Posts mit dem Label Mönchengladbach werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Mönchengladbach werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 1. Februar 2021

W3.0004.I: Duell der Gladbäche

Borussia Mönchengladbach II ............................... 2
SV Bergisch Gladbach 09 ....................................... 1

- Datum: Samstag, 30. Januar 2021 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Regionalliga West (4. Spielklasse, 1. Halbprofiliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 93 Minuten (46/47) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 19. Serhat Koruk, 1-1 60. Justin Steinkötter, 2-1 85. Mika Schroers
- Gelbe Karten: 1x BMG, 2x SV09
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Borussiapark, Platz 4/ Kunstrasenplatz (Kap.: 500 Stehplätze / wegen der Coronahysterie derzeit geschlossen)
- Zuschauer: unter Ausschluss der Öffentlichkeit, tatsächlich ca. 35 (mind. 30 Offizielle innen, davon ca. 5 Gäste und 4 Zaungäste (außer mir alle aus Bergisch Gladbach))
- Spielbewertung: 6,5/10 (Ausgeglichene und ganz ordentlich Partie) - Zaungastfreundlichkeitsbewertung: 5,5/10 (Gute Sicht durch Zaun hinter einem Tor, dort auch gute Fotomöglichkeiten, aber wenige Plätze am Zaun, schwer zugänglich und viele teils affig auftretende Ordner) Borussia Mönchengladbach II 2:1 SV Bergisch Gladbach 09 Photos with English Commentary:
a) 4th Division: Borussia Mönchengladbach Res. vs. SV Bergisch Gladbach
b) Mönchengladbach: Wolfsittard, Kothausen, Dorthausen 

Fast der komplette Spieltag der Regionalliga West fiel wegen angeblich unbespielbarer Plätze aus – was ein Schwachsinn, wenn man sowieso Terminprobleme hat wegen der Coronahysterie, dann auch noch Plätze zu schonen bzw. nicht auf nahegelegenen Kunstrasenplätzen zu kicken. Einziger Spielausfall wegen Corona war Fortuna Köln – da war angeblich einer positiv getestet.

Mit dem Kunstrasen korrekt machte es Borussia Mönchengladbach mit seiner U23 (II. Mannschaft). Normalerweise würde mich das ankotzen, wenn ein solches Spiel nicht im Grenzland- oder dem Fohlenstadion steigt, sondern auf dem Platz 4 des Borussiaparks, einem gesichts- wie ausbautenlosen Plasteplatz, der zwar wenigstens einen Blick zum großen Stadion (Borussiapark) frei gibt und am anderen Ende direkt an ein sumpfiges und verwildertes Naturschutzgebiet grenzt, aber in der gegenwärtigen Situation ist dieser Platz einfach der günstigste Spielort für BMG II. Wenn man durchs Naturschutzgebiet steigt, ist man nämlich direkt am Zaun hinter dem einen Tor und hat eine freie Sicht auf das komplette Feld. Nur drei Gästefans von Bergisch Gladbach machten das gleiche wie ich. Dass keine Borussen vor Ort waren, ist mir völlig unverständlich. Die müssen doch ihr eigenes Vereinsgelände kennen?!

Drinnen waren einige mehr oder weniger echte Offizielle und massenhaft Ordner. Einer von den vermummten Ordnern bat die Zaungäste, die Masken aufzuziehen, weil die Zaungäste ja direkt am Durchgang hinterm Tor stehen. Natürlich lächerlich, aber es war ja eine Bitte und der kann man ruhig nachkommen. Also schauten auch die Zaungäste maskiert dem Treiben auf dem grünen Kunststoff zu. Die Partie war nicht schlecht: Beide Teams hatten Torgelegenheiten und überraschenderweise ging Bergisch Gladbach mit einem Schuss ins lange Eck 0:1 in Führung. Nach der Pause drehte Mönchengladbach jedoch die Partie und ging als 2:1-Sieger vom Feld. Mönchengladbach Kothausen Vor dem Spiel machte ich eine kleine Wanderung um den Borussiapark herum. Vom Ortsteil Hehn aus ging es durch Wolfsittard, wo es so gut wie nichts zu sehen gibt, und über die öden Felder nach Kothausen. Der Ort sieht schon so aus wie er heißt, hat aber mit Scheiße ursprünglich nichts zu tun: https://rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/warum-eigentlich-kothausen_aid-20581367 - sehenswert aber leider verschlossen ist die Kapelle von Kothausen. Im benachbarten Dorthausen gibt es ein herausragend hässliches Exemplar einer in der Nachkriegszeit errichteten Kirche. Am Hockeystadion lief ich auch noch vorbei, ehe ich wieder durch das sumpfige Gestrüpp stieg, um mich an den Zaun zum Spielfeld hin zu stellen. Borussia Mönchengladbach II 2:1 SV Bergisch Gladbach 09Statistik:
- Grounds: 2.769 (1; diese Saison: 111 neue)
- Sportveranstaltungen: 4.012 (1; diese Saison: 130)
- Tourkilometer: 170 (170km Auto)
- Saisonkilometer: 34.540 (24.230 Auto, davon 1.460 Mietwagen/ 7.680 Flugzeug/ 2.470 Fahrrad/ 160 Bus, Bahn, Straßenbahn / 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 8 [letzte Serie: 76, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 4 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].

Dienstag, 26. Februar 2019

W656II: Bundesliga in Mönchengladbach und der niederländische Präzisionssport „Bügeln“

Borussia Mönchengladbach .......................... 0
VfL Wolfsburg ................................................ 3
- Datum: Samstag, 23. Februar 2019 – Beginn: 15.30
- Wettbewerb: 1. Bundesliga (1. Profifußballliga)
- Ergebnis: 0-3 nach 96 (47/49) Minuten – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 38. Gerhardt, 0-2 68. Mehmedi, 0-3 83. Mehmedi
- Gelbe Karten: Neuhaus, Stindl (Gladbach); Brekalo (Golfsburg)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Borussia Park (Kap. 54.022, davon 37.873 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 50.000 (davon 48.041 zahlende und ca. 500 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10

SV/ BC O.D.L Kronenberg ............................. 3
Beugelclub HBC Helden .................................. 2
- Datum: Samstag, 23. Februar 2019 – Beginn: 20.00
- Wettbewerb: Ereklasse Beugelen (sog. Lotto-ereklasse; 1. Spielklasse im Bügelsport)
- Ergebnis: 3-2 Partien bei 136:138 Einzelpunkten nach ca. 170 Minuten
- Einzelspiele: Hubert van den Beuken 30:26 Johan Peeters (ca. 32 Min.), Maykel Leijsten 30:24 Johan Hoeijmakers (ca. 32 Min.), Jos van Dooren 30:28 Johan Verest (ca. 49 Min.), Jan van der Sterren 28:30 Marc Korsten (ca. 30 Min.), Arie Siekes 18:30 Frank Kusters (ca. 23 Min.)
- Austragungsort: Sportpark de Heesbergen, Beugelbaan (Kap. 150, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 10 (davon 1 Gästefan)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 Borussia Mönchengladbach 0:3 VfL Wolfsburg Photos with English Commentary :
a) Football: Borussia Mönchengladbach vs. VfL Wolfburg
b) Beugelen (Dutch Croquet): Kronenberg vs. Helden
c) Niederrhein/ Lower Rhineland: Heiligenpesch Church in Mönchengladbach 

Am Donnerstagabend besorgte ich mir unkompliziert Karten auf der Borussia-Mönchengladbach-Website. Nur 19,90€ in der Ecke vom Oberrang überm Gästeblock – sehr anständig! Auch keinerlei Gebühren wie Vorverkauf oder Print-at-Home für die leider völlig lieblos ohne Logo gemachten Tickets. Die Ticketpreise schwanken aber je nach Gegner zwischen knapp 20 und knapp 40€. Als gegen Bayern oder Dortmund bekommt man natürlich kein solches Angebot zu einem Discounterpreis wie 19,90€...

Am Samstagvormittag ging es dann nach Mönchengladbach, wo ich wegen der horrenden Parkgebühren am Stadion (ich zahle doch keine 6€ fürs Parken – v.a. aus Prinzip wenn ich keine 20€ für die Karte zahle!) an der Kirche von Heiligenpesch parkte. Diese Straße wird schon etliche Stunden vorher gesperrt, aber wenn man den Wichtigtuern in Warnwesten an der Straßensperre sagt, man will zur Wallfahrtskirche Heiligenpesch, wird man durchgelassen. OK, man sollte vielleicht nicht mit Schals und Fahnen wedeln und dann behaupten, man wolle nur die Kirche besuchen... Aber wenn man diese oder eine andere naheliegende Adresse nennt, müssen die Ordner einen durchlassen, da man dann dieselben Rechte wie Anwohner hat. Diese Wallfahrtskirche hat übrigens eine tolle, besteigbare Lourdes-Grotte – doch die Kirche selbst war verschlossen. Also gleich weiter zum Stadion. Man kann den Feldweg etwas nördlich von der Kirche oder den parallel laufenden Feldweg am Sportplatz zum Borussia Park gehen.

Der Borussiapark ist der Ersatz-Neubau für das Stadion am Bökelberg. Letzteres lag ganz am Ende der Stadt. Nach dem Spiel fuhr ich da mal vorbei – der Stadionwälle sind teilweise auch nach dem Abriss der Tribünen und der Zukleisterung der Anlage mit geschmackloser Wohnbebauung noch erhalten geblieben. Der moderne Neubau „Borussia Park“ fasst gut 20.000 Zuschauer mehr als der Bökelberg. Mit über 54.000 Plätzen ist das Stadion schon sehr groß – seit ich in Mexiko war, finde ich das aber nicht mehr so eindrucksvoll. Die deutsche Sportstättenarchitektur ist eh viel schlechter als die mexikanische – außer bei vielen kleinen Sportanlagen in der Provinz. Aber der Borussia Park ist ganz OK: zwei aufeinander aufbauende Ränge, das Dach unten in den Vereinsfarben angestrahlt. Architektonisch etwas besonderes ist das aber nicht.

Das Spiel war auch nicht so herausragend: Wolfsburg tat mal wieder gar nichts fürs Spiel, ließ Gladbach kommen – und die vergeigten ihre Chancen. Wolfsburg mit dem dritten Angriff und der ersten richtigen Chance zum 0:1. Nach der Pause mit der zweiten Chance zum 0:2 und schließlich zum 0:3. Unmöglich, was Gladbach da verzapfte! Die Stimmung war trotzdem ganz gut. Beim Vereinslied wurde gut mitgegangen, während des Spiels wurde auf Teilen der Stehplätze konsequent durchsupportet – und auf Teilen der Tribünen richtig gut auf den Spielverlauf reagiert. Da ich schräg oberhalb der Gäste saß, war auch der Haufen dieser 500 VW-Mitarbeiter oft zu hören... Um mich herum übrigens v.a. Familien mit Kindern – dementsprechend gab es schon mal diese Dialoge, wie nach einem Foul an einem Gladbacher:
ca. 8jähriger Sohn: „Eeeeeeeyyyyyyyyyyyyyy!! Maaaaaaaaaaannnnn!!!! Ahhhhhhhhhhhhhhhh!!!!!!!“
Vater: „Mensch Finn, Schiri hat doch schon gepfiffen – wenn du hier weiter so rumbrüllst, schicken wir dich in Nordkurve!“ Borussia Mönchengladbach 0:3 VfL Wolfsburg BC ODL Kronenberg 3:2 HBC Helden Aufgrund der Zeit und der Route musste ich meine warme Mahlzeit heute in Viersen einnehmen. Was ein Dreckskaff! Hässlich, dunkel, ausgestorben... In irgendeiner der zentralsten Straßen im Zentrum reiht sich eine zweifelhafte Gaststätte an die nächste. Bin dann zu einem „M. Döner und Pizza“ – kleine, etwas ungepflegte Kaschemme, aber ganz gutes Essen (Adana-Kebab für 8,50€ war anständig!)

Dann ging es weiter in die Niederlande. In Grefrath wurde ich kürzlich auf das Bügelspiel oder den Bügelsport – Niederländisch: Beugelen (Bügeln) – aufmerksam. Das ist nicht nur für Hausfrauen und hat auch nichts mit Kleidung oder Bügeleisen zu tun, sondern ein v.a. von älteren Männern gespielter Präzisionssport mit kegelkugelgroßen Kugeln und einer massiven Holzschippe. Auf einem etwa 10x5m kleinem Feld mit feinem Kies hauen zwei Spieler (je einer pro Team, es gibt insgesamt 5 Spieler also 5 Partien) mit ihrer Schippe ihre zwei Kugeln durch einen hufeisenförmigen, im Boden verankerten Metallbügel. Der Bügel befindet sich vorm hinteren Viertel des Feldes. Wenn die ersten beiden Kugeln gespielt wurden, liegen diese üblicherweise hinter dem Bügel im hinteren Viertel des Feldes. Dann wird dort weitergespielt. Man kann durch geschicktes stoßen oder anschlagen mit der Schippe seine Kugel so vor die gegnerische Kugel setzen, dass diese nur über die Bande freigespielt und nicht direkt vor den Bügel zum einfachen Treffen platziert werden darf oder seine Kugel entsprechend in Position bringen. Bringt man die Kugel jedoch wieder in den vorderen Teil des Feldes, kann der Gegener mit einer seiner Kugeln die gegnerische in die Rinne vorm Feld schießen. Ein Treffer in die Rinne bringt ebenso wie ein Schuss durch den Bügel 2 Punkte. Schießt man versehentlich oder taktisch eine eigene Kugel vom hinteren Feld quasi rückwärts durch den Bügel oder die eigene Kugel ins aus, werden zwei Punkte abgezogen. Wer zuerst 30 Punkte schafft, gewinnt. Das ist dann so nach 2-3 Stunden ausgespielt...

Interessant war übrigens auch: die Anlage befindet sich – und das ist üblich in den Niederlanden – im Vereinsheim des SV Kronenberg. Man geht also in dieses niedrige Backsteinhaus und hat links eine Theke und ein paar Sitze und rechts dann diese Bügelbahn mit Stühlen an drei Seiten, einer kleinen Anzeigetafel und der Möglichkeit, Getränke direkt von der Bar zu ordern. Auch wenn hier nur 10 Zuschauer waren (bei wichtigen Spielen kommen auch mal 100): der Werbespruch vom Verband ist gar nicht so blöd: „Dynamisch TACTISCH gezellig / ONTSPANNEND voor jong & oud / RECREATIEF competitief“... BC ODL Kronenberg 3:2 HBC Helden Statistik:
- Grounds: 2.358 (2; diese Saison: 146 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.545 (2; diese Saison: 161)
- Tourkilometer: 280 (280km Auto)
- Saisonkilometer: 51.260 (28.400 Flugzeug/ 25.500 Auto, davon 8.800 Mietwagen/ 1.950 Fahrrad/ unter 10 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 26 [letzte Serie: 19, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 656 Wochen.

Samstag, 7. November 2015

W484III: Speyer holt Judotitel in Mönchengladbach

Finalkampftag der 1. Judo-Bundesliga der Frauen in Mönchengladbach
- Datum: Samstag, 7. November 2015 – Beginn: 11.30, Ende: 17.00
- Wettbewerb: Finale der 1. Judo-Bundesliga der Frauen
- Ergebnis Endkampf: JSV Speyer 9:4 TSG Backnang Judo
- Ergebnisse der Halbfinals: 1. JC Mönchengladbach 6:8 TSG Backnang Judo und JSV Speyer 11:3 JC Wiesbaden
- Ergebnisse der Vorrundenkämpfe: TSG Backnang Judo 10:4 JC 66 Bottrop und JC Wiesbaden 9:4 Sport Union Witten/ Annen
- Austragungsort: Jahnhalle (Kap. 400, davon 320 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 400 (davon mind. 100 Mönchengladbach-Fans, knapp 100 Bottrop-Fans und je ca. 50 Fans aus Speyer, Backnang, Wiesbaden und Witten)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gute und spannende Kämpfe) Final competition of the German women teams Judo-championships Photos with English Commentary:
Judo Bundesliga: Women’s Teams Finals in Mönchengladbach

Ich hatte schon lange nicht mehr Judo gesehen und die Jahnhalle in Mönchengladbach ist auch eine recht interessante Halle, also fuhr ich mit dem Zug via Köln nach Gladbach. Fußläufig vom Bahnhof befindet sich die Sporthalle, die etwa 400 Leuten Platz bietet: vier Reihen Sitzbänke, dahinter eine Reihe Stehplätze – alles recht eng und schon etwas abgewittert. Der Eintritt war mit 12€ recht hoch, aber Studenten u.a. bekamen 6€ Ermäßigung was recht großzügig ist und v.a. beim Kampfsport selten. Die Halle füllte sich auch sehr gut, wobei natürlich Außenstehende nicht ausgemacht werden konnten. Wäre das keine Finalrunde mit sechs Teams gewesen, sondern ein Finalkampf mit zwei Mannschaften, wären nicht halb so viele Zuschauer dagewesen: selbst Backnang oder Speyer brachten noch etliche Fans mit der Mannschaft mit.

Der Modus war eher zweifelhaft: die drei besten Teams der Nord-Bundesliga und die drei besten der Süd-Liga trafen so aufeinander, dass die jeweils Zweitplatzierten gegen die jeweils Dritten antraten (ein vollwertiger Mannschaftsvergleich: 7 Kämpfe in 7 Gewichtsklassen und dann noch mal 7 Rückkämpfe nach 15 Minuten Pause, wobei mindestens auf zwei Positionen gewechselt werden muss und ein Sieg, egal wie deutlich, immer nur 1:0 Punkte für das Team bringt, ein Unentschieden 0:0 gewertet wird). Dann kämpften die beiden Sieger aus diesen Paarungen gegen die Gruppensieger. Die Sieger daraus wiederum bestritten den fünften und letzten Kampf des Tages, das Finale um die deutsche Meisterschaft. Das zweifelhafte an dem Modus: so hätte auch ein mäßig auftretender Drittplatzierter mit Dusel Meister werden können. Das Gute: sowas ist so gut wie unmöglich und auch wenn einer der beiden Staffelersten sein Halbfinale verlor (ausgerechnet der Gastgeber!), der andere Staffelsieger war am Ende souverän siegreich. Im Halbfinale hatte Speyer eigentlich gar keine Probleme (Wiesbaden wurde mit 11:3 besiegt, wobei ein Kampf auch noch kampflos an den JCW ging) und im Finale hielten sie Backnang auch von Anfang an auf Distanz. Der spannendste Teamvergleich war das Halbfinale der Gastgeberinnen, das Backnang mit 6:8 gewann. Allerdings war auch diese Begegnung bereits nach 10 von 14 Kämpfen entschieden.

Ich ging gleich nach der Siegerehrung aus der Halle, sodass ich noch einen Zug erwischte, der mich nach Düsseldorf brachte. Von da dann mit schlappen 30 Minuten Verspätung nach Bonn und zwischen Leverkusen und Köln lauter besoffene FC-Lutscher, die sich über einen ihrer wenigen Erfolge (1:2 in Leverkusen) ausgelassen freuten… Final competition of the German women teams Judo-championships Statistik:
- Grounds: 1.494 (1 neuer; diese Saison: 79 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.530 (1; diese Saison: 96)
- Tageskilometer: 190 (180 Bahn, 10km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 24.460 (14.580 Auto, davon 4.630 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 2.180 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 1.080 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 72 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 484.

Montag, 8. Dezember 2014

W436II: Zwei Elfmeter zum Sieg für BMG U23

VfL Borussia Mönchengladbach II ............................... 2
FC Viktoria Köln 1904 .................................................... 1
- Datum: Freitag, 5. Dezember 2014 – Anstoß: 19.00
- Wettbewerb: Regionalliga West (4. Spielklasse, 1. Halbprofiliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 93 Min. (46/47) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 1. Bilal Sezer (Foulelfmeter), 2-0 62. Bilal Sezer (Foulelfmeter), 2-1 90. Mike Wunderlich
- Verwarnungen: Markus Brzenska, Claus Costa, Jerome Assauer?, Andreas Schäfer (alle Viktoria Köln)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Grenzlandstadion (Kap. 10.000, davon 2.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 400 (davon 343 zahlende und ca. 70 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Ganz ordentliches Spiel)  
Photos with English Commentary:
German Regional League West: Borussia Mönchengladbach Reserves v FC Viktoria Köln

Am Freitag traf ich mich erst mal mit einem Kumpel aus der Uni im Arithmeum Bonn, dass eines von vielen Museum der Stadt ist und dann ging es nach Mönchengladbach zum Regionalligafußball. Fährt man mit der Bahn, steigt man am besten in Rheydt Hauptbahnhof aus und läuft dann erst 1km parallel zur Bahn um dann rechts in die Nordstraße einzubiegen, wo man nach einem weiteren Kilometer die Stadien vom Rheydter SV und Borussia Mönchengladbach U23 (letzteres heißt Grenzlandstadion) findet. Das Grenzlandstadion ist nicht so sehenswert wie das benachbarte RSV-Stadion aber schon ein ansehnlicher Bau. Auf drei Seiten Stehränge, die aber nur auf der Gegenseite wirklich hoch gebaut sind und in den Hintertorbereichen durch zwei mickrige Marathontore unterbrochen sind. Auf der vierten Seite gibt es eine überdachte Sitztribüne mit dunklen Bänken. Sinnloserweise soll man für einen Stehplatz genauso 8€ zahlen wie für die überdachte Tribüne, doch mit Studentenermäßigung (die es wie auch Rabatte für Jugendliche und Rentner nur auf den Stehplätzen gibt) zahlt man nur die Hälfte.

Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen der Regionalliga ging diese Partie furios los: der Gast aus Köln zeigte eindrucksvoll wie sehr sie sich im Abwärtstrend befinden und verursachte schon nach weniger als 60 Sekunden einen Foulelfmeter, der vom türkischen BMG U23-Stürmer sicher verwandelt wurde. Trotz Unterstützung einer recht stimmgewaltigen Viktoria-Fanschar kickten die Kölner durchweg wie ein Absteiger: wenn sie die nächsten 10 Spiele auch nicht gewinnen, werden sie dann – nachdem sie aus unerfindlichen Gründen in den ersten Wochen der Saison auf Platz 1 standen – auch endlich dahin kommen wo sie hingehören.

In der Halbzeit erklärte mir noch ein Gladbacher Ultra, dass er eine Wette mit einem Kollegen hat und er mit seiner Sturmhaube vermummt unerkannt durch die gesperrten Bereiche auf die Tribüne gelangen muss – klappte auch – und nach der Pause war in einem ganz ordentlichen Spiel die Heimelf weiter am Drücker kam nach einem ungeschickten Einsteigen im Strafraum zu einem weiteren Elfmeter, den derselbe Schütze auch wieder sicher verwandelte. Erst in der Schlussminute stocherte Viktoria noch den Ball zum 2:1 Anschlusstreffer ins Gladbacher Netz. Doch das interessierte die verärgerte Gästefans, die sich immer wieder Pöbeleien mit Gladbacher lieferten, nicht mehr so richtig: nun ging es verbal gegen Trainer und Vorstand...  
Statistik:
- Grounds: 1.243 (heute 1 neuer; diese Saison: 89 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.240 (heute 1; diese Saison: 128)
- Tageskilometer: 160 (150km Eisenbahn, 10km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 23.310 (17.610 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.210 Fahrrad/ 890 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 13 [letzte Serie: 1, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 436

Freitag, 21. November 2014

W434I: Keine neue Überraschung für den Kurdischen FC im Kreispokal

Kurdischer FC Welate Roj Mönchengladbach ............ 0
Spvg. 1905/07 Odenkirchen ............................................ 5
- Datum: Donnerstag, 20. November 2014 – Anstoß: 19.30
- Wettbewerb: Halbfinale Kreispokal Mönchengladbach-Viersen (Kreisliga B Mönchengladbach-Viersen, 9. Spielklasse, 5. Amateurliga gegen Landesliga Niederrhein Gruppe 2, 6. Spielklasse, 2. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-5 nach 94 Min. (49/45) – Halbzeit: 0-4
- Tore: 0-1 2. Christoph Spinrath (Foulelfmeter), 0-2 10. Alexandros Amen, 0-3 19. Nouman Hajou, 0-4 29. Sven Moseler, 0-5 53. Pascal Moseler
- Verwarnungen: Mohamed Mustafa (Welate Roj); Simon Sommer (Odenkirchen)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Eintrachtplatz (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon angeblich nur 100 Zahlende und etwa 30 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Völlig einseitiges aber flottes Spiel)  
Photos with English Commentary:
Amateur Football Cup of Mönchengladbach District: Kurdish FC Welate Roj Mönchengladbach v SpVgg Odenkirchen

Zum ersten Mal das NRW-Studententicket für eine komplette Groundhoppingtour genutzt und zum ersten Mal waren alle Züge pünktlich... Nach zwei Monaten NRW hätte ich nie gedacht, dass ich mal erleben würde, dass an einem Tag mehr als nur einer von zwei Zügen pünktlich kommen würde – und heute waren das drei von vier und nur der erste war gerade einmal 5 Minuten hinter der Zeit. Unglaublich!

Nach der Uni reichte die Zeit aber auch gerade nur so, um den Zug zu erreichen, der leicht verspätet in Köln aufschlug, wo ich in den nach Mönchengladbach umstieg, wobei ich schon vor Rommerskirchen einen Sitzplatz bekam und nicht mehr neben meinem Fahrrad stehen musste. Das mit dem Rad ist immer so ein Akt, der komischerweise aber auch in den ständig vollen Zügen gut klappt. In MG noch was gegessen und dann gleich zum Eintrachtplatz in der Karl-Kämpf-Allee mit dem Fahrrad weiter.

Der Eintrachtplatz ist ein dreckiger, ausbautenloser und hässlicher Hartplatz hinter der Jahn Sporthalle und liegt zwischen Hauptbahnhof und der viel schöneren Radrennbahn. Völlig idiotischerweise spielen nur die Reservemannschaften und einige Jugendteams des Polizei SV auf dem Rasen der Radrennbahn, während die I. Mannschaft und einige andere Jugendteams des PSV auf diesem Drecksplatz hinter der Jahnhalle kicken. Doch ich kam nicht wegen eines Spiels des PSV, sondern wegen des Kreispokalhalbfinales mit dem Kurdischen FC Welate Roj. Welate Roj heißt „Land des Lichtes“ oder „Land der Sonne“, ist für seine soziale Arbeit im kurdischen Kulturverein bekannt und kein berüchtigter Radauklub wie etliche andere kurdische Vereine. Im Gegensatz zu vielen dieser ethnischen Klubs ist Welate Roj aber auch keine Pseudo-Nationalmannschaft, wo sich nur Angehörige einer Volksgruppe oder Nation zusammentun, sondern ein buntes Teams mit Spielern aus Deutschland und sieben, acht weiteren Ländern. Auch gerade deshalb wurde der Club viel bei fussball.de erwähnt und genau deshalb bin ich auf das heutige Spiel gekommen.

Der Gast aus Odenkirchen – wohl die Umschrift für die französische Aussprache für Hodenkirchen – kassierte komischerweise mit mitgebrachten Ordnern den Eintritt wobei sie sich die völlig überzogenen 4€ dann hinterher mit Welate Roj zu teilen schienen. Aber bei einem Dreiklassenunterschied den Standardeintrittspreis des Höherklassigen zu nehmen ist eine richtig asoziale Unsitte!

Für so einen Wucher hätte man ja ein Elfmeterschießen mit 20 Schützen nach einem 4:4 + 5:5 in der Verlängerung verlangen können, aber der Favorit aus Odenkirchen ließ nichts anbrennen. Von vorne herein Druck aufs kurdische Tor und nach nur zwei Minuten ein korrekter Elfmeter der halbhoch im Eck landete. Wenige Minuten später rutschte dem Torwart ein Weitschuss über die Faust zum 0:2. Ein toller Schuss aus spitzem Winkel und vollem Lauf schlug zum 0:3 im langen Winkel ein. Vor dem Seitenwechsel fiel noch das 0:4. Der Bruder des Schützen zum 0:4 erzielte dann kurz nach dem Seitenwechsel das 0:5. Danach stand Welate Roj besser in der Abwehr und kam ab und an zu Torgelegenheiten. Odenkirchen nahm sich etwas zurück und kam dann nicht mehr ins Spiel rein, auch wenn sie ab und an noch den KFC-Torwart prüften. Mit dem 0:5 war der Gastgeber aber noch gut bedient – über die Schiedsrichterleistung brauchte auch niemand zu meckern. Aber was Karten und Meckern anging, war bei beiden Teams doch ungewöhnlich wenig los...

Der Rückweg verlief wie gesagt auch planmäßig, ab 21 Uhr sind auch etwas weniger Leute im Zug, wobei selbst gegen 23 Uhr kann auf der Köln-Bonn-Strecke, an der Brühl liegt, noch jeder Sitzplatz belegt sein. Interessanterweise steigt in jedem Fall die Anzahl der Asis reziprok zur Anzahl der Fahrgäste: von Gladbach nach Köln waren immer wieder angetrunkene Jugendliche die sich durch den Zug jagten, ältere Spaste die im Zug rauchten, oder sogar Kinder die mit ihren vielleicht 13 Jahren gegen 22 Uhr in kleinen Gruppen durch die Gegend fuhren und den Zug zumüllten, zu beobachten...  
Statistik:
- Grounds: 1.232 (heute 2 neuer; diese Saison: 78 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.225 (heute 1; diese Saison: 113)
- Tageskilometer: 170 (160km Zug, 10km Rad)
- Saisonkilometer: 21.540 (16.340 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.140 Fahrrad/ 500 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 4 [letzte Serie: 1, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 434

Montag, 27. Oktober 2014

W430III: Die Radrennbahn vom Polizei SV und die Edelstahlkampfbahn von Marathon

Crefelder SV Marathon 1910 ............................................ 5
Hülser Sportverein II ......................................................... 3
- Datum: Sonntag, 26. Oktober 2014 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Kreisliga B Kempen-Krefeld, Staffel 2 (9. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 5-3 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 2-1
- Tore: 1-0 3. Eyüb Balaban, 1-1 16. Peter Hoebertz, 2-1 40. Dennis Eschenbach, 3-1 50. Sebastian Skoruppa (Eigentor), 3-2 60. Peter Hoebertz, 3-3 69. Peter Hoebertz, 4-3 72. Eyüb Balaban oder Kevin Eschweiler, 5-3 88. Ümit Özkaya
- Verwarnungen: Alen Zahirovic (Marathon); Niklas Diesfeld, Fabia Perreira?, Luigi di Gregorio
- Platzverweise: keine
- Spielort: Edelstahlkampfbahn der Bezirkssportanlage Stahldorf Krefeld (Kap. 5.300, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Spannendes und sehenswertes Spiel)

Crefelder SV Marathon 1910 II ........................................ 1
Verein für Spiel und Sport 1908 Krefeld III .................... 3
- Datum: Sonntag, 26. Oktober 2014 – Anstoß: 13.00
- Wettbewerb: Kreisliga C Kempen-Krefeld, Staffel 3 (10. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-3 nach 88 Min. (44/44) – Halbzeit: 0-2
- Tore: 0-1 21. Ercan Avci, 0-2 26. Sergej Nisgodinski, 1-2 50. Marcel Eifler, 1-3 82. Mehmet Övelik (indirekter 11m)
- Verwarnungen: Marcel Eifler (Marathon); Rene Kugelmann, Niko Papkonstantinov, Sergej Nisgodinski? (SuS)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Edelstahlkampfbahn der Bezirkssportanlage Stahldorf Krefeld, Hartplatz (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 8 (keine Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,5/10 (Über weite Strecken dürftiges Gekicke)

Polizeisportverein Mönchengladbach 1926 III ................ 4
SV Rot-Weiß Hockstein 1914 III ....................................... 1
- Datum: Sonntag, 26. Oktober 2014 – Anstoß: 11.00
- Wettbewerb: Kreisliga C Mönchengladbach-Viersen, Gruppe 3 (10. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-1 nach 89 Min. (44/45) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 0-1 55. Dominik Lutter, 1-1 70. Fabian Hausrichter, 2-1 75. Patrick Lipps, 3-1 88. Zouhair El Boudali, 4-1 90. Michel Gartlieb
- Verwarnungen: Benedikt Weber (Hockstein)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Radrennbahn Carl-Diem-Straße (Kap. 3.500, davon 700 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Kam lange nicht in Fahrt, war dann aber in der 2. Hälfte ein gutes Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Amateur Football in Mönchengladbach: Police Third XI v RW Hockstein Third XI
b) Amateur Football in Krefeld: Marathon Krefeld v Hüls Reserves, and Marathon Krefeld Reserves v SuS Krefeld Third XI
c) Palaces in Niederrhein Region: Linn Castle in Krefeld

Nachdem es am Samstag durch die Dummheit mindestens einer beteiligten Mannschaft oder des Staffelleiters schief gegangen war, schaffte ich es am Sonntagmorgen den wohl besten Ground Mönchengladbachs zu kreuzen. Die Radrennbahn in der Carl-Diem-Straße. Das Viertel ist anscheinend ziemlich asi – da beschmissen sich jedenfalls hinter dem Parkplatz Dreckwänster mit Müll der irgendwo einfach am Straßenrand abgelagert wurde, Hakenkreuze und normale Graffiti findet man auch an die Wände geschmiert – und dementsprechend sieht auch das Stadion aus. Besonders die Haupttribüne ist völlig zugesprayt, Holzbänke sind teilweise zertrümmert, Müll liegt im Stadion rum. Die Kurven sind zugewuchert. Die Radrennbahn ist noch erkennbar aber keinesfalls benutzbar. Die Gegentribüne scheint mal ein Marathontor gehabt zu haben, jetzt ist aber nichts mehr zwischen den beiden Stehtribünen. Die besagte Sitztribüne wurde übrigens von kaum einem Zuschauer genutzt: viele der 25 bis 30 Zuschauer schienen Angst vor einem Einsturz des Daches gehabt zu haben...

Das Spiel zwischen den Dritten Mannschaften des Polizei SV und Rot-Weiß Hockstein fing langsam an und war lange arm an Chancen. Nur Verletzungsausfälle (z.B. nach nur zwei Spielminuten der PSV-Keeper nach einem Pressschlag) und Beschwerden über ganz normale Zweikämpfe waren zahlreich. Erst nach der Pause entwickelte sich ein richtig gutes Spiel, v.a. durch die Führung von Hockstein nach einem prima vorgetragenen Konter. Der PSV drehte das Spiel mit zwei gut herausgespielten Treffern, einer tollen Bogenlampe ihres arabischen Goalgetters und einem Stochertor in der Schlussminute.  
Eine andere herausragende Sportanlage steht im Stahldorf Krefeld. Das Spiel der Reserve auf dem Hartplatz nahm ich dann auch noch mit, wobei dieser Hartplatz im Rücken der Gegentribüne wenig attraktiv da ausbautenlos ist.

Marathon II ist Letzer mit 0 Punkten aus 9 Spielen, SuS III aber auch nur Vierter von hinten mit 6 Punkten. Das Spiel sah auch entsprechend aus, wobei es ab und an mal tolle Szenen wie eine Serie von Querschlägern die dreimal auf der Linie abgewehrt wurden oder eben zwei Treffer für SuS, davon einer per Direktabnahme volley aus 10m, gab.

Nach der Pause kam Marathon durch einen Schuss ins Eck noch mal ins Spiel, doch ein zweifelhafter indirekter Elfmeter – das soll kontrolliert zurückgespielt gewesen sein? – führte zur endgültigen Entscheidung in diesem Spiel vor nicht einmal 10 Zuschauern: 1-3 für Spiel und Sport III. Mannschaft.  
Herausragend an der Anlage ist der Hauptplatz, der 1937-38 vom Schwelmer Architekten Hans Mehrtens erbaut wurde. Mehrtens disqualifizierte sich übrigens in der Zeit des Stadionbaus menschlich – er wurde ein engagiertes NSDAP-Mitglied und in faschistischen, hitlertreuen Geheimbünden tätig – und nach dem Krieg architektonisch, da er einer der bedeutenden Architekten war, die die Verschandelung der zerstörten Städte durch hässliche Betonbauten anstelle der noch rekonstruierbaren historischen Bausubstanz vorantrieb. Das Stadion für die Arbeiter des Edelstahlwerkes Krefeld war wohl sein bestes Werk: Stehränge mit bruchsteingemauerten Aufgängen die von Nadelbäumen flankiert sind, halbrunde Kurven mit rechtwinkligen Ecken, eine Haupttribüne mit Holzbänken und Stehrängen, dahinter ein symmetrisches Vereinsheim mit Anlehnungen an Fachwerkarchitektur und einem Dachfirst, wie man ihn eher in England findet. Wie viel besser die Qualität im Stadionbau der 30er Jahre im Vergleich zu heute war, sieht man auch an den Banden bzw. der Tribünenreling: nicht billig und egal ob es scheiße aussieht wie die Aluminiumbande auf dem Nebenplatz, sondern eine schicke Metallreling mit verzierten Streben gibt es da auf dem Hauptplatz! Verzierungen gegen die Eintönigkeit waren v.a. vor und teilweise auch noch nach dem Zweiten Weltkrieg üblich: so gibt es auch eine Athletenstatue aus Bronze.

Auch hier fand sich nur eine niedrige zweistellige Zahl an Zuschauern ein und ein beachtlicher Teil davon unterstützte die Gastmannschaft. Die Zweite Mannschaft von Hüls hatte aber einen denkbar schlechten Start als sie nach nur drei Minuten durch einen Schuss aus spitzem Winkel in Rückstand geriet. Der Ausgleich wurde von den Marathon-Kickern noch vor der Pause mit einem schönen Weitschuss egalisiert. Nach der Pause schien das 3:1 – ein unglücklich per Kopf genommener Ball, der im eigenen Netz landete – die Entscheidung des Spiels gewesen zu sein. Doch dann nahm die Partie noch mal richtig Fahrt auf und der beste Spieler der Gäste machte seinen Hattrick durch zwei Treffer in nur 10 Minuten perfekt: 3-3. Das dritte Tor war allerdings irregulär: weder war das ein Freistoß (Pressschlag und zudem im Strafraum, nicht außerhalb), noch schien der Abstauber sauber erzielt worden zu sein (Handspiel). Kurz darauf fiel jedoch das leicht umstrittene Kontertor (Abseits?) zum 4:3. In der Schlussphase gelang Marathon Krefeld schließlich noch das nicht unverdiente 5:3, was der türkische Torschütze mit der bei vielen muslimischen Spielern üblichen Niederwerfungsgeste feierte.

Hinterher guckte ich mir doch mal die Burg Linn an, eine historistisch überformte Wasserburg am Rande von Krefeld. Der Bau ist leider in hässlichem dunklem Backstein gehalten und die (neo)barocken und historistischen Nebengebäude sind nicht unbedingt gelungen, aber die Anlage ist vom Baukörper her sehenswert, da hier auf einer engen Fläche sehr hoch und mit verschiedenen Turmformen gebaut wurde. Lustig war übrigens, die dummen Kinder aus der Siedlung hinter der Burg zu beobachten: in dem weitläufigen Park versuchten ein paar Mittelschüler eine Feuerwerksrakete zu zünden, die allerdings zu tief mit dem Stock im matschigen Boden steckte und deshalb nicht abhob und auf Kniehöhe explodierte. Zitat eines Schülers: „Wooooaaahhh, fuck, Alta, ey!“  
Statistik:
- Grounds: 1.213 (heute 3 neue; diese Saison: 59 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.198 (heute 3; diese Saison: 86)
- Tageskilometer: 160 (160km Auto)
- Saisonkilometer: 17.750 (12.950 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.100 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 165 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 430

Montag, 20. Oktober 2014

W429III: Unerwartet gutes Spiel in Wesseling und erschreckend schlechtes in Rheydt

Rheydter Spielverein .......................................................... 1
SG Kaarst 1912/35 .............................................................. 0
- Datum: Sonntag, 19. Oktober 2014 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Bezirksliga Niederrhein, Gruppe 3 (7. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-0 nach 97 Min. (48/49) – Halbzeit: 0-0
- Tor: 1-0 58. Rüstem Kir
- Verwarnungen: Özkan Akburak und NN (RSV); Karsten Rehmann (Kaarst)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Jahnstadion bzw. RSV-Stadion (Mönchengladbach-Rheydt; Kap. 15.000, davon 1.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 120 (davon 70 Zahlende und ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 3,5/10 (Bis auf das Tor und die Schlussphase war das Scheiße hoch drei von beiden Teams)

Rot-Gelb Wesseling 1992 FR ............................................. 4
FC Rheinsüd Köln 2010 FR ............................................... 5
- Datum: Sonntag, 19. Oktober 2014 – Anstoß: 11.00
- Wettbewerb: Frauen-Kreisliga Rhein-Erft (7. und unterste Spielklasse im Frauenfußball)
- Ergebnis: 4-5 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 3-1
- Tore: 0-1 15. Sherihan Khalil, 1-1 17. Ilona Simon, 2-1 25. Julia Becker, 3-1 42. Julia Becker, 4-1 52. Ilona Simon, 4-2 65. Sherihan Khalil, 4-3 74. Kristina Schiebener, 4-4 80. Kristina Schiebener, 4-5 81. Julia Brodesser
- Verwarnungen: Alexandra Tsalikis (Wesseling)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Kunstrasenplatz Waldstraße (Kap. 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (War das wirklich die unterste Spielklasse? Die spielten besser als so manche Männermannschaft der Kölner Kreisligen...)  
Photos with English Commentary:
a) Women’s Football: Rot-Gelb Wesseling v Rheinsüd Köln
b) Men’s Football: Rheydter Spielverein v SG Kaarst 10/35
c) Palaces in Niederrhein Region: Rheydt, Myllendonk, Liedberg

Diesen Sonntag hakte ich am Vormittag einen weiteren Platz in Wesseling ab – die beiden jetzt noch fehlenden will ich Anfang November besuchen. Der Sportplatz Waldstraße in Wesseling Süd ist wohl der typischste für die Stadt, denn während auf drei Seiten Bäume stehen, stehen direkt an der vierten die riesigen Tanks der Raffinerie. An keiner anderen Sportanlage der Stadt ist die Industrie so nah dran wie hier. Ansonsten fällt nur auf, dass es eine Überdachung neben der in den Vereinsfarben gemauerten Imbissbude (da können sich etwa 100 Leute drunterstellen wenn es regnet) gibt, aber keine Ausbauten und dass die Kunstrasenqualität sehr hoch ist.

Von diesem Spiel der untersten Frauenliga hatte ich mir natürlich nichts versprochen außer ein paar Toren, aber wie viel höher das Niveau der Frauen hier im Kölner Raum im Vergleich zu Sachsen-Anhalt offenbar ist, war sehr verwunderlich. Also selbst Mannschaften wie die HFC-Frauen spielen ja kaum besser als Rot-Gelb Wesseling und Rheinsüd Köln! Hier gab es Spielerinnen, die mit dem Ball am Fuß das ganze Feld auf und ab stürmten: das 0:1 und das 2:1 waren solche Sololäufe! Hier kamen regelmäßig Pässe an und die Laufarbeit war wirklich respektabel. Wenn ich mir hingegen die Teams aus Sachsen-Anhalt von der Landesebene an abwärts (ich will gar nicht mit dem Frauenteam aus Wesselings schönster Nachbarstadt anfangen) angucke: ach du Scheiße...

Ein weiterer Pluspunkt für dieses Spiel war die Spannung: nach dem Heber aus vollem Lauf zum 4:1 schien Köln nach 52 Minuten geschlagen zu sein, doch in den letzten 25 Minuten, u.a. mit einem Doppelschlag in der 80. und 81. Spielminute, gaben die Wesselingerinnen noch die sichere Führung her. Der FC Rheinsüd Köln gewann am Ende also spektakulär mit 4:5!  
Zuhause was zu Mittag gegessen und dann vom Fahrrad aufs Auto umgestiegen. In Mönchengladbach stehen mehrere interessante Stadien, darunter auch drei alte gammlige, sodass ich noch ein paar Mal in diese ansonsten sehr hässliche Stadt fahren werde. Im Stadtteil Rheydt gibt es gleich zwei alte Stadien und heute wurde im RSV-Stadion, das offiziell Jahnstadion heißt, gespielt. Hier war das Spiel zwar auch eng und schon irgendwie spannend, aber erschreckend schlecht. Für die im Vergleich mit anderen NRW-Clubs schon eher niedrigen 4€ (Rentner, Studenten u.a. sogar nur 2€) bekam man zwar ein herrliches Stadion geboten aber leider ein fürchterliches Spiel.

Der Tabellenletzte Rheydter SV schien zeigen zu wollen, dass sie nichts in dieser Liga zu suchen haben, und der Tabellenzweite aus Kaarst spielte wie besoffen. Rheydt vergab absteigertypisch einen geschenkten Foulelfmeter mit einem Lattenschuss und nach dem Seitenwechsel war es auch Kaarst, die einen Elfmeter vergaben: hier hielt der Rheydter Schlussmann hervorragend. Kurz zuvor hatte ein anderer Rheydter etwas anderes hervorragend gemacht: nämlich zum 1:0 eingenetzt. Mehr als dieser eine Treffer fiel trotz einiger Torchancen für Kaarst in der Schlussphase nicht mehr.

Gelohnt hatte also vor allem der Besuch des Stadions. Denn der heute von 22 Stümpern malträtierte Rasenteppich ist eng umbaut auf vier sehr unterschiedlich gestalteten Seiten. Ich platzierte mich auf der Gegenseite, wo 20 Stehstufen, größtenteils bewachsen und bemoost, vom Zaun am Spielfeldrand aus steil nach oben gehen. Die von mir aus linke Hintertorseite hat nur etwa 12 Stehreihen zu bieten und die sind in der Mitte von einem Gefallenendenkmal mit drei Schwertern und Eisernem Kreuz unterbrochen. Rechts ist die höchste Tribüne, direkt hinterm Tor und oben an den Kunstrasennebenplatz anschließend, zu finden: hier sind 15 + 10 Reihen Stehstufen. Auf der Hauptseite gibt es 10 Stehstufen auf der unteren Seite und rechts und links noch weitere Stufen oberhalb, während sich in der Mitte zwischen ebendiesen Stehrängen die Sitztribüne, mit ihren etwas unpassenden Schalensitzen und den für den Westen charakteristischen Seitenblenden, erhebt.  
Nach dem Spiel fuhr ich noch in Rheydt rum: das ist ein Stadtteil von Mönchengladbach, der so scheiße zubetoniert aussieht, wie alles in Mönchengladbach. Doch ganz am Rand, außerhalb der hässlichen Stadt, befindet sich ein recht ansehnliches Wasserschloss. Das ist zwar in Teilen zugebaut, aber das Herrenhaus hat eine tolle Fassade mit vielen aus Stein gemeißelten Köpfen.

Noch sehenswerter ist das Wasserschloss Myllendonk in der Gemeinde Korschenbroich: das ist zwar Maas-Renaissance, aber die Türme sind höher als sonst üblich und die ganze Anlage wirkt dadurch kunstvoller. Interessant ist auch die Nutzung des Schlossparks als Golfplatz.

Im ebenfalls zu Korschenbroich gehörigen Dorf Liedberg gibt es – und das ist sehr selten in NRW – einen historischen Kern: klassische Fachwerkhäuser in schwarz und weiß und oberhalb der fast geschlossenen Bebauung einen Rundturm der ehemaligen Burg. Daneben gibt es eine kleine Kirche und daneben wiederum ein in Restaurierung befindliches Maas-Renaissance-Schloss. Das ist zwar eine sehr kleine Häuseransammlung, aber recht sehenswert!  
Statistik:
- Grounds: 1.207 (heute 2 neue; diese Saison: 53 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.192 (heute 2; diese Saison: 80)
- Tageskilometer: 160 (150km Auto, 10km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 17.170 (12.380 Auto/ 3.600 Flugzeug/ 1.090 Fahrrad/ 80 öffentliche Verkehrsmittel/ 20 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 161 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 429