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Freitag, 26. Mai 2017

W565II: Wie auf einer unterentwickelten Südsee-Insel, nur nicht so warm: saftige Preise, sandige Wege und kurioser Kleinfeldfußball auf Hiddensee

Herrentagsfußballturnier auf der Insel Hiddensee
- Datum: Donnerstag, 25. Mai 2017 – Beginn: 10.00
- Wettbewerb: Kleinfeldfußballturnier für Freizeitmannschaften
- Ergebnisse Finalrunde: Finale; Pfeffi Linz 2-1 n. 9m Pommern/ Tresen Stralsund, Platz 3: 1. FC Vollpfosten 1-2 (9m) Anker Friedrichshain, Halbfinals: Pfeffi Linz 1-0 1.FC Vollpfosten, Anker Friedrichshain 1-2 Pommern/ Tresen Stralsund, Vorrunde
- Vorrundentabellen: A: 1. Pfeffi Linz (12, 6:0), 2. Pommern/ Tresen/ Stralsund (7, 6:3), 3. Deutsche Werkself [Hiddensee] (6, 5:2), 4. Team Pferderiemen (3, 2:10), 5. Union Stralsund (1:5, 1); B: 1. Anker Friedrichshain (8, 4:0), 2. 1. FC Vollpfosten (8, 4:2), 3. BSG Lattenrichter (5, 2:1), 4. Rote Buchse Neustadt (3, 1:3), 5. De Süder [Neuendorf/ Hiddensee] (1, 1:6)
- Höchstes Ergebnis und torreichstes Spiel: Pferderiemen 0-4 Werkself (Vorrundenspiel 1), Pommern/ Tresen Stralsund 4-1 Pferderiemen (Vorrundenspiel 20) - Austragungsort: Sportplatz Neuendorf/ Hiddensee, Am Süderhaus (Kap. 500 Stehplätze)
- Zuschauer: bis zu 150 (davon zur Hälfte pausierende Spieler)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Lustiges Turnier mit bestenfalls durchschnittlichen Freizeitkicks) Herrentagsturnier auf der Insel Hiddensee Photos with English Commentary:
a) Annual 7-A-Side Tournament at Hiddensee Island
b) Hiddensee (Southern Part: Neuendorf) and Rügen (Schaprode, Udars, Zubzow)

Hiddensee ist nach Helgoland der abgelegenste und am schwersten zu erreichende Ort Deutschlands und hat – so wie Helgoland auch – keinen Spielbetrieb im Fußball oder irgendeiner anderen Sportart. Im Gegensatz zum Kunstrasenstadion in Helgoland, in dem von April bis Oktober regelmäßig Spiele stattfinden, hat Hiddensee nur zwei Kleinfeldplätze, von denen nur der in der südlichen Ansiedlung (Neuendorf-Ploggshagen) mal ab und an ein Turnier erlebt. Eigentlich aber auch nur einmal im Jahr und immer zu Himmelfahrt/ Männertag, wenn Sufftruppen von Rügen, Stralsund und teilweise auch mal Berlin her auf die Insel einfallen und mit zwei, drei einheimischen Teams die Kräfte am Ball oder wie in den vergangenen Jahren auch öfters mal mit den Fäusten (das ist halt deutsche Leitkultur, Lektion gepflegter Suff und Randale für Anfänger) messen...

Da mussten wir natürlich Himmelfahrt auf Hiddensee verbringen! Problem dabei natürlich: hin und wieder zurück kommen und außer dem Turnier noch etwas von der Insel sehen. Nach reiflicher Planung blieb nicht mehr viel Zeit für Sightseeing: nur der Süden, nicht der 8km weiter nördlich gelegene Hauptteil Vitte und Kloster, konnten besucht werden und wir haben auch nur deshalb Neuendorf und den Südteil mit dem Leuchtturm und den schönen Wäldern ausführlich sehen können, da wir 5.30 aufbrachen, 7.30 am Parkplatz (3,50€/ Tag) in Schaprode waren, die erste Fähre um 8.05 für pro Person hin und zurück 16,50€ + 2€ Kurtaxe (für eine Personenfähre, da Autos verboten sind auf dieser Hinterwäldlerinsel) nahmen und die letzte Fähre um 18.10h zurück. Auf der Insel begrüßen einen gleich Schilder für Mietfahrräder – eine „echte Freude“ bei sandigen und schlammigen Wegen, die ich gerne mit dem Auto fahre, aber nicht mit Fahrrädern – und man wundert sich, bei dem ganzen Preiswucher und der Geldmacherei die an ein Entwicklungsland erinnert, dass keine Guides einen offensiv ihre Dienste anboten. Aber da die meisten Einheimischen nicht mal das Maul zum Grüßen aufkriegen, liegt es wohl einfach an der Mentalität – sonst würde man auf dieser unterentwickelten Insel auch noch belästigt werden...

Diese seltsame Unterentwickeltheit macht diese Insel aber auch wiederum interessant. Gerade der Süden wirkt sehr idyllisch mit den ganzen unbefestigten Wegen, schönen Vegetation und originellen oft reetgedeckten Hütten und Häusern. Hat alles etwas von Südsee, nur nicht so warm. Hiddensee: Neuendorf (the southern settlement) Der Fußballplatz erinnerte dann erstrecht an irgendwelche Südseeinseln wie Pitcairn oder Norfolk. Dürftig gemäht, völlig wellig und uneben, Linien unvollständig und schief gezogen – an einer Seite gar nicht, da dort das zu hohe Gras eindeutig das Aus anzeigte. Und dann liegt der Platz zwischen Deich und reetgedecktem Versammlungshaus von Büschen umgeben...

Wir kamen kurz nach Beginn des ersten 10minütigen Kicks. Die Partien waren recht durchwachsen, am besten war noch die Truppe, die auf der Fähre rumgrölte. Spielen wohl ab 1 Promille am besten... Nach durchwachsenen Partien mit meist wenigen Toren gab es Halbfinals, ein Neunmeterschießen um Platz 3 und ein 2x10minütiges Finale, bei dem die erwähnte Truppe erst kurz vorm Seitenwechsel mit einem Unterkantelatteknaller in Rückstand gegen den Vorjahressieger aus Stralsund geriet, dann kurz vorm Schlusspfiff per Weitschuss ausglich und im Neunmeterschießen als einziges der beiden Teams traf. Außer den Siegern Pfeffi Linz und ein paar Volldeppen aus Velgast pöbelte diesmal niemand rum. Ein paar Insulaner zündeten etwas Feuerwerk, aber das war gut! Die Verpflegung vom Grill war auch gut, aber etwas teuer wenn ich das mit NRW vergleiche. Herrentagsturnier auf der Insel Hiddensee Auf dem Rückweg vom Anleger in Schaprode guckten wir noch die Kirche an und fuhren etwas den Westen von Rügen (Udars und Zubzow) ab ehe es via Stralsund nach Rostock zurück ging. Hiddensee: Neuendorf Statistik:
- Grounds: 1.937 (1; diese Saison: 259 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.047 (1; diese Saison: 307)
- Tourkilometer: 280 (270km Auto, 10km Fähre)
- Saisonkilometer: 51.010 (44.880 Auto, davon 2.540 Mietwagen/ 2.680 Fahrrad/ 1.100 Flugzeug/ 380 Schiff, Fähre / 360 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 49 [letzte Serie: 11, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 565 Wochen.

Donnerstag, 5. Mai 2016

W510II: Motoballtestspiel zum Männertag

MBC Kierspe ................................................. 1
Deutsche Nationalmannschaft ................... 14
- Datum: Donnerstag, 5. Mai 2016 – Beginn: 15.30
- Wettbewerb: Motoball-Bundesliga Nord (1. Spielklasse im deutschen Motoball)
- Ergebnis: 1-14 nach 80 Min. (20/20/20/20) – Viertel: 1-7, 0-1, 0-4, 0-2
- Tore: 0-1 3. (11), 0-2 4. (11), 0-3 6. (11), 0-4 6. (9), 1-4 7. (Nr. 4), 1-5 11. (8), 1-6 15. NN, 1-7 19. (4), 1-8 27. (4), 1-9 45. (4), 1-10 52. (11), 1-11 54. (4), 1-12 58. (4), 1-13 76. (9), 1-14 79. (11)
- Grüne Karten (2 Minuten): Nr. 4 (Deutschland)
- Gelbe Karten (5 Minuten): keine
- Rote Karten (Platzverweise): keine
- Austragungsort: Motoballstadion Kierspe (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 200
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (War halt ein Testspiel und noch dazu ein sehr einseitiges und eins mit Durchhängern, aber von der Nationalmannschaft kamen schon etliche beeindruckende Fahrmanöver und Spielszenen) MBC Kierspe 1:14 Deutschland Photos with English Commentary:
Motorbike Football: MBC Kierspe v German National Team (Hybrid Friendly Match)

Ende Juli findet die Europameisterschaft in den Niederlanden (Budel) statt. Die deutsche Nationalmannschaft trifft dabei auf Niederlande, Frankreich, Russland, Weißrussland, Litauen und Ukraine. So ein paar Testspiele – v.a. gegen Clubs, aber auch mal gegen die Franzosenauswahl – wurden schon seit Beginn des Jahres ausgetragen und sind noch bis Ende Juni oder so in Planung. Am Männertag war dabei ein Spiel gegen den MBC Kierspe in dessen Stadion an der Helle angesetzt.

Mit dem Rad ging es in die Bahn nach Köln und von da in die Bummelbahn nach Meinerzhagen. Der Rest dann per Rad nach Kierspe. Die eine Abfahrt fuhr ich mit 60 runter – manche der Spieler waren dann aber doch noch schneller heute… Für 5€ bekam man jedenfalls ein unterhaltsames Match – leider aber auch mit etlichen Durchhängern – geboten. Anfangs fielen Tore im Minutentakt, Kierspe war völlig überfordert. Dann nutzten sie mal eine Unachtsamkeit der Abwehr aus und trafen zum 1:4. Es sollte der einzige Treffer für den Verein sein. Bald gab es drei weitere. Nach der ersten Pause allerdings nur noch einen weiteren Treffer zum 1:8 Halbzeitstand. Vor allem in den letzten beiden Vierteln hatte auch Kierspe einige Torchancen, doch nur noch die Nationalelf traf. Am Ende hieß es 1:14. So hoch werden sie wahrscheinlich gegen keine Mannschaft bei der EM gewinnen…

Ich fuhr dann nach Meinerzhagen zurück, wo ich den Zug noch gerade rechtzeitig erreichte, und stieg dann in Hoffnungsthal aus, um noch mal knapp 30km mit dem Rad zu fahren: via Lohmar und Siegburg nach Bonn. MBC Kierspe 1:14 Deutschland Statistik:
- Grounds: 1.617 (kein neuer; diese Saison: 202 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.668 (1; diese Saison: 232)
- Tageskilometer: 200 (150 Bahn, 50km Rad)
- Saisonkilometer: 54.010 (35.980 Auto, davon 6.450 Mietwagen/ 9.120 Flugzeug/ 6.330 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 2.180 Fahrrad/ 200 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 24 [letzte Serie: 97, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 510 Wochen.

Dienstag, 3. Juni 2014

W409I: Männertag wie üblich; Spiele nur in Niedersachsen und dann dürftiges Spielniveau aber schöne Stadien und wenigstens eine lustige Streiterei

Turn- und Sportverein Güldenstern Stade II ............ 1
FC TV Wischhafen 1924/ SV Dornbusch 1957 .......... 0
- Datum: Donnerstag, 29. Mai 2014 – Anstoß: 17.15
- Wettbewerb: Kreispokal Stade (Finale des Kreispokals für Teams der Kreisliga und 1. Kreisklasse Stade; beide Teams Kreisliga, 8. Liga, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-0 nach 91 Min. (46/45) – Halbzeit: 0-0
- Tor: 1-0 51. (11)
- Verwarnungen: NN, Nr. 5 (Stade); Nr. 4, 7, 10 (Wischhafen)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Camper Höhe (Stade, Kap. 3.500, davon 500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 700 (davon angeblich 1.140 zahlende und ca. 100 Gäste-Fans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchweg dürftiges Spielniveau, aber viel Kampf und ordentliche Stimmung – v.a. durch Gästeanhang)

Turn- und Sportverein Harsefeld von 1903 III ......... 2
S.V. Agathenburg/ Dollern 1949 ................................. 1
- Datum: Donnerstag, 29. Mai 2014 – Anstoß: 15.15
- Wettbewerb: Kreisplakette Stade (Finale des Kreispokals für Teams der 2. bis 5. Kreisklasse Stade; TuS = 2. Kreisklasse, 10. Liga, 5. Amateurliga – SVA = 3. Kreisklasse, 11. Liga, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 95 Min. (47/48) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 1-0 5. (6), 1-1 28. (NN), 2-1 83. (7)
- Verwarnungen: Nr. 2 (Agathenburg)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Camper Höhe (Stade, Kap. 3.500, davon 500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 600 (davon ? zahlende und ca. 50 TuS- bzw. 50 SVA-Fans)
- Unterhaltungswert: 3,0/10 (Ordentliche erste, aber beschissene zweite Hälfte)  
Photos with English Commentary:
a) Stade Football Cup Finals: Güldenstern Stade Reserves defeat Wischhafen/ Dornbusch, and TuS Harsefeld Third XI defeat Agathenburg/ Dollern
b) Altes Land Region: Stade and Buxtehude Old Towns

Seit Fußballspiele am Männertag aus Sicherheitsgründen kaum noch ausgetragen werden, muss man an diesem Tag des Suffes und der Randale stets nach Niedersachsen pilgern. Diesmal war es aufgrund des späten Termins von Christi Himmelfahrt besonders schwierig, irgendeinen Kick zu finden. Die Wahl fiel schließlich auf Stade, wo fünf Kreispokalfinals in der Camper Höhe stattfanden, von denen wir die beiden letzten – die Finals des Männerbereiches, zuvor gab es Altsenioren, Altherren und Frauen zu sehen – aussuchten.

Stade ist einer dieser niedersächsischen Zwergkreise und liegt in der Einöde westlich von Hamburg. Schon auf halbem Wege nach Hamburg brach der Verkehr auf der Autobahn zusammen, sodass wir von Bergen über Soltau nach Stade über die Landstraßen fuhren. Mit einigen Fachwerkhäusern und einer eindrucksvollen Backsteinkirche mit massiver Turmhaube ist Stade recht sehenswert. Dort, wo alte Gebäude abgerissen wurden, errichtete man moderne Backsteinbauten in ähnlichem Stil.

Auch das Stadion, im Stadtteil Campe auf einer Anhöhe gelegen und deshalb „Camper Höhe“ – mit einem Campingplatz hat das also nichts zu tun – gelegen, ist auch nicht gerade modern und gesichtslos. Vor allem fällt die schöne Haupttribüne mit Holzüberdachung und sieben Reihen Holzbänken, die hoch über der dreistufigen Vortribüne errichtet ist, auf. An die Vortribüne schließen vier Stehstufen, die ringsherum laufen, an. Die Stufen der Gegenseite sind noch einmal symmetrisch zum Rasen-Nebenplatz hin abgetreppt. Im Winter muss man auch hier mit rechnen, dass nicht im Stadion gekickt wird: es wurde mittlerweile ein Kunstrasen (Nebenplatz 2 hinter dem einen Tor) angelegt.  
Zu einem Männertagspokalspiel kann man aber nur auf dem Hauptplatz spielen – denn da trennt wenigstens eine Bande noch die Zuschauer vom Spielfeld. Schon bei den Frauen fieberten zwei Fanlager mit jeweils gut 50 Leuten laut mit und beim Spiel um die Kreisplakette (Teams der 2. Kreisklasse abwärts nehmen daran teil) wurde es nicht leiser. Insbesondere die Mannschaft von TuS Harsefeld III (ein Spieltag vor Saisonende auf Platz 5 der 2. KK zu finden) hatte einen starken Anhang und die Gegner von Agathenburg/ Dollern (auf Platz 4 eine Liga tiefer zu finden – beide haben also den Aufstieg knapp verpasst) meldeten sich ab und an mal.

Jubeln konnten zuerst die Höherklassigen, die von Beginn an das Spiel machten und das Agathenburger Tor belagerten. Nach einem Pfostentreffer folgte das 1:0 nach knapp fünf Minuten ins lange Eck, dann ein Lattentreffer und mehrere vergebene Chancen. Agathenburg kam kaum in die gegnerische Hälfte. Erst nach mehr als 20 Minuten hatten sie die erste Torgelegenheit. Nach einer knappen halben Stunde erzielten sie den Ausgleich.

Nach dem Seitenwechsel schlief das Spiel völlig ein. Auch Harsefelde kam kaum noch vors Tor. Agathenburg hatte in der Schlussphase dann endlich mal eine Aktion zu verzeichnen: der Pfosten verhinderte allerdings den zweiten Treffer des Underdog. Wenige Minuten darauf netzte plötzlich Harsefelde ein – 2:1 sollte der Endstand sein und die emotionalen Fans aus Harsefelde stürmten zusammen mit den vereinseigenen und ziemlich besoffenen Ordnern laut jubelnd den Platz...  
Nach der Siegerehrung ging es weiter mit der Reserve des Gastgebers – Güldenstern Stade II ist Tabellenführer der Kreisliga und souveräner Aufsteiger in die Bezirksliga – gegen ein Mittelfeldteam (10. von 16) aus derselben Liga, dem FC Wischhafen/ Dornbusch.

Der Gast war stimmungstechnisch klar überlegen. Stade ist ein richtiges Schnarchnasenpublikum – nur ein Junge, der mit einer Rauchkerze hantierte, machte mal etwas Stimmung. Wischhafen/ Dornbusch feuerte hingegen immer wieder an, hatte den Fanblock auch schön mit Ballons in Vereinsfarben und mehreren Spruchbändern ausstaffiert.

Stade II wollte die gelungene Saison noch mit dem Kreispokal krönen, doch anfangs lief auf beiden Seiten fast nichts zusammen. In einem sehr schwachen Spiel mit wenigen Torchancen hieß es bis zur Pause 0:0. Nach dem Wiederbeginn legte Stade aber mal los: im dritten Anlauf wurde ein Lattenknaller wenige Zentimeter hinter die Linie geköpft und vom Torwart (der auch nicht die Schiedsrichterentscheidung anzweifelte) erst nach Überschreiten der Torlinie heraus gewischt.

In der Folge des Treffers wurde das Spiel härter. Nach jedem gröberen Einsteigen gab es Pöbeleien und Geschubse. Highlight war allerdings, als besoffene Gästefans die Wechselspieler von Stade anpöbelten. Diese pöbelten zurück, woraufhin mehrere Fans über die Bande kletterten. Der Schiedsrichter behielt die Nerven und verzichtete auch, den einen Wechselspieler wegen Tätlichkeit gegen den einen Fan die eigentlich fällige rote Karte zu zeigen. Einer der Dorfdeppen aus Wischhafen kam bis Spielende nicht klar und pöbelte unablässig rum. Am Ergebnis änderte es aber nichts: Stade feierte (langweiligerweise ohne Platzsturm) den verdienten 1:0-Sieg gegen den völlig unfähigen Gegner aus Wischhafen, der so gut wie keine Torchance herausspielte und die einzigen drei guten Angriffen kläglichst vergeigte.

Nach diesem spielerisch wieder einmal sehr dürftigen, aber vom Ground und der Atmosphäre her gelungenen Spieltag fuhren wir noch nach Buxtehude rein. Die Altstadt ist weitläufiger als jene in Stade und hat architektonisch das gleiche zu bieten. Hinzu kommt noch ein massiver Wehrturm. Die Gastronomie ist dort durch die Nähe zu Hamburg ziemlich überteuert. Wir kamen ohne Probleme nach Staßfurt, wo wir Anja absetzten und dann von dort in neuer Rekordzeit (62 Minuten) nach Merseburg zurück.  
Statistik:
- Grounds: 1.120 (heute 1 neuer; diese Saison: 149 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.061 (heute 2; diese Saison: 205)
- Tageskilometer: 950 (950km Auto)
- Saisonkilometer: 59.250 (57.280 Auto/ 1.790 Fahrrad/ 160 Schiff, Fähre/ 20 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 55 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 409

Freitag, 3. Juni 2011

W253I: Kreisliga-Krawall zum Männertag

SG Gnandstein 49 0:3 TuS Pegau 1903
Datum: Donnerstag, 2. Juni 2011 – Anstoß: 11.00
Wettbewerb: Kreisliga A Muldental/ Leipziger Land - West (9. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 0:3 nach 87 Min. (47/42) – Halbzeit: 0:2
Tore: 0-1 24. (14), 0-2 38. (11), 0-3 50. (7)
Verwarnungen: 1x Gnandstein (11)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportstätte Gnandstein (Kap. 1.000, davon 100 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 300 (davon ca. 50 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Auf dem Feld war nicht viel los – auf den Rängen dafür umso mehr)
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Photos and English version:
a) Gnandstein Gothic Church and Castle: GNANDSTEIN KIRCHE & BURG
b) Gnandstein Amateur Football at Father’s Day: SG GNANDSTEIN 0-3 TUS PEGAU (MÄNNERTAGSFUßBALL)

Die obligatorische Radtour zum Männertag unternahmen mein Vater und ich diesmal in der Gegend Muldental/ Leipziger Land. Hin ging es um 5.30 mit der Bahn noch ziemlich problemlos: über Weißenfels nach Zeit per Hopperticket – pünktlich und kaum Fahrgäste. Auch die Straßen waren noch ziemlich leer, als wir über Spora (wo wir letztes Jahr bei einem Spiel zum Vatertag waren), Meuselwitz, Wintersdorf, Windischleuba und Bocka nach Gnandstein fuhren.

Das 440 Einwohner zählende Dorf Gnandstein ist der sehenswerteste Ortsteil von Kohren-Sahlis, wobei nicht nur die landschaftliche Lage in einem bergigen Tal interessant ist, sondern auch zwei architektonische Sehenswürdigkeiten höherer Qualität zu finden sind. Zum einen ist da die Kirche St. Gangolf zu nennen, die schon von außen aufgrund farbiger Bänderverzierungen auf dem weißen Putz etwas daher macht und von innen ein sehr sehenswertes Beispiel für gotischen Kirchenbaustil ist. Man kann lobenswerterweise in der ganzen Kirche herumlaufen – auch Emporen und Kanzel besteigen – nur die Fürstenloge darf nicht betreten werden. Die kunstvollen Holzbemalungen, Taufbecken und Altar sind auch absolut sehenswert. Zum anderen gibt es die Burg Gnandstein mit Museum, das am Vatertag hirnloserweise geschlossen hatte. Ich wollte eigentlich v.a. auf den Turm wegen Ausblick auf die Umgebung und insbesondere den Fußballplatz, aber so konnten wir nur von der Terrasse gucken. Wieso ist die Kirche eigentlich geöffnet und die Burg geschlossen? Das Arschloch von Museumsleiter kann doch auch nachmittags noch auf Sauftour gehen!
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Wenigstens fand das Fußballspiel am Fuße der Burg statt. Auch die Website der 1949 gegründeten Sportgemeinschaft Gnandstein titelt: „Fußballtradition am Fuße der Burg“ – und das einzige sehenswerte an diesem Platz ist in der Tat die Lage am Fuße der eindrucksvollen Burganlage. Die kleine Tribüne auf dem niedrigen Graswall, auf dem die Durchgangsstraße verläuft, die den Platz von der Vorburg trennt, ist allerdings auch ganz nett. Als wir uns zum Rosterstand bewegten, wo der Grillmeister schon fleißig gute thüringer Roster zubereitete, begaben sich auch schon die ersten Fangruppen auf diese Tribüne. Da es weit und breit das einzige Spiel am Männertag war – die anderen verbliebenen Nachholspiele wurden alle am Abend des 1.6. ausgetragen – fanden sich knapp 300, größtenteils angetrunkene bis hackedichte (und das schon um 11 Uhr!) Zuschauer ein.

Mittlerweile finden ja kaum noch Spiele am Männertag statt, aber solche Spiele wie das könnte ich mir mindestens einmal im Monat angucken. Jede Woche muss dann auch nicht sein – es sei denn, die spielerische Qualität ist besser als hier – aber so ein Kreisligaspiel vor 300 Zuschauern, von denen sich knapp 50 ziemlich daneben benehmen, macht schon echt Spaß für den Neutralen... Das Gnandstein als 7. von 16 mit einer klassischen Mittelfeldbilanz von 27 Spielen, 39 Punkten und 61:46 Toren gegen den Tabellenführer und mit 4 Punkten Vorsprung und 1 Spiel weniger sicherlich Aufsteiger Pegau, kein gutes Spiel ablieferten geriet schnell zur Nebensache. BSV Frohburg hätte nämlich von einer Niederlage der Pegauer noch profitieren können, weswegen sich auch locker 30 Frohburger auf den Weg nach Gnandstein machten. Zum einen um die Gnandsteiner Fans beim Anfeuern a la „Hier regiert die SGG“ zu unterstützen, zum anderen (und das vornehmlich) um Pegau einfach nur herunterzumachen. Die Pegauer waren ihrerseits schon mit blau-gelben Fahnen wedelnd und „Wir sind alle Pegauer Jungs“ grölend aus dem Bus gestiegen und drapierten die Flaggen ganz ansehnlich neben der Wechselbank – doch die Heimfans und Frohburger toppten sie akustisch klar. Auch dutzende Böller und vereinzelte Rauch- und Leuchtkörper kamen zum Einsatz. Das Schiedsrichtergespann um Tietze, Schulz und Frietzsche agierte sicher, gelassen und mit dem notwendigen Fingerspitzengefühl.
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Für das Geschehen auf dem Feld brauchten sie kein übermäßiges Geschick – die Zahl der Pegauer Fouls ging gegen Null und die Gnandsteiner Fouls waren nicht sonderlich bösartig; da auch jedes brutale Foul in der Situation eines solchen Männertagspiels schnell zu einer zünftigen Massenschlägerei ausartet schienen sie sich ein bisschen zurückzuhalten – aber aufgrund des Verhaltens insbesondere der Frohburger Fans muss man die drei Offiziellen absolut lobend hervorheben. Das Spiel hätte man auch nach 57 Minuten abbrechen können – und es wäre berechtigt und angemessen gewesen! – oder auch nach 75 bzw. 80 Minuten dem Treiben ein Ende setzen können. Denn besonders nach dem dritten Tor wurde die Devise „Sieg oder Spielabbruch“ laut. Das dritte Tor war auch die schönste Szene auf dem Feld: ein Sturmlauf über außen, der Pegauer schafft es trotz Verteidiger am Körper in den Strafraum und hämmert den Ball aus spitzem Winkel unter die Latte. Der Treffer war natürlich die endgültige Entscheidung, nachdem bereits in der ersten Hälfte ein Schuss ins lange Eck und ein hoher und harter Schuss für zwei Treffer der Gäste sorgten.

Jedenfalls fielen jetzt besonders die Frohburger Faschisten negativ auf. Die Gestalten hatten schon vor Beginn des Spiels angefangen – und es mit dem Anstoß intensiviert – neben völlig angemessenen Provokationen wie „Hört ihr das Gestöhne, hört ihr das Gestöhne? Pegauer Hurensöhne!“ und Böllerwürfen auf die Straße oder Rauchpulver vor der Tribüne auch einfach asoziale und faschistische Sprüche zu bringen wie das berüchtigte U-Bahn-Lied und „Pegauer haben einen Judenstern zu tragen“ - Gegröle. Widerspruch gab es keinen von Gnandsteiner Fans und die Pegauer ließen sich nicht provozieren und feuerten weiter die Mannschaft an. Gnandsteiner Ordner griffen erst ein, als der Schiedsrichter nach 57 Minuten einmal das Spiel für drei Minuten anhielt, da zum dritten oder vierten Mal Feuerwerk aufs Feld geworfen wurde und ein Böller knapp neben einem Gästespieler hoch ging. Nach und nach flogen auch ein Leuchtkörper und mehrere Flaschen auf den Platz. Gnandsteiner bildeten schon eine Kette zum Spielfeld, wobei zwei Besoffene nach 75 Minuten einfach von ein paar Metern weiter links angerannt kamen und quer übers Feld liefen. Respekt, wie die Schiedsrichter das Spiel leiteten: keine erkennbaren Fehlentscheidungen und wie gesagt auch das notwendige Fingerspitzengefühl gegenüber dem Publikum.

Da ich mal davon ausgehe, dass die Gnandsteiner nur aus Angst vor den Frohburgern keine Anstalten machten, die asozialen Aktionen zu unterbinden, und nicht weil sie es besonders toll fanden, würde ich den Gnandsteinern mal empfehlen nächsten Samstag nach Frohburg zu fahren und dort eine solche Show abzuziehen. Mal sehen, ob man es beim BSV dann noch so lustig findet, wenn grölende Knalltüten alle fünf Minuten „Frohburger haben einen Judenstern zu tragen“ skandieren und im Minutentakt Feuerwerk aufs Feld schmeißen...
Es ist zwar nur einmal im Jahr Männertag weswegen ich das exzessive Abbrennen von Pyrotechnik bei solchen Spielen auch befürworte – aber nicht auf dem Feld! Gut, wenn bei einem anderen normalen Spiel Pyrotechnik vernünftig abgebrannt wird, ist das auch O.K. und wenn gepöbelt wird sowieso – aber auf welchem Niveau das immer wieder in Gnandstein ablief („Pegauer Juden“ usw.) hat einfach nirgendwo was zu suchen: so pöbeln nur Asoziale und Kriminelle!
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Wir schafften doch noch den 15.13-Zug von Zeitz nach Weißenfels, wo wir dann 45 Minuten auf den enorm verspäteten Dreckszug nach Merseburg hätten warten müssen. Wir kamen nach nur etwas mehr als einer Stunde Fahrtzeit gegen den Wind und an Horden von Unterbelichteten, die zum Männertag meinen, sie müssten unbedingt zeigen, dass sie nicht Fahrradfahren können, auch ohne die verhurte Drecksbahn heeme an. So standen jedenfalls mal wieder 110 Fahrradkilometer zu buche!

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Statistik:
Grounds: 573 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 123 neue)
Sportveranstaltungen: 1.287 (heute eine, diese Saison: 174)
Tageskilometer: 190 (110 Fahrrad, 80 Bahn)
Saisonkilometer: 41.390 (20.430 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 5.570 Bahn, Bus, Tram/ 4.380 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 27
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 253