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Montag, 27. Juni 2022

W3.0077II-III: Ein Wochenende im westlichen Thüringen; Eichsfeld, Wartburgkreis, Rhön

SG SV Dolmar Kühndorf 1971
& SV 1895 Eintracht Rohr ... 1
FC Zella-Mehlis 2020 II ........ 3

- Datum: Sonntag, 26. Juni 2022 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: Finale des Kreispokals Rhön-Rennsteig (Kreispokal für Teams der Kreisklassen; beide Mannschaften 1. Kreisklasse; 10. und unterste Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-3 nach 123 Minuten (45/45/15/18) – Halbzeit: 0-1, reguläre Spielzeit 1-1, Verlängerung 1-3 (0-0/0-2)
- Tore: 0-1 44. Sattler, 1-1 90. Luther, 1-2 115. Brandl, 1-3 121. Dumke
- Gelbe Karten: 1x Kühndorf, 4x Zella
- Rote Karten: Schiri hatte nur die Gelbe dabei...
- Austragungsort: Sportplatz Helmershausen (Kap. 1.150, davon 150 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 300 (davon 253 zahlende und je ca. 100 Fans der beiden Mannschaften)
- Spielbewertung: 7,0/10

Spielgemeinschaft SG Helba 1961 u. VfL
Meiningen 1904 (B-Jugend) ................. 13
Wohnsportgemeinschaft Thüringer Wald
Zella-Mehlis 1963 (B-Jugend) ................ 0

- Datum: Sonntag, 26. Juni 2022 – Beginn: 11.00
- Wettbewerb: B-Junioren Kreisoberliga Rhön/ Rennsteig (4. Spielklasse der U17)
- Ergebnis: 13-0 nach 80 Minuten (40/40) – Halbzeit: 6-0
- Tore: 1-0 1. Betz, 2-0 2. Kost, 3-0 15. Mertens, 4-0 17. Kost, 5-0 30. Wirthwein, 6-0 35. Guthmann, 7-0 41. Wörfel, 8-0 44. Kost, 9-0 48. Guthmann, 10-0 50. TW Spomer (Elfmeter), 11-0 57. Schirdewahn, 12-0 78. Guthmann, 13-0 79. Mertens
- Gelbe Karten: Gutman (Helba), Baran Demir (WSG)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Sportanlage in der Helba (Kap. 1.240, davon 40 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 5 Gästefans)
- Spielbewertung: 6,5/10

SG SV Eintracht Ifta 47/90 – SV Mihla 1861 ... 3
SG VfB 1919 Vacha – SV 59 Martinroda ......... 1

- Datum: Samstag, 25. Juni 2022 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: Kreisoberliga Westthüringen (8. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 3-1 nach 94 Minuten (49/45) – Halbzeit: 2-0
- Tore: 1-0 11. Nennstiel, 2-0 39. Wallstein, 3-0 59. Meyer, 3-1 65. Nube
- Gelbe Karten: Heller (Vacha)
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Sportplatz Klingrain (Ifta; Kap. 1.375, davon 75 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 200 (davon ca. 20 Gästefans)
- Spielbewertung: 6,5/10

JFV Eichsfeld Mitte 2015 C (SC Leinefelde 1912 /
SV Einheit 1875 Worbis / SG Birkungen 07) ..... 3
SG Gernrode 1887 / SV 1893 Niederorschel C ... 1

- Datum: Samstag, 25. Juni 2022 – Beginn: 13.00
- Wettbewerb: Kreispokalfinale U15 Eichsfeld (Beide Teams C-Junioren Kreisoberliga Eichsfeld/ Unstrut-Hainich; 3. Spielklasse der U15)
- Ergebnis: 3-1 nach 70 Minuten (35/35) – Halbzeit: 2-1
- Tore: 1-0 10. Baron, 2-0 13. Baron, 2-1 28. Krauel, 3-1 41. Holzhaus
- Gelbe Karten: 1x JFV, 2x Niederorschel
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Sportplatz an der Rosoppe (Ershausen; Kap. 1.550, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 75 (davon ca. 35 JFV, 25 Niederorschel, Rest Neutrale)
- Spielbewertung: 6,0/10

SpG SG 1924 Silberhausen / FC Borussia Dingel-
städt 1998 (B-Jugend) .......................................... 1
JSG 2017 Leinetal (SG Bodenrode-Westhausen /
SG Steinbach 1925 / SV Concordia Beuren / SV
1921 Schwarz Rot Wingerode / TSV 1924 Rein-
holterode) B-Jugend ............................................ 0

- Datum: Samstag, 25. Juni 2022 – Beginn: 10.30
- Wettbewerb: B-Junioren Kreisoberliga Eichsfeld/ Unstrut-Hainich (4. Spielklasse der U17)
- Ergebnis: 1-0 nach 80 Minuten (40/40) – Halbzeit: 1-0
- Tor: 1-0 35. Keppler
- Gelbe Karten: keine
- Rote Karten: keine
- Austragungsort: Sportanlage Silberhausen (Kap. 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 35 (davon ca. 8 Gästefans)
- Spielbewertung: 1,5/10 Dingelstädt Photos with English commentary:
a) Lower Leagues Cup Final Rhön-Rennsteig District: Dolmar Kühndorf vs. FC Zella-Mehlis Res. (in Helmershausen)
b) 4th Division Under-17 (Rhön-Rennsteig): SG Helba vs. WSG Zella-Mehlis
c) 8th Division Men (West Thuringia): Ifta vs. Vacha
d) Under-15 Cup Final (Eichsfeld): JFV Eichsfeld Mitte vs. Niederorschel, in Ershausen
e) 4th Division Under-17 (Eichsfeld): Silberhausen vs. JSG Leinetal
f) Eichsfeld: Silberhausen, Dingelstädt, Ershausen 
g) West-Thuringia: IFTA (half-timbered houses, 18th century CHURCH) 
h) Rhön: HELMERSHAUSEN, GEBA, Träbes, Stepfershausen 

Nach zwei durch Coronamaßnahmen zerstörten Spielzeiten gab es nun eine Spielzeit, die durch die Coronamaßnahmen „lediglich“ gestört wurde. Wegen der geringen Impfquote und der größeren Gegenwehr gegen staatliche Maßnahmen waren die Störungen in den ostdeutschen Bundesländern massiver. Auf Landesebene waren die Ligen aber schneller durch, als auf Kreisebene, sodass z.B. immer noch fast alle Kreise in Thüringen noch an diesem letzten Juniwochenende spielten. Das war mir sehr recht, da ich so mal wieder ins Eichsfeld, den Wartburgkreis und die Rhön kam.

Diese größtenteils in Thüringen liegende erstgenannte Region (der Landkreis Eichsfeld ist etwas größer als das historische Eichsfeld auf der Thüringer Seite) zeichnet sich durch richtig schöne Berglandschaft, durchzogen von Feldern und alle paar Kilometer kleine Orte mit viel Fachwerk und Kirchen aus. Sofort fällt auf, dass es eine nach wie vor stark katholisch geprägte Region ist: man sieht ja sonst im Osten kaum Wegekreuze, Wegeskapellen (Heiligenhäuschen) oder Glaskästen (Wetterschutz) mit Marienfiguren an Hauswänden oder andere Heiligenbildnisse im öffentlichen (nicht kirchlichen) Raum. Auch das SED-Regime hat die katholische Kultur im Eichsfeld nicht zerstören können.

Das hat auch den Vorteil, dass an Kirchenarchitektur interessierte Personen da vielfach die Dorfkirchen besichtigen können. Ich machte das in Silberhausen, Dingelstädt (gleich zwei) und Ershausen (da war die Kirche geschlossen, aber zwei Kapellen offen). Borussia Dingelstädt/ SG Silberhausen B 1:0 JSG 2017 Leinetal Fußball hatte ich im Eichsfeld nur zwei Juniorenspiele, da das interessanteste Männerspiel im benachbarten Wartburgkreis stieg. Wie befürchtet war hingegen das erste Jugendspiel Not gegen Elend – nur weil ein Team noch schlechter war, steigen diese beiden sehr schlechten U17-Teams SG Dingelstädt/ Silberhausen und JSG Leinetal nicht auch in die Kreisliga ab. Dabei besteht die gastierende JSG 2017 Leinetal (nicht zu verwechseln mit JSG Leinetal ohne Jahreszahl aus dem nahegelegenen Niedersachsen) aus zig Vereinen, nämlich SG Bodenrode-Westhausen, SG Steinbach 1925, SV Concordia Beuren, SV 1921 Schwarz Rot Wingerode und TSV 1924 Reinholterode. Zum Spiel kann ich nur sagen: immerhin senkte sich ein Weitschuss in den Kasten des Gästeschlussmannes – sonst war das nicht mit anzusehen, wie da der Ball misshandelt wurde... JFV Eichsfeld Mitte Leinefelde/ Worbis/ Birkungen C 3:1 SG Gernrode / SV Niederorschel Eine Jugendklasse tiefer aber deutlich besser war das Kreispokalfinale in Ershausen. Die JFV Eichsfeld Mitte (nicht mit JFV Eichsfeld aus dem benachbarten niedersächsischen Teil des Eichsfeldes verwechseln) aus Leinefelde/ Worbis/ Birkungen riss da früh die Partie an sich und ging mit einem Doppelschlag in Führung. Die SG Niederorschel/ Gernrode (Gernrode im Eichsfeld, nicht im Harz) kam nach 20 Minuten langsam ins Spiel und verkürzte mit einem 25-Meter-Freistoß, doch nach der Pause hieß es schnell 3:1 und das war der Endstand in einem zum Ende hin schwächer werdenden Spiel.

Ausgetragen wurde es in Ershausen: die Anlage liegt an einem Bach (Rosoppe) und herrlich zwischen hügeligen Feldern auf der einen und gewaltigen bewaldeten Höhenzügen auf der anderen Seite. Eine richtig schöne Anlage! Ifta Beim letzten Spiel des Tages gab es dann endlich Männerfußball und als ortsfremder Besucher wurde ich nun mehr begrüßt oder in Gespräche verwickelt, als bei den beiden Plätzen zuvor, wo ich nur dumm angeglotzt wurde. Allerdings hatte ich ja das Eichsfeld verlassen und bin nun in den Wartburgkreis. Auch hier gibt es tolle Mittelgebirgslandschaft mit den schönen bewaldeten Bergzügen. Am Fuße eines solchen und wiederum direkt an einem Bach (der Ifta) liegt der Platz von Eintracht Ifta. In der Ifta landete der Ball auch mehrfach, ansonsten wurde der in der ersten Hälfte sehr gut behandelt vom Gastgeber, der entsprechend 2:0 in Führung ging. Nach der Pause schnell das 3:0. Nach dem 3:1 Anschlusstreffer für den Gast aus Vacha/ Martinroda (Vacha Ortsteil Martinroda, nicht der gleichnamige Ort im Ilmkreis, der bis letzte Saison ein paar Jahre in der Oberliga war) verflachte die Partie vor immerhin mindestens 200 Zuschauern.

Nach dem Spielbesuch lief ich noch durch den Ort. Am Rande nur Verfall und Platte, doch im Kern bestes Fachwerk und eine herausragende Kirche mit bemalter Holzdecke aus dem frühen 18. Jahrhundert mit ungewöhnlichen Motiven. Außerdem doppelte Empore. Eine der interessantesten Kirche die ich je besucht habe steht also in Ifta (mit langem I) bei Eisenach!

Ich fuhr dann nach Gotha zum Essen und Übernachten (Pension Ostbahnhof, hat was von US-Motel, ist ganz gut). Eintracht Ifta/ SV Mihla 3:1 VfB 1919 Vacha/ SV Martinroda *************************** Helmershausen Am Sonntag ging es dann quer durch den Thüringer Wald bis Meiningen. Im Ortsteil Helba bzw. in einem Bachtal zwischen dem Kernort und besagtem Ortsteil liegt eine wirklich schöne, wellige Wiese mit zwei Toren drauf und einer überwucherten Aschenbahn drumherum. Viele Bäume flankieren die Anlage, in den Hang gebaute Häuser sind der Blickfang auf beiden Längsseiten, es gibt auch einige Sitzgelegenheiten, teils überdacht, auf der breiteren Längsseite und eine Anzeigetafel auf der anderen.

Die Partie zwischen dem Staffelsieger und Aufsteiger von der SG Helba und einer Mittelfeldmannschaft aus Zella-Mehlis war von Beginn an völlig einseitig. Der Gastgeber hatte mindestens 16 Leute im Aufgebot und der Gast trat nur mit 10 Mann an. Nach zweieinhalb Minuten stand es bereits 2:0, 6:0 bei Pause, sofort nach Wiederbeginn wieder ein Tor und am Ende 13:0 für Helba, die einfach auch viele richtig schöne Spielzüge und Schüsse zeigten. SG Helba/ Meiningen B 13:0 WSG Zella-Mehlis B Ich fotografierte dann bei Stepfershausen, Träbes und Geba die schöne Berglandschaft der Rhön. Auf der Hohen Geba wuchert ein historischer Park mit rekonstruierter Keltenburg zu. Unten im Dorf steht eine tolle Oktogonalkirche – so einen formschönen wenn auch winzigen Kirchenbau habe ich noch nirgendwo gesehen; außen und v.a. innen herausragend! Am Ortsende blickt man dann spektakulär auf Helmershausen. Unten angekommen parkte ich am Sportplatz und lief dann durch den sehr sehenswerten Ort. Viel Fachwerk, alte Gehöfte mit Fachwerkhaupthaus und Holzscheunenanbau (Dreiseithöfe, teils mit Torportalen) und noch eine herausragende Kirche, diesmal sehr groß mit dreifacher Empore, Deckenmalereien und mehrstöckiger Fürstenlogen. SG Dolmar Kühndorf/ Rohr 1:3 FC Zella-Mehlis II Das beste Spiel war auch das einzige der fünf an diesem Wochenende, bei dem es noch wirklich um was ging, nämlich um den Pokal der Kreisklassenteams. Der heißt im Kreis Rhön-Rennsteig „Kreispokal“ und der ist unter dem Ligapokal (Kreisliga, Kreisoberliga und Landesklasseteams) angesiedelt. 3€ Eintritt sind dementsprechend ebenso überzogen wie die Essens- und Getränkepreise, aber für die gute Organisation und die Gastfreundlichkeit des TSV Blau-Weiß Helmershausen will ich denen das zur 100-Jahr-Feier und Platzeinweihung (nach Sanierung der Drainage) mal gönnen...

Der Platz liegt herrlich am Ortsrand mit Blick auf die wunderschönen Höhenzüge inklusive dem Hutsberg, auf dem sich die Hutburg befindet (habe ich vor 10 Jahren mal besucht, als ich das erste Mal in der Gegend war) und wird auf einer Seite von Birken beschattet. Auf zwei Seiten befinden sich jedoch mit Neubauten die unattraktivsten Gebäude der Ortschaft. Das Sportlerheim ist hingegen ein gelungener Neubau und mit Solardach und Vereinswappen an der Giebelseite ausgestattet. Sehr originell sind Bandentafeln, die mit historischen Fotos aus dem Vereinsleben statt mit Sponsorennamen bedruckt sind. Freilich gibt es aber auch Sponsorentafel.

Dolmar Kühndorf/ Rohr und der letztjährige Sieger FC Zella-Mehlis II taten sich erstmal schwer, doch dann gab es Torszenen auf beiden Seiten und kurz vor der Pause die Gästeführung. In Hälfte zwei erwartungsgemäß mehr Chancen für Kühndorf, doch sie brauchten bis zur 90. Minute um auszugleichen. Warum der Schiri da nicht 5 Minuten nachspielte, war unverständlich bei den Verzögerungen zuvor, aber das Schiedsrichtergespann gab ja dann in der Verlängerung eh das Heft aus der Hand... Kühndorf konnte nicht mehr zulegen und Zella-Mehlis machte nun richtig Druck. Vor allem im zweiten Abschnitt der Verlängerung kam der Druck nur vom Gast und das 1:2 war folgerichtig. Dann jedoch auch Unsauberkeiten: Kopfballduell im Fünfer von Zella-Mehlis, mehrere Spieler gehen dadurch zu Boden, ein Kühndorfer verliert einen Schuh, den schnappt sich dann so ein Affenkopp von Zella-Mehlis und schmeißt den im Grundschülerstyle über den Fangzaun und läuft weg als sei nix gewesen – das komplette Schiedsrichtergespann ignorierte diese Szene auch oder sah sie wirklich nicht, obwohl da wegen Unsportlichkeit zwingend eine Karte zu zeigen und somit das Spiel zu unterbrechen ist, aber der Konter der Zellaer lief einfach weiter. Nun wurde auch richtig rumgeholzt – seit einiger Zeit bereits kaum noch Strafen für Fouls; offenbar hatte der Schiri die Rote in der Kabine gelassen, weil sonst mindestens ein Zellaer Gelb-Rot und ein anderer für einen Sprungtritt in den Mann glatt Rot und nicht nur Gelb hätte sehen MÜSSEN – und in der 120. oder 121. machte ein Zellaer das 1:3, obwohl nun schon zum zweiten Mal ein Kühndorfer Wechsler einen Ball ins Feld schoss um das Spiel zu stören. Dass die Kühndorfer es besonders auf den Schuhwerfer und den Schiri abgesehen hatten, war da verständlich, wobei man sich erstens mal überlegen sollte, ob man den Linienrichter fragen muss, ob er Lust auf ne Schlägerei hat um die Regelauslegung zu klären und zweitens in der Verlängerung Zella-Mehlis einfach klar besser war und die Kräfte ganz anders mobilisieren konnte. Somit ein verdienter Sieger im spielerischen Höhepunkt dieses Wochenendes in der Westhälfte von Thüringen! SG Dolmar Kühndorf/ Rohr 1:3 FC Zella-Mehlis II Statistik:
- Grounds: 3.124 (Sa 3, So 2; diese Saison: 302 neue)
- Sportveranstaltungen: 4.472 (Sa 3, So 2; diese Saison: 364)
- Tourkilometer: 740 (Sa 400km Auto, So 340km Auto)
- Saisonkilometer: 80.160 (51.550 Auto, davon 12.710 Mietwagen/ 24.470 Flugzeug/ 4.110 Fahrrad/ 30 Schiff, Fähre / 0 Bus, Bahn, Straßenbahn)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 45 [letzte Serie: 164, Rekordserie ohne 0-0: 178]
- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 77 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 711 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020].

Montag, 12. Mai 2014

W406III: Groundhopping in Südwest-Thüringen; von einem Stadion mit verfallenem Ferienheim und einem Sportplatz auf einem weggesprengten Felsen…

SV Eintracht Möckers .................................................. 1
SV Dolmar Kühndorf ................................................... 8
- Datum: Sonntag, 11. Mai 2014 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: 1. Kreisklasse Rhön-Rennsteig, Staffel II (10. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-8 nach 90 Min. (45/45) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 21. Nr. 11, 0-2 47. Nr. 11, 0-3 49. Nr. 11, 1-3 53. Nr. 8, 1-4 63. Nr. 2 (Handelfmeter), 1-5 70. Nr. 8, 1-6 71. Nr. 11, 1-7 77. Nr. 11, 1-8 87. Nr. 8
- Vergebener Elfmeter: Nr. 5 von Möckers scheitert an Torwart von Kühndorf (52.)
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Möckers (Kap. 300 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 40 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Unterhaltsames, aber durch die Überforderung der Gastgeber leider ein sehr einseitiges Match)

SV Motor Tambach-Dietharz II ................................... 2
SV Frisch Auf Tüttleben ............................................... 0
- Datum: Sonntag, 10. Mai 2014 – Anstoß: 12.30
- Wettbewerb: 2. Kreisklasse Westthüringen, Staffel 1 (11. Spielklasse, 6. Amateurliga)
- Ergebnis: 2-0 nach 94 Min. (46/48) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 25. Nr. 5, 2-0 67. Nr. 11
- Vergebener Elfmeter: Nr. 9 von Tüttleben scheitert an Torwart von Tambach-Dietharz (62.)
- Verwarnungen: Nr. 5, 12 (Tambach-Dietharz); Nr. 2, 16 (Tüttleben)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Werner-Seelenbinder-Sportstätte Tambach (Kap. 1.500, davon 400 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 25 (davon ca. 5 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 4,5/10 (Durchschnittskick mit verdientem Sieger)

Jugendverein OHRAnge United (FSV 1906 Ohratal Ohrdruf / SG Concordia Gräfenhain) B .................... 2
SV Westring Gotha B ................................................... 3
- Datum: Sonntag, 11. Mai 2014 – Anstoß: 10.00
- Wettbewerb: B-Junioren Kreisoberliga Westthüringen, Staffel 1 (3. B-Junioren-Liga)
- Ergebnis: 2-3 nach 80 Min. (40/40) – Halbzeit: 2-2
- Tore: 1-0 3. Nr. 9, 1-1 12. Nr. 3, 2-1 22. Nr. 7, 2-2 36. Nr. 3, 2-3 65. Nr. 3
- Verwarnungen: Nr. 8 (Gotha)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz Hohenkirchen (Ohratal Ohrdruf, Kap. 600 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 15 (davon ca. 6 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 5,5/10 (Sehr viel enger und auch besser als die Tabellensituation befürchten ließ)  
Photos with English Commentary:
a) Under-Aged Football, Western Thuringia Division: Ohratal United v Westring Gotha (Under-17)
b) Amateur Football, Western Thuringia Division: Tambach-Dietharz Reserve v Frisch Auf Tüttleben
c) AMATEUR FOOTBALL, RHÖN-RENNSTEIG DIVISION: EINTRACHT MÖCKERS 1:8 DOLMAR KÜHNDORF
d) Sightseeing in South-Western Thuringia: Georgenthal Monastery, Ohrdruf Old Town, Schmalkalden Old Town, Hallenburg Castle (Steinbach-Hallenberg)

In Mai und Juni soll es verstärkt nach Thüringen gehen – diesen Sonntag stand eine besonders lange und spielereiche Tour an. Schon um 7 Uhr ging es los, denn wir wollten zuerst Ohrdruf besichtigen. Dort gibt es vor allem Bautätigkeiten zu sehen, sodass wir beim Fahren einer weiträumigen Umleitung ersteinmal die Klosterruine von Georgenthal fanden. In Ohrdruf selbst wird am Schloss, das durch einen Brand beschädigt wurde, gebaut. Außer diesem Schloss gibt es noch eine Kirche ohne Schiff und einzelne Gebäude um den Rathausplatz herum als Sehenswürdigkeiten zu nennen.

Einige der Mannschaften von Ohratal Ohrdruf spielen nicht auf dem Sportplatz Ohrdruf, sondern im benachbarten Hohenkirchen. So auch die B-Junioren Spielgemeinschaft mit Concordia Gräfenhain, die das Wortspiel OHRAnge United im Vereinsnamen trägt. Die Orangen sind 12. und Letzter – heute ging es gegen den 7. aus der Plattenbausiedlung Gotha-West.

Dass die Jungs aus diesem als ziemlich mies bekannten Viertel stammen, war mal wieder nicht zu merken – auch Ohratal verhielt sich sehr diszipliniert und fair auf dem Feld, selbst die Eltern und jugendlichen Fans fielen nicht auf.
Es wurde 9 gegen 9 gespielt und Ohratal erwischte den besseren Start: ein Konter wird mit einem tollen Heber über den Torwart zum 1-0 abgeschlossen.
Gotha kam mit weniger Aufwand zu Toren. Auch als Ohratal überraschenderweise ein zweites Mal einnetzte – diesmal mit Hilfe des Innenpfostens – glichen sie aus.

Bei 2:2 wurden also die Seiten auf dem ausbautenlosen und aufgrund der rumliegenden und rumstehenden Materiealien (was soll eigentlich die tolle windschiefe Wechselbank ohne Dach schräg hinter dem Tor?!) provisorisch wirkenden Dorfplatz getauscht. Nun hatte der Gast mehr vom Spiel, vergab aber viele gute Möglichkeiten. Auch Ohratal zeigte sich immer wieder erfolglos vor dem Kasten der Gäste. Fünf Minuten vor dem Ende nahm der Gothaer 3er den Ball direkt aus der Luft und zimmerte ihn zu seinem Hattrick halbhoch ins Eck.
Insgesamt gesehen war der Gothaer Sieg nicht unverdient, aber umso erstaunlicher war das hohe Spielniveau der Gastgeber – die traten nicht wie ein Tabellenletzter auf!  
Über schöne Straßen durch den Thüringer Wald ging es nach Tambach-Dietharz. Im Ortsteil Tambach steht ein großer, ziemlich verfallener Sportkomplex. Durch das symmetrische Doppelkassenhäuschen betritt man die Fußballplätze: ein Hartplatz und ein Rasenplatz mit zweireihiger Sitztribüne, die nach vorne zu rutschen droht. Dahinter ein großes, verfallenes, teils zuwachsendes Ferienheim in interessantem Baustil und mit einem noch nicht fertiggestellten neuen Anbau mit Umkleiden und Sportlerheim. Es tut sich also was in Tambach, um diese Sportanlage zu erhalten – die gegenwärtige Momentaufnahme dürfte aber nicht zu überbieten sein an Kuriosität!

Wir schauten uns nur das Spiel der Reserve von Tambach an. Die sind Letzter mit nur einem Punkt und traten gegen die kaum bessere Mannschaft aus Tüttleben an: d.h. 14. gegen 12. Der Abstieg allerdings ist unklar, da möglicherweise die 3. Kreisklasse nächste Saison nicht weitergeführt wird.

Wie auch immer: Tüttleben stand ziemlich neben sich und die wenigen guten Szenen der ersten Halbzeit gingen von Tambach-Dietharz II aus. Aus Nahdistanz konnten die Gastgeber in Führung gehen. In der zweiten Halbzeit gab Tüttleben das Spiel schließlich völlig aus der Hand: einen Elfmeter verschossen und kurz darauf zum 2:0 ausgekontert! Die zweite Hälfte der Partie war nicht nur spielerisch besser als die erste, sondern auch härter geführt und trotzdem vom Schiedsrichter sicher geleitet.  
Das nach Werner Seelenbinder benannte Stadion in Tambach ist ja schon toll, aber einige Kilometer weiter westlich, in einem Ortsteil von Schmalkalden, wird es noch besser: in Möckers befindet sich eine der spektakulärsten ausbautenlosen Sportanlagen Deutschlands! Oberhalb des Dorfes gelegen und nur über unbefestigte Waldwege bzw. von einem kleinen Parkplatz zu Fuß über Treppen durch den Wald erreichbar, ist der in den 1950ern durch Abtragung eines Felsens und Ebnung der entstandenen Fläche angelegte Platz. Der Platz ist ziemlich genau 90x45m groß (vllt. je ein, zwei Meter länger und breiter als die Mindestmaße) und auf einer Längsseite von dicht bewaldeten Felsen flankiert, auf der anderen Längsseite geht es runter ins Tal – auch hier dichter Wald – und hinter den Toren ebenfalls dicht bewaldete Berghänge. Die Zuschauerkapazitäten sind entsprechend begrenzt. Mehr als 300 Stehplätze zuzulassen wäre übertrieben, der Zuschauerrekord aus Spielen gegen Floh-Seligenthal und Schmalkalden liegt aber locker beim Doppelten…

Eintracht Möckers hatte in der achtklassigen Bezirksklasse schon tolle Spiele abgeliefert, aber in den letzten Jahren sank die Zahl der aktiven Mitglieder so derartig, dass das 380-Einwohner-Dorf mit seiner Mannschaft nun leider schon Wochen vorher mit nur 5 Punkten aus 20 Spielen in die unterste, die 11. Spielklasse (2. KK), abgestiegen ist. Der heutige Gegner, Dolmar Kühndorf – Kühndorf besuchten wir letzthin einmal wegen der sehenswerten Burg, Dolmar ist ein auf dem Gebiet der Gemeinde liegender Berg – ist noch im Aufstiegskampf.

Entsprechend klar waren die Verhältnis vor den nur 40 – mal an der Reeling stehenden, mal aufgrund der heftigen Regenschauer unter der Vereinshütte Schutz suchenden – Zuschauern. Die einzige Statistik, in der Möckers besser als Kühndorf aus, war jene Strichtliste: wer schieß den Ball am häufigsten über die Fangnetze in den Wald. Nur Möckers gelang es – und das auch nur zwei Mal – die Pille aus der Anlage zu befördern…

OK, immerhin bot Möckers den Gästen 45 Minuten lang Paroli. Die klar überlegene Mannschaft aus Kühndorf kam nur zu einem einzigen Treffer. Dann schied ein Möckers-Spieler allerdings verletzungsbedingt aus und Kühndorf machte mit einem Doppelschlag nach dem Seitenwechsel alles klar. Daraufhin gab es ein kurzes Aufbäumen der Möckerser: ein schlecht geschossener Elfmeter und kurz darauf ein schöner Treffer in den Winkel waren das Resultat dieser kurzen Druckphase. Kurz nach dem Ehrentor drehte Kühndorf aber noch mal auf und Möckers gab sich nach dem 1:4 nicht nur auf, sondern verlor auch nach dem sechsten Gegentreffer einen weiteren Spieler durch eine Zerrung oder sowas. Am Ende war es ein derbes 1:8 für Dolmar!  
Nach dem Spiel fuhren wir nach Schmalkalden, was sich nicht nur deshalb lohnte, da das Benzin 13 Cent billiger als in Merseburg war, sondern auch v.a. wegen der schönen Altstadt. Die ist zwar mit einigen DDR-Bauten durchsetzt, aber Fachwerkhäuser, eine massive zweitürmige Kirche und oberhalb der Altstadt auch ein tolles Renaissance-Schloss machen Schmalkalden zu einem sehr sehenswerten Ort.

In Steinbach-Hallenberg gibt es eine schöne Kirche mit auffälliger Turmhaube und die oberhalb des Ortes auf einer Felsspitze thronende Hallenburg. Einige hohe Mauerreste des Palas und der runde, schlanke Turm sind erhalten bzw. restauriert worden. Der Turm hat einen Fachwerkaufsatz und ein Dach und scheint aufgrund der verglasten Fenster sogar bewohnbar zu sein.

Im Kanzlersgrund gingen wir noch gut aber teuer essen, ehe wir uns über Umwege aufgrund bescheuerter Sperrungen um den Rennsteig herum, auf die Autobahn und schließlich nach Merseburg zurück bewegten.  
Statistik:
- Grounds: 1.107 (3 neue; diese Saison: 136 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.046 (heute 3; diese Saison: 190)
- Tageskilometer: 450 (450km Auto)
- Saisonkilometer: 56.910 (55.160 Auto/ 1.650 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 20 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 40 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 406