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Sonntag, 26. Juli 2015

W469III: Mal wieder ein versauter Saisonstart an der Ostsee

F.C. Hansa Rostock .......................................... 1
SV Werder Bremen II ...................................... 2
- Datum: Samstag, 25. Juli 2015 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: 3. Liga (3. deutsche Profifußballliga)
- Ergebnis: 1-2 nach 97 Min. (48/49) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 40. Christian Bickel (Foulelfmeter), 1-1 57. Florian Grillitsch, 1-2 60. Ousman Manneh
- Verwarnungen: Dennis Erdmann, Tobias Jänicke (Hansa); Martin Kobylanski, Patrick Mainka, Ousman Manneh, Eric Oelschlägel, Mohamed Aidara (Werder)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Ostseestadion (Kap. 29.000, davon 21.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 18.000 (davon 15.600 zahlende und ca. 80 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,0/10 (In der ersten Halbzeit phasenweise richtig gut, doch v.a. in der zweiten richtig schlecht)

SV Steilküste Rerik .......................................... 5
SV Blau-Weiß Neubrandenburg ..................... 1
- Datum: Samstag, 25. Juli 2015 – Beginn: 18.00
- Wettbewerb: Testspiel (Kreisliga Warnow Staffel I gegen Kreisliga Mecklenburger-Seenplatte Staffel I; jeweils 9. Spielklasse, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 5-1 nach 95 Min. (33/32/30) – Drittelergebnisse: 1-0, 0-1, 4-0
- Tore: 1-0 19. (18), 1-1 40. (NN), 2-1 72. (18), 3-1 75. (4), 4-1 81. (4), 5-1 83. (18)
- Verwarnungen: Nr. 20? (Rerik); Nr. 2, 9, 11? (Neubrandenburg)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz an der Steilküste (Kap. 800 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (keine Gästefans?)
- Unterhaltungswert: 5,5/10 (Ganz ordentliches Spiel) Hansa Rostock v Werder Bremen II Photos with English Commentary:
a) Professional Football: Hansa Rostock v Werder Bremen Reserves
b) Amateur Football: Steilküste Rerik v Blau-Weiß Neubrandenburg
c) Sightseeing: Rerik (Coastline, Church, Wustrow Ruins), Hohen Niendorf (Palace), Althof (Monastery Ruin)

Am Samstag fuhren wir zuerst zum Ostseestadion, das ja seit einigen Monaten auch wieder offiziell so heißt, da die DKB nicht mehr per Namenssponsoring die Sportanlage verunstaltet. Hansa Rostock wird mit Recht von den Wenigsten als Aufstiegskandidat gehandelt, aber im Umfeld war schon Vorfreude auf den Saisonstart zu spüren. Die Stimmung in der Anfangsphase war im zu fast zwei Dritteln gefüllten Stadion sehr gut, emotional und laut.

Hansa war anfangs auch total überlegen. Nur nach 20 Minuten fing sich Bremen und attackierte nun auch das Rostocker Tor. In die Druckphase der Gäste hinein konterte Hansa gefährlich und holte einen so klaren Elfer raus, dass selbst der schlechte westfälische Schiedsrichter, der im Zweifel stets für Werder pfiff, hier auf den Punkt zeigen musste. Bickel knallte den Elfer punktgenau ins Eck.

In der zweiten Halbzeit lies die Stimmung jedoch schnell nach: Bremen ergriff sofort die Initiative, glich nach einer knappen Stunde aus – der Ball ging an den kurzen Innenpfosten und sprang ins lange Eck – und ging nur drei Minuten später in Führung. Ungestraft bzw. mit lächerlichen gelben Karten spielten der Torschütze und einige seiner Mannschaftskollegen reihenweise Fouls gegen Rostocker – wenn das nicht so eine zum Kämpfen und wie auch zum Schönspielen zu blöde Versagermannschaft wäre, wäre Rostock trotzdem als Sieger vom Platz gegangen da sie sich gegen eine insgesamt eher schwache Bremer Mannschaft noch zwei Tore erkämpft hätten – oder es wären wenigstens zwei, drei von diesen scheiß Bremern verletzt vom Platz getragen worden... Steilküste Rerik v Blau-Weiß Neubrandenburg Wir fuhren dann noch nach Rerik, da dort an der Steilküste ein Verein namens SV Steilküste spielt. Ist auch eine ganz angenehme Atmosphäre da. Warum die den Kartoffelacker mit hässlichen Häusern und langweiligen Bäumen die den Meerblick zustellen drumherum, aufwändig absperren, weiß ich aber nicht...

Auf diesem eher langweiligen Acker entwickelte sich ein phasenweise gutes Testspiel, das im eher ungewöhnlichen Modus von 3x30 Minuten ausgetragen wurde. Im ersten Drittel war Rerik wirklich stark und offensiv ausgerichtet – nur am guten Torwart der Gäste aus Neubrandenburg lag es, dass es nur 1:0 vorm ersten Seitenwechsel hieß. Dann war es Neubrandenburg, die mit dem Wind einen Treffer markierten. Das zweite Drittel war ziemlich schwach. Gut war noch mal das Schlussdrittel, in dem die Gäste zwar Chancen erkämpften, am Ende aber ziemlich untergingen, da Rerik nun recht souverän die Gelegenheiten verwandelte. Am Ende hieß es 5:1 für die Steilküste!

Die Reriker Steilküste guckten wir uns noch an, die Kirche ist ebenfalls sehenswert und der Westteil des Ortes, der auf der Halbinsel Wustrow liegt, ist aufgrund seiner Geschichte auch interessant. Nur ist er leider abgesperrt, da man Angst hat, dass die interessierten Besucher sonst Opfer von Sprengstoffunfällen werden – die leer stehende Kasernensiedlung ist halt nie richtig beräumt worden...
In Hohen Niendorf sieht es sehr viel gepflegter aus – doch das Schloss sieht aus wie ein Luxus-Plattenbau; ein total lächerlicher Bau!
Althof bei Bad Doberan hat dann ein Klosterruine (die Scheune steht noch) und eine Kapelle aus dem 14. Jahrhundert zu bieten. Sightseeingmäßig ist also doch so einiges da in der Ecke Mecklenburgs... Althof Statistik:
- Grounds: 1.413 (1 neuer; diese Saison: 258 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.433 (2; diese Saison: 321)
- Tageskilometer: 100 (100km Auto)
- Saisonkilometer: 64.790 (48.040 Auto/ 8.200 Flugzeug/ 5.620 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.910 Fahrrad/ 20 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 7 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 469

Montag, 30. März 2009

WE139II: 15:5 Chancen und 1:4 Tore in Parkentin - und: Name ist Programm in Dummerstorf

SV Parkentin 1:4 Steilküste Rerik
Sonntag, 29. März 2009 - Anstoßzeit 10.00
Kreisliga Bad Doberan (10. Liga, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 1:4 nach 97 Min. (45/52) - Halbzeit 0:1
Tore: 0:1 5. Elfmeter, 0:2 55., 0:3 58., 0:4 80., 1:4 95.
Verwarnungen: 2 zu 3 Gelbe
Platzverweise: keine
Sportplatz: Sportplatz Parkentin (Kap. 1.000, davon 30 Sitzplätze)
Zuschauer: 25 (4 Gästefans)
Spielqualität: 7,0/10 (Gut!)

FSV 47 Dummerstorf 0:0 SV 47 Rövershagen
Sonntag, 29. März 2009 - Anstoßzeit 14.00
Bezirksklasse (9. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 0:0 nach 95 Min. (45/50) - Halbzeit 0:0
Tore: na, wie viele wohl...
Verwarnungen: 2 zu 2 Gelbe
Platzverweise: keine
Stadion: Mach mit Stadion (Kap. 2.000, davon 350 Sitzplätze)
Zuschauer: 60 (keine Gästefans)
Spielqualität: 0,5/10 (Ganz große Scheiße!)
An diesem Tag sollte ich die ganze Zeit über das Auto lenken. Der erste Fahrtabschnitt brachte meinen Vater und mich nach dem Frühstück mit unseren Freunden und Verwandten nach Bartenshagen-Parkentin. Parkentin kam in die deutschlandweiten Schlagzeilen, als irgendeine geistig minderbemittelte Schaffnerin der Deutschen Bahn dort eine Minderjährige ausgesetzt hatte wegen einem vergessenen Schüler- oder Fahrtausweis. Da gegen gesetzliche Vorschriften, gab es Ärger für die Kartenknipsertante. Direkt neben dem öden Bahnhof liegt dann auch der Fußballplatz, der entgegen aller Befürchtungen unsererseits - es regnete seit 16 Stunden sehr leicht bis mäßig aber eben ununterbrochen - für bespielbar befunden wurde. Da kenne ich Spieler und Offizielle, die da nicht drauf gespielt hätten. Respekt dafür, obwohl es eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte auf derlei Äckern zu spielen!
Schnell befanden wir: es lohnte sich, das Spiel angepfiffen zu haben! Es war viel Bewegung vor den Toren. In den ersten fünf Minuten vor allem vor dem Tor der Heimmannschaft. Nach fünf Minuten bekam Steilküste Rerik vom recht souveränen Schiedsrichter einen Handelfmeter zugesprochen - vertretbar - und verwandelte diesen sicher.
Bis zu Pause gab es noch etliche schöne Aktionen ua. einen Fallrückzieher aus 12 Metern von einem Parkentiner, der vom Reriker Torwart nur mit Mühe entschärft werden konnte. Doch es blieb beim 0:1.
Nach der Pause war zwar Parkentin überlegener denn je, doch Rerik erhöhte mit zwei hervorragend raus gespielten Kontern auf 0:3.
Nun war das Spiel so ziemlich gelaufen, wenn auch Parkentin immer noch aufs Tor drängte. Als sie nach über einer Stunde immer noch kein Tor gemacht hatten, wurde es unruhiger auf dem Feld, es wurde gefoult und geschubst und gepöbelt. So macht Fußball Spaß: viele Torraumszenen, einige Treffer, gute Zweikämpfe und herzhafte Emotionen!
Rerik erzielte 17 Minuten vor dem Ende das 0:4.
Der Schiri ließ anscheinend so lange nachspielen, bis auch die Heimmannschaft endlich einen Treffer hatte. Sieben Minuten Nachspielzeit und in der fünften Minute der Nachspielzeit gab es noch ebendieses schöne Tor von Parkentin. Die Parkentiner trafen in der 96. übrigens noch einmal die Latte.

Als dann Schluss war, fuhren wir zur Parkentiner Kirche - ein recht auffälliger Bau, der einen so markanten Turm hat, dass dieser einen vom mehrere hundert Meter entfernt gelegenen Fußballplatz auch noch ins Auge fällt - und sahen uns noch von Außen den Reet gedeckten Bauernhof gegenüber der Kirche an.

Nun ging es wieder nach Diedrichshagen zurück: erstens zum Essen und zweitens um sich von den letzten noch so lange gebliebenen Verwandten verabschieden.
In Dummerstorf kamen wir dann nicht ganz pünktlich zum Anpfiff im schönen, kleinen Mach mit Stadion an, doch verpasst hatten wir nichts. Das stadion liegt versteckt im gesichtslosen Kaff mit dem schönen Namen, der allerdings auf ein wendisches Wortgebilde „Domamerstorp“ (Ort von Jemanden, der von Hause aus Ruhm hat; wikipedia: Dummerstorf) zurückgehen soll und nicht auf den Geisteszustand der Einwohner.
Dass da einige Dumme drunter sind, darf ja schon sein. Das Publikum war aber streckenweise wirklich auffallend primitiv: Wettrülpsen mag ja noch angehen, aber einige sinnlose Beschimpfungen oder Führersprüche mussten echt nicht sein. Auch der unsympathisch: jeder Fremde wurde durchdringend gemustert, die Fresse zum Grüßen hat aber keiner aufbekommen, wenn dann nur zum leisen Lästern untereinander. Aber derlei Dinge nehmen in fast allen deutschen Dörfern überhand: vor 10 Jahren noch wurde erst von weitem geglotzt und wenn dann der Dorffremde auf gleicher Höhe war, grüßten 80% ordentlich - heute grüßen nur noch 8%.
Dumm war allerdings vor allem die Mannschaft. Was die da ablieferten, war unter aller Sau. Wenigstens zeigten sie immer mal wieder Kampfgeist, doch Torchancen gab es kaum. Da auch die Rövershäger - von den Dummerstorfern freundschaftlich „Erdbeeren“ genannt (Achtung: Insider!) - die letzte Scheiße zusammenkickten, ging das Spiel folgerichtig 0:0 aus.
Nach 10 Spielen in Folge ohne 0:0 wieder das erste Spiel mit diesem schlimmsten aller Fußballergebnisse. Der Rekord liegt, möchte ich noch einmal in Erinnerung rufen, bei einer Serie von 101 Spiel ohne 0:0.
Nach diesem Dreckskick, der erschreckenderweise 4. gegen 2. darstellen sollte, fuhren wir noch nach Güstrow. Der Ort dürfte deshalb bekannt sein, da er am Rande der mit Klassizismus- und Renaissance-Bauten durchsetzten und ua. auch durch den backsteingotischen Dom sehr sehenswerten Altstadt, ein auffälliges Schloss mit spektakulär gestaltetem Garten befindet.
Das Wetter war leider so schlecht wie das Spiel in Dummerstorf.
Mit einer kurzen Pause südlich von Berlin, brachte ich uns dann ohne Probleme und mit einem 140er Schnitt auf der Autobahn nach Merseburg zurück.

Statistik:
Grounds Nr. 289 und 290 (zwei neue Grounds; diese Saison: 60 neue)
Sportveranstaltung Nr. 775 und 776 (diese Saison: 143)
Tageskilometer: 470 (Auto)
Saisonkilometer: 19.810 (10.420 Auto/ 3.400 Rad/ 3.030 Zug/ 2.960 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 0
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 139

Fotos unter: