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Montag, 27. April 2020

ANDORRA

LP Nr.: 37, Grounds: 6 (5+1)

Fußballstadien und -plätze: 
Andorra la Vella (1): Estadi Comunal (1. und 2. Andorranische Liga, früher Nationalmannschaft Andorra) – 2.000 (1.300/ 700); 10!
Andorra la Vella (1): Mini Camp Estadi Comunal (Frauenfußball andorranische Liga) – 2.000 (1.300/ 700); 7,0
Engordany (1): Camp Prat del Roure (u.a. Jugendfußball UE Engordany, Comú d'Escaldes) - 500 (100/ 400); 7,0
Ordino (1): Camp de Futbold’Ordino (2. Andorranische Liga u.a.) – 100 (0/ 100); 6,5
Sant Julia/ Aixovall (2): Camp de Futbol d’Aixovall (1. und 2. Andorranische Liga) – 800 (800/ 0); 10!

Andere Sportanlagen:
Engordany (1): Pavelló del Prat Gran (u.a. andorranische Futsal-Wettbewerbe) - 824 (824/ 0); 7,0

Andorran Super Cup at Estadi Comunal d'Andorra la Vella: FC Lusitanos v UE Santa Coloma.

Mittwoch, 26. März 2014

W399VII: Von Andorra über Frankreich zurück nach Merseburg; Der Bolzplatz im Nationalstadion in Andorra und Internationales Rugby im Katalanischen Perpignan

Catalans Dragons (Perpignan) 30:14 Huddersfield Giants
- Datum: Samstag, 22. März 2014 – Kick-Off: 18.30
- Wettbewerb: Super Rugby League (Professionelle Englische 13er-Rugby-Liga)
- Ergebnis: 30-14 nach 80 Min. (40/40) – Halbzeit: 14-0
- Tries (Versuche, d.h. 4 Punkte): Louis Anderson 2x, Zeb Taia, Morgan Escare, Elliot Whitehead (Perpignan); Scott Grix, Brett Ferres, Jodie Broughton (Huddersfield)
- Kicks (Schüsse, d.h. 2 Punkte): Thomas Bosc 5x (Perpignan); Danny Brough (Huddersfield)
- Strafen: keine
- Spielort: Stade Gilbert Brutus (Kap. 11.500, davon 9.500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 7.000 (davon 6.600 zahlende und ca. 20 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 8,0/10 (Sehr gutes Spiel mit überraschendem Ausgang)

Futból Feminí Andorra 0:1 FC Encamp Feminí B
- Datum: Samstag, 22. März 2014 – Anstoß: 12.00
- Wettbewerb: Lliga Feminí Base (Fünf-gegen-Fünf Frauenliga Andorras)
- Ergebnis: 0-1 nach 45 Min. (3x15) – Drittelergebnisse: 0-0, 0-0, 0-1
- Tor: 0-1 33. Claudia Cerda Cassi
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Mini Camp Estadi Comunal [Andorra la Vella] (Kap. 2.000, davon 1.300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 11 (mehrheitlich für Encamp)
- Unterhaltungswert: 1,5/10 (Schönes Tor aber ansonsten grauenhaftes Niveau wie nicht einmal im Saalekreis...)

Comú d’Escaldes-Engordany CF (Alevín) ............... 4
Unió Esportiva Sant Julià de Lloria (Alevín) ........... 5
- Datum: Samstag, 22. März 2014 – Anstoß: 9.30
- Wettbewerb: Lliga Aleví Primera Divisió (1. D-Junioren-Liga Andorras)
- Ergebnis: 4-5 nach 60 Min. (3x20) – Drittelergebnisse: 1-1, 2-2, 1-2
- Tore: 0-1 7. Iker Rodriguez Torra, 1-1 13. Ian Gonzalez Bumedien, 1-2 31. Marco Inacio da Silva Machado, 2-2 35. Ian Gonzalez Bumedien, 2-3 37. Adria Blat Vidal, 3-3 38. Miquel Lopez Escoriza, 4-3 41. Joan Inez Bellido (Strafstoß), 4-4 44. Marco Inacio da Silva Machado, 4-5 54. Marco Inacio da Silva Machado
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Camp Prat del Roure [Engordany] (Kap. 500, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (je ca. 15 für beide Teams)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Sehr gutes und spannendes U13-Spiel)  
Photos with English Commentary:
a) Rugby League: Catalans Dragons Perpignan v Huddersfield Giants
b) Andorran Women’s Football: FF Andorra v FC Encamp Reserves
c) Andorran Under-13 Football: Comú d‘Escaldes v Sant Julia
e) Roman Sites in France: Nimes and Orange
f) Principality of Andorra: Mountains and Churches

Der morgendliche Blick aus dem Fenster zeigte Schneetreiben und dichten Nebel in Pas de la Casa. Mit unseren Sommerreifen kamen wir aber ohne Schwierigkeiten über den leicht verschneiten 2.400m hohen Pass ins Tal nach Engordany zum D-Jugendspiel zwischen Comú d’Escaldes-Engordany CF (der Gemeindesportverein ist Tabellenführer der 1. U13-Liga gewesen) und Unió Esportiva Sant Julià de Lória. Das Kleinfeldstadion mit seinen zwei zusammengepfriemelten Tribünen ist zwischen Parkhäusern, Einkaufszentren und Bankgebäuden eingeklemmt. Wir guckten dem flotten Treiben größtenteils von der Dachterrasse des Einkaufszentrums mit Restaurants und Sporthalle, Prat del Roure, zu. Escaldes und Sant Julia lieferten ein sehr spannendes und sehr ausgeglichenes Match ab: einer ging in Führung, der andere glich stets aus. Am Ende wurde es allerdings ein sehr glückliches 4:5 für Sant Julia was einen Wechsel an der Tabellenspitze bedeutet.

Nachdem wir eine Weile auf dem öffentlichen Sportplatz zwischen Prat del Roure und Prat Gran bolzten, fuhren wir weiter zur Frauenliga im Nationalstadion. Die Frauenliga hat sieben Teams und es wird nur 5 gegen 5 gespielt. Somit wurde die Partie auf dem Nebenplatz ausgetragen: dem innerhalb des Stadions, zwischen Leichtathletik-Laufbahn und Tor des Fußballfeldes gelegenen Kunstrasen-Bolzplatz mit Handballtoren. Es wurde allerdings nach normalen Fußballregeln und nicht mit Futsal-Reglement gespielt. Wie schwach Frauenfußball in Andorra ist, war an diesem Spiel zwischen Futbol Femení Andorra la Vella (5.) und FC Encamp B (2.) gut zu messen: kein Passspiel über zwei Stationen, kein platzierter Schuss, lauter Kullerbälle, unkoordiniertes über den Ball Schlagen, Ball aus der Hand Fallen der Torhüterinnen… Die Frauen und Mädchen – teilweise spielten da schon Zehnjährige mit – konnten eigentlich durchweg überhaupt nicht Fußball spielen. Bis auf den schönen goldenen Treffer in den Winkel von Encamp II war das noch schlimmer als Frauenkreisklasse Saalekreis!  
Weiter ging es durch die beiden über sechs Euro Maut kostenden Tunnel unter den im Nebel hängenden Pässen Pas de la Casa und Puymorens hindurch. Es waren noch zwei kurze Besichtigungen, erstmal der Burgruine Carol und dann der Festungsstadt Villefranche de Confluent, drin. Wir erreichten nach einer lästigen Zollkontrolle die uns und andere minutenlang und ohne erkennbaren Sinn ausfragte zu Fahrtrichtung und Wareneinkäufen (anstatt dass die den Wagen kontrollieren, stellen die Fragen die sie nicht mal was angehen: von wegen, was man in Marokko gemacht hat), Perpignan. Die Stadt ist unglaublich dreckig – ausschließlich übrigens durch die Katalanen und Franzosen mit ihren scheiß Kötern – und überschätzt. Perpignan ist nicht mal so schön gelegen wie andere Städte in Südwest-Frankreich, hat nur eine dürftige Festung und ein paar ältere Häuser zu bieten – aber immerhin ist sie eine echte Rugby-Stadt!

Gleich am Ortseingang ist das kleinere Stadion – für 13er-Rugby bei den Dragons – in derselben Straße stadteinwärts steht ein doppelt so großes fürs 15er-Rugby. In Perpignan ist immer „Union oder League“ die Frage: wir sahen zum ersten Mal League (also mit 13 Spielern pro Team) im erstgenannten Stade Brutus, das auf drei Seiten mit Tribünen mit roten und gelben Sitzen versehen ist. Die Catalans Dragons spielen als einzige französische Mannschaft in der professionellen englischen Super-League mit. Die aus dem nördlichen Mittel-England (West Yorkshire) stammenden Huddersfield Giants waren heute zu Gast.

Bei der Farbgebung des Stadions war es schon zu befürchten: die katalonischen Separatisten spielten vor dem Kick-Off ihre live gesungene Hymne ab. Auch die Anfeuerungen waren nur z.T. auf Französisch, sonst im spanischen Dialekt Katalanisch. Ansonsten war es die größte Kulisse, die wir je bei einem Rugbyspiel gesehen haben – und um die Ecke waren fast doppelt so viele zum intelligenterweise zeitgleich ausgetragenen 15er-Rugby gekommen! Es wurde auch ab und an mit Sprechchören angefeuert und normaler Lärm wie Pfeifen und Dazwischenrufen veranstaltet.

Der Spielverlauf war wie erwartet klar, allerdings unerwarteterweise zugunsten der Heimmannschaft: die hatte fünf Niederlagen und 0 Punkte, Huddersfield drei Siege und zwei Niederlagen. Von Anfang an spielte aber Perpignan konzentrierter, absolut sicher in den Pässen und aggressiver aufs Malfeld zu. Drei Versuche konnten sie so legen. Der Vorsprung von 14:0 bei Pause war noch einzuholen, doch nur wenige Minuten nach Wiederbeginn schafften die Katalanen einen tollen Sprint für den vierten Try. Erst in der Schlussphase konnten auch die Engländer Punkte machen: mehr als drei Versuche und eine Erhöhung (Conversion) waren aber nicht drin, sodass es am Ende 30:14 hieß.
Das Spiel war durch die Regelabwandlungen schneller als 15er-Rugby, eine sinnlose Regelabänderung ist allerdings die Punktezählung 4, 2, 1 (statt 5, 3, 2).

Nach kurzem Essen bei Meckens ging es zum F1, wo zwei Streifenwagen vor der Tür standen. Ein besoffener Gast hatte randaliert – den Rest der Nacht blieb es allerdings ruhig…  
Sonntag gab mal keinen Sport: das Programm war stark ausgedünnt, da die Kommunalwahlen anstanden und gerade in Südfrankreich brauchten die Deppen Zeit um die scheiß Front National mit bis zu 45% zu unterstützen. An der Rechtsextremenhochburg Nr. 1, Béziers, fuhren wir aber nur vorbei. Wir hatten auf Sport auch v.a. wegen der Besichtigung des Amphitheaters von Nimes und des römischen Theaters von Orange verzichtete. Das endlos gehypte Nimes war eher enttäuschend, da die Veranstaltungsarena (für Stierkämpfe, Musikfestivals und Theater genutzt) innen sehr überformt ist von neueren und älteren Holzbänken und Gerüsten – und diesen unsachgemäß restaurierten Bau kann man nur für Wucherpreise von 9€ besichtigen. Auch in Orange wurden Wucherpreise (9,50€) verlangt, aber man bekommt dafür wenigstens ein Theater mit ungewöhnlicher Fassade, spektakulären Stufen die halbwegs originalgetreu aufgemauert wurden und ein gut sortiertes Museum zu römischer und späterer regionaler Kunst zu sehen. Die Altstadt von Orange ist auch nicht so uninteressant, da dort auch noch ein römischer Triumphbogen in einem Kreisverkehr steht.

Wir machten uns auf die Piste nach Besancon. An der Raststätte wie üblich nur dreckige Hocktoiletten – selbst in Marokko gibt es das nur noch selten an den alten und schlechten Rasthöfen – und in Besancon fanden wir nur eine geöffnete Tankstelle – völlig versifft und es funktionierte nur eine Zapfsäule. Im F1 waren die Klos teils zugeschissen, Handtücher gab es keine – drumherum standen abgewohnte Häuser und kiffende Jugendliche. Wo wir waren da gelandet? Natürlich in Frankreich! Denn die großkotzige Grand Nation ist bei Weitem nicht nur protziger Barock und edle Küche…  
Am nächsten Tag hatten wir uns auch ein kleines Besichtigungsprogramm zusammengestellt: mit Staufen hatten wir natürlich gleich das beste Negativbeispiel für eine deutsche Stadt herausgesucht; durch Pfusch beim Bau einer Erdwärmeanlage ist die Altstadt einsturzgefährdet – so was kann doch nur in Deutschland (speziell in Baden-Württemberg) oder der Schweiz passieren! Zu viel Seitenbacher Körnerfraß schadet wohl doch dem Gehirn…

Kurzfristig entschieden wir uns um und legten die Route statt durch den verschneiten Schwarzwald über Freiburg (wir besichtigten das sehenswerte Münster, ansonsten ist die Altstadt leider uninteressant, und gingen gut chinesisch Essen) und das nördlich davon gelegene ländliche Gebiet Freiamt. Dort gibt es eine sehr schöne Burgruine, die Hochburg, die frei zugänglich auf einem der charakteristischen und teils mit Weinstöcken bewirtschafteten Hügel liegt; eine frühgotische Kapelle als Rest des Klosters in Tennenbach; eine schöne, authentische Burgruine in Landeck im selben Baustil wie die Hochburg; und die Kleinstadt Emmendingen wo wir die barocke Altstadt anguckten – die ist klein, nicht herausragend, aber ganz lohnend.

Es folgte das übliche Verkehrschaos im Raum Karlsruhe, von da an ging es zügig mit Zwischenhalt an einem Autohof für Burgerking – sonst kann man ja nicht zu bezahlbaren Preisen an Autobahnen essen – nach Merseburg zurück, wo wir 0.15 Uhr ankamen.  
Statistik:
- Grounds: 1.091 (Samstag: 3; diese Saison: 120 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.007 (Samstag: 3; diese Saison: 151)
- Tageskilometer: 1.880 (Samstag: 230km Auto, Sonntag: 760km Auto, Montag: 890km Auto)
- Saisonkilometer: 51.040 (49.870 Auto/ 1.080 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 10 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 5 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 399

Dienstag, 17. September 2013

W373I: Beschissenes Baskenland

Bilbao, Estadio San Mamés. Home of Athletic Bilbao. Photos with English Commentary:
Spain (North): Bilbao, Basque Country

Heute war der (hoffentlich wirklich) beschissenste Tag der Reise. Eigentlich hatte ich gesagt: scheiß auf Primera Division, wir gucken nur Amateurfußball in Spanien. Hab ich mir anders überlegt, als ein Montagsspiel in Bilbao angesetzt wurde. Und da fährt man nun fast 200km Umweg auf dem Weg nach Marokko bzw. zuerst mal Portugal und dann ist das Spiel ausverkauft. Man muss sich mal hier vor Augen halten, dass diese scheiß Spanier zu blöd sind, einen Internetverkauf oder anderen Online-Vorverkauf zu organisieren. Karten bekommt man nur an der Stadionkasse! Und so was zählt zu den 10 besten Ligen der Welt?!

Der Tag war aber ohnehin scheiße, denn nur auf andorranischem Boden lief es noch gut: zwei Serpentinen vom Hotel aus dem wir flott auscheckten hoch und für 1,36€ SuperPlus98 getankt – der Benzinverbrauch war um 2 Liter niedriger als mit der E10-Plörre für 1,30€ bzw. in Deutschland ja bis zu 1,65€! Vier Serpentinen runter und schon waren wir in Frankreich und der Ärger fing an: verstopfte Landstraßen bis Foix, langsames Vorankommen bis zur Autobahn, dann wenigstens zügige Vorbeifahrt an Tarbes und Pau. Hinter Bayonne wollten die natürlich wieder Maut ohne Ende: kaum mehr als 200km und dann fast 19€!

Die Wegelagerei war in Spanien kein Deut besser, aber wir fuhren eh ins Baskenland wo man nicht mal Quittungen bekommt. Zudem können die Spanier meist nicht Auto fahren im Gegensatz zu den Franzosen. Trauriger Höhepunkt war natürlich der LKW-Fahrer hinter San Sebastian, der wohl eingepennt ist, die Leitplanke touchierte und dann bei gut 40km/h in die Holzbarriere und Böschung bretterte. Alles direkt neben uns.

Das Baskenland war so scheiße wie ich es befürchtet hatte: kaum Sehenswürdigkeiten, die schöne Landschaft ständig mit Regenwolken verhangen, ein beschissenes Hotel und dann der Scheißdreck am Stadion. Normalerweise bekommt man noch locker Karten, da sich kaum 30.000 Basken (und es gingen immer knapp 40.000 rein) die perversen Eintrittspreise von 38€-105€ leisten können. Nirgendwo in Spanien gibt es so viele Bettler wie in Bilbao. Aber da jetzt das Stadion umgebaut wird und 25% der Plätze wegfallen, waren wir nicht mal die Einzigen, die wieder nach Hause geschickt wurden.

Nachdem wir uns vergewisserten, dass Bilbao wirklich eine überschätzte Scheißstadt ist, fuhren wir zum Hotel zurück und nutzten den 5€ teuren Internetzugang. Ich weiß nicht, ob die Abspaltung von Accor namens „Formule 1“ wirklich überall so asozial ist oder nur in diesem Baskenmoloch Bilbao, aber bei den F1 (F1 gehört zu Accor, Formule 1 ist der ursprüngliche Name von F1 und hat sich irgendwie selbstständig gemacht) zahlt man nichts fürs Internet, nichts für Handtücher und Seife (gut, dass wir so was immer mitnehmen!) und nichts für die Fernsehbenutzung (aber die nahmen wir eh nicht wahr und sparten dadurch 1€). Also so was asoziales wie das Formule 1 in Bilbao-Barakaldo gibt es nicht so schnell noch mal! Ich würde ja noch für die Scheißhäuser und Duschen 1€ verlangen und im Gegenzug den Zimmerpreis von 35€ noch heruntersetzen. Wenn man nur 25€ verlangt, kann man sich ja noch das Parken bezahlen lassen und die Bettwäsche…

Das einzige Positiv-Interessante heute war die ständige Konfrontation mit der kuriosen baskischen Sprache, deren Verwandtschaftsbeziehungen unklar sind. Wahrscheinlich hat es entfernt was mit Keltisch zu tun, jedenfalls klingt dieses Kauderwelsch sehr gut. Im Radio wurde viel Baskisch moderiert und teilweise auch Volksmusik gespielt, die oft schrilles Getröte und schräges Gesinge mit Jodeleinlagen ist (irgendwie zwischen Spanisch-Arabischer Mucke und Schweizer Bauernmusik), und jegliche Beschilderung überall war in Spanisch und Baskisch gehalten. Wäre sie nur Baskisch, würde selbst ich mit meiner reichen Fremdsprachenerfahrung nichts verstehen…
Statistik:
- Tageskilometer: 570 (570km Auto)
- Saisonkilometer: 11.990 (11.230 Auto/ 760 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)

W372V: Alle drei Erst- und Zweitliga-Wettkampfstätten an einem Tag

Unió Esportiva Sant Julià de Lòria B ------------------- 1
Futbol Club Ordino B -------------------------------------- 5
- Datum: Sonntag, 15. September 2013 – Anstoß: 12.00
- Wettbewerb: Senior Segona Divisió (2. und unterste Andorranische Amateur-Fußballliga)
- Ergebnis: 1-5 nach 96 Min. (47/49) – Halbzeit: 1-4
- Tore: 1-0 1. Brian Pina Martinez, 1-1 18. Joel Agostinho da Rocha Cunha (Handelfmeter), 1-2 21. Robert Flotats Nerin, 1-3 27. Joel Agostinho da Rocha Cunha, 1-4 32. Eric Uriguen Garcia, 1-5 63. Marc Baro Arroyo
- Verwarnungen: Tarik El Almi Jami, Nuno Morais Domingues, Tarun Tublani Ambeprasad, Jose Manuel del Rio Guadix, Marc Culleres Pijuan (Sant Julia); Guillem Aurenche Mateu, Aleix Guillem Angermair Tornese (Ordino)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Camp de Futbol d‘Ordino (Kap. 100 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 35 (davon ca. 5 Sant Julia and 30 Ordino)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Nach guter erste Halbzeit schlief das Spiel ein)

Futebol Club Lusitanos Andorra la Vella B ------------ 0
Unió Esportiva Escaldes-Engordany --------------------- 1
- Datum: Sonntag, 15. September 2013 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: Senior Segona Divisió (2. und unterste Andorranische Amateur-Fußballliga)
- Ergebnis: 0-1 nach 95 Min. (47/48) – Halbzeit: 0-0
- Tor: 0-1 66. Daniel Cortes Fernandez (Foulelfmeter)
- Verwarnungen: Cesar Veiga Gomes, Nuno Miguel Barros Machado, Marco Paulo Esteves dos Prazeres, Antonio Manuel Lopes Martins, Carlos Miguel Braga Gonçalves (Lusitanos); 2x Alberto Arroyo Herrero, Joao Pedro Correia Fonseca Rodrigues, Domingos Cerqueira, (Engordany)
- Platzverweise: Alberto Arroyo Herrero von Engordany (38. Min. wg. wiederholten Foulspiels)
- Spielort: Camp de Futbol d’Aixovall (Kap. 800 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca.40 (davon ca. 15 Engordany-Fans)
- Unterhaltungswert: 4,5/10 (Grauenhafte erste Halbzeit, aber ganz gutes Spiel im zweiten Abschnitt)

Futebol Club Lusitanos Andorra la Vella --------------- 1
Unió Esportiva Santa Coloma ----------------------------- 0
- Datum: Sonntag, 15. September 2013 – Anstoß: 17.00
- Wettbewerb: Final Supercopa Andorra (Meister gegen Pokalsieger des Andorranischen Fußballs, beide Teams Primera Divisió = 1. Andorranische Amateurliga)
- Ergebnis: 1-0 nach 96 Min. (48/48) – Halbzeit: 1-0
- Tor: 1-0 13. Cristian Martinez Alejo
- Verwarnungen: Oscar Sonojee Masand, Samuel Pedro Martins Gouvea, Rafael Santos Brito, Jonathan Puente Oriola, Jamal Zarioh Taouil, Manuel Veiga Machado, Cristian Alejo Martinez (Lusitanos); Sergio Crespo Alonso, Alex Roca Villaño, Josep Nieto Pedescoll, Boris Anton Codina, Aitor Pereira Gonzalez (Santa Coloma)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Estadi Comunal d’Andorra la Vella (Kap. 2.000, davon 1.299 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 800 (je ca. 400 Fans von jedem der Teams)
- Unterhaltungswert: 4,0/10 (Ganz dürftiges Niveau mit einigen schönen Szenen der Lusitanos)

FC Casa Benfica Aldosa de la Massana ----------------- 3
Unió Esportiva Santa Coloma B -------------------------- 0
- Datum: Sonntag, 15. September 2013 – Anstoß: 20.00
- Wettbewerb: Senior Segona Divisió (2. und unterste Andorranische Amateur-Fußballliga)
- Ergebnis: 3-0 nach 97 Min. (47/50) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 22. Sergio Paulo Carvalho Coelho, 2-0 46. Patrick Miguel Carvalho de Ramalho, 3-0 49. Vitor Luis Fereirra Gonçalves Abreu
- Verwarnungen: Daniel Monteiro Fernandes, Marcio Regerio Pinto Ferreira, Bruno Miguel Cerqueira da Silva, Hugo Gonçalves Fernandes (Benfica); Iñaki Diaz Tonda, Yuri Rodriguez Muñoz (Santa Coloma)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Camp de Futbol d’Aixovall (Kap. 800 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (davon je ca. 10 Fans der einen bzw. anderen Mannschaft)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Ganz ordentliches Spiel, aber wie man so unfähig sein kann wie Santa Coloma B… die faulen Portugiesen hätten gegen eine ernstzunehmende Mannschaft locker 3:6 verloren!) View on Ordino football ground. Photos with English Commentary:
a) Andorran Super Cup Final at Comunal Stadium Andorra La Vella: Lusitanos Andorra la Vella defeat UE Santa Coloma
b) Andorran Second Division at Aixovall: Engordany defeat Lusitanos B and Casa Benfica defeat Santa Coloma B
c) Andorran Second Division at Ordino: Ordino B defeat Sant Julia B
d) Andorra Sightseeing: Meritxell Sanctuary, Santa Coloma Church, Sant Julia Valley

Den Sonntag hatten wir hauptsächlich mit Fußball im Fürstentum verplant. Es gibt ja nur drei Stadien in Andorra die für Männerfußball genutzt werden, auf den kleineren ausbautenlosen Plätzen (2 in Encamp, 1 in Engordany, 1 in Andorra la Vella) wird nur Jugendfußball und Trainingsbetrieb abgehalten, und ein weiteres für Wettkampfbetrieb im spanischen Alàs. Dort werde ich vielleicht auch mal ein Spiel gucken, so kurios wie diese Situation ist, dass die andorranischen Vereine in einen 15km entfernten spanischen Ort ausweichen… Aber heute hieß es erstmal die Stadien in Ordino, Aixovall und Andorra la Vella abhaken, die alle in unschlagbarer Landschaft liegen!

Encamp church. Auf dem Weg nach Ordino guckten wir noch den Klosterkomplex in Meritxell an, der größtenteils aus modernen, aber angepassten Gebäuden besteht und fotografierten die Kirche und den Wehrturm von Encamp von der gegenüberliegenden Serpentinenstraße. Den Platz von Ordino kann man herrlich von umliegenden Bergen einsehen, am Stadion selbst wird es eng für Zuschauer: nur etwa 100 können auf die winzige Stehtribüne oder den Wall. Ein paar Dutzend wollten dann das Zweitligaspiel der sehr jungen Reservemannschaft von Ordino gegen die Zweite Mannschaft von Sant Julià sehen. Beide Teams sind nicht gerade Aufstiegskandidaten, aber da keiner (mangels Unterbau) absteigt, spielen sie locker zum Spaß mit.

Ein Abwehrfehler und der dazugehörige perfekte Abstauber eröffneten das Spiel: 1-0 für Sant Julià B. Kurze Zeit später verhängte das kleinliche Schiedsrichtergespann Elfmeter und der Anfang vom Ende für Sant Julià nahm seinen Lauf: nach dem sicher verwandelten Strafstoß stellte sich der Torwart zwei Mal blöd an und schon stand es 1:3, ein starker Schuss zum 1:4 noch vor der Pause sorgte für die Entscheidung.

Nach der Pause schlief das Spiel ziemlich ein. Nur ein toller Schuss ins lange Eck zum 1:5 war zu Bestaunen. Wie die A-Jugend-Truppe von Ordino die erfahrenen Männer von Sant Julià abzogen, war schon erstaunlich. FC Lusitanos B v UE Engordany, 2nd Andorran league at Aixovall stadium. Wir fuhren sofort ins herrlich gelegene Aixovall weiter, die niedrig überdachte Tribüne mit Sitzen in den Nationalfarben blau, gelb und rot ist der einzige offizielle Platz für Zuschauer (800 passen da drauf), doch wie in Ordino auch kann man sich außen vor den Zaun stellen und reingucken oder – und das sogar viel besser noch als in Ordino – auf Bergpfaden platzieren und aus etlichen Metern Höhe ins Stadion glotzen.

Die erste Halbzeit war keiner Beschreibung wert: dass UE Engordany ihren Kapitän nach wiederholtem Foul verlor war das Highlight der torlosen ersten 45 Minuten, doch dann begann Engordany das Spiel in Unterzahl zu bestimmen. Die Portugiesen der Zweiten Vertretung von Lusitanos Andorra la Vella wurden hinten reingedrängt und der Schiri, der ständig zu Unrecht von allen Seiten vollgemeckert wurde, verhing nach einem klaren Foul im Strafraum einen Elfer. Der wurde sicher zum Golden Treffer dieses Nachmittags verwandelt.

Beim nächsten Spiel waren die Jungs vom FC Lusitanos allerdings die bessere und erfolgreichere Mannschaft. Bevor wir aber ins genauso herrliche Estadi Comunal in der Hauptstadt weiterfuhren, gingen wir noch mal über Andorras schönste und älteste Brücke, eine mittelalterliche Feldsteinbrücke (bei Santa Coloma) von nur wenig mehr als einem Meter Breite aber gut 10m Höhe (bei einem Steingeländer von 30cm Höhe) über einen Gebirgsfluss. Andorran Super Cup at Estadi Comunal d'Andorra la Vella: FC Lusitanos v UE Santa Coloma. Der Futebol Clube Lusitanos (oder Futbol Club Lusitans) bot wieder einmal so gut wie nur Portugiesen auf, einzig ein arabischer Spieler war auf dem Feld (kein Andorraner, Katalane oder was auch immer). Auch die Fans feuerten auf Portugiesisch an und trommelten ordentlich dazu. Der andorranische Gegner UE Santa Coloma wurde eher verhalten unterstützt, wobei die Santa Coloma-Fans gar nicht in der Unterzahl waren.

Mit gut 800 Zuschauern hatte sich eine für andorranische Verhältnisse hohe Besucherzahl eingefunden. Gespielt wurde im Nationalstadion, Estadi Comunal d’Andorra la Vella, mit seiner vierreihigen und extrem steilen und engen Haupttribüne mit Schalensitzen in Nationalfarben, der ebenso gestalteten Tribünenanbauten für die Presse und VIPs und natürlich der ebenfalls in Staatsfarben gehaltenen Hintertor-Ersatztribüne. Drumherum natürlich wieder herrliches Bergpanorama!

Das Spiel war nicht so herrlich, denn Santa Coloma spielte nur Scheiße und Lusitanos ging mit ihrem ansatzweise starken und technisch schönen Spiel rasch in Führung. Das 1:0 sollte bis zum Ende halten. Für ein Supercupspiel zwischen dem Meister (Lusitans) und dem Pokalsieger (UE Santa Coloma) war das wirklich schwach. Casa Benfica v UE Santa Coloma B (Andorran 2nd div. at Aixovall stadium). Wir fuhren noch mal über Santa Coloma, wo wir nun die romanische Kirche anschauten (die drei historischen Häuser drumherum sind übrigens – wie überall in Andorra, selbst wenn es nur ein einziges historisches Haus im Ort gibt – als „historisches Ortszentrum“ ausgeschilder) zum Aixovall zurück. Da noch 30 Minuten bis zum Anpfiff der nächsten Zweitligapartie waren, holte ich meinen Fußball aus dem Kofferraum und fing an auf dem Bolzplatz hinter der Tribüne zu spielen. So ein andorranischer Bolzplatz ist meist für Futsal (oder 5-gegen-5-Fußball und Handball) geeignet, oft hängen auch noch Basketballkörbe. Zumeist ist Kunstrasenbelag ausgelegt, doch selten so guter wie in Aixovall. Auch die Tornetze sind hier topp. Für Sportler und Kinder ist Andorra wirklich klasse: Skifahren, Golfen, Wander, Radfahren, Fußball und ohne Ende öffentliche Kinderspielplätze und Bolzplätze! Und dann braucht man nur vier, fünf Mal den Ball so aufs Tor schießen, dass die Blechbande hinter und neben dem Tor laut scheppert, und schon hat man Gesellschaft. Nach und nach kamen noch vier Jugendliche aus dem Ort, die vor dem Spiel von Santa Coloma B und Casa Benfica auch nichts anderes zu tun hatten, als eine Runde Fußball zu zocken…

Auch dieses 20-Uhr-Spiel kostete keinen Eintritt. Keines der Spiele, nicht mal der Supercup, kostete etwas! Bei der niedrigen Qualität des Amateurfußballs ist das auch eher angemessen als übertrieben zurückhaltend, aber dieses vierte Spiel des heutigen Tages war gar nicht mal schlecht. Ärgerlich war nur, dass hier die weniger aktive Mannschaft die Tore machte und die offensiv ausgerichtete Elf mit ihrer lächerlichen Angriffsreihe und der schwachen Verteidigung mit 3:0 unter ging. Also so einen dämlichen Spielverlauf habe ich ja schon ewig nicht mehr gesehen, aber für den Verein Santa Coloma war das so wie so ein beschissener Tag!

Für uns war der Tag hingegen klasse und zur Abrundung spielten wir noch eine Runde auf dem etwas verrotteten aber dank des angrenzenden Caravanparkplatzes 24 Stunden beleuchteten Bolzplatz in Pas de la Casa, auf 2.000m Höhe, gegen 23 Uhr, bei 5 Grad in T-Shirts… You can play all night long at Pas de la Casa football pitch at an altitude of 2,000m. Statistik:
- Grounds: 1.012 (3 neue; diese Saison: 41 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.909 (heute 4, diese Saison: 53)
- Tageskilometer: 110 (110km Auto)
- Saisonkilometer: 11.420 (10.660 Auto/ 760 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 175 [letzte Serie: 6, Rekordserie: diese; davor 141, 106, 101 bzw. 88]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 372

Sonntag, 15. September 2013

W372IV: Kühe auf den Straßen, Sporthallen auf Parkhäusern und Berge so weit das Auge reicht...

Futbol Club Encamp (FS) ---------------------------------- 5
Futbol Club Madriu Andorra la Vella (FS) ------------ 0
- Datum: Samstag, 14. September 2013 – Anstoß: 16.00
- Wettbewerb: Semifinal Supercopa Andorra Futsal (Halbfinale des andorranischen Futsal-Pokals)
- Ergebnis: 5-0 nach 40 Min. (20/20) – Halbzeit: 2-0
- Tore: 1-0 2. Jordi Ferreiro Toscano, 2-0 17. Xavier Sola Peralba, 3-0 29. Gerard Barrufet Tome, 4-0 35. Jordi Ferreiro Toscano, 5-0 36. Diogenes Lino Baptista
- Teamfouls: Encamp 10, Madriu 8
- Gelbe Karten: Gerard Barrufet Tome, Ivan Carballo Gonzales (Encamp); Sebastian Cespedez Castro, Sergio Casas Guibas, Enric del Sol Eixeres (Madriu)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Pavelló del Prat Gran, Engordany (Kap. 824 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 80
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Durchschnitt)

Unió Esportiva Extremenya/ La Massana (FS) -------- 1
Frankfurt Lória Francesinnas Casa Portugal (FS) --- 4
- Datum: Samstag, 14. September 2013 – Anstoß: 18.00
- Wettbewerb: Semifinal Supercopa Andorra Futsal (Halbfinale des andorranischen Futsal-Pokals)
- Ergebnis: 1-4 nach 40 Min. (20/20) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 9. Paulo Jorge Pinho Tavares, 0-2 33. Diogo Filipe dos Santos Silva, 0-3 36. Filipe Adao Barros de Brito, 0-4 37. Cristian Moreira de Almeida (10m), 1-4 40. Alex Rodrigues Medina
- Teamfouls: Extremenya 13, Casa Portugal 13
- Gelbe Karten: Nitin Babani Babani, Aitor Choque Martinez, Sergi Gil Martinez, Alex Rodrigues Medina, Jonatan Galvez Gomez, Jordi Gonzales Lagunilla (Extremenya); Cristian Moreira de Almeida, Filipe Adao Barros de Brito, Paulo Jorge Pinho Tavares (Casa Portugal)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Pavelló del Prat Gran, Engordany (Kap. 824 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 90 (davon ca. 40 Portugiesen)
- Unterhaltungswert:7,0/10 (Gutes, engagiert geführtes und packendes Futsalspiel) Pavelló del Prat Gran, Engordany Photos with English Commentary:
a) Andorran Futsal Cup Semi-Finals: Encamp defeat Madriu, Casa Portugal defeat Extremenya
b) Sightseeing in Andorra: Pyrenees Mountains, Romanesque Churches, Cattle at the Mountain Pass Roads…

Andorra ist ein ziemlich seltsames Konstrukt: Staatsform ist das Fürstentum, wobei der französische Präsident einer von zwei Co-Fürsten ist bzw. der hat einen Vertreter für dieses Amt das ihm zustünde. Das verhältnismäßig preisgünstige Reiseziel (günstige Unterkünfte überall, Benzin um die 1,30€/ Diesel 1,20€ - nur leider recht teure Gastronomie) war lange bäuerlich-feudal geprägt. Das merkt man auch noch heute, wenn einem dauernd Kühe mitten auf der Straße begegnen und die grauen Bergdörfer mit ihren Schieferziegeldächern auftauchen. Die Architekturist ziemlich dürftig: es gibt keine Schlösser und Kathedralen, nur Dorfkirchen die bestenfalls schöne Beispiele für die südeuropäische Romanik sind und einfache gemauerte Häuser bzw. hässliche Betonbauten. Die Berglandschaft kann schön und spektakulär sein, aber auch bedrückend und nervend. Dasselbe gilt für die Straßen: Andorra kann man nur auf Straßen per Auto oder Zweirad erreichen – es gibt keine Bahn- oder Fluganbindung – und die winden sich in Serpentinen durch die Berglandschaft, sodass man nur sehr langsam voran kommt aber (solange kein Nebel, Regen oder Schnee ist – was aber oft vorkommt) tolle Ausblicke hat.

Wir starteten unsere Besichtigungen in einer der romanischen Kirchen: Sant Joan de Casalles in Cornillo ist eine der schönsten überhaupt im Land. Nach Ordino ging es tolle Serpentinen hoch, mehrere 100m oberhalb des Ortes konnte man auf den Fußballplatz, den wir am Sonntag besuchten, herunter gucken. In der Nähe der Sportanlage stehen etliche dunkle Schieferhäuser und eine ältere Kirche. Sehenswerter ist aber noch Pal wo es eine schöne romanische Kirche zu sehen gibt. Im Nachbarort Xixerella kann man übrigens Golf auf einer winzigen, toll aufgebauten Anlage spielen. In Andorra war ohnehin sportlich echt viel los: von wegen nur Wintersport! Hier wird gewandert, gelaufen, Rad gefahren (Rennrad, Downhill etc.), man kann auf öffentlichen Sportanlagen oft noch tief in der Nacht Fußball oder Basketball zocken, für die kleineren Kinder gibt es Unmengen Klettergerüste… Also die Andorraner wissen sich schon zu beschäftigen! Andorra la Vella, main church. In der Hauptstadt sieht es außer im historischen Zentrum, in dem es genau zwei historische Gebäude gibt: die Kirche und der Amtssitz, ziemlich scheiße aus. Aber wie üblich spektakuläre Berge rundherum. Im Nachbarort Engordany gibt es noch mehr Sportanlagen als in Andorra la Vella, wobei wir uns nicht weiter um den Trainingsplatz von UE Engordany mit kleiner Tribüne oder die angrenzenden öffentlichen Sportplätze kümmerten, sondern uns auf die Suche nach der Sporthalle „Pavelló del Prat Gran“ machten. Die findet man, wenn man im gleichnamigen, mit wuchtigen Steinen verbauten Parkhaus auf die oberste Etage geht. Auf das Dach wurde die verglaste Sporthalle geknallt, die sich in hervorragendem Zustand befindet, zwei baugleiche vierreihige Längstribünen mit Schalensitzen und Anlagen für Handball, Basketball und auch Futsal bieten kann.

Heute standen die Halbfinals im Futsal auf dem Programm: der FC Encamp traf im ersten Spiel auf FC Madriu (benannt nach einem Gebirgsbach) Construmosa DDS (Firmenname das Clubs aus der Haupt,,stadt“). Ein schneller Treffer und noch bis zur 10. viel Bewegung und gutes Niveau, dann sackte es etwas ab und es gab Leerlauf, ehe Encamp damit begann, den Gegner vorzuführen. Am Ende stand es zwar zu hoch 5:0, doch ein verdienter Sieger stand im Finale.

Gegner wurde nicht FC Francfurt Cerni La Massana, mittlerweile besser bekannt als UE Extremenya. Sondern der andere (warum auch immer?!) nach Frankfurt benannte Verein: Frankfurt Lória Francesinnas Club Esportivo Casa de Portugal Andorra la Vella. Casa de Portugal oder Casa Benfica hat fast nur portugiesische Spieler und den größten Fananhang der vier Teams, denn Portugiesen stellen auch die größte Zuwanderergruppe im Pyrenäenstaat. Das Spiel war teilweise richtig packen und emotional mit Pöbeleien und derben Fouls. Obwohl von 6 der üblichen 10m Freistöße, die hier massenweise verhängt wurden, nur 1 verwandelt wurde, gab es auch tolle Tore zu sehen. Insbesondere das 1:0 für Portugal aus vollem Lauf in den langen Winkel und das 3:0 per Hacke und mit Innenpfosten waren genial! 4:1 war ach hier am Ende zu hoch, aber von der Tendenz her verdient.

Die Spiele kosteten zwar keinen Eintritt, aber da wir über 4 Stunden geparkt hatten, wurden 8€ Parkgebühr fällig. Na gut, in einer anderen hässlichen europäischen Hauptstadt haben wir mal 8€ für 1 Stunde zahlen müssen, aber Finnland ist viel hässlicher als Andorra. Nach Luxemburg und Malta würde ich es gleichauf mit San Marino und klar vor Liechtenstein als den drittbesten Zwergstaat bezeichnen. Auf jeden Fall ist Andorra ein genialer Sporturlaub wie Malta oder Luxemburg auch, da die spektakulären Straßen zum Radfahren einladen. Bequemer ist aber natürlich das Autofahren und auch das macht richtig Spaß: immer schön an Einheimische dranhängen, die wissen wo man mit 100 statt der erlaubten 60km/h den Berg hoch und runter brettern kann und mit 50 in die Serpentinen gehen kann und wo nicht… Semi-final of Andorran futsal cup: Casa Portugal v UE Extremenya. Statistik:
- Grounds: 1.009 (1 neuer; diese Saison: 38 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.905 (heute 2, diese Saison: 49)
- Tageskilometer: 130 (130km Auto)
- Saisonkilometer: 11.310 (10.550 Auto/ 760 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 171 [letzte Serie: 6, Rekordserie: diese; davor 141, 106 und 101]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 372

W372III: Das erwartete 1-0 und Fliegenregen unterm Flutlicht – ein Fußballfreitag in den Pyrenäen

Luzenac Ariège Pyrénées ----------------------------------- 1
Red Star Football Club 1893 (Paris) --------------------- 0
- Datum: Freitag, 13. September 2013 – Anstoß: 20.00
- Wettbewerb: Championnat de France National, D3 (3. Französische Fußballliga, Halbprofiliga)
- Ergebnis: 1-0 nach 95 Min. (48/47) – Halbzeit: 1-0
- Tor: 1-0 27. Ech Chergui
- Verwarnungen: Boutaib (LAP); Lee (Red Star)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Foix, Stade du Courbet (Kap. 3.000, davon 2.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 800 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,0/10 (Unglaublich vorhersehbar… aber nicht so schlecht wie bei dieser Antifußballliga zu befürchten war) Stade du Courbet, Foix Photos with English Commentary:
a) French 3rd Division (Ligue National): Luzenac AP defeat Red Star Paris (match played in Foix)
b) France: Carcassonne Fortified City, Foix Castle, Landscape of the Pyrenees

Freitag der 13. war der dritte Tag der Reise. Da gab es auch endlich mal wieder ein Spiel – wurde ja auch mal wieder Zeit…

Nach dem Frühstück im F1 fuhren wir gen Innenstadt von Toulouse, gaben das Vorhaben diese zu besichtigen aber schnell auf und fuhren gleich nach Carcassonne weiter. Die Stadtmitte hat einige verfallene historische Gebäude zu bieten, die modernen Bauten sind teilweise in extrem schlechten Zustand und an etlichen Ecken lungerten Penner und Asis herum. Aber die mittelalterliche Festungsstadt „La Cité“ ist der Wahnsinn: mit dutzenden Türmen bewehrte, massive, hohe Mauern, innerhalb der Mauern noch mehr Ummauerung und ein herrliches Schloss (der einzige Bereich der dort Eintritt kostet). Dazwischen hübsche, kleine, mittelalterliche Häuser. Ob die ummauerte Altstadt von Carcassonne jetzt die beste Sehenswürdigkeit von ganz Frankreich ist, kann ich nicht so genau einschätzen, aber unter den Top10 ist sie bei Leuten die Ahnung haben auf jeden Fall!

Foix ist deutlich kleiner aber hat auch spektakuläre Mauern zu bieten: allerdings ist der mittelalterliche Teil nur eine kleine Burg mit drei hohen Türmen auf einem Felsen oberhalb des ansonsten nicht so sehenswerten Ortes. Der Ort wirkte an einigen Stellen wie ausgestorben (im Supermarkt waren wir die einzigen Kunden!), aber am Ortsrand gab es gerade eine Protestkundgebung lokaler Handwerker, die sich über zu hohe Steuern aufregten.

Da in den Pyrenäen die preisgünstigsten Unterkünfte in Andorra zu finden sind, hatten wir eine private Pension vorgebucht. Die Klitsche hat natürlich begrenzte Eincheckzeiten, sodass wir erst einmal die eindrucksvoll durch und über die Berge gelegte Landstraße bis Pas de la Casa fuhren. Also Andorra liegt schon toll und das Preisniveau ist reizvoll (Benzin 0,35€ unter Frankreich, Hotels 20% weniger als in Frankreich und Spanien – wir haben z.B. nur 17,50€ für eine FeWo bezahlt – Essen auch 10% billiger), aber mehr zu diesem seltsamen Zwergstaat dann in den nächsten beiden Berichten! Carcassonne: inner part of the palace Nachdem wir das Gepäck in die FeWo gestellt und im Voraus bezahlt hatten, fuhren wir wieder die 70 Minuten nach Foix zurück. Einen Halt legten wir nur in Luzenac ein. Das ist ein nicht sonderlich sehenswertes 600-Einwohner-Dorf, das aber einen guten Fußballverein hat. Ehemals US Luzenac, nun nach der Region benannt Luzenac Ariège Pyrénées, ist die Truppe erfolgreich wie nie indem sie in der halbprofessionellen dritten Liga (National) in der Spitzengruppe um den Aufstieg in die Ligue 2 kämpft. Das Stadion in Luzenac ist wirklich schön aber etwas zu klein (1.000 Plätze, davon 300 auf einer überdachten Tribüne) für die 3. Liga. So mussten die Kalkwerker (Talcs) nach Foix, 32km nach Norden, ausweichen. Das Stadion dort ist aber genauso schön: man blickt zur Burg, hat hohe, teils schroffe und insgesamt sehr grüne Berge drum herum, die Haupttribüne hat einen mittleren Sektor mit Schalensitzen und dann noch rechts und links davon vier Sektoren mit Sitzbänken auf Betonstufen, die Gegentribüne ist mit den Holzbänken unterm Wellblechdach ein echter Hingucker.

Ein Hingucker sind auch die Aushänge am Kassenhäuschen: selbst Stehplätze kosten noch 10€, die Tribünenkarten 13-15€. Für diese Antifußballliga, in der alle Spiele 0:0 und 1:0 ausgehen, muss man wirklich zu viel Geld abdrücken! Entsprechend war aber mal wieder die ethnische Verteilung: auf dem Feld mehrheitlich schwarze und arabische Franzosen, auf den Tribünen so gut wie gar nicht – Araber waren nur in Ordnerkleidung auszumachen. Apropos Kleidung: ein echter Klischee-Franzose stand ja vor uns mit seiner flachen Mütze mit dem kleinen Stietz – der ernährt sich bestimmt nur von Wein, Schnecken und Baguette…

Die Liga ist dermaßen vorhersehbar, dass ich vor dem Spiel mehrfach überzeugt den Tipp heraushaute: 1-0 für Luzenac durch ein Tor in der 42. Minute. Mich überraschte auch nicht, dass Luzenac das Spiel tatsächlich mit 1:0 gewann, da der Gegner aus der 600km entfernten Hauptstadt seine einzigen Punkte mit 0:0-Spielen gegen schwache Teams holte und die anderen Spiele 0:1 (bzw. wenn es zu einer Torflut kam auch mit 0:2) gegen die gut platzierten Mannschaften vor und hinter Luzenac verlor. Also konnte das Spiel eigentlich nur 1:0 ausgehen! Bei der Minute hatte ich mich allerdings etwas vertan, denn schon nach 26 Minuten schlug der Ball aus Nahdistanz, nachdem Luzenac bereits vier Angriffe (Red Star hatte hingegen zwei Chancen) versiebt hatte, im Tor ein. Bis zur Pause gab es noch je zwei weitere Chancen für beide Teams, sodass man von einem guten und offensiven Spiel in dieser Drecksliga reden musste.

Wir hatten uns wohlwissend in die Nähe des vom Pariser Schlussmannes gehüteten Tores gestellt, was zunehmend nervend wurde, da von den von Insekten umschwirrten Flutlichtmasten (so einen Auftrieb habe ich noch nirgendwo gesehen) dutzende Fliegen fielen. Es regnete wirklich Fliegen auf die wenigen Zuschauer die in der Nähe der Masten standen! Gut, dass man in der Halbzeit mit dem Torwart mitwechseln konnte: hinter dem Tor mit Burgblick war man weit genug vom Fliegenregen entfernt. Die beste Chance auf ein Tor hatte Luzenac kurz nach der Pause, ansonsten ließen sie Red Star mal ab und an kommen. Die setzten kurz vor Abpfiff einen Freistoß knapp über die Latte.

Wie gesagt 1:0 und nachdem wir noch eine Portion Pommes vom Essenstadt abfassten, fuhren wir zügig die Bergstraße zu unserem Übernachtungsort hoch: Pas de la Casa, 2000m. Luzenac AP v Red Star Paris, French 3rd division at "Stade du Courbet" in Foix Statistik:
- Grounds: 1.008 (1 neuer; diese Saison: 37 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.903 (heute 1, diese Saison: 47)
- Tageskilometer: 430 (430km Auto)
- Saisonkilometer: 11.180 (10.420 Auto/ 760 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 171 [letzte Serie: 6, Rekordserie: diese; davor 141, 106, 101, 88]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 372