Hansa Rostock trägt, gibt es. Einige Bänke sind noch auf zwei Flächen rechts und links der Tribüne sowie auf der Gegenseite unter Lindenbäumen aufgestellt. Nach den Hauptplätzen in Ueckermünde, Stralsund und Wismar, zusammen mit vielleicht dem ein oder anderen Ground im Hinterland, ist Gnoien eines der 10 sehenswertesten Stadien Mecklenburg-Vorpommerns.

Der immerhin Landesliga kickende SV Gnoien hat sich kürzlich mit drei Anfang des Jahres im 12km entfernten Jördenstorf untergebrachten Asylbewerbern verstärkt. Man muss sich zwar schon fragen, was Ghanaer und Albaner sich von Asyl erhoffen, aber wenn sie schon mal da sind, kann man sie ja gleich im Sportverein integrieren, was in der mecklenburgischen Provinz keinesfalls schlechter läuft als in anderen Ecken Deutschlands und von fast allen Vereinen um Jördenstorf herum schon in Angriff genommen wurde. Während der Albaner Krenar Hoda solide spielte, war der Ghaner Daniel Obeng in der Abwehr teilweise gegen den Verbandsligisten Grimmener SV überfordert. Doch sein Landsmann Peterson Appiah ging richtig ab: in der Anfangsphase gleich ein Doppelschlag, dann aus spitzem Winkel nach dem Anschlusstreffer der favorisierten Gäste, sogar das 3:1 mit seinem Hattrick. Und auch in der zweiten Halbzeit spielte er konstant nach vorne und war einer der Garanten für den überraschenden und erstaunlich hohen Sieg seiner Gnoiener – auch wenn er beim Angriff zum 4:1 nichts zu tun hatte, als seinen Mitspieler Robert Lewerenz zu begleiten, der einen quergeschlagenen Kopfball ebenfalls per Kopf nahm und einnetzte. Eine lächerliche gelbe Karte bekam Appiah zwar auch noch, aber das Schiedsrichtergespann aus Kritzmow und Rostock war das seit Monaten schlechteste, das ich gesehen habe. Unglaublich, wie einseitig sie zugunsten der Gäste aus Grimmen pfiffen! Als der Gästetrainer noch nach einem anderen Foul eine zweite Karte für Appiah forderte, nahm der Gnoiener Trainer ihn raus und pflichtete wohl auch noch den teils kräftig gegen den Grimmener Trainer pöbelnden Heimfans bei...

Mit diesem ghanaischen Stürmer haben die Gnoiener jedenfalls einen positiv auffallenden Spieler, vielleicht einen der besten der ganzen Liga, an dem die gar nicht mal so wenigen Fans des SV Gnoien – das waren mindestens 170 bei diesem Testspiel bei fast gar keinen Gästefans! – sicher noch ihre Freude haben werden. Nur hoffentlich sind nicht alle Schiedsrichter der Region so inkompetent wie die – weil in jedem Spiel unberechtigte Karten und zweifelhafte Foulpfiffe gegen Gnoien (bei geringsten Berührungen Freistoß gegen Gnoien, aber bei Ellbogenstößen in den Rücken eines Gnoieners wurde weiterlaufen gelassen) wird schwer eine bessere Platzierung als in der Vorsaison zu erreichen... Gnoiener SV v Grimmener SV Statistik:
- Grounds: 1.417 (1 neuer; diese Saison: 3 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.437 (1; diese Saison: 3)
- Tageskilometer: 190 (190km Auto)
- Saisonkilometer: 250 (190 Auto/ 60 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 10 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 470.

Montag, 6. April 2009

WE140II: Flotter Kreisklasse- und lahmer Bundesligakick

SV Rethwisch 76 II 3:1 Grün-Weiß Jürgenshagen II
Sonntag, 5.April 2009 - Anstoßzeit 10.00
1. Kreisklasse Bad Doberan (11. Liga, 7. Amateurliga)
Ergebnis: 3:1 nach 90 Min. (45/45) - Halbzeit 2:1
Tore: 0:1 10. (?), 1:1 35. (?), 2:1 45. (?), 3:1 90. (?)
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Sportplatz: Sportplatz Börgerende-Rethwisch (Kap. 1.000)
Zuschauer: 12 (keine Gästefans)
Spielqualität: 7,0/10 (wirklich gut)

FC Hansa Rostock 2:0 FSV Frankfurt
Sonntag, 5.April 2009 - Anstoßzeit 14.00
2. Bundesliga (2. Profiliga)
Ergebnis: 2:0 nach 92 Min. (45/47) - Halbzeit 1:0
Tore: 1:0 32. Kern (Elfmeter), 2:0 81. Retov
Verwarnungen: FCH; Bülow - FSV; Husterer
Platzverweise: keine
Stadion: Ostseestadion (sog. DKB-„Arena“ - Kap. 29.000, davon 20.000 Sitzplätze)
Zuschauer: 17.000 (20 Gästefans)
Spielqualität: 2,0/10 (wirklich schwach)

Am Sonntag, dem letzten Tag vor Wiederbeginn der Vorlesungszeit an der Uni, waren noch einmal zwei Fußballspiele angesetzt. Zuerst ging es früh von Diedrichshagen los nach Börgerende-Rethwisch. Die Dorfkirche mit dem Holzglockenturm ist wirklich sehenswert. Auch innen - wie durften sie uns vor dem Gottesdienstbeginn noch kurz anschauen - ist sie schön gestaltet, ua. mit einer stark verzierten Kanzel und einem Taufengel, der von der Decke herabgelassen wird.
Danach liefen wir durch den Friedhof und kamen so zum Fußballplatz. Anpfiff um 10.00, als die Glocken der Kirche fertig geläutet hatten. Von Beginn an, drückten beide Mannschaften auf den ersten Treffer, der auch schon nach 10 Minuten für die Gäste fiel. Daraufhin erhöhte der Gastgeber den Druck und kam noch vor der Pause zu zwei Treffern. Dass hier der Drittletzte gegen den Letzten der untersten Liga spielte, merkte man nicht.
Das Spiel blieb auch in der zweiten Halbzeit gutklassig und ohne übertrieben harte Aktionen. In der 90. Minute legte Rethwisch dann noch einen Treffer drauf. Respekt an die Spieler beider Mannschaften!
Weiter ging es nach Rostock-Stadt. Im Hanseatentreff noch ein Bauernfrühstuck gegessen und dann ins Ostseestadion. Der Einlass wurde übrigens a) schnell und b) ganz locker und gelassen gehandhabt. Da hat sich einiges zum Positiven verändert: keine unfreundlichen, wichtigtuerischen und verblödeten Ordner mehr. Zumindest nicht auf der Eingangsseite der Südtribüne.
Was sich nicht zum Positiven verändert hat, ist die Stimmung im Stadion. Richtig Stimmung geht nur vom Südwestblock mit den Suptras aus, die Nordtribüne wird immer schwächer und die restlichen Blöcken kann man, da fast nur von Eventfans, Langweilern und feinen Familien okkupiert und somit DFB-steril, ohnehin stimmungstechnisch vergessen.
Was man auch vergessen konnte, war das Spiel, das zumeist auf unterstem Niveau ablief. Erst ein Elfmeter nach über einer halben Stunde brachte Hansa Rostock - die etwas besser der beiden Gurkentruppen - in Führung. Kurz darauf erzielte der FSV - von einer wahnsinnig wilden, stimmgewaltigen und zahlreich erschienen Fangruppe unterstützt (OK, es waren 20 Mann, von denen einige mit Luftballons wedelten) - ein Tor, was jedoch wegen Abseits aberkannt wurde.
Dem 1:0 zur Pause sollte Rostock in einer noch schwächeren zweiten Halbzeit noch einen schön vom bis dato schlechtesten Hansaspieler auf dem Feld - der Däne Martin Retov - ins Eck gezimmerten Schuss zum 2:0 draufsetzen. Nach diesem Treffer 10 Minuten vor Schluss bekam das Spiel plötzlich mehr Fahrt. Aber 10 Minuten ordentlichen Fußball und 80 Minuten Gegurke ist wirklich nicht sehenswert. Wenigstens hat Hansa Rostock gewonnen!
Auf dem Rückweg nach Merseburg fuhren wir noch in Krakow und Plau - beide hören auf den Namenszusatz „am See“ - vorbei. Vor allem der Krakower See macht einen tollen Eindruck. Besonders vom Aussichtsturm oberhalb des Fußballplatzes hat man einen tollen Blick auf den idyllischen See. Die Stadt selbst hat ein paar ganz schöne, kleine Gassen mit historischer Bebauung.
Plau am See hat noch etwas mehr Architektur zu bieten - unter anderem eine Burganlage, deren Höhepunkt der Bergfried ist - liegt aber landschaftlich nicht so eindrucksvoll.

Statistik:
Ground Nr. 293 (ein neuer Ground; diese Saison: 63 neue)
Sportveranstaltung Nr. 780/ 781 (diese Saison: 148)
Tageskilometer: 490 (Auto)
Saisonkilometer: 21.430 (12.000 Auto/ 3.440 Fahrrad/ 3.030 Bahn/ 2.960 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 2
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 140

Fotos unter:
Rethwisch : Jürgenshagen

Hansa Rostock : FSV Frankfurt

Krakow und Plau am See