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Dienstag, 5. September 2023

W3.0140III: Ein Abstecher nach Westsachsen zum Auswärtsspiel von Hansa II

Fußball-Sport-Verein Zwickau

3 : 2 (1:1)

F.C. Hansa Rostock II

- Datum: Sonntag, 3. September 2023 – Beginn: 13.00
- Wettbewerb: Regionalliga Nordost (4. Spielklasse, 1. Halbprofiliga)
- Ergebnis: 3-2 nach 98 (48/50) Minuten – Halbzeit: 1-1

- Tore: 0-1 26. Lang, 1-1 45. Zimmermann, 2-1 56. Herrmann (Elfmeter), 3-1 77. Zimmermann, 3-2 84. Dietze

- Gelbe Karten: Heller, Schlüsselburg, Zimmermann (Zwickau); Schünemann (Rostock)

- Rote Karten: Frick von Zwickau (49. Rot wg. groben Fouls)

- Austragungsort: Stadion Zwickau, sog. GGZ „Arena“ (Kap. 10.134, davon 6.363 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 5.000 (davon 4.631 zahlende und ca. 100 Gästefans)
- Spielbewertung: 7,0/10

HC Glauchau/ Meerane II

26 : 26 (15:12)

SV 04 Plauen-Oberlosa II

- Datum: Sonntag, 3. September 2023 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: Verbandsliga West (6. Spielklasse im Handball, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 26-26 nach 60 (2x30) Minuten – Halbzeit: 15-12

- Statistiken: Verbandsseite 

- Austragungsort: Karl-Heinz-Freiberger-Sporthalle (Meerane; Kap. 400 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 80 (davon ca. 15 Gästefans)
- Spielbewertung: 7,0/10

FC 02 Zwickau (II. B-Junioren)

0 : 8 (0:5)

Ebersbrunner SV (I. B-Junioren)

- Datum: Sonntag, 3. September 2023 – Beginn: 10.30
- Wettbewerb: B-Junioren Kreisliga Zwickau (6. und unterste Spielklasse der U17)
- Ergebnis: 0-8 nach 87 (44/43) Minuten – Halbzeit: 0-5

- Tore: 0-1 15. Karl, 0-2 21. Schott, 0-3 22. NN, 0-4 38. Barth, 0-5 40. Stark, 0-6 50. NN, 0-7 55. Ludwig, 0-8 78. Reißmann

- Gelbe Karten: Spieler NN + Trainer (FC 02)

- Rote Karten: keine

- Austragungsort: Sportplatz Muldenpromenade (Kap. 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon 5 Gästefans und 5 Zaungäste)
- Spielbewertung: 6,0/10

FSV Zwickau 3:2 F.C. Hansa Rostock II

Photos with English commentary (FLICKR):

a) 4th Division Football: FSV Zwickau vs. Hansa Rostock Res.

b) Under-17 Football: FC 02 Zwickau vs. Ebersbrunn

c) Handball in Meerane: Glauchau/Meerane Res. vs. Plauen-Oberlosa Res.

d) Sightseeing Meerane: New Pictures / Older Pictures

Von Sachsen-Anhalt aus ging es am Sonntag weiter nach Westsachsen. Bevor es zum Auswärtsspiel der Hansa-U23 ging, wurde mal dem FC 02 Zwickau ein Besuch abgestattet. An der Muldenpromenade steht ein beengter Rasenplatz, kleines Vereinsheim, etwas heruntergekommen alles, aber der Verein gibt sich Mühe. Die II. B-Jugend war heute aber ziemlich überfordert und Ebersbrunn zeigte ein richtig gutes Spiel. Der Schiri traf sicher nicht immer korrekte Entscheidungen, hatte aber alles sehr lässig im Griff und ging sparsam mit Karten um, auch wenn immer mal rumgebläkt und geschubbt wurde... Das 0:8 war am Ende sogar noch recht niedrig ausgefallen!

FC 02 Zwickau B II 0:8 Ebersbrunner SV B

Dann ging es auch schon zum FSV Zwickau. Vor einigen Jahren bin ich von Merseburg aus ein paar Mal dort gewesen. War eigentlich immer gut, aber mittlerweile ist das Stadion in der Hand asozialer Ultras. Wegen dem Dresdner Drecksvolk muss man auch als Auswärtiger immer gucken, wo man parkt oder sich als Neutraler Besucher oder Hopper zu erkennen gibt – letzteres besser gar nicht, denn dann wird auch mal eine „Spende“ in die Choreokasse erzwungen und ähnlicher Scheiß. Ob die Ordner gegen sowas vorgehen, darf bezweifelt werden aufgrund der Gemengelage. Auch auf der Haupttribüne unter den Normalos ist ziemliches Bruchvolk. Die Sicht hinter den Toren (also eben für Gäste) ist mies. Dafür mit die teuersten Karten in dieser völlig überschätzten Rumpelfußballliga Regionalliga Nordost. 21-25€ für Haupttribüne ist schon echt obszön für den Kack dort! Trotzdem ist der Verein vorm Bankrott. Eigentlich echt schade, ich weiß nicht was bei denen schief läuft. Ich fürchte aber, ihre Kleberei auf der gesperrten Gegentribüne „Fussball gehoert den Fans“ können die sich trotz eindrucksvoller Spendenaktion bald sonstwo hinstecken. Wäre aber echt schade, wenn Zwickau nur noch Sachsenliga oder sowas kickt. So unangenehm das Publikum ja auch ist – die machen wenigstens Stimmung und unterstützen ihr Team euphorisch, bedingungslos und begeistert! Das ist besser als bei manchem Proficlub in den Ligen drüber bei viel größerem Publikum!  Gerade heute, wo in einer guten Partie mit offenem Spielverlauf Hansa II erst in Führung ging, aber Zwickau dann noch vor der Pause zurückkam. Spätestens in Hälfte zwei waren alle wach und als nach der völlig berechtigten roten Karten wegen eines dummen Fouls im Mittelfeld mit Verletzungsabsicht – zum Glück konnte der Rostocker weitermachen – Zwickau per Elfer die Führung übernahm, kochte das Stadion richtig. Das 3:1 war auch völlig verdient. Hansa kam nur noch zu einem Anschlusstreffer und unterlag hier trotz gut 45 Minuten Überzahl verdient in Zwickau. Trotz des eher unsympathisch gewordenen Drumherums, wünsche ich dem FSV viel Erfolg und dass sie sich stabilisieren. Die Stadt und der Verein haben keinen solchen Absturz verdient!

HC Glauchau/ Meerane II 26:26 SV Plauen-Oberlosa II

Zum Abschluss des Tages ging es noch nach Meerane. Der HC Glauchau/ Meerane spielt mal in Glauchau und mal in Meerane. In Glauchau war ich vor einigen Jahren mal bei einem Oberliga-Spiel, als die beiden Vereine gerade zusammengegangen waren. Nun schaute ich mal die II. Mannschaft, die immerhin Verbandsliga spielt. In der Halle wird auch Hallenhockey gespielt, hat also gescheite Maße. Immerhin auch fünf Reihen Standard-Untertribüne. Aber baulich nichts Besonderes: ein bessere Standard der 90er- oder 00er-Jahre. Benannt ist die Halle nach einem erfolgreichen Hockeyspieler aus Meerane. Eintritt die für die Verbandsliga mittlerweile üblichen 3€.

Auch aus Plauen-Oberlosa kam die II. Mannschaft. Beide Teams waren gleichwertig, hatten in der letzten Saison unentschieden gegeneinander gespielt. Auch dieses Mal gab es eine Punkteteilung. Meerane führte mit bis zu 4 Treffern und mit 3 Toren bei Halbzeit, Plauen führte höchstens mal mit 2 Treffern in Halbzeit 2, meist aber gar nicht. In der packenden Schlussphase gab es noch einen umstrittenen Zweikampf beim Stand von 26:26, aber mehr als einen Freiwurf mit Mauer nach Ablauf der Zeit gab es für Plauen II nicht mehr. Und der landete in den Armen des Torwarts.

Nach dem Spiel ging ich Essen in einem der beiden türkischen Imbisse unweit der Halle – in der Innenstadt stehen viele eindrucksvolle Jugendstilgebäude und in den Ladenlokalen haben sich mittlerweile verschiedene Nationalitäten eingemietet, die ihre Küche anbieten. Es gibt auch deutsche Lokale, aber eben auch türkisch, russisch, indisch, asiatisch... Da in Meerane nun auch vieles saniert wurde, sieht die Stadt wirklich nicht so schlecht aus. Eigentlich ist die Architektur auch in der gesamten Stadt recht eindrucksvoll. Doch es fehlt halt für den Tourismus etwas Herausragendes dort, sodass Meerane eben ein ruhiges Provinznest bleibt...

Meerane

Statistik:

- Grounds: 3.478 (3; diese Saison: 55 neue)

- Sportveranstaltungen: 4.892 (3; diese Saison: 71)

- Tourkilometer: 450km Auto

- Saisonkilometer: 6.790 (5.510 Auto, davon 0 Mietwagen/ 0 Flugzeug/ 1.100 Fahrrad/ 0 Bus, Bahn, Straßenbahn / 180 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 105 [letzte Serie: 12, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 140 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].

Sonntag, 21. November 2010

W225III: 52 Tore, 52 Strafminuten und 5 Platzverweise – was eine Statistik!

SG Germania Zwenkau 30:22 Sächsischer HC Meerane
Sonntag 21. November 2010 – Anwurf 17.00
Liga: Verbandsliga Sachsen, Staffel West (6. Liga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 30:22 nach 60 Min. – Halbzeit: 13:11
Tore: Balrich 6, Böttger 6, Radwan 5, Thamm 4, Rother 4, Niese 4, Buschmann 1 (Zwenkau); über Spielernamen vom SHC liegen mir leider keine Informationen vor
Gelbe Karten: Zwenkau 4, SHC 2
Zeitstrafen: in etwa: Rother 6, Balrich 4, Böttger 2, Buschmann 2 + Bankstrafe 2 + Standfuß (Rot) 2 (Zwenkau); Nr. 7 SHC 8, Nr. 5 SHC 6, Nr. 8 SHC 2 + (Rot) 2, Nr. 9 SHC 4, Nr. 79 SHC 4, Nr. 6 SHC 4 + Nr. 23 SHC und Nr. 8 SHC (Rot) je 2 + Nr. 14 SHC (Rot nach Spielschluss)
Platzverweise: Nr. 23 SHC (9:45 „grobes“ Foulspiel), Nr. 8 SHC (36:40 grobes Foul), Nr. 7 SHC (42:12 dritte Zeitstrafe für verschiedene Vergehen + weitere zwei Minuten für Meckern), Rother (Zwenkau, 53:31 dritte Zeitstrafe für verschiedene Fouls), 59:44 Standfuß (Zwenkau, 59:44 angeblich grobes Foul oder so was), Nr. 14? SHC? (60:00 wegen Beleidigung/ Foul oder so)
Sportanlage: Stadthalle Zwenkau (Kap. 300 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 250 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Außer einigen Geistesblitzen von manchen Spielern beider Seiten hatte zwar nichts in diesem fehlerbehafteten Spiel mit gutem Handball zu tun, aber allein die Undiszipliniertheiten der Gäste waren das Kommen wert)
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Photos and English version:
http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157625441026796/

Auch am Sonntag beließen wir es bei Handball. Die wenigen Fußballspiele, die in Leipzig stattfanden, waren mit den ebenso wenigen Handballspielen zeitlich nicht kombinierbar, und das Fußballspiel, was ich mir ausgeguckt hatte, war als Spiel der 2. Stadtklasse pauschal abgesagt worden. Der Stadtverband gab halt einfach aus, dass nur Spiele ab 1. Stadtklasse stattfinden können. Echt intelligent. Aber das ist Leipzig. Fußball gibt es nur von März bis Oktober, immer mal wieder unterbrochen. Spielt doch endlich die erste Halbserie der Saison von Mitte März bis Juni und nach den Sommerferien August bis Mitte November die Rückrunde aus, wenn ihr weggetretenes Gras und schlammige Trikots verhindern wollt, ihr Flachzangen! Das Foto von dem Spiel in Syrien, das ich zum Samstagsbericht gepackt habe, führe ich hier nicht noch mal an...

Das Einzige, was ich am Leipziger Sport hier jetzt loben kann, ist dass am Sonntag überhaupt gespielt wird. Die Bescheuerten in Sachsen-Anhalt spielen wegen Totensonntag gar nicht. Sind zwar fast alles Atheisten, aber dann Sportverbot verhängen – einfach bescheuert! Ich würde auch an Heiligabend Sport machen oder dabei zugucken...

Ich hab jetzt oben was von Leipzig geschrieben, aber genauer wäre es, wenn ich Handball mit Leipziger Land in Verbindung bringen würde. Gespielt wurde nämlich in Zwenkau, einer Kleinstadt im Bezirk Leipzig, wenige Kilometer südlich der eigentlichen Stadt. Die 8.500 Einwohner wohnen in einer vom Tagebau flankierten, nicht besonders sehenswerten Stadt. Allerdings sind die Kirche gegenüber vom Rathaus und letztgenannter Bau schon einen Blick wert. Es gibt auch noch zwei weitere Kirchen (eine davon aber ruinös) und einen auffälligen Wasserturm. Die Halle ist von außen auch recht auffällig, da es ein geschmackvollerer Neubau ist. Innen ist nur eine Längsseite zum Zuschauen geeignet, wobei sich auf dieser vier Holz beschlagene Reihen Kunststoffbänke und dahinter eine Reihe blau bespannter Stühle befinden. Das Ganze ist in zwei Blöcke – rechts und links vom klobigen Sprecherturm – aufgeteilt und bietet 300 Leuten Platz. Es kamen auch gut 250, wobei diese bis auf langweiliges Getrommel, das von Kindern kam, die sich aber wenigstens reinhängten, kaum etwas zum Spiel beitrugen. Ein paar Zwischenrufe und etwas Klatschen noch – wie bei jedem normalen Handballverein halt auch.

Das Spiel der Männer-Verbandsliga war fehlerbehaftet – da es eine höhere Amateurliga ist, habe ich da wenig Verständnis für – und hektisch. Dass Meerane Tabellenletzter mit 3 und Zwenkau 8. von 12 mit 7 Pluspunkten waren, war oft nicht so recht zu merken, da bis zur 20. die Gäste gleichwertig waren. In der zweiten Halbzeit wurde der SHC aber immer undisziplinierter und schlampiger, sodass Zwenkau davon ziehen und verdient mit acht Toren siegen konnte. Einige der Tore waren sehr sehenswert – so z.B. ein mit Spin aus spitzem Winkel auf den Hallenboden geworfener Ball, der ins Meeraner Tor drehte oder Würfe in den Winkel nach Zuspiel über das halbe Feld – doch ansonsten lebte das Spiel nur von Disziplinlosigkeiten beider Mannschaften, wobei den Zwenkauern nicht viel vorzuwerfen ist, Meerane aber einiges mehr.
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Der Reigen von Platzverweisen wurde auch von Meerane eröffnet, wobei man nach so kurzer Spielzeit niemanden, der einem aufs Tor zulaufenden Gegenspieler beim Versuch den Wurf ab zu blocken, augenscheinlich versehentlich auf den Kopf ditscht, eine direkt-rote Karte zeigen muss. Zwei Minuten wären da völlig angemessen gewesen, aber die kleinlichen und bei Entscheidungen wie ‚Abstehen beim Torwurf’ unsicheren Schiedsrichter trugen auch mit dazu bei, dass es so eine Flut an Strafen gab. In erster Linie lag es aber nicht am schlechtesten Schiedsrichtergespann, dass ich je in einer sächsischen Halle habe pfeifen sehen, sondern daran, dass es ihnen die Spieler auch richtig schwer machten. Insbesondere lag es am Verhalten der größten Hornochsen die ich je übers Parkett habe traben sehen. Unglaublich auch, wie sich die vom Feld verwiesenen Meeraner Spieler – nach 42 Minuten schon drei! – von der Tribüne aus aufregten, wenn es für ein klares Foul zwei Minuten gegen Meerane und für ein normales Foul gegen sie nur zwei Minuten oder angemessene Verwarnungen für Zwenkau gab. Also da muss man den Arsch schon ziemlich weit offen haben, so dumme Bemerkungen am Fließband zu produzieren, wenn man einfach nicht gut spielt und dann auch noch extrem undiszipliniert ist. Wahrscheinlich fühlten die sich betrogen oder als die Besseren. Als neutraler Zuschauer konnte mir das eigentlich egal sein, aber wenn so was wie Meerane zum TSV Leuna oder SC Magdeburg zum Handball kommt, halte ich mich nicht mit beleidigenden Zurufen zurück, wie das lahme Publikum in Zwenkau.

Weitere Platzverweise waren eine direkt rote Karte gegen einen vorbelasteten Gästespieler, der grob im eigenen Kreis foulte (den Wurfarm heruntergerissen), dann eine Disqualifikation für drei + eine Zeitstrafe für verschiedene Fouls (darunter ein 2+2 Minuten Foul, das zur Herausstellung führte) für einen Meeraner und drei Mal zwei Minuten für einen Zwenkauer. Den vorletzten Platzverweis – den dritten direkt Roten – gab es dann gegen Zwenkau, da ein Meeraner in den 15er rein gerannt ist, der sich auch mutwillig in den Weg gestellt hat. Der Gästespieler klatschte zwar zünftig aufs Parkett, aber mehr als eine Zweiminutenstrafe gegen den nicht vorbelasteten Zwenkauer forderten nur die Gäste, sodass die zweite ungerechtfertigte rote Karte ausgesprochen wurde. Den letzten roten Karton gab es erst nach Abpfiff zu sehen, wobei ich mir gar nicht sicher bin, ob der überhaupt für Meerane war, da es eh ein gutes Wortgefecht da unten gab. Und ob das der einzige Platzverweis nach Spielschluss war, weiß ich eigentlich auch nicht so sicher: Zwenkau schreibt auf ihrer Website was von 7 Platzverweisen, wobei sie in dem Artikel auch etwas zu sehr auf die Leistung der Schiedsrichter eingehen, anstatt fair aber spitz Bemerkungen gegen Meerane loszulassen - und ob der Zwenkauer Statistiker alles richtig aufgenommen hat, wage ich bei dem Chaos genauso zu bezweifeln, wie das meine eigene Statistik 100%ig stimmt.

Alles in Allem ein sehenswertes, aber kein gutes Spiel. Zudem also auch das undisziplinierteste Handballspiel – auch wenn es keine einzige richtig üble Aktion gab, d.h. keine rote Karte wegen einer Tätlichkeit ausgesprochen werden musste – dass ich je gesehen habe (und ich habe schon knapp 100 in Deutschland - von der ersten bis zur untersten Liga - und eines in der 1. tschechischen Liga gesehen), sodass ich dem Trainer von Meerane nur raten kann, mal seine Jungs in der Hinsicht kräftig anzuscheißen. Hätte er dem 23er, der zuerst runter geschickt wurde, mal den Mund verboten, wären wohl auch weniger Platzverweise zu verzeichnen gewesen. Der 23er heizte nämlich von der Tribüne noch kräftig auf. Und zwar nicht nur mit Geschrei um einen ausgetauschten Ball – wie man sich darüber aufregen kann, dass der Ball in einer Auszeit gewechselt wurde, frage ich mich aber auch: meint der, dass die Zwenkauer da einen Funksender im Ball versteckt haben, dass er nur ins Meeraner Tor fliegt, oder was?! – sondern auch mit ständigem Schiedsrichterbeeinflussen (v.a. durch Kartenfordern) und Gegenspieler voll meckern. Zusammenfassend gesagt, ist es aber schon lustig, wenn man eine Mannschaft erlebt, über die man sich schön aufregen kann...
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Den Hinweg hatten wir noch per Straßenbahn von Merseburg nach Bad Dürrenberg und Eisenbahn von Bad Dürrenberg nach Markranstädt und dann von dort per Rad nach Zwenkau gemacht. Übrigens war es typisch, was in Bad Dürrenberg so abging: 15 Minuten Verspätung wegen dieser scheiß ICEs die leider vorgelassen werden müssen und dann spielen da ca. 10jährige Kinder auf den Gleisen, denen man erst mit freundlichen Worten wie „verpisst euch ihr Dreckwänster, sonst mach ich euch platt“ beikommen muss, ehe sie vom Gleiskörper, auf dem sie Flaschen herumwarfen, verschwanden. Natürlich war mein Vater der Erste und Einzige, der sich um die Wänster kümmerte: die anderen Fahrgäste glotzten nur blöde oder ignorierten die Kinder und dachten gar nicht daran, dass sie heute nicht mehr Zug fahren können, wenn diese Hosenscheißer überfahren werden. Denen, die sich da nur mitleidig wundern, wo denn die Eltern der „lieben Kleinen“ sind, kann ich auch eine Antwort geben: die Eltern liegen sicher besoffen heeme herum und gucken fern. Nun ja. So Dinger blieben uns auf dem Rückweg erspart, denn den fuhren wir komplett per Rad nach Merseburg zurück, wobei wir die 44 Kilometer in 118 Minuten schafften.

Statistik:
Ground Nr. 499 (ein neuer Ground; diese Saison: 49 neue)
Sportveranstaltung Nr. 1.179 (diese Saison: 66)
Tageskilometer: 90 (70 Fahrrad, 10 Straßenbahn, 10 Eisenbahn)
Saisonkilometer: 12.120 (8.170 Auto/ 2.040 Fahrrad/ 1.110 Bahn, Bus, Tram/ 800 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 83
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 225

Montag, 22. Februar 2010

W186II: Handball in Leipzig – von einer alten Fabrikhalle mit modernem Parkett und einem verschlafenen Start der Gastmannschaft

TuS Leipzig-Mockau 26:18 Sächsischer HC Meerane
Sonntag, 21. Februar 2010 – Anwurf 18.00
Verbandsliga Sachsen, West (5. Handballliga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 26:18 nach 60 Min. – Halbzeit 14:6
Tore: weiß nicht.
Zeitstrafen: Mockau 16 Minuten, Meerane 12 Minuten
Platzverweise: Nr. 5 Mockau (Schiedsrichterbeleidigung?)
Spielort: Rosenow-Sporthalle (Kap. 140: 100 Sitzplätze, 40 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 130 (ca. 15 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und hartes Spiel)
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Photos and English version:
Handball in Leipzig-Mockau and Photos of North-Eastern Leipzig and Taucha

Die Verlegungswelle am Wochenende 09./ 10.01. 2010, die jeder vernünftigen Grundlage entbehrte – in Thüringen haben die schließlich auch gespielt – und hunderte Sportveranstaltungen in Sachsen und Sachsen-Anhalt erfasste, hatte dann doch ihr Gutes: bevor wir drei Wochen im Nahen Osten weilen, fuhren wir noch zum ersten Mal zum Amateur-Handball in Sachsen. Da wir zurück nach Hause nicht stundenlang bei Temperaturen um den Gefrierpunkt herum und Dunkelheit Rad fahren wollten, nahmen wir die Straßenbahn Merseburg – Bad Dürrenberg und stiegen dort in den Zug Weißenfels – Leipzig ein, der wegen zwei beschissener ICE-Züge zu spät war. Gut, dass wir Zeit hatten!

Wir hatten sogar so reichlich Zeit, dass wir erst einmal mit den Rädern zum Orientieren zur Halle in Mockau fuhren und dann zum ältesten Gebäude der Stadt Leipzig, der Kirche Hohen Thekla, die auf einer Erhebung oberhalb des Ortsteils Thekla thront, dann nach Portitz, wo es neben einem langen Dorfteich eine klassizistische Dorfkirche zu begutachten gibt, und schließlich sogar bis nach Taucha, was schon eine eigene Stadt ist. Taucha ist mit Verlaub: ziemlich hässlich, aber wenn man schon in der Ecke ist lohnt ein Blick auf die Kirche, das ihr gegenüberliegende Gebäude mit der Jugendstilfassade, das alte Rathaus und schließlich das Schloss, was der Laie für einen vergammelten Bauernhof der bankrotten LPG halten wird.

Wieder zurück nach der 25km-Runde in der Rosenow-Sporthalle der 65. Mittelschule in der gleichnamigen Straße nordöstlich des Leipziger Zentrums stieg eine Partie der Verbandsliga zwischen dem Turn- und Sportverein Leipzig-Mockau, der früher einmal BSG Motor Mockau hieß, und dem Sächsischen Handball Club Meerane, der ehemals BSG Motor Meerane hieß. Außer uns wollten noch so etwa 130 Zuschauer dieses Spiel der zweiten Amateurspielklasse sehen. Da die Halle nur auf einer Seite ebenirdisch Sitzbänke hat und je ein Viertel der Hintertorbereiche zum Stehen freigegeben ist, wurde es recht eng: da passte kaum noch jemand rein. Vor allem aus der Ecke mit dem Lok-Fanclub wurde immer wieder angefeuert und auch ganz gut gepöbelt. Man sollte sich übrigens vom Äußeren der Halle nicht täuschen lassen: sieht aus wie eine vergammelte Fabrik mit fahlen Fensterscheiben, kastenförmig, ein kaum noch lesbarer Schriftzug „Sport für alle“ über der mit „ACAB“ beschmierten Metalltür. Innen ist die Halle schon richtiggehend langweilig modern mit neuem Parkett, wärmegedämmter Decke, sauberen Bänken und frischen Sportgeräten.
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Die Tabelle der Verbandsliga liest sich ganz lustig: 1. SV Plauen-Oberlosa 04, 2. Zwickauer HC Grubenlampe... – aber für die beiden Kontrahenten sieht es nicht so lustig aus: Meerane nur 10. (3 Siege, 10 Niederlagen) und Mockau gar nur 12. und damit Tabellenletzter (2 Siege, 11 Niederlagen). Dass es den Mockauern jetzt echt ernst war, merkte man von der ersten Minute an. Die spielten konzentriert und sehenswert los und hielten Meerane 11 Minuten völlig unten: 6-0! Nach der Auszeit kam Meerane auch nur langsam in Fahrt. Bis zu zehn Tore lagen sie zurück. Die Tore, die von beiden Mannschaften erzielt wurden, waren mitunter echt spektakulär: Sprungwurf am Kreis in den Winkel zum Beispiel.

In der zweiten Hälfte kamen dann noch mehrere stark vollendete Tempogegenstöße eines Mockauers hinzu. Auch spektakulär war der Stolperer eines Gästespielers, der dann auf mich drauf fiel, so dass wir beide zwischen der Zuschauerbank und der mit einer Turnmatte abgedeckten Sprossenwand klemmten. Das Spiel war schon recht hart, aber nie übertrieben (übertrieben ist erst z.B. im vollen Lauf die Beine wegsemmeln oder mit Sprungtritt am Kreis ins Gesicht latschen) und verletzt wurde auch niemand. Obwohl Meerane teilweise noch auf vier Tore Rückstand herankam, war das Spiel vorzeitig entschieden. Die letzten acht Minuten wurden dann von Mockau noch zum eindeutig Gestalten der Partie genutzt.

Am Bahnhof noch schnell was beim Vietnamesen gegessen und dann dieselbe Strecke mit denselben Verkehrsmittel wieder nach Merseburg zurück. Montag wurden noch letzte Vorbereitungen für die Reise getroffen, ehe es am Dienstag früh losgehen sollte. Was ich in Syrien so alles erlebt habe, wird dann Ende März hier stehen. Sollte bis Mitte April kein Update erfolgt sein, kann der Leser sich dann Sorgen um den Autor machen...
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Statistik:
Ground Nr. 394 (ein neuer Ground; diese Saison: 63 neue)
Sportveranstaltung Nr. 957 (diese Saison: 99)
Tageskilometer: 100 (50 Bahn, 30 Fahrrad, 20 Straßenbahn)
Saisonkilometer: 16.560 (12.120 Auto/ 2.320 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.120 Fahrrad/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 46
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 186