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Dienstag, 23. Mai 2017

W564II: Ruhrgebietsfußball; S04 gegen BVB im U23-Derby und sechs Tore geschossen aber trotzdem verloren

SpVgg Gerthe 1911 .............................................. 8
FC Bochum 1910/1921 ......................................... 6
- Datum: Samstag, 20. Mai 2017 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: Kreisliga B, Bochum, Staffel 1 (10. Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 8-6 nach 93 Min. (45/48) – Halbzeit: 3-2
- Tore: 1-0 10. J. Bejer, 1-1 20. Lupo, 2-1 25. Hasani, 2-2 27. Birsen, 3-2 28. Heppke, 3-3 53. Lupo, 4-3 56. Heppke, 5-3 57. Costanzino, 6-3 60. J. Bejer, 6-4 62. Lupo, 6-5 66. Lahib, 7-5 75. S. Bejer, 7-6 76. Birsen, 8-6 93. S. Bejer
- Gelbe Karten: keine
- Rote Karten: keine - Austragungsort: Kampfbahn am Ehrenmal (Bochum; Kap. 2.050, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 55 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 8,5/10 (Herrlicher Schlagabtausch; inklusive aberkannter Tore 16!)

SV Horst-Emscher 08 AH .................................... 0
DJK Teutonia Schalke-Nord AH ......................... 2
- Datum: Samstag, 20. Mai 2017 – Beginn: 16.30
- Wettbewerb: 2. Runde des Altherrenpokals Kreis Gelsenkirchen (Pokalwettbewerb für Altherrenmannschaften/ Ü32)
- Ergebnis: 0-2 nach 71 Min. (35/36) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 0-1 50. Jablonowsky, 0-2 67. Jablonowsky
- Gelbe Karten: Fritsche, Marasus, NN (Horst); Papajewski, Adriaans, Geue (Schalke-N.)
- Rote Karten: keine - Austragungsort: Sportanlage auf dem Schollbruch (Gelsenkirchen; Kap. 1.360, davon 60 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 45 (davon ca. 20 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Mittelmäßiges aber spannendes Spiel)

FC Schalke 04 II ................................................... 0
BV Borussia Dortmund II .................................... 1
- Datum: Samstag, 20. Mai 2017 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Regionalliga West (4. Spielklasse, 1. Halbprofiliga)
- Ergebnis: 0-1 nach 95 Min. (45/50) – Halbzeit: 0-0
- Tor: 0-1 74. Eberwein
- Gelbe Karten: 1x Schalke, 2x Dortmund
- Rote Karten: keine - Austragungsort: Sportpark Wanne, sogenannte Mondpalast Arena (Kap. 7.000, davon 1.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 400 (davon angeblich nur 254 zahlende, Gästefans: ca. 50 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 1,5/10 (Scheiß Gekicke mit ganz passabler Schlussphase)

SC Obersprockhövel B II .................................... 5
SG Vorhalle 1909 B II .......................................... 0
- Datum: Samstag, 20. Mai 2017 – Beginn: 10.00
- Wettbewerb: B-Junioren Kreisliga B, Hagen (7. und unterste Spielklasse der U17)
- Ergebnis: 5-0 nach 80 Min. (40/40) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 37. Zuber, 2-0 42. Gieselmann, 3-0 43. Halbach, 4-0 77. Gieselmann, 5-0 79. Halbach
- Gelbe Karten: Ostra (Obersprockh.); Melle, Milosavljevic (Vorhalle)
- Rote Karten: Milosavljevic von Vorhalle (52. Rot wg. angeblich groben Fouls)
- Austragungsort: Sportanlage am Schlagbaum (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 2 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchschnitt) SC Obersprockhövel B II 5:0 SG Vorhalle 09 B II Photos with English Commentary:
a) Under-17: Obersprockhövel Res. v Vorhalle Res.
b) Semi-Professional League 4: Schalke 04 Res. v Borussia Dortmund Res.
c) Veterans’ Cup: SV Horst-Emscher v Teutonia Schalke-Nord
d) Amateur League 10: SpVgg Gerthe v SV Bochum 1910/21
e) Ruhrgebiet: Blankenstein and Haus Kemnade/ Hattingen, Bochum-Stiepel

Samstag ging es ins Ruhrgebiet. Am Rande gibt es auch in dieser hässlichen Ecke ein paar schöne Sehenswürdigkeiten, so z.B. die Burg Blankenstein, deren Turm kostenlos bestiegen werden darf und einen Blick übers Ruhrtal und den Ort erlaubt, in Hattingen. Auch unten im Tal steht ein schöner Bau: das Wasserschloss Haus Kemnade. Im benachbarten Stiepel steht eine sehenswerte Kirche mit interessantem Barockfriedhof. Hattingen: Blankenstein Das erste Spiel heute war ein sehr einseitiger B-Jugend-Kick zwischen der B II vom SC Obersprockhövel und der B II der SG Vorhalle aus Hagen. Es dauerte zwar, aber als der Bann gebrochen war, zog der Gastgeber auf 5:0 davon. Bei den Gästen wurde ziemlich rumgemault, da sie nichts auf die Reihe kriegten. Die Sportanlage ist ganz sehenswert, da schön in die bergige Landschaft eingebettet. Eine Stehstufe auf der einen Seite, ein paar Stufen mit Überdachung in die ein Imbiss integriert ist auf der anderen. FC Schalke 04 II 0:1 Borussia Dortmund II Das Spiel Nummer 2 war nominell der Höhepunkt und zudem mit einem typischen Nachkriegs-West-Stadion auch der architektonische Höhepunkt, aber der zu befürchtende Scheißkick. Kaum war ich in Herne/ Wanne-Eickel angekommen, schon kamen die üblichen Ruhrpott-Asis um die Ecke. Was da für ein Bruchvolk rumhing... Natürlich waren auch normale Leute im Sportpark Wanne, aber die Neonazis von S04 fielen schon am stärksten auf. Da die U23 von Schalke gegen die von Dortmund Regionalliga kickte, waren auch ein paar Nachwuchsultras unterwegs. Die pöbelten 90 Minuten gegen die Dortmunder: „Dortmund, Südtribüne – da fickt der Vater mit dem Sohn, und die Mutter leckt die Tochter, ja so ist’s da Tradition“... Der Dortmunder Anhang feuerte auch mal die Mannschaft an und brüllte nicht nur „Scheiß S04“ und erwartungsgemäß siegten die Schwarz-Gelben auch – ein Glückstreffer in der Schlussphase für die weniger schlechte Mannschaft. SV Horst-Emscher Ü32 0:2 Teutonia Schalke Ü32 Es gab keine Krawalle, auch wenn mal drei Böller knallten. Aber das kriegten die in Gelsenkirchen-Horst auch hin. Zwei Mal knallte es da bei einem Altherrenpokalspiel, da Teutonia Schalke-Nord zu Gast war. Da waren auch mal wieder Schalker Originale dabei... Deren Ü32 war auch die etwas bessere Mannschaft, sodass SV Horst-Emscher Ü32 verdient mit 0:2 verlor. Die Anlage in Horst ist aber topp: zwei kleine überdachte Tribünen, viel Grün und eine preisgünstige Kneipe mit viel Auswahl an Kleinigkeiten wie Currywurst und Pommes. Und das sogar zu ganz ordentlicher Qualität! SpVgg Gerthe 1911 8:6 FC Bochum 1910/1921 Auf dem Weg zum letzten Spiel bildete sich ein kleiner Stau an einer Kreuzung da dort – offensichtlich nach einer nicht mit Fußball in Zusammenhang stehenden Schlägerei – die Polizei im Einsatz war und es alle interessierte, wer da am Boden fixiert wurde...

Ich kam aber pünktlich an der Kampfbahn am Ehrenmal in Bochum an, wo hinter einer auffälligen Turnhalle ein wenig auffälliges Kriegsgefallenen-Ehrenmal von Rhododendron zuwuchert. Der Kleinfeldrasen steht ungenutzt rum, der Kunstrasenhauptplatz passt nicht ganz zur sonstigen Anlagen: Gestrüpp, lockere und verfallene Stufen, olle Holzbänke, die Ruine eines ehemaligen Clubhauses... Aber im neuen Sportlerheim gab es sehr gute Steaks im Brötchen – und wieder preisgünstig! Vom Spiel war als Kreisliga B-Mittelfeldkick nicht viel zu erwarten, doch das war mit das beste in diesem Jahr! Ein offener Schlagabtausch, gnadenlos offensiv, noch nicht einmal jede Torchance genutzt, mehrere Latten- und Pfostentreffer, Torwartparaden, abgewehrt auf der Linie vom Verteidiger und zwei Tore für den Gastgeber SpVgg Gerthe aberkannt. Die kassierten 6 Tore – gewannen aber trotzdem gegen den FC Bochum 10/21, die extra ihre eigene Polizeistreife mitbrachten... Am Ende stand es 8:6 in einer fairen Partie. Genial! SpVgg Gerthe 1911 8:6 FC Bochum 1910/1921 Statistik:
- Grounds: 1.931 (4; diese Saison: 253 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.042 (4; diese Saison: 302)
- Tourkilometer: 270 (270km Auto)
- Saisonkilometer: 49.870 (43.860 Auto, davon 2.540 Mietwagen/ 2.570 Fahrrad/ 1.100 Flugzeug/ 370 Schiff, Fähre / 360 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 46 [letzte Serie: 11, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 564 Wochen.

Sonntag, 28. Oktober 2012

W326II: Nun schon das vierte 0-0 diese Saison – das gab es in den letzten drei Spielzeiten davor nicht mal zusammengenommen!

Hörder Sport-Club 1910 C ------------------------------- 3
Lüner Sportverein C --------------------------------------- 2
Datum: Samstag, 27. Oktober 2012 – Anstoß: 11.15
Wettbewerb: C-Junioren Kreisliga, Sonderklasse Dortmund (4. Liga der 12-14jährigen)
Ergebnis: 3-2 nach 76 Min. (39/37) – Halbzeit: 1-1
Tore: 0-1 20. (11), 1-1 35. (2), 2-1 41. (11), 3-1 62. (9), 3-2 69. (8)
Verwarnungen: Nr. 8, 9, 10 (Hörde); Nr. 6, 7, 8, 11 (Lünen)
Zwei-Minuten-Strafen: Nr. 8 (Lünen)
Platzverweise: keine
Spielort: Sportplatz Benninghofen (Kap. 1.500 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 40 (davon Gästefans: ca. 5)
Unterhaltungswert: 3,5/10 (Zweite Halbzeit war ganz OK, die erste war selbst für diese Spielklasse sehr schwach)

BV Borussia 09 Dortmund II ---------------------------- 0
F.C. Hansa Rostock ---------------------------------------- 0
Datum: Samstag, 27. Oktober 2012 – Anstoß: 14.00
Wettbewerb: 3. Liga (3. deutsche Profifußballliga)
Ergebnis: 0-0 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 0-0
Tore, Verwarnungen, Platzverweise: nichts los
Spielort: Westfalenstadion, sogenannter „Signal Iduna Park“ (Kap. 80.645, davon 65.829 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 5.000 (Zahlende: 4.200, Gästefans: ca. 3.000)
Unterhaltungswert: 1,0/10 (Zwei Versagermannschaften trennten sich leistungsgerecht 0:0 – Die Fans, die da nach Spielschluss ihren Teams applaudiert haben, sollten wegen Dummheit Stadionverbot bekommen!)
IMG_3167 Photos with English Commentary:
 
Das Beste an NRW ist die Sportszene. Leider fand sich heute aber auch nur Fußball, da ungewöhnliche Sportarten keine Saison hatten und als Vorspiel zum Hansa-Kick fand sich aufgrund der hirnlosen Ansetzungspolitik von sowohl der 3. Liga als auch den regionalen Amateurspielklassen in NRW nur ein U15-Spiel in erreichbarer Nähe. Was dann sehr verwunderlich war, war die geringe Qualität beider Spiele. Da bin ich Besseres gewohnt in NRW – aber heute war das ja genauso scheiße wie die Qualität der meisten Sehenswürdigkeiten im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland…

Was der 3. gegen den 5. in der Dortmunder C-Junioren Liga – Hörde gegen Lünen also – da ablieferte, war die ersten 20 Minuten nicht zum Mitansehen. Da ist nun der ehemalige Hartplatz seit Monaten ein Kunstrasen, die Maße sind ideal, das Drumherum mit der kleinen Stehtribüne und ein paar Graswällen sowie einem topp Funktionsgebäude auch super – und dann verstolpern die da trotzdem jeden Ball wie eine durchschnittliche F-Jugend es nicht schlechter könnte. Erst als sich die Gäste aus Lünen auf dem Sportplatz Benninghofen hinterm Hüttenhospital – der befindet sich übrigens schon im gleichnamigen Nachbarstadtteil und nicht mehr in Hörde – bequemten, lässig einzuschießen, nahm das Spiel langsam an Fahrt auf. Aber nur sehr langsam. So richtig was los war erst in Hälfte zwei, als Hörde das Spiel mit ein paar schönen Spielzügen drehte und Lünen nun in die Rolle der Versager vor dem gegnerischen Tore schlüpfte. 3:2 hieß es in einem Spiel mit vereinzelten balltechnischen, schusstechnischen und spielerischen Highlights, bei dem auffiel, dass sich die Schiedsrichterleistung reziprok zum Spielfluss entwickelte. Je besser die Jungs spielten, desto mehr Fehlentscheidungen traf der Junge mit der Pfeife. Wirklich schlecht war er nicht, aber hoffentlich lässt man den noch nicht im Männerbereich ran, wenn er sich durch Zurufe von Hörder Spielern zu Freistoß- und Abseitsentscheidungen drängen lässt oder aufs Zeitschinden vom Hörder Torhüter reinfällt, der einen Schiedsrichterball ohne vorherige Berührung durch einen anderen Spieler mit der Hand aufnimmt. IMG_3057 Für verhältnismäßig billige 10€ bekam man einen Sitzplatz bei der Drittligapartie im nahen Westfalenstadion. Ja, im Westfalenstadion – nicht in der Kampfbahn Roten Erde. Aufgrund des Sicherheitswahns – weil ja die bösen Ossis kommen – musste das Spiel des Tabellenletzten (20.) gegen den Siebten statt in einem zu 25% gefüllten Stadion Rote Erde, in einem zu 6,5% gefüllten Westfalenstadion ausgetragen werden. Krank! Einfach nur krank!

In Deutschlands größtem Stadion waren natürlich nur etwa 9.000 Plätze geöffnet: Davon etwa 1.000 VIP-Sitze und je 4.000 Sitz- und Stehplätze für Heim- und Gästefans. Eigentlich waren wir ja für die Gastmannschaft aus Rostock, doch bei Weitem nicht die einzigen Hanseaten die sich sagten: In diesen asozialen Gästeblock gehe ich nicht. Mit „asozial“ meinte aber niemand seine Mitfans, sondern die Sichtbeeinträchtigung durch Netze und Zäune. Vor allem alle fotografierenden Fans zogen auf die Haupttribüne, auf der nur sehr dürftige Stimmung herrschte. Einzig ganz rechts feuerten ein paar Stimmungsmacher/ Ultras/ Hardcore-Fans die Schwarz-Gelben an. Unter den jungen Leuten waren im Übrigen auch einige Neonazis, die es sich nicht nehmen ließen, die beiden schwarzen Rostocker Mendy und Marcos mit Affenlauten zu belegen. Diese Form des Rassismus schien ja in letzter Zeit in Deutschland sehr zurückgegangen zu sein, doch in NRW findet man noch die meisten Leute, die sich nur in Tiersprache verständigen können da es aufgrund mangelnder Intelligenz nicht mal für Ruhrpottdeutsch reicht.

Im Gästesektor war die Stimmung aber kaum besser – nur wenigstens keine dummen Beleidigungen: Erst als die Suptras/ Wolgastä usw. mit ihrem verspäteten Sonderzug zur 70. Minute aufkreuzten, wurde richtig geschlossen angefeuert. Wie wahr doch leider die Feststellung ist: Ohne Ultras keine Stimmung! Dass der Sonderzug verspätet war, behauptete jedenfalls ein Fan hinter mir, was auch Sinn machen würde, da sie sonst nicht erst zur 70. das Stadion betreten hätten und zudem eine erste Peinlichkeitswelle der Saison hereinschwappte: Ein leichter Wintereinbruch in vielen Gegenden Deutschlands sorgte für dutzende Spielausfälle (in der 3. Liga allein zwei!!!) – und natürlich auch für dutzende Zugausfälle; wer pünktlich und mit relativ wenig Stress ankommen will, muss halt das ohnehin meistens nicht einmal ganz so teure Auto nehmen! Jedenfalls: Die Rostocker Sonderzugfahrer begrüßten die Ordner gleich mal handschläglich – oder handgreiflich – da man ein paar Zaunfahnen dort aufhängen wollte, wo man es nicht sollte oder so und brachten das Spiel in der ersten Minute ihrer Anwesenheit fast zum Abbruch durch einen Böllerwurf, den der Dortmunder Torwart gekonnt für eine billige Showeinlage ausnutzte – es war nicht die einzige augenscheinliche Theatereinlage eines Dortmunders an dem Tag. 

Zu mehr als Schauspielern reichte es auch nicht bei der Schwarz-Gelben Reserve, die spielerisch, taktisch und schusstechnisch unter aller Sau ist und maximal als regionalligatauglich bezeichnet werden kann. Da Hansa heute völlig neben sich stand und nur 15 Minuten ganz ansprechenden Fußball zeigte, blieb es bei diesem peinlichen 0:0. So muss man eigentlich entgegen aller sportlichen Fairness sagen: Schade, dass die Gästefans nicht einen Spielabbruch wollten bzw. schafften – zwei derartig dumme Mannschaften haben solche Fairness gar nicht verdient, dass sie 92 Minuten lang ihr scheiß Gekicke im größten Stadion Deutschlands zeigen dürfen!
Wie dumm dieses Publikum insgesamt heute war, sah man daran, dass etliche Fans beider Lager ihren jeweiligen Versagertruppen Applaus spendeten. Wer von Fußball Ahnung hat oder nicht wegen Selbstdarstellung sondern wegen Sport im Stadion aufkreuzt, der muss entweder pfeifen und buhen oder kommentarlos aus dem Stadion laufen.

Wir drei Groundhopper machten dann letzteres und fuhren mit einem Stopp in Werl nach Merseburg zurück. Werl ist eine Stadt in der Größe Merseburgs zwischen Dortmund und Soest. Da Werl auf dem Autoatlas als „besonders sehenswert (Kategorie 2/5)“ hervorgehoben wurde und uns Soest schon als eine der wenigen wirklich sehenswerten Städte NRWs nach einem Besuch im letzten Jahr bekannt war, besichtigten wir kurz entschlossen dieses komische Kaff. Eine recht eindrucksvolle Wallfahrtsbasilika, die aber innen relativ kahl ist, dann eine aufs 13. Jahrhundert zurückgehende, teilweise modernisierte und vor allem stockdunkle Kirche, dazwischen primitivste Betonbauten, Pseudo-Fachwerk, neuaufgebaute Stadtmauern und vereinzelte historische Gebäude (Fachwerk von 1735 oder so z.B.). Also hässlich ist Werl ja eigentlich nicht, aber schön erst recht nicht – und schon gar nicht mehr als eine „kleine Sehenswürdigkeit“ (Kategorie 4/5, wenn man nach diesem Autoatlas geht). Aber wenigstens haben wir ein gutes polnisch-türkisch geführtes deutsch-türkisch-italienisches Lokal gefunden. Für NRW-Verhältnisse war das - übrigens auch von zwei anderen Hansa-Fans besuchte - Restaurant auch recht preisgünstig! IMG_3080 Statistik:
Grounds: 812 (heute 1 neuer; diese Saison: 44 neue)
Sportveranstaltungen: 1.640 (heute 2, diese Saison: 63)
Tageskilometer: 750 (750 Auto)
Saisonkilometer: 17.050 (16.030 Auto/ 940 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 0 [Letzte Serie: 1(!), Rekord: 141]
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 326

Montag, 25. Juli 2011

W260IV: Die schönere Hansestadt, im Cloppenburger Museumsdorf und späte Tore beim BVC

BV Cloppenburg 1:1 BV Borussia Dortmund II
Datum: Sonntag, 24. Juli 2011 – Beginn: 15.00
Wettbewerb: Freundschaftsspiel Oberliga Niedersachsen (5. Liga, 2. Halbprofiliga) gegen Regionalliga West (4. Liga, 1. Halbprofiliga)
Ergebnis: 1:1 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0:0
Tore: 0-1 78. Kevin Nennhuber (Eigentor), 1-1 88. Rogier Krone
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: sogenannte „TimePartner Arena“ (früher „Arena“ Oldenburger Münsterland, Kap. 5.001, davon 1.080 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 251 (davon ca. 12 Gästefans)
Unterhaltungswert: 6,5/10 (Weitestgehend gutes und schnelles Spiel)
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Photos and English version:

Die beiden Hansestädte Bremen und Hamburg sind ja für viele ein touristisches Ziel, wobei dabei auch die Frage entsteht, welche Stadt eigentlich die schönere ist. Da gibt es natürlich immer weit auseinander gehende Meinungen, aber nach einem weiteren Besuch in Bremen wurde mein Eindruck nur verstärkt: wer was an Hamburg findet, muss echt Geschmacksverirrungen haben. Bremen ist mit seinem Rathaus- und Domplatz mit umliegenden Gebäuden wie dem Schütting, der Böttcherstraße, den Wallanlagen und dem mittelalterlichen Schnoorviertel – also der gesamten Altstadt, die nur wenige Bausünden aufweist – und einiger Außenbezirke wie dem Botanischen Garten mit Rhododendrenpark um so viele Klassen besser als dieses arrogante Dreckloch Hamburg, dass die Frage nach der schöneren der beiden Hansestädte eindeutig ausfallen muss: Bremen.

Von Bremen aus ist man natürlich sofort wieder in Niedersachsen, wobei wegen Fußball Cloppenburg – an sich ein mieses Provinznest – unser Ziel war. Vor dem Spiel schauten wir die einzigen beiden Sehenswürdigkeiten an: das Schloss mit Resten der ehemaligen Burg und das Museumsdorf. Dieses Freilichtmuseum verlangt zwar 6€ (Studenten 3€, Kinder 2€ usw.) Eintritt, aber lohnt sich, da man gut erklärt und rekonstruiert die ländlich-mittelalterliche und -frühneuzeitliche Architektur Norddeutschlands vor sich hat. Nicht so authentisch wie Kumrovec in Kroatien, aber dafür deutlich größer, sind dort dutzende Gebäude zugänglich: von Stallungen und Bauernwohnhäusern, über Windmühlen und einer Schule, bis hin zu einer Kirche und einem Landadelssitz. Die Geldanlage lohnt sich schon, da in Niedersachsen, dass neben Nordrheinwestfalen und Saarland das an sehenswerter Architektur ärmste Bundesland ist, die ländliche Architektur mit Fachwerk und Reetdach am ansehnlichsten ist.
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Erst gestern haben die Cloppenburger ihrem Stadion, das vorher ohnehin mit „Arena Oldenburger Münsterland“ einen ziemlich dämlichen Namen trug, mit einem wirklich völlig hirnverbrannten Namen zugesetzt: „TimePartner Arena“ heißt dieses weitläufige Sportgelände mit dem kurios zusammen gebastelten Stadion jetzt. Immerhin hat das noch regionalen Bezug, da die Sponsorenzusammenarbeit mit der Cloppenburger Niederlassung dieses sogenannten Personaldienstleisters erfolgt. Aber ein viel dümmerer Name hätte kaum für Firma und vor allem Stadion gefunden werden können. Was aber eben wirklich kurios an dem Stadion ist, ist der Punkt, dass die neue „Arena“ stellenweise ein altes Stadion überbaut, dessen Reste auch so stehen gelassen wurden. Der alte Eingangsbereich ist rechts und links von hohen Stehtraversen flankiert, von denen man etliche Meter vom gegenwärtigen Spielfeld weg stehend zugucken könnte (wäre da kein Zaun, der das verbietet). Noch besser natürlich die kleine, alte Tribüne schräg hinter der höheren, breiteren und mit blauen und gelben Sitzschalen bestückten neuen Tribüne. Außer von dieser überdachten Sitztribüne kann man übrigens auch von den drei anderen Spielfeldseiten zugucken, wobei die Stehplätze durch unnötig hohe Zäune und Ballfangnetze eine Zumutung sind. Hinter den Stehrängen befinden sich übrigens mehrere Nebenplätze.

Zum heutigen Testspiel zwischen dem BV Cloppenburg und der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund kamen nur 251 Zuschauer, obwohl der Eintritt erheblich reduziert wurde: statt 10€/ ermäßigt 9€, kosteten die Karten 6€ bzw. 5€. Das war das erste Mal, dass ich in Deutschland erlebe, dass bei einem Vorbereitungsspiel, bei dem Eintritt erhoben wird, der Eintrittspreis unter dem normalen Kartenpreis für Pflichtspiele liegt. Sehr anständig! Dem BV Cloppenburg reichte ein zweiter Platz in der Oberliga nicht ganz zum Aufstieg, die zweite Mannschaft des schwarz-gelben Ruhrpottclubs holte eine Liga höher den 6. Platz. So war ein eigentlich ein relativ ausgeglichenes Spiel mit einem knappen Dortmunder Sieg zu erwarten.
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Das Spiel war von der ersten Minute an fast durchgängig schnell und gut, doch war die Anzahl der Torchancen eher mittelmäßig und der Abschluss schwach. Wie so oft in den Halbprofiligen Regional- und Oberliga: außer verteidigen können die Mannschaften nicht wirklich viel. Was man beiden Kontrahenten heute aber zu gute halten musste: von einem passiven Spiel konnte diesmal nicht die Rede sein. Die geringe Torzahl lag zum einen an der eben starken Abwehr und zum anderen an dem Problem, dass die meisten Spieler zwar technisch gut und weitestgehend sauber am Ball in Aktion waren, doch keine so richtig guten und spektakulären Schüsse abfeuerten. So war es nicht verwunderlich, dass erst 12 Minuten vor Abpfiff ein Eigentor – der Cloppenburger huppte in den eher ungenauen Flankenball des Dortmunders und lenkte ihn gegen die Laufrichtung des eigenen Torwarts ins Netz – einen erlöste. Ein 0:0 war ziemliche nahe gewesen. Die Schlussphase sah noch einmal die beinahe gleichwertigen Gastgeber herankommen, wobei ein starker Flachschuss ins kurze Eck den verdienten Ausgleich für den BVC besorgte. Verdient war er vor allem deshalb, weil Dortmund als Klassenhöherer nur geringfügig mehr Chancen hatte, aber kaum mehr Ballbesitz und nur mehr Fouls auf dem Konto vorweisen konnte. Da hat man dann als Favorit keinen Sieg über den eine Liga tiefer spielenden Gegner verdient.

Nach diesem alles in allem guten Spiel fuhren wir nach Bremen zurück und aßen bei einem zufällig gefundenen persischen Restaurant gut zu Abend. Auch dieser Bericht ist wieder im ETAP entstanden und dank der ebenso schnellen wie kostenfreien Internetverbindung bereits heute im Netz gelandet.
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Statistik:
Grounds: 593 (heute ein neuer Ground; diese Saison: 142 neue)
Sportveranstaltungen: 1.317 (heute eine, diese Saison: 205)
Tageskilometer: 180 (180 Auto)
Saisonkilometer: 45.230 (23.370 Auto/ 10.200 Flugzeug/ 5.660 Bahn, Bus, Tram/ 5.190 Fahrrad/ 810 Schiff, Fähre)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 44
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 260