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Dienstag, 26. Februar 2013

W343V: Verstecktes Weltkulturerbe – Die einzige mittelalterliche Burg Algeriens => Algerien Tour (16/21)

* Tag 15: Verstecktes Weltkulturerbe – Die einzige mittelalterliche Burg Algeriens *

Photos with English Commentary:
Kalaa Beni Hammad – Medieval Castle in the Mountains near M’sila

Von Batna aus fuhren wir gen Westen in den Bezirk M’sila. Hier fand man weder die unausgeschilderten römischen Ruinen von Tobna (noch im Bezirk Batna gelegen), noch irgendwelche anderen Sehenswürdigkeiten. Kurios war nur anzusehen, wie sich in den Straßendörfern ab den beiden Bezirksgrenzen Autowracks rechts und links vor teilweise tollen Kitschvillen türmten. Hier reihte sich Schrotthandel an Ersatzteileleiden und Ersatzteileladen and Schrotthandel. Alle Autowracks Algeriens schienen hier auf 15km Länge verwertet zu werden. DSC05800 Die einzige mittelalterliche Burg Algeriens, Kalaa Beni Hammad, wird auf der Website der UNESCO als Weltkulturerbe geführt. Angeblich ist das auch noch aktuell und man hört immer wieder davon, doch nichts deutet im Bereich von der Kalaa darauf hin. Dass der Burg in diesem Kack-Reiseführer nur ein Satz gewidmet ist, spricht ja für die schlechte Qualität dieses Buches, doch eine simple arabische Ausschilderung neben der Straße weist dann 15km vor M’sila zur Kalaa. An der Burgruine angekommen, kann man überall herumlaufen und muss erst für die Turmbesteigung 20 Dinar (0,19€) bezahlen. Nirgendwo sind Schilder oder Informationstafeln, der Turm ist nirgendwo gesichert, sodass man bei stärkerem Wind sehr vorsichtig auf dem Dach herumsteigen sollte. Nicht mal ein UNESCO-Zeichen findet man. Unglaublich, aber so sehen die meisten Welterbestätten in Algerien aus. Das Positive ist, dass sie sehr schön unberührt sind – aber andererseits ist das eine inakzeptable Unprofessionalität!

Die Burgruine beherbergt die Reste eines Palais und einer Moschee mit sehr gut erhaltenem Minarett, das auch als Wachturm dienen konnte, etwas höher gelegen 100m von der eigentlichen Anlage entfernt auch noch weitere Burggebäude bzw. Gebäude einer befestigten Stadt.

Wie überall in diesem Kackbezirk M’sila, sind - wenn überhaupt - arabischsprachige Wegweiser aufgestellt. Für mich kein Problem – wenn man aber von Kalaa Beni Hammad nach Norden ins Gebirge fährt und die tollen Schluchten mit kleinen Wasserfällen und schroffen Felsformationen bewundert und eigentlich nach Bordj Ghedir will, findet man gar keine Schilder in irgendeiner Sprache und auch oftmals niemanden zum Fragen. Die Karten sind völlig unzureichend für diese Region, sodass wir beim Auf-Gut-Glück-Herumfahren schließlich im Kreis fuhren und die Osteinfahrt nach Bchira, dem Ort an dessen Nordrand die Burganlage liegt, entdeckten.

Nach kurzem Essen in M’Sila, der versifften Bezirkshauptstadt, fuhren wir durch schöne Berglandschaften mit einem tollen See auf die Autobahn bei Bordj Bou Arreridj. Von BBA nach Sétif war es dann nicht weit, sodass wir gut zu Familie Osman durchkamen, die uns freundlicherweise noch einmal einlud. DSC05833 Statistik:
- Grounds: 865 (heute 0 neue; diese Saison: 97 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.715 (heute 0, diese Saison: 138)
- Tageskilometer: 440 (440km Auto [Mietwagen])
- Saisonkilometer: 35.460 (32.110 Auto/ 1.600 Flugzeug/ 1.600 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 70 Bahn, Bus, Tram)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 24 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 342

W343IV: Römische Ruinen im Bezirk Batna => Algerien Tour (15/21)

* Tag 14: Römische Ruinen im Bezirk Batna *

Photos with English Commentary:
a) ROMAN RUINS OF ALGERIA: TIMGAD, Medracen, Diana Veteranorum
b) Batna Region: Mosque in Batna Town

Besonders viele römische Ruinen hat der Bezirk Batna zu bieten. Bereits gestern hatten wir Tazoult-Lambese und Markouna besichtigt, die bekannteste Stätte suchten wir jedoch erst heute aber dafür gleich nach Öffnung auf: das 30km östlich von Batna gelegene Timgad (Thamougadi). Man braucht für eine ausführliche Besichtigung auf jeden Fall drei Stunden. Wenn man auf den netten Fremdenführer Badreddine, genannt Badri der Berber, trifft, dauert es eher noch länger, da er kompetent und lustig zu erzählen weiß. Wie andere algerische Staatsangestellte, die sich in den touristischen Sehenswürdigkeiten verdingen, nimmt er kein Trinkgeld. Da er besonders kontaktfreudig ist, will er lieber die Facebook-Adresse seiner Gäste...
Jedenfalls bekamen wir, nachdem wir bereits das Theater, das byzantinische Fort und den Westteil mit ein paar Tempeln und auffällig massiven Pflasterstraßen mit Wagenspuren besichtigt hatten, von Badri den Ostteil zu sehen, in dem sich z.B. Thermen und Handwerkerhäuser befinden. DSC05626 Bevor wir Richtung Khenchela fuhren, quatschten wir noch etwas mit Badri, wobei er recht interessante Ansichten offenbarte: z.B. betonte er zwar gerne seine berberische Herkunft, doch distanzierte sich klar von den Berber-Separatisten und meinte, dass Algerien trotz vieler Probleme ein wunderbares Land sei, was auch an den Menschen liege und diese seien deshalb charakterlich wie auch vom Äußeren her besonders schön (was ich nach bisherigen Erfahrungen weitestgehend bestätigen kann), da sie sich mischen; früher Römer, Berber, Byzantiner u.a., dann Araber und Schwarzafrikaner dazu und später Franzosen hinzu. Dass sich ein Nationalist über eine Mischung von Volksgruppen freut ist für den Arabischen Raum nicht untypisch, in Europa aber leider kaum denkbar. Was sich doch immer wieder für interessante Unterschiede zeigen, wenn man mit vernünftigen Leuten ins Gespräch kommt...

Da wir in Khenchela die Thermen mangels Ausschilderung nicht fanden, aßen wir gut aber sehr preisgünstig zu Mittag und fuhren durch Berglandschaften mit Senken in denen sich Salzseen befanden, gen Imghassen bzw. Le Medracen. Dort gibt es einen, leider etwas verfallenen, numidischen Grabtumulus zu sehen, der dem wuchtigen, steinernen Kegelförmigen Grab bei Tipaza sehr ähnelt.

Wir besichtigten dann noch Diana Veteranorum, eine römische Ruinenstadt vor imposanter Bergkulisse im Landwirtschaftskaff Zana Ouled Sebaa (auch Zana al-Baida genannt). Es sind zwar nur ein Triumphbogen und ein Tempel gut erhalten, doch die Ausdehnung der Stadt ist anhand des Trümmerfeldes gut zu erschließen. An einem Ende dieses weiten Komplexes befindet sich übrigens noch eine moderne Ruine: dabei muss es sich um eine französische Kirche bzw. Kapelle handeln.

Über schöne enge Nebenstraßen, die durch mit Kiefern und anderen Nadelwäldern bewaldete Berge führten, ging es nach Batna zurück. DSC05763 Statistik:
- Grounds: 865 (heute 0 neue; diese Saison: 97 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.715 (heute 0, diese Saison: 138)
- Tageskilometer: 320 (320km Auto [Mietwagen])
- Saisonkilometer: 35.020 (31.670 Auto/ 1.600 Flugzeug/ 1.600 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 70 Bahn, Bus, Tram)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 24 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 342

W343III: Von der Wüste wieder in die Berge: El-Oued nach Batna => Algerien Tour (14/21)

* Tag 13: Von der Wüste wieder in die Berge: El-Oued nach Batna *

Photos with English Commentary:
a) NORTHERN EDGE OF SAHARA DESERT: EL OUED, EL HAMRAYA RUINS
b) Batna Region: The Canyons of Droh, Rhoufi, and Tighanimine
c) ROMAN RUINS OF ALGERIA: Tahouda, Tazoult-Lambese and Markouna

Nach dem ungewöhnlich großen Frühstück und einer kurzen Stadtbesichtigung – lauter flache Kuppelbauten! – ging es von El Oued aus nach El Hamraia, wo ein verfallenes, jahrhundertealtes befestigtes Haus (Ksar) an einem Palmenhain oberhalb eines Salzsees (Chott bzw. Sebkha) steht. Wir liefen etwas in die trockene Salzpfanne hinein und fuhren dann weiter bis Tahouda, wo römische Reste neben verrotteten mittelalterlichen Lehmbauten ausgegraben werden. DSC05513 Tahouda war die letzte Oase, danach ging es ab Droh (dort gibt es außer einem lustigen Fußballplatz – ein Hartplatz mit Bergblick, ein paar Palmen und einem Autowrack neben der Auslinie – nichts zu bemerken) in die Schluchten des Oued Abiod im Aures-Massiv. Besonders bei Rhoufi sind die Wadis extrem tief in den Felsen eingekerbt. Lehmhäuser kleben am Fels oder sind halb in Stein gehauen oberhalb der Palmenhaine. Die ganze Strecke bleibt spektakulär bergig und mit immer wieder auftauchenden schönen Palmenhainen bis Aris, wo es ein nettes Stadion gibt. Ab da wird es mit zwei letzten Passhöhen bei 1.700 und 1.800m, langsam ebener.

In Makrouna steht direkt an der Straße ein tolles römisches Stadttor. Dahinter das Becken war wohl mal eine Zisterne. Besser ist die 2km weiter befindliche Stadt Lambese, die sich auf den modernen Ort Tazoult (ebenfalls ein klasse Stadion dort!) verteilt. Der bekanntere und größere Teil mit dem Stabsquartier des Legaten befindet sich an der Hauptstraße. Bis auf dieses Stabsquartier sind die Ruinen aber nicht so gut erhalten und ziemlich bis auf die Grundmauern zerstört. Ein Stadttor steht noch etwas abseits in Sichtweite. Ein weiteres Stadttor und Thermen sind südlich davon in einem sehr dreckigen Innenstadtviertel erhalten.

In Batna checkten wir in ein recht günstiges, mittelmäßiges Hotel ein (einfach zu finden, da direkt am zentralen Platz neben dem Theater gelegen: das „El Hayat“ war wohl mal vor 30 Jahren das beste Haus am Platze...) und aßen zu Abend. DSC05566 Statistik:
- Grounds: 865 (heute 0 neue; diese Saison: 97 neue)
- Sportveranstaltungen: 1.715 (heute 0, diese Saison: 138)
- Tageskilometer: 380 (380km Auto [Mietwagen])
- Saisonkilometer: 34.700 (31.350 Auto/ 1.600 Flugzeug/ 1.600 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 70 Bahn, Bus, Tram)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 24 [Letzte Serie: 6, Rekord: 141]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 342