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Montag, 13. Juni 2022

W3.0075V: Länderspiel in Luxemburg mit Rahmenprogramm im Saarland

Luxemburg ........................................................ 0
Türkei ................................................................. 2

- Datum: Samstag, 11. Juni 2022 – Beginn: 20.45
- Wettbewerb: Nations League, Liga C, Gruppe 3
- Ergebnis: 0-2 nach 99 Minuten (51/48) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 33. Hakan Çalhanoğlu (Elfmeter), 0-2 76. Serdar Dursun
- Gelbe Karten: Leandro Barreiro (LUX)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Stade de Luxembourg (Luxemburg-Stadt/ Kockelscheuer; Kap.: 9.386 Sitzplätze)
- Zuschauer: 9.386 (ausverkauft; davon ca. 6.500 Türken)
- Spielbewertung: 7,5/10

SC Victoria Orscholz 1920 (Ü32) .................... 1
Weisweiler Traditionself (=Borussia Mönchen-
gladbach Alte Herren) .................................... 11

- Datum: Samstag, 11. Juni 2022 – Beginn: 17.00
- Wettbewerb: Freundschaftsspiel Alte Herren
- Ergebnis: 1-11 nach 85 Minuten (40/45) – Halbzeit: 0-4
- Tore: NN
- Gelbe Karten: keine
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Cloef „Arena“ (Kap.: 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 550
- Spielbewertung: 4,0/10 Luxembourg 0:2 Turkey Photos with English commentary:
a) INTERNATIONAL MATCH: LUXEMBOURG VS. TURKEY
b) Friendly Match: Orscholz Veterans vs. Mönchengladbach Veterans
c) Saarland: Saarschleife Orscholz Cloef
d) Luxembourg: Grevenmacher, Schengen

In der Nations League, die außer bei den Großkotznationen wie Deutschland beliebt ist, da man sich überwiegend mit gleichstarken Gegnern misst, hat Luxemburg ein paar interessante Heimspiele in einer Gruppe mit lauter interessanten Ländern. Ich mobilisierte mehrere Kumpels, sodass wir am Ende zu fünft mit meinem Jeep ins Großherzogtum aufbrachen. Wir fuhren über Echternach und dann die Mosel entlang nach Schengen, wo wir auch mal in das Schengen-Abkommen-Museum gingen. Dann wechselten wir, entsprechend des Abkommens ohne Grenzkontrollen, nach Deutschland rüber und besuchten die Saarschleife in Orscholz bzw. Cloef. Die Geldmacherei mit dem Baumwipfelpfad ließen wir bleiben, denn der Aussichtspunkt reichte völlig – wirklich tolle Landschaft dort! Im Zentrum des weitestgehend gesichtslosen Ortes findet sich eine ganz ansehnliche Kirche. Orscholz Passend zum Ort ist der Sportplatz von Victoria Orscholz ein langweiliger ausbautenloser Rasen mit Blick zu langweiligen Häusern. Einen guten Eindruck machte das da auch nicht. Maßlose Preise (8€ Eintritt, 2,50€ für 0,33l Radler/Bier), Miettoiletten, schlechte Organisation an den Ständen, ständig wurde man von einem Stand zum anderen geschickt – abgerundet wurde das Ganze dann vom lauen Sommerfußball der Weisweiler Traditionself. Gegen die überforderte Rumpeltruppe von SCV Orscholz gewannen die Ex-Profis natürlich trotzdem 11:1. Aber dass ein Spiel mit 12 Treffern so öde sein kann, ist schon kurios. Dieser Besuch lohnte sich also nicht wirklich, aber leider ist in BeNeLux und auch Rheinland-Pfalz und Saar die Saison soweit beendet, dass man v.a. Samstag keinerlei gescheiten Sport findet. SC Victoria Orscholz AH 1:11 Weisweiler Traditionself (Borussia Mönchengladbach AH) Keinerlei gescheiten Sport außer eben Länderspielen! Mir fehlte ja noch das neu eröffnete Stade de Luxembourg. Seit September 2021 ersetzt dieser geschmackvoll gestaltete Neubau am südlichen Stadtrand das Stade Josy Barthel. Die Schachtel hat außen auffällige Rautenmuster, innen sind die Sitze in Nationalfarben gehalten. Wir parkten kostenlos im Gewerbegebiet und kamen mit den Print-at-Home-tickets für 20€ problemlos und zügig rein, obwohl die nicht einmal 10.000 Zuschauer fassende Hütte ausverkauft war.

Ausverkauft mit über 6.000 Türken und kaum halb so vielen Luxemburgern. Also sich derartig ausbooten zu lassen, kann auch nur einem so wenig sportbegeisterungsfähigen Volk wie den Luxemburger passieren... Aber hinterher jammern, was angeblich alles so chaotisch war dort... Das Stimmungsverhältnis war natürlich entsprechend: Klar supporteten die M-Block Fanatics, die sich sogar noch eine von ihnen ausgehende Rennerei mit Türken lieferten, durchgängig. Aber was soll eine niedrige dreistellige Zahl Stimmungsmacher gegen mehrere Tausend stimmgewaltige Mittelmeerbewohner ausrichten?! Schon bei den Hymnen zeigte sich der Mentalitätsunterschied: Das sanft gesäuselte „Ons Heemecht“ und der viel kraftvollere und militaristische „İstiklâl Marşı“ – klar, welche Hymne da viel lauter war...

Dabei waren kaum Bekloppte bei den Türken auf den Rängen. OK, eine Pyroeinlage, die sinnlos auf dem Rasen entsorgt wurde, von angeblichen vereinzelten Aggressionen habe ich nichts mitbekommen – traue der Meldung auch nicht, v.a. wenn die selbst von „vereinzelt“ redet – aber auffälligerweise keine Banner mit turanischen Runen, kein Wolfsgruß, keine Wurfgeschosse und keine Pfiffe bei der Hymne der Gastgeber, die hier ein Auswärtsspiel hatten. Und nicht nur die türkisch-luxemburgische Familie vor uns applaudierte am Ende für beide Teams. Insgesamt doch eine sehr faire Stimmung – trotz M-Block Fanatics und fanatischer türkischer Fanclubs. Die zu Recht kritisierten Flitzer waren überwiegend Türken, doch der erste Flitzer war ein Luxemburger – und der protestierte gegen den Impfzwang mit seinem Banner des Biergerkollektivs... 

Das Spiel war manchmal etwas unsauber geführt, aber alles im Rahmen. Die Türkei die bessere Mannschaft und natürlich gefährlicher vor den Toren, doch Luxemburg hielt sehr gut mit. Die zwei Siege gegen Litauen bzw. Färöer (2:0 und 1:0) zeigten auch, dass sich die Roten Löwen positiv entwickelt haben. Allerdings haben die Türken 4:0 gegen die Färinger und 6:0 gegen die baltischen Versager gewonnen. Letztere steckten mit ihrem 2,8-Millionen-Land noch zeitgleich eine 2:1 Niederlage bei den 50.000 Färingern ein. Aber jedenfalls sieht man beim Ergebnisvergleich schon, dass die Türkei durch Dummheit in diese C-Liga gerutscht ist und da die klar beste Mannschaft ist. Nur haben eben die Luxemburger sich verbessert und waren keineswegs chancenlos. Erst ein Elfer und ein später, super herausgespielter Angriff, sorgten für den mit 0:2 niedrig ausfallenden Sieg der von Stefan Kuntz trainierten Türken. Die türkischen Torschützen waren der gebürtige Hamburger, Ex-Darmstädter und nun Fener-Spieler Serdar Dursun und der aus Mannheim stammende ex-KSC/HSV/Bayer-Spieler und nun Mailänder Hakan Çalhanoğlu. Luxemburg erzielte sogar ein Tor, doch der Freistoß war nicht freigegeben und daher klar als Unsportlichkeit des portugiesisch-stämmigen Rotlöwen Barreiro zu werten. Dieses Tor – ein Weitschuss an den Innenpfosten – war die zweite kuriose Szene neben der Zerstörung einer Eckfahne und der darauf folgenden Posse, die für 5 Minuten Nachspielzeit sorgte, da es lange dauerte, ehe Ersatz gefunden wurde... Luxembourg 0:2 TurkeyStatistik:
- Grounds: 3.114 (2; diese Saison: 292 neue)
- Sportveranstaltungen: 4.458 (2; diese Saison: 350)
- Tourkilometer: 460 (460km Auto)
- Saisonkilometer: 77.680 (49.210 Auto, davon 12.710 Mietwagen/ 24.470 Flugzeug/ 3.970 Fahrrad/ 30 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 31 [letzte Serie: 164, Rekordserie ohne 0-0: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 75 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].

Dienstag, 31. Juli 2018

W626II-III: Erster Spieltag der Regionalliga Südwest und die ersten Kreisligen fangen auch wieder an...

1. Fußball-Club Saarbrücken .............................. 0
Fußball-Sport-Verein 1899 Frankfurt ................ 3
- Datum: Sonntag, 29. Juli 2018 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Regionalliga Südwest (4. Liga, 1. Halbprofiliga)
- Ergebnis: 0-3 nach 93 (46/47) Minuten – Halbzeit: 0-2
- Tore: 0-1 8. Pollasch, 0-2 20. Schick, 0-3 73. Soultani
- Gelbe Karten: Vunguidica, Jänicke, Kessel (Saarbrücken); Schick (FSV)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Hermann-Neuberger-Stadion (Völklingen; Kapazität: 6.550, davon 550 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 4.500 (davon 3.913 Zahlende und ca. 100 Gäste)
- Unterhaltungswert: 4,5/10

SV Rot-Weiss Eimersdorf II ............................... 0
FV 1929 Schwarzenholz II .................................. 1
- Datum: Sonntag, 29. Juli 2018 – Beginn: 17.00
- Wettbewerb: Kreisliga B Saar/ 1. Kreisklasse Westsaar (11. und unterste Liga, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-1 nach 90 (45/45) Minuten – Halbzeit: 0-1
- Tor: 0-1 30. Elfmeter
- Gelbe Karten: keine
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Sportplatz Eimersdorf (Kapazität: 1.050, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 10 Gäste)
- Unterhaltungswert: 1,0/10

TSV Eintracht 1920 Stadtallendorf .................... 3
SC Hessen Dreieich .............................................. 1
- Datum: Samstag, 28. Juli 2018 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Regionalliga Südwest (4. Liga, 1. Halbprofiliga)
- Ergebnis: 3-1 nach 92 (46/46) Minuten – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 43. Baltic, 2-0 58. Wolf, 2-1 63. Streker, 3-1 82. Vogt
- Gelbe Karten: Celik (Stadtallendorf); Talijan, Theodosiadis, Streker (Dreieich)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Herrenwaldstadion (Kapazität: 5.000, davon 500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 1.400 (davon 1.025 zahlende und ca. 50 Gäste)
- Unterhaltungswert: 6,5/10

TSV Blasbach 1914 ........................................... 2
Sportvereinigung Lemp .................................... 2
- Datum: Samstag, 28. Juli 2018 – Beginn: 17.00
- Wettbewerb: Kreisliga A Wetzlar (9. Liga, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-2 nach 93 (45/48) Minuten – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 40. Geyik, 1-1 54. Kimmerle, 2-1 60. Tiegs, 2-2 90. Beck
- Gelbe Karten: 3x NN (Blasbach); 2x NN (Lemp)
- Rote Karten: Rauber (Blasbach, 92. wg. groben Foulspiels); Helms (Lemp, 86. wg. Beleidigung eines Gegenspielers)
- Austragungsort: Stadion am Grundwald (Kapazität: 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 120 (davon ca. 20 Gäste)
- Unterhaltungswert: 8,0/10 TSV Eintracht Stadtallendorf 3:1 Hessen Dreieich Photos with English Commentary :
a) Regional League, South West Germany: Stadtallendorf vs. Dreieich
b) Regional League, South West Germany: Saarbrücken vs. FSV Frankfurt, in Völklingen
c) 1st District League, Wetzlar/ Hesse: Blasbach vs. Lemp, at Blasbach Grundwald Stadium
d) 4th District League, Saar: Eimersdorf Res. vs. Schwarzenholz Res.
e) Central Hesse: Biedenkopf, Wetter/ Hessen, Mellnau, Rauschenberg, Stadtallendorf
f) Industry Saar: Saar-Polygon at the Mine Tip of Ensdorf Mellnau Zur Eröffnung der Regionalliga Südwest fuhr ich eine Tour nach Nordhessen und eine weitere ins Saarland. Samstag ging es nach Nordhessen. Zuerst schaute ich mir einige sehenswerte kleine Orte an: Biedenkopf mit seinen Fachwerkhäusern und einem großen Burgschloss – erschreckend war hier aber, das viele Läden und Gaststätten (v.a. ausländische) aufgegeben waren. Dann Wetter/ Hessen, der Ort kann ebenfalls mit viel Fachwerk sowie einem Gefängnisturm aufwarten. Hier war es nicht ganz so krass, aber die wenigen Gaststätten hatten meist nur abends geöffnet. In Mellnau war natürlich total tote Hose, aber dafür haben die eine sehenswerte Burgruine. Rauschenberg wusste schließlich von der Bausubstanz und der Schlossruine am besten zu gefallen, wobei auch hier die miese Gaststätten- und Geschäftelage auffällig war. In der eher gesichtslosen und von Industrie geprägten Ortschaft Stadtallendorf gab es bei Supermärkten und Fachgeschäften viel mehr Auswahl, aber die Imbisse und Gaststätten waren genauso mies im Angebot. Der Stehimbiss vorm Lidl hatte ziemlich schlechtes deutsches Imbissessen zu dafür noch zu hohen Preisen und selbst der hatte nur 10-15 Uhr oder so eine Schwachsinnsöffnungszeit. So ein schlechtes Gaststättenangebot ist mir echt noch nirgendwo untergekommen... TSV Eintracht Stadtallendorf 3:1 Hessen Dreieich Ein Regionalligaspiel gab es gestern schon, nun ging es u.a. mit dem Spiel zweier wenig bekannter Clubs – Eintracht Stadtallendorf und Hessen Dreieich – weiter. Seit letzter Saison spielt das Industriestädtchen Stadtallendorf mit dem TSV Eintracht in der ersten Halbprofiliga. Letzte Saison folgte auch Hessen Dreieich, die ihr erstes Spiel auf diesem offiziellen Übergangsbereich zum Profisport heute in Stadtallendorf bestritten. Beide Teams sind Abstiegskandidaten. Stadtallendorf steht auch dazu und stellt sich gerne als netter, kleiner Verein mit solider sportlicher und finanzieller Arbeit mit großem lokalen Sponsorenpool – wirkte auf mich auch so auf den ersten Blick – dar. Bei den Gästen ist das anders gelagert: „Der Verein [Hessen Dreieich] wurde am 20. Juni 2013 gegründet. Hintergrund waren die finanziellen Schwierigkeiten der Stadt Dreieich, die in die Haushaltssicherung genommen wurde. Aus diesem Grund hätte die Gemeinde die Zuschüsse für die örtlichen Fußballvereine kürzen müssen. Der Eigner der Fluggesellschaft Hahn Air Lines Hans Nolte gründete daraufhin die Dreieich Sportstätten Betriebs & Marketing GmbH (DSBM) und investierte 2,5 Millionen Euro in den Bau neuer Sportanlagen.[Anm.: Kommt mir auch sofort in den Sinn: neue 0815-Anlagen braucht man, wenn man klamm ist...] Den örtlichen Vereinen versprach die DSBM Zuschüsse aus dem Sponsorenpool, wenn sie dem neu gegründeten Verein als assoziiertes Mitglied beitreten. Fünf Dreieicher Vereine beklagten daraufhin, dass sich die Vereine vom neugründeten SC Hessen abhängig machen würden und fühlten sich erpresst. Zudem wurde dem SC Hessen vorgeworfen, Jugendspieler aggressiv abzuwerben. Schließlich traten sieben Vereine dem SC Hessen Dreieich bei: Die Fußballabteilung der SKG Sprendlingen, der FV 1906 Sprendlingen, die SG Götzenhain, der SV Dreieichenhain, der TV Dreieichenhain, der FC Offenthal und die SuSgo Offenthal. Bedeutendster Stammverein ist der FV Sprendlingen, der von 1976 bis 1978 in der seinerzeit drittklassigen Amateurliga Hessen spielte.“

Bei dieser Hintergrundgeschichte war mir der Spielverlauf ab der Schlussphase der ersten Halbzeit sehr recht. Anfangs kam Stadtallendorf mit den 30 Grad wohl nicht so zurecht, jedenfalls war 30 Minuten lang nur Dreieich am Drücker. Die ließen dann aber nach und Stadtallendorf kam kurz vorm Pausenpfiff zur sehr glücklichen 1:0 Führung mit einem schönen direkten Freistoß aus 20m. Nach der Pause ein Sturmlauf der Gastgeber und ein toller Schuss hoch ins lange Eck zum 2:0. Bald danach ein grober Abwehrfehler und der Anschlusstreffer, aber es sollte von Dreieich nicht mehr viel zu sehen sein. Kaum noch Gefahr vom Stadtallendorfer Tor und sogar noch das 3:1 für die Gastgeber! TSV Blasbach 1914 2:2 SpVgg. Lemp Dann ging es zügig nach Südwesten weiter: in 45 Minuten war ich in einem Ortsteil von Wetzlar. Unweit des Wetzlarer Kreuzes gelegen, aber dennoch sehr idyllisch und landschaftlich wunderbar und ruhig gelegen. Blasbach ist ein ganz attraktives Dorf mit gleich zwei Fußballplätzen. Nichts wahnsinnig spektakuläres, aber der Rasenplatz des Stadions am Grundwald ist wirklich schön zwischen den Bergkuppen und geschotterten, baumbestandenen Wegen am Dorfrand gelegen. Der Hartplatz vom Hainbergstadion liegt noch etwas höher aber dafür mit wenig Landschaftsblick. Aber es wurde ja auch auf dem Rasen gespielt – und was für ein Dorfkick, den man da für 3€ geboten bekam! Blasbach geht kurz vor der Pause etwas glücklich in Führung, das Spiel wird immer ruppiger. Nach dem Ausgleich für Lemp kommt der Schiri kaum noch hinterher, versucht mit Strenge gegen jedes Meckern zu reagieren, bekommt aber gerade deshalb die hohe Zahl an Fouls nicht in den Griff. Wenn es für Grätschen mit offener Sohle an der Auslinie zum Graswall hin oder Checks in die Wechselbänke halt keine Gelbe gibt, ist das auch kein Wunder, dass sich ein Blasbacher kurz nach der erneuten Führung für seine Mannschaft ein verdecktes Foul – Ellbogenschlag gegen die Rippen – leistete. Keine Karte für Blasbach, doch der Gefoulte von Lemp, der völlig normal fragte „Ahhhh, eeeeey... Meine Rippen! Alta, was bist du denn für ein Spasti?“ bekam völlig überzogen glatt Rot wegen grober Unsportlichkeit/ Beleidigung eines Gegenspielers. Die Gäste rannten mit Wut an und kamen zum aufgrund der Spielanteile hoch verdienten Ausgleich. In der Nachspielzeit meinte ein Blasbacher, dass der Schiri ja nur Beleidigungen und Meckern bestraft und holzte so mit beiden Beinen in Verletzungsabsicht auf der Mittellinie in einen Lemper rein, dass selbst der Schiri hier dann doch die Rote zückte. Der Lemper flog durch den harten Kontakt auch wirklich einen Seitwärtssalto. Für einen Neutralen ein wirklich herrliches Spiel! Bester Kreisligafußball: landschaftlich sehr schöner Platz, ein spannendes und auch nicht torarmes Spiel und dann ein derbes Geholze und Emotionen auf dem Platz vom Feinsten – wobei wohl am Montag doch wieder alle Arbeiten können... TSV Blasbach 1914 2:2 SpVgg. Lemp Ensdorf Den Sonntag fuhr ich wie gesagt ins Saarland. Dort fiel sofort auf, dass im Gegensatz zum total toten Nordhessen bereits um 11.30 Uhr alle Gaststätten offen hatten. Gut Essen soll auch ein Lebensmotto im Saarland sein. Jedenfalls schaute ich mir vorm Spiel nur die unweit von Völklingen liegende Bergehalde in Ensdorf an, die man besteigen kann um dann von einer Stahlkonstruktion (Saar-Polygon) aus, einen tollen Blick auf die grünen Berge, die verfallenen und noch aktiven Industrieanlagen und die hässlichen und versifften Orte im Umland von Saarbrücken zu haben. In Ensdorf war wegen eines Dorffestes auch mächtig was los. Für ein Spiel im sehenswerten Stadion komme ich gerne wieder. Neben Neunkirchen, Dudweiler und Siersburg einer der Saarland-Grounds, der auf meine Wunschliste gekommen ist. 1. FC Saarbrücken 0:3 FSV Frankfurt Erst einmal wurde aber das Stadion in Völklingen von der Liste gestrichen. Wenn man in Ruhe die Architektur des seltsamen Halbrunds mit absteigenden Stehkurven – bis auf eine kleine überdachte Tribüne mit Schalensitzen in der Mitte, sind nur Stehplätze zur Verfügung – aufnehmen will, sollte man Oberliga bei Röchling Völklingen schauen. Wer mehr Stimmung und Gedränge will, geht zum 1. FC Saarbrücken... Die spielten hier heute am anderen Ende der Regionalliga Südwest in einem Duell zweier eigentlich Aufstiegskandidaten. Saarbrücken will wohl hoch und hat sicher auch das Potential, obwohl die Stadionfrage ein Problem ist (diese Hütte und 3. Liga wäre fahrlässig) während es beim FSV fraglich ist, ob die jemals wieder in Richtung 3. Liga kommen. Allerdings dominierte der FSV das heutige Spiel weitestgehend. Die Saarländer waren ideenlos und harmlos vorm Tor. Schnelle 0:1 Führung, 0:2 bei Halbzeit und mitten in der zweiten Hälfte die endgültige Entscheidung zum 0:3.

Noch etwas zu Stadion und Umfeld: das Hermann-Neuberger-Stadion wurde um 1930 erbaut, die Haupttribüne 1955 errichtet. Seitdem wurde nicht so viel dran gemacht. Es ist auch ziemliches Nadelöhr: Kassenhütten und eine von mehreren Fressbuden auf einem Vorplatz. Bei den Fressbuden gibt es auch das Nationalgericht „gegrillte Lyoner (Fleischwurst, 200-250g) im Brötchen“, aber auch die Grillmettwurst lohnt sich – also Catering topp! Dann enger Einlass, man sollte eigentlich mindestens 60 Minuten vorher da sein. Ich kam erst knapp 30 Minuten vorher dort an, die auch die Parkplatzsituation (ich hatte in der Burgstraße über 1km entfernt geparkt) schlimm ist. Dann 20 Minuten Anstehen für Karte und Einlasskontrolle, da fand ich nur noch recht weit unten einen Stehplatz an der Seite zum Gästesektor, in dem 100 FSV-Hansel mit Fähnchen wedelten. Allerdings war die Stimmung beim 1. FCS auch nicht gerade überragend. Irgendeiner hinter mir meinte, dass er wegen der Mama nicht zu den Hardcore-Fans in Block C und D will – vielleicht wegen der vielen Neonazis dort, aber großen Lärm haben die aktiven Fans nicht gemacht. Fahnen hatten sie auch nur wenige am Start. Allerdings war es in diesen beiden Blöcken auch noch voller als in Block B. Die Auslastung des Stadions ist eh kritisch. Aber warum spielt Saarbrücken im 20km entfernten Völklingen? Weil das Saarbrücker Ludwigsparkstadion seit 2017 und voraussichtlich bis 2020 als Neubau verschandelt wird und die dumme Stadt es nicht wie in Rostock z.B. damals fertig bringt, nach und nach während des laufenden Spielbetriebs zu sanieren! Der Verein kann da nicht einmal was dafür. Dumm, dümmer, Saarbrücken. So ein Shirt-Aufdruck wäre leider auch passend – so passend wie der von einem Fan vor mir an der Kasse: „Saarland asozial“...
Meine Bilder vom Ludwigspark (2012): https://www.flickr.com/photos/fchmksfkcb/sets/72157633366567076 1. FC Saarbrücken 0:3 FSV Frankfurt Zur Abrundung der Tour besuchte ich noch einen sehr schönen Dorffußballplatz. In Eimersdorf liegt der Platz am Dorfrand an einem Waldstück vor einer Streuobstwiese, vor die ein paar Bänke gestellt und eine Hütte gebaut wurden. Von dort hat man einen tollen Blick zur Völklinger Hütte, nach Bous, in die grüne Berglandschaft usw. Der Hartplatz ist natürlich nicht so toll, dass das Spiel zwischen Eimersdorf II und Schwarzenholz so derartig schlecht war, entschuldigt aber weder der Platz noch die Liga. So ein schlechtes Spiel – unglaublich! Wenigstens gab es einen umstrittenen Elfer zum 0:1 für die etwas weniger schlechte Mannschaft. Außer dem tollen Platz lenkten noch die Gespräche der Einheimischen vom miesen Niveau ab: Saarländisch ist schon interessant und wenn der Ortsvorsteher die ganzen Fans um ihn herum unterhält, lohnt es sich, genau zuzuhören. Dann lernt man auch, dass Frauen sächlich sind (dat/ das Maria) und wie eng die Kontakte nach Frankreich sind. Allerdings spielte wohl kein Franzose in einem der Teams mit – außer einem Russlanddeutschen war kein Migrant in einer der beiden Mannschaften aufgeboten.

Nun ja: den Kick konnte man echt in die Tonne treten – oder in den Eimer... Ich fuhr noch den kleinen Umweg nach Grevenmacher zum Tanken – bei 15,4 Cent Unterschied zum Idealpreis in Deutschland (wenn man beim betrügerischen Preiswechselspiel von den Tanken verarscht wird, werden es sogar bis zu 36,4 Cent Unterschied pro Liter Diesel: 1,105 in Luxemburg und zwischen 1,259 und 1,469 in Deutschland) weihte ich gleich mal den neu erstandenen 10l-Metall-Ersatzkanister ein und entsorgte den leeren und v.a. zu alten 5l-Plaste-Kanister... Rot-Weiß Eimersdorf II 0:1 FV Schwarzenholz II Statistik:
- Grounds: 2.220 (2+2; diese Saison: 8 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.394 (2+2; diese Saison: 9)
- Tourkilometer: 850 (380+470km Auto)
- Saisonkilometer: 1.920 (1.760 Auto, davon 0 Mietwagen/ 160 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 15 [letzte Serie: 35, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 626 Wochen.

Mittwoch, 13. September 2017

W580II: Industriereise ins Saarland

FC 08 Homburg/ Saar ....................................... 7
FV Eppelborn ..................................................... 0
- Datum: Samstag, 9. September 2017 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Oberliga Rheinland-Pfalz/ Saar (5. Liga, 2. Halbprofiliga)
- Ergebnis: 7-0 nach 95 Min. (48/47) – Halbzeit: 4-0
- Tore: 1-0 9. Hahn, 2-0 21. Neofytos, 3-0 31. Dulleck, 4-0 34. Sökler, 5-0 49. Lienhard, 6-0 63./ 7-0 72. Dulleck
- Gelbe Karten: Dulleck (Homburg), Kleer, Schmidt (Eppelborn)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Waldstadion (Kap. 21.813, davon 1.767 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 1.000 (davon ca. 90 Gästefans und 863 zahlende)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Sehr einseitiges, aber durch Homburg auch sehr gutes Spiel) Neunkirchen Photos with English Commentary:
a) 5th Division: FC 08 Homburg thrashes FV Eppelborn
b) Sightseeing: Industrial Memorials and Sites in the Saarland 
c) Sightseeing: older pictures from other places of interest in the Saarland

Der Samstag stand ganz im Zeichen der Industrie im Saarland. Zuerst schauten wir in der sehr hässlichen Stadt Neunkirchen die Alte Hüttenanlage an, die außen besichtigt werden kann und einen Eindruck des Zerfalls der Industrie im Saarland, die das kleine Bundesland aber nach wie vor prägt, gibt. Dann ging es zur teilweise sehr gut sanierten Arbeitersiedlung in Sankt Ingbert. Die große Maschinenhalle wird als Veranstaltungssaal genutzt. Wie auch in Neunkirchen, sind funktionierende, aber mittlerweile recht kleine Betriebe gleich um die Ecke zu den stillgelegten historischen Betrieben. FC Homburg 08 7:0 FV Eppelborn Der heutige Spielbesuch fand in Homburg statt. Das Waldstadion liegt da wo man es dem Namen nach verorten würde und ist eindrucksvoll groß. Die Eintrittspreise sind am oberen Ende der Oberligaskala. Die Ordner am Einlass waren etwas ungeordnet, aber freundlich. Es gibt fast nur Stehplätze. Da ein heftiger Schauer durchzog, konnten wir die letzten 25 Minuten auf der überdachten Tribüne sitzen. Das Publikum war interessant gemischt: Familien, Studenten, Mecker-Rentner, Suffköppe, Mini-Ultras, Neonazis, St. Pauli-Fans...

Homburg ist auf Aufstiegskurs und sicherte sich ohne Probleme den achten Sieg im achten Spiel. Eppelborn war mit dem schnellen und sicheren Passspiel und den gefährlichen Schüssen völlig überfordert. Mit richtig gutem Fußball gewannen die Homburger 7:0. FC Homburg 08 7:0 FV Eppelborn Dann ging es schnell zur Völklinger Hütte. Wir hatten etwas über zweieinhalb Stunden Zeit zur Besichtigung. Das ist kaum ausreichend, man sollte besser vier einplanen. Aber gelohnt hat es sich trotzdem. 15€ Eintritt und kaum Ermäßigungen sind aber asozial: durch die Förderungen der UNESCO hat kaum eine Welterbestätte Eintritt nötig zur Unterhaltung der Substanz. Das Personal, v.a. das osteuropäische, war außerdem noch unfreundlich.

Zur Bausubstanz: die Industrieanlagen der Völklinger Hütte sind herausragend. Man bekommt auch viel erklärt zum Stahlwerk, aber das eigentlich interessante sind die spektakulären Aussichten und Blickwinkel auf den begehbaren Teilen der Industrieanlagen, insbesondere dem Weg entlang der Hochöfen. Auch hier wieder in Sichtweite funktionierende Industrie und laufendes Gewerbe, doch diese seit Ende der 80er stillgelegte Hütte überragt alles.

Wir brachten Khatereh nach Karlsruhe zurück, wo wir syrisch essen gingen, und fuhren dann wieder nach Bonn. Völklinger Hütte Statistik:
- Grounds: 2.002 (1; diese Saison: 21 neue)
- Sportveranstaltungen: 3.147 (1; diese Saison: 42)
- Tourkilometer: 790km (790km Auto)
- Saisonkilometer: 6.530 (6.250 Auto, davon 0 Mietwagen/ 280 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 106 [letzte Serie: 11, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 580 Wochen.

Montag, 29. April 2013

W352II-IV: Drei Tage, drei Spiele, drei Bundesländer

In 13 der 16 deutschen Bundesländer haben wir schon Fußball gesehen, nun wollten wir doch auch mal in den anderen drei je ein Spiel sehen. Ein Freitagsspiel in Rheinland-Pfalz, ein Samstagsspiel im Saarland und ein Sonntagsspiel in Baden-Württemberg. Zentral für die Planung war das Samstagsspiel der 3. Liga – Zeitdruck und Routenplanung führten dann zu folgendem Spielplan:
Besichtigungen:

Teil 1: Erst Bundesliga-Spitze, dann QSL-Spitze, nun Abstiegsplatz in der Verbandsliga – Das Ailton!

Binger Fußball-Vereinigung Hassia ------------------------- 0
SV Alemannia 1910 Waldalgesheim ------------------------- 4
- Datum: Freitag, 26. April 2013 – Anstoß: 19.30
- Wettbewerb: Verbandsliga Südwest (6. Liga, 1. Amateurliga; südliches Rheinland-Pfalz)
- Ergebnis: 0-4 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 0-1 48. Patrick Walther (Foulelfmeter), 0-2 50. Glody Kuba (Eigentor), 0-3 57. Arlind Mulaj, 0-4 73. Axel Neumann
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stadion am Hessenhaus (Kap. 5.000, davon 500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 800 (darunter 775 zahlende und ca. 200 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Recht einseitiges, aber v.a. in der zweiten Hälfte gutes Spiel)
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Photos with English Commentary:

Der oben beschriebene Plan, die drei fehlenden Bundesländer Rheinland-Pfalz, Saarland und Baden-Württemberg mit Spielbesuchen zu beglücken, ließ sich leider sehr mühsam an. 6 Stunden vor Anpfiff losgekommen, nach den ersten Staus im Raum Frankfurt den Plan aufgegeben, die Burg in Bingen zu besichtigen und im zusammengebrochenen Verkehr zwischen Mainz und Bingen schon nur noch mit der zweiten Halbzeit gerechnet. Sowie die Engstelle (von drei auf eine Spur) passiert war, konnte man aber 150 fahren und kam zügig am Bingener Sportzentrum an, wo ich mich einfach so in eine Parklücke quetschte, dass der Idiot, der neben mir so schräg eingeparkt hatte, nach dem Spiel nicht durch die Fahrertür einsteigen konnte. Noch ein Wagen auf der anderen Seite und schon musste der durch den Kofferraum einsteigen, was dem Begriff „Fünftürer endlich einen Sinn gibt. Ein Kumpel hatte ihn mal verständlicherweise als Schwachsinn bezeichne; Zitat: „Das heißt Viertürer! Ich steige jedenfalls nicht durch den Kofferraum ein...“

Wir hatten erst 9 Spielminuten verpasst und kamen für halbwegs angemessene 5€ (ermäßigt 3€) – Hassia scheint gelernt zu haben: Ailton-Aufschlag und Karten für 8€ gab es keinen mehr – in das schöne, kleine Stadion am Hessenhaus. Das Hessenhaus ist eine Gaststätte an die eine hoch gebaute weiße Steintribüne mit roten Schalensitzen und ein Gebäude mit Terrasse, von der auch einige zuguckten, gebaut sind. Davor befinden sich vier Stehreihen dunkle Steinstufen, die an einem Ende (bei der Anzeigetafel) etwas mit Rhododendron zugewuchert sind. Gegenüber sind die Stehstufen doppelt so hoch und mit Bäumen beschattet. Die meisten Fans fanden sich aber auf der Hauptseite ein, wo es auch die teure doch sehr gute und lange Bratwurst (2,50€ für so eine 30-40cm lange Roster) gab.

Die gut 800 Zuschauer von denen locker ein Viertel aus dem nahegelegenen Waldalgesheim gekommen war, gingen nicht sonderlich emotional mit und das Spiel war auch in Sachen Zweikämpfe sehr zurückhaltend für so ein „Derby“. Waldalgesheim steht knapp vor Schott Mainz auf dem Aufstiegsplatz, während Bingen nur Vorletzter ist, wobei vom 16. und Letzten bis zum 12. alle im Kampf gegen den Abstieg sind und Ailtons Club somit noch lange nicht weg ist.

In der ersten Hälfte gab es schon die eine oder andere gute Szene – v.a. von den Gästen – doch außer einem Pfostentreffer gab es nichts Spektakuläres. Das war in der zweiten Hälfte ganz anders: Waldalgesheim wurde jetzt richtig wach, überrannte die Abwehr der Hassia und ging mit einem Doppelschlag in Führung. Erst ein souverän verwandelter Elfmeter, den das sehr sichere und absolut korrekt agierende Schiedsrichtergespann völlig zu Recht verhängt hatte, dann ein unglückliches Eigentor, bei dem ein Verteidiger in einen Querpass eines Gästestürmers hineinläuft. Das 0:3 war ein mäßiger Abschluss nach einem starken Sturmlauf, der dem Torwart durch die Beine rutschte. Das 0:4 wurde nach einem Standard schön unter die Latte geköpft. Als in der 80. Minute das Ailton eingewechselt wurde, war es natürlich längst zu spät. Er kam nur einmal wirklich an den Ball und latschte sonst nur dümmlich über den Platz, die hämischen Kommentare der Gästefans über sich ergehen lassend...

Nach Abpfiff schauten wir noch in den weitläufigen Anlagen des Bingener Sportzentrums umher, da uns Licht in der Rundsporthalle aufgefallen war. Die Bingener Rundsporthalle, in der eine Amateurhandballmannschaft trainierte als wir auf die Empore kletterten, ist deutlich kleiner und nicht so spektakulär und vom Tribünenbau symmetrisch wie in Baunatal, aber auch ein sehr schöner Bau.
Ein Zwischenstopp beim Pissgelben M und dann waren wir um Mitternacht endlich im F1-Hotel Merlebach – auf der französischen Seite der Grenze bei Saarbrücken, da in Frankreich ein paar Sachen doch billiger sind als in Deutschland. Wo kann man im Saarland oder woanders in Deutschland schon für 37€ pro Doppelzimmer und Nacht (mit Frühstück) übernachten?!
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Statistik:
- Grounds: 905 (heute 1 neuer; diese Saison: 137 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.771 (heute 1, diese Saison: 194)
- Tageskilometer: 600 (600 Auto)
- Saisonkilometer: 47.580 (38.420 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 2.800 Fahrrad/ 170 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 58 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 352

Teil 2: Das schönste Stadion der 3. Liga

1. FC Saarbrücken ---------------------------------------------- 1
F.C. Hansa Rostock --------------------------------------------- 1
- Datum: Samstag, 27. April 2013 – Anstoß: 14.00
- Wettbewerb: 3. Liga (3. Profifußballliga)
- Ergebnis: 1-1 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 1-0 51. Marcel Ziemer, 1-1 70. Manfred Starke
- Verwarnungen: Sven Sökler, Tim Stegerer (Saarbrücken); Matthias Holst, Tom Weilandt, Julien Humbert (Rostock)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Ludwigsparkstadion (Kap. 35.303, davon 8.303 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 5.500 (darunter 4.609 zahlende und ca. 1.100 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Saumäßige erste Hälfte und gute zweite Halbzeit)
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Photos with English Commentary:

Heute war das kleinste Flächenbundesland und strukturschwächste Gebiet Deutschlands mit Fußball und Sightseeing dran. Im Saarland war ich ja noch überhaupt nicht, was bei den wenigen Sehenswürdigkeiten und dem kaum vorhandenen überregionalen Sport auch nicht verwundert.

Das Sightseeing begannen wir in Köllerbach, einem Kaff in dem einige der besten Ringer Deutschlands trainieren und kämpfen, das neben einer weniger spektakulären Kirche auch eine Schlossruine mit Fußballplatz zu bieten hat. Vom quadratischen Schlossbau mit vier Ecktürmen stehen nur noch zwei Türme und etliche Grundmauern.
Die Landeshauptstadt Saarbrücken ist eine nicht sonderlich attraktive Ansammlung hässlicher Häuser, die einen ganz ansehnlichen alten Stadtkern umringen und sich an der Saar entlang ziehen, die sich, wie jeder andere Fluss in dieser Situation auch, trübe durch die zugebaute Landschaft schlängelt. Der Stadtkern wurde nach Kriegszerstörung wieder aufgebaut, was gut gelungen ist. Das zweiflüglige Barockschloss wurde aber etwas stark überformt und zwischen dem Schloss und dem besonders sehenswerten Ludwigsplatz mit den zwei Kirchen, stehen auch einige hässliche 1960er- oder 1970er-Wohnbauten. Die mittig auf dem Ludwigsplatz stehende Kirche ist besonders innen sehenswert mit dem völlig in weiß gehaltenen barocken Raum mit Emporen, Logen und Kanzelaltar.

Der beste Ort dieser Landeshauptstadt, die im Vergleich mit den Landeshauptstädten der ebenso strukturschwachen Bundesländer Brandenburg (Potsdam) und Mecklenburg-Vorpommern (Schwerin) mehr oder weniger klar unterliegt, ist aber das Stadion Ludwigspark. Wer Ahnung hat, bezeichnet es als schönstes Stadion der 3. Liga! Ein absolut asymmetrischer Bau mit vier völlig unterschiedlichen Tribünen, die auch untereinander keinesfalls gleichförmig aufgebaut sind. Wir nahmen für 17€ (ermäßigt 15€) auf der Gegentribüne, dem größten und schönsten Tribünenbau, Platz. Die Vortribüne ist sogar noch mit Holzbänken in blau bestückt, die Reihen unter dem Tribünendach des Oberranges sind rotbraune Kunststoffbänke. Die Heimkurve ist eine riesige Stehtribüne aus deren Betonstufen vielerorts Gras wächst. Die Kurve mit dem Marathontor und der Anzeigtafel ist deutlich niedriger. Die Haupttribüne ist mit den blauen Schalensitzen die modernste der vier und wirkt auch auf den ersten Blick symmetrisch, doch auch hier brechen wieder bestimmte Elemente die Regelmäßigkeit: die drei Kabinen hinter der letzten Reihe sind alle unterschiedlich gestaltet. Die massive Gegentribüne, die sinnloserweise „Victor’s Tribüne“ heißt, beherbergt übrigens auch veraltete Scheißhäuser und eine Polizeistelle, die anscheinend auch eine Arrestzelle bereitstellt. Um das Stadion herum ist die übliche grüne, baumbestandene, bergige Landschaft des Saarlandes, die dem an architektonischen Sehenswürdigkeiten nicht sonderlich reichen Bundesland an Popularität verhilft.
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Ob die Polizei irgendjemand dort festgehalten hat, konnte ich nicht sehen, doch die Grünen hatten so einige Probleme, als wir uns an das Kassenhäuschen stellten. Der Komiker mit dem Hörgerät an der Kasse kassierte fleißig ab, doch niemand wurde auf die Tribüne gelassen, da die Sicherheitskräfte hektisch versuchten die Hansa-Fans in ihrem Gästeblock (rechter Bereich der Gegentribüne und schräg rechts darunter die Kurve) ruhig zu stellen. Da sie damit Schwierigkeiten hatten, wurden die Saarbrücker ungehalten und pöbelten mit Recht herum, dass sie rein wollten. Keine fünf Minuten vor Anstoß, nach über 15 Minuten Warten im Regen, kamen wir in unseren Sektor. Also die Sicherheitskräfte haben sich vielleicht blöd angestellt dort!

Von unserem Platz aus hatte man eine prima Sicht und nachdem ich die ersten 10 Minuten fast nur im sehr leeren Stadion herum fotografierte, widmete ich mich auch mal dem Spiel. Das war aber über weite Strecke weniger interessant als das herrliche Stadion. Nicht einmal die Stimmung wusste zu überzeugen, da nur 250 Saarbrücker weitestgehend ohne Unterbrechung anfeuerten, der Rest (um die 4.000) nicht die Gusche aufbekam und die mindestens 1.000 Rostocker auch immer wieder ruhig wurden. Bei dem Spiel ihrer Mannschaft war das auch kein Wunder, wobei die Rostocker in diesen ersten 45 (grauenhaften) Minuten sogar noch die weniger schlechte Mannschaft waren.

Nach dem Seitenwechsel ging dann endlich mal was auf dem Feld: Saabrücken machte jetzt Betrieb und riss das Spiel an sich. Mit einem klasse Kopfball gingen sie auch in Führung. Erst nach 60 Minuten kam Hansa in Fahrt, wobei es nach 70 Minuten ein haltbarer Treffer des deutsch-namibianischen Rostockers (der mit seiner Nationalmannschaft von Namibia übrigens genauso erfolglos kickt wie mit Hansa) ins Eck war, der zum insgesamt verdienten 1:1 führte. Dieses gerechte Resultat blieb dann auch so, da Saarbrücken mit ihrer besten Aktion nach dem Tor nur den Pfosten traf und die beiden Torhüter noch einige gefährliche Angriffe der jeweiligen Seiten stoppten.

Dass Hansa mit solchen Leistungen als Zwölfter 8 Punkte Vorsprung auf den Abstiegsbereich hat, zeigt nur wie schwach die 3. Liga ist. Saarbrücken war kaum besser wenn überhaupt und steht mit 4 Punkten mehr 4 Plätze höher.
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Nach diesem insgesamt doch noch erträglichen Kick fuhren wir weiter durchs Saarland. Die bekanntesten und besten Sights neben der gehypten Völklinger Hütte befinden sich wohl in der Ecke um Merzig (die Burgen dort und die Saarschleife), doch dafür war heute bei Dauerregen und wie immer vollen Straßen keine Zeit mehr.
Kirkel hat mit der ehemaligen Reichsfeste ja auch eine ganz ordentliche Burgruine in schöner, aber leider zersiedelter Berglandschaft zu bieten. Homburg (Saar) ist ausgesprochen hässlich, aber über dieser Häuseransammlung thronen wenigstens die Reste einer gewaltigen Festung. Für die Gänge nimmt man am besten eine Taschenlampe mit...
Schließlich waren wir noch in Ottweiler, das vom ADAC-Atlas zwar völlig überbewertet wurde, aber mit ein bisschen Fachwerk, einer interessanten Kirche mit Stadtturm und drei, vier Renaissancegebäuden (u.a. einem verbauten Schloss), ganz ansehnlich war.

Übernachtet wurde noch mal im benachbarten Frankreich, ehe es Sonntag nach Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg für Sightseeing bzw. Fußball ging.
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Statistik:
- Grounds: 906 (heute 1 neuer; diese Saison: 138 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.772 (heute 1, diese Saison: 195)
- Tageskilometer: 210 (210 Auto)
- Saisonkilometer: 47.790 (38.630 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 2.800 Fahrrad/ 170 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 59 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 352

Teil 3: Fußball nun auch in Baden-Württemberg

TSV Affalterbach 1909 ---------------------------------------- 2
SV Salamander Kornwestheim II --------------------------- 0
- Datum: Sonntag, 28. April 2013 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Kreisliga A 1, Bezirk Enz/ Murr (9. Liga, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-0 nach 91 Min. (45/46) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 7. Luca Maurici, 2-0 70. Jürgen Stopfer
- Verwarnungen: Luca Maurici (Affalterbach); Nr. 13 (Kornwestheim)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportzentrum in den Holzäckern (Kap. 2.030, davon 30 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 80 (darunter ca. 6 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,5/10 (Allenfalls mittelmäßiges Spiel)
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Am Sonntag besichtigten wir noch einige Sehenswürdigkeiten im Süden von Rheinland-Pfalz, ehe wir das nächstbeste Spiel in BaWü aufsuchten, um auch in diesem Bundesland mal Fußball gesehen zu haben.

Zweibrücken war unser erstes Besichtigungsziel, doch die sehr hässliche Innenstadt, in der ein kleines Schloss steht, zeigte mal wieder nur zu deutlich: Rheinland-Pfalz ist nur deshalb so ein sehenswertes Bundesland, da es auf jedem Berg und jedem Hügel eine Burganlage oder Schloss in schöner Landschaft zu bieten hat. Die Städte sind so scheiße wie im Saarland und taugen somit (fast) alle nichts. Also auf zu bekannteren Burgen auf dem Weg! Mit den rekonstruierten Anlagen von Trifels und Landeck hatten wir uns eindrucksvolle Exemplare in spektakulärer Landschaft (Trifels noch deutlich mehr als Landeck) ausgesucht, doch beide Burgen sind alles andere als „echt“. Zwar ganz guter Historismus, aber kein Vergleich zu den Burgen in Tschechien oder dem Nahen Osten, weswegen es kein Wunder ist, dass man Rheinland-Pfalz mit seinen ganzen Kitschburgen als Burgenland klar hinter Böhmen einordnen muss.

In Baden-Württemberg angekommen, fuhren wir durch Billigheim und Marbach am Neckar, wobei v.a. letztgenannter Ort lohnte: nicht nur das Geburtshaus von Schiller sieht gut aus dort! Dann saßen wir die nächsten zwei Stunden auf dem Sportplatz am Rande von Affalterbach rum und sahen den 8. gegen den 4. der Kreisliga kicken. Pervers, dass 3€ Eintritt normal sind in BaWü. Immerhin hat man eine kleine Tribüne in Form von Steinstufen an einem Graswall auf einer Längsseite.

Das Spiel war recht arm an Höhepunkten, also kaum Kreisligadurchschnitt. Die Heimelf ging früh in Führung. Das frühere Werksteam der Salamander Schuhfabrik aus Kornwestheim kam kaum zum Zuge. Nach dem Seitenwechsel gelang Mitte der zweiten Hälfte die Entscheidung mit einem gut heraus gespielten 2:0. Der 13er von Kornwestheim fing dann an zu hucken, zog einem Gegenspieler im Rücken des sicheren Schiedsrichters an den Haaren. Foul auf Niveau Frauenkreisklasse Saalekreis... Der Schiri ließ sich nie aus der Ruhe bringen, brachte immer mal ein paar flotte Sprüche in seinem fürchterlichen Schwäbisch, sodass sich das Spiel schnell wieder beruhigte. Interessant war übrigens, dass es in dieser Liga einen Stadionsprecher gab, der auch ziemlich viel ansagte. Der war übrigens auch für Ostdeutsche gut verständlich: wer den als Muttersprachler nicht verstanden hat, muss schon sehr doof sein...

Nach dem Spiel beim, wie der Stadionsprecher es aussprach: „DSV Affaldä’bach“, fuhren wir durch das Hohenloher Land. Mit einem Abstecher zu einem rekonstruierten Limes-Wachturm beim Dorf Grab, ging es nach Schwäbisch Hall. Das Wehrkloster im Ortsteil Comburg ist ein sehr eindrucksvoller Bau mit Wehrgängen, Festungsmauern, Wohngebäuden und einer großen Kirche. Die eigentliche Stadt Schwäbisch Hall lohnt sich wegen ihres von Fachwerk, Renaissance und Barock geprägten Stadtzentrums. Comburg eingerechnet ist Schwäbisch Hall in Deutschland unter den 30, 40 sehenswertesten Orten einzuordnen. In Baden-Württemberg war er bisher der schönste!

Zurück waren wir dann 23 Uhr. Montag und Dienstagfrüh war Uni angesagt und am Dienstagabend schon wieder Fußball...
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Statistik:
- Grounds: 907 (heute 1 neuer; diese Saison: 139 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.773 (heute 1, diese Saison: 196)
- Tageskilometer: 730 (730 Auto)
- Saisonkilometer: 48.520 (37.350 Auto/ 6.500 Flugzeug/ 2.800 Fahrrad/ 170 Bahn, Bus, Tram/ 90 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 60 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 352

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