Posts mit dem Label Senftenberg werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Senftenberg werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 28. April 2014

W404III: Fußball und Handball in der Niederlausitz

Handballsportverein Senftenberg ................................ 30
SSV Rot-Weiß Friedland ............................................... 23
- Datum: Samstag, 26. April 2014 – Anstoß: 16.00
- Wettbewerb: Handball-Verbandsliga Brandenburg Süd (6. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 30-23 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 13-14
- Tore: k.A.
- Gelbe Karten: Nr. 2, 7, 15 (HSV); Nr. 9, 11, 96, Trainer (SSV RW)
- Zeitstrafen: 2x Nr. 11, Nr. 7 (HSV = 6 Minuten); Nr. 3, 7, 8, 11, 96 (SSV RW = 10 Minuten)
- Rote Karten: keine
- Spielort: Niederlausitzhalle (Kap. 1.500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (davon ca. 40 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und bis zur 55. Minute auch spannendes Spiel)

SV Germania Ruhland 1910 II ......................................... 1
SV Glückauf Kleinleipisch ................................................ 4
- Datum: Samstag, 26. April 2014 – Anstoß: 12.30
- Wettbewerb: 1. Kreisklasse Senftenberg (10. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-4 nach 90 Min. (44/46) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 7. Sebastian Hubert, 1-1 49. Friedrich Wolff, 1-2 57. Eric Wiegand, 1-3 68. Thomas Mittag, 1-4 87. Paul Stein
- Verwarnungen: Thomas Mittag (Kleinleipisch)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Germania-Sportplatz Ruhland (Kap. 2.200, davon 200 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 24 (davon ca. 12 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,0/10 (Ganz ordentliches Spiel, aber einiger Leerlauf und viel zu deutlicher Sieg für den Gast)  
Photos with English Commentary:
a) Football: Germania Ruhland lost to Glückauf Kleinleipisch (Germania-Stadion)
b) Handball: HSV Senftenberg defeat Rot-Weiß Friedland (Niederlausitzhalle)
c) Northern Saxony: Torgau Old Town; Palaces of Triestewitz, Pülswerda, and Kathewitz
d) Southern Brandenburg: Martinskirchen, Mühlberg/ Elbe, Plessa (Kahla) 
e) Senftenberg & Spreetal: Old Town Senftenberg and Stadium Spreetal 
 
Derzeit reißen die Touren nach Brandenburg mal wieder ein. In der Niederlausitz gab es noch zwei interessante Grounds zu entdecken: einmal ein ganz ordentliches Fußballstadion, dann außerdem – als Hauptgr(o)und der Tour – die wohl interessanteste Sporthalle Brandenburgs.

Es sollte noch etwas Sightseeing geben, also fuhren wir von der Hauptroute hinter Torgau nach Süden ab und steuerten die ostelbischen Schlösser an. Die liegen noch im Bundesland Sachsen und sind recht unterschiedlicher Bauart: das Renaissanceschloss von Triestewitz ist ein hervorragend restaurierter Palast mit Hotel und Garten, das Schloss in Pülswerda ist in der Nutzung unklar und ein etwas kahl herumstehender Bau im Tudorstil und schließlich in Kathewitz, was wir über die unbefestigte Westzufahrt erreichten, ist das Schloss ein villenartiger Bauernhof aus dem späten 19. Jahrhundert, der leider vernagelt ist und verfällt.

Auf brandenburgischer Seite weiter nach Süden wird es noch interessanter: das kleine Martinskirchen hat eine ältere Kirche mit kurioser Turmuhr (Sekundenzeiger und Datumsblatt mit eingebaut) und ein tolles Barockschloss mit sehr unterschiedlicher Schau- und Rückseite. Im bekannteren Städtchen Mühlberg gibt es auf die Stadt verteilt ein verfallenes Schloss der Neorenaissance, eine schön zu besichtigende Klosterkirche am Alten Markt, ein interessantes Rathaus, mehrere Kirchen und vereinzelte spektakuläre Bürger- oder Verwaltungshäuser von mehr als 100 Jahren Alter. Einige Kilometer außerhalb sind die spärlichen aber gut dokumentierten und kommentierten Reste eines deutschen Kriegs- und sowjetischen Strafgefangenenlagers zu finden.  
Wir kamen ganz genau zum Anstoß nach Ruhland: das Germania-Stadion ist schön von massiven Eichen umgeben und auf beiden Seiten mit einer dreireihigen Stehtribüne mit Steinstufen versehen. In der ersten Reihe sind Holzbänke befestigt. Kurios ist das metallene Fernsehgerüst in der Mitte der einen Tribüne. Hinter den Toren ist es recht weitläufig und etwas kahl. Der Platz scheint ein ungewöhnliches Seitenverhältnis von 2:1 (also 110x55m oder so) zu haben.

Heute gab es hier ein Abstiegsduell der 1. Kreisklasse (9. gegen 12.) bei freiem Eintritt und den üblichen dummen Kommentaren gegenüber den Spielern und dem genauso üblichen dummen Geglotze gegenüber jedem fremden Spielbesucher (beides heute v.a. vonseiten der Gäste; die sind halt aus Lauchhammer, da ist man etwas unzivilisiert…) zu sehen.

Der Spielbeginn war vielversprechend: nach einem Abstimmungsfehler netzte der Gast aus Kleinleipisch (d.h. Lauchhammer-Nord) geschickt ein, doch Ruhland hielt in einem schlechter werdendem Spiel dagegen, sodass es ab und an Chancen auf beiden Seiten gleichverteilt zu sehen gab. Naja: mit 0-1 ging es in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel gelang schnell der Ausgleich, doch Kleinleipisch fand ins Spiel zurück. In Sachen Schüsse und Ballsicherheit war der Gast auch besser als Ruhland II – aber ärgerlicherweise kamen noch einige fragwürdige bis offensichtlich falsche Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns – besonders der beiden Linienrichter – hinzu: Abseits beim 1:2 der Gäste nachdem die Heimelf zuvor drei Mal zurückgepfiffen wurde, klarer Elfmeter für Ruhland verwehrt, nach dem sauberen 1:3 und dem noch besseren 1:4 (Heber in den Winkel) zur Abwechslung aber eine Fehlentscheidung zugunsten der Heimmannschaft: einem Glück-Auf-Spieler wird im Strafraum an den Arm geschossen. So ein billiges Geschenk nahm der Ruhländer aber nicht an und schoss 20cm links am Pfosten vorbei…  
Wir guckten uns noch die Stadtmitte Ruhlands mit der ansehnlichen Kirche an und fuhren dann nach Senftenberg. Schnell noch bei einem Dönerimbiss eingekehrt und dann zum nächsten Abstiegsduell: 11. gegen 10. in der wohl interessantesten Sporthalle des Landes Brandenburg, der Niederlausitzhalle. Von außen fällt schon jedem Trottel auf, dass die Maße irgendwie seltsam sind. Geht man rein (Eintritt 2,00€; ermäßigt 1,50€) sieht man schnell warum: die Wettkampffläche besteht aus zwei hintereinander platzierten Handballfeldern, die von einer Tartanbahn mit Kurvenüberhöhung umgeben sind. Es ist eine über 100m lange und kaum 40m breite Leichtathletikhalle mit zwei Handballfeldern. Dadurch, dass auch diese beiden Handballfelder mit Tartan ausgelegt sind, wird der HSV Senftenberg die Heimspiele in der nächsten Saison leider in einer anderen Halle austragen und erst nach Verlegung des geforderten Parketts (geplant bis Saisonbeginn 2015/16) hierher zurückkehren. Bis dahin gibt es hier nur unterklassige Leichtathletik und ab und an mal Boxen u.Ä. zu sehen.

Die Tribüne ist natürlich extrem langgestreckt – sieben Reihen rote Holzbänke, alles sehr großzügig angelegt – und war nicht sonderlich gut belegt. Nicht schlecht war die ordentliche Anzahl der auch recht viel lärmenden Gästefans. Die Heimfans teilten sich in zwei Blöcke auf, von denen sich nur der rechte mit Trommeln und Anfeuerungen bemerkbar machte. Beide hatten aber viele Winkelemente zum schwenken…

Das Spiel war ein lange spannendes und spielerisch auch für die Tabellensituation sehr gutes Match. Die erste Hälfte war sehr ausgeglichen und keine Mannschaft führte mit mehr als zwei Toren. Nach 30 Minuten lag Friedland mit einem Treffer in Front. Nach der Pause wurde es manchmal etwas hitzig auf dem Feld (Ball vorm Kopf gelandet, lautes Anmeckern, Gerempel), aber Ausraster oder so was gab es keine. Dafür nahm der Gastgeber das Heft plötzlich ziemlich in die Hand: Kurz nach der Pause gingen sie in Führung und hielten diese bis zur 40. immer knapp. Ab der 45. zeichnete sich ein Sieg für den HSV ab, da die Senftenberger – auch aufgrund ihres Torwarts und des schwächer werdenden Abschlusses der Gäste – nun konstant mit vier bis fünf Treffern führten. Nach 55 Minuten war alles klar und am Ende war der verdiente und gerechte Sieg mit sieben Treffern aber doch ein bisschen hoch ausgefallen für Senftenberg. Wie auch immer: beide Teams tauschen die Plätze, nun muss Friedland in die Relegation!

Nach dem Spiel fuhren wir die direkte Strecke zurück, nur ein kleiner Abzweig im zu Plessa gehörenden Kahla-Siedlung musste noch sein, da wir den ruinösen Turm der ehemaligen Braunkohleveredelung über die Kiefernkronen aufragen sahen. Leider kann die niemals fertiggestellte Anlage nicht betreten werden, da die Anwohner etwas dagegen haben. Zusammen mit den Blitzern in den beiden Käffern macht das einen wirklich unsympathischen Eindruck…
Viel besser ist da die verrottete und immer am wenigsten teure Tankstelle in Dobra: da gibt es nicht nur was fürs Auto, sondern auch was für die Fahrer, z.B. Joghurteis mit Früchten, was man in der Eisdiele in dieser Größe wohl kaum für 2,20€ kriegen würde…  
Statistik:
- Grounds: 1.101 (2 neue; diese Saison: 130 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.029 (heute 2; diese Saison: 173)
- Tageskilometer: 420 (420km Auto)
- Saisonkilometer: 55.010 (53.530 Auto/ 1.380 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 20 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 25 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 404

Sonntag, 7. Oktober 2012

W323III: Zwei Mal Wembley beim Fußball in Senftenberg und Sieg mit einem Tor beim Handball in Rietschen

FSV „Glückauf” Brieske/ Senftenberg II ------------- 6
SV Blau-Gelb 1899 Hosena ------------------------------- 2
Datum: Samstag, 6. Oktober 2012 – Anstoß: 12.00
Wettbewerb: Kreisliga Senftenberg (9. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 6-2 nach 96 Min. (48/48) – Halbzeit: 2-1
Tore: 1-0 7. (15), 1-1 27. (Linienrichter), 2-1 45.+3 (14), 3-1 58. (16), 4-1 71. (14), 4-2 75. (12), 5-2 78. (Eigentor), 6-2 84. (15)
Verwarnungen: Nr. 4 (Brieske)
Platzverweise: Nr. 14 von Hosena nach „grobem“ Foulspiel in 36. Min.
Spielort: Elsterkampfbahn, Kunstrasenplatz (Kap. 1.000 Stehplätze)
Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 10 Gästefans)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Flottes Spiel mit sehr vielen Torraumszenen und vielen Treffern)

FSV „Glückauf” Brieske/ Senftenberg ---------------- 1
SG Burg (Spreewald) -------------------------------------- 1
Datum: Samstag, 6. Oktober 2012 – Anstoß: 14.00
Wettbewerb: Landesliga Süd Brandenburg (7. Liga, 2. Amateurliga)
Ergebnis: 1-1 nach 91 Min. (45/46) – Halbzeit: 1-0
Tore: 1-0 7. Martin Hornung, 1-1 48. Sven Konczak + Linienrichter Benjamin Buttenstedt
Verwarnungen: Christian Rinza, Denni Draber (beide Burg)
Platzverweise: keine
Spielort: Elsterkampfbahn (Kap. 4.200 davon 200 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 150 (Zahlende: 120, Gästefans: ca. 10)
Unterhaltungswert: 7,0/10 (Sehr spannendes und auch gutes Spiel)

SSV Stahl Rietschen -------------------------------------- 24
Sportclub Hoyerswerda --------------------------------- 23
Datum: Samstag, 6. Oktober 2012 – Anwurf: 18.50
Wettbewerb: Ostsachsenliga (7. Liga, 4. Amateurliga)
Ergebnis: 24-23 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 10-11
Tore: keine Angaben
Gelbe Karten: 3x Stahl; 1x SCH
Zwei-Minuten-Strafen: 1x Stahl = 2 Strafminuten; 3x SCH = 6 Strafminuten
Platzverweise: keine
Spielort: Oberlausitzer Sporthalle Rietschen (Kap. 250, davon 150 Sitzplätze)
Zuschauer: ca. 200 (darunter keine Gästefans?)
Unterhaltungswert: 6,0/10 (Kein gutes, aber dafür ein richtig spannendes Spiel!)
IMG_1565 Photos with English Commentary:
b) Amateur Handball in Rietschen: SSV Stahl Rietschen v Sportclub Hoyerswerda 
c) Points of Interest in Senftenberg: Town Centre, Fortress, Old Stadium Spreetal
 
Zu meinen E-Jugend Zeiten habe ich sogar schon mal in diesem Stadion gespielt: Unser TSV Leuna hatte damals ein Trainingslager in Senftenberg, der kleinen, vor allem aufgrund der Siedlung Marga und der Festung Senftenberg ganz ansehnlichen Bergbaustadt im Süden Brandenburgs, gemacht, beim FSV „Glückauf“ Brieske/ Senftenberg, der als BSG Aktivist Brieske/ Senftenberg in der 2. Liga der DDR und als SC Aktivist 1. Liga spielte. Diese spiele fanden allerdings der 1953 eröffneten Glückauf-Kampfbahn statt, die nun mit modernen Gebäuden überbaut ist, welche jedoch die Form des Stadions erkennen lassen. Neben dem alten Stadiongelände befindet sich ein verrottetes Hartplatzstadion mit einer kleinen Stehtribüne, weiter südlich wiederum ein Parkplatz. Von diesem aus betritt man die Sportanlage Elsterkampfbahn über eine Brücke über einen eisenbraunen Bach. Dafür, dass man eines der genialsten Stadien Deutschlands betreten darf, muss man auch überzogene 4€ Eintritt zahlen. Wenn man ein Spiel der II. Mannschaft sehen will, das meist auf dem hässlichen Nebenplatz stattfindet, zahlt man genauso viel, obwohl ein getrenntes Einlasssystem und getrenntes Abrechnen problemlos möglich wäre.

Auf dem 0815-Kunstrasen entwickelte sich an diesem Samstag aber auch ein echt gutes Spiel zwischen Glückauf II (im vorderen Mittelfeld platziert) und dem SV Blau-Gelb aus dem nahegelegenen Hosena (im hinteren Mittelfeld anzutreffen). Senftenberg ging sehr schnell in Führung, doch Hosena glich unter Mithilfe des einen Linienrichters, der den Lattenkracher, der sicherlich genau auf die Linie oder sogar noch davor sprang, hinter der Linie gesehen haben wollte, unverdient aus. Nach einem Foul am Torwart, was nach Anlegen vernünftiger Maßstäbe nur eine gelbe Karte zur Folge gehabt hätte, aber vom mittelmäßigen Unparteiischen gleich mit Rot bestraft wurde (O-Ton: „Der hat voll durchgezogen“ – in Wirklichkeit schien der Hosenaer vielmehr über den Torwart springen wollen, aber erwischte ihn am Bein), ging die auch bei 11 gegen 11 schon aktivere Mannschaft mit einem tollen Freistoß in Führung.

In der zweiten Hälfte drehte Brieske/ Senftenberg richtig auf und ging bis auf 4:1 in Führung. Ein Anschlusstreffer wurde gleich mit zwei weiteren Toren beantwortet. Die Reserve zeigte wirklich ein gutes Spiel, Hosena war phasenweise so überfordert, wie es das Ergebnis von 6:2 nahelegt. Die zweite Spielhälfte wurde so stark von Senftenberg bestimmt, dass die Gästefans nicht mal mehr zum Meckern kamen, was sie in der ersten Hälfte des Öfteren zu Unrecht taten.

Dann ging es rüber ins herrliche Stadion Elsterkampfbahn. Blickfänge sind schon allein die beiden Sprechertürme: Ein kleiner aus Backstein und ein großer, dessen Kabine nur auf einem steil ansteigenden Stahlträger liegt. Letzterer muss unheimlich futuristisch gewirkt haben, als man ihn vor 30, 40 Jahren baute. Rechts und links von diesem futuristischen Turm sind zwei gleiche, wellblechüberdachte, sechsreihige Stehtribünen angeordnet. Gegenüber befindet sich die sehr schöne Sitztribüne neben dem Backsteinturm: Vier Reihen Kunstholzbänke auf rostigen Stahlgerüsten, die auf einem massiven Steinpodest gegründet sind. Hinter den Toren sind kleine Graswälle, die mal Stehränge vorweisen konnten. Hinter der Sitztribüne ist übrigens das Sportlerheim, welches einem für nur 4€ ein ordentliches Schnitzel mit Bratkartoffeln und Salat macht.
IMG_1549 Der 7. spielte gegen den 1. Nach 6 Spieltagen trennten Brieske/ Senftenberg und Burg/ Spreewald 6 Punkte. Die Gäste aus der Gurkengegend würden bei dieser Position also in die Brandenburgliga aufsteigen. Den besseren Start erwischten jedoch die Hausherren, die nach Standards sehr gefährlich waren und schon früh nach einem solchen per Abstauber in Führung gingen. Die besseren und zahlreicheren Chancen hatte die Heimelf, während Burg nur einmal sehr gefährlich war – da mussten sich schon Verteidiger in die Schussbahn werfen, damit der Torwart nicht überwunden werden konnte – und eine kleinere Anzahl weniger zwingender Chancen erkonterte.

Nach dem Seitenwechsel gab es genauso ein Wembleytor auf das links von uns stehende Gehäuse: Freistoß für Burg, der prallt an die Unterkante der Latte und auf die Linie – und der ohnehin schwache Milchbubi von Linienrichter gibt Tor. Der Schiedsrichter konnte da ja schlecht sagen: „Haste ’n Knick inner Optik, Junge?“ und entschied auf Tor. Völlig unverdient für den Favoriten, aber das zeichnet eine Spitzenmannschaft aus. Auch in der Folgezeit war Senftenberg nämlich die aktivere und bessere Mannschaft und Burg konnte nur mit Müh und Not und mithilfe der blinden Linienrichter das Unentschieden halten. Der ältere Unparteiische an der Seitenlinie pfiff ein Tor für Senftenberg völlig zu Unrecht wegen Abseits ab. Leider kriegten die Bergmänner den Ball nicht noch mal über die Linie, sodass man aufgrund der zum Ende hin vergebenen Doppelchance für Burg noch froh sein muss, dass die Spreewälder nicht noch das Spiel drehten.

Nach diesen zwei wirklich guten Spielen mit zwei wirklich kuriosen Wembley-Toren und dem Essen im Sportlerheim, fuhren wir in übelstem Regen nach Osten in Richtung Sachsen, hielten noch kurz in der trostlosen Industrieansiedlung Spreetal bei Spremberg, da wir beim Spiel in Schwarze Pumpe letzten Juni versäumten, das alte Stadion der Aktivist Schwarze Pumpe zu besuchen: Das steht nämlich in Spreetal, einem Nachbardorf von Schwarze Pumpe und ist ganz ansehnlich; viel Bäume drumherum und einige zugewucherte Stehstufen – und kamen schließlich aufgrund von Umleitungen erst 18.40 Uhr in Rietschen an der Handballhalle an. Dort sollte das Spiel der Bezirksliga eigentlich schon längst laufen, aber zum Glück gab es dort noch mehr Verzögerungen als bei uns, sodass wir noch knapp 10 Minuten vor Anpfiff in der verbauten, alten Halle waren, die zeigte, wie sehr das Dorf Rietschen mit der Stahl- und Eisenverarbeitung verbunden ist.
IMG_1664 Der Sportverein heißt nach wie vor Stahl Rietschen und in der interessant gebauten Halle ist unheimlich viel Stahl verbaut. Die Träger behindern natürlich auch schon mal die Sicht aufs Feld, doch auf der zweireihigen Sitztribüne hinter der sich noch Stehplätze befinden, kann man schon genug sehen. Über die Fans links von uns konnte man auch nicht klagen, denn sie feuerten ihre Mannschaft mit Trommeln und Sprechchören an. Nur um uns herum wurde etwas zu viel sinnlos gemeckert. Die Schiris waren OK, so etwa vier Fehlentscheidungen gab es zwar (und ärgerlicherweise alle gegen eine Mannschaft, nämlich den Gastgeber), und die Gastmannschaft ließ sich auch nichts zu Schulden kommen. Der SCH ließ sogar die Punkte bei den Stahlern.

Der Sportclub Hoyerswerda ist übrigens der Handball-Nachfolger von Aktivist Schwarze Pumpe – oder einer von mehreren Nachfolgern, die Zusammenhänge von Lausitz Hoyerswerda, SC Hoyerswerda und Schwarze Pumpe/ Terpe sind ja alles andere als einfach zu überschauen. Jedenfalls hatte der Verein aus Hoyerswerda mehr Siege als Niederlagen auf dem Konto und Rietschen fast nur Unentschieden jedoch nicht einen einzigen Sieg.

Das technische Niveau war recht dürftig für diese Klasse und die Fehler im Angriff erschreckend, doch dafür wurde Einsatz gezeigt ohne unfair zu werden und mit Elan ein ausgeglichenes Spiel von beiden Seiten auf die Platte gelegt, dass es doch Spaß machte für die üblichen und auch angemessenen 2€ Eintritt zuzusehen. Hoyerswerda hatte den besseren Start und konnte auch eine Führung bis in die zweite Hälfte hinein behaupten, doch in der packenden Schlussphase gelang Rietschen mehrfach eine Ein-Tor-Führung, die auch am Ende Bestand haben sollte. Ein letzter Fehlwurf der Gäste und ein vergebener Angriff der Heimseite und das 24:23 war beschlossene Sache.

Drei Spiele in drei Sportanlagen und drei Ligen sowie zwei Sportarten – dabei zwei Wembley-Tore und ein geniales Stadion sowie drumherum noch ein bisschen was angeguckt. Das lässt sich doch sehen für einen Samstag tief in der Provinz! IMG_1648 Statistik:
Grounds: 804 (heute 3 neue; diese Saison: 36 neue)
Sportveranstaltungen: 1.626 (heute 3, diese Saison: 49)
Tageskilometer: 590 (590 Auto)
Saisonkilometer: 13.670 (12.450 Auto/ 840 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 0 Flugzeug/ 0 Bahn, Bus, Tram)
Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 2 [Letzte Serie: 12, Rekord: 141]
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 323