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Dienstag, 16. August 2022

W3.0083IV: Und wieder die Luxemburgische Nationaldivision komplettiert...

Photos with English commentary (FLICKR):

a) Eifel District Cup: SG Geichlingen Third XI vs. SG Neuerburg Res. (in Wallendorf/ Eifel)

b) Luxembourg Top Division: Kaerjeng vs. Wiltz

c) Luxembourg Pre-Season Tournament in Bastendorf: YB Diekirch vs. Orania Vianden

d) Luxembourg Sightseeing: Wallendorf Border Crossing, Bastendorf Church

Den Sonntag ging es in die Eifel unweit der luxemburgischen Grenze und dann auch nach Luxemburg rein, da der einzige der beiden Aufsteiger in Liga 1, den ich noch nicht besucht hatte, ein Heimspiel hatte. Sightseeingmäßig war diesmal nicht viel los. In Wallendorf in der Eifel ist die Landschaft zwar spektakulärer als in Wallendorf bei Merseburg, aber in beiden Orten gibt es nicht viel zu sehen. Käerjeng ist eines der hässlichsten Dörfer Luxemburgs und auch Baastenduerf ist nicht sonderlich attraktiv, doch da war diesmal immerhin die von außen unattraktiv aussehende Kirche offen, die innen sehr schöne Fenster zu bieten hat und einen Besuch daher definitiv lohnt. Auch die Kapelle auf dem Weg zum Fußballplatz war einen Blick wert. Ich hatte vor der Kirche geparkt, da ich mit Recht einen überfüllten Parkplatz am Sportplatz erwartete. Doch zuerst ging es ja nach Wallendorf/Eifel...

SG Geichlingen-Koxhausen/ Körperich/ Nusbaum/ Wallendorf/ Biesdorf/ Kruchten III 0:5 SG Neuerburg/ Karlshausen/ Ringhuscheid/ Ammeldingen

SC Geichlingen-Koxbaum 1966 / FC Körperich 1932 / SV Wallendorf 1974 / SV Nusbaum 1968 / SV Grün-Weiß Biesdorf 1968 / SV Kruchten 1933 III. Mannschaft

 

 

0:5

 

(0:2)

SV Blau-Weiß 1921 Neuerburg / FC Karlshausen 1949 / SV Ringhuscheid 1960 / SpVgg. Ammeldingen 1963

II. Mannschaft

- Datum: Sonntag, 7. August 2022 – Beginn: 12.30
- Wettbewerb: Kreispokal Eifel C/D-Klassen (beide Teams Kreisliga D; 11. und unterste Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-5 nach 96 (48/48) Minuten – Halbzeit: 0-2

- Tore: 0-1 16. Pfaifel, 0-2 43. Schoos, 0-3 47. Pfaifel, 0-4 49. Pfaifel (Elfmeter), 0-5 85. Ziewers

- Gelbe Karten: 2x SG Geichlingen

- Rote Karten: keine

- Austragungsort: Sportplatz Wallendorf (Wallendorf in der Eifel, Kap. 750 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 5 Gästefans)
- Spielbewertung: 5,0/10

Das Spiel im Grenzort war eine Partie der Dritten Mannschaft einer aus 7 Dörfern bestehenden Spielgemeinschaft gegen eine Zweite Mannschaft einer aus 4 Dörfern zusammengesetzten Spielgemeinschaft. Das Übliche also in dieser Region. Gespielt wurde in Wallendorf/ Eifel, wo der Platz oben auf einem Berg liegt, aber aufgrund der dichten Bäume leider kein Blick ins Tal freigegeben ist. Ausbauten gibt es keine, der Sportheimbau sieht auch furchtbar aus. Dafür ist die Grillhütte sehr schick...

Die Partie war mittelmäßig – beide Teams natürlich aus der untersten Spielklasse – und wurde vom Gast bestimmt. Neuerburg/ Karlshausen/ Ringhuscheid/ Ammeldingen siegte am Ende verdient mit 0:5. Der Schiri war sehr gut und sicher – die wenigen Beschwerden (eigentlich immer nur vom ganz schwachen Gastgeber) waren offenbar alle unberechtigt.

UN Käerjeng 97 1:1 FC Wiltz 71

Uewer/Nidder Käerjéng 97

1:1

(1:1)

Football Club Wiltz 71

- Datum: Sonntag, 7. August 2022 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: Nationaldivisioun (sogenannte BGL Ligue; 1. luxemburgische Fußballliga, halbprofessionelle Liga)
- Ergebnis: 1-1 nach 97 (46/51) Minuten – Halbzeit: 1-1

- Tore: 0-1 7. Napoleone, 1-1 13. Jeoffrey

- Gelbe Karten: Musolli, Fostier, Lopes (UNK); Biver, Lusalla, Timmermans (Wooltz)

- Rote Karten: Napoleone (90. Rot wg. groben Fouls)

- Austragungsort: Stade um Dribbel (Kap. 1.500, davon 500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 600 (davon ca. 515 zahlende und mind. 50 Gästefans)
- Spielbewertung: 7,0/10

Dann tanken in Diekirch für mal wieder wenigstens 12, 13 Cent weniger im Vergleich zum niedrigsten Angebot in Deutschland – der Excellium-Diesel bei Aral war z. B. genauso teuer wie der normale Diesel beider günstigsten deutschen Tanke in Bonn, die wiederum deutlich unter den Klitschen in der Eifel lag.

Danach ab nach Käerjeng, wo UNK gegen Wiltz in einem der weniger wichtigen Spiele des heutigen ersten Spieltags der ersten luxemburgischen Fußballliga antrat. Ich habe nun wieder alle 16 Erstligisten – das war ja auch das Ziel... Die Haupttribüne von Käerjeng ist ja auch nicht schlecht: Funktionsräume unten, Zuschauerplätze und VIP-Saal oben, der übliche moderne Bau, der sich ja dennoch stark von jedem anderen vergleichbaren Tribünenbau in Luxemburg unterscheidet. Ansonsten ein bisschen Landschafts- und Industrieblick hier unweit der französischen Grenze. Weitere Ausbauten gibt es keine. An der Buvette gab es wieder gute Sachen, die Mettworscht kostet aber mittlerweile flächendeckend 4€, was ein einheimischer Fan mit „Inflatioun“ kommentierte... Stilvoll wie üblich in Luxemburg, gab es übrigens auch eine Cocktailbar, doch die größeren kosteten da so viel wie der Eintritt (10€)...

Die sehr freundlichen und gesprächigen Fans neben mir musste sich früh über einen Rückstand ihres Teams ärgern: Angriff mehrfach geblockt, doch beim Nachschuss war der Torwart zu weit vorne. Allerdings schon nach einer knappen Viertelstunde ein Weitschuss zum Ausgleich. Trotz guter Szenen auf beiden Seiten dann kein weiterer Treffer mehr. Packendste Szene daher ein grobes Foul eines Belgiers in Diensten der Gäste – Beinstellen im vollen Lauf. Der Schiri gab nur Gelb, daraufhin Tumulte, da der dunkelhäutige Käerjenger verletzt vom Platz muss. Daraufhin nahm der Schiri seine Entscheidung zurück und gab Rot. Der Belgier wollte ihm daraufhin aufs Maul hauen, was zu Auseinandersetzungen innerhalb der Gastmannschaft führte. Ein Mitspieler führte ihn grob vom Feld, im Kabinengang beschädigte der noch was... Ganz kuriose Szene, zumal unverständlich war, warum der Schiri dann die Entscheidung revidierte und warum er überhaupt eine Tatsachenentscheidung einfach zurücknimmt. Eventuell hat die arabisch-luxemburgische Linienrichterin da auf den Fehler hingewiesen; dass die Spieler und Betreuer von Käerjeng da sehr lautstark darauf hinwiesen oder auch die offensichtliche Verletzungsfolge, dürfen ja keinen Ausschlag dafür geben. Echt kuriose Szene!  

Young Boys Dikkrech 2:4(pen) Orania Veianen

FC Young Boys Diekirch

2:4

n. E.

Football Club Orania Vianden

- Datum: Sonntag, 7. August 2022 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: Finale der Bastendorfer Sportwoche zum 75. Bestehen des FC Bastendorf (Semaine Sportive Coupe du 75 Anniversaire á Baastenduerf; Divisioun 1 gegen Divisioun 2; 3. gegen 4. luxemburgische Fußballliga)
- Ergebnis: 2-4 nach 91 (43/48) Minuten und Elfmeterschießen – Halbzeit: 1-1, reguläre Spielzeit: 1-1, Elfmeterschießen: 1-3

- Tore: NN

- Gelbe Karten: NN

- Rote Karten: keine

- Austragungsort: Stade Millewiss (Baastenduerf/ Bastendorf; Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (mehrheitlich Neutrale und je einige Dutzend beider Vereine)
- Spielbewertung: 5,5/10

Zum Abschluss fuhr ich dann noch kurz vor der Grenze in Bastendorf wie gesagt zur Kirche und lief das Stück hinter zum sehr sehenswerten Dorffußballplatz „Millewiss“ (Mühlenwiese). Ein Bach fließt zwischen Straße und Sportanlage, davor befindet sich ein schönes Sportlerheim, wo es wieder prima Essen (aber auch hier wieder 4€ für die Wurst und 3€ für Frites) und Getränke gab. Auf der Gegenseite baut sich ein Basaltfelsen auf, ganz oben stehen Häuser.

Bei meinem Eintreffen hatte bei freiem Eintritt das finale der Sportwoche noch gar nicht begonnen. Hier hatten sechs Vereine über die Woche verteilt Vorrunden-, Halbfinal- und Platzierungsspiele ausgetragen. Nun standen sich Young Boys Diekirch und FC Orania Vianden gegenüber. Wenn das die Ersten Mannschaften waren, war das eine Überraschung, dass der Viertligist hier gegen den renommierten Drittligisten so gut mithielt und sogar in Führung ging. Ein grober Torwartfehler sorgte zwar für den Ausgleich, doch so blieb es nach 90 Minuten beim 1:1 und ein direktes Elfmeterschießen musste her. Die Young Boys schissen da so beschossen, dass sie 1:3 verloren. Der Viandener Torwart war aber auch einfach richtig gut – außer diesem einen Ausrutscher in der ersten Hälfte halt.

Bei Vianden schienen mir einige aus dem benachbarten Deutschland mitzuspielen – gut, bei einem so schönen Platz wie in Vianden (noch schöner als Bastendorf) würde ich das auch eher machen: lieber 10km nach Vianden als 5km weg in einem der Eifeldörfer zum Training. Ansonsten fiel mir auf, dass wieder viele Portugiesen auf der Anlage waren. Und in Luxemburg aufgewachsene Portugiesen, die Luxemburgisch mit portugiesischem Akzent sprachen – sehr cool... Einmal über den Grenzfluss, ist die Bevölkerungszusammensetzung auf der deutschen Seite wieder eine ganz andere, viel mono-ethnischer.

Young Boys Dikkrech 2:4(pen) Orania Veianen

Statistik:

- Grounds: 3.157 (3; diese Saison: 28 neue)
- Sportveranstaltungen: 4.513 (3; diese Saison: 32)

- Tourkilometer: 390 (390km Auto)
- Saisonkilometer: 4.860 (4.640 Auto, davon 0 Mietwagen/ 220 Fahrrad/ 0 Flugzeug/ 0 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 79 [letzte Serie: 164, Rekordserie ohne 0-0: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 83 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].

Dienstag, 21. Februar 2017

W551IV: Der zweite Rugbyclub, Futsal-Halbfinale und ein wildes Spiel in Wiltz – sonntags in Luxemburg

Photos with English Commentary:
a) Rugby in Luxembourg: Walferdange v Frameries 3 (Belgian League)
b) Football in Luxembourg: FC Wiltz 71 v Mondercange (2nd Division)
c) Futsal in Luxembourg: Clervaux v Kiischpelt-Wilwerwiltz (Cup)
d) Sightseeing Luxembourg: Heiderscheidergrund Octogonal Chapel
e) Sightseeing Palatinate: Dasburg at Night

Ich war seit dem Sommer nicht mehr in Luxemburg und auch wenn mich diesmal niemand begleiten konnte: ins Großherzogtum komme ich doch immer wieder gerne! RC Walferdange 42:7 RC Frameries 3 Spiel 1: Der zweite Rugbyclub

Rugby Club Walferdange ..................................... 43
Rugby Club Frameries 3 ........................................ 7
- Datum: Sonntag, 19. Februar 2017 – Beginn: 13.20
- Wettbewerb: LBFR Régionale 1 (4. belgische Rugbyliga)
- Ergebnis: 42-7 nach 82 Min. (40/42) – Halbzeit: 19-0
- Punkte: 3. Min. Versuch+Erhöhung Walfer (7:0), 16. Min. Versuch+Erhöhung Walfer (14:0), 18. Min. Versuch Walfer (19:0), 43. Min. Versuch+Erhöhung Walfer (26:0), 73. Min. Versuch Walfer (31:0), 76. Min. Versuch+Erhöhung Frameries (31:7), 79. Min. Versuch+Erhöhung Walfer (38:7), 82. Min. Versuch Walfer (43:7)
- Gelbe Karten: keine
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Terrain du Rugby (Kap. 1.000 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (davon ca. 1 Gästefan)
- Unterhaltungswert: 5,5/10 (Langsames und nicht besonders gutes Spiel, aber tolle Tries der Luxemburger)

Da das Rugbyspiel erst später als angesetzt begann, ging ich noch vorher im benachbarten Delhaze einkaufen – Sonntagsöffnung sei Dank. Normalerweise kaufe ich nicht in Luxemburg ein, da alles 20% mehr kostet, selbst Brot, aber ich hatte Samstagabend erst festgestellt, wie leer der Kühlschrank ist und dass das Brot alle ist. Aber wehe das Kastanienpüree für die Waffeln schmeckt nicht...

Also Rugby in Luxemburg ist ja im Gegensatz zum Nachbarland aus dem Kastanienpüree kommt, eine kleine Leuchte. Es gibt nur zwei Vereine: der RC Luxembourg, bei dem ich schon mal ein tolles Spiel in Cessange gesehen habe, spielt Bundesliga – in der 1. Liga sind sie leider Letzter, aber in der 2. Liga hatten sie ziemlich dominiert letztes Jahr – und der RC Walferdange – und die spielen in der 4. belgischen Liga. Belgien ist jetzt auch keine Rugbyhochburg, hat aber immerhin sechs Ebenen im Spielbetrieb, während Deutschland trotz nicht zu kleinteiliger Gliederung nur auf drei bis vier kommt. RC Framieries aus der Gegend von Mons ist einer der wichtigste Clubs aus Belgien – allerdings kam heute nur deren Dritte in dieser Ligue Regionale, die in eine flämische und eine wallonische Staffel unterteilt ist.

Der Rugbyplatz von Walfer befindet sich direkt neben dem einzigen Cricketplatz von Luxemburg, wo alle luxemburgischen Cricketvereine ihre Liga und die internationalen Spiele austragen. Werd ich mir im Sommer wohl auch mal reinziehen... Und na ja: der Rugbyplatz ist eine Wiese mit zwei Paar Stangen und schöner Landschaft drumherum...

Das Spiel war auch alles andere als berauschend: Walfer hatte etwas Oberwasser nach dem überragenden Sieg gegen Hesby Huy in der Vorwoche und Frameries schien recht schwach – alles spielte sich in der Hälfte der Gäste ab. Drei Versuche, davon zwei mit Erhöhungen und ein verdientes 19:0 stand bei Pause in einem langsamen Spiel. In der zweiten Hälfte verlief alles genauso: Walfer zog mit teilweise tollen Tries auf 31:0 davon. Dann mal eine der wenigen guten Aktionen der Gäste zu einem Try mit Conversion. In der Schlussphase und sogar in der Nachspielzeit erzielten die Luxemburger, die von einem Engländer trainiert werden und auch sonst recht viele Einwanderer in ihren Reihen haben, 12 weitere Punkte zu einem starken 43:7. Die Walferdinger arbeiten sich immer weiter vor in der Tabelle! FC Wiltz 71 3:0 FC Mondercange Spiel 2: Wildes Spiel in Wiltz

FC Wolz 71 .............................................................. 3
FC Monnerech ........................................................ 0
- Datum: Sonntag, 19. Februar 2017 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: Éierepromotioun (Ehrenpromotion: 2. luxemburgische Fußballliga; Halbprofi- und Amateurliga)
- Ergebnis: 3-0 nach 92 Min. (45/47) – Halbzeit: 0-0
- Tore: 1-0 50. Erivelton, 2-0 60. Evertz, 3-0 79. Civic
- Gelbe Karten: Nr. 18, 20, 22 (Woltz); Nr. 3, 6, 7 (Monnerech)
- Rote Karten: Biever von Monnerech (18. Min., Notbremse)
- Austragungsort: Terrain am Pëtz, Wegdichen (Kap. 1.300, davon 300 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 330 (davon mind. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Sehr flottes und gutes Spiel)

Dann ging es nach Norden. Schon ab Ettelbrück wird die Bebauung viel dünner als im Süden des Großherzogtums. Im Norden dominiert auch das Luxemburgische und das Deutsche ist die Sprache Nummer 2 und nicht Französisch wie überall südlich von Ettelbrück und Diekirch. In Heiderscheidergrund fuhr ich noch dem Schild „Oktogonalkapelle“ nach, was sich auch lohnte: der einzige achteckige Kirchenbau Luxemburgs war auch innen zu besichtigen und hatte eine interessante Infotafel, die daraufhin wies, wie arm die Gegend Mitte des 19. Jahrhunderts war. Vor 150 Jahren wanderten noch arme luxemburger Glücksritter nach Amerika aus – seit den 70er-, 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts zieht es Portugiesen u.a. in Scharen ins Großherzogtum.

Wiltz oder Woolz (auch Woltz) ist etwas zu abgelegen um eine Einwandererdestination zu sein, doch der Trainer konnte seiner Mannschaft nur dreisprachig seine Anliegen rüberbringen: für einen echten Luxemburger aber kein Problem, Französisch, Hochdeutsch und Lëtzebuergesch durcheinander zu brüllen... Der FC Wiltz steht ganz gut in der Tabelle der 2. Liga, der Gegner aus Monnerech (Mondercange) aber auf einem Relegationsplatz. Von Anfang an wurden sie in dem flotten und robust geführten Spiel auch hinten reingedrängt. Woolz konnte aber auch nach einem frühen Platzverweis gegen einen Gast wegen einer Notbremse lange nichts Zählbares zu Werke bringen. Erst nachdem ich meine Mettworscht gegessen hatte, ging Woolz mit einem Treffer aus wenigen Zentimetern Entfernung nach scharfer Hereingabe in Führung. Da waren schon 50 Minuten rum. Nach 60 Minuten aber ein souveräner Konter ins lange Eck zum 2:0. Danach ein unberechtigter Elfmeter (an die Hand geschossen – bescheuert da statt Ecke Elfmeter zu pfeifen), den der Torwart von Monnerech hielt. Danach noch mehrere starke Paraden vom Monnerecher Keeper, aber bei einem Freistoß taucht er zu weit nach unten und lässt den Ball durch die Arme über seinen Kopf ins Tor rollen...

Das landschaftlich sehr schön gelegene Stadion befindet sich übrigens außerhalb des Ortskerns im Nachbardorf Weidingen oder Wegdichen. Das wird auf Wikipedia erklärt: „De Veräin ass 1971 aus der Fusioun vun de Clibb aus der Wëlzer Gemeng, der Union Sportive Niederwiltz vun Nidderwolz an dem Gold a Ro'd Wiltz vu Wolz selwer entstanen. 1976 huet sech dunn nach de Foussballclub vu Wegdichen, d'Arminia Weidingen dem Fusiounsveräin ugeschloss.“ Das Stadion im Ort (Siedlung Nidderwolz) wird glaube ich noch von Jugendteams des Vereins genutzt. Früher wurde dort 1. Liga gespielt. Die Preise sind übrigens auch noch 1. Liga: 10€ sind eine Frechheit! Amicale Clerveaux 9:3 FC Kiischpelt Wilwerwiltz Spiel 3: Halbfinale im Futsal

Amicale Clervaux Futsal ....................................... 9
FC Kiischpelt Wëlwerwolz .................................... 3
- Datum: Sonntag, 19. Februar 2017 – Beginn: 18.00
- Wettbewerb: Coupe du Luxembourg de Futsal (Halbfinale Luxemburgischer Futsal-Pokal, beide Ligue 1 de Futsal; 1. Luxemburgische Futsalliga)
- Ergebnis: 9-3 nach 40 Min. (20/20) – Halbzeit: 5-0
- Tore: 1-0 5., 2-0 5., 3-0 17., 4-0 17. (10m), 5-0 18. (10m), 5-1 23., 6-1 26., 6-2 26., 7-2 35., 7-3 36., 8-3 37., 9-3 40.
- Fouls: 10-10 (6-7)
- Gelbe Karten: Nr. 13, 15 (Welwerwolz)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Hall Sportif de Reuler (Kap. 500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 200 (davon ca. 50 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Technisch ganz gutes und sehr emotionales Spiel mit tollen Toren)

Auch weit außerhalb des eigentlichen Ortes liegt das Sportzentrum Reuler im gleichnamigen Weiler, der an Clervaux (Klierf, Clerf) grenzt. Beim Halbfinalspiel des Futsal-Pokals (5€ Eintritt nominell mal wieder zu hoch, hat sich aber genauso gelohnt wie beim Fußball zuvor) ging es aber nicht so freundschaftlich zu, wieder Name Amical Clervaux vermuten lässt. Denn sowohl Amicale als auch der Gast aus den beiden nahegelegenen Orten Kiischpelt und Wilwerwiltz setzten sich vornehmlich aus Portugiesen zusammen – und dann heißt es in Luxemburg: Fallen, dabei dümmlich Schreien, reinholzen, rumschubsen und in der portugiesischen Nuschelsprache rumprollen... Das Spiel war erstaunlich gut, sehr emotional geführt und bei Halbzeit nach einem Doppelschlag zu Beginn und einem Dreifachschlag zum Ende der ersten Hälfte scheinbar entschieden. Der Gast dominierte die ersten Minuten der zweiten Hälfte, zeigte aber nicht annähernd die Klasse der Gastgeber. Schnell war der Fünftoreabstand wiederhergestellt. Am Ende hieß es 9:3 vor immerhin gut 200 Zuschauern, die bei weitem nicht nur Portugiesen waren. Heiderscheidergrund (Heischtergronn) Statistik:
- Grounds: 1.859 (3; diese Saison: 180 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.965 (3; diese Saison: 225)
- Tourkilometer: 380 (380km Auto)
- Saisonkilometer: 39.060 (36.560 Auto, davon 650 Mietwagen/ 1.610 Fahrrad/ 370 Schiff, Fähre / 290 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 74 [letzte Serie: 2, Rekordserie: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 31 des Jahres 2006 (31.7.-6.8.), d.h. seit 551 Wochen.