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Mittwoch, 23. Oktober 2013

W378I: Pokalhalbfinals in Fès

Raja Club Athletic de Casablanca
----------- (الرجاء البيضاوي) -------------
.......................... 1:0 .........................
----- Olympique Club de Safi ------
------------- (أولمبيك آسفي) --------------
- Datum: Dienstag, 22. Oktober 2013 – Anstoß: 17.00
- Wettbewerb: Coupe du Trône [كأس العرش] (Halbfinale des Marokkanischen Fußballpokals, Pokal des Thrones; beide Teams Botola 1, 1. Profiliga)
- Ergebnis: 1-0 nach 98 Min. (47/51) – Halbzeit: 0-0
- Tor: 1-0 53. Mohsen Iajour
- Verwarnungen: Abdelghani Maâoui (OCS)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Complexe sportif de Fès [لفاس الرياضي المركب] (Kap. 45.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 15.000 (darunter ca. 6.000 Raja- und 2.500 OCS-Fans)
- Unterhaltungswert: 5,0/10 (Raja überzeugte in einem allenfalls mittelmäßigen Spiel trotz Sieg nicht wirklich, nur der Anhang beeindruckte wieder einmal)

---- Raja Beni Mellal ----
------ (رجاء بني ملال) --------
.............. 5:6 n.E. ............
Difaa Hassani El-Jadida
--- (الدفاع الحسني الجديدي) ---
- Datum: Dienstag, 22. Oktober 2013 – Anstoß: 20.00
- Wettbewerb: Coupe du Trône [كأس العرش] (Halbfinale des Marokkanischen Fußballpokals, Pokal des Thrones; Botola 2, Halbprofiliga gegen Botola 1, 1. Profiliga)
- Ergebnis: 5-6 nach 128 Min. (45/50; 16/17) und Elfmeterschießen – Halbzeit: 0-0, Reguläre Spielzeit: 2-2, Verlängerung: 0-0, Elfmeterschießen: 3-4
- Tore: 1-0 46. (NN), 1-1 53. Naby Soumah, 2-1 60. (NN), 2-2 66. Zakariya Hadraf
- Elfmeterschießen: 3-2 (33), 3-3 (14), 4-3 (10), 4-4 (30), 5-4 (61), 5-5 (29), 1 hält 11m von 9, 5-6 (26), NN trifft die Latte
- Verwarnungen: 2x Nr. 14 (RBM)
- Platzverweise: Nr. 14 von RBM (8. Min. d. Verl.; gelb-rot wg. wdh. Fouls)
- Spielort: Complexe sportif de Fès [لفاس الرياضي المركب] (Kap. 45.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 7.000 (darunter ca. 2.500 RBM- und 2.000 DHJ-Fans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Schwache erste Hälfte, doch sehr gute zweite, spannende Verlängerung und als Krönung Elfmeterschießen) نفص نهائي كاس العرش - رجاء البيضاوي مع اوليمبيك اسفي Photos with English and Arabic Commentary:
Semi-Finals of the Moroccan Football Cup: Raja Casablanca v OC Safi and DHJ El-Jadida v Raja Beni Mellal (Played at Fès)

Video:
a) Raja Supporters Chanting during Match
b) RBM and DHJ supporters chanting, and DHJ score their second goal

Ums Internet steht es in Marokko nicht so schlecht, wie mir einige vorher erzählt haben. In Fès geht es durchweg besser und schneller als z.B. in Merseburg. Auch der tschechische Kommilitone Vojtech meinte, es sei besser als in der Heimat in Plzen. Nur manchmal gibt es Schwierigkeiten mit den (oft sehr billigen) technischen Geräten: jetzt ist irgendwas am Router im Arsch, sodass wir uns tagelang bei einem Nachbarn einloggten. Aber das ist ja kein Dauerzustand und da die LAN-Verbindung sehr gut geht, schickte ich Muhammad los, dass er mir nach dem Unterricht diesen Dienstag ein zweites LAN-Kabel kauft. Von den 100 Dh. die ich ihm mitgab kamen nur 25 zurück, aber immerhin funktioniert es und mit 7,30€ für ein 20m-Teil war es auch billiger als in Deutschland. Ach so: nicht dass sich einer wundert, dass ich hier Leute herumschicke, aber das ist in Marokko so üblich; jüngere holen für ältere das Essen aus der Küche oder Sachen aus einem Laden oder was auch immer…

Die Benutzung des Internets ist in Marokko übrigens teilweise anders als in Deutschland: denn arabische Tastaturen sind selten und die meisten Leute zu faul Tools wie dieses hier von Al-Maany  zu benutzen. Also wird in einem arabisch-französisch-englisch Slang gechattet und anderweitig kommuniziert, der sich mit lateinischen Buchstaben schreibt und unheimlich viele Abkürzungen nutzt. Zum Beispiel: „cv“ – und die Antwort: „hmd“ (ca voir/ wie geht’s – al-hamdu li-llah/ Gottseidank gut).

Nach dem erwähnten Arabischunterricht war ich diesen Dienstag auch noch beim Fußball. Zum ersten Mal besuchte ich ein Spiel in Marokko mit dem Fahrrad – denn zum Stadion von Fès ist es zwar voll durch die ganze Stadt, aber mit dem Auto ist man kaum schneller und so lang ist die Strecke wirklich nicht… نفص نهائي كاس العرش - رجاء البيضاوي مع اوليمبيك اسفي Die Halbfinals des marokkanischen Pokals werden (ebenso wie natürlich das Finalspiel) auf einem neutralen Platz ausgetragen. Praktischerweise dieses Jahr in Fès. Wie ich befürchtet hatte, sollte sich das Stadion als etwas überdimensioniert herausstellen – aber die Sicherheitskräfte konnten so große Pufferzonen zwischen den Fanblöcken aufbauen. Ich holte mir die billigste Kategorie (30 Dh. = 2,75€ für beide Spiele). Ich landete irgendwie im Asfi-Block (zu den Fischköppen wollte ich eigentlich überhaupt nicht hin, aber ich hatte die Schilder nicht gelesen), saß dort keine fünf Minuten und schaute den Rajawy und den OCS-Fans rechts von mir beim Pogen zu, und schon kamen die Teams.

Das erste Halbfinale bestritten Raja Casablanca und Olympique Asfi. Die Rollen waren klar verteilt, die Stimmung ging auch stärker von Raja aus (mehr Liedgut, Dauersupport und mehr Pyrotechnik) und die marokkanische Starmannschaft von Raja spielten gemächlich nach vorne und ließen hinten kaum etwas zu. Es dauerte aber bis kurz nach der Pause ehe ein Abpraller unter die Latte gedonnert wurde. Nach dem 1:0 für Raja lief das Spiel genau so weiter wie vorher. Wer die im Finale stoppen soll, weiß ich nicht…

Stoppen wollen sie die Spieler von Difaa al-Hassani aus El-Jedida. Diese hatten die Überraschungsmannschaft aus Liga 2, Raja Beni Mellal, vor der Brust. Der Zweitligist war lange aktiver und hatte die besseren Chancen, aber es passierte vor der Pause eh nicht so viel. Nach dem Seitenwechsel mit dem ersten Angriff dann aber ein geniales Tor: 1-0 für Raja BM! Kurz darauf jedoch der Ausgleich. Nun ging es Schlag auf Schlag: Raja erzielte wieder ein klasse Tor und daraufhin glich El-Jedida erneut aus. Mittlerweile auch gute Stimmung mit Pogo und Pyro auf beiden Seiten.

In der Verlängerung flog einer von Beni Mellal wegen wiederholtem Foul vom Feld, was zu massiver Zeitschinderei führte. Schließlich ging es ins Elfmeterschießen. Nach je drei sicher verwandelten Schüssen, trat ein RBM-Kicker zu ungenau auf und der DHJ-Keeper blockte ab. Nach dem 3:4 dann eine kritische Entscheidung des sehr guten Schiris: Ein Schuss gegen die Unterkante der Latte, der Ball springt auf oder hinter die Linie und keiner ist sich sicher ob die Pille drin war oder nicht, aber der Schiri erkennt nach einigem Zögern auf „kein Tor“. نفص نهائي كاس العرش - رجاء البيضاوي مع اوليمبيك اسفي Meine Gesprächspartner, die zu fünft in einem Kleinwagen gekommen waren und (da geldsparend über Landstraßen gurkend) mit einer Rückkehr in El Jedida um 7 Uhr morgens rechneten – Bemerkung von Amin: „Nur Abderrazzaq der faule Affe arbeitet nicht, aber wir vier müssen alle gegen 8 auf dem Posten sein und Überstunden machen, da wir heute den halben Tag freigenommen haben für das Spiel. Hoffentlich ist der Chef nicht da, da kann man im Büro ausschlafen…“ – waren natürlich sehr zufrieden.

Das Stadion wurde übertrieben schnell von der wiedermal aggressiv auftretenden Polizei geräumt und ich kam bis zum Saha al-Muqawamah problemlos so wie ich gekommen war. Dann bemerkte ich den starken Druckabfall im Hinterrad und konnte die restlichen 2,5km heeme nur noch schieben. Die Scherben und Metallteile auf der Hauptstraße sind halt für die neue Decke vorne kein Problem, aber der alte Reifen hinten konnte einfach nicht mehr lange halten. Also vorm Unterricht am Mittwoch schnell mal zu Hassan und den Mist reparieren lassen…
Ich kam durch das lange Spiele und die Panne erst kurz vor Mitternacht zurück ins Haus, wo aber fast alle noch wach waren. Khadija stellte gleich unaufgefordert Essen für mich auf den Tisch. Bei mir heeme in Merseburg hätte ich mir um die Zeit selber etwas machen müssen... نفص نهائي كاس العرش - رجاء بني ملال و الدفاع الحسني الجديدة Statistik:
- Grounds: 1.027 (0 neue; diese Saison: 56 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.927 (heute 2, diese Saison: 71)
- Tageskilometer: 40 (40km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 19.050 (18.190 Auto/ 910 Fahrrad/ 40 Schiff, Fähre/ 10 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 12 [letzte Serie: 178, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 378

Dienstag, 15. Oktober 2013

W376II: Zu sechst im Dacia nach Marrakesch und Außenseitersieg in der 89. Minute

Raja Beni Mellal 1956
--- (نادي رجاء بني ملال) ---
............... 1:0 ................
Wydad Athletic de Fès
---- (نادي الوداد الفاسي) ---
- Datum: Samstag, 12. Oktober 2013 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Coupe du Trône [كأس العرش] (Pokal des Thrones; Viertelfinale des Pokals des marokkanischen Fußballverbandes, GNF Botola 2 = 2. Marokkanische Liga/ Halbprofiliga gegen GNF Botola 1 = 1. Marokkanische Liga/ Profiliga)
- Ergebnis: 1-0 nach 99 Min. (47/52) – Halbzeit: 0-0
- Tor: 1-0 89. Djawad Aziz
- Verwarnungen: al-Mudghary (RBM); Brikal, Akhmis (WAF)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Stade Municipal de Beni Mellal [ملعب البلدي ببني ملال] (Kap. 8.000, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 6.000 (darunter ca. 80 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ausgesprochen spannendes, aber qualitativ nicht sonderlich hochwertiges Spiel) رجاء بني ملال و وداد الفاسي -ربع النهائي الكاس العرش في الملعب البلدي ببني ملال Photos with English and Arabic Commentary:
a) Moroccan Football Cup Quarterfinals: Raja Beni Mellal eliminate Wydad Fès
b) Central Atlas Region: Beni Mellal, Oued Oum

In arabischen Ländern erörtert man oft auch mit flüchtigen Bekannten relativ persönliche Sachen und mit besseren Bekannten, wie seinen Lehrern im Institut, natürlich noch viel mehr. Man erzählt hat auch immer was von der Familie und Freunden und natürlich auch was man am letzten Wochenende gemacht hat und am nächsten (inshallah, wie hier meist angefügt wird) vorhat. Als ich Beni Mellal, Marrakech und Safi erwähnte, war der aus Agadir stammende Lehrer Abdelhadi gleich begeistert. Der Deal: ich bringe ihn und seine Familie (Mutter, Ehefrau, zwei Kleinkinder) Samstag mit dem Auto nach Marrakesch zu Freuden, übernachte dann dort kostenlos mit ihnen und bekomme gratis Essen.

Treffpunkt 8.30 vorm McDonalds am Sahat l-Muqawama. Ein korrekter Lehrer wie Abdelhadi steht natürlich schon 10 Minuten vorher da – also von wegen die Araber könnten keine Zeiten einhalten… Gut, eigentlich ist er Berber, aber egal... Seine Mutter und seine Ehefrau waren übrigens – entgegen der Behauptungen die ich oft gehört habe, Berber seien (auch äußerlich) weniger streng islamisch und wie alle Berberinnen die ich hier bisher kennengelernt habe – sehr konservativ gekleidet mit langen, farbigen Gewändern und Kopftuch. Gegrüßt wird mit Handgeste zur eigenen Brust, nicht etwa Handschlag mit der Gegenüber. Jedenfalls wurde das Auto hinten mit Taschen vollgeladen und die Frauen gingen mit den beiden drei- bzw. fünfjährigen Kindern auf dem Schoß auf die Rückbank, von wo aus sie ziemlich wenig zu mir und dem auf dem Beifahrersitz erzählenden und Fahrtrichtung anzeigenden Abdelhadi sagten. Das lag weniger an der konservativen Einstellung, sondern viel mehr daran, dass ich mich mit Abdelhadi nur Hocharabisch unterhielt, was sie zwar verstehen, aber nicht richtig sprechen…

Nach vier Stunden Fahrt machten wir mal eine Pause an einem Stausee, der recht spektakulär in der schönen Gebirgslandschaft des mittleren Atlas liegt, nach dem Nationalisten El Hansali benannt ist und vom Oued Oum gespeist wird. Eine weitere Stunde dauerte es, ehe wir Beni Mellal erreichten. Der größtenteils von Berbern bewohnte Ort („Söhne des Weisen“) ist eigentlich völlig monoton von Neubauten durchzogen, aber am Rande recht sehenswert: fährt man den Berg hoch, findet man am Stadtrand einen schön angelegten Park der von kanalisierten Bächen durchflossen ist, die von einer landesweit bekannten Quelle (Ain Azzerdoun) gespeist werden. Oberhalb der Anlage thront die rekonstruierte Kasbah, die wir auch noch besichtigten. Nur der Kernbereich wurde wieder aufgebaut und ist absolut quadratisch und weitestgehend symmetrisch. Der Blick von oben auf den von Gärten umgebenen Ort ist prima. قصبة بني ملال Mit zwei Kindern unterwegs zu sein, bedeutet natürlich dass man ziemlich bummeln muss. Mit Mutter und Ehefrau, die keinen Bock auf Fußball haben zu verreisen ist noch schlimmer… Abdelhadi konnte mich also nicht begleiten, da die anderen nicht ins Stadion aber auch nicht allein durch die Innenstadt bummeln wollten. Also holte ich nur für mich die 20 Dirham (1,80€) Tickets (die für alle Plätze außer die überdachte Haupttribüne gelten) am Schalter geholt, in die Schlange gestellt, etwas an der berittenen Polizei vorbeigedrängelt, an der kleinen Schlägerei vorbei geschoben und genau zum Anstoß durch das im Stile der Windtürme der mittelalterlichen Burgen (Kasbah) gebaute Eingangstor gequetscht. Rechts vom rechten Windturm befindet sich die Gegentribüne mit ihren Stehstufen, die direkt in die Hintertorkurve übergeht. Links vom linken Windturm befindet sich eine weitere, etwas kleinere Kurve die von den Heimfans (Ultras „Star Boys“) belegt wird. Die Haupttribüne ist in zwei unüberdachte Teile (der von den Türmen aus rechte Teil ist für die Gästefans) und einen überdachten Teil mit grünen Schalensitzen getrennt.

Die wenigen Gästefans waren nie zu hören, aber die Heimkurve ging gut ab. Selten so viele Mädchen und Frauen wie hier bei Raja in einem marokkanischen Stadion gesehen – und selbst die pogten hier in der Ultra-Kurve mit. Die Lieder stimmten allerdings die Jungen und jungen Männer an. Die grünen Rauchbomben zündeten natürlich auch nur die Kerle. Die Gegen- und Haupttribüne ging bei jeder Szene mit, sprang teilweise kollektiv und wild gestikulierend auf.

Das Spiel war eher mittelmäßig. Wydad kickte nach dem Motto „1. Liga – keiner weiß warum“ – Beni Mellal hatte die deutlich besseren und zahlreicheren Torchancen. Die nach Raja Casablanca benannten Gastgeber versäumten es aber immer zu treffen, was auch am guten WAF-Torwart lag. Der RBM-Keeper hielt aber auch mehrfach gut und sehenswert den Kasten sauber. Ich fürchtete schon, Abdelhadi anrufen zu müssen und überlegte, was „Verlängerung“ auf Arabisch heißt, doch dann gab es Freistoß knapp 18m vorm Kasten von Wydad. Ich fürchtete einen Schuss in die Mauer, da sich zwei Spieler ewig den Ball hin und her legten. Doch dann zirkelt die Nummer 10, Aziz, den Ball genau über die Köpfe der Abwehrmauer direkt oben ins kurze Eck! Eins zu Null für den Außenseiter in der neunundachtzigsten Minute!!! Die sieben Minuten Nachspielzeit wurden dann souverän vom Zweitligisten heruntergespielt, was zu stehenden Ovationen führte.

Noch ein Sandwich gegriffen (noch nie so gutes Catering in Marokko gesehen wie bei RBM: Sandwiches, Baguettes, sechs verschiedene Arten von Süßigkeiten, Wasser, Kaffee, Tee – und natürlich nicht wie in Deutschland an Fressbuden sondern auf Tabletts von privaten Bäckern/ Ladenbesitzern etc. durchs Stadion getragen und zu Centbeträgen leicht über den Ladenpreisen verkauft) und ich verließ auch das Stadion. Der Weg nach Marrakesch dauerte noch mal drei Stunden, da wir uns mangels Beschilderung etwas verfuhren. Das waren nur 10km mehr, aber 40 Minuten Zeitverlust durch schlechte Nebenstraßen. Immerhin konnte ich dort die Familie mit meiner Fahrweise beeindrucken: „Du fährst ja selbst durch Suqs [Märkte] und auf den halb-asphaltierten Landstraßen sicher wie ein Marokkaner…“

Bei Abderrahmane (einem Freund von Abdelhadi) angekommen, konnte ich dann mal eine Junggesellen-Arbeiterbude von innen sehen: ordentlicher Mehrfamilienbau aber total kahle Zimmer mit kaum einem Möbelstück sondern nur Teppichen und Kissen (auf einem Lager von Teppichen und Kissen wurde auch geschlafen) und v.a. ein leerer Kühlschrank. Wir gingen dann alle, ehe Abderrahmane zur Nachtschicht in der Molkerei/ Käserei musste, in einem kleinen Restaurant essen wo keines der Gerichte mehr als 2,50€ kostete. Besonders sauber war es dort nicht und viele Europäer hätte es gestört, dass Abdelhadi zig Sachen orderte, damit sich alle mit allen das Essen teilen – es wird einfach mit der bloßen Hand oder einem Stück Brot auf den Tellern rumgefuchtelt – aber mich stört hier gar nichts und schockieren tut mich erst recht nichts. Höchstens wundern, zum Beispiel dass ich hier niemals Magenprobleme, nicht mal vom Leitungswasser, bekomme… رجاء بني ملال و وداد الفاسي -ربع النهائي الكاس العرش في الملعب البلدي ببني ملال Statistik:
- Grounds: 1.025 (1 neuer; diese Saison: 54 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.923 (heute 1, diese Saison: 67)
- Tageskilometer: 470 (470km Auto)
- Saisonkilometer: 17.350 (16.230 Auto/ 870 Fahrrad/ 40 Schiff, Fähre/10 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 8 [letzte Serie: 178, Rekordserie: 178; davor 141, 106, 101 bzw. 88]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 376