Dienstag, 6. Januar 2026

W3.0260I-262III: Zum Jahresende nach Marokko - Africa-Cup an Heilig Abend, Schneelandschaften in Ifrane, Basketball-Bambule in Fès und vieles mehr…

Inhalt und Links zu Fotoalben auf flickr:

17.12. Vorbereitung und Anreise:

a) Marrakech: Hill-side view on the city

18.12. Anfahrt nach Fès:

a) Phosphate Plain and Zaer Mountains

b) Grand Casablanca Region: El Gara

19.12. Freitagsspiel in der untersten Liga:

a) 9th Division Football in Salé: Essalam SC vs. Widad Zagota

b) Capital Area: Salé old town, fort, graveyards, beach etc.

20.12. Basketball-Bambule und der erste Schnee:

a) BASKETBALL PRO-LEAGUE: MAGHREB FES 100:61 KAWKAB MARRAKESH

b) Basketball 2nd Division: Maghreb Fes U23 48:71 Renaissance Berkane

c) Snowy and Misty Winter Day in Ifrane

21.12. Unterste Liga statt Eröffnungsspiel:

a) 8th Division Football in Hoceima Province: Chabab Beni Boufrah vs. Amal Ait Kamra

b) Rif Mountains: Rainbow over Targuist

c) Mediterranean Morocco: TORRES DE ALCALA, Beni Boufrah

22.12. Montagsspiel der Kreisoberliga im Dauerregen:

a) 6th Division Football in Khémisset: Club Municipal vs. Kifah Sidi Yahya El Gharb

b) Zemmouri Mountains: Khémisset town

23.12. Afrika-Cup Doppler in Rabat:

a) AFCON at Barid/Madina Stadium: DRC 1-0 Benin

b) AFCON at Olympic Stadium: Tunisia 3-1 Uganda

c) Rabat: Botanical and Andalusian Gardens 

24.12. Afrika-Cup am Heiligen Abend:

a) AFCON at Mohamed V Stadium: Burkina Faso 2-1 Equatorial Guinea

b) Casablanca: Portuguese Fort and Football-Related Graffiti and Murals 

25.12. Ruhiger Tag in Fès:

Fès: Batha Palace Museum

26.12. Volleyball in Sidi Baba:

a) Under-18 Volleyball in Meknès: CODM 0-3 USO

b) Meknés: Sidi Baba, Bab Berdaine, Bab Talt Fhoul

27.12. Unterste Liga und Afrika-Cup an einem Tag:

a) 9th Division Football in Sfafaah: Lions Dar Laaslouji 5-0 Widad Zaggota

b) AFCON at Grand Stade de Fès: Tunisia 2-3 Nigeria

c) Zaer Region: Sfafaah village landscape

28.12. Frauenfußball am Felsen und wieder Schnee in Afrika:

a) Regional Women's League in Sidi Bouknadel: Jil Jadeed Sidi Allal Bahraoui 1-1 Al-Atae Salé

b) Capital Area: Mahdia, Sidi Boughaba

c) Middle Atlas: Ifrane in Snow

29.12. Mit Fallrückzieher zum 3:0 im 3. Gruppenspiel:

AFCON AT STADE MOULAY ABDELLAH IN RABAT: MOROCCO 3-0 ZAMBIA

30.12. Zum Abschluss auch das dritte Tunesienspiel:

a) 6th Division Football in Kenitra: KAC Sebou 0-4 Liones de Skhirat

b) AFCON at Rabat Olympic Stadium: Tunisia 1-1 Tanzania

c) Capital Area: Mahdia

31.12. Rückreise und Fazit:

Marrakech City: SAADIENNE TOMBS, Kasbah Walls

01.01. Merseburger Neujahrslauf:

a) Public Foot-Race on the New Year's Day in Merseburg

b) Some Merseburg city centre images

Marrakech

Vorbereitung

Der Afrika-Cup in Marokko war leider ein hervorragendes Beispiel, warum Digitalisierung nicht nur ein Segen ist. Natürlich ist es ein Segen, Ansetzungen, teils unterklassig in Entwicklungsländern, zu finden, mitunter stündlich aktualisiert, wenn es Verlegungen gibt oder währenddessen Liveticker und danach auch die Ergebnisse online. Wenn ich bedenke, wie oft es vorkam, dass Amateurspiele in Deutschland vor 25 Jahren in der Zeitung angesetzt waren und man die Absetzung erst am Platz mitbekam... Auch ist es ein Segen, die Tickets wenigstens einige Wochen vorher online auf einer dreisprachigen Website (Englisch, Französisch, Arabisch) mit einer deutschen Kreditkarte kaufen zu können. Den Alten die sich abgehängt fühlen von der Digitalisierung kann ich nur sagen: Ihr behauptet doch immer, das die junge Generation faul und dumm sei – warum seid ihr dann von einem durch die jüngeren Generationen entwickelten System überfordert? Wenn ihr so weise seid, dann kann es für euch doch nicht schwer sein, diese ganzen Apps zu verstehen...

Auch was da von den Organisatoren des CAN als Maßnahmen kam, war nachvollziehbar: Strenge Personalisierung effektiv gegen Schwarzmarktwucher.

Aber die Umsetzung: die war unter aller Sau! Eine App, in der man sich mit Pass registriert, eine sogenannte Fan-ID bekommt und dann über eine Website die Tickets personalisiert kauft. OK, aber es hat bei mir mehrere Wochen gedauert, bis nach zig Fehlern und fünf oder sechsmal die App neu herunterladen und neu anmelden, endlich eine Fan-ID erstellt wurde. Es gab  eine dreiteilige Verkaufsphase, wobei die erste tagelang die Seite aufgrund überwältigendem Trafics lahmlegte und ich erst zur letzten Verkaufsphase die ID hatte. Dort bekam ich noch Tickets für Marokko-Sambia, aber die anderen beiden Marokkospiele und alle Algerienkicks waren ausverkauft. Finalspiele ebenso.

Dann musste man noch eine zweite App herunterladen, um dort die gekauften Tickets in einer Wallet abzulegen. Meine Fresse! In Marokko gibt es viel mehr Eigentumsdelikte wie Taschendiebstahl als in Deutschland. OK, besser als im WM-Austragungsland Mexiko, aber eben nicht so unwahrscheinlich wie in Island, dass das Handy ungewollt den Besitzer wechselt. Das Problem alles auf einem neuen Gerät neu zu installieren, dürfte deutlich größer sein, als die Gefahr, besser versteckbare Papiertickets zu verlieren...  

Natürlich funktionierte auch die Ticketapp nicht einwandfrei. Erst nach mehreren Tagen lief es ordentlich und erst an den Spieltagen selber zeigte sich, dass diese zweifelhaften Apps ohne Mängel liefen. Also viele Unwägbarkeiten und unnötiger Aufwand und Zeitverlust!

Sehr gut war aber generell, dass anders als z. B. in Russland oder Chile erlebt (kein Kauf mit ausländischer Kreditkarte, daher von Einheimischen mit seiner Karte gekauft und ihn bar entlohnt) oder anders als in Kroatien oder Pakistan (Onlineerwerb nur mit einheimischen Pass (!) – in Kroatien habe ich auf das Länderspiel verzichtet, der Hoppingkollege der in Pakistan war, bekam problemlos Karten ausgedruckt gegen Bargeld am Stadion) die Marokkaner auf ein weltweites Publikum mit zig verschiedenen Zahlungsvarianten (es gab sogar Vorort-Barzahlung über entsprechende Dienstleister für Einheimische ohne Kreditkarte) eingestellt waren. An solchen Beispielen wie Russland, Chile, Kroatien oder Pakistan, sieht man aber mal wieder, dass die Digitalisierung dieser Vorgänge gerade für Ausländer nicht selten alles problematischer und schwerer macht, als früher in diesen Ländern mit Kauf gegen Bares in der Geschäftsstelle oder Stadionkasse.

In der Vorbereitungsphase der Afrikameisterschaft kamen auch weitere Probleme außer den Karten hinzu. Auch in Marokko kapieren einige nicht, dass Sportinvestitionen nicht direkt mit Investitionen z. B. im Gesundheits- oder Bildungswesen zusammenhängen. Das Königshaus regelte das aber gut runter mit Bedienung berechtigter Forderungen und Durchgreifen gegen Asoziale wie in Laqleia - natürlich gab es in diesem Berbernest die schwersten Krawalle, hab dort 2014 mal ein krasses Krawallspiel auf Kreisebene erlebt gehabt…

Anreise 17.12.

So war schnell klar: Der Plan, die kompletten vier Wochen da rumzugurken, mit dem eigenen Auto runter usw. konnte man in die Tonne treten. Dem Chef war es ganz recht, aber den Mitfahrinteressenten natürlich nicht. Am Ende traf ich aber eh nur einen Hopper da unten, der – wie fast alle deutschen Hopper trotz oftmals vollmundiger Ankündigungen, da halt kaum einer attraktive Tickets bekommen hat – auch nur ein paar Tage blieb. Unglaublich auch mal wieder, wie wenige Hopper über Weihnachten gereist sind – bei einem eigentlich mittlerweile mehrheitlich atheistischen Land!

Was mir sehr gut in den Kram passte bei aller Umplanerei: Mittlerweile gibt es mit Eurowings einmal die Woche einen Flug von Hannover direkt nach Marrakesch, der preislich in Ordnung ist. 

Abgesehen von der sehr gut laufenden Anreise: Auto auf einem öffentlichen Parkplatz abgestellt, mit Fahrrad zum Flughafen, alles pünktlich und relativ zügig bearbeitet, ruhiger Flug, prima Landung, 30 Minuten früher sogar angekommen und auch die Mietwagenübergabe topp organisiert (wobei entspechend des niedrigen Preises von unter 300€ für 2 Wochen ein sehr abgenutzter Dacia Sandero übergeben  wurde), war der Wurm drin: Schlechtwetter in den Tagen zuvor, Schnee, Regen, Sturmflut in Safi mit 37 Toten. Diesmal auch kaum unterklassiger Fußball unter der Woche und ausgedünntes Programm am Wochenende. 

Am heutigen Mittwoch und dem folgenden Donnerstag z. B. gar keine Spiele.

Ich fuhr in Marrakech nur zum Hügel Koudiat Laabid oberhalb vom Marjane am Paloozaland, machte ein paar Fotos und kaufte in dem Laden ein.

Weiter nach Ben Guerir; an einem der Imbisse an der M9 gegessen für 4€. Dann das primitive Hotel El Mahatta (Bahnhof) für 7€ genommen; das luxusfreie kalte Zimmer war immerhin sauber, die beiden etwas besseren Hotels waren ausgebucht. Erstmals dort erlebt...

Tagesstatistik: 110 km eigenes Auto, 10km Rad, 2.800 km Flug, 80 km Mietwagen

Khatouat

Do 18.12.:  Anfahrt nach Fès

Von Ben Guerir ging es nach dem Frühstück in einem Café über Skhour Rhamna, wo im Stadion gerade trainiert wurde, quer rüber nach Guisser, am Stausee Barrage Tamesna vorbei, über El Gara (mal das mittlerweile auf Kunstrasen umgebaute Stadion des Fünftligisten angeschaut, wo gerade Jugendtraining anfing, weil ich den Platz noch als Lehmacker kenne, auf dem ich bei meinem ersten Marokkobesuch 2011 mal ein gutes Spiel sah), weiter zum französischen Kolonialstil-Forsthaus Khatouat, runter nach Zihliga und dort eine Mittagspause eingelegt (Hackfleisch, also als Kiftah, mit Zwiebeln, Tomaten und Brot für nicht mal 3€), und schließlich via Aguelmous und El Hajeb nach Fés. Zwischendurch immer mal für Landschaftsfotos angehalten.

Im Radio habe ich noch das Finale des Arabienpokals gehört, welches Marokko mit der U23 im Dauerregen von Doha gegen Jordaniens A-Nationalteam 3:2 gewann. Es war ein enorm gutes Spiel mit 60-Meter-Tor, Scherensprungtreffer u.a., wie ich dann in der Zusammenfassung sah. Durch die Tür der Wohnung meiner Gastfamilie hörte ich nur den Jubel zum Abpfiff, dann öffnete Khadija “3:2 gewonnen! Ach ja, komm erst mal rein, Friede sei mit dir, mein Junge…”

Zur Feier des Tages kochte Ghita dann ein Reisgericht mit Curry, Zitrone, Hähnchen u.a., was man in der Qualität selbst in guten Restaurants kaum kriegt - gekocht hat die Tochter meiner Gastfamilie ja schon immer sehr gut, aber seit sie die Ausbildung auf Gastro/Küche gewechselt hat, ist das wirklich herausragend was da auf dem Tisch landet!

Tagesstatistik: 510 km Mietwagen

Fes family

Fr 19.12.: Freitagsspiel in der untersten Liga

Essalam Sportif Club de Salé

0 : 1 (0:1)

Association Sportive Widad Zaggota 

- Datum: Freitag, 19. Dezember 2025 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: 3éme Division Ligue du Gharb Regional Rabat-Salé-Kénitra (9. und unterste Spielklasse im marokkanischen Fußball, 7. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-1 nach 98 (50/48) Minuten – Halbzeit: 0-1 

- Tor: 0-1 5. NN

- Gelbe Karten: Nr. 13 (ESC); Nr. 20, 25 (ASWZ)

- Rote Karten: keine

- Austragungsort: Stade Hay Rahma (Kap. 3.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 55 (davon ca. 8 Gästefans)
- Spielbewertung: 4,0/10

Am Freitag endlich das erste Spiel: In der Region West (Ligue du Gharb, Rabat-Salé-Kenitra) gibt es besonders viele Mannschaften und Ebenen. Unter der sechstklassigen Excellence (gesprochen “eksellohs” bzw. arabisch Qism Mumtaz; in Sachsen-Anhalt wäre das Kreisoberliga), gibt es noch die 1ére (Prömjeh, Qism Al-Awwal), 2éme (dösjemm, Qism ath-Thani) und 3éme (trowasjemm, Qism ath-Thalith). In dieser untersten Spielklasse trafen sich heute im wenig attraktiven Saléer Stadtviertel Hay Rahma (“Stadtviertel Gottesgnade” - also Gnade dir Gott, wenn du dir nur da eine Wohnung leisten kannst…) der Verein Essalam SC Salé (“SC Frieden”) und der nach dem berühmten Casablancaer Verein Wydad (oder Widad) benannte Dorfverein aus Zaggota (oft auch Zegota geschrieben). Mangels gescheitem Flutlicht auf dem schön an einem felsigen Hang gelegenen und mit einer recht hohen, aber unüberdachten Tribüne versehenen Kunstrasenplatz wurde schon 15 Uhr angepfiffen.

Bei der Uhrzeit konnte nur Driss mitkommen, der heute keinen Auftrag hatte. Kaum hatten wir die Plätze eingenommen, schon fiel das 0:1 für den Gast. Es sollte leider in einem allenfalls mittelmäßigen Spiel der einzige Treffer bleiben.

Zuvor hatten wir noch die Altstadt von Salé besichtigt und starke Verbesserungen festgestellt. Ich war dort 2013 oder 2014 mal, damals viel Verfall und Siff. Nach teilweise Abriss und Neubau im alten Stil sowie flächendeckender Sanierung, hat man nun auch hinter den bereits seit langem restaurierten Stadtmauern einige attraktive weiße Gebäude. Eine Besichtigung lohnend war auch der Strand gegenüber der Altstadt von Rabat und der kleine Festungsbau und der historische Friedhof am obersten Ende der Altstadt hinter dem Leuchtturm.

Bevor wir nach dem Spiel wieder zurückfuhren, ließen wir den Reifendruck gegenüber vom Stadion in einer der Werkstätten prüfen, dabei wurde an einem Reifen ein Knick in der Felge festgestellt. Die Abzocker in Deutschland hätten dir gleich einen komplett neuen Reifensatz für 400€ zuzüglich Montagekosten von 150€ für unter 30 Minuten Arbeit veranschlagt, in Marokko wurde nach Luftablassen die Felge mit Meisel und Metallhammer zurechtgekloppt für 5€ und Luft wieder drauf. Hielt zumindest bis zur Mietwagenrückgabe 12 Tage später…

Tagesstatistik: 410 km Mietwagen, 1 Spiel, 1 neuer Ground, 55. Spiel ohne 0:0

Salé

SA 20.12.:  Basketball-Bambule in Fès und erster Schnee in Ifrane

Association Sportive Maghreb de Fès

100 : 61 (58:30)

Kawkab Atlétic Club de Marrakech 

- Datum: Samstag, 20. Dezember 2025 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: Division Excellence de Basketball (1. marokkanische Profi-Basketballliga)
- Ergebnis: 100-61 nach 40 (4x10) Minuten – Viertel: 25-9, 33-21, 21-15, 21-16 

- Punkte: NN 

- Fouls: NN

- Austragungsort: Salle 11 Janvier (Kap. 2.500, davon 500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 2.400 (davon wohl keine Gästefans)
- Spielbewertung: 9,0/10

Association Sportive Maghreb de Fès U23

48 : 71 (24:33)

Renaissance Club de Berkane

- Datum: Samstag, 20. Dezember 2025 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: 1ére Division National de Basketball, poule Nord (2. Spielklasse im marokkanischen Basketball, Staffel Nord, 1. Halbprofiliga)
- Ergebnis: 48-71 nach 40 (4x10) Minuten – Viertel: 12-17, 12-16, 10-25, 14-13 

- Punkte: NN 

- Fouls: NN

- Austragungsort: Qa’ah al-Maghreb al-Fassi (Salle de MAS; Kap. 500, davon 450 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 100 (davon ca. 6 Gästefans)
- Spielbewertung: 4,5/10

Das Sportprogramm war recht dünn an diesem Samstag, zumindest beim Fußball. Da es massiv regnete und im Gebirge schneite, wollte meine Gastfamilie mal die Stunde nach Ifrane rausfahren. So fuhr ich dann mit Vater Driss, Tochter Ghita, Sohn Mohamed, Schwägerin Wafae und deren Tochter Firdaous durch Regen, Nebel und schließlich Schnee in die wohlhabendste Gemeinde Marokkos. Jeweils an den Ortsausgängen machten wir ausgiebig Fotos von der Winterlandschaft. Je nach Gegend lagen 5 bis 25 Zentimeter Neuschnee. 

Dann ging es zum Basketballdoppler. Maghreb Fès spielte und zwar erst die U23 in der 2. Liga und dann die Profis in der 1. Liga. 

Die U23 spielt in der Basketballschule, dem Salle du Maghreb Fès, einem Betonplatz mit kleinen Tribünen, kaum Beleuchtung, Balkenkonstruktionen auf denen löchriges Wellblech ruht, und durch die der Wind pfeift. 

Das Spiel war weniger sehenswert als die Halle. Freier Eintritt, aber die eigentlich ganz gut platzierte U23 von MAS richtig schwach. Nahda Berkane zog mit einem durchweg ungefährdeten 48:71 Sieg nun an MAS 2 vorbei. Stimmung kam daher kaum auf.

Ganz anders beim Hauptspiel: Statt in der Schlange am Schalter neben der Halle, holte ich im Kaffeehaus (Vereinsheim “Casa Mia”) gegenüber die Tickets. Stehplätze 20 MAD (knapp 2€), Sitzplätze das Doppelte. Aber das war auch sinnvoll, denn auf den Stehplätzen ballen sich die Ultras und man wird streng kontrolliert, während man mit Tribünenkarten einen anderen Eingang mit wenig Gedränge und besonders freundlich Kontrollen nutzen darf. Es war fast ausverkauft, geile Stimmung, vereinzelt Pyro, dauernd Schwenkfahnen und Schalparaden sowie einfallsreiche Gesänge. Auch die Tribüne zog immer wieder mit. Von Beginn an eine eindrucksvolle Dominanz von MAS. Im ersten Viertel mit einem 25:9 wurde schon der Grundstein für den Kantersieg gelegt. Wenige Sekunden vor der Schlusssirene trafen sie einen Dreier zum 100:61 Endstand. 

Ein anderes interessantes Detail schon vor Tip-off: Für die Opfer der Flutkatastrophe in Safi wurde keine Schweigeminute, sondern ein Gebet - die 1. Sure des Koran - abgehalten, was von den meisten Besuchern der Halle entsprechend auswendig wiedergegeben wurde.

Nun ist MAS verlustpunktfreier Tabellenführer mit 9 Siegen in Folge. Zwischen 1996 und 2007 hat die damalige Mannschaft schon fünf Meistertitel geholt, zuletzt war die aktuelle Truppe mehrfach unter den letzten Vier, aber die letzten Jahre wurden von Fath Rabat und AS Salé dominiert. Vor 1997 holte aus Fes nur der älteste Verein Ittihad bzw. Union Sportif (USF) mal einen Titel und zwar 1945. Wird also Zeit, dass MAS mal wieder einen Basketballtitel holt! 

Tagesstatistik: 140 km Mietwagen, 2 Spiel, 1 neuer Ground

Maghreb Fes 100:61 Kawkab Marrakech

So 21.12.: Unterste Liga statt Eröffnungsspiel

Chabab Beni Boufrah

5 : 0 (2:0)

Amal Ait Kamra 

- Datum: Sonntag, 21. Dezember 2025 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: 2éme Division de la Ligue Regional Nord, Poule Al Hoceima (8. und unterste Spielklasse im marokkanischen Fußball, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 5-0 nach 98 (50/48) Minuten – Halbzeit: 2-0 

- Tor: 1-0 10. NN, 2-0 11. NN, 3-0 55. NN, 4-0 80. NN, 5-0 83. NN

- Gelbe Karten: Nr. 5 (CJB); Nr. 10 (AAKF)

- Rote Karten: keine

- Austragungsort: Grand Stade de Bni Boufrah (Kap. 2.000, davon 1.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 130 (davon mind. 5 Gästefans)
- Spielbewertung: 6,0/10

Alle erkältet und platt nach Ifrane und Basketball-Dauerbeschallung - außer Driss und ich. Driss hat mittlerweile auch verstärkt Bock auf Fußball, auch wenn er immernoch nicht verstehen will, dass man als Trainer oder Fan immer laut reinbrüllen muss - auch wenn es “nur ein Spiel” ist… 

Also fuhr ich mit ihm ins Rifgebirge. Wir schlugen uns bis zur Mittelmeerküste der Provinz Al Hoceima durch. Für 215km brauchten wir über 4,5 Stunden (zurück sollte noch länger werden). Kurve an Kurve, Baustellen, Nebel, Schneeregen, unten an der Küste plötzlich 20 Grad und Sonne, ehe auch da wieder Regen durchzog.

Die Burg Torres de Alcala (Alcala Spanisch für das Arabische Al-Qalaah, also einfach “Die Burg”) wurde restauriert. Vor über 10 Jahren sah es da noch so aus. Jedenfalls eine schöne kleine Burg aus dem 13. bzw. 16. Jh. der Almohaden-Dynastie in toller Felslage. Die Zufahrt ist geschottert aber gut befahrbar. Die Strände unterhalb sind sehr steinig. Die ganze Gegend war ausgestorben.

In Beni Boufrah sind wir in einem Imbiss gewesen. Im Ort waren schon ein paar Asis unterwegs. Im Stadion wurde man auch kräftig beglotzt. Dieses passt in die mickrige Streusiedlung gar nicht rein: Kunstrasen, große blau-weiße Tribüne, zwar wenig intelligent verbaut, aber super Blick in die Landschaft. Wie in dieser konservativen Gegend noch üblich: Einzige Frau im Stadion war die vierte Offizielle. Und ja, bei so einem Spiel der Kreisklasse (2éme Division, hier die unterste Spielklasse, die im Verband organisiert wird), ist es völlig normal, dass ein ganzes Gespann samt viertem Offiziellen angesetzt wird.

Der Gastgeber Chabab Beni Boufrah mit einem Doppelschlag nach 10 Minuten, danach drei Tore wegen Abseits aberkannt. Drei weitere in zweiter Hälfte, darunter das 5:0 im Gegenzug nach dem Abstoß aus einem drübergeschossenen Elfmeter von Ait Kamra. Der Tabellenführer schoss den Tabellenletzten mit 5:0 ab, hätte aber höher gewinnen müssen. Ein ganz flottes und unterhaltsames Spiel.

Mich wunderte etwas, dass kein Rif-Berberisch zu hören war, sondern das übliche Darija-Arabisch. Teilweise wurde auch verstärkt Französisch - und, weil modern geworden in den letzten Jahren, auch Englisch - reingemischt: z. B. “Atencion murak” (Achtung Hintermann) oder “ma fihach walo arbitre, wal fuck you hakam” (da war gar nücht, Ref, boah fick dich Schiri)...

Sowie wir nach Abpfiff die erste Bergkette nach Targuist erklommen hatten, ging das Sauwetter los. Dauerregen, auf den Pässen Schnee mit drin. Um das Eröffnungsspiel des Africacups nicht auch noch in der Glotze zu verpassen, nachdem ich ja schon keine Tickets mehr bekam, parkten wir in Taounate (totales Chaos mit bis zu drei Reihen und alle im Parkverbot) am nächstbesten Cafe, dem Café Yasmine, wo die Chefin es gut im Griff hatte, gut 50 Fans zu bedienen. Viele hielten sich aber an dem verpflichtenden Getränk fest. Ich machte mich mit nach und nach drei Getränken und Trinkgeld beliebt bei ihr, bei anderen musste sie schon drauf hinweisen, dass das Getränk z. B. 7 und nicht nur 6 Dirham, die ihr gegeben wurden, kostet...

Marokko war in erster Halbzeit nicht überzeugend; ganz schlechter Elfer und verschossen. In zweiter Halbzeit deutlich besser und Komoren kamen nun fast gar nicht mehr in die Gegnershälfte. Am Ende durch ein gut herausgespieltes Tor von Brahim Diaz und ein geniales Fallrückziehertor von Ayoub El Kaabi ein akzeptables 2:0 zur Eröffnung. 

Genau um Mitternacht standen wir auf meinem Lieblingsparkplatz (der zur Wohnung meiner Freunde nächstgelegene kostenlose vor einer Behörde) und bekamen dann ohne Gemurre noch Abendessen hingestellt von Khadija und Ghita, die in der Wohnung  das Spiel mit Wafae in der Glotze geschaut hatten. Die Jungs hatten es übrigens im Café um die Ecke geguckt, das so voll war, dass manche draußen im Regen durch die Scheiben guckten. Der AFCON begeistert halt die allermeisten Marokkaner, selbst die, die kritisch ob der hohen Kosten für Stadien waren oder sind.

Tagesstatistik: 430km Mietwagen, 1 Spiel, 1 neuer Ground, 56. Spiel ohne 0:0

Chabab Bni Boufrah 5:0 Amal Ait Kamra

Mo 22.12.: Montagsspiel der Kreisoberliga im Dauerregen

Club Municipal de Khémisset (Nady Al-Baladiya Al-Khémisset)

4 : 0 (2:0)

Kifah Association Sportive Sidi Yahya El Gharb 

- Datum: Montag, 23. Dezember 2025 – Beginn: 14.15
- Wettbewerb: Division Excellence Ligue du Gharb Regional Rabat-Salé-Kénitra (6. Spielklasse im marokkanischen Fußball, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 4-0 nach 92 (46/46) Minuten – Halbzeit: 2-0 

- Tore : 1-0 3. NN, 2-0 30. NN, 3-0 60. NN, 4-0 80. NN 

- Gelbe Karten: 2x CMK; 1x KASSYG

- Rote Karten: keine

- Austragungsort: Stade Hanafi Hay Maamoura (Kap. 1.300, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 60 (davon mind. 7 Gästefans)
- Spielbewertung: 7,0/10

Diesmal fuhr ich alleine los, aber nur nach Khémisset. Über 2 Stunden Landstraße. Dann etwas französische Kolonialarchitektur und ein paar Moscheen die ich bei meinen ersten beiden Besuchen in der Kleinstadt noch nicht besucht hatte. An der Hauptstraße aß ich in einem einfachen Restaurant Kiftah mit Peperoni, Zwiebeln, Tomaten und Brot.

Montag 14.15 Uhr Anstoß in der Kreisoberliga / Kreisliga A. Wie gesagt: Stadien sind oft überlastet und haben dann kein Flutlicht oder nur Baustrahler für Abendtraining wie hier. So ist es völlig normal, besonders in der Ligue du Gharb, dass unter der Woche zur Mittags- oder Nachmittagszeit Nachholspiele und sowas stattfinden. 

Neben den beiden schönen alten Stadien in Khemisset wo u.a. der beste Club und ehemalige Erstligist Ittihad Zemmouri (IZK) spielt, gibt es im einfachen Viertel Maamoura noch das Stade Hanafi, welches eine kleine Tribüne hat. Drumherum Plattenbauten und eine größere Moschee. 

Der gastgebende Club Municipal (Nady Balady, Städtischer Sportverein) bestimmte das Spiel gegen Kifah Sidi Yahya al-Gharb (“Kampf SV St. Johannes West”). Ein frühes 1:0, am Ende trotz zwischenzeitlich erhöhtem Druck des Gastes ein klares 4:0. 

Schön übrigens, dass immer mehr marokkanische Vereine ihre Trikots nicht mehr oder nicht mehr nur mit den französischen Kürzeln in Lateinschrift bedrucken, sondern (auch) in arabischer Schrift, bei entsprechender Bevölkerungsmehrheit und Bewusstsein übrigens auch in berberischer Schrift - so wie beide Teams heute.

Nicht so schön war, dass die gute Jack-Wolfskin-Jacke nach einer Stunde Dauerregen völlig durch war. Meine Freunde haben ja keine Heizung in der Wohnung, wie so viele Marokkaner, also wurde die Jacke auch erst  am folgenden Tag trocken…

Tagesstatistik: 250 km Mietwagen, 1 Spiel, 1 neuer Ground, 57. Spiel ohne 0:0, 261. Woche in Folge mit mindestens einer Sportveranstaltung

Club Municipal Khémisset 4:0 Kifah Sidi Yahya El Gharb

Di 23.12.: Afrikacup-Doppler in Rabat

Tunesien

3 : 1 (2:0)

Uganda

- Datum: Dienstag, 24. Dezember 2025 – Beginn: 21.00
- Wettbewerb: African Cup of Nations 2025, 1. Spieltag Vorrundengruppe C
- Ergebnis: 3-1 nach 97 (47/50) Minuten – Halbzeit: 2-0 

- Tore: 1-0 10. Ellyes Skhiri, 2-0 40. Elias Achouri, 3-0 64. Elias Achouri, 3-1 90.+2 Denis Omedi 

- Gelbe Karten: Elias Saad (Tunesien); Aziz Kayondo, Baba Alhassan (Uganda)

- Rote Karten: keine

- Austragungsort: Stade Olympique de Rabat (Kap. 21.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: 13.387 (davon mind. 6.000 Tunesier und vllt. 100 Ugandaer)
- Spielbewertung: 7,0/10

Demokratische Republik Kongo

1 : 0 (1:0)

Benin 

- Datum: Dienstag, 24. Dezember 2025 – Beginn: 13.30

- Wettbewerb: African Cup of Nations 2025, 1. Spieltag 

Vorrundengruppe D

- Ergebnis: 1-0 nach 102 (47/55) Minuten – Halbzeit: 1-0 

- Tor: 1-0 16. Theo Bongonda

- Gelbe Karten: Edo Kayembo, Samuel Moutoussamy, Cedric Bakambu (DRK); Abdoul Rachid Moumini, Romaric Amoussou, Jodel Doussou (Benin)

- Rote Karten: keine

- Austragungsort: Al Madina Stadium (ehem. Stade Barid, Kap. 18.000 Sitzplätze)

- Zuschauer: 13.073 (davon ca. 1.000 Kongolesen und 500 Beniner)

- Spielbewertung: 6,5/10

Am Dienstag verabschiedete ich mich kurz für zwei Tage von meinen Freunden in Fès. Denn der dritte Tag des Africacups stand an und ich hatte erstmals Karten, sogar für zwei Spiele. 

Zuerst im neu gebauten Al Madina Stadium (also arabisch Malaab Al-Madina, Stadtstadion), welches bis vor kurzem nach dem von den Franzosen gegründeten Postsportverein Al-Barid "Stade Al Barid", also Poststadion hieß und noch kein moderner Allseater mit größtenteils Doppelrang und recht geschmackvoller Außenhülle und Haupttribüne war. Die Sporthalle nebenan (Al Yasine) wurde gleich mitsaniert, behielt aber ihre kolonialzeitliche Betonarchitektur.

Langsames Laden der Apps, aber sehr gut organisiert, ausgesprochen freundliche Kontrollen - ganz anders als bei den scheiß Ivorern beim letzten AFCON. Hier spielte sich kein Ordner-Einzeller auf… 

Noch einen Hopper aus Bochum getroffen, dann noch zwei Hamburger. Es trieben sich doch einige Europäer - zumeist Deutsche, selten Engländer und Franzosen - beim AFCON rum. Nach Weihnachten wurden es auch noch mehr. 

Das Spiel war ganz flott. Es gab einen frühen Treffer für den Favoriten. Der Undemokratischen Republik Kongo wurde noch ein Tor aberkannt. Dahomey, trainiert von Gernot Rohr, zeigte nur wenig vorm Tor, brachte Kongo-Kinshasa aber in Halbzeit zwei ab und an in Bedrängnis. Aufgrund einer verfrühten Durchsage war gut zu erkennen, dass nur die Hälfte der Zuschauer reguläre Karten hatte - die andere Hälfte waren Marokkaner, die vergünstigte Restkarten, Freikarten oder Schülertickets und ähnliche Sonderangebote am Spieltag wahrgenommen hatten. Dadurch stieg auch im Laufe der Partie die Stimmung, da nun einige junge Einheimische gezielt Fangruppen der beiden Länder aufsuchten und auf Französisch (in allen drei Ländern Verkehrssprache) Anfeuerungen vorgaben. Auch das war viel besser als in der Elfenbeinküste, wo viele Spiele vor niedrigen oder mittleren vierstelligen Zuschauerzahlen stattfanden. Einzig das Stadionessen war in CIV besser als hier in Marokko… 

Zwischen den Spielen ging ich durch den nahegelegenen botanischen Garten und den andalusischen Garten. Zwei wirklich schöne Grünanlagen in Rabat!

Dann "endlich" wieder Dauerregen und sich im tunesischen Fanblock nassregnen lassen. Im Stade Olympique direkt neben dem großen Moulay Abdellah fanden sich auch über 13.000 Fans ein, darunter mehr als die Hälfte Tunesier. Auch einige andere arabische Nationen neben Marokkanern waren in Eintracht mit den Tunesiern am Anfeuern; Algerier, Mauretanier, eine Syrerin, ein Iraker... 

Tunesien ging früh per Kopf in Führung (Eintracht Frankfurts Shkiri stieg da hoch) und durch zwei Tore von FC Kogenhagens Achouri - eins vor, eins nach der Pause - war die Partie mit klarer tunesischer Überlegenheit schon entschieden. Der Co-Gastgeber des nächsten AFCON kam noch glücklich zum sehenswerten Ehrentreffer in der Nachspielzeit.

Verpflegung war auch im zweiten Stadion nicht so toll; mehr oder weniger gute Sandwiches zwischen 1,30€ und fast 3€, Getränke in geringer Größe für 0,50€ bis 1,50€ und natürlich Waffeln, Chips etc.

Ich kam trotz starkem Regen recht gut nach Mohammedia durch, wo ich im IBIS eincheckte. Zwar mit gutem Frühstücksbüffet, aber 57€ für eine Unterkunft hab ich sonst noch nicht mal zu zwei oder dritt in Marokko bezahlt. Aber ich musste mir mal was gönnen bei der Saukälte und in Deutschland ist der gleiche Standard noch teurer. Im Übrigen ist die Küste von Rabat bis Casablanca hinsichtlich Hotels und Restaurants am teuersten in Marokko, höchstens Marrakesch kann da noch mithalten...

Tagesstatistik: 280 km Mietwagen, 2 Spiele, 2 neue Grounds, 58. und 59. Spiel ohne 0:0

Democratic Republic of the Congo 1:0 Benin

Mi 24.12.: Heiligabendspiel des Afrikacups mit entscheidenden Toren in der Nachspielzeit

Burkina Faso

2 : 1 (0:0)

Äquatorial Guinea 

- Datum: Mittwoch, 24. Dezember 2025 – Beginn: 13.30

- Wettbewerb: African Cup of Nations 2025, 1. Spieltag Vorrundengruppe E

- Ergebnis: 2-1 nach 103 (48/55) Minuten – Halbzeit: 0-0 

- Tore: 0-1 85. Marvin Anieboh, 1-1 90.+5 Georgi Minoungou, 2-1 90.+8 Edmond Tapsoba 

- Gelbe Karten: Ismahila Ouedraogo, (B. Faso); Iban Salvador (Äq. Guinea)

- Rote Karten: Basilio Ndong von Äq. Guinea (50. Min. Rot wg. groben Foulspiels)

- Austragungsort: Stade Mohamed V (Kap. 45.000 Sitzplätze)

- Zuschauer: 10.267 (davon mind. 1.000 Burkinaer und 300 Äquatorialguineaner)

- Spielbewertung: 6,5/10

Nach recht spätem Frühstück in Mohammedia über die wie üblich vollen Straßen rein nach Casablanca, an der portugiesischen Festung geparkt und diese mittlerweile sanierte Festung angeschaut. Sehr klein, dafür kostenlos, unaufdringlich ins Restaurant gebeten, freundlich abgelehnt, noch ein bisschen rumgelaufen in der Altstadt und dort die Fußballgraffiti, die u.a. Pere Jego (Mohamed Ben Lahcen Affani, 1900-1970, einer der Fußballpioniere in Marokko) zeigen und die Verbindung einheimischer Fußballakteure der 1920er-50er mit dem anti-französischen Widerstand feiern. Das war damals wie die deutsche nationale Turnerbewegung (Vater Jahn, Fichte, Friesen usw.) im 19. Jahrhundert in Deutschland.

In der Umgebung des großen Stadions Mohamed V sind mittlerweile überall Parkuhren. Am Velodrom geparkt, 5 Stunden nur 10 Dirham (weniger als 1€).

Dann am Stadion zu den guten Plätzen unterm Dach geführt: Sehr freundlicher Einlass, auf Abtasten verzichtet, zum Platz geführt, nochmal umgesetzt worden, da nur zu einem Sechstel gefüllt und besserer Platz verfügbar. Topp! 

Aber die Ansetzung war eine absolute Frechheit und vermutlich politisch motiviert, da Algerien heute im kleinsten Stadion spielte, während hier zwei uninteressante Außenseiterteams im großen Casablanca-Stadion kickten. Auch nach der Auslosung hätte man problemlos den Spielort tauschen können, aber die Algerier sollten offensichtlich nicht so eine große Bühne bekommen.

Spielerisch dann teilweise eine Frechheit, was Obervolta und Spanisch-Guinea da zeigten, auch der marokkanische Schiri schwach. Rot für Äquatorial-Guinea nach VAR Einsatz kurz nach der Pause. In der 73. ein Tor aberkannt nach VAR-Einsatz, sehr zum Ärger der Burkinaer und neutralen Fans (am Ende doch über 10.000, überwiegend Einheimische). In der 85. Minute endlich ein reguläres Tor: gegen den Spielverlauf 0:1 per Kopf für das Land, das nach dem Äquator heißt, aber nicht einmal von selbigem tangiert wird… Die Nachspielzeit hielt dann richtig tolle Szenen parat: Der Ausgleich durch den linksseitig erblindeten Minoungou in der 95. und in der 98. ein Kopfball von Tapsoba zum 2:1 für Burkina Faso. Geile Schlussphase!

Ich sprach mich noch kurz mit Mohamed ab, denn der eine Sohn meiner Gastfamilie hatte für das Algerienspiel noch ein Ticket bekommen. Er meinte aber, ich solle schon direkt nach Fès fahren und nicht eine Stunde auf ihn warten, er käme wie auch schon hinzu mit dem Zug zurück. Nun gut, der Zug steckte auf Rückfahrt stundenlang in einem überfluteten Gleisbereich in Sidi Kacem fest, Wasser drang ins Abteil ein und durchnässt kam er 2,5 Stunden nach mir in Fès an. Genau deshalb auch in Marokko: Lieber Auto als Bahn…

Tagesstatistik: 360 km Mietwagen, 1 Spiel, kein neuer Ground, 60. Spiel ohne 0:0

Burkina Faso 2:1 Equatorial Guinea

Do 25.12.: 

Der erste Weihnachtsfeiertag war diesmal auch in Marokko sehr ruhig. Keine Ansetzungen in der Umgebung, nur in Fés ein bisschen mit Mohamed, Wafae und Firdous unterwegs. Das islamische Kunst- und Architektur-Museum im Schloss (Qasr) Batha am Rande der ummauerten Altstadt kostet zwar mittlerweile 60 MAD für Ausländer und 30 MAD für Marokkaner (Kinder frei), aber lohnt sich aufgrund der Gebäudearchitektur und professionell in drei Sprachen dargestellten Ausstellungsstücke auf jeden Fall zu besichtigen.

Wir fuhren noch zu den Meriniden-Gräbern hoch, aber die werden gerade restauriert.

Ghita hat ja nun einen B1-Deutschkurs angefangen, wobei sie pausieren musste nach dem Erhalt von A2, da sie das Ausbildungsfach gewechselt hatte. Sie macht sich aber gut, kann einfache Unterhaltungen frei und verständlich mit mir führen. Sie wollte dann mal echte Texte sehen, statt die entschärften Lehrbuchtexte. Ein “Blaulichtreport” sorgte allerdings für die zu erwartenden Schwierigkeiten, schon alleine, da in einem Satz 3x “ch” vorkam und dies 3x anders ausgesprochen wurde: “Der ukrainische Fahrzeugführer fiel mit rücksichtsloser Fahrweise und dem Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit um bis zu 80 (achtzig) Stundenkilometer auf”...

Tagesstatistik: 30 km Mietwagen

Fès

Fr 26.12.: 

Club Omnisports de Meknès (Jeunes)

0 : 3

Union Sportive d'Oujda (Jeunes)

- Datum: Freitag, 26. Dezember 2025 – Beginn: 18.45
- Wettbewerb: Botola Wataniya Chaban, majmoua D / Championnat Nationale de Jeunesse, poule D (1. Spielklasse der U18 im marokkanischen Volleyball)
- Ergebnis: 0-3 nach Sätzen und 55-77 Punkten nach 85 Minuten – Sätze: 11-25, 19-25, 25-27 

- Statistiken: NN

- Austragungsort: Salle Couvert Sidi Baba (Kap. 500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 35 (davon ca. 10 Gästefans)
- Spielbewertung: 6,0/10

Ich hatte leider keine Karte mehr für Marokko gegen Mali in Rabat bekommen, bin deswegen nur am Nachmittag mal kurz nach Meknes weggefahren. Der nördliche Teil der Medina hat zwar schöne große Stadttore, ist aber noch übel versifft. Noch schlimmer das nördlich mit schönem Blick ins Zerhoun-Gebirge angrenzende Neubauviertel Sidi Baba. Die Sporthalle in dem Viertel dazu passend nicht ganz wasserdicht, schlecht beleuchtet, teils kaputte Fenster - aber baulich sehr ansprechend und hohe Untertribüne mit Schalensitzen. Für Zuschauer viel besser als viele deutsche Sporthallen.

Beim heutigen U18-Erstliga-Volleyball-Spiel überwiegend Frauen im Publikum, zumeist sehr konservativ gekleidet, eine mit Niqab (Gesichtsschleier mit Augenschlitz). Die Jungs von CODM, dem größten Mehrspartenverein der Stadt, spielten eine Scheiße im ersten Satz; verwunderlich, dass die überhaupt eine zweistellige Punktzahl erreichten. Im zweiten Satz auch CS Oujda besser, doch der dauerte schon länger. Richtig gut dann der letzte Satz, der erst mit Deckenberührung des Balles zum 25:27 endete. Somit also 0:3 für Oujda.

Mit Khadija, Driss und Ghita habe ich dann das 1:1 von Marokko gegen Mali im Fernsehen geguckt. Ich war so spät, da hätten wir in kein Café mit Familiensaal mehr gekonnt, da das nächste von der Wohnung zwei Kilometer weg liegt.

Irgendwann nach Abpfiff des nicht so überzeugenden Spiels, waren nur noch Ghita und ich im Wohnzimmer, wo wir uns noch mal echte deutsche Texte anschauten: Die Geschichte Weferlingens bei Wikipedia... Dass das “Stift Halberstadt” (nicht “der” Stift), unter dessen Kontrolle Weferlingen bis 1648 stand, kein Schreibwarenhersteller war, erkannte sie richtig, brauchte aber natürlich weitere Erklärungen. Dadurch schweiften wir auch sehr ab und sprachen kreuz und quer auf Deutsch, Englisch und Arabisch über Religion und Staatsformen. Ihre Familie ist zwar offen und eher liberal, will aber gewisse islamische Traditionen als Teil der marokkanischen Kultur auch nach außen erhalten und sich als aufgeklärte aber traditionsbewusste Muslime präsentieren. So wie viele Marokkaner. Die Mehrheit sind jedoch Konservative, die das Land untergehen sehen, wenn man zu viel vom westlichen Einfluss übernimmt. Und welche der beiden kleinen Minderheiten nun zahlreicher in Marokko ist - die der Extremisten oder jene, die sich als konfessionslos, atheistisch oder agnostisch sehen - kann ich schwer einschätzen. Klar ist nur, dass Ghita in ihrem Umfeld zwar akzeptiert, aber nicht verstanden wird. Ihre islamkritischen, allgemein religionskritischen, pro-laizistischen und feministischen Ansichten erörtert man in Marokko tatsächlich besser nach Mitternacht unter vier Augen… 

Tagesstatistik: 140 km Mietwagen, 1 Spiel, 1 neuer Ground

Club Omnisports de Meknès U18 0:3 Union Sportive de Oujda U18

Sa 27.12.: 

Tunesien

2 : 3 (0:1)

Nigeria

- Datum: Samstag, 27. Dezember 2025 – Beginn: 21.00
- Wettbewerb: African Cup of Nations 2025, 2. Spieltag Vorrundengruppe C
- Ergebnis: 2-3 nach 101 (48/53) Minuten – Halbzeit: 2-0 

- Tore: 0-1 44. Victor Osimhen, 0-2 50. Onyinye Wilfred Ndidi, 0-3 67. Ademola Lookman, 1-3 74. Montassar Talbi, 2-3 87. Ali Abdi (Elfmeter)

- Gelbe Karten: TW Stanley Nwabali, Semi Ajayi, Victor Osimhen (alle Nigeria)

- Rote Karten: keine

- Austragungsort: Grand Stade de Fès (Kap. 45.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 39.000 (davon 25.544 zahlende; ca. 12.000 Tunesier und 1.000 Nigerianer)
- Spielbewertung: 8,5/10

Association les Lions de Dar Laaslouji (Al Ousoud Dar Al-Aaslouji) 

5 : 0 (2:0)

Association Sportive Widad Zaggota 

- Datum: Samstag, 27. Dezember 2025 – Beginn: 14.30
- Wettbewerb: 3éme Division Ligue du Gharb Regional Rabat-Salé-Kénitra (9. und unterste Spielklasse im marokkanischen Fußball, 7. Amateurliga)
- Ergebnis: 5-0 nach 95 (48/47) Minuten – Halbzeit: 2-0 

- Tore: 1-0 4. Handelfmeter, 2-0 43., 3-0 67., 4-0 85., 5-0 87.

- Gelbe Karten: Nr. 16 (ALDL)

- Rote Karten: keine

- Austragungsort: Stade Municipal Sfafaah (Kap. 1.500, davon 500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 60 (davon mind. 7 Gästefans)
- Spielbewertung: 6,0/10

Am Samstag machte ich erst alleine einen Ausflug in die Nachbarprovinz Sidi Slimane, wo ein Spiel der untersten Liga - mal wieder Ligue du Gharb - in einem alten, kolonialzeitlichen Stadion mitten im Nirgendwo stattfand. In der Landgemeinde Sfafaah, welche aus diversen Daouair (Einzahl “Douar”, Deutsch “Häuser” oder “Höfe”, entspricht etwa der Siedlungsform Weiler bei uns) besteht, gibt es mehrere Fußballplätze und ein mittlerweile auf Kunstrasen umgebautes Stadion, dessen historische Tribüne lediglich einen Behindertengerechten Zugang bekommen hat und ansonsten wie noch vor Jahrzehnten aussieht. Komischerweise steht der Bau völlig abseitig an Feldwegen am Rande eines Wohnplatzes außerhalb des Ortsteiles Douar Lemradessa. Schon klasse, wenn da plötzlich so eine prachtvolle Tribüne im Nichts auftaucht!

Die Tribüne füllte sich nur spärlich, da nicht der Siebtligist ASSCS Sfafaah spielte, sondern der Neuntligist ASL Dar Laaslouji aus einem anderen Ortsteil. Nun sah ich zudem erneut die Truppe von Widad Zegota. Ich wurde trotzdem nicht für einen ihrer Fans gehalten, sondern ein freundlicher Heimfan fragte mich ernsthaft, ob ich aus dem benachbarten Dar Gueddari sei. Ja klar, bin einer dieser von französischen Siedlern abstammenden Landwirte dort in dem Kaff…

Nach 30 Minuten Verspätung aufgrund Stress mit der neuen App (wie DFB-Net), entwickelte sich ein ganz flottes aber sehr einseitiges Spiel. Die Löwen (Lions bzw. Achbal) aus Dar Laaslouji wollten den Sprung an die Tabellenspitze und gingen auch früh in Führung. Kurz vor der Pause das 2:0. In der Schlussphase wurde es auch gegen den strammen Westwind noch richtig deutlich: 5-0 schließlich!

Dann wieder zur Wohnung meiner Gastfamilie und mit Hamza und Mohamed zum Stadion. Wir hatten aber drei verschiedene Blöcke und wurden entsprechend getrennt nach der zweiten Kontrolle. Ich hatte auf der Gegenseite wohl den besten Blick auf dieses sehr gute Spiel. Nach ausgeglichener Anfangsphase riss Nigeria eindrucksvoll die Partie an sich und überrollte phasenweise Tunesien. Ein Tor vor, zwei Tore nach der Pause und nach einer reichlichen Stunde schien das Spiel entschieden. Doch Tunesien kämpfte sich zurück. Bei einer vernünftigen Entscheidung des Unparteiischen nach einem Foul im Mittelfeld in der 70. (statt Freistoß, den Vorteil laufen lassen) hätte das ganz anders ausgehen können: Die Vorteilssituation wurde nämlich durch ein rotwürdiges Foul vorm Strafraum durch den nigerianischen Torwart gestoppt. Da der malische Schiri aber eine Sekunde zuvor dämlicherweise Freistoß gab, blieb das Foul folgenlos. Am Ende ein 2:3 in einer wie gesagt sehr spannenden und  guten Partie!

Tagesstatistik: 270 km Mietwagen, 2 Spiele, 1 neuer Ground, 61. und 62. Spiel ohne 0:0

Tunisia 2:3 Nigeria

So 28.12.: 

Jamiah Al-Jil Al-Jadeed li-Kourat al-Kaddam Sidi Allal Bahraoui

2 : 2 (2:0)

Jamiah Al-Atae li-Kourat al-Nisa'iya Salé

- Datum: Sonntag, 28. Dezember 2025 – Beginn: 14.45
- Wettbewerb: 1ére Division Feminin Ligue du Gharb (3. Spielklasse im marokkanischen Frauenfußball)
- Ergebnis: 2-2 nach 95 (48/47) Minuten – Halbzeit: 2-0 

- Tore: 1-0 6. NN, 2-0 45. NN, 2-1 57. NN, 2-2 74. NN 

- Gelbe Karten: TW 1 von Al-Atae

- Rote Karten: keine

- Austragungsort: Stade Municipal Sidi Bouknadel (Kap. 1.000 Stehplätze zzgl. 500 Stehplätze außerhalb)
- Zuschauer: ca. 10 (überwiegend Neutrale, keine Gästefans)
- Spielbewertung: 4,0/10

Am Sonntag gab es dann Familienausflug mit Khadija, Driss, Hamza und Ghita. In der Provinz Fès waren keine vernünftigen Spiele angesetzt und teilweise wegen des heftigen Niederschlags (v.a. gesperrte Straßen im Gebirge wegen Schnee) verlegt worden. Fahrten weit nach Norden oder Osten waren ihnen zu weit. Wir einigten uns auf einen Ausflug an die Westküste. 

In Sidi Bouknadel am Sportplatz angekommen, mussten wir feststellen, dass der Kick zwischen den Männermannschaften von Leicester Salé und Had Kourt nicht stattfand, da Had Kourt aufgrund einer Buspanne so spät erschien, dass sich die weiteren angesetzten Paarungen auf dem Platz zu sehr nach hinten verschoben hätten. 

So fuhren wir erstmal nach Mahdia weiter und an den Strand Sidi Boughaba in der Gemeinde Sidi Taieb. Dort sind sehr eindrucksvolle Dünen. Nach dem Picknick dort zog Regen auf und Sand peitschte über die Landschaft. 

Wir fuhren noch mal zum tollen Platz in Sidi Bouknadel, der vor einer Felswand liegt. Wir schauten dann das 14.30-Uhr-Frauenspiel - ich als einziger die ganze Zeit vom Felsen aus, die anderen meist nur in den Regenpausen und sonst aus dem Auto heraus. Erneut weichte meine Jacke durch. Auf dem Feld wurde auch alle völlig nass, wobei spielerisch zuerst der Verein aus dem nahen Sidi Allal Bahraoui die Damen aus Salé nass machte. 2:0 bei Halbzeit. Mit dem Wind glich der Gast jedoch aus, am Ende ein verdientes 2:2 auf dem für die kleinteilige 3. von 5 Ebenen erwartbaren Niveau.

Auf dem Rückweg machten wir noch gezielt einen Umweg: In Meknés Ost von der Autobahn runter, über El Hajeb nach Ifrane. Halber Weg zwischen beiden Orten zunächst Schneeregen, dann kräftiger Schneefall. Auf der Straße teils geschlossene Schneedecke. Ghita, die seit 3 Monaten ihren Führerschein hatte, wollte nun doch nicht mehr mit mir den Fahrersitz wechseln… In Ifrane alles mindestens 10 Zentimeter eingeschneit. Hamza und Ghita posierten z. B. hinter einem Schild mit der französischen Aufschrift “Afrique” - Afrika. Solche Bilder erwartet man ja eher nicht von diesem Kontinent…

Tagesstatistik: 500 km Mietwagen, 1 Spiel, 1 neuer Ground, 63. Spiel ohne 0:0

Al-Jeel Al-Jadeed Sidi Allal Bahraoui 2:2 Al-Atae Salé

Mo 29.12.: 

Marokko

3 : 0 (2:0)

Sambia

- Datum: Montag, 29. Dezember 2025 – Beginn: 20.00
- Wettbewerb: African Cup of Nations 2025, 3. Spieltag der Vorrundengruppe A
- Ergebnis: 3-0 nach 98 (48/50) Minuten – Halbzeit: 2-0 

- Tore: 1-0 9. Ayoub El Kaabi, 2-0 27. Brahim Diaz, 3-0 50. Ayoub El Kaabi 

- Gelbe Karten: Azzedine Ounahi (Marokko); David Hamasenya, Eliya Mandanji, Kabaso Chongo, Miguel Chaiwa (Sambia)

- Rote Karten: keine

- Austragungsort: Stade Moulay Abdellah (Kap. 68.500 Sitzplätze)
- Zuschauer: 62.532 (davon ca. 100 Gästefans)
- Spielbewertung: 9,5/10

Im Laufe des Vormittags verabschiedete ich mich von meiner Gastfamilie. Spätestens 2027 komme ich sicher wieder, mal schauen, ob es bis dahin auch schon einer bzw. eher eine zum Arbeiten nach Deutschland geschafft hat…

Jonas war seit dem 27.12. mittlerweile auch in Marokko und wir trafen uns in Kenitra. Die Unterkunft im Viertel Ould Arfa war gut, wir bekamen per WhatsApp einen Türcode und stellten unsere Rucksäcke unter. 

Dann ab nach Rabat. Imbiss in Stadionnähe und nach freundlicher aber genauer Kontrolle noch mal was am Fressstand geholt.

Dann wurde einige Stockwerke bis in eine der oberen Reihen geklettert. Sehr steile Treppen dort nach dem Umbau des Stade Moulay Abdellah. Eindrucksvoll ja, aber architektonisch nichts Einmaliges oder Herausragendes. 

Dafür überall beste Sicht auf den Rasen. Beste Sicht also nach eindrucksvoller Hymne, vor über 60.000 begeisterten Marokkanern ein tolles Spiel zu sehen. Dieses Jahr das beste Spiel überhaupt von Niveau und Stimmung, nicht nur das beste auf dieser Reise! Marokko nahm Sambia sofort unter Dauerfeuer. El Kaabi früh mit einem Kopfball zur Führung, Brahim Díaz nach einer knappen halben Stunde souverän zum 2:0. Nach der Pause Kaabi mit seinem zweiten Fallrückziehertor in diesem Turnier. Absolut genial! Der Linienrichter ließ das Tor noch checken, aber es war kein Abseits. Vor uns feierten Kölner und Aachener marokkanischer Abstammung. Nach dem 3:0 mehr ein Schaulaufen, so wurde erstmals Hakimi eingewechselt und auch der aus Fès stammende und in der Jugend bei Maghreb Fès aktive Youssef En-Nesyri kam herein. Beide vergaben je ein, zwei Chancen. Es bleib beim souveränen 3:0. Gegen Sambia hatte Marokko bereits am 8.9. mit 0:3 dort gewonnen (WM-Quali).

Zur Feier des Tages gönnten wir uns ein gutes Essen bei einem besseren syrischen Restaurant (Agha Sham) ein Stück vom Stadion entfernt im gehobenen Stadtviertel Riad. In Deutschland hätte man das Doppelte bezahlt, doch man verdient hierzulande ja auch viel mehr als in Marokko.

Tagesstatistik: 300 km Mietwagen, 1 Spiel, kein neuer Ground, 64. Spiel ohne 0:0, 262. Woche in Folge mit mindestens einer Sportveranstaltung 

Morocco 3:0 Zambia

Di 30.12.: 

Kénitra Atletic Club Sebou

0 : 4 (0:3)

Association Sportif de Liones Skhirate (Achbal as-Skhirat)

- Datum: Dienstag, 30. Dezember 2025 – Beginn: 12.00
- Wettbewerb: Division Excellence Ligue du Gharb Regional Rabat-Salé-Kénitra (6. Spielklasse im marokkanischen Fußball, 4. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-4 nach 95 (47/48) Minuten – Halbzeit: 0-3 

- Tore: 0-1 5. NN, 0-2 15. NN, 0-3 30. NN, 0-4 82. NN

- Gelbe Karten: 2x KACS, 1x ASLS

- Rote Karten: Nr. 11 von KACS (70. Rot wg. groben Fouls); Nr. 9 von ASLS (70. Rot wg. Tätlichkeit)

- Austragungsort: Terrain Ould Arfa (Kap. 1.500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 60 (davon wohl keine Gästefans)
- Spielbewertung: 6,0/10

Tunesien

1 : 1 (1:0)

Tansania

- Datum: Dienstag, 30. Dezember 2025 – Beginn: 17.00
- Wettbewerb: African Cup of Nations 2025, 3. Spieltag der Vorrundengruppe C
- Ergebnis: 1-1 nach 97 (47/50) Minuten – Halbzeit: 1-0 

- Tore: 0-1 43. Ismael Gharbi (Elfmeter), 1-1 49. Feisal Salum

- Gelbe Karten: Yan Valery (Tunesien); Bakari Mwamnyeto, Ibrahim Hamad, Simon Msuva (Tansania)

- Rote Karten: keine

- Austragungsort: Stade Olympique de Rabat (Kap. 21.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: 15.205 (davon ca. 10.000 Tunesier und 100 Tansanier)
- Spielbewertung: 4,5/10

Am Dienstag begann meine Rückreise richtig. Aber nicht ohne zwei Revisits inklusive einem letzten AFCON-Spiel.

Erstmal nach Mahdia mit Jonas, die Festung da immer noch geschlossen wegen Restaurierung, aber immerhin arbeiteten zwei Leute und der Dritte guckte dabei zu…

Wieder nach Ould Arfa und dort beim 12 Uhr Kreisoberligaspiel gleich zwei Rostocker und einen Dresdner getroffen. Kenitra AC Sebou wurde in einer starken ersten Hälfte von den Löwen (Liones bzw. Achbal) aus dem Seebad Skhirat überrollt: u.a. Flugkopfball und 0:3 bei Pause. Nach der Pause leider abgeebt, aber einmal wenigstens ein Tumult mit je einem Platzverweis für jedes Team und noch ein Kopfball aus vollem Lauf gegen die Torwartlaufrichtung zum 0:4 Endstand.

Weiter ging es zu fünft nach Rabat zum Olympia-Stadion, wo Jonas aus logistischen Gründen seinen Rucksack (Ryan-Air-Handgepäck) dabei hatte. Drei Ordnern bzw. Polizisten freundlich erklärt, dass er heute Abend schon nach dem Spiel zum Flughafen müsse - da wurde sogar verbotene Powerbank und Hygieneartikel durchgehen gelassen… Ein anderes Problem hatte unser Dresdner Kollege: er hatte nämlich kein Ticket, da der VVK idiotischerweise trotz nur 50 % verkaufter Tickets schon zwei Tage vorher beendet wurde, sodass ich erstmal Ordner bequatschen musste, dass sie ihn bis zum Tor vorlassen, damit er da auf die Restkarten bzw. Gratistickets für Marokkaner warten kann. Er traf es schließlich noch besser: Tunesier schenkten ihm eine übrige Karte. Ohnehin konnten wir uns mehrfach freundlich unterhalten mit Tunesiern aus Stuttgart, Marokkanern aus Bonn bzw. Beni Mellal und anderen Fans. Nur das Spiel war leider nicht so überzeugend und das schwächste von meinen sechs AFCON-Partien; enttäuschend von Tunesien, einfallslos, per Elfmeter (VAR musste anrufen) in Führung, gleich nach der Pause Tansania ausgeglichen, am Ende blieb es in einem teils lahmen Kick 1:1. Das ließ auch die Stimmung der Tunesier abebben.

Jonas und die anderen hetzten zum 20-Uhr-Spiel im Stade Medina weiter. Ich fuhr entspannt noch mal zu dem syrischen Restaurant, wurde dort für einen Tunesier gehalten. 

Ich fuhr danach wie geplant nach Ben Guerir, doch dort hatten die FAR ein Manöver und so waren alle Hotels ausgebucht. Mir wurde geraten bis Marrakech weiter zu fahren und ich fand auch nichts vorher auf dem Weg. Ich checkte ins viel zu teure Ibis Palmaire Marrakech ein: normal 55€, nun fast das Doppelte wegen Afrikacup (es liegt ja auch sehr nah am Stadion). Tatsächlich wurde ich von ägyptischen Fans mit “es lebe Tunesien” begrüßt, also schon wieder für einen Tunesier aufgrund meines Trikots gehalten. Aber OK, viele v.a. im Norden Tunesiens sind sehr europäisch, teils von den Vandalen abstammend… In jedem Fall muss ich auch mal wieder ein zweites Mal nach Tunesien nach diesem AFCON...

Tagesstatistik: 380 km Mietwagen, 2 Spiele, 0 neue Grounds, 65. und 66. Spiel ohne 0:0

Tunisia 1:1 Tanzania

Mi 31.12.: 

Den teuren Frühstückspreis wollte ich dem IBIS nicht auch noch in den Rachen schmeißen und checkte ohne Frühstück aus, ging dann im nächsten Marjane an die Essenstheke. Auch nicht billig, aber beste Qualität. Dann nur noch Besichtigungen in Marrakech gemacht: Bab Agnaou ist ein eindrucksvoll verziertes Stadttor, Bab Ksiba unspektakulärer, innen und außen die Mauern entlang, Parken davor 10 MAD pro Stunde (Wucher!), dann die Saadier-Gräber besichtigt: sehr sehenswerte Stuckarbeiten, aber 100 MAD Eintritt bzw. 30 für Einheimische auch nicht ganz billig, auffällig aber, wie hier “thalathoun” (dreißig) in arabischer Schrift ausgeschrieben steht, damit sich keine Touris beschweren, wenn sie die Zahlen sehen… Wegen der engen Räumlichkeiten steht man ewig an, zwischen 0,5 und 4 Stunden, ich brauchte 1.45h. Lohnte sich schon. Interessant war auch eine Unterhaltung in der Schlange: Nie zuvor habe ich jemanden von Antigua getroffen. Aber die dreiköpfige karibische Familie erklärte schnell, dass die Flüge über London günstig waren und man als Antiguaner ohnehin keinen Strandurlaub macht, sondern Länder mit Geschichte und Berglandschaft besucht. Also Marokko ideal dafür!

Dann noch ein bisschen in den Sportgeschäften rumgeguckt. Leider waren überall En-Nesyri Trikots ausverkauft, sodass ich das entsprechende Originaldress vom Flughafen aus zum teuren Regulärpreis beim Puma-Onlineshop bestellte…

Die Mietwagenrückgabe zuvor verlief reibungslos, das Einchecken bei Eurowings mal wieder nicht. Die Website und App sind einfach auch scheiße, aber der Flug war wieder einwandfrei. Das Fahrrad stand noch unbeschädigt am Flughafen, das Auto ebenso auf dem P+R-Platz. In Weferlingen war ich rechtzeitig zum Feuerwerk zurück, wobei Ribbensdorf offenbar mehr abging…

Tagesstatistik: 20km Mietwagen, 2.800km Flug, 10km Rad, 110 km eigenes Auto

Marrakech

Fazit

Wieder eine schöne Reise, auch wenn das Wetter diesmal recht hart und die Anzahl neuer Reiseziele eher gering war. Aber ich fand immer noch Unbekanntes, auch in bereits besuchten Regionen. Zudem wurden in den letzten Jahren nicht nur Stadien, sondern auch historische Stätten und Museen saniert. Frühjahr 2027 fahr ich sicher wieder mal nach Marokko.

Zum Turnier habe ich ja ausführlich geschrieben, wie zäh die Digitalisierung lief. Aber einen der sinnvollsten Einfälle muss ich noch mal lobend hervorheben: reduzierte und kostenlose Karten wg. Einkommen und mehr Zuschauern! Es war viel mehr los als zuvor in der Elfenbeinküste, die das nicht gemacht haben. Ohnehin der bisher meistbesuchte AFCON. Dass es da immernoch Kritik gibt wie z. B. von den Dummbatzen von “11 Freunde” - mittlerweile schreiben die eh nur noch Scheiße - ist unverständlich. Abgesehen von den üblichen Unsportlichkeiten ausgeschiedener Mannschaften, wird das Turnier auch nur positiv besprochen. Mal schauen wie es mit dem nun bald möglicherweise nur noch alle vier Jahre ausgespielten AFCON weitergeht. Es war hoffentlich noch lange nicht mein Letzter!

Kaum gepennt nahm ich übrigens am 1.1.2026 gleich an einer Sportveranstaltung teil: Der 28. Merseburger Neujahrslauf wartete wieder. Wenn der KSB nicht bald die Einlaufliste einstellt, schreibe ich die mir bekannten Funktionäre mal freundlich an. Will ja wissen, ob ich es wieder unter die ersten 20 auf den 1,7 Kilometer geschafft habe, wie im letzten Jahr…

28. Merseburger Neujahrslauf

Statistik der gesamten Tour:

- Grounds: 3.929 (9; diese Saison: 87 neue) 

- Sportveranstaltungen: 5.558 (15; 12x Fußball, 2x Basketball, 1x Volleyball zzgl. Neujahrslauf; diese Saison: 132) 

- Tourkilometer: 10.240 (5.400 km Flugzeug, 4.620 km Auto, davon 4.100 km Mietwagen, 20 km Fahrrad)

- Saisonkilometer: 45.710 (27.100 Flugzeug / 16.840 Auto, davon 5.330 Mietwagen/ 1.770 Fahrrad/ 0 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre) 

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 66 [letzte Serie: 57, Rekordserie ohne 0-0: 178] 

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 262 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020]