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Samstag, 30. Juli 2011

W261III: Torarmut in Gleina, Burgwerben verteidigt den Titel

Vorbereitungs-Fußballturnier des Gleinaer SV
Datum: Samstag, 30. Juli 2011 – Beginn: 10.00
Wettbewerb: Turnier für Mannschaften aus Kreisoberliga bis Kreisklasse (9. - 11. Liga bzw. 4. - 6. Amateurliga)
Sieger: SV Burgwerben (Kreisoberliga, Titelverteidiger)
Bestes Spiel: Baumersrodaer SV 0:1 Balgstädter SV (6,0/10)
Schwächstes Spiel: Gleinaer SV 0:0 SV Burgwerben (2,5/10)
Torreichstes Spiel: SV Burgwerben 3:0 SV Mertendorf II
Häufigstes Ergebnis: 0-0 (9x in 15 Spielen)
Anzahl der Tore: 9 in 15 Spielen (im Durchschnitt 0,6 pro Spiel)
Spielort: Sportplatz Gleina (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 15 (+ 50 Aktive)
Unterhaltungswert: 3,5/10 (Wirklich schlecht waren die Spiele nicht, aber bei den kurzen Spielzeiten kam Null Spielfluss zustande, sodass es erschreckend wenige Tore gab)

Alle Spiele des Turniers:
1) Balgstädt 0:0 Mertendorf II (-,-/10)
2) Burgwerben 0:0 Laucha II (-,-/10)
3) Baumersroda 1:0 Gleina (5,0/10)
4) Burgwerben 3:0 Mertendorf II (6,0/10)
5) Balgstädt 0:0 Gleina (3,0/10)
6) Baumersroda 1:0 Laucha II (3,0/10)
7) Mertendorf II 0:0 Gleina (5,0/10)
8) Burgwerben 2:0 Balgstädter (5,0/10)
9) Laucha II 0:0 Mertendorf II (4,0/10)
10) Baumersroda 0:0 Burgwerben (3,0/10)
11) Laucha II 1:0 Balgstädt (3,0/10)
12) Baumersroda 0:0 Mertendorf II (3,0/10)
13) Gleina 0:0 Laucha II (3,0/10)
14) Baumersroda 0:1 Balgstädt (6,0/10)
15) Gleina 0:0 Burgwerben (2,5/10)

Tabelle des Turniers:
1. SV Burgwerben (Kreisoberliga) ........... 5 2-3-0 5:0 9
2. Baumersrodaer SV (Kreisliga) ............. 5 2-2-1 2:1 8
3. BSC Laucha 99 II (Kreisliga) ............... 5 1-3-1 1:1 7
4. Balgstädter SV (Kreisliga) .................... 5 1-2-2 1:3 5
5. Gleinaer SV (Kreisklasse) ..................... 5 0-4-1 0:1 4
6. SV Mertendorf II (Kreisklasse) ............. 5 0-4-1 0:3 4
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Photos and English version:

Bei deutschem Sommerwetter – also 15 Grad, viel Regen und kalter, starker Wind – machten wir uns mit den Rädern nach Gleina auf. Nach der enorm langen Tour nach Zeitz am Vortag, war das eher ein lockerer Ausflug: gerade einmal 64km, nur eine schwere Steigung (von Mücheln nach Baumersroda) und auf dem Hinweg halt viel Gegenwind.

In Gleina angekommen, fuhren wir sofort zum an der Bundesstraße gelegenen Fußballplatz des GSV. Eine Sporthalle mit Wellenwänden und Metallkunst steht da auch, etliche Bäume wie Linden und Pappeln sind um den Platz herum angeordnet. Auf dem wilden Komposthaufen hinter dem einen Tor (auf Höhe des sehr ordentlich hergerichteten Sportlerheims und Kabinentraktes) liegen die Sturmopfer der letzten Sommerlüftchen: Äste, Zweige und ein Jugendfußballtor, auf das eine halbe Pappeln gekracht ist.

Wir kamen erst zum Anpfiff der dritten von 15 Turnierpartien, hatten aber nichts verpasst. Die ersten beiden Spiele sahen keine Tore, erst in einem Spiel des Gastgebers Gleina gab es einen Treffer – allerdings für den Verein aus dem Nachbardorf Baumersroda. Das vierte Spiel war das torreichste: 3-0 für Burgwerben, den letztjährigen Sieger. In jeder Partie gab es ein paar schöne Szenen, wobei Spielfluss nie zustande kam. Kurios war auch, dass nur eines der lächerlich wenigen 9 Tore auf das von Gegenwind geplagte Tor erzielt wurde. Mit diesem Treffer raubte Balgstädt Baumersroda jegliche Turniersiegchancen, doch der Sieg von Burgwerben war schon nach drei ihrer fünf Spiele absehbar. Im letzten Spiel kickten sie ein lustloses 0:0 gegen Gleina zusammen. Der Gastgeber brachte es übrigens fertig, in 5 Spielen kein Tor zu erzielen und dabei nur ein einziges zu kassieren. Die beschissene Torquote hatte aber vor allem mit der Turnierorganisation zu tun.

Der Modus des Turniers war absolute Scheiße: 6 Mannschaften und dann jeder gegen jeden in einer 1x15 Minuten kurzen Partie, statt mal intelligenterweise 2x15 Minuten zu spielen und dabei zwei Dreiergruppen zu bilden. In richtigen Spielen habe ich die meisten der sechs teilnehmenden Mannschaften schon gesehen, aber stets besser als in diesem wieder einmal unattraktiven Turnier.

Nach dem Turnier guckten wir uns noch die drei mehr oder weniger sehenswerten Gebäude des Dorfes an: das verrottete Schloss, der ungewöhnlich geformte Wasserturm und die verbaute Kirche mit der blauen Turmuhr.
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Statistik:
Grounds: 596 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 3 neue)
Sportveranstaltungen: 1.320 (heute eine, diese Saison: 3)
Tageskilometer: 60 (60 Rad)
Saisonkilometer: 260 (260 Fahrrad/ 0 Auto/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 46
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 261

Freitag, 30. April 2010

W195II: SG Zementwerk Karsdorf

SG Zementwerk Karsdorf II 1:3 SG Blau-Weiß Bad Kösen II
Samstag, 24. April 2010 – Anstoß 13.00
1. Kreisklasse Burgenland/ Naumburg (11. Liga, 6. Amateurliga)
Ergebnis: 1:3 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 1:1 (?)
Tore: (?), (?), 1:2 68. (?), 1:3 80. (?)
Verwarnungen: keine ?
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Wetzendorf (Kap. 2.500 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 15 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 5,0/10 (Nur 2. Halbzeit bewertet)

SG Zementwerk Karsdorf 1:0 Gleinaer SV
Samstag, 24. April 2010 – Anstoß 15.00
Kreisliga Burgenland/ Naumburg (10. Liga, 5. Amateurliga)
Ergebnis: 1:0 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit 1:0
Tor: 1:0 45. (Nr. ?)
Verwarnungen: 2x Gelb gegen Gleina
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Wetzendorf (Kap. 2.500 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 1,0/10 (Ach leck mich doch am Arsch!)
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Photos and English Version: http://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157623834697597/detail/

Nach einer angenehmen aber auch etwas anstrengenden Radfahrt, die ihren Höhepunkt in einer Abfahrt kurz vor Karsdorf, die man mit knapp 60 km/h hinab rasen konnte, hatte, erreichten wir den besagten 1.900 Einwohner zählenden Zementwerkstandort. Der Platz liegt im Ortsteil Wetzendorf. In Karsdorf wie in Wetzendorf, die durch die Unstrut getrennt aber durch eine Brücke auch vereint sind, stehen je eine wenig spektakuläre Kirche und relativ viele sanierte aber langweilige Plattenbauten. Fast alle Straßen sind mit löchrigen Betonplatten bedeckt. Insgesamt macht dieser Ort wirklich nichts daher. Mittlerweile verschandelt auch eine Steuergelderverschwendungsgrube – nämlich die Brücke für die völlig unnötige ICE-Trasse – das Panorama am Ortsrand von Wetzendorf.

Im Schatten dieses monströsen Brückenbauwerks liegt die Sportanlage: ein ausbautenloser Hartplatz, eine kleine Sporthalle und der große Rasenplatz mit einer kleinen, sechsstufigen Stehtribüne. Dort fand erst ein Spiel der Kreisklasse statt – wir hatten uns nicht darüber informiert, also kamen wir erst zur zweiten Halbzeit die O.K. war und von Seiten der Gäste aus Bad Kösen erfolgreich gestaltet werden konnte: zwei Mal spielten sie die Abwehr der zweiten Mannschaft aus Karsdorf aus und gewannen am Ende 1:3 – und dann ein Spiel der Kreisliga.

Dass dieses Spiel eine Liga höher sein sollte als das Vorspiel, war nicht zu erkennen. Gleina konnte nur mit 10 Mann antreten und Karsdorf versagte trotzdem ein ums andere Mal kläglich vorm Tor – wenn sie denn überhaupt so weit kamen und nicht den Ball vertendelten und somit den SV Gleina zu Chancen, die allerdings ebenfalls kläglich vergeben wurden, kommen ließen. Ein Fehler des Gleinaer Torhüters sorgte für das einzige Tor dieser saumäßigen Partie: Freistoß von links (Torwartsicht), recht spitzer Winkel, Ein- oder Zweimannmauer, um die der Ball herumgedreht wird, und der Torwart lässt den Ball durchrutschen.

In der zweiten Hälfte wurde das Unniveau weiter durchgehalten: Der Torwart von Gleina war wirklich schwach, sodass man den Karsdorfern richtig schlechte Noten in Sachen Abschluss geben musste. Der Ball hätte nur Mal häufiger direkt aufs Tor gebracht werden müssen und dieser Fliegenfänger hätte sich noch vier oder fünf Tore selber reingelegt. Ich hoffe mal, dass er ein trainierter Feldspieler war und das Antreten mit 10 Mann ein einmaliger Ausrutscher. Wenigstens sind sie überhaupt angetreten. Den Abstieg wünsche ich denen jedenfalls nicht! Was Karsdorf auf Platz 4 will, wüsste ich allerdings auch gerne. Die haben gespielt, als seinen sie von einer freitagabendlichen Vereinsfeier noch besoffen gewesen. Also haken wir das ganze Spiel am besten Mal unter „negativer Ausrutscher/ nächstes Spiel wird besser“ ab. Dass man in dieser Kreisliga Naumburg gute Spiele sehen kann, weiß ich durch mehrere Partien, die ich beim TV Saubach verfolgt habe.

Aber bei einem so schlechten Spiel kann man in Sachen Bewertung nur die Mutter zitieren, die von der benachbarten Kleingartenanlagen aus ihrem Kind ein wirklich hervorragendes Vorbild war: Sohn (ca. 10 Jahre alt): „...na ich bleib dann so bis halb sieben!“ Mutter: „Oa nää, da wolln wir aba widder zu Hause sein!“ Sohn: „Ich will aber bis halb sieben bleiben...“ Mutter: „Ach leck mich doch am Arsch...“

Passend ist diese Formulierung auch für unsere Essenssuche nach dem Spiel: Auf dem Sportplatz – nichts! In Karsdorf: Gasthof geschlossen! In Kalzendorf: öffnet erst in 45 Minuten! In Oeglitzsch: sieht unmöglich aus! In Frankleben: Rumis Gasthof hat eine geschlossene Gesellschaft (eine Unart, die außer der deutschen Gastlichkeit fast jeder anderen Kultur wiederspricht!) und das deutsch-asiatische Lokal keinen einzigen freien Platz mehr! In Merseburg dann das nächstgelegenste Lokal angesteuert: beim Dönerladen im Goldgraben gab es dann endlich was. Typisch, dass es – da die deutsche Gastronomie nicht nur in 90% der Fälle überteuert, sondern oft auch noch schlecht, ungesund und vor allem ungastlich und alles in allem auch unfähig ist – mal wieder nur was beim Türken gibt! „Geschlossene Gesellschaft“: über so eine egoistische und asoziale Praxis könnte ich mich hier schon wieder echt aufregen...
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Statistik:
Ground Nr. 415 (ein neuer Ground; diese Saison: 84 neue)
Sportveranstaltungen Nr. 987 und 988 (diese Saison: 130)
Tageskilometer: 80 (Fahrrad)
Saisonkilometer: 32.200 (20.600 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 2.950 Bus, Bahn, Tram/ 2.650 Fahrrad/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 72
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 195

Montag, 15. Februar 2010

W185II: In der Schnaudertalhalle nahe der Orangerie in Meuselwitz

HV Meuselwitz 27:20 TSV Eisenberg
Sonntag, 14. Februar 2010 - Anwurf 16.00
Landesklasse Staffel 4 (6. Handballliga, 3. Amateurliga)
Ergebnis: 27:20 nach 60 Min. – Halbzeit 11:10
Tore (Namen nach Gehör von Hallensprecher): K. Schulz 7, Höcker 5, Fuhrmann 4, Zimmermann 3, H. Schulz 3, Härling 2, Thiel 1, Willmar 1, Thurm 1 (HVM), Bergmann 6, Scholz 5, Otto 3, Deewald 2, Herweeg 2, Koris 1, [Nr. 10] 1 (TSV)
Zeitstrafen: Meuselwitz 8 Minuten (Thiel 4, Härling 4), Eisenberg 10 (Scholz 4, Deewald 2, Dennhard 2, König 2)
Platzverweise: keine
Spielort: Schnaudertalhalle (Kap. 600 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 100 (mindestens 1 Gästefan)
Unterhaltungswert: 4,0/10 (Einige schöne Tore, aber langsames Tempo)
Sightseeing: 6,5/10 (Hat sich gelohnt)
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Photos and English version:
1st: Villages on the way to Meuselwitz
2nd: Meuselwitz – Handball

Der Experte erkennt schon an der Überschrift, wo wir an diesem Sonntag waren: nämlich in Thüringen. Es mag zwar auch in der Nähe von Görlitz ein Meuselwitz geben, und deutschlandweit etliche lustige Ortsnamen, die oft eine ganz normale Bedeutung haben, doch die besten Ortsnamen – und im Übrigen auch Sportanlagen- und Sportvereinsnamen – finden sich immer noch in Thüringen. Da schaut man bei Kali Werra Tiefenort gegen Zipsendorfer FC Meuselwitz (gespielt wird im Kaffetälchen) oder bei Gumpoldia Gumpelstadt gegen Glücksbrunn Schweina in der Moorgrundarena Gumpelstadt zu. Ich hätte auch noch einen Besuch in Unterkatz oder Mengersgereuth-Hämmern zu bieten, gerne auch in Pfiffelbach oder Mönchpfiffel-Nikolausrieth...

Für Groundhopping zu Amateursportanlagen wie dem guten alten Dorffußballplatz oder kleinstädtischer Sporthallen, kann ich jedem Sachsen-Anhalter und Thüringer (es dürfte aber noch mehr Bundesländer mit zumindest einem vergleichbaren Angebot der Bahn geben) das Hopperticket empfehlen. Ich schreibe zwar ungern etwas Positives über die Deutsche Bahn, da es auch hauptsächlich Negatives darüber zu berichten gibt, aber einige Hopperticketstrecken sind z.B. echt gut. Von Merseburg aus lohnen sich die Zielorte Köthen und Bitterfeld halbwegs, Querfurt und Naumburg noch mehr und Bad Sulza und Zeitz vom Kilometerpreis am meisten. Alle sechs Orte sind hervorragende Startpunkte für Fahrradtouren in die Umgebung (wobei bis auf Bitterfeld auch jede dieser Ortschaften wenigstens halbwegs sehenswert ist), was trotz teils verschneiter Straßen und Temperaturen knapp unter Null an diesem wunderbar sonnigen Wintertag von uns genutzt wurde.
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Mit Umsteigen in Weißenfels geht es nach Zeitz weiter, von wo aus wir mit den Rädern nach Gleina (nicht mit dem Gleina bei Freyburg/ Unstrut verwechseln) aufbrachen. In Gleina bei Zeitz, was in der für die Gegend typischen mit Feldern übersäten Hügellandschaft liegt, wohl nur wenige hundert Einwohner und keinen Sportverein hat, fiel mir nur eine Kirche auf, die allerdings auch nicht so sehenswert war, jedoch als eine der ältesten des Burgenlandkreises gilt. Sieht man der überhaupt nicht an!

Also gleich weiter nach Würchwitz. Klingt nicht nur lustig, ist auch ein lustiger Ort, da er für die Produktion von Milbenkäse (Käse mit lebenden Milben drauf) berühmt ist, weswegen in der Ortsmitte eine große Skulptur einer solchen Milbe aufgestellt wurde. Würchwitz hat um die 600 Einwohner und mir ist nichts von Sport bekannt, wobei ich eine – allerdings sehr kleine – Sporthalle am Ortsausgang Richtung Suxdorf/ Bockwitz gesehen habe.

Der nächste Punkt war dann schon Spora, was ein wirklich sehenswertes Dorf ist. Besonders natürlich die Fachwerkkirche! Der Turm ist in schönem, sauberen weiß getüncht, mit dunkelbraunem Holz durchwirkt und mit mehreren Turmuhren versehen. Das Kirchenschiff ist in einem nicht ganz so guten Zustand. Etwas mehr als 800 Einwohner wohnen dort. Fußball wird im Ortsteil Nißma unter dem Namen SV Spora (oder auch SV Spora/ Nißma genannt) gespielt.
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Nach wenigen Kilometern hatten wir die Landesgrenze nach Thüringen überfahren und kamen nach Meuselwitz. Wir fuhren erst ein bisschen durch den Ortsteil Zipsendorf – das Gebäude einer Regelschule ist das Sehenswerteste dort, wobei auch die Kirche gar nicht so hässlich (nur eben schwer ergraut) ist – und liefen dann um die Orangerie Meuselwitz herum. Mit einem solchen barocken Bau mitten in der Prärie – davon, dass Meuselwitz in der direkten Nachbarschaft der alten Residenzstadt Altenburg läge, kann man nicht reden – rechnet man nicht unbedingt. Das zweite spektakuläre Gebäude in Meuselwitz ist das Rathaus im Tudorstil – passt eigentlich nochweniger in diesen Ort. Die Kirche hat eine interessante, bauchige Turmkonstruktion zu bieten und ist die dritte Sehenswürdigkeit im 11.000-Einwohner-Ort.

Nachdem wir bei einem Türken in der Nähe des auffälligen, hell-weißen, schlossartigen Rathauses noch eine Lahmacun gegessen hatten, machten wir uns auf den Weg zur Schnaudertalhalle. Diese moderne aber nicht gesichtslose, nur von außen wirklich hässliche Halle, mit ihren 600 Plätzen auf einer Längsseite, liegt 200m Luftlinie von der Orangerie entfernt direkt an der Bundesstraße. Heute stand ein Handballspiel des HV Meuselwitz an, der den TSV Eisenberg empfing. Eisenberg ist im benachbarten Saale-Holzland-Kreis zwischen Jena und Gera gelegen und hat etwa die gleiche Einwohnerzahl wie Meuselwitz. Eisenhart spielten sie nicht gerade, aber konnten lange die knappen Rückstände stets wieder aufholen. Bis zur Pause hatte Meuselwitz, als 6. gegen den 4. eher nicht favorisiert, maximal drei Tore vorn gelegen, doch nach 30 Minuten war es wieder nur eines. So sollte es eigentlich auch bleiben bis zur 50. Minute. Da brachen die Gäste plötzlich völlig ein und fanden erst sieben Minuten später, als sie schon neun Tore im Hintertreffen waren, wieder zu sich. So ging das Spiel 27:20 aus. Das ziemlich langsame Spiel hatte zwar etliche schöne Tore – vor allem Würfe aus spitzem Winkel direkt neben den Innenpfosten von einem der Meuselwitzer und die Heber des Eisenbergers Scholz – und die ein oder andere harte Aktion zu bieten, doch die technischen Mängel waren vielfach gravierend (Ball selbst auf den Fuß geworfen, Grottenpässe, beim Dribbeln gestolpert) und wie gesagt: es war langsam. Wäre das als Feldhandballspiel auf einem Fußballplatz ausgetragen worden, wäre den Handballfans, die gerne herumtrompeten „Handball ist ja viiieeeeel schneller als Fußball“ der Spruch im Halse steckengeblieben. Für die zwei mal sechs Feldspieler war der Weg von maximal 40 Metern pro Angriff aber noch halbwegs zu bewältigen. Dabei wurden sie von den gar nicht mal soooo wenigen Zuschauern leider nicht sonderlich unterstützt. Das war wie bei Buna Schkopau: da wird mit fetziger Mucke die Stimmung vorm Spiel anzuheizen versucht (bei Buna Dance-, Techno- und Rapmusik – in Meuselwitz Rap, die Ärzte und Rammstein), aber auf den Rängen bleibt es leise. Im Übrigen waren die Schiedsrichter wieder so gut, wie ich es vom thüringer Amateurhandball gewohnt bin.

Eine etwas andere und auch etwas kürzere Strecke fuhren wir dann nach dem Spiel zurück nach Zeitz.
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Statistik:
Ground Nr. 391 (ein neuer Ground; diese Saison: 60 neue)
Sportveranstaltung Nr. 954 (diese Saison: 96)
Tageskilometer: 140 (100 Bahn, 40 Fahrrad)
Saisonkilometer: 16.410 (12.120 Auto/ 2.200 öffentliche Verkehrsmittel/ 2.090 Fahrrad/ 0 Flugzeug)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 46
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 185