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Montag, 29. Juli 2013

W365VI: 16 Tore in 2 Testspielen in Leipzig

SG Leipziger Verkehrsbetriebe II ----------------------- 6
Knautkleeberger SC 1864 Leipzig II -------------------- 4
- Datum: Sonntag, 28. Juli 2013 – Anstoß: 13.00
- Wettbewerb: Testspiel 1. Stadtklasse Leipzig (10. Liga, 5. Amateurliga) gegen 2. Stadtklasse Leipzig, Staffel 1 (11. Liga, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 6-4 nach 90 Min. (3x30) – Drittelergebnisse: 4-0, 2-0, 0-4
- Tore: 1-0 1. (6), 2-0 5. (6), 3-0 7. (7), 4-0 30. (13), 5-0 42. (7), 6-0 45. (16), 6-1 63. (16), 6-2 67. (2), 6-3 71. (6), 6-4 76. (10, Foulelfmeter)
- Verwarnungen: Nr. 6 vom KSC
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportanlage Neue Linie (Kap. 1.620, davon 120 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Unterhaltsames Spiel mit kuriosem Verlauf)

Leipziger SV Brauwasser 2006 --------------------------- 1
TSV 1893 Leipzig-Wahren II ----------------------------- 5
- Datum: Sonntag, 28. Juli 2013 – Anstoß: 16.00
- Wettbewerb: Testspiel 2. Stadtklasse Leipzig, Staffel 1 (11. Liga, 6. Amateurliga) gegen 2. Stadtklasse Leipzig, Staffel 2 (11. Liga, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-5 nach 89 Min. (45/44) – Halbzeit: 1-3
- Tore: 0-1 28. (10), 0-2 35. (8), 0-3 38. (13), 1-3 39. (6), 1-4 52. (9), 1-5 81. (8)
- Verwarnungen: Nr. 2 von Brauwasser
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportanlage TuB, Diezmannstraße/ Platz 2 (Kap. 400 Stehplätze)
- Zuschauer: 9 (6x Brauwasser, 2x neutral, 1x Wahren)
- Unterhaltungswert: 4,5/10 (Maximal mittelmäßiges Spiel) DSC01349 Sportplatz Neue Linie, home of SG Leipziger Verkehrsbetriebe Photos with English Commentary:
Pre-Season Matches in Leipzig: SG LVB Res. v Knautkleeberg Res. & Brauwasser v Wahren Res.

Zum Abschluss der Groundhoppingsaison hatten wir uns zwei Testspiele in Leipzig ausgesucht, die sich auch mit dem Fahrrad hervorragend kombinieren ließen. Beide waren auf den Nebenplätzen angesetzt – da wir beide Hauptplätze schon besucht hatten, wollten wir auch gerne auf diesen Ausweichanlagen zuschauen – aber das erste Spiel fand auf dem Hauptplatz statt. Der Sportplatz Neue Linie ist auch ein klasse Stadion mit ein paar Straßenbahnsitzen und Wartehäuschen – schließlich spielt dort die SG Verkehrsbetriebe! Entsprechend asozial waren aber auch die Preise fürs Catering – wenigstens haben die keinen Eintritt genommen für ihre Reserve.

In der vergangenen Saison belegte LVB II den 4. Platz in der 1. Stadtklasse. Ebenfalls 4., aber in der 2. Stadtklasse, wurde der heutige Gast aus Leipzig-Knautkleeberg. Die kamen gar nicht ins Spiel und kassierten nach einer halben Minute bereits den ersten Treffer und nach nicht einmal 10 Minuten stand es 3:0. Da man sich auf 3x30 statt 2x45 geeinigt hatte, muss man hier die Drittel beschreiben. Das erste Drittel wurde völlig vom Gastgeber dominiert, der KSC II zwar zu Chancen kommen ließ, doch da diese kläglich vergeben wurden, das Spiel schnell für sich entschied: 4-0.

Im zweiten Drittel gab es noch mehr spektakuläre Zweikämpfe und fast nur für LVB Chancen, dabei wurden zwei vollstreckt – die erste mit Picke ins lange Eck nach tollem Sturmlauf. 6:0 und alle warteten darauf, dass es im dritten Drittel zweistellig werde, doch da hin- und hergewechselt wurde und LVB wahrscheinlich auch mit Spielern der ersten Mannschaft, die anfangs auf dem Rasen standen und munter einschossen, spielte, bekam KSC II jetzt die Chance zum Aufholen. In nicht einmal 15 Minuten machten sie vier Tore, erst dann wurden wieder stärkere LVB-Spieler eingewechselt. 6:4 also in einem kuriosen Spiel! DSC01364 Leipziger Verkehrsbetriebe II v Knautkleeberger SC II Geht man in der Diezmannstraße am Hauptplatz von TuB vorbei, steht man auf einem Graswall, der in Richtung Kleingärten abfällt. Zwischen struppigem Wall und Brombeerhecken befindet sich der ausbautenlose Platz 2, der vom LSV Brauwasser 2006 genutzt wird. Diese waren 7. in der Staffel 1 der 2. Stadtklasse, der heutige Gast von Leipzig-Wahren war als 10. der Staffel 2 derselben Spielklasse eigentlich nicht besser sondern eher schlechter, aber der deutliche Niveauunterschied in Spielfähigkeit, Ballbehandlung und Torschüssen lässt vermuten, dass auch hier mal wieder die Reserve mit Spielern der Ersten Elf aufgemotzt wurde.

Das Spiel brauchte allerdings länger um in die Gänge zu kommen als zuvor beim LVB und die Zuschauerzahl blieb auch erschreckenderweise einstellig. Ehe aber alle neun Zuschauer erschienen waren, ging der Gast schon 0:3 in Führung. Vor der Pause gelang noch per Kopf der Ehrentreffer für Brauwasser, die in der zweiten Halbzeit des halbwegs ordentlichen Spiels noch zwei Treffer zum 1:5 Endstand kassierten.

Insgesamt gesehen war diese Tour gelungen und ein schöner Abschluss dieser Groundhoppingsaison 2012/13. Eine statistische Übersicht folgt am Montag. Das erste Spiel, das in die Saison 2013/14 zählt, werde ich Dienstag besuchen. DSC01429 LSV Brauwasser v TSV Leipzig-Wahren II Statistik:
- Grounds: 971 (heute 1 neuer; diese Saison: 203 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.856 (heute 2, diese Saison: 279)
- Tageskilometer: 80 (80km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 61.670 (50.400 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 4.440 Fahrrad/ 240 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 130 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 365

Sonntag, 16. Juni 2013

W359III: Gehörlosenfußball in der August-Bebel-Kampfbahn und Krostitz gewinnt die „Krostitzer”-Liga

Ostdeutsche Kleinfeldfußballmeisterschaft der Gehörlosen
- Datum: Samstag, 15. Juni 2013 – Beginn: 10.15
- Wettbewerb: Ostdeutsche Kleinfeldfußball-meisterschaft der Gehörlosen, 6 gegen 6, 2x10 Min.
- Sieger: Berliner SC Comet
- Spielort: August-Bebel-Kampfbahn, Großfeld 2 (Kap. 1.500, davon 30 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 15 (darunter ca. 7 Dresdener)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Das war natürlich fußballerisch nicht toll, aber die Sportler gaben sich alle Mühe und waren mit Spaß und Kampfgeist bei der Sache)

Fußballsportverein Krostitz 1990 -------------------------- 4
TSV 1862 Schildau -------------------------------------------- 0
- Datum: Samstag, 15. Juni 2013 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Kreisoberliga Nordsachsen, sogenannte „Ur-Krostitzer Nordsachsenliga“ (8. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-0 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 3-0
- Tore: 1-0 13. Geißler, 2-0 20. Quaasdorf, 3-0 37. Schneider, 4-0 85. Schmidt
- Verwarnungen: Fabritius (Schildau)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Kurt-Fuchs-Stadion (Kap. 1.300, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 300 (davon 148 zahlende, Gästefans: ca. 10)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Ganz schwache zweite nach guter erster Hälfte) DSC07297 August-Bebel-Kampfbahn Leipzig-Wahren Photos with English Commentary:
Football Tournament of the Deaf Sports Federation at Leipzig-Wahren: Eastern German Championships, 6-a-side
Northern Saxony Amateur Football League: Krostitz defeat Schildau and Gain Promotion
The home of the visiting side: Schildau, Northern Saxony

Für den 15. Juni war es nicht einfach eine Veranstaltung zu finden und als dann eine gefunden war, nämlich ein Spiel in einem der wenigen vernünftigen Stadien in Nordsachsen, war nur schwer ein Vorspiel zu finden. Das Vorspiel guckte sich dann auch nur mein Vater an, da es entgegen der Ansetzung auf dem schon längst gekreuzten Platz I der August-Bebel-Kampfbahn in Leipzig-Wahren stattfand. TSV Wahrens B-Jugend (Platz 9 von 12 in der Stadtklasse) spielte 5:2 gegen den Nachwuchs von Roter Stern (letzter Platz mit nur einem Sieg, den sie mit einem 4:3 gegen Wiederitzsch holten).
Auf Platz II, und dahin stieß mein Vater erst nach der B-Jugend noch hinzu, fand ein Turnier für Gehörlose statt, bei dem es um die Ostdeutsche Kleinfeldfußballmeisterschaft ging.

Platz II ist interessanter als Platz I, da er einen massiven Graswall hat. Von dem ließ sich das auf zwei Kleinfeldern ablaufende 6er-Turnier prima überblicken. Es traten zwei Mannschaften aus Dresden (GSV 1920 und GSV 1920 Nachwuchs, letztere außer Kokurrenz), eine aus Berlin (Comet), eine aus Halle/ Saale (GsBV), eine aus Rostock (GSV 1956) und natürlich eine aus Leipzig (GSV) an. Die Berliner schienen die Stärksten zu sein, während Rostock die schwächste Leistung brachte, doch irgendwie noch vor Dresden landete. Aber mit guten und schwachen Leistungen ist man beim Behindertensport besser zurückhaltend: die Sportler geben wirklich alles und haben viel Spaß an der Sache – dass es für Zuschauer nicht immer so schön anzusehen ist, wie einfachste Aktionen völlig daneben gehen, was so selbst in der 3. Stadtklasse kaum vorkommt, sollte im Vorfeld klar sein. Besonders den nichtbeeinträchtigten Zuschauern (und außer mir und meinem Vater waren das heute auf den Zuschauerplätzen vielleicht noch ein, zwei andere die Hören konnten und keine geistigen Defizite hatten) muss man ins Gedächtnis rufen, dass z.B. die unkoordinierten Bewegungen und häufigen Stürze durch den bei Hörgeschädigten gestörten Gleichgewichtssinn kommen. Wer das mal mit dem gestörten Gleichgewichtssinn testen will, bindet sich beim Fußball am besten die Arme auf den Rücken und versucht dann mal, einen Rempler auszubalancieren...

Beim Turnier muss man noch positiv anmerken, dass in jedem Spiel Treffer erzielt wurden und besonders durch die Dresdener Teams und Comet Berlin auch wirklich schöne wie eine Direktabnahme nach 15-Meter-Pass die ins lange Eck geschlenzt wurde oder ein 15m Schuss in den langen Torwinkel. Da wir noch nach Krostitz weiter wollten, gingen wir nach der Hälfte des Wettbewerbs. Gewonnen hatte dann der Berliner SC Comet vor Leipzig, Halle, Rostock und Dresden. DSC07352 Kurt-Fuchs-Stadion Krostitz. Weiter also nach Krostitz, einem erbärmlichen Provinzkaff mit 3.000 Einwohnern, an dessen südlichem Ortseingang ein auffälliges Neonnazi-Eigenheim steht und das wild gewucherte Bebauung aus dem 20./21. Jahrhundert und ein einziges historisches Gebäude, eine kleine Kirche mit markanter Doppelturmhaube, hat. Gustav Adolf, der angeblich von der Krostitzer Plörre so begeistert war, muss den Ort gleich vor Begeisterung geplündert und gebrandschatzt haben, so wie die Bebauung hier aussieht...

Nach der Kirche ist das architektonisch ansprechendste das Stadion: der Nebenplatz ist zwar ausbautenlos, aber offensichtlich auch nicht für den Spielbetrieb genutzt und frei zugänglich, und das Hauptstadion verfügt hinter den Toren und auf der einen Längsseite nur über Baumbestand statt Ausbauten, jedoch hat es eine ganz ansehnliche Tribüne: zwei, drei Reihen Stehränge, fünf Reihen Holzbänke, dahinter noch eine Terrasse mit Stehplätzen und einem wuchtigen Sportlerheim, das originellerweise „Fuchsbau“ in Anspielung auf die Benennung des Stadions nach Kurt Fuchs, einer regionalen Sportgröße, heißt. Leider gibt es dort nichts Richtiges zu essen, sondern nur für je 1,50€ Bockwurst und Bratwurst im Brötchen – aber wenigstens gute Qualität.

Für grenzwertige 3€ war man mit von der Partie: FSV Krostitz stand kurz vor dem Aufstieg, während Schildau im vorderen Mittelfeld nichts mehr zu gewinnen hatte. Mehderitzsch sollte zeitgleich in Doberschütz-Mockrehna gewinnen, doch Krostitz wurde vor immerhin knapp 300 Zuschauern den Erwartungen gerecht: ein schöner Freistoß aus über 20m direkt ins lange Eck nach 13 Minuten, ein Mal die Gästeabwehr mit einem Schuss von der Strafraumkante genarrt, einmal mit Doppelpass ausgehebelt. Das gute Spiel war entschieden und verkam nach der Pause zu einem völlig langweiligen Gekicke. Für die Fans hätte Krostitz Schildau ruhig noch vorführen können, aber sie beließen es bei einem weiteren Treffer in der Schlussphase. Schildau war nicht völlig chancenlos, aber leider zu ungenau in den Schüssen, sonst hätten sie auf jeden Fall zwei Treffer erzielt und Krostitz noch zu mehr Action genötigt.

Action gab es hier so wie so leider zu wenig: ein bisschen Jubel, ein bisschen Applaus – aber keine Tor-Pogo, keine Pöbeleien gegen die immer wieder meckernden Gäste, keine Pyro zur Feier des Tages und auch kein Platzsturm. Bei einem Aufruf wie jenem auf der Krostitzer Vereinswebsite „EIN AUFRUF AN ALLE FANS, MITGLIEDER UND GÖNNER DES VEREINS …. NEHMT EUCH DIESEN SAMSTAG FREI UND KOMMT IN SCHAREN INS KURT-FUCHS-STADION. SELBST DIE ZEITUNG UND DER BÜRGERMEISTER WOLLEN SICH DIESES HIGHLIGHT NICHT ENTGEHEN LASSEN.“ hätte man mehr erwarten können.

Nach den üblichen Sektduschen guckten wir uns nicht noch die widerliche Werbeshow von Krostitzer an, die als Sponsor der Liga – dieser kranke Kreisverband Nordsachsen hat alle Namensrechte verscherbelt, mal schauen wann Vereinsnamen so verschandelt werden! – vor ihrem Banner das Siegerfoto machen mussten. Noch ein Abstecher in den Ortsteil Kletzen mit der recht kuriosen Kirche, dann nach Hause. Die 102km zogen sich doch ziemlich durch die miesen Windverhältnisse! DSC07374 FSV Krostitz v TSV Schildau Statistik:
- Grounds: 944 (heute 2 neue; diese Saison: 176 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.824 (heute 2, diese Saison: 247)
- Tageskilometer: 100 (100km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 55.050 (44.810 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 3.540 Fahrrad/ 210 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 106 [letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 359

Sonntag, 29. Juli 2012

W313VI: Vorbereitungsspiel in Großdeuben

SC Eintracht 09 Großdeuben ................... 0
TSV 1893 Leipzig-Wahren II .................... 3
Datum: Sonntag, 29. Juli 2012 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Testspiel 2. Stadtklasse Leipzig, Staffel 2 (11. Liga, 6. Amateurliga) gegen 2. Stadtklasse Leipzig, Staffel 1 (11. Liga, 6. Amateurliga; Aufsteiger aus 3. Stadtklasse)
Ergebnis: 0-3 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-1
Tore: 0-1 1. (13), 0-2 81. (9), 0-3 85. (9)
Verwarnungen: keine
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Großdeuben (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 3 Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Gleichwertige Mannschaften, aber deutlicher Sieg für den Gast in einem mittelmäßigen Spiel)
IMG_4638 Photos with English Commentary:

Ein typischer Sportplatz im Leipziger Umland ist die Baumumstandene Wiese von Eintracht Großdeuben. Ein paar Zuschauer verloren sich um die weiße Reling herum, um dem Testspiel zwischen Eintracht Großdalzig und Leipzig-Wahren II zu folgen, welches einen furiosen Beginn hatte. Nach einer knappen Minute landete gleich ein haltbar ausschauender Aufsetzer im Tor der Heimelf. Danach wurden auf beiden Seiten einige Chancen liegen gelassen, ehe es in Hälfte zwei ging.

Im zweiten Spielabschnitt wurden noch mehr Chancen versemmelt – besonders Großdeuben schoss viel zu ungenau. Erst in den letzten 10 Minuten gab es dann noch Treffer zu sehen: Der Neuern trug sich für Wahren II gleich zwei Mal in die Torschützenliste ein. 0:3 war am Ende natürlich viel zu hoch. IMG_4675 Statistik:
Grounds: 768 (heute 1 neuer; diese Saison: 173 neue)
Sportveranstaltungen: 1.577 (heute 1, diese Saison: 263)
Tageskilometer: 100 (100 Auto)
Saisonkilometer: 64.010 (34.100 Auto/ 23.120 Flugzeug/ 3.630 Fahrrad/ 3.130 Bahn, Bus, Tram/ 20 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 115
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 313

Sonntag, 2. Oktober 2011

W270III: Zweimal unterste Spielklasse aber unterstes Niveau war nur einer der Schiris

AC 1990 Taucha AH 11:0 Post SV Leipzig AH
Datum: Sonntag, 2. Oktober 2011 – Anstoß: 13.00
Wettbewerb: 3. Altherren-Stadtklasse Leipzig, Staffel 2 (4. und unterste Liga der Ü-32)
Ergebnis: 11:0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 3:0
Tore: 1-0 9. (8), 2-0 15. (7), 3-0 23. (7), 4-0 52. (5), 5-0 54. (5), 6-0 56. (10), 7-0 67. (9), 8-0 77. (5), 9-0 80. (11), 10-0 83. (6), 11-0 85. (14)
Verwarnungen: 7 (Post)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz AC/ Graßdorfer Straße (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 75 (darunter ca. 7 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Taucha spielte hervorragend und für eine Ü-32 äußerst flott – Post war halt ganz schön überfordert...)

SV Leipzig-Thekla II 3:2 TSV Leipzig-Wahren II
Datum: Sonntag, 2. Oktober 2011 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: 3. Stadtklasse Leipzig, Staffel 2 (12. und unterste Liga, 7. Amateurliga)
Ergebnis: 3:2 nach 94 Min. (45/49) – Halbzeit: 0:1
Tore: 0-1 36. (11), 1-1 52. (12, „Foul“elfmeter), 2-1 77. (11), 2-2 82. (10, „Foul“elfmeter), 3-2 87. (12)
Verschossene Elfmeter: 29. Theklaer Torwart wehrt Foulelfmeter von Wahrener Nr. 9 ab
Verwarnungen: 30-Torwart, 3 (Thekla); 13 (Wahren)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Thekla (Kap. 300, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 70 (darunter ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Mittelmäßiges aber spannendes Spiel mit kuriosen Szenen und noch kurioseren Schiedsrichterentscheidungen)
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Photos and English version:

Wer denkt, dass nur Spiele höherer Amateurklassen interessant sind und die 3. Kreisklasse, also die unterste Spielklasse, grauenhaft, der kennt wohl die sächsische Metropole Leipzig und ihren sehenswerten Spielbetrieb nicht. Zumal dort nicht nur die Männer, Frauen und Jugend einen gut organisierten Spielbetrieb haben, sondern auch die Alten Herren. Allein für Alte Herren gibt es vier (normale) Ligen und eine weitere für „Alt-Senioren“.

In Taucha gibt es zwei Vereine. Der kleinere Verein aus der an Leipzig grenzenden Landstadt Taucha heißt AC 1990 und ist mit der Altherrenvertretung souveräner Tabellenführer (5 Spiele, 5 Siege, 21:4 Tore) in der untersten Spielklasse der Ü-32. Hingegen der Gegner aus dem Herzen Leipzigs (der Post SV spielt am Mariannenpark), konnte aus 5 Spielen nur drei Punkte und zwei Tore holen.

Dass selbst in der untersten Leipziger Altherren-Liga Mannschaften spielen, die es mit fast jeder Altherrentruppe aus angrenzenden Landkreisen, die keinen solchen Spielbetrieb haben, aufnehmen können, war mir schon lange klar. Der Spielbetrieb steigert die Konkurrenz und somit auch die Qualität: selbst starke Mannschaften aus dem Saalekreis wie Leuna oder Braunsbedra würden in der zweiten Liga, der Stadtklasse, kaum einen einstelligen Platz belegen. Dieses Spiel heute war zwar sehr einseitig, aber auch sehr sehenswert. Post war halt reichlich überfordert. Von Anfang an spielte eigentlich nur die eine Mannschaft, der AC Taucha, doch wie sie spielten, war schon prima: immer offensiv nach vorne und dabei ball- und kombinationssicher, flott und schnell, aber zudem auch kaum Fehler.

Schon nach neun Minuten war ein erster Torerfolg zu verzeichnen. Das 2:0 war ein klasse Flugkopfball ins rechte Eck nach einer Hereingabe von der linken Grundlinie. 3:0 hieß es noch viel zu niedrig zur Pause. In der zweiten Spielhälfte zog der Gastgeber die Postler vor mittlerweile über 70 Zuschauern richtig ab. 6:0 innerhalb von sechs Minuten. Zweistellig war es nach 83 Spielminuten und am Ende hieß es gar 11:0. Post konnte leider keine der fünf, sechs Chancen, die sie sich erspielten, in einen Ehrentreffer umwandeln. Bisher waren das der höchste Sieg und auch das einzige zweistellige Ergebnis in dieser Staffel.

Lobend erwähnt werden muss übrigens auch der Schiedsrichter: Eberhard Kunze hatte genau die richtige Abseits-Linie drauf, d.h. im Zweifel für den Stürmer, aber nicht so, dass klare Abseitsstellungen von mehr als einem Meter ignoriert worden, und die Zweikämpfe wurden auch nicht bei jeder Berührung die zu einem Sturz führte abgepfiffen, sondern erst wenn unsauber gespielt wurde. Der Unparteiische war zwar der Älteste auf dem Rasen aber sehr souverän und korrekt in seinen Entscheidungen!
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In Thekla sah das anders aus. Aber nicht nur die Schiedsrichterleistung ging in die völlig andere Richtung – schon allein die Sportanlage war etwas ganz anderes. Der AC-Sportplatz ist etwas öde, da er in der hässlichen Landstadt am Rande einer Siedlung liegt und zwar von etlichen Bäumen umgeben, aber ziemlich weitläufig und kahl ist. Einen kleinen Graswall gibt es zwar auch, aber Thekla macht – bei allen hässlichen Fangzäunen ringsherum – doch mehr daher: so mitten zwischen Kleingärten und Wohnhäusern gelegen ist der Platz extrem eng. Die Verletzungsgefahr scheint mir auch relativ hoch, da man nicht nur nach anderthalb Schritten ins Aus sofort einem Zuschauer in den Schoß (bzw. dann auf einen leeren, blauen Schalensitz) fällt, sondern vor allem auf der Gartenseite in die Metallzäune, die nur zwei Meter hinter der Torauslinie stehen, gecheckt oder gegen die Scheunenwand hinter der einen Eckfahne gestoßen werden kann. Die genau gegenüberliegende Eckfahne ist auch ein Punkt für einen harten Zweikampf, der das Zeug zum Foul des Jahres hat: wenn da zwei Gegner nur auf den Ball konzentriert sind und einer den an der Fahne sperren will und der andere noch im vollen Lauf die Schulter einsetzt, fliegt der eine über die nur einen Meter entfernte Buchsbaumhecke auf die schöne, gepflegte Terrasse des Sportlerheims – da sind Kaffeekränzchen und Bierrunde erheblich gestört...

Zum Glück für Schiri Kevin Gräfe legte es keiner der Spieler auf so eine Aktion an – der junge Unparteiische lag auch so bei fast jeder Entscheidung daneben. Am Anfang waren es nur fälschlich erkannte Abseitspositionen und lächerliche Freistöße wegen angeblichen Sperrens oder Trikothaltens – doch nach etwas mehr als 20 Minuten war es dann ein klarer Elfmeter, den er den Gästen verwehrte. Die Reserve von Wahren ließ Thekla mit ihren dilettantischen Schüssen (mindestens fünf Mal donnerten sie in einer halben Stunden den Ball in einen Garten) erst einmal kommen – als Tabellenführer mit 13 Punkten aus 5 Spielen präsentierten sie sich da nicht so (wobei Thekla mit 6 Punkten aus 4 Spielen ja nicht so deutlich unterlegen schien) – doch der dritte gute Angriff hätte zu einem Strafstoß führen müssen! Der Torwart ruppte als letzter Mann einen durchgebrochenen Stürmer, der den Ball an ihm vorbei stolperte, um. Der Wahrener hätte den Ball im Tor untergebracht und Elfmeter und Gelb wäre das Mindeste (eigentlich wäre eine rote Karte erforderlich gewesen, doch in der Klasse kann man es noch bei Gelb belassen) gewesen, aber die Knalltüte ließ einfach weiter laufen. Die größte Knalltüte war allerdings der Thekla-Torwart mit seiner Nummer 30: da senst der doch glatt noch einen Spieler um – fast genau dieselbe Situation und wieder im Strafraum und auch noch keine fünf Minuten später. Hier konnte auch Gräfe nicht wegsehen und gab Strafstoß und Gelb. Der Wahrener mit der Brille schoss allerdings zu schwach, sodass der Theklaer Schlussmann den Ball abwehren konnte. Gerechtermaßen schaffte es aber ebendieser Wahrener nur wenige Minuten später den entscheidenden Pass zum hoch verdienten 0:1 zu geben.

Nach der Pause sah das Spiel etwas anders aus, denn Wahren wurde da mangels Aktivität seiner Rolle als Aufstiegskandidat nicht wirklich gerecht. Grauenhaft war dann allerdings, was sich der Schiri wieder leistete: ein lächerlicher Foulstrafstoß für Thekla. Der 12er, einer der ganz wenigen, der bei den Gastgebern gut spielte, verwandelte sicher. Wer dachte, das sei es gewesen mit Elfmetern, irrte: Nachdem eine knappe Viertelstunde vor Schluss die immer besser werdenden Gastgeber in Führung gingen, wurde ein Stürmer von Wahren erneut im Strafraum zu Fall gebracht: allerdings hatte er sich vorher den Ball zu weit vorgelegt, dieser hatte die Torauslinie bereits im vollen Umfang überschritten und eigentlich hätte es auch hier nicht Elfmeter geben dürfen, aber diese Fehlentscheidung kann man dem Unparteiischen noch am ehesten Nachsehen: aus meiner Perspektive vom Seitenrand konnte ich das besser sehen als er und außerdem erzielte Wahren so den verdienten Ausgleich. Diesmal war ein anderer Schütze dran und der machte es halt besser. Richtig gut zeigte sich aber noch einmal die Nummer 12 von Thekla, der mit einem weiten Flachschuss ins linke Eck das 3:2 erzielte. Den Treffer holten die Gäste dann nicht mehr auf. Verpfiffen wurden sie zwar nicht (der Schiri war nicht nur auf dem Auge für die Gastmannschaft blind), aber Pech hatten die Rot-Schwarzen schon. Von einem Tabellenführer kann man allerdings auch in der untersten Spielklasse etwas mehr erwarten, denn man will ja diese 3. Stadtklasse verlassen – und hätten die Wahrener die Erwartungen erfüllt, hätten sie Thekla auch trotz dreier Gegentore und einem verschossenen Elfer noch besiegt.

Auf dem Rückweg war ich erstaunt, dass so wenige Vollpfosten auf dem Rad unterwegs waren. Auch waren keine Sonntagsfahrer mit dem Auto auszumachen. Was war denn da los? Für Oktober hatten wir so angenehm sonnig-warmes Wetter, dass man fast die Klimaerwärmungslügen der von Politikern gekauften „Wissenschaftler“ glauben wollte und auf den Sportplätzen waren auch überdurchschnittlich viele Zuschauer zugegen – aber der Auto- und Fahrradverkehr war ja wirklich kein Vergleich zum Sommer. Da war die Rückfahrt natürlich ganz lässig und bei kaum vorhandenen Wind auch mit einem Schnitt von 20 km/h zu schaffen. Außerdem war heeme dann auch endlich mal wieder mehr los: in der Arbeitersiedlung wurden dutzende Böller und Raketen gezündet, Party war auch in der Gegend – zu welchem Anlass habe ich nicht mitgekriegt, aber jedenfalls war ganz gut was los...
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Statistik:
Grounds: 642 (heute 2 neue; diese Saison: 48 neue)
Sportveranstaltungen: 1.373 (heute 2, diese Saison: 59)
Tageskilometer: 90 (90 Fahrrad)
Saisonkilometer: 9.840 (8.510 Auto/ 1.330 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 92
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 270

Montag, 2. Mai 2011

W248V: Fußballtag in Leipzig; Einseitige A-Jugendpartie, das schwächste Spiel in Leipzig seit ich dort gucke, und zwei unterschiedliche Halbzeiten

SC Eintracht Schkeuditz A 5:0 SG Lausen A
Datum: Sonntag, 1. Mai 2011 – Anstoß: 10.25
Wettbewerb: A-Junioren Stadtliga Leipzig (5. Liga der 16-18jährigen)
Ergebnis: 5:0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 3:0
Tore: 1-0 29. (7), 2-0 39. (7), 3-0 40. (17), 4-0 51. (10), 5-0 70. (3)
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Walter-Lutze-Stadion, Platz 2 (Kap. 1.500, davon 100 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 15 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Schkeuditz klar überlegen, aber trotz 5 Toren muss man ihnen sehr schlechte Chancenverwertung ankreiden)

TSV Einheit Lindenthal 0:2 SV 1863 Dölzig
Datum: Sonntag, 1. Mai 2011 – Anstoß: 13.00
Wettbewerb: 1. Stadtklasse Leipzig (10. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 0:2 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0:1
Tore: 0-1 39. (5?), 0-2 66. (10; Foulelfmeter)
Verwarnungen: 1x Einheit, 1x Dölzig
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Lindenthal (Kap. 1.200, davon 50 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 2,0/10 (Das schwächste Spiel, dass ich in 4 Jahren regelmäßigen Zuschauens im Leipziger Fußball gesehen habe, war immerhin kein ganz Schlechtes: Spielniveau war trotzdem keins erkennbar)

TSV 1893 Leipzig-Wahren 1:2 VfK Blau-Weiß Leipzig II
Datum: Sonntag, 1. Mai 2011 – Anstoß: 15.00
Wettbewerb: Stadtliga Leipzig (9. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 1:2 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit: 0:1
Tore: 0-1 30. (11), 1-1 47. Robert (13), 1-2 86. (9)
Verwarnungen: 2x Wahren, 1x BW II
Platzverweise: keine
Spielort: August-Bebel-Kampfbahn (Kap. 530, davon 30 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 100 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (1. Hälfte Wahren völlig unterlegen, 2. Hälfte frisch gestartet und gut mitgehalten, doch am Ende unterlegen)
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Photos and English version:

Im Nordwesten von Leipzig hatten wir an diesem sonnigen Sonntag drei Spiele innerhalb von sechseinhalb Stunden geplant. Die Entfernungen zwischen allen Partien waren so kurz, dass wir problemlos stets pünktlich erschienen. Das erste Spiel fand übrigens nicht direkt in Leipzig statt, sondern in der angrenzenden Kleinstadt Schkeuditz. In diesem hässlichen Fleckchen Erde gibt es am Rande des Flughafens und diverser Industrieruinen mit dem Walter-Lutze-Stadion immerhin eine nette Sportanlage. Der Hauptplatz (ein kleines Stadion das ich sicher auch demnächst besuchen werde) ist den Herren vorbehalten, auf dem Nebenplatz spielte heute die A-Jugend.

Dieser Nebenplatz ist auch keineswegs gesichtslos: auf drei Seiten hohe Graswälle, das Flughafen- und Industriepanorama stets um einen herum, auf beiden Graswällen auch uralte Kunststoffsitzbänke. Die A-Jugend der Eintracht Schkeuditz ist mit 18 Punkten aus 18 Spielen – 6 Siege, 12 Niederlagen – 9. von 13. SG Lausen sogar nur Vorletzter mit 5 Punkten und dem schlechtesten Torverhältnis der Liga: 26-136.

Mein Tipp von 7:2 war aber doch etwas übertrieben: zum einen war Lausen so abschlussschwach, dass sie ihre fünf, sechs guten Angriffe aufs Tor verstolperten oder vorbeilenkten – zum anderen fehlte es auch den Schkeuditzern enorm an Präzision. Immerhin erzielten die Hausherren jedoch fünf Tore, von denen nur eines (das 3:0) haltbar war. Besonders die ersten beiden waren auch schön herausgespielt. Das gröbste Versagen eines Gastgebers brachte aber auch die jungen Schkeuditzer Fans in Wallung, die von der Bank aufsprangen und lautstark lachten und meckerten: rennt da doch einer auf den Torwart alleine zu, spielt den kleingewachsenen Kerl aus, stand dabei zwei Meter vorm Tor direkt vorm linken Pfosten und hackt dann halb in den Boden und halb vor den Ball, sodass dieser einen halben Meter neben dem Kasten landet. Da fragte sogar der Trainer oder Betreuer, ob ich diese Szene nicht auf Video hätte – zum Glück des Spielers hatte ich aber nicht einmal die Fotofunktion an...
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Weiter nach Lindenthal, einem sauberen, ordentlichen, sogar recht idyllischen Stadtteil Leipzigs – die Erscheinung der Gebäude fällt aber unter die Kategorie: spießig, langweilig und öde – mit einer auf einem ehemaligen Flugplatz gelegenen Sportanlage. Von dem Flugplatz sieht man aber nichts mehr: Bäume, primitive Ein- und Mehrfamilienhäuser und Brache. Dann halt noch die Anlage mit ihren zwei Kleinfeldplätzen und dem einen Großfeldplatz. Einige Erlen stehen dicht am Spielfeld auf der einen Längsseite, hinter dem einen Tor ein niedriger Graswall und auf der anderen Längsseite ein etwas höherer Graswall mit einer Reihe Holzbänke davor. Die meisten der völlig emotionslosen Zuschauer platzierten sich dort. Den Kassierer, der den obligatorischen und völlig angemessenen 1 Euro erhob, wunderte es schon, dass wir hinter dem Tor Platz nahmen.

Die Mannschaft von Einheit Lindenthal ist als 13. von 16 noch in Abstiegsgefahr und die Gäste vom SV Dölzig sind als 7. im gesicherten Mittelfeld. Übrigens führt die BSG Chemie Leipzig erwartungsgemäß die Tabelle an: 21 Spiele in Folge ungeschlagen – und das ohne Red-Bull-Gelder; das Team ist einfach klasse!

Alles andere als klasse war das Spiel: Lindenthal spielte wie der letzte Absteiger – planlos, stümperhaft, technisch unter aller Sau, mit ungenauem Passspiel, wenig Tempo und ganz schwachem Abschluss – und Dölzig nicht viel besser – viel Stückwerk, wenige gefährliche Angriffe, immerhin ein Pfostentreffer, eine Eckballserie, ein Fallrückzieher zum 0:1 und ein durch Foul gestoppter Angriff, der in einem Elfmeter resultierte, welcher (aber nur mit viel Glück: war beschissen geschossen) zum 0:2 führte.

Zum Schluss fuhren wir noch zur August-Bebel-Kampfbahn im Stadtteil Wahren. Dort wird man zwar reichlich dörflich beglotzt, aber gut drauf sind die Leute da schon. Endlich auch wieder eine dreistellige Zuschauerzahl. Darunter ein besonders emotionaler Fan, der seinen Alkoholpegel – wie auffällig viele andere in seinem gehobenen Alter auch – in die Höhe geschraubt hatte und immer wieder mit Bemerkungen wie „Was is’n das für’n Körpereinsatz? Habt ihr de ganze Nacht gefickt, oder was?“ und v.a. einem ausdauernden „Teeeeee Essss Vauhu“ [TSV Wahren] für Unterhaltung sorgte.

Die Sportanlage ist auch recht sehenswert, da der Hauptplatz sehr eng ist, umgeben von Bäumen und einem markanten Gebäude mit Scheinsäulen vor der Fassade. Auf einem kleinen Graswall wurden 30 Straßenbahnsitze in schwarz und rot angebracht. Hinter der Sportanlage befindet sich auch noch ein nicht im Spielbetrieb genutzter Fußball- und Rugbyplatz (Rugby Club Leipzig spielt 1km entfernt in Lützschehna) mit enormen Graswall und dichtem Baumbestand. Auch hier kostete der Eintritt nur 1€.

Der Gastgeber TSV Wahren ist als 6. weit von der Spitze entfernt, die Blau-Weiß Reserve führt die Tabelle mit 3 Punkten vor LSV Südwest an. In der ersten Halbzeit wurden die Gäste ihrem Spitzenreiterfavoritenanspruch auch teilweise gerecht: ihre extreme Überlegenheit spiegelte sich aber nur in einem einzigen Tor wieder. Wahren spielte wie ein Absteiger und hatte wirklich Glück, hier nicht mit 0:3 oder 0:4 hinten zu liegen.
In der zweiten Hälfte änderte sich das plötzlich. Blau-Weiß hatte kaum abgebaut, aber Wahren legte dann los. Dem Ausgleich aus spitzem Winkel aber Nahdistanz folgten weitere Chancen auf beiden Seiten. Das Tempo war wirklich ordentlich. Kurz vor Schluss stocherte Blau-Weiß in einer hektischen Phase das 1:2 ins Netz. Besonders überzeugend war die zweite Halbzeit nicht – aber die erste betrachtet, muss man den Sieg der Gäste trotzdem noch als verdient bezeichnen.
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In allen drei Spielen waren die Schiedsrichterleistungen gut mit jeweils ein, zwei augenscheinlich falschen Entscheidungen.

Beim TSV Wahren wie auch Einheit Lindenthal gibt es übrigens die üblichen Sportlergaststätten, die in Leipzig durchweg auf hoher Qualität sind und meist recht günstige Preise haben.

Also es lohnt sich eine Tour nach Leipzig unter vielen Gesichtspunkten (gerade Sonntags zwischen April und Oktober) immer wieder!
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Statistik:
Grounds: 559 (heute drei neue Grounds; diese Saison: 109 neue)
Sportveranstaltungen: 1.267 (heute drei, diese Saison: 154)
Tageskilometer: 70 (70 Fahrrad)
Saisonkilometer: 39.820 (20.430 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 4.820 Bahn, Bus, Tram/ 3.560 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 9
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 248