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Freitag, 22. März 2024

W3.0169I: Hessisch-Niedersächsischer Nachwuchsfußball

JSG TuSpo Nieste 1901 / Staufenberg-Niedersachsen (TSV Escherode 1920 / TSV Uschlag 1904 / SG Landwehrhagen/Benterode) U19

4 : 2 (4:1)

JSG Melsunger FV 08 / FC Körle 69 U19

- Datum: Dienstag, 19. März 2024 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: Gruppenliga Kassel, A-Junioren (5. Spielklasse der U19)
- Ergebnis: 4-2 nach 93 (45/48) Minuten – Halbzeit: 4-1

- Tore: 1-0 9. Küpper, 2-0 12. Schlischo, 3-0 17. Buhse, 3-1 31. Ahmad, 4-1 35. Driesen, 4-2 73. Pipita

- Verwarnungen: 2x Nieste, 3x Melsungen

- Platzverweise: keine

- Austragungsort: Sportplatz Uschlag (Kap. 1.010, davon 10 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon wohl keine Gästefans)
- Spielbewertung: 6,5/10

TSV 1889 Kassel-Wolfsanger U15

8 : 1 (3:1)

TSG Wilhelmshöhe 1883 U15 II

- Datum: Donnerstag, 21. März 2024 – Beginn: 18.30
- Wettbewerb: Kreisliga Kassel, C-Junioren, Gruppe 2 (5. Spielklasse der U15)
- Ergebnis: 8-1 nach 73 (36/37) Minuten – Halbzeit: 3-1

- Tore: 0-1 18. Butz, 1-1 24 Starcevic, 2-1 25. Arslanovic, 3-1 35. Krajnic, 4-1 38. Arslanovic, 5-1 42. Arslanovic (Elfmeter), 6-1 48. Massold, 7-1 49. Starcevic, 8-1 62. Hasan

- Verwarnungen: 1x Wilhelmshöhe

- Platzverweise: keine

- Austragungsort: Sportanlage Kassel-Wolfsanger, Platz 1, Kunstrasen (Kap. 700 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 3 Gästefans)
- Spielbewertung: 6,0/10

JSG Nieste/ Staufenberg A 4:2 JSG Melsungen-Körle A

Photos with English commentary:

a) Under-19: Niestetal vs. Körle (in Uschlag)

b) Under-15: Wolfsanger vs. Wilhelmshöhe Res.

c) Southern Lower-Saxony: Hann. Münden, Sichelnberg, Uschlag

d) Northern Hesse: Kassel-Wolfsanger

Beruflich hatte ich die Woche in Hann. Münden zu tun. Am Dienstag und am Donnerstag nutzte ich das freundliche Angebot der Tagungseinrichtung, sich kostenlos Fahrräder zu leihen. Am Dienstag ging es die stark befahrene und kilometerlang ansteigende Bundesstraße 496 hoch. Kein Radweg. Ohnehin ist die Radinfrastruktur in diesem Bereich zwischen Göttingen und Kassel nicht zu toll. Ins Niestetal runter wird es ruhiger. Am Donnerstag war die Strecke auf einem engen, teils sehr unebenen Radwanderweg entlang der Werra nach Kassel-Wolfsanger. An beiden Tagen gab es leider nur Juniorenspiele zu sehen und spektakulär war die Grounds auch nicht, aber die 37 bzw. 52 Kilometer Rad alleine, waren es wert.

Speele

Bei der Dienstagstour gab es in einem Kaff namens Sichelnstein auch eine ganz ansehnliche kleine Burgruine oberhalb eines zerklüfteten Bachtals zu sehen. Der Sportplatz des VfL ist nur noch ein Hundeplatz. Auch in Uschlag, wo es einige schöne Fachwerkhäuser in der Mittelgebirgslandschaft gibt, kriegt der TSV keine Mannschaft mehr zusammen – doch durch den Nachbarort Escherode gibt es eine Spielgemeinschaft. Im Jugendbereich sind noch weitere Orte, teils in Hessen, daran beteiligt. Männer wie auch Jugend spielen aber übrigens generell in Hessen mit. Mehrere Vereine aus dem äußersten Zipfel des niedersächsischen Landkreises Göttingen-Osterode, starten im hessischen Kreis Kassel. So gab es am Dienstagabend auch folgerichtig ein Spiel einer hessischen U19-Liga zu sehen. Der Gastgeber erwischte auf dem zwischen Dorf und Grenzbach gelegenen Rasenplatz den besseren Start, zog schnell 3:0 davon. Melsungen kam mit einem tollen Kopfball nach Eckstoß wieder heran, lag aber bald darauf mit 4:1 hinten. Nach dem Seitenwechsel war die Partie weiterhin gut, doch sah nur noch den 4:2 Anschlusstreffer.

Am Donnerstag schaute ich mich nur im historischen Kern des Kasseler Ortsteils Wolfsanger um. Auf dem Nebenplatz dieser Sportanlage war ich schon mal, der Hauptplatz ist mittlerweile Kunstrasen. Etwas langweilig diese Anlage, aber das Sportlerheim hat eine originelle Bauform. Die Partie wurde nach 10 Minuten unterbrochen, irgendwie war der Gast trotz 13 eingetragener Spieler nur noch zu zehnt. Mir schienen auch 3 nicht gemeldete Akteure ausgeschlossen worden zu sein. Nach einigen Minuten ging es weiter und Wilhelmshöhe II ging überraschend in Führung. Nach und nach kam der Gastgeber besser ins Spiel und zog kurz vor der Pause auf 3:1 davon. Am Ende hieß es 8:1, nach einer einseitigen zweiten Hälfte.

TSV Wolfsanger C 8:1 TSG Wilhelmshöhe C II

Statistik:

- Grounds: 3.583 (2 neu; diese Saison: 169 neue)

- Sportveranstaltungen: 5.040 (2; diese Saison: 219)

- Tourkilometer: 90 (Di 40km Rad, Do 50km Rad)

- Saisonkilometer: 89.060 (51.300 Flugzeug/ 30.540 Auto, davon 14.770 Mietwagen/ 4.270 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 2.770 Fahrrad/ 180 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 15 [letzte Serie: 14, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 169 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].

Donnerstag, 17. März 2016

W503III: Handball-Bundesliga in Nord-Hessen

Melsunger Turngemeinde 1861 .................... 28
Sport Club Magdeburg ................................. 28
- Datum: Mittwoch, 16. März 2016 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: 1. Handball Bundesliga (sogenannte DKB Handball Bundesliga, 1. Profiliga)
- Ergebnis: 28-28 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 15-13
- Tore: Müller 6, Sellin 5, Forstbauer 4, Schneider 3, Maric 3, Danner 2, Boomhouwer 2, Rnic 2, Vuckovic 1 (MT Melsungen); Weber 8, Rojewski 5, Damgaard 5, Grafenhorst 4, Zelenovic 2, Haaß 2, Lemke 1, Bagersted 1 (SCM)
- Gelbe Karten: Rnic, Danner, Sellin, Trainer Roth (MT Melsungen); Rojewski, Bagersted, Lemke, Trainer Wiegert (SCM)
- Zeitstrafen: Danner, Müller, Rnic, Schneider (MT Melsungen = 8 Minuten); 2x Rojewski, Bezjak, Weber, (SCM = 8 Minuten)
- Platzverweise: keine
- Austragungsort: Rothenbach-Halle (Kassel, Kap. 4.300, davon 3.600 Sitzplätze)
- Zuschauer: 4.106 (davon ca. 25 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes und sehr spannendes Spiel) MT Melsungen 28:28 SC Magdeburg (Rothenbach-Halle Kassel) Photos with English Commentary:
a) Handball Bundesliga in Cassel: MT Melsungen v SC Magdeburg
b) Sightseeing in Hesse: Willingen Upland (Schwaleburg), Schweinsbühl, Korbach, Nordenbeck, Goldhausen (Eisenberg), Schaaken, Thalitter, Itterburg, Ober-Werbe, Klingen, Waldeck, Naumburg, Elbenberg, Merxhausen, Falkenstein (Bad Ems), Warte Zierenberg, Escheberg, Cassel 
c) Older Pictures from Cassel: http://s180.photobucket.com/user/fchmksfkcbczb/library/1006%20Kassel%20-%20Hessen?sort=2&page=1

Am Dienstag hatte ich den letzten Termin im Semester, also fuhr ich Mittwoch zu meinen Eltern nach Rostock. Allerdings nicht ohne einen ordentlichen Spielbesuch mit Sightseeingtour gemacht zu haben. So ging es schon 7.30h los nach Hessen. Fast ausschließlich auf Landstraßen unterwegs, war mein erster Besichtigungspunkt nach Passieren der Landesgrenze in der Nähe von Brunskappel, wo die Hauptstraße „Negertalstraße“ heißt – dort gibt es einen Bach namens Neger, somit auch ein Negertal und die Negertalstraße; aber keine Bimbomühle, Kanackenweide oder ähnliches, denn die Neger trägt einen keltischen Namen, der nichts mit Afrikanern zu tun hat –, die Wallburg in Schwaleburg beim eher hässlichen hessischen Dorf Willingen/ Upland. Dann ging es nach Schweinsbühl, wo es eine schöne Kirche gibt und nach Korbach, wo die Altstadt mit Fachwerk, Stadtmauer und Kirchen zu überzeugen weiß.

In Nordenbeck steht im Tal eine schöne Wasserburg, in Goldhausen dann auf einem Berg eine ähnliche aber sehr verfallene und wilhelminisch ergänzte Burganlage namens Eisenberg. In Schaaken befindet sich eine schöne Klosterruine. Thalitter kann mit einer an den Hang geklatschten Kirche und einer gegenüber liegenden, kleinen Burgruine (Itterburg) überzeugen. In Ober-Werbe gibt es eine spektakulär liegende Klosterruine, deren Parkplatz am Ende einer steilen unbefestigten Zufahrt nur einem Auto Platz bietet. In Sachsenhausen bei Waldeck befindet sich die Wüstung Klingen, von der noch eine ruinöse Kirche erhalten ist. In Waldeck selber steht ein eher hässliches Schloss mit Hotel.

Naumburg konnte dann bei weitem nicht mit dem Namensvetter in Sachsen-Anhalt mithalten: aber die Kirche und ein paar Fachwerkhäuser sahen schon ganz gut aus. In Elbenberg befindet sich das Schloss in Privatbesitzt, aber man kann von außen ein bisschen gucken. In Merxhausen ist ein Kloster heute als Krankenhaus genutzt. Etwas weiter nördlich kann man die Ruine Falkenstein (Bad Ems) finden, die man bequem mit einem ordentlichen Auto anfahren kann – leider sind die Waldwege nur für Forstverkehr zugelassen: die breiten Pisten sind sehr gut zu fahren bis auf das letzte Stück (steil und kein Unterbau, bei geringem Regen schon nur mit Allrad sicher machbar) und zum Wandern absolut unattraktiv. Die Warte in Zierenberg ist ähnlich gelegen, da bin ich auch einfach mal hinter gefahren, bevor ich im Kreuzungsbereich parke, nur um den schwachsinnigen Sperrschildern Rechnung zu tragen. In Escheberg befindet sich noch ein privates Schloss, das man von einem Gartenzaun aus gut einsehen kann. Mit die beste Besichtigung heute kam zum Schluss: die Löwenburg in Kassel; eine ganz feine Kitschburg aus dem späten 18. Jahrhundert… Melsungen Kassel war deshalb letzter Besichtigungspunkt, da dort ein Spiel der Handball-Bundesliga zwischen Melsungen und Magdeburg stattfand. Die Messehalle glänzt zwar durch kostenlose Parkplätze, aber ist architektonisch sicherlich die beschissenste Halle der Bundesliga: Baugerüste, Stahlrohrtribünen, billigste Plastesitze, miese Stehplätze mit veralteten Fangnetzen, mäßiges Licht, dürftige Akustik, niedrig ansteigende Ränge – was für eine scheiß Halle! Unpassenderweise ist Melsungen auch mit der teuerste Handballverein in der 1. Liga: 20,90€ plus 1,50€ Vvk. für einen Sitzplatz an der Seite. Beim SCM kostet der Gästeblock zwar genauso viel, liegt aber besser und es gibt auch weitreichende Ermäßigungen (bei Melsungen nur für Behinderte und Kinder) und man kann bessere und günstigere Stehplätze bekommen (da gibt es zwar auch bei Melsungen Studenten- und Rentner-Ermäßigung, aber die Sicht ist schlecht). Beim letzten Gegner der Melsunger, den Rhein-Neckar-Löwern, zahlt man im Gästesektor übrigens ca. 13€ - nicht fast 23€…

Die Stimmung war dürftig, da die Melsunger nur Klatschen können und die Anzahl der Gästefans mit 25-30 erwartungsgemäß schwach war. Das Spiel fing auch schwach an: minutenlang keine Tore, Standhandball bis kurz vor der Pause, SCM dauernd hinten da einfallslos. Erst nachdem die ersten beiden Tempogegenstöße des SCM nach über 25 Minuten einen Fünf-Tore-Rückstand verkürzten, kam Fahrt ins Spiel. Zur Pause 15:13 für Melsungen. Nach der Pause ein gutes Spiel, aber SCM weiter einfallslos und die unterlegene Mannschaft. Wie die den ständigen Vier-Tore-Rückstand auf eine Tor reduzieren konnten ist mir schleierhaft: in der Schlussminute fiel außer dem 28:27 Anschlusstreffer dann noch nach einer Auszeit und geschicktem Spiel mit Feldtorwart das verrückte 28:28. Ein tolles Ende der Partie! Und genau das gleiche Ergebnis wie im Hinspiel! Nur selbst als Anhänger des SCM kann ich den Punktgewinn nur als äußerst glücklich bezeichnen…

Erst kurz nach 2 Uhr war ich dann im fast 500km weiter nördlich gelegenen Rostock.. MT Melsungen 28:28 SC Magdeburg (Rothenbach-Halle Kassel) Statistik:
- Grounds: 1.582 (1 neuer; diese Saison: 167 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.627 (1; diese Saison: 191)
- Tageskilometer: 810 (810km Auto)
- Saisonkilometer: 42.050 (27.830 Auto, davon 4.630 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 5.680 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 1.720 Fahrrad/ 200 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 96 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 503.

Samstag, 6. Dezember 2008

WE123I: 78 Tore in 60 Minuten - Eine echte Torflut, selbst für die deutsche Handballliga mit dem japanischen Autonamen

SC Magdeburg 42:36 MT Melsungen
Freitag, 5. Dezember 2008 - Anwurfzeit 19.30
1. Handballbundesliga*
Ergebnis: 42:26 nach 60 Min. (30/30) - Halbzeit 20:20
Tore SCM: Kabengele 10, Sprenger 9, Grafenhorst 7, Jurecki 6, Rojewski 3, Vasilakis 2, Tönnesen 2, van Olphen 2, Krause 1
Tore MTM: Karipidis 8, Tellander 8, Stojanovic 7, Junillon 5, Valo 3, Tzimourtos 3, Klitgaard 2
Verwarnungen: 10:2 Strafminuten
Platzverweise: keine
Halle: Bördelandhalle (Kap. 8.000; 7.200 Sitzplätze)
Zuschauer: angeblich** 5.000
Spielqualität: 7,0/10 (gut)

Statistik:
Ground Nr. 269 (kein neuer Ground; diese Saison: 39 neue)
Sportveranstaltung Nr. 712 (diese Saison: 79)
Tageskilometer: 210; 200 Bahn, 10 Fahrrad
Saisonkilometer: 9.720 (5.380 Auto/ 2.260 Bahn/ 2.180 Fahrrad)
Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 123

* Offiziell leider mittlerweile: ,,Toyota Handballbundesliga.“
** Angeblich deshalb, da seit Jahren die Zuschauerzahlen zu niedrig angegeben werden. Real werden 5.500 bis 6.000 in der Halle gewesen sein.

Wie bei jedem Handballspiel in Magdeburg musste vor der Partie noch ein Besuch beim Bingöl Grill - Magdeburgs türkischer Imbiss Nr. 1 - sein. Nach einem Apfeltee und einer Portion Börek (Blätterteig gefüllt mit Schafskäse und Spinat, dazu Salat mit Zwiebel und Saubohnen) ging es zur Bördelandhalle, vor der wir schon über eine Stunde vor Anwurf standen. Erst einmal den besoffenen Penner, der allerdings schon mit seiner Karte herumwedelte, abwimmeln und dann die Karten besorgen. Die merklich unterbelichtete Tussi am Kartenschalter schnallte dann nicht, dass wir nach den Preisen fragten, weil der an der Kasse aushängende Ausdruck des Saalplans farblich so verfremdet war, dass man nicht zwischen den mittleren und höheren Kategorien unterscheiden konnte. Da hilft es nicht mit den künstlichen Fingernägeln auf den Saalplan zu klopfen, dann wird man halt vom genervten Handballfan angefahren, was das eigentlich für ein Mist ist... Die Karten für 19,50€, ermäßigt 14€ bekamen wir trotzdem. Der Preis ist zwar auch Mist - im Vergleich zu WM-Karten beim Handball ungerechtfertigt hoch - doch immerhin gibt es Ermäßigung. Sogar für Studenten.
Apropos Saalpläne und andere Schilder: Wieso muss man eigentlich die Schilder von Konzerten (also: keine Bild- und Tonaufnahmen gestattet) immer noch beim Handball hängen lassen? Dort darf man das ja (noch?)! Da bekommt man ja als Fotograf Augenkrebs, wenn man diese hässlichen Schilder beim Einlass sehen muss!
Seit etwa einem Jahr hatte ich kein Spiel der Handballbundesliga mehr gesehen. Bescheuerte Anwurfzeiten (Dank den Fernsehfritzen immer wieder Spiele am Dienstag) und schlicht interessantere und parallel laufende Sportveranstaltungen hielten mich davon ab.
Verändert hat sich vom Umfeld her wenig, doch das was sich verändert hat, veränderte sich leider zum Schlechten. Die Stimmung wird nämlich immer schlechter. Stimmungsmäßiger Höhepunkt waren die letzten zwei Minuten, wobei selbst bei uneinholbaren sieben Toren Vorsprung keine zwei Minuten durchgängig aufgestanden und geklatscht wurde. Der meiste Lärm kam vom Band. Immer wieder wurden Trompetenrhythmen per Band eingespielt, was meistens doch nicht die Stimmung merklich gehoben hat. Zwischen Minute 10 und 58 wurde es nur richtig laut, wenn die Schiedsrichter fragwürdige Entscheidungen trafen. Einfach erbärmlich, wie man sich us-amerikanischer Unsitten bedient. Stimmungsmusik vom Band ist wirklich das Letzte! Das Vorletzte sind dann Gruppen wie der Ostmob, der einen auf Ultrà Action macht und mit drei Schwenkfahnen in Vereinsfarben, zwei Doppelhaltern und zwei Perücken versucht Stimmung zu machen. Wie es klingt wenn 10 Leute in einer mundfaulen aber teils klatschfreudigen Halle - das größte Stimmungsproblem im Handball: die meisten klatschen nur, Sprechchöre werden nur gemurmelt und sind dann auch extrem ausgefeilt: „SCM“ (man gröle: Eeeeesssssss Zeeeeeeehhh Eeemmmmm) oder „Hier regiert der SCM“ - irgendwas mit „Auf geht’s Magdeburger Jungs“, was sie eh nur von ihren Vorbilder Blue Generation (Ultras vom FC Magdeburg, die im Gegensatz zu ihnen, das Stadion teilweise zu mobilisieren wissen) übernommen haben, quaken, kann man sich ja denken...
Nun denn: doofe Kassenbesetzung, noch doofere Schilder, streckenweise lächerliche Stimmung und schlechtes Catering (nein, das Essen beim Bingöl Grill hat schon gereicht, aber die Bockwürste beim SCM liegen immer schon vor Hallenöffnung geschmeckte zwei Stunden im Wasser, also probierten wir den Kram erst gar nicht). Am Umfeld kann ich leider nicht viel Gutes lassen und da die beiden Schiedsrichter auch an Dümmlichkeit ihrer Regelauslegung - vor allem die Verteilung der Zeitstrafen war oftmals völlig daneben, von Stürmerfoulauslegungen mal ganz abgesehen - kaum zu überbieten waren, sind die einzigen, die eine Unterhaltungswertbewertung von 7,0 Punkten verdienen, die Spieler. Sie brachten zwar keine Überleistungen, doch vor allem Kabengele, Sprenger und Grafenhorst müssen auf der Magdeburger Seite lobend erwähnt werden. Auch die Gäste aus Melsungen in Hessen hielten gut mit. Zumindest bis Mitte der zweiten Hälfte. Die ersten beiden Tore der Partie erzielten auch sie - zur Überraschung vieler SCM-Fans. 20:20 war der Pausenstand.
In der Halbzeitpause gab es dann übrigens eine zweiteilige Show. Der erste Teil, der sinnvolle, war eine Kata-Vorführung einer Taekwondo-Gruppe (Bruchtest, Kampf gegen imaginären Gegner und kontaktloser Kampf mit echtem Gegner), der sinnfreie Teil dann die unsägliche Autowerbung. Jetzt werden schon beim Handball - sonst eine Eishockeyunsitte - Autos auf die Spielfläche gerollt.
In der zweiten Halbzeit begann der SC Magdeburg nach und nach das Spiel zu beherrschen. Doch erst zehn Minuten vor Ende der Partie gestaltete sich die Ergebnislage weniger eng. Highlights waren mehrere Heber über die Torhüter beider Mannschaften und ein Sprungwurf von Grafenhorst bei dem er den Ball geschickt in einem Bogen um den Melsunger Torwart drehte. Eine Beinahe-Schlägerei in der ersten Halbzeit nach einer saudummen Siebenmeteraktion eines Gästespielers und das angebliche Stürmerfoul von Grafenhorst - ein Meslunger rannte in ihn hinein, jedoch war Grafenhorst so schnell, dass er den Verteidiger hammerhart zurückschleuderte - kann man auch noch zu den Highlights zählen.
Die erstaunliche Anzahl an asozialen Gestalten im Bereich des Magdeburger Bahnhofs war auch highlightverdächtig. Allerdings gab es keine nennenswerten Ereignisse auf der Rückfahrt und im Gegensatz zur Hinfahrt waren die Züge auch gähnend leer und wir wurden nicht kontrolliert. Ein Schelm, wer dabei böses denkt: Kein Schaffner unterwegs auf 100km Bahnstrecke in der Freitagnacht in den fast leeren Zügen, doch in den überfüllten Zügen zur Mittagszeit kontrollieren zwei bis drei Schaffnern pro Zug...

Fotos:
http://s181.photobucket.com/albums/x68/fchmksfkcb/081205%20SC%20MAGDEBURG%2042-36%20MT%20MELSUNGEN/