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Montag, 21. März 2022

W3.0063II: Hansa-Auswärtssieg in Sandhausen, als Zusatz U15 in Heidelberg und Kreisliga C im Odenwald

SV 1916 Sandhausen ..................................... 0
F.C. Hansa Rostock ....................................... 1

- Datum: Samstag, 19. März 2022 – Beginn: 13.30
- Wettbewerb: 2. Bundesliga (2. deutsche Profifußballliga)
- Ergebnis: 0-1 nach 95 Minuten (46/49) – Halbzeit: 0-0
- Tor: 0-1 49. Verhoek
- Verwarnungen: Ajdini, Schirow, Kutucu (SVS); Ingelsson (FCH)
- Platzverweise: keine
- Austragungsort: Hardtwaldstadion Sandhausen (sog. BWT-Stadion am Hardtwald, Kap.: 15.414, davon 5.608 Sitzplätze, aufgrund der Coronahysterie auf 11.500 begrenzt)
- Zuschauer: ca. 6.000 (davon 5.246 zahlende und mind. 1.500 Gästefans)
- Spielbewertung: 8,0/10

Spielgemeinschaft Vorderer Odenwald ...... 0
Fußball Club Spechbach .............................. 3

- Datum: Samstag, 19. März 2022 – Beginn: 17.00
- Wettbewerb: Kreisklasse C Heidelberg Ost (11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-3 nach 92 Minuten (46/46) – Halbzeit: 0-2
- Tore: 0-1 39. Mayer, 0-2 40. Fribus, 0-3 87. Kazmaier
- Verwarnungen: 1x Spechbach
- Platzverweise: keine
- Austragungsort: TSG-Sportplatz am Hirschwald (Wilhelmsfeld, Kap.: 1.025, davon 25 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 10 Gästefans)
- Spielbewertung: 3,0/10

SV Heidelberg-Kirchheim (C-II) ................. 9
FV Fortuna Heddesheim (C-I) ..................... 0

- Datum: Samstag, 19. März 2022 – Beginn: 10.00
- Wettbewerb: Badischer Fußballverband C-Junioren Landesliga Rhein-Neckar (4. Spielklasse der U17)
- Ergebnis: 9-0 nach 70 Minuten (35/35) – Halbzeit: 4-0
- Tore: NN
- Verwarnungen: NN
- Platzverweise: keine
- Austragungsort: Sportzentrum Süd, Heidelberg-Kirchheim, Platz 3, Kunstrasen 2 (Kap.: 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 35 (davon mind. 5 Gästefans)
- Spielbewertung: 7,0/10 SG Heidelberg-Kirchheim C II 9:0 Fortuna Heddesheim CPictures with English commentary:
a) 2nd Bundesliga: Sandhausen vs. Hansa Rostock
b) 11th Division in Odenwald Region: Wilhelmsfeld vs. Spechbach
c) Under-15 Football in Heidelberg: SGK II 9:0 Heddesheim
d) Kurpfalz Region: Sandhausen Dunes

Ein neuer Ground dank Hansa-Auswärtsfahrt. Endlich mal wieder! Mehr als einen weiteren neuen werde ich diese Saison mit Hansa auch nicht machen können. Insgesamt 7 hätten es sein können – doch zeitlich oder von den Beschränkungen war erst an diesem Samstag in Sandhausen einer der mit noch unbekannten Grounds der 2. Liga drin. Gegen Ende der Saison plane ich noch einen zweiten Auswärtsground. Sandhausen Bevor es nach Sandhausen ging, steuerte ich das nahe Heidelberg an. Dort kenne ich die Sportanlage im Süden der Stadt aufgrund der Rugbyanlagen, diesmal besuchte ich einen der Fußballplätze. Es gibt ein Fußball- und Leichtathletikstadion mit Tribüne, dahinter aber auch mehrere Nebenplätze. Auf dem größeren Kunstrasen (Platz 3, ausbautenlos, Sprecherturm) gab es ein extrem einseitiges U15-Landesligaspiel zwischen der II. C-Jugend von SG Kirchheim und der I. C-Jugend von Fortuna Heddesheim. 4:0 bei Halbzeit, 9:0 am Ende – eigentlich noch deutlich zu niedrig. Hinspiel ging 10:0 aus – ein sehr deutlicher Leistungsunterschied hier! SV Sandhausen 0:1 Hansa Rostock Sandhausen ist keine 10km südlich von Heidelberg und völlig gesichtslos. Selten so einen hässlichen und öden Ort gesehen! Vor allem außerhalb von NRW... Sandhausen heißt das Kaff wegen der Dünen, die sich am Ortsrand erheben. Nicht weit von den Dünen, hinter dem Waldstück, befindet sich auch das Stadion. Das ist wenigstens interessant zusammengewürfelt mit ziemlich unterschiedlich gebauten Steh- und Sitztribünen. Auf Europlan sieht man gut die bauliche Entwicklung der Anlage. In der obersten Reihe sieht man prima über Baumwipfel hinweg in Richtung Odenwald. Die Attraktivität des Stadions ist auch das Einzige, was Sandhausen von Hoffenheim und Heidenheim unterscheidet – ansonsten sind das alles BaWü-Retortenclubs, die von Einzelpersonen bzw. ihrem Konsortium am Leben gehalten und in diese sportlichen Höhen gekauft werden. Beim Sandhausener Mäzen ist auch noch eine starke Verbandelung mit DFB/DFL sicher hilfreich für seinen Verein. 

Nutzen tut das aber nicht immer etwas, denn Sandhausen ist in Abstiegsgefahr. So war ein Sieg von Hansa Pflicht. Wie üblich bei solchen Retortenclubs: der Gast rockt das Stadion. Von den knapp 6.000 Fans waren ca. 1.500 aus Rostock, Hunderte bekamen (wie ich) keinen Platz mehr im Gästeblock sondern nur noch im Block direkt daneben. Für vergleichbare Tickets zahlt man in Rostock mehr und es galt auch die 3G-Regelung kein 2G+ oder so etwas Perverses, von daher muss man Sandhausen auch mal loben. Spielerisch waren sie auch anfangs gefährlicher, dann kam Hansa langsam ins Spiel. In einer guten, schnellen und ausgeglichenen Partie fielen bis kurz nach der Pause keine Tore. Da war Sandhausen wieder besser ins Spiel gekommen, doch fing sich einen Konter, der von Verhoek herrlich ins lange Eck hoch eingeschädelt wurde. Trotz etlicher Hansa-Chancen danach und ab der 75. Minute dann fast nur noch Sandhausener Torchancen, fielen keine weiteren Treffer mehr. Hauptsache 3 Punkte – da war man als Rostocker sehr zufrieden! SV Sandhausen 0:1 Hansa RostockIch rundete den Tag noch mit einer Partie der untersten Spielklasse im Odenwald ab. Nach quälend langsamer Fahrt durch Heidelberg ging es steil in den Odenwald hoch nach Wilhelmsfeld. Dort spielt die örtliche TSG Wilhelmsfeld 1902 mit der benachbarten TSG Altenbach 1898 als Spielgemeinschaft Vorderer Odenwald wenig erfolgreich auf einer sehr modernen und gepflegten Kunstrasenanlage am Dorfrand, idyllisch von Bäumen umgeben an einem Hang auf einem Plateau - kurios ist ein vom Verein eingerichtetes Biotop am Spielfeldrand. Dort flog auch ein Ball rein in Hälfte zwei. Lustig auch mal wieder das schlechte Deutsch auf dem Schild fürs Biotop... Als Tabellenletzter einer offenbar ausgeglichen schwachen Liga gab es gegen den Vierten oder Fünften aus Spechbach eine öde Partie bei freiem Eintritt zu sehen. Ein Doppelschlag vor der Pause und ein dritter Treffer nach dem Seitenwechsel bescherten Spechbach den verdienten Sieg.

Ich ging noch bei „Harput“ im Ort gut Essen und fuhr dann die 2,5 Stunden nach Bonn zurück. Dieser Ausflug hat sich definitiv gelohnt! SpG Vorderer Odenwald (TSG Wilhelmsfeld/ TSG Altenbach) 0:3 FC SpechbachStatistik:
- Grounds: 3.043 (3; diese Saison: 229 neue)
- Sportveranstaltungen: 4.375 (3; diese Saison: 275)
- Tourkilometer: 470 (470km Auto)
- Saisonkilometer: 43.210 (33.000 Auto, davon 4.480 Mietwagen/ 7.070 Flugzeug/ 3.110 Fahrrad/ 30 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 133 [letzte Serie: 46, Rekordserie ohne 0-0: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 63 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].

Sonntag, 18. November 2012

W329II: Deutschland schlägt Moldawien bei Rugbyländerspiel in Heidelberg

Deutschland / Germania --------------------------------- 32
Moldawien / Moldova ------------------------------------ 14
Datum: Samstag, 17. November 2012 – Kick-off: 15.00
Wettbewerb: European Nations Cup, Division 1B (2. Ebene für europäische Rugbynationalmannschaften der Halbprofi- und Amateur-Klasse)
Ergebnis: 32-14 nach 80 Min. (40/40) – Halbzeit: 19-0
Punkte: 5-0 Brenner (19. Versuch), 10-0 Manawatu (22. Versuch), 12-0 Parkinson (22. Erhöhung), 17-0 Tussac (31. Versuch), 19-0 Parkinson (31. Erhöhung); 22-0 Parkinson (43. Freischlag), 22-5 Romanov (46. Versuch), 22-7 Manoli (46. Erhöhung), 25-7 Parkinson (50. Freischlag), 25-12 Kobylas (60. Versuch), 25-14 Manoli (60. Erhöhung), 30-14 Manuwatu (68. Versuch), 32-14 Parkinson (68. Erhöhung)
Gelbe Karten (10 Minuten Zeitstrafen): Deutschland: Güngör (58.); Moldawien: Romanov (66.)
Rote Karten: keine
Spielort: Städtisches Stadion Fritz-Grunebaum-Sportpark, Heidelberg (Kap. 2.380, davon 380 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 1.200 (davon ca. 5 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und interessantes Rugbyspiel)
IMG_4211 Photos with English Commentary:
b) Sightseeing near Heidelberg: Bensheim Castle and Weinheim Mosque 
c) Sightseeing in Heidelberg: Pictures taken in 2008 and 2007 
d) Sightseeing in Moldova: Pictures taken in 2011 

Diverse Rugbyligen haben wir in Deutschland ja schon gesehen, aber die Nationalmannschaft noch nicht. Leider spielten sie mal wieder im Fritz-Grunebaum-Sportpark in Heidelberg; Rugbyhochburg in oder her: das war halt für uns ein langer Anfahrtsweg für einen schon bekannten Ground. Gelohnt hat es sich aber trotzdem, für dieses Spiel mal wieder nach Heidelberg zu fahren. Allerdings war das Sightseeingprogramm diesmal ziemlich daneben gegangen.

Dabei war der Start ins Sightseeingprogramm richtig gut verlaufen: Überpünktlich kamen wir im südhessischen Bensheim, kurz vor der Landesgrenze nach BaWü, an, um die dort oberhalb des Ortes auf einem bewaldeten Bergrücken befindliche Schlossruine Auerbach zu besichtigen. Und die ist auch richtig lohnend! Der ganz gut erhaltene und sehr schön gelegene Bau leidet nicht groß unter den zwei neueren Anbauten, die u.a. ein völlig überteuertes Restaurant beherbergen. So teuer die Burgschenke aber auch ist – die Burgbesichtigung ist gratis. Sogar auf den einen Turm, dessen Zuwegung fast von einer einsamen Kiefer auf dem Wehrgang versperrt wird, kann man hochsteigen.

Doch kaum waren wir in BaWü angekommen, war der Wurm drin. Die Sehenswürdigkeitendichte in BaWü ist zwar schwankend, aber insgesamt schon gut (also zusammen mit Hessen, knapp vor Brandenburg und ein Stück hinter Rheinland-Pfalz auf Platz 6 meiner Liste) und gerade die Ecke um Heidelberg herum lohnt sich. Aber die Leute gehen mir teis echt auf den Sack: Machen dauernd einen auf Bio und Öko, aber fahren dann alle Auto. Und zwar alle zur gleichen Zeit und alle auch alleine. Wenn der Vater ein Auto, die Mutter eins und der Sohn auch noch eins hat – ist ja bei dem Durchschnittseinkommen wohl nicht so unüblich in BaWü – dann fahren die auch alle zur gleichen Zeit mit ihren drei Autos – meist noch alleine – umher. Und dann entstehen so Staus wie in Weinheim, dass man nicht mehr zu den Burgen hoch kommt. So was hab ich echt noch nicht erlebt! Auch in Schriesheim brach der Verkehr zusammen, sodass wir uns auf den Weg nach Heidelberg rein machten. Da sah es auch nicht gut aus, sodass wir das uns ohnehin schon bekannte Schloss erst nach dem Rugbyspiel ansteuerten.

Aber bis man in dieser sogenannten Rugbyhochburg mit ihrer ach so tollen Infrastruktur mal endlich zu diesem scheiß Stadion gefunden hat… Keine Ahnung, wie wir den Sportpark vor vier Jahren zum Bundesligafinale gefunden haben. Diese Anlage im Stadtteil Kirchheim ist nicht mal an der Hauptstraße nach Leimen oder Sandhausen ausgeschildert, sondern nur die benachbarten Anlagen, deren Namen man dann wohl als auswärtiger Rugbyfan kennen soll. Nach zwei Mal hin und her fahren standen wir dann plötzlich hinter dem moldawischen Mannschaftsbus, der den italienischen Schiris in ihrem dicken Auto hinterherfuhr. Ich hab mich schon über den pissgelben, alten Setra mit dem komischen Kennzeichen gewundert. Als es sich beim dichter auffahren als ein Kennzeichen mit MD-Nationalitätenkennung und dem verblichenen Wappen mit dem Pleitegeier, der ein orthodoxes Kreuz im Schnabel und ein Wappen, das den Kopf eines Bessarabischen Hornochsens zeigt, hält, entpuppte, hieß es natürlich: hinterher!
IMG_4245 So fanden wir dann mit der Gastmannschaft, die von ihrem Heidelberger Hotel genau zur richtigen Zeit aufgebrochen ist, zum kleinen Stadion, das so groß ist für das deutsche Rugby. Der Zuschauerzuspruch war dann schließlich gar nicht so schlecht. Bis zum Kick-off war dann doch eine vierstellige Besucherzahl da und insgesamt war die Hütte halb voll. Die hässliche Tribüne mit den billigen Schalensitzen und dem primitiven Wellblechdach war schnell voll – die Bierbänke hinter dem einen Malfeld hatten wir und andere Fans auch bald belegt. Natürlich waren der winzige Graswall unter der Anzeigtafel, die lächerlicherweise „Deutschland – Republik Moldau“ anzeigte (also entweder „Bundesrepublik Deutschland – Republik Moldau“ oder „Deutschland – Moldawien“!), und der etwas größere Wall rechts neben der Tribüne bzw. oberhalb der Stehränge auch sehr gefragt bei den Fans, die die ziemlich hohen Eintrittspreise von 12€ (Studenten, Rentner, Schüler wenigstens „nur“ 10€) bezahlt hatten. Bei 2,50€ für eine primitive Brat- oder Grillwurst war es auch gut, vorher was gegessen zu haben...

Egal! Jetzt ging es erstmal zum Rugby: Der Gast aus dem ärmsten Staat Europas, der mir als ödestes Land nach Finnland in Erinnerung geblieben ist, Moldawien, ist mit einer hohen Niederlage in Schweden gestartet. Deutschland war nach einem Sieg gegen die Ukraine in Polen knapp unterlegen. Nach zähen, eng umkämpften, aber eigentlich guten 20 Spielminuten gelang den Deutschen dann auch tatsächlich ein sehenswerter Try. Beim zweiten Versuch, einem klassischen Durchbruch, war dann auch der Erhöhungstritt (Conversion) erfolgreich. Vor der Pause gelang es sogar noch, sechs oder sieben Moldawier mitsamt dem Ball in deutscher Hand zu fünft oder so ins Malfeld zu drängen. Auch dieser folgende Conversion Kick saß, sodass es recht gut aussah für einen Sieg, stand es doch immerhin 19:0 bei Pause.

Ein Free Kick wurde vom sicheren Schützen Parkinson gleich nach der Pause verwandelt. Erst beim Stand von 22:0 kam Moldawien mal zum Zug. Nach 60 Minuten sah es beim Stand von 25:14 doch wieder eng aus, bis Moldawien sich eine sinnlose Zeitstrafe leistete. Der letzte Versuch samt Erhöhungstritt war die Erlösung für die deutsche Nationalmannschaft: Für die eigentlichen Nationalspieler wie Zeiler, Brenner, Güngör oder Strauch ebenso wie für die eingebürgerten Söldner wie Manawatu, Jordaan, Armstrong oder Parkinson. Die sind übrigens zum einen Teil einfach nur zum Geldverdienen vor kurzer Zeit in die deutsche Bundesliga gekommen und nutzen die Perspektivlosigkeit des trotzdem nicht zu finanzschwachen deutschen Rugbyverbandes gut aus, um ihre Perspektivlosigkeit in Sachen Eignung für die Nationalmannschaft ihrer jeweiligen Geburtsländer betreffend, zu überwinden – und zum anderen Teil machen die die tollsten Verrenkungen im Stammbaum, um aus demselben Grund – für eine Nationalmannschaft wie Frankreich reicht es nicht, für Deutschland aber locker – für die deutsche Auswahl zu spielen. Ohne die eben genannten Spieler, hätte es übrigens sehr finster ausgesehen für die Deutschen. Man hätte, gäbe es eine Regelung, dass man nur für das Geburtsland oder wenigstens das Geburtsland mindestens eines Elternteils spielen darf, sechs oder sieben Positionen verändern müssen. Die drei stärksten inklusive. Was das für die Nachhaltigkeit des deutschen Rugbys bedeutet, kann sich jeder Sporterfahrene denken…

Nach dem Spiel gingen wir dann in einem persischen Restaurant unterhalb des Schlosses, um das wir auch herumliefen, essen. Gutes Essen, nicht billig aber für Heidelberger Verhältnisse sehr preisgünstig und der Inhaber ein echter Improvisationskünstler: Einfach mal für jeden von uns zwei Essen zusammen gemischt, da keines der beiden Gerichte noch einzeln für drei Portionen gereicht hätte, und den Preis fair gemittelt.
IMG_4287 Statistik:
Grounds: 820 (heute kein neuer; diese Saison: 52 neue)
Sportveranstaltungen: 1.654 (heute 1, diese Saison: 77)
Tageskilometer: 950 (950 Auto)
Saisonkilometer: 19.750 (18.450 Auto/ 1.220 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 3 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 329

Donnerstag, 29. April 2010

W194II: In der ehemaligen deutschen Rugby-Hochburg

Deutscher Sport-Verein Hannover 1878 28:21 SC Neuenheim (Heidelberg)
Samstag, 17. April 2010 – Kick-off 15.00
1. Rugbybundesliga (Profi-, Halbprofi- und Amateurliga)
Ergebnis: 28:21 nach 83 Min. (41/42) – Halbzeit 22:7
Punkte: 1. 5:0 Benjamin Simm (Versuch), 3. 5:5 Armon Trick (Versuch) / 5:7 Shaun Smith (Erhöhung), 25. 8:7 Marvin Dieckmann (Freistoß), 32. 13:7 Will Gaugh (Versuch) / 15:7 Marvin Dieckmann (Erhöhung), 40. 20:7 Marvin Dieckmann (Versuch) / 22:7 Marvin Dieckmann (Erhöhung), 50. 22:12 Shalva Didebashvili (Versuch) / 24:12 Shaun Smit (Erhöhung), 58. 22:19 Manasah Sita (Versuch) / 22:21 Shaun Smit (Erhöhung), 72. 25:21 Marvin Dieckmann (Freistoß), 77. 28:21 Marvin Dieckmann (Freistoß).
Verwarnungen: keine, Platzverweise: keine
Spielort: Am Schnellen Graben (Kap. 2.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 300 (davon ca. 10 Gäste)
Unterhaltungswert: 7,5/10 (Flottes und spannendes Rugbyspiel mit überraschendem Ausgang)
DSC06360
Photos and English Version:
City of Hanover - Older Hanover Pictures - RUGBY MATCH HANOVER VS HEIDELBERG

Beim Umsteigen in Halle nahmen wir noch Kollege Baumann auf, der uns immer wieder zum Rugby begleitet. Auch er kannte Hannover schon vorher und war auch bei diesem Besuch nochmals von der architektonischen Minderwertigkeit der Stadt erschrocken. Hannover lebt wirklich nur von Freizeitangeboten und ausgedehnten Grünanlagen. Architektonisch ist ein winziger Kern mit Fachwerkhäusern und Ähnlichem erhalten sowie das Rathaus herausragend. Von den modernen Bauten kann man fast nur die Nord LB hervorheben. Der Rest rangiert unter der Kategorie „abrisswerte Architekturmissgeburt“. Aber wenigstens ist die Stadt lebhaft: in der Fußgängerzone drängelt sich alles dicht an dicht und schaut in die Läden oder setzt sich in ein Cafe bzw. auf die sonnengefluteten Sitzgelegenheiten davor, Greenpeace-Leute versuchen einen pseudowissenschaftliche Traktate gegen Atomkraft aufzudrängen und alle 100m lümmelt ein Punk und bettelt. Auch die anderen und kleineren Straßen auf dem Weg zum Niedersachsenstadion sind lebhaft.

Um das Niedersachsenstadion, was seit ein paar Jahren als AWD-Arena verunglimpft wird, herum, befinden sich viele Sportanlagen. Die Ausschilderung ist mies oder gar nicht vorhanden, aber nach ein paar Umwegen findet man auch mit der Kenntnis „irgendwo hier ist die Sportanlage“ das Rugbystadion am Schnellen Graben. Im benachbarten Leichtathletikstadion war bedeutend mehr los beim Kinder- und Jugendwettkampf, doch 300 Leute sind gar nicht mal so schlecht beim deutschen Rugby. Eine Spitzenbegegnung fand ja auf der baumumstanden Anlage, die auf einer Längsseite vier Stufen als Tribünenausbau aufweisen kann, auch nicht statt: Hannover Achter und Neuenheim Fünfter von mittlerweile nur noch neun Teams. Da guckte auch der Kassenwart, der einen die 7€ bzw. 5€ abnahm, etwas erschrocken, als er mitbekam, dass ASV Köln, die bisher auch jedes Spiel verloren hatten, in dieser Woche zurückgezogen hatte, da ihnen viele Spieler fehlten. Ansonsten dominieren natürlich die professionellen Söldner des SC Frankfurt 80 die Liga, wenn auch die Halbprofis der RG Heidelberg punktgleich das Meisterschaftsfinale erreichen werden. Heute waren andere Halbprofis aus Heidelberg, der Rugbyhochburg Deutschlands, bei einem eher Amateurteam aus der ehemaligen Rugbyhochburg Hannover zu Gast.

Von der ersten Minute an gleich Action! So hatten wir die Hannoveraner, die einen ziemlichen Absturz und langsamen Aufstieg hinter sich haben, nicht erwartet: gleich in der ersten Minute ein Versuch, dessen Erhöhung leider misslang. Doch nur zwei Minuten später, hatten die Neuenheimer bereits ausgeglichen und verwandelten sogar die Erhöhung. Das schreckte Hannover nicht: sie machten gehörig Druck, erzielten nach 25 Minuten drei wichtige Punkte per Freekick und drückten dann nach 32 Minuten einen weiteren Try über die Linie. Dieckmann fiel ab diesem Zeitpunkt besonders mit erfolgreichen Schüssen auf. Die letzte Minute vor der Pause war spielentscheidend, da Hannover regelrecht mit dem Pausenpfiff äußerst wichtige sieben Punkte erzielte.
In der zweiten Hälfte schnürten die Heidelberger Gäste den Gastgeber ziemlich ein. Besonders die beiden ausländischen Spieler (der erste Georgier, der andere aus Simbabwe) glänzten, doch auch ihre Versuche und Erhöhungskicks konnten einen Hannoveraner Erfolg nicht zu Nichte machen: nach dem 22:21 gelangen den Gastgebern noch zwei erfolgreiche Freischläge, die sie zum 28:21 Endstand und zum Sieg führten. Die letzten fünf Minuten waren natürlich hauptsächlich tolle Verteidigungsarbeit.

Noch eine Runde durch Hannover und dann zurück per Bahn. Da hatte ich so viel Zeit für Hausaufgaben wie schon lange nicht mehr: bei dreieinhalb Stunden Fahrt durch größtenteils unattraktive Gegenden waren die langen Übersetzungsaufgaben auch sehr günstig.
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Statistik:
Ground Nr. 413 (ein neuer Ground; diese Saison: 82 neue)
Sportveranstaltung Nr. 984 (diese Saison: 126)
Tageskilometer: 530 (Eisenbahn)
Saisonkilometer: 31.950 (20.600 Auto/ 6.000 Flugzeug/ 2.850 Bus, Bahn, Tram/ 2.500 Fahrrad/ weniger als 10 Schiff)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 68
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 194