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Samstag, 24. Mai 2014

W408III: Von den Naumburger Moritzwiesen und einem spannenden 2:2 auf dem Ettersberg

Sportverein Am Ettersberg (Ettersburg/ Großobringen) 2
FC Einheit Bad Berka ........................................................ 2
- Datum: Samstag, 24. Mai 2014 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Kreisliga Mittelthüringen Nord (9. Spielklasse, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-2 nach 96 Min. (46/50) – Halbzeit: 0-2
- Tore: 0-1 7. Georg Hille, 0-2 17. Kevin Zange (Eigentor), 1-2 65. Rene Grün (Foulelfmeter), 2-2 70. Marcus Schubarth
- Verwarnungen: Rene Grün, Robert Heß (Ettersburg); Marco Lützkendorf, Georg Hille, Frieder Schmidt, Mathias Berning (Bad Berka)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Ettersburg (Kap. 750 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon 40 zahlende und 0? Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Schnelles und spannendes Spiel mit vielen Zweikämpfen)

Jugendspielgemeinschaft Naumburg F II ........................ 1
FC Rotkäppchensektkellerei Freyburg F ........................ 2
- Datum: Samstag, 24. Mai 2014 – Anstoß: 9.30
- Wettbewerb: F-Junioren Kreisliga Burgenland, Staffel 1 (Liga der U9)
- Ergebnis: 1-2 nach 44 Min. (23/21) – Halbzeit: 0-1
- Freundschafts-Neunmeterschießen: 4-4 Unentschieden nach 11 gegen 10 Schützen
- Tore: 0-1 10. (5), 0-2 25. (10), 1-2 33. (Nr. 4)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportplatz in den Moritzwiesen (Kap. 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,0/10 (Kein besonders schönes Spiel, aber immerhin hat die klar bessere Mannschaft sich nicht noch den Ausgleich einschenken lassen)  
Photos with English Commentary:
a) Amateur Football in Thuringia: SV Am Ettersberg (Ettersburg) v Einheit Bad Berka
b) Youth Football in Saxony-Anhalt: JSG Naumburg U9 Reserves v FC RSK Freyburg U9
c) Northern Thuringia: Liebstedt Castle, Ettersburg Palace 

Normalerweise nehmen wir gar nicht mehr die scheiß Bahn für Groundhoppingtouren, aber heute machten wir mal eine Ausnahme, da wir eine Idee für eine interessante - aber ohne Bahnunterstützung zu lange - Radtour hatten. Zuerst ging es mit der Bahn nach Naumburg, wo der Assihänger erstaunlich pünktlich erschien. Die Moritzwiesen waren unser Ziel.

So ziemlich alle Kleinfeldmannschaften aus Naumburg spielen nicht etwa im großen Stadtstadion oder dem bekannten Halleschen Anger und auch nicht auf der dritten Sportanlage, der Krummen Hufe, sondern auf einem sehr schön gelegenen Schulsportplatz. Die Moritzwiesen liegen so unterhalb der Altstadt (direkt unter der Kirche auf dem Moritzberg), dass man nicht nur diese Kirche sondern auch den Dom und das Oberlandesgericht sieht. Der Platz hat auf einer Seite einen Graswall, neben dem ordentlichen Kleinfeldrasen gibt es auch eine heruntergekommene Turnhalle, ein Volleyballfeld und einen Hartplatz mit Handballtoren.

Im Jugendbereich scheinen die beiden Stadtrivalen SV05 und NBC das Kriegsbeil begraben zu haben, wobei die Jugendspielgemeinschaft Naumburg oftmals zwei Teams pro Jugendklasse stellt und bei dieser II. F-Jugend heute nur etwas vom NBC zu hören war und angeblich keine SV05-Mitglieder auf dem Platz standen. Wie auch immer, der 4. spielte gegen den 5. – die F-Jugend der Rotkäppchensektkellerei Freyburg, die ich vor der Saison in einem Testspiel bei unser F-Jugend von Leuna gesehen hatte – und beide standen mit positiver Bilanz in der Tabelle da.

Besonders positiv kann man sich aber dennoch nicht über das Spiel auslassen: also Leunas F-Jugend habe ich noch nie so ungeordnet kicken sehen wie diese beiden Teams heute. Schüsse aufs Tor schaffte erstmal nur der Gast und somit gingen sie mit einer verdienten Führung in die Pause, die sie kurz nach dem Seitenwechsel ausbauten. Den Anschluss- und Ehrentreffer erzielte Naumburg aus einiger Distanz mit der ersten von insgesamt am Ende nur zwei Torchancen. Alles in allem war dieser 1:2 Sieg für Freyburg also noch viel zu niedrig!  
Nun ging es mit dem Fahrrad weiter über Bad Sulza und Apolda nach Liebstädt wo es eine hervorragend erhaltene Ordensburg aus dem späten Mittelalter gibt. Dass gleich ein Banner „Hände weg von unserer Burg“ grüßt (ein Protest dagegen, dass die Burg in die Hände eines Privatmanns gefallen ist) , macht genauso wenig einen guten Eindruck, wie der Fakt, dass man die Anlage nur mit einer Führung innen besichtigen kann.

Trotz kaum vorhandener brauchbarer Beschilderung fanden wir auch nach Ettersburg am Ettersberg, oberhalb von Weimar und gegenüber von Buchenwald. Dort gibt es ein sehr schickes Barockschloss mit Kirche. Gleich an den Schlosspark grenzt ein Wald an, in dem sich der Sportplatz befindet.

Der Ettersburger Sportplatz ist von teils recht eindrucksvollen Bäumen umgeben, jedoch ausbautenlos und auch das Vereinsheim ist ein eher dürftiger Schuppen. Wir suchten jedenfalls aufgrund des Regens schnell Schutz unter einer kleinen Buche mit sehr dichtem Blätterdacht, die gleich hinter der einen Eckfahne steht.

Bei der Partie zwischen Ettersburg und Bad Berka handelte es sich um ein Mittelfeldduell (8. gegen 10.) der Kreisliga. Bad Berka riss das Spiel erstaunlich schnell und konsequent an sich und schien es schon nach einer reichlichen Viertelstunde für sich zu entscheiden: aus Nahdistanz zum 0-1 und mit Weitschuss und unglücklicher Mithilfe eines Verteidigers, der den Ball mit dem Hinterkopf ins Tor lenkte, zum 0-2.

Nach der Pause fand Ettersburg aber sofort in die Partie und baute Druck auf. Nach einer korrekten Elfmeterentscheidung ließ sich der Schütze nicht zwei Mal bitten und hämmerte den Ball gegen die Laufrichtung des Torwarts unters Tordach, kurz darauf glich Ettersburg mit einem Nachschuss aufs halbleere Tor aus. Bad Berka blieben in Hälfte zwei nur noch Konter, doch die waren genauso wenig erfolgreich wie die druckvolle Schlussphase der Heimelf. Insgesamt wusste das mit einem 2:2 Unentschieden endende Spiel durch seine Spannung und auch hohe Geschwindigkeit zu gefallen – Zweikämpfe und Torchancen gab es auch nicht zu knapp!

Auf der Rückfahrt stiegen wir in Bad Sulza, wo wir zuvor noch in den sehr guten (klasse Kebabpizza) aber schlecht ausgestatteten (ausrangierte Bürostühle zum Sitzen und kein Scheißhaus) Dönerimbiss essen gingen, in den Zug.  
Statistik:
- Grounds: 1.116 (heute 2 neue; diese Saison: 145 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.056 (heute 2; diese Saison: 200)
- Tageskilometer: 180 (100km Fahrrad, 80km Bahn)
- Saisonkilometer: 58.100 (56.130 Auto/ 1.790 Fahrrad/ 160 Schiff, Fähre/ 20 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 50 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 408

Donnerstag, 29. Oktober 2009

WE167II: Fußball am Fuße des Hügels

SV Eintracht Wickerstedt II 1:2 SV 70 Tonndorf II
Sonntag, 11. Oktober 2009 - Anstoßzeit 13.00
Freundschaftsspiel (2. Kreisklasse – 2. Kreisklasse (11. Liga, 6. Amateurliga))
Ergebnis: 1:2 nach 92 Min. (45/47) - Halbzeit 0:2
Tore: 0-1 (?), 0-2 (?), 1-2 64. Minute
Verwarnungen: keine (?) / Platzverweise: keine (?)
Spielort: Sportplatz Wickerstedt, Platz II (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: 20 (davon 1 Gästefan), freier Eintritt
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchschnitt (Bewertung nur für 2. Halbzeit gültig))

SV Eintracht Wickerstedt 1:3 SV Einheit Bad Berka
Sonntag, 11. Oktober 2009 - Anstoßzeit 14.30
Kreisliga Weimar (9. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 1:3 nach 93 Min. (46/48) - Halbzeit 1:1
Tore: 1-0 26. Nr. 9, 1-1 31. Nr. 9, 1-2 68. Nr. 12, 1-3 88. Nr. 11
Verwarnungen: Nr. 8 Bad Berka / Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Wickerstedt (Kap. 1.500 Plätze, davon 15 überdachte und 30 unüberdachte Sitzplätze)
Zuschauer: 150 (davon 10 Gästefans), 1,50€ Eintritt
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Spiel war O.K.)

Photos and English version: CLICK HERE!

Wir dachten heute eigentlich, dass wir nur ein Spiel zu sehen bekämen – und ein Spiel pro Sams- bzw. Sonntag ist für unsere Verhältnisse wenig – denn in dieser Gegend, dem Weimarer Land, schwankend zwischen herausragender Baukultur, interessanter Geschichte und tristen, langweiligen, feldergesäumten Käffern, fanden keine offiziellen Begegnungen vor 14 Uhr statt – und auch keine Jugendspiele – doch als wir in Wickerstedt ankamen, wurde auf dem Nebenplatz der Sportanlage gerade die zweite Halbzeit eines Freundschaftsspiels angepfiffen.

Wickerstedt ist ein 800-Einwohner-Dorf zwischen Bad Sulza und Apolda. Dessen Nachbarort Eberstedt ist sehenswerter: vor Monaten besichtigten wir einmal die regelmäßig geöffnete Kirche mit den dreistöckigen Emporen und dem Barockaltar – die Wickerstedter Kirche ist von außen in ähnlichem Stil gehalten, jedoch weder so alt, noch regelmäßig zugänglich – und auch die Feriensiedlung mit den Pfahlbauten und Holzhütten ist interessant. Von Eberstedt aus erreicht man Wickerstedt über einen asphaltierten und betonierten Feldweg. Die eintönigen Landwirtschaftsflächen werden von ebenfalls landwirtschaftlich genutzten Hügeln und ein paar Bäumen aufgelockert.
In Wickerstedt selbst, fallen neben der Dorfkirche ein paar einfache Fachwerkbauten, ein aufwendigeres Kriegerdenkmal und ein Haus eines Schalke-Fans – er hat den Schriftzug „S 04“ mit Dachziegeln ins Dach gebracht und eine große Flagge gehisst – auf.
Am Ende des Ortes befindet sich der Sportplatz, der mit seinem kleinen Tribünenausbau eigentlich schon wieder ein Stadion ist. Es ist die wohl spektakulärste Sportanlage des Weimarer Landes, und sicherlich nicht nur des Weimarer Landes, zumindest von der landschaftlichen Lage her. Etwas Spektakuläreres (mehr Felsen, höhere Berghänge und keine Bäume) habe ich bisher nur auf Fotos von den Färöer gesehen.
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Auf dem Nebenplatz, der von Bäumen beschattet, einige Meter vom Berghang weg angelegt wurde, spielten Eintracht Wickerstedt II und SV 70 Tonndorf II. Beide Mannschaften spielen in der 2. Kreisklasse; Wickerstedt in der Staffel A (nach 6 Spielen 11 Punkte und 4. von 11), Tonndorf in Staffel C (nach 7 Spielen 7 Punkte und 9. von 11). Das Spiel fand übrigens vor maximal 20 Zuschauern statt, wobei der einzige Gästefan bei jedem Tonndorfer Angriff eine Schalmei blies, die man mit dem Wind bis zur anderthalb Kilometer entfernten Wickerstedter Kirche hörte.
In der zweiten Hälfte machte zuerst nur Wickerstedt Druck, doch vergab riesige Möglichkeiten. Auch Latte und Pfosten wurden getroffen, doch nicht zuletzt war es ein dilettantischer Abschluss, der den Torerfolg versagte. Tonndorf zeigte sich dann ab und an auch mal aktiver, wobei das Spiel nach und nach einschlief, ehe 15 Minuten vor Abpfiff die Gastgeber für den Weckruf sorgten. Der Anschlusstreffer, der den 1:2 Endstand besorgen sollte, war gefallen.

Die letzten fünf Minuten hatten wir kaum noch verfolgt, da das Spiel auf dem Hauptplatz, im Schatten des enormen Hügels, auf dem ein Sportlerheim und ein zu einer kleinen Tribüne ausgebauter Imbissstand stehen, also, bereits begonnen hatte. Beide Mannschaften waren vor diesem Spieltag Tabellennachbarn: Wickerstedt 6. – Bad Berka 5. Wickerstedt allerdings mit einem Spiel, aber nur zwei Punkten weniger.
Die Gastgeber auch zuerst mit mehr Druck aufs Tor, wobei sich die Spielanteile dann wieder zugunsten Bad Berkas verlagerten, um schließlich bis zur Pause ausgeglichen zu werden. Ausgeglichen war auch der Spielstand, nach dem je ein Spieler von beiden Mannschaften hervorragend heraus gespielte und technisch sauber vollendete Tore erzielt hatte.
In der zweiten Halbzeit, die ich in großen Teilen von ganz oben, dass heißt dem höchsten Punkt des Hügels, auf dem ein überdachter Picknick- oder Rastplatztisch steht, beobachtete – man hat von dort aus übrigens einen Überblick wie in einem großen Stadion in der hintersten Reihe, nur sieht man leider nur etwa 85% des Feldes ein, da das Vereinsheim und ein paar Bäume im Weg sind, doch die Tore sieht man gut – dann das gleiche Bild, nur zu Beginn von Hälfte zwei und noch einmal zwischenzeitlich war etwas die Luft draußen, und Bad Berka hatte dann mehr Glück, als sie zwei Abwehrfehler von Wickerstedt zu den beiden entscheidenden Treffern ausnutzten.

Wir waren wieder so früh in Bad Sulza, dass wir am Bahnhof aßen – der Imbiss ist wirklich gut und preisgünstig und der freundlichen Bedienung kündigten wir gleich einen Besuch Ende November an, denn da soll einmal Medizin Bad Sulza besucht werden. Da gibt es dann auch mal eine Fotostrecke aus diesem idyllischen Kuhort. Kurort meinte ich...

Im Nachhinein muss übrigens noch gesagt werden, dass dieses Wochenende wohl das Wochenende war, das das Ende der Semesterferien – oder besser: vorlesungsfreien Zeit – markierte, und nicht, wie in der Vorwoche bemerkt, das Wochenende mit der Tschechien-Fahrt: in der nominell ersten Woche des - für mich - dritten Semesters, wurde eine 140minütige Vorbesprechung abgehalten und eine 90minütige Arabischstunde, in der es mehr um die Organisation des Unterrichts, als um Verbstämme, Genetivkonstruktionen und Satzübersetzungen ging, durchgeführt. Fünf geplante Veranstaltungen fielen aus und die restlichen sieben waren ohnehin erst auf die Folgewoche oder als später stattfindende Blockveranstaltung terminiert.
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Statistik:
Ground Nr. 364 (zwei neue Grounds; diese Saison: 33 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 901 (diese Saison: 43)
Tageskilometer: 120 (90 Bahn, 30 Rad)
Saisonkilometer: 12.000 (10.920 Auto/ 1.000 Fahrrad/ 180 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 26
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 167

Montag, 1. Juni 2009

WE149 I: Feiertagsfahrt in den Raum Weimar: von nervigen Ausflüglern und cholerischen Fußballpräsidenten

SV 70 Tonndorf 2:1 FC Empor Weimar II
Montag, 1. Juni 2009 - Anstoßzeit 15.00
Kreisliga Weimarer Land (9. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 2:1 nach 91 Min. (45/46) - Halbzeit 1:0
Tore: 1:0 13. (Nr. 7), 1:1 56. Elfmeter (Nr. 10), 2:1 60. (Nr. 10)
Verwarnungen: 1x Tonndorf, 4x Weimar
Platzverweise: keine
Sportplatz: Schlossberg Stadion (Kap. 1.000)
Zuschauer: 50 (10 Gästefans)
Spielqualität: 7,0/10 (Gutes Spiel)
Sightseeingtour: 5,0/10 (Nichts Besonderes)

Montagsspiel in der Kreisliga. Natürlich war das nur aufgrund des Pfingstmontags möglich und derlei Spiele waren selbst an dem Tag rar. Doch im thüringischen Tonndorf, auf halbem Wege zwischen Erfurt und Weimar, gab es ein solches Spiel.
Die Anreise gestaltete sich noch schlimmer als befürchtet. Während der Zug, der uns von Merseburg nach Weimar brachte, fast völlig leer war, stürmten alle Langschläfer von jungen Eltern samt Kleinkindern den Zug Weimar - Kranichfeld. Wenn man da vor der Endstelle - wir z.B. in Bad Berka - aussteigen wollte, musste man schon zügig die Räder kreuz und quer schieben oder gar werfen. Da weis man nicht, über wen man sich als sportlicher Fahrer mehr ärgern soll: die scheiß Bahn, die bei einer überfrequentierten Strecke nur einen Schienenbus einsetzt, oder diese Sorte Radfahrer, die nur mit dem Rad unterwegs sind, weil es ja viel umweltschonender ist, und dann auch noch die Radwege zu viert nebeneinander schleichend verstopfen.
Das nächste, worüber wir uns dann ärgern konnten war die hässliche „Stadt“ Bad Berka mit ihren schlechten Beschilderungen. In dem Kaff gibt es eigentlich nichts zu sehen. Und wie wir bald noch verstärkt feststellen mussten, ist die Beschilderung in der ganzen Gegend südlich von Weimar auf einem Niveau, das man sonst vielleicht im Nahen Osten vorfindet. Die Straßen sind übrigens auch so, wie man sie sonst nur im hintersten Nordost-Syrien findet. Mit dem Fahrrad natürlich zum Kotzen, so was macht nur mit dem Auto Spaß!
Was mit dem Auto nicht unbedingt Spaß macht, ist die Brücke in Buchfart, die unser nächster Punkt war. Eine überdachte, mittelalterliche Holzbrücke ist noch vor der Kirche und der Höhlenburg, die wir ein anderes Mal besuchen werden, die Hauptsehenswürdigkeit des kleinen Ortes. Dort quetschten sich Sonntagsfahrer und verhinderte Raser zusammen mit Motorradfahrern hindurch, die sich durch absichtliches Aufheulen lassen des Motors im Brückenkörper und ähnlichem Schwachsinn hervortaten. Bei gutem Wetter kommen diese zum Fahrradfahren zu schwachen und zum Auto fahren zu blöden leider jedes Wochenende heraus. Für Auto- wie Radfahrer eine echte Plage.
Weiter ging es durch wenig sehenswerte Käffer, die ab und an mal eine schöne Kirche vorweisen konnten - Oettern und Mechelroda seien hier genannt - über katastrophal heruntergekommene Straßen - die Weimarer Kreisverwaltung hat echt nur Geld in die Stadt Weimar gepumpt, die umliegenden Orte und deren Infrastruktur hemmungslos vernachlässigt, obwohl Ausflügler- und Touristenhorden vor allem sommers diese Gegend mit ihrem Besuch „beehren“ - nach Blankenhain. Eine hässliche Kleinstadt mit schönem Kern. Der schönste Teil des Kerns ist natürlich das hervorragend sanierte Schloss. Nach kurzem Herumlaufen im Innenhof fuhren wir mit einem Abstecher nach Krakendorf - eigentlich nur des Namens wegen, eine schöne Kirche haben die da übrigens! - nach Tannroda. Dort gibt es eine Burg, deren Bergfried hervorragend restauriert, deren Unterburg als Ferienheim benutz wird und deren Oberburg fast völlig verfallen ist. Die danebenliegende Kirche sah auch ganz interessant aus, aber diese war genauso geschlossen, wie der Bergfried. Ein Armutszeugnis für diesen Kreis, dass man die Kirchen und gesicherten Burgen nicht regelmäßig besichtigen kann. Touristisch ist die Gegend eigentlich das Letzte. Unverständlich, wie viele Leute da trotzdem herumgurken.
Der nächste Ort, wo ich etwas fotografierte, war München. Nein, nicht die bayrische Landeshauptstadt, ein Ortsteil von Bad Berka heißt so. Horden von Ausflüglern fielen im dortigen Gasthof ein. Fotografiert habe ich übrigens nur das Ortsschild.
In Tonndorf sparten wir uns den Weg zum Schloss hoch - da es in Privatbesitz ist, kann man eh nur ans Tor - und fuhren über die Kirche gleich zum Fußballplatz. War ja dann auch nur noch eine Viertelstunde bis Anpfiff, weswegen wir gleich schon mal Fischbrötchen und Brause im Sportplatzkiosk abfassten.
Somit also zurück zum Ausgangspunkt: Montagsspiel! Dieses ging auch gleich besser los, als so manches 2. Bundesliga-Montagsspiel, was beim Deutschen Werbe Fernsehen während der Dauerwerbe- und Pokersendungen zwischenzeitlich übertragen wird. Nach mehreren vergebenen Chancen erzielte Tonndorf das 1:0. Empor Weimar fiel nur durch zwei Sachen auf: Die Spieler damit, die schnell kombinierenden Tonndorfer zu foulen und der Präsident fiel auf, weil er andauernd am meckern war. Und auf welchem Niveau! Selbst die Zuschauer nahmen sich so was nicht heraus, dauernd - auch völlig unangebracht - über den Schiedsrichter zu meckern. Echt tolles Aushängeschild für den Verein Empor, wenn der unsympathische Schreihals bei Kreisligaspielen der 2. Mannschaft am Spielfeldrand herumsteht und motzt.
In der Halbzeit schiss der cholerische Präsident dann noch die Spieler zusammen, von wegen es sei zum Kotzen, dass sie am Vorabend noch saufen würden und dann am nächsten Tag ihren Klassenerhalt aufs Spiel setzten. „Das ist doch eine Frechheit, was ihr da vorne anbietet!“ bekamen sie - das mal ausnahmsweise nicht zu Unrecht - zu hören aufgrund ihrer wenigen Chancen, die sie dann auch noch kläglich vergaben.
Wie auch immer, den Rest der Halbzeit nutzte ich zum Essen der 2€ teuren, aber auch sehr langen und guten Bockwürste.
In der zweiten Halbzeit wurde es dann besser aus Sicht der Gäste. Jetzt hatte auch Empor gute Chancen. Nach 11 Minuten bekamen sie dann als Belohnung einen Elfmeter vom bis dato sicheren Schiedsrichter geschenkt, der sicher verwandelt wurde. Doch nur vier Minuten später spielte ein Tonndorfer einen Freistoß genial um die Abwehrmauer, die im übrigen sicherlich nicht mehr als 6,50m vom Freistoßpunkt entfernt stand und nicht 9,15m, sodass die Hausherren gleich wieder in Führung gingen.
Diese Führung hielten sie bis zum Abpfiff und zwar keineswegs durch Ergebnisverwaltung, sondern mit offensivem, schönen Fußball, der leider an der Chancenverwertung zu wünschen übrig ließ. Empor erzielte in der 89. dann fast noch den Ausgleich, aber wie gesagt: 2-1 war dann der Endstand.
Wir improvisierten dann auf dem Rückweg, da wir in Tonndorf ein Hinweisschild nach Erfurt sahen. Anstatt nach Kranichfeld, dort in den Schienenbus und mit Umsteigen in Weimar nach Merseburg, fuhren wir nach Erfurt, stiegen dort - gerade noch rechtzeitig ankommend - in den Zug und kamen von dort mit Fahrräder umpacken in Weimar ohne Umstieg nach Merseburg. Räder umpacken übrigens deshalb, da uns der Schaffner auf eine Plattform schickte, da die beiden Fahrradabteile zu voll waren. In Weimar schickte er uns dann ins Abteil, da viele ausgestiegen waren. In Naumburg wurde der Zug dann natürlich wieder voll zugestellt von Schönwetterradlern. Aber der ausgesprochen sinnvoll und locker handelnde Schaffner hielt immerhin die Deppen mit großen Rucksäcken davon ab, ins Fahrradabteil zu rammeln. Gestört hat er sich auch weder an Fahrrädern in Gängen, noch an Gepäck auf dem Boden. Wirklich selten, dass man mal cooles und freundliches Personal bei diesem scheiß Unternehmen hat.
In Merseburg kamen wir dann gerade so raus aus dem überfüllten und zugestellten Abteil. Typisch Feiertag eben!
Statistik:
Ground Nr. 317 (neuer Ground; diese Saison: 87 neue)
Sportveranstaltung Nr. 816 (diese Saison: 183)
Tageskilometer: 255 (180 Bahn, 65 Rad)
Saisonkilometer: 25.250 (12.810 Auto; 4.860 Öffentliche Verkehrsmittel; 4.620 Fahrrad; 2.960 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 23
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 149

Fotos unter:
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