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Montag, 24. Oktober 2016

W534IV-V: Je zwei Mal Fußball und ein Mal Handball - von Rindern und Geflügel am Sportplatz und einer sanierten DDR-Halle

Hagenower SV ............................................. 23
HV Altentreptow ......................................... 24
- Datum: Sonntag, 22. Oktober 2016 – Beginn: 16.30
- Wettbewerb: Handball Landespokal Mecklenburg-Vorpommern, 2. Runde (Verbandsliga West gegen Verbandsliga Ost, jeweils 6. Liga, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 23-24 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 10-13
- Tore: NN
- Gelbe Karten: Nr. 3, 8, 13, Bank (Hagenow); Nr. 7, 8, 19 (Altentreptow)
- Zeitstrafen: Nr. 3, 7, 10 (Hagenow = 6 Minuten); Nr. 9, 13, 2x 19 (Altentreptow = 8 Minuten)
- Platzverweise: keine
- Austragungsort: Sporthalle Otto Ibs (Kap. 500, davon 400 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 85 (davon ca. 4 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,5/10 (Dürftiges Niveau, Duselsieg, aber sehr spannend)

SG Theodor Körner Lützow ............................ 2
SG Dynamo Schwerin II ................................... 1
- Datum: Sonntag, 23. Oktober 2016 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: 1. Kreisklasse Schwerin/ Nordwest-Mecklenburg (11. Liga und unterste Liga, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 96 Min. (47/49) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 12. Benjamin Pötsch, 2-0 52. Sven Koska, 2-1 54. Daniel Klein
- Verwarnungen: Florian Rathsmann (Theodor Körner); Felix Quint (Dynamo)
- Platzverweise: keine
- Austragungsort: Sportstätte Theodor Körner Lützow, Pokrenter Straße (Kap. 1.500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,5/10 (Eher lahmes Spiel)

Ballsportverein Kessin 2000 ............................. 2
Gnoiener SV 1924 II .......................................... 1
- Datum: Sonntag, 23. Oktober 2016 – Beginn: 10.00
- Wettbewerb: 1. Kreisklasse Warnow Staffel II (11. Liga, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 0-1 17. Daniel Obeng, 1-1 24. Niklas Graack, 2-1 59. Niklas Graack
- Verwarnungen: Nico Peters (Kessin); Daniel Winter, Elias Hoffmann (Gnoien)
- Platzverweise: keine
- Austragungsort: Sportplatz Bandelstorf (Kap. 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 15 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Flottes und spannendes Spiel)

SSV Einheit Teterow ................................... 36
SG ESV Schwerin/ SG Banzkow-Leezen II 34
- Datum: Samstag, 22. Oktober 2016 – Beginn: 17.30
- Wettbewerb: Handball Landespokal Mecklenburg-Vorpommern, 2. Runde (Verbandsliga Ost gegen Verbandsliga West, jeweils 6. Liga, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 36-34 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 19-17
- Tore: NN
- Gelbe Karten: Nr. 5, 9, 11, Bank (Teterow); Nr. 6, 8 (Schwerin)
- Zeitstrafen: Nr. 9, 16, 22 (Teterow = 6 Minuten); 2x Nr. 6, Nr. 9 (Schwerin = 6 Minuten)
- Platzverweise: keine
- Austragungsort: Sporthalle Gymnasium Teterow (Kap. 350, davon 250 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 130 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Zumindest für diese Spielklasse ein hervorragendes Spiel!)

Laager SV 03 ..................................................... 1
Doberaner FC .................................................... 3
- Datum: Samstag, 22. Oktober 2016 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: Landesliga Mecklenburg-Vorpommern Nord (7. Liga, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-3 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 38. Grenz, 1-1 50. Klein, 1-2 65. Rosenkranz, 1-3 75. Grenz
- Verwarnungen: Kleindorff, Pieper (Laage); Küter, Alshtiwi (Bad Doberan)
- Platzverweise: keine
- Austragungsort: Sportplatz Laage (Kap. 2.150, davon 150 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 55 (davon 40 zahlende und ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Besseres Mittelmaß, teils tolle Tore)

SV Union Sanitz 03 II ....................................... 2
Eisenbahnersportverein Lok Rostock 1948 II 0
- Datum: Samstag, 22. Oktober 2016 – Beginn: 11.00
- Wettbewerb: 1. Kreisklasse Warnow Staffel II (11. Liga, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-0 nach 94 Min. (48/46) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 1-0 69. Möller, 2-0 73. Roder (Elfmeter)
- Verwarnungen, Platzverweise: Karten hatte der Schiri nicht dabei…
- Austragungsort: Heinz Ahrens Sportanlage (Groß Lüsewitz; Kap. 1.110, davon 10 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 6 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,0/10 (Schlechtes Spiel mit einer handvoll guter Szenen) BSV Kessin 2:1 Gnoiener SV II Photos with English Commentary:
a) Football in Sanitz - Groß Lüsewitz
b) Football in Laage
c) Handball in Teterow
d) Rostock Region: Groß Lüsewitz, Bandelstorf
e) Football in Bandelstorf (Kessin)
f) Football in Lützow (Theodor Körner)
g) Handball in Hagenow (typical GDR sports hall)
h) West-Mecklenburg: Groß Brütz, Grambow, Gottesgabe, Lützow
i) South-Mecklenburg: Hagenow
SV Hagenow 23:24 HV Altentreptow (Cup) Ein Blick aus dem Fenster ließ die Idee der Radtour nach Groß Lüsewitz und Laage platzen. Wir fuhren mit dem Auto ins Dorf bei Sanitz, wo neben der heimischen Eintracht Sanitz / Groß Lüsewitz auch die Zweite vom SV Union Sanitz Kreisklasse kickt. Heute war die Reserve von ESV Lok Rostock zugast. Der Heinz Ahrens Sportplatz ist mit seiner Holz-Wellblech-Überdachung (nur Stehplätze) und dem modernen Sportlerheim ganz interessant – idyllisch ist die dörfliche Umgebung, zu der auch ein Geflügelgatter direkt im Stadiongelände gehört. Das Spiel lohnte hingegen nicht das Kommen: wenige Torchancen, kaum Zusammenspiel, aber Sanitz als weniger schlechte Mannschaft brachte immerhin zwei Tore – eines davon aber per lächerlichem Elfer – zustande. Dass die anfänglichen Ruppigkeiten durch die Sanitzer nicht schlimmer wurden, war trotzdem verwunderlich: der Schiri hatte nämlich gar nichts im Griff und traf andauernd Fehlentscheidungen. Groß Lüsewitz: Union Sanitz II 2:0 ESV Lok Rostock II Wir schauten noch das schöne Renaissance-Schloss von Groß Lüsewitz an und gingen in Kavelstorf in dem Pizza-Imbiss an der Kirche indisch essen. Dann erreichten wir Laage, das wegen des Flugplatzes Rostock-Laage bekannt ist. Dort befindet sich ein recht stattliches Stadion mit Laufbahn, hohem Graswall, tollen Bäumen (Robinien und Eichen) und einer sechsreihigen Tribüne mit ein paar Schalensitzen vorm Vereinsheim. 3€ ist die Obergrenze an Eintritt, die für Landesliga MV genommen wird – in fast allen anderen Bundesländern werden 4 oder 5€ genommen, bei den meisten MV-Vereinen aber eher nur 2€. Das Spiel war ganz OK: in der ersten Halbzeit viel Leerlauf, nur ein schöner Flachschuss zum 0:1 und wieder etliche komische Schiedsrichterentscheidungen. Doch in der zweiten Hälfte waren die Schiris souverän und die Spieler besser: erst ein flacher Drehschuss ins Eck zum 1:1, dann ein toller 20m Knaller halbhoch neben den Pfosten und danach ein Scherenschlag zum 1:3 Endstand für den Gast aus Bad Doberan. Laager SV 03 1:3 Doberaner FC Da wir mit dem Auto unterwegs waren, fuhren wir noch nach Teterow, wo es für 2€ (ermäßigt nur 1€) ein hervorragendes Handball-Pokalspiel gab. Dafür, dass da zwei Verbandsligisten mittleren Niveaus spielten, war das ein wirklich tolles, schnelles und hochklassiges Spiel. Ein packendes Hin und Her, wo mal der Gastgeber vom SSV Einheit, mal der Gast von der HSG Schwerin-Leezen führte. Hier gab es von versehentlichen Kopfschmeißern bis hin zu genialen Drehwürfen ins lange Eck alles zu sehen! Natürlich gab es auch wieder abstruse Schiedsrichterentscheidungen zu sehen; mein Favorit für die Fehlentscheidung der Saison: ein Schweriner verliert den Ball, der rollt in den Kreis auf die Auslinie zwischen Tor und Ecke zu, der Schweriner hat keine Chance den Ball regelkonform zu erreichen, springt trotzdem in den Kreis und gefährdet dabei den Teterower Torwart, der den Ball wegschlagen will und weder Ball noch Gegner trifft, sondern nur aus der Bewegung heraus den Schweriner anrempelt. Es gibt eine Zwei-Minuten-Strafe gegen den Torwart, da er nach Aussage des Schiris den Schweriner hätte schlagen wollen… Aber auch hier: in Hälfte zwei wurden die Unparteiischen plötzlich souverän und fehlerfrei und die Mannschaften auch noch besser – nun kamen die Drehwürfe und tollen Paraden des älteren Schweriner Tormannes. Ein tolles Spiel, das mit 36:34 an die Teterower ging. Einheit Teterow 36:34 SG Schwerin-Leezen II * Grambow Am Sonntag hatten wir im Prinzip das gleiche Programm: ein bisschen Sightseeing, zwei Fußballspiele und ein Handballpokalspiel. Zuerst ging es mit Sightseeing los: der Dummerstorfer Ortsteil Bandelstorf besteht eigentlich nur aus einer handvoll hässlicher Eigenheime und einem Rittergut mit Fußballplatz auf einer ehemaligen Kuhweide – daher auch spaßhaft Kuhstall-Arena genannt – und das Gut hat halt architektonisch einiges zu bieten: ein Uhrturm, einige Backstein-Nebengebäude und v.a. das weiße Haupthaus mit Turm und Garten. Schließlich hat es auch noch den Platz neben den Kuhställen, umgeben von hohen Bäumen, umgepflügt von Maulwürfen, flankiert von Unkraut und Misthaufen, zu bieten. Das ist ein Dorfplatz wie er im Buche steht! Dort spielte die BSG Traktor Bandelstorf, später BSG Traktor Bandelstorf-Dummerstorf und nun seit 2000 der Ballspielverein Kessin, der aus dem 5km entfernten Dorf Kessin zu seinen Heimspielen anreist. Sicherlich haben es auch ein paar Spieler näher oder weiter, da sie aus Bandelstorf oder noch anderen Dörfern zwischen Kessin und Dummerstorf (letztere haben ja selber einen ganz guten Verein) kommen, doch in jedem Fall gibt es in Kessin keinen Sportplatz. Also wird in Bandelstorf Kreisklasse gegen die Reserve aus Gnoien gekickt. Das Spiel war natürlich nicht hochklassig, aber dafür flott und engagiert geführt. Es war auch spannend, da erst Gnoien mit einem Heber ihres ghanaischen Stürmers in Führung ging, die Kessiner aber mit einem Flachschuss zurückkamen und in der zweiten Hälfte die Partie mit einem halbhohen Schuss aufs kurze Eck über die Hände des Torwarts hinweg drehten. Es wurde auch mal kräftig gegrätscht und gerutscht, aber am Ende blieb das Spiel fair und fand mit dem Gastgeber einen verdienten Sieger. Der Schiedsrichter lieferte eine sehr gute Leistung ab. BSV Kessin 2:1 Gnoiener SV II Weiter ging es nach Westen: erstmal Besichtigungen – Kirche und Gutshof Groß Brütz, Gut mit Jagdschloss und Gestüt (heute auch als Jagdschule genutzt) Grambow und Lützow (beim Fußball wurde uns erklärt, dass das voll sanierte Schloss einem Hamburger Unternehmer gehört und der alte Sportplatz am Schlosspark kaum noch genutzt wird) – und dann Fußball bei einem der wenigen deutschen Vereine, der nach einer historischen Person heißt: dem SV Theodor Körner Lützow. Der Militär, Philosoph und Dichter Körner fiel unweit von Lützow in einer Schlacht gegen napoleonische Truppen. Der Ort heißt wohl auch nach dem Freikorps Lützow. Der neue Platz von Lützow ist etwas kahl und weitläufig – für die untalentierten Kreisklassekicker sind die Abmessungen viel zu groß. Der Graswall ist aber immerhin spektakulär und bietet einen tollen Blick übers Spielfeld. Zugast in der untersten Liga war die Reserve von Dynamo Schwerin. Lützow ging mit einem verwerteten Abpraller in Führung und spielte nach der Pause das 2:0 gut heraus. Kurz darauf die einzige richtig gute Szene der Gäste, schön gedreht am Gegner vorbei und flach ins lange Eck zum 2:1. Der gute, wenn auch sicher ab und an daneben liegende, Schiedsrichter ließ zwar viel nachspielen, aber es blieb beim 2:1. Theodor Körner Lützow 2:1 Dynamo Schwerin II Wir schafften es noch rechtszeitig zum Handball nach Hagenow, ein ganzes Stück südlich von Schwerin. Dort ist die Sporthalle der beste Ground im Ort. Die DDR-Halle wurde saniert, doch sowohl die Holzbänke mit Lehne, als auch die Heizkörper, Geländer, Deckendämmungen und Backsteinverzierungen sind noch original. Architektonisch ein ganz tolles Bauwerk, das notwendige Nachrüstungen (Holzverkleidungen vor die Heizkörper am Spielfeldrand, Prallschutz an den Wänden und Pfeilern, neue Doppelglasfenster aus energietechnischen Gründen usw. – also alles, was bei dem typischen DDR-Standard gefehlt hat) erfahren hat. Bei freiem Eintritt bekam man leider nur eine schwache Partie des Verbandsliga-West Abstiegskandidaten Hagenow und des Verbandsliga-Ost Spitzenteams Altentreptow geboten. Langsam, technisch unbedarft, viele Fehlwürfe. Der Gast lag meistens in Führung, doch wenigstens kämpfte sich Hagenow immer wieder zurück. In den letzten 10 Minuten gingen sie sogar zwischenzeitlich mal in Führung. Doch dilettantische Fehler und eine miserable Siebenmeterquote von 20% (1 von 5) sorgten für eine 23:24-Niederlage. Der Altentreptower Sieg kann aber umgekehrt auch nur als glücklich und wenig verdient bezeichnet werden. Nach dem Spiel schauten wir uns noch etwas in der Altstadt um. Backstein, teilweise auch mit schönem Fachwerk, dominierte dort. Über Landstraßen ging es in weniger als 2 Stunden nach Rostock zurück. SV Hagenow 23:24 HV Altentreptow (Cup) Statistik:
- Grounds: 1.752 (3+3; diese Saison: 73 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.849 (3+3; diese Saison: 109)
- Tourkilometer: 180+290 (Auto)
- Saisonkilometer: 24.620 (22.890 Auto, davon 650 Mietwagen/ 750 Fahrrad/ 370 Schiff, Fähre / 290 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 24 [letzte Serie: 2, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 534 Wochen.

Donnerstag, 30. Juli 2015

W470III: Gnoiens neuer Ghanaischer Torjäger...

Gnoiener SV 1924 ............................................ 4
Grimmener SV ................................................. 1
- Datum: Mittwoch, 29. Juli 2015 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: Testspiel (Landesliga Mecklenburg-Vorpommern Nord; 7. Liga, 2. Amateurliga gegen Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern; 6. Liga, 1. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 3-1
- Tore: 1-0 6. Peterson Appiah, 2-0 7. Peterson Appiah, 2-1 18. Tom Müller, 3-1 33. Peterson Appiah, 4-1 77. Robert Lewerenz
- Verwarnungen: Peterson Appiah, Daniel Obeng (Gnoien); Patrick Jeschke (Grimmen)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion an der Windmühle (Kap. 2.000, davon 600 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 170 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Sehenswertes Testspiel mit überraschendem Ausgang) Gnoiener SV v Grimmener SV Photos with English Commentary:
a) Pre-Season: Gnoiener SV v Grimmener SV (Gnoien: Windmill Stadium)
b) Central Mecklenburg: Kavelstorf Church, Petschow Church, Cammin Church, Main GDR Marine Command Post Tessin, Drüsewitz Graveyard, Walkendorf Church, Neu-Vorwerk Windmills, Altkalen Church, Dargun Palace and Monastery Ruins, Gnoien Church, Lühburg Palace

Mittwoch ging es mit dem Auto ins Umland von Rostock Richtung Seenplatte. Weg von der Küste ist die Landschaft nicht mehr so öde und es gibt auch mehr historische Sehenswürdigkeiten. So z.B. die spätmittelalterlichen Kirchen von Kavelstorf, Petschow und Cammin, wobei die Kavelstorf täglich von 8-20h als Autobahnkirche geöffnet ist, was aufgrund der Malereien im Inneren sehr lohnt.

Versteckt im Wald zwischen Tessin und Laage, nördlich der Ortschaft Goritz befindet sich eine aufgegebene Militäreinrichtung, der Hauptgefechtsstand (HGS) Tessin der Marine der DDR-Streitkräfte. Das Gelände ist von Bunkern übersät und einige Kasernen und Garagen stehen noch in Tarnfarbe im Wald. Wieder in Richtung Tessin und dann die unbeschilderte Pflasterallee nach rechts, dann kommt man nach Drüsewitz, wo auf einem Hügel am Dorfrand ein historischer Friedhof liegt. Im nahegelegenen Walkendorf befindet sich eine weitere schöne mittelalterliche Kirche, die Innen tolle Malereien aufweisen kann.

In Neu-Vorwerk stehen an einem Gehöft gleich zwei Windmühlen, im benachbarten Altkalen kann man eine weitere Kirche mit fragmentarisch erhaltenen Malereien aus dem Mittelalter besichtigen. Dargun hat dann einen spektakulären Schloss- und Klosterkomplex zu bieten, der eine wirklich eindrucksvolle Ruine bildet. Unklar ist, wer 1945 kurz nach Einmarsch der Roten Armee, die schicke Anlage angezündet hat. Eine einzige Quelle behauptet, Zwangsarbeiter (steht auch nicht dabei, aber sollen dann wohl Zwangsarbeiter der Deutschen gewesen sein) hätten aus Rache ein Aufseher-Büro (im oder am Schloss, auch alles unklar) abgefackelt – doch viel wahrscheinlicher ist, dass da eine unautorisierte Zerstörungsaktion vonseiten der Russen (völlig freie Hand hatten die ja dann doch nicht) vertuscht werden sollte. In allen nordostdeutschen Städten der Größe Dargungs gab es heftige Übergriffe aus Zivilisten sowie Bauwerke des Adels und Klerus nach Einmarsch der Russen –wieso sollte gerade in Dargun jemand den Russen zuvorgekommen sein bei der Zerstörung von Kulturgut?

Gnoien hat nicht so viel zu bieten, immerhin eine Backsteinkirche, aber nach dem Spiel waren wir noch am recht ansehnlichen Schloss von Lühburg. Dargun Gnoien im Landkreis Rostock, 50km östlich der Kreishauptstadt, war dann unser Groundhoppingziel heute. Laut Wikipedia könnte der Ortsname vom slawischen Wort „gnoy“ = „Kot“ stammen, aber so scheiße sah es dort trotz Verfall und Ackerbürgerhäuser gar nicht aus. Besonders die Sportanlagen sind toll: eine ehemalige Reitbahn wird mit zwei frei zugänglichen Trainingsplätzen genutzt, dahinter liegt von Bäumen dicht umschlossen ein Stadion mit sechsreihiger Sitztribüne (neue Holzbänke) vor einem schön saniertem Sportlerheim. Auch eine Anzeigetafel, die die Vereinswappen vom Gnoiener SV und auch dem FC Hansa Rostock trägt, gibt es. Einige Bänke sind noch auf zwei Flächen rechts und links der Tribüne sowie auf der Gegenseite unter Lindenbäumen aufgestellt. Nach den Hauptplätzen in Ueckermünde, Stralsund und Wismar, zusammen mit vielleicht dem ein oder anderen Ground im Hinterland, ist Gnoien eines der 10 sehenswertesten Stadien Mecklenburg-Vorpommerns.

Der immerhin Landesliga kickende SV Gnoien hat sich kürzlich mit drei Anfang des Jahres im 12km entfernten Jördenstorf untergebrachten Asylbewerbern verstärkt. Man muss sich zwar schon fragen, was Ghanaer und Albaner sich von Asyl erhoffen, aber wenn sie schon mal da sind, kann man sie ja gleich im Sportverein integrieren, was in der mecklenburgischen Provinz keinesfalls schlechter läuft als in anderen Ecken Deutschlands und von fast allen Vereinen um Jördenstorf herum schon in Angriff genommen wurde. Während der Albaner Krenar Hoda solide spielte, war der Ghaner Daniel Obeng in der Abwehr teilweise gegen den Verbandsligisten Grimmener SV überfordert. Doch sein Landsmann Peterson Appiah ging richtig ab: in der Anfangsphase gleich ein Doppelschlag, dann aus spitzem Winkel nach dem Anschlusstreffer der favorisierten Gäste, sogar das 3:1 mit seinem Hattrick. Und auch in der zweiten Halbzeit spielte er konstant nach vorne und war einer der Garanten für den überraschenden und erstaunlich hohen Sieg seiner Gnoiener – auch wenn er beim Angriff zum 4:1 nichts zu tun hatte, als seinen Mitspieler Robert Lewerenz zu begleiten, der einen quergeschlagenen Kopfball ebenfalls per Kopf nahm und einnetzte. Eine lächerliche gelbe Karte bekam Appiah zwar auch noch, aber das Schiedsrichtergespann aus Kritzmow und Rostock war das seit Monaten schlechteste, das ich gesehen habe. Unglaublich, wie einseitig sie zugunsten der Gäste aus Grimmen pfiffen! Als der Gästetrainer noch nach einem anderen Foul eine zweite Karte für Appiah forderte, nahm der Gnoiener Trainer ihn raus und pflichtete wohl auch noch den teils kräftig gegen den Grimmener Trainer pöbelnden Heimfans bei...

Mit diesem ghanaischen Stürmer haben die Gnoiener jedenfalls einen positiv auffallenden Spieler, vielleicht einen der besten der ganzen Liga, an dem die gar nicht mal so wenigen Fans des SV Gnoien – das waren mindestens 170 bei diesem Testspiel bei fast gar keinen Gästefans! – sicher noch ihre Freude haben werden. Nur hoffentlich sind nicht alle Schiedsrichter der Region so inkompetent wie die – weil in jedem Spiel unberechtigte Karten und zweifelhafte Foulpfiffe gegen Gnoien (bei geringsten Berührungen Freistoß gegen Gnoien, aber bei Ellbogenstößen in den Rücken eines Gnoieners wurde weiterlaufen gelassen) wird schwer eine bessere Platzierung als in der Vorsaison zu erreichen... Gnoiener SV v Grimmener SV Statistik:
- Grounds: 1.417 (1 neuer; diese Saison: 3 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.437 (1; diese Saison: 3)
- Tageskilometer: 190 (190km Auto)
- Saisonkilometer: 250 (190 Auto/ 60 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 10 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 470.