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Mittwoch, 25. Juli 2018

W625III-IV: Motorradwochenende in den Nachbarländern

Suma Troyes ......................................................... 2
MBC Carpentras .................................................. 1
- Datum: Samstag, 21. Juli 2018 – Beginn: 19.30
- Wettbewerb: Championnat Elite 1 du Moto-ball (1. französische Motoballliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 84 (4x20+4) Minuten – Viertel: 1-0, 1-0, 0-1, 0-0
- Tore: 1-0 15. Roman Decina, 2-0 30. Roman Decina, 2-1 58. Jason Nuzzo
- Grüne Karten: 2x Roman Decina, Ludovic Goutorbe, Julien Lenoir (Suma); 2x Corentin Mourgeon, Jason Nuzzo (Carpentras)
- Gelbe Karten: keine
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Stade Gaston Arbouin (Kapazität: 3.000, davon 750 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 2.200 (davon ca. 10 Gäste)
- Unterhaltungswert: 7,5/10

FIM Trial World Championship Belgium Grand Prix in Comblain-au-Pont
- Datum: Sonntag, 22. Juli 2018 – Beginn: 9.00
- Wettbewerb: Internationale Wettkämpfe im Motorrad-Trial im Rahmen der FIM World Championship
- Ergebnisse: siehe http://www.belgiumworldtrial.be/
- Austragungsort: verschiedene Hänge, Waldwege und Berge in den Ortslagen Comblain-au-Pont, Mont und Poulseur
- Zuschauer: ca. 5.000
- Unterhaltungswert: 8,5/10 Suma Troyes 2:1 MBC Carpentras 
Photos with English Commentary :
a) Motoball: Suma Troyes vs. MBC Carpentras
b) Motorbike Trial: Belgium Grand Prix in Comblain-au-Pont
c) Grand Est: Sedan, Reims, Troyes

Mit dem Motorrad bin ich zwar nicht gefahren, aber die Überschrift trägt dem Punkt Rechnung, dass ich nur Motorradsportveranstaltungen in unseren Nachbarländern Frankreich und Belgien besucht habe...
Ich habe mir aber auch ein paar Sehenswürdigkeiten reingezogen. In den Ardennen ging es los: Sedan hat zwar nur wenig Altstadt mit einer mäßig spektakulären Kirche zu bieten aber dafür eine gewaltige Festung, deren Innenhof man auch kostenlos besichtigen kann. Die 2 Stunden Führung durch die Innenräume für 10€ waren mir zu lange, daher ging es via der Maginot-Linie mit ihren Bunkern in schöner hügeliger Landschaft nach Reims. Schon einige Kilometer nördlich von Reims fing die eher öde Landschaft der Champagne an, die bis Troyes nur noch öder werden sollte. Bei den schwachsinnigen Tempolimits in Frankreich ist öde Felderlandschaft ganz schlimm, denn um auf die teuren Mautstrecken zu leiten, wurde das Tempo auf Landstraßen auf 80 gesenkt vor einigen Monaten, aber man muss nur abwarten bis normal tickende Einheimische an einem vorbeiheizen und dann denen hinterher mit 100, 110; die Blitzer kennen die alle...

Reims war jetzt auch nicht so herausragend: genauso verdreckt und von Kötern zugeschissen wie Sedan, außer der gewaltigen aber recht kahlen Kathedrale eigentlich keine sehenswerten Gebäude. Aber Troyes ist eine richtig schöne Stadt mit viel Fachwerk (das französische Fachwerk hat dünnere und geradlinigere als das deutsche oder englische und sieht damit eher dem osmanisch-türkischen Fachwerk ähnlich) und mehreren interessanten Kirchen. Troyes 
Troyes war deshalb mein Hauptziel heute, da dort einer der stärksten Motoballvereine Frankreichs beheimatet ist. Suma Troyes ist derzeit nur 5. von 8 und der Gast aus Carpentras als 2. bereits 5 Punkte hinter Tabellenführer Neuville, aber das Spiel war von über 2.000 Zuschauern besucht und lohnte das Kommen absolut. In einer spannenden und engen Partie, die hart umkämpft war und deshalb eher unterdurchschnittlich viele Torszenen hatte, ging Troyes nach einer Viertelstunde durch einen ihrer beiden ausländischen Spieler in Führung. Noch vor dem Seitenwechsel erhöhte erneut der Russe Decina auf 2:0. Anderer Ausländer ist übrigens der Kuppenheimer Holger Schmitt; oft falsch „Olger“ geschrieben – die Franzosen meinen ja auch, dass ihr „Olger“ aus „Küppon’eim“ kommen würde... Nach dem Seitenwechsel war dann Carpentras mal auch mit Torschüssen auffällig – vorher hatten sie kaum einen Schuss auf den Kasten gebracht und immer planlos den Ball herumgefahren. Doch bis auf einen Schuss ins lange Eck konnte Troyes alle Bälle entschärfen, sodass unter großem Jubel am Ende ein 2:1 Sieg stand. Troyes sollte so nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben, wobei andererseits Neuville nach einem zweistelligen Sieg gegen Houlgate langsam auf den Meistertitel zusteuert.

Übrigens ist das Stadion das schönste was mir im Motoball in Frankreich untergekommen ist (das in Minsk ist noch besser, aber in Deutschland fällt mir kein so tolles ein). Eine überdachte Obertribüne und daneben zu beiden Seiten zwei kleine überdachte Untertribünen – alle mit Holzbänken bestückt, Stehstufen auf der Gegenseite, Wälle hinter den Toren, Bäume und eine rundherum laufende Betonbarriere. Die Verkaufsstände boten neben Merguez und Frites auch Souvenirs aus der Champagne an (letzteres aber vielleicht auch nur zu Spielen in den Ferien). Verwunderlich nur der mit 8€ deutlich höher als sonst in Frankreich ausfallende Eintrittspreis. Interessant dass dennoch hier quer durch alle Schichten und Bevölkerungsgruppen Zuschauer kamen. So viele Zuschauer kommen in Deutschland ja höchstens zu Finalspielen. Aber in Troyes und der gesamten Champagne war mir auch aufgefallen, dass hier viel mehr afrikanische oder arabische Franzosen statt unter sich zu bleiben mit europäischen Franzosen unterwegs sind: so auch beim Motoball hier. In Frankreich habe ich diese Gruppenbildung (nur Weiße, nur Schwarze, nur Araber etc.) sonst viel mehr gesehen – wie im Westdeutschland ja auch. Die Champagne ist aber wohl einfach liberaler als z.B. Elsass-Lothringen oder der Süden. Im Gegensatz zu einigen deutschen Vereinen oder osteuropäischen Klubs ist auch nicht ansatzweise so viel Bruchvolk bei Suma Troyes gewesen...

Danach ging es wieder in Richtung Sedan zurück, da ich logistisch günstig im Nachbarort Charleville-Mézières in einem F1-Hotel gebucht hatte. 
 Suma Troyes 2:1 MBC Carpentras FIM Trial World Championship Belgium Grand Prix 
Am frühen Morgen ging es schon wieder weiter nach Belgien, genauer nach Comblain-au-Pont. Dort hatte ich 2016 schon mal an einem so heißen Sommertag in den bewaldeten Bergen dieser schönsten Ecke Belgiens genialen Motorradsport gesehen. Dieses Jahr klappte es wieder mit dem Weltmeisterschaftslauf im Motorradtrial. Beim Trial geht es darum eine festgelegte Strecke mit mehr oder weniger natürlichen Hindernissen ohne hängen zu bleiben oder vom Motorrad zu fallen zu bewältigen. Je nach Art und Schwere der Fehler, kann man 0 (das Ziel: die perfekte Absolvierung), 1, 2, 3 (ungültig) oder 5 Punkte (Strafe) erhalten. Die oft inkompetent wirkenden Punktrichter machten sich bei einigen Fahrern und Zuschauern auch immer wieder unbeliebt, da sie immer mehr Fehler als die Fahrer (aber anscheinend nur als die britischen und spanischen) und Zuschauer sahen. Ob die Beschwerden nun berechtigt waren oder nicht war mir egal: mir gefiel v.a. wieder, wie genial die Hindernisse angelegt wurden und wie die Prüfungssektionen auch im Vergleich zu 2016 abgewandelt wurden, sodass wieder tolle Fotos aus verrückten Winkeln, die die Dimensionen schwer begreifbar machen, möglich waren. Welche unglaublichen Steigungswinkel über Felsbrocken und Baumstämme hinweg mit den Motorrädern bewältigt wurden – oder auch: von was für riskanten Stellen aus man den Event verfolgen oder fotografieren kann – kann man sich ja in meinen Bildern auf flickr genauer angucken... FIM Trial World Championship Belgium Grand Prix Statistik:
- Grounds: 2.215 (1+zählt nicht in die Statistik; diese Saison: 3 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.389 (1+1; diese Saison: 4)
- Tourkilometer: 910 (640+270km Auto)
- Saisonkilometer: 1.040 (910 Auto, davon 0 Mietwagen/ 130 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 10 [letzte Serie: 35, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 625 Wochen.

Montag, 11. Juli 2016

W519 V: Der Präzisionssport unter den Motorradsportarten

FIM Trial World Championship Belgium Grand Prix in Comblain-au-Pont
- Datum: Sonntag, 10. Juli 2016 – Beginn: 9.00
- Wettbewerb: Internationale Wettkämpfe im Motorrad-Trial im Rahmen der FIM World Championship
- Ergebnisse: siehe http://www.belgiumworldtrial.be/
- Austragungsort: verschiedene Hänge, Waldwege und Berge in den Ortslagen Comblain-au-Pont, Mont, Sart und Poulseur
- Zuschauer: ca. 10.000
- Unterhaltungswert: 9,0/10 (Faszinierender Sport auf unglaublich spektakulären Strecken!) FIM Trial World Championship Belgium Grand Prix in Comblain-au-Pont Photos with English Commentary:
MOTORBIKE TRIAL: FIM TRIAL WORLD CHAMPIONSHIP BELGIUM GRAND PRIX

Bisher hatte ich noch nie einen Wettkampf live gesehen obwohl in Deutschland fast jedes Wochenende welche stattfinden: Trial-Sport. Beim Trial geht es darum, ein Fahrzeug (Motorrad, Fahrrad, Auto [oder Buggys/ Quads usw.] oder LKW) durch ein mehr oder weniger stark präpariertes Gelände zu lenken. Beim Motorradtrial darf man sich z.B. nicht mit dem Fuß abstützen, wenn man gerade über Steine und Felsen fährt und springt. Da es beim Trial im Gegensatz zum Straßenmotorradrennen oder sowas, nicht um Geschwindigkeit sondern um geschicktes Fahren geht, habe ich Trial als Präzisionssport unter den Motor- bzw. Radsportarten bezeichnet.

Trial ist aber sehr viel packender als anderer Präzisionssport wie Snooker, Darts oder Kegeln. Allerdings war der Wettkampf den ich in der belgischen Kleinstadt Comblain-Au-Pont (in den Ardennen südwestlich von Lüttich gelegen) besuchte natürlich auch fahrerisch Weltspitze und von der Streckenführung her schwer zu überbieten. OK, die 1. Sektion bestand „nur“ aus ein paar Felsbrocken auf einer ebenen Wiese und viele kamen noch ohne Fehlerpunkte durch. Aber bei der zweiten Sektion ging es nach 2,5km Überführungsstrecke einen felsigen Berghang mit Bäumen hoch und runter: teilweise wurde aus dem Stand oder mit Anlauf eine fast senkrechte Steigung von drei oder vier Metern Höhe mit dem Bike überklettert/ übersprungen. Sektion 3 schloss da gleich an und war ähnlich spektakulär. Auch die Sektionen 4 und 5 hatten es in ähnlichem Gelände echt in sich: fast senkrecht runter, nach 10m unten Haarnadelkurve und dann gleich den Steilhang hoch und zwischen zwei engstehenden Bäumen durch. Die Sektionen 6 bis 10 befanden sich in weiter entfernt liegenden Dörfern, sodass ich dann gleich die Schlusssektionen 11 und 12 besuchte. Die befanden sich am spektakulär über dem Ortskern thronenden Kirchberg, auf dem ein Friedhof mit Kirchturm liegt. Den steilen Hang musste man geschickt hochheizen. Das Ziel lag direkt an der Friedhofsmauer…

Trial gab es auch für die Zuschauer, was diesem Sport eine zusätzliche Faszination verschafft: man darf auf der Überführungsstrecke rumlaufen, wenn kein Fahrer kommt auch die Wettkampfstrecke kreuzen und v.a. überall neben der Strecke herumklettern. Klar, gerade die bescheuerten Belgier knickten auch ständig Äste ab um einen freien Fotowinkel zu haben oder verursachten Steinschlag mit Freeclimbing-Aktionen am Hang – aber beim Trial ist es wohl generell üblich, sich den besten Blick selber zu suchen. Dadurch ist gut die Hälfte der Zuschauerplätze nur für halbwegs sportliche Leute zugänglich…

Im Gegensatz zu meinen Befürchtungen wegen Belgiern und Organisiertheit: die Ordnungskräfte und Streckenposten waren sehr gut organisiert, nur gegen die Punktrichter gab es immer wieder Kritik. Und einzige organisatorische Schwächen waren die geringe Anzahl an Klos, die ausschließlich französischen Programmhefte und schlechte englische Version der Website, die eine falsche Anfangszeit (10 statt 9 Uhr nannte). Da ich Französisch wenigstens passiv halbwegs kann, war das kein Problem, ich finde es aber trotzdem zum Kotzen wenn keiner der wallonischen Verantwortlichen was anderes als Französisch kann. Wenigstens Englisch und Niederländisch sollten diese Analphabeten ja wohl hinkriegen… FIM Trial World Championship Belgium Grand Prix in Comblain-au-Pont Statistik:
- Grounds: 1.666 (zählt nicht in Statistik; diese Saison: 251 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.724 (1; diese Saison: 288)
- Tageskilometer: 310 (310km Auto)
- Saisonkilometer: 62.530 (40.470 Auto, davon 6.450 Mietwagen/ 9.120 Flugzeug/ 9.440 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 3.100 Fahrrad/ 200 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 61 [letzte Serie: 97, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 519 Wochen.