Mittwoch, 15. April 2026

W3.0275I-76VII: Von der Firmenliga Botogás bis zum Clásico in Quito - zwei Wochen in zwei südamerikanischen Ländern

Eigentlich wollte ich mal wieder in den Nahen Osten, doch da dort der Luftraum zu oft gesperrt oder voller Drohnen und Raketen ist, fuhr ich lieber noch mal nach Lateinamerika. Da ist es zwar auch oft unfriedlich, aber die Konflikte sind regionaler begrenzt und der Alltag weniger eingeschränkt. So habe ich die letzten sechs neuen Länderpunkte alle auf dem amerikanischen Kontinent gemacht: Peru, Bolivien, Paraguay, El Salvador (jeweils 2025) und nun eben Ecuador und Kolumbien.

Planungstechnisch waren beide Länder nicht ideal, aber halt eben Lateinamerika: Höherklassige Fußballspiele standen überwiegend zeitgenau zwei, drei Wochen vorher fest, allerdings gab es dann noch mehrere Verlegungen (Spielort und Termin) pro Spieltag. Niederklassige Partien zumindest ein paar Tage vorher halbwegs verlässlich drin (also halbwegs, da am angegeben Tag im angegeben Ground gespielt wurde, aber eben auch mal ne gute Stunde später als geplant). Andere Mannschaftssportarten ergaben sich aufgrund der schlechten Organisation bzw. Saisonpause kaum (populär sind Futsal, Basketball, Baseball und Volleyball; Handball ist leider nur ein kleiner Randsport). In Ecuador ist zudem eine lokale Volleyballvariante - leider kein Spiel erreichbar auf dem Weg - ein großes Ding und beliebtester Reitsport ist das Rodeo (siehe Kapitel W3.0275VI!) - so gab es meinen zweiten Rodeo-Länderpunkt nach den USA. Völlig zufällig zudem mein 13. Futsalländerpunkt in Kolumbien.

Die rein reisetechnische Planung betreffend: Am günstigsten kommt man derzeit via USA nach Kolumbien bzw. Ecuador. Preislich für mich am günstigsten war mit Delta bzw. KLM von Frankfurt/Main nach Atlanta und weiter nach Bogotá (das kostete nur etwas über 700€ hin und zurück, trotz teilweise in den Osterferien). Von Bogotá nach Quito hin und zurück (da Dreiecksflug leider immer viel teurer) ging es für etwas über 200€ mit Avianca. Bucht man via Madrid nach einem der beiden Länder, ist man schnell deutlich über 1.000€ v.a. in den Ferien los (aber natürlich schneller da). Bei Ecuador reicht der Reisepass, Kolumbien will vorher eine Onlineanmeldung und abmelden muss man sich da auch… Immerhin ist das kostenlos, denn das Visum durch die Hintertür, was immer mehr um sich greift (sogenannte “Reisegenehmigungen” wie ETA, ESTA oder bald auch das Ding da in Japan) kostet ja immer etwas. Zum Glück ist mein ESTA für die USA noch gültig, aber wahrscheinlich war das die letzte Reise mit diesem ESTA.

Beuern

W3.0275I: Anreise erster Akt - Grottenkick im Gießener Umland 

Wegen viel höherer Preise von Hannover aus (bzw. noch schlechteren Verbindungen via Kanada für das ich kein gültiges ETA mehr habe) buchte ich diesmal ab Frankfurt Flughafen. Da Mittwochmorgen angesetzt war, fuhr ich schon Dienstag nach der Arbeit gen FFM. Aber nicht, ohne vorher noch einen schönen Zwischenstopp in der Gegend von Gießen einzulegen. Das anvisierte Spiel in Staufenberg wurde mittags wegen Nichtantritt der Gäste abgesagt, aber ein paar Orte weiter gab es ein Spiel in Beuern:

TSV Beuern 1987 0:1 FC Polonia Pohlheim

FSV Beuern 1987

0 : 1 (0:1)

FC Polonia Pohlheim

- Datum: Dienstag, 31. März 2026 – Beginn: 18.40
- Wettbewerb: Kreisliga B Gießen (9. Spielklasse, 5. Amateurliga)
- Ergebnis: 0-1 nach 95 (45/50) Minuten - Halbzeit: 0-1

- Tor: 0-1 10. Lepski

- Verwarnungen: Wagner, 17er (Beuern); Przondzion, Borowiec, Sonntag, Zlotos (Polonia)

- Platzverweise: keine

- Austragungsort: Sportgelände Stirnberg (Kap. 700 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon Gästefans: keine?)
- Spielbewertung: 1,0/10

Beuern ist nicht so sehenswert wie Staufenberg, aber hat auch ein paar schöne historische Gebäude wie Fachwerkhäuser, eine Kirche und ein gewaltiges Gefallenendenkmal.

Das Sportgelände am Stirnberg war meinem Vater bekannt, da er dort vor Jahrzehnten mal Radcross gefahren war. Heute kann man dort auch Motocross fahren oder eben auf einem Kunstrasenplatz mit schönem Blick übers Dorf, aber keinem gescheiten Zuschauerkomfort, kostenlos Kreisliga B gucken.

Das heutige Spiel des Vorletzten gegen den Letzten war tatsächlich Not gegen Elend. Selten so ein schlechtes Niveau im Männerbereich gesehen wie hier bei TSV Beuern und Polonia Pohlheim! Da trotz viel “kurwa”-Geschrei nach zehn Minuten ein Polacke mit der ersten Offensivaktion der Gäste traf, tauschten diese beiden Gurkentruppen die Tabellenplätze. Bester Mann auf dem Feld heute: der Schiri!

Für mich ging es dann weiter zur Waldau in FFM, wo man kostenlos parken kann. Mein Tschechen-Billig-Rad aus dem Auto genommen und zu den Gateway Gardens gefahren. Das Meininger Hotel dort hat auch einen Schlafsaal, wo man für nur 20€ direkt am Flughafen pennen kann. War qualitativ der beste Schlafsaal, den ich je hatte. Klare Empfehlung! Diese Budgetoptionen sind nur am schnellsten ausgebucht, daher: früh mit Kreditkarte buchen, z.B. für Städtetrip oder eben eine Flugreise wie hier - stornieren kann man zur Not immer noch kurz vorher kostenlos!

Statistik 31.3.:

- Grounds: 3.962 (1; diese Saison: 119 neue) 

- Sportveranstaltungen: 5.603 (1; diese Saison: 177) 

- Tourkilometer: 380km Auto, 10km Rad

- Saisonkilometer: 50.430 (27.100 Flugzeug / 20.970 Auto, davon 5.330 Mietwagen/ 2.360 Fahrrad/ 0 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 16 [letzte Serie: 73, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 275 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 712 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020]

Atlanta

W3.0275II: Anreise zweiter Akt - Stop-Over in Atlanta 

Mittwochmorgen ließ ich das Rad gleich in der halboffenen Fahrradgarage beim Meininger und lief die 10 Minuten zum Terminal 2. Die neuen Scanner klappten nicht so gut wie sie sollten, sodass mein Gepäck nachkontrolliert wurde, was aber nur wenig Zeitverlust war. Vielleicht sollten die Frankfurter mal beim Atlanta Airport nachfragen, warum das bei denen besser klappt - aber FFM hat sich insgesamt sehr gebessert, wenn ich da an Reisen von vor 10, 15 Jahren denke. Im Übrigen ist auch die Anreise mit dem Rad keineswegs so schlecht (überwiegend asphaltierte Wege, Beschilderung, nur halt etwas ungerade Routenführung), wie von einigen ADFC-Lappen online behauptet... 

Bei der US-Airline Delta klappte alles wie gewünscht und ich kam um 15 Uhr in Atlanta, Georgia an. Aufgrund destruktiver Politik der Demokraten, werden derzeit viele Staatsbedienstete nicht bezahlt, da die Gelder nicht freigegeben sind. Das führt zur Unterbesetzung des Sicherheitspersonals an Flughäfen, v.a. die TSA (Transport Security Administration) ist betroffen. Die hatten aber immerhin jede zweite Passabfertigung besetzt und so war ich da in 20 Minuten dran. Der Agent sah meine Daten von der letzten Reise, hörte sich meine kurzen Ausführungen an, dass ich in die Downtown will und dann morgen nach Kolumbien weiterreise und wünschte nur noch freundlich einen schönen Urlaub in Kolumbien - Fingerabdrücke waren ja gespeichert, die üblichen Nachfragen zu Job, Einkommen, mitgeführten Barmitteln etc. sparte er sich…

Ein führerloser Zug oder alternativ ein Shuttlebus bringen einen vom internationalen zum nationalen Terminal, dort kann man dann einen Skytrain zu den Mietwagen nehmen oder eben mit Marta (Metroplitan Atlanta Rapid Transit Authority, einer Art S-Bahn) in die Stadt fahren. Ich machte letzteres bis zur Station Garnett und lief dann zum Landtag, ähm dem Georgia State Capitol natürlich, vorbei an ein paar teils älteren Kirchen (mitunter noch im 19. Jh. gebaut), zu einer Straße mit Holzhäusern mit Veranden - in einem davon wuchs Martin Luther King auf, um die Ecke gibt es ein groß angelegtes Museum zu diesem berühmten Bürgerrechtler mit einem Traum - und an einem Soldatengedenkpark (etwas anders als die in Deutschland gewohnten Kriegerdenkmale gestaltet und aufgrund der vielen Kriegsbeteiligungen in den letzten 130 Jahren, auch Tafeln bzw. Statuen für mehr als ein Dutzend Kriege) in die ansonsten gesichtslose Innenstadt. Interessant sind vereinzelte Wolkenkratzer mit Art-Deco-Elementen in den obersten Etagen - aber es gibt echt interessantere US-Städte als Atlanta. Selbst Seattle macht mehr daher. Beide Städte sind sich aber insofern ähnlich, als dass an jeder Ecke Zugekokste und Besoffene herumlungern und ab und zu mal einen anbetteln. Aber aufdringlich wurde keiner. Die Armut in den USA ist aber schon augenfälliger als in Deutschland, da Asoziale, Versager und Süchtige nur kirchliche und NGO-Hilfe erhalten können, während in Deutschland meistens doch der steuerfinanzierte Staat helfen kann.

Der Rückweg mit der Metro und dem Skytrain klappte aufgrund der sehr hohen Taktung wieder super. Bei den Marta-Automaten finde ich auch klasse, dass du eine 3-Dollar-Fahrt mit einem 20er oder sogar 50er zahlen kannst und dann Dollarscheine ausgegeben bekommst. Undenkbar bei unserer DrecksBahn, wo man unter dem Preis eines Quer-durch-Deutschland-Tickets keinen Fuffi nutzen kann, was v.a. in der Unfähigkeit, ein Scheinausgabefach wie diese US-Automaten zu installieren, liegt. 10 Euro Rückgeld werden dir ja in Münzen ausgekackt…

Als Unterkunft hatte ich übrigens das Sonesta Airport South bezogen, was die gewohnt hohe US-Qualität zum gewohnt hohen Preis bot. Die billigeren DaysInns waren leider schon voll.

Statistik 1.4.: 

- Tourkilometer: 7.400km Flug, 40 km Bahn/Bus

- Saisonkilometer: 51.870 (34.500 Flugzeug / 20.970 Auto, davon 5.330 Mietwagen/ 2.360 Fahrrad/ 40 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)

Quito

W3.0275III: Anreise dritter Akt - via Bogotá nach Quito 

Donnerstagfrüh dann wieder zum Terminal, diesmal mit dem kostenlosen Hotel-Shuttle zum nationalen Terminal und durch eine ausgesprochen gut organisierte Kontrolle. Wegen der Unterbesetzung der TSA war teilweise ICE (Immigration and Customs Enforcement) im Einsatz und die wurden wohl zurechtgestutzt, dass sie an Flughäfen nicht wie zuletzt unter “Gestapo Greg” zu agieren haben. Noch nie in den USA so freundliche Abfertigung wie hier in Atlanta erlebt! 

Dann weiter mit dem Terminalzug vom nationalen zum internationalen Terminal. Der Flug nach Bogotá war pünktlich und mit ein paar Folgen “Sheriff County” gucken schnell rum.

In Bogotá hatte ich leider wieder endlose Umsteigezeit (über 8 Stunden), da von den vier Flügen Bogotá-Quito die da im Schnitt pro Tag abgehen, erst der letzte zeitlich sicher erreichbar war. Der recht beengte Flughafen hat aber genug Sitzgelegenheiten und akzeptabel teure Gastronomie. Wer auch so einen Umsteigeflug buchen will: Man braucht die Immigrationsseite nicht auszufüllen bei Zwischenlandung und ich war schnell im Transitbereich durch. Da der Flughafen aber sehr frequentiert ist, würde ich mich nicht darauf verlassen, einen Weiterflug schon ein oder zwei Stunden nach der geplanten Landung zu kriegen!

In Quito dann kurz vor Mitternacht endlich da, den Mietwagen abgeholt und in ein flughafennahes Hotel für 20€ inkl. Frühstück eingecheckt.

Statistik 2.4.: 

- Tourkilometer: 10km Bus, 3.410+740km Flug, 10km Mietwagen

- Saisonkilometer: 56.040 (38.650 Flugzeug / 20.980 Auto, davon 5.340 Mietwagen/ 2.360 Fahrrad/ 50 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)

Easter processions in Quito, Ecuador

W3.0275IV: Länderpunkt Ecuador mit Karfreitags-Toppspiel 

Aufgrund der späten Landung frühstückte ich erst 8.30 Uhr und fuhr dann zum Stadion La Casa Blanca, wo ich ein Ticket an der Kasse holen konnte. Die meisten Ecuadorianer scheinen ganz klassisch die Boletaria gegen Barzahlung am Stadion zu bevorzugen und nicht mit Apps und Onlinezahlung Handytickets haben zu wollen. Generell schien mir Kartenzahlung wenig verbreitet zu sein.

Nach dem Ticketkauf konnte ich mich dem Sightseeing bzw. der katholischen Kultur in Quito widmen: 

Die Altstadt (Centro Historico) ist sehr sehenswert aufgrund der vielen spanischen Kolonialbauten, insbesondere barocke Kirchen. Am Karfreitag zogen Dutzende Prozessionen mit zusammen zehntausenden Teilnehmern von Kirche zu Kirche. Viele mit den charakteristischen spitzen Masken vermummt, manchen schleppen Metallketten hinter sich her oder einen Holzstamm auf dem Rücken, andere tragen Kreuze oder die Frauen Blumen vor sich her, wieder andere Marienbilder oder Jesusdarstellungen und dann gibt es immer Gruppen, die teils sehr schwere Holzkreuze schleppen oder Reliquien auf Bahren. Ein paar Flagellantes gab es auch; diese Peitschen sich selber aus, in Quito immerhin nicht bis aufs Blut. Aber was manche nicht alles machen, um die Leiden Jesu nachzuvollziehen… 

Liga Deportiva Universitaria (LDU de Quito) 0:2 Barcelona SC (Guayaquil)

Liga Deportiva Universitaria de Quito

0 : 2 (0:1)

Barcelona Sporting Club de Guayaquil

- Datum: Freitag, 3. April 2026 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: Seria A Ecuatoriana (1. ecuadorianische Profifußballliga)
- Ergebnis: 0-2 nach 106 (52/54) Minuten - Halbzeit: 0-1

- Tore: 0-1 4. Johnny Raul Quiñonez, 0-2 88. Héctor Villalba

- Verwarnungen: Yerlin Quiñonez, Deyverson (LDU); TW José Contreras, Lucas Sosa, Alex Rangel, Gustavo Vallecilla, Johnny Raul Quiñonez (Barcelona)

- Platzverweise: keine

- Austragungsort: Estadio Rodrigo Paz Delgado La Casa Blanca (Kap.: 41.515 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 40.000 (Gästefans offiziell verboten)
- Spielbewertung: 7,0/10

Beim Spiel litten teilweise die Sicherheitskräfte. Gästefans von Barcelona aus Guayaquil waren nicht zugelassen, es soll aber der beliebteste Club in Ecuador sein. Mindestens 40.000 Zuschauer, die Liga Universitaria de Quito (neben der Universidad Católica der größte Club der Hauptstadt) gewinnen sehen wollten. Pyro, Schirme, Stoffbahnen, kleine Choreo - aber die Gastgeber bekamen den Arschtritt vom Gast, nicht umgekehrt wie in der Choreo dargestellt. Frühes Gegentor, da Barcelona drückend überlegen bis zu 10. Minute. Danach ein punktuell starkes und flottes Spiel, immer wieder durch Rudelbildungen und Schauspieleinlagen bzw. bewusstem Zeitschinden der Gäste ab der 11. Minute unterbrochen. In der Schlussphase traf Barcelona in eine Drangphase von LDU hinein zum 0:2 Endstand. Nun gab es mehrfach Schlägereien im ganzen Stadion. Am Ende 16 Minuten Nachspielzeit in beiden Halbzeiten zusammen. Das ist nunmal Fußball in Südamerika - ein tolles Erlebnis!

Statistik 3.4.: 

- Länderpunkt Ecuador (Nr. 90)

- Grounds: 3.963 (1; diese Saison: 120 neue) 

- Sportveranstaltungen: 5.604 (1; diese Saison: 178) 

- Tourkilometer: 70 km Mietwagen

- Saisonkilometer: 62.110 (38.650 Flugzeug / 21.050 Auto, davon 5.410 Mietwagen/ 2.360 Fahrrad/ 50 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 17 [letzte Serie: 73, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 275 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 712 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020]

Cochasqui

W3.0275V: Kreispokal auf dem Land

Angesetzte Drittligaspiele wurden drei Tage vorher um eine Woche verlegt. So besuchte ich doch kein weiteres Erstligaspiel nach einem Drittligaspiel, sondern schaute zwei Amateurkicks weit außerhalb von Quito. Um nach Juan Montalvo zu kommen, nach ich die teils sehr volle Landstraße zum Mirador Pisque, wo man besonders schöne Andenschluchten auf 3.000 Höhenmetern hat. Ich besichtigte die von den Inkas und dann den Spaniern eroberte Stätte einer lokalen Hochkultur in Cochasqui; dort sind Pyramiden und Gebäudereste erkennbar, allerdings doch eher unspektakulär und sehr schlechte Zufahrt. Außerdem nur mit Führung (natürlich nur spanischsprachig) zu besichtigen.

In Cayembe schaute ich mir ein bisschen das Bisschen Altstadt an. Juan Montalvo selbst ist völlig gesichtslos.

XPalmeiras SC - Club Deportivo Basica Barrial Juan Montalvo 4:5 The Bull’s Sporting Club Juan Montalvo

Palmeiras SC - Club Deportivo Basica Barrial Juan Montalvo

4 : 5 (1:2)

The Bull’s Sporting Club Juan Montalvo

- Datum: Samstag, 4. April 2026 – Beginn: 14.15
- Wettbewerb: Liga Parroquial Juan Montalvo; Copa de Oro Emerson Tipanluisa (Spiel um Platz 3 des Pokals im Kirchspiel Juan Montalvo; beide Teams Liga Parroquial Juan Montalvo, 6. ecuadorianische Fußballliga, 3. Amateurebene)
- Ergebnis: 4-5 nach 92 (45/47) Minuten - Halbzeit: 1-2

- Tore: NN

- Verwarnungen: NN

- Platzverweise: TW von Palmeiras (55. Min. Rot wg. Notbremse)

- Austragungsort: Estadio Liga Parroquial Juan Montalvo, Cancha 1 (Kap.: 1.500, davon 500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 150 (jeweils einige Dutzend Fans beider Mannschaften und zahlreiche Neutrale)
- Spielbewertung: 7,5/10

Aber dort gab es zwei Spiele im Kreispokal. Die Sportanlage hat einen oben gelegenen Platz frontal zum “Bar” genannten Sportlerheim mit zwei kleinen Holztribünen (Cancha 2) und einen unterhalb gelegenen Hauptplatz mit größeren Steintribünen. Diese füllten sich zum Finale richtig gut, allerdings lohnte das Spiel um Platz 3 glatt noch mehr.

Im Amateurfußball von Ecuador gibt es drei Ebenen, die jeweils noch in ein bis drei Unterebenen gegliedert sind: Auf kantonaler Ebene (wie unsere Landesebene, canton: Ebene 4 und 5), auf Ebene des Kirchspiels (parroquia, mehr wie Kreisebene, Ebenen 6, 7, manchmal 8) und dann ganz lokal und nur z. T. noch auf Großfeld die Ortsteilligen (barrios).

Hier also immerhin Topteams aus einem Kirchspiel, dass in Deutschland nicht ansatzweise so viele Mannschaften hätte: 1.) ist Fußball in Ecuador mit größerem Abstand vor anderen Sportarten als in Deutschland am populärsten und 2.) ist die Bevölkerung sehr jung, aber auch so, dass hier viel mehr Jugendliche als in Deutschland Kinder kriegen, also z. B. schon mit 15. Etliche dieser Kandidaten waren hier auch im Publikum.

The Bull’s wurde erst von Palmeiras hinten reingedrängt, erzielte dann doch das 1:0, kassierte den Ausgleich, aber konnte erneut treffen vor der Pause. Kurz nach dem Seitenwechsel eine Notbremse vom Schlussmann der Palmeiras und danach ein Einbruch: Mit 5-1 schien alles entschieden, doch in Unterzahl kamen sie noch auf 5-4 (u.a. durch zwei Elfmeter) heran. Eine kuriose und sehr sehenswerte Partie!

Loma City Juan Montalvo 1:3 Jackass FC Juan Montalvo

Loma City Juan Montalvo

1 : 3 (0:1)

Jackass FC Juan Montalvo

- Datum: Samstag, 4. April 2026 – Beginn: 16.25
- Wettbewerb: Liga Parroquial Juan Montalvo; Copa de Oro Emerson Tipanluisa (Finale des Pokals im Kirchspiel Juan Montalvo; beide Teams Liga Parroquial Juan Montalvo, 6. ecuadorianische Fußballliga, 3. Amateurebene)
- Ergebnis: 1-3 nach 99 (49/50) Minuten - Halbzeit: 0-1

- Tore: NN

- Verwarnungen: NN

- Platzverweise: LMC 1x 50. Min. Gelb-Rot und 1x Rot nach Spielschluss wg. Schiedsrichterbeleidigung; Jackass: 70. Min. Gelb-Rot

- Austragungsort: Estadio Liga Parroquial Juan Montalvo, Cancha 1 (Kap.: 1.500, davon 500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 500 (jeweils einige Dutzend Fans beider Mannschaften und zahlreiche Neutrale)
- Spielbewertung: 6,5/10

Das Finale kam da nicht ganz heran, auch wenn das Intro mit Ballons, Nebelkerzen und teilweise buntem Löschschaum - eine fette Sauerei auf der Tribüne! - das richtige Drumherum bekam. Jackass FC spielte erstmal großen Schrott, auch Loma City tat sich schwer. Loma machte dann aber mehr, kassierte jedoch per Kopf das 0:1. Nach der Pause auch hier ein Platzverweis spielentscheidend: schnell stand es 0:3. Dann allerdings auch einer von Jackass mit Gelb-Rot runter und nach dem 1:3 noch mal eng. Am Ende aber verdient für Jackass.

Dass sahen natürlich einige Loma City Assis nicht so, ein Spieler bekam nach Spielschluss noch Rot und zwischen Fans und Spielern beider Teams kam es zu einer Massenschlägerei auf der Tribüne. Dadurch verzögerte sich die ohnehin sehr langatmige Siegerehrung noch mal mehr…

Ich muss hier darauf hinweisen, dass die Leute freundlich zu mir waren, auch bei den Tumulten wurde niemand, der nur zugucken wollte, zum Mitmachen genötigt und mein Mietwagen wurde auch nicht aufgebrochen. Aber Juan Montalvo war schon sehr ärmlich und teils ziemlich asoziale Leute. Ein echtes südamerikanisches Fußballerlebnis also!

Statistik 4.4.:

- Grounds: 3.964 (1; diese Saison: 121 neue) 

- Sportveranstaltungen: 5.606 (2; diese Saison: 180) 

- Tourkilometer: 150 km Mietwagen

- Saisonkilometer: 62.260 (38.650 Flugzeug / 21.200 Auto, davon 5.410 Mietwagen/ 2.360 Fahrrad/ 50 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 19 [letzte Serie: 73, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 275 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 712 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020]

Quinta Macají

W3.0275VI: Randale auch beim Rodeo

Früh los nach Riobamba, 200km südlich von Quito. Die Straßen sind bis 50 Kilometer vorher immer zwei- bis dreispurig, aber sehr steil und kurvenreich, sodass man auch gut 3 Stunden für die Strecke braucht (bei guten Verkehrsverhältnissen). 

Durch sehenswerte Andenlandschaft ging es in eine  sehenswerte Stadt mit mehreren Plätzen mit Kirchen und kolonialzeitlichen Steinhäusern. Vor der Stadtbesichtigung suchte ich jedoch eine Sportstätte, die ebenfalls beste Kolonialarchitektur aufweisen kann, auf.

Quinta Macají Rodeo

Rodeo del Quinta de Macají

- Datum: Sonntag, 5. April 2026 – Beginn: 11.00
- Wettbewerb: Nationales Rodeo, Finalwettkämpfe im Team Roping (Lasso) und Barrel Race (Fassrennen)
- Ergebnisse: NN

- Austragungsort: Plaza del Rodeo del Quinta de Macají (Kap.: 2.000, davon 1.500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 1.000
- Spielbewertung: 5,5/10

Die Quinta (Landgut) Macají am Ortsrand ist eine tolle, ausgedehnte Anlage: Stallungen mit Arkadengängen, Reitplätze, ein Rodeoplatz mit Grasbelag und ordentlichen überdachten Steintribünen und eine Stierkampfarena (nur noch im südlichen Zentral-Ecuador üblich: Riobamba, Ambato usw.; viele ecuadorianische Plazas de Toros werden mittlerweile statt für rituelle Schlachtungen spanischer Art sinnvoller für Rodeos oder mehr oder weniger sinnvoll für Konzerte genutzt). 

Wie in den USA waren viele Verkaufsstände aufgebaut; schnell fiel aber auf, dass anders als in den USA auch Bier ausgeschenkt wurde, das auch guten Absatz fand. Verglichen mit dem professionellen Rodeo in den USA (siehe Tag 8!) war das hier eher Kreisoberliga, obwohl es in Ecuador zu den größten und bestbesuchtesten Rodeos gehört: Zahlreiche Cowboys tapezierten sich auch schon um 11 Uhr Bier hinters Fressbrett, selbst kurz vorm Start ihrer Disziplin. Es lag aber wohl nicht daran, dass nur etwa 10 % der Teams im Team Roping einen erfolgreichen Lauf zeigten. Das ecuadorianische “suerte del lazo en equipo” ist ohnehin etwas langatmiger als in den USA: zwei Cowboys (vacqueros bzw. chagras) müssen einen Jungbullen einfangen, erst muss der eine sein Lasso regelkonform um den Kopf oder die Hörner anbringen, dann der andere. Nun kommt ein dritter Mann (chuckey) angerannt und fesselt das Tier transportfertig. Die beste Zeit lag bei 1.08 Minuten, langsamste erfolgreiche Mannschaft war 2.32 Minuten beschäftigt.

Auch das Barrel Race war abgewandelt, wobei es jedoch auch normales Barrel Racing in Ecuador gibt. Im Vollgalopp um Fässer wie gehabt, aber hier in Riobamba mussten die Reiter eine Partnerin, die auf dem Fass stand, abholen und sicher über die Ziellinie zurückbringen.

Leider waren bereits alle Bareback-Rider (domo de potros) und Bullenreiter (domo de toros) am Vortag durch gewesen. Während sich mehr als 100 Sportler bei den Lasso-Wettbewerben angemeldet hatten, gab es auch nur 10-20 Aktive bei den Reitdisziplinen auf dem wilden Stier bzw. dem Wildpferd ohne Sattel. Bronc Riding und Steer Wrestling scheint in Ecuador gar nicht bekannt zu sein, die hier dünn besetzten Disziplinen auf Wildpferden bzw. Stieren sind ja auch derart gefährlich, dass die ecuadorianischen Biertrinker-Cowboys es auch besser bleiben lassen…

Ich unterhielt mich länger mit einem Ecuadorianer der jahrelang in Boston gelebt hatte: Er äußerte auch von sich aus sofort, dass es hier nicht so professionell wie in den USA sei. Verspätungen, kein Zeitplan, Bier schon um 11 Uhr und vorm Antreten, Tumulte vor der Siegerehrung nach Diskussionen, die sich bis auf den Parkplatz verlagerten und gegenseitiges Anreiten mit Pferden beinhalteten, bis die Polizei kam... Und würde ein Profi-Cowboy in den USA, wie das hier mehrere Starter nach ihren Läufen machten, zu lauter Musik aus dem Autoradio (falsch geparkt neben dem Einreitplatz) mit Bier in der Hand tanzen, gäbe es richtig Ärger… Wie gesagt: Unterschied zwischen Bundesliga und Kreisliga. Aber in diesem Fall ist mir aufgrund der spektakuläreren Darbietungen doch die Profitruppe aus den USA lieber, als die Chaoten aus Ecuador. Aber OK - Rodeo ist immer ein Erlebnis, einfach der beste Pferdesport (noch vor Polo und klar vor Springreiten), auch in Ecuador!

Statistik 5.4.:

- Grounds: 3.965 (1; diese Saison: 122 neue) 

- Sportveranstaltungen: 5.607 (1; diese Saison: 181) 

- Tourkilometer: 210 km Mietwagen

- Saisonkilometer: 62.470 (38.650 Flugzeug / 21.410 Auto, davon 5.620 Mietwagen/ 2.360 Fahrrad/ 50 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 19 [letzte Serie: 73, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 275 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 712 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020]

Guano

W3.0276I: Besichtigungstour in Zentral-Ecuador 

Von Riobamba aus machte ich noch eine Ausflug nach Süden: Zuerst in Guano eine Klosterruine mit intakter Kirche dran, dann in Cajabamba eine eindrucksvoll große Kirche mit zwei bergfriedartigen Türmen, danach in Balbanera eine kleine aber bereits 1534 erbaute Kirche, die als erste Kirche in Ecuador gilt. In Palmira gibt es - ebenso wie im syrischen Palmyra bzw. Tadmor - eine Wüste, hier mit schwarzem Sand und Heidelandschaft hinter den Dünen. Im Ort, der sehr ärmlich wirkt, steht eine standardmäßige Kirche. Das Stadion sah nicht so schlecht aus, aber die Zufahrt war sehr uneben. 

In Alausí war die Panamericana durch Demonstranten blockiert; es ging wohl um Privatisierungen. Den Ort wollte ich aber eh angucken, wobei der sich als ziemliche Baustelle entpuppte. Und außerdem wollte ich natürlich die blockierte Hauptzufahrt nehmen und keine Schotterpiste, die nun den kompletten Verkehr der Panamericana Sur durch den Ort leitet. Auf dem Hinweg ging es recht zügig, der Rückweg dauerte 45 Minuten für 4 Kilometer aufgrund der Unfähigkeit rücksichtsloser Fahrer, an einspurigen Passagen vernünftig vorbei zu navigieren. 

Ich fuhr noch einen Abstecher nach Puñay, wo eine schöne Kirche und ein über 3.000 Meter hoher Vulkan zu sehen sind. Außerdem gibt es eine Pyramide einer präkolumbianischen Hochkultur, zu der man aber hin und zurück über 2 Stunden wandern muss. Ich drehte dann aufgrund der fortgeschrittenen Zeit und des schlechter werdenden Wetters hier schon um und fuhr auf weitestgehend gleicher Strecke nach Riobamba zurück.

Auf der ganzen Strecke gab es immer wieder Aussichtspunkte, die einen tollen Blick auf die Andenlandschaft freigaben, z. B. in Chunchi und Gonzol, wo die Felsformation Nariz del Diablo (Teufelsnase) zu sehen ist. Schilder weisen auch darauf hin, dass man die “naturaleza andina” genießen soll. Weitere interessante Schilder und übrigens auch gelegentliche Radiospots bewarben Jobs bei der Polizei; um der Gemeinschaft zu dienen und v.a. die narco terroristos zu bekämpfen. Ecuador greift ja nun auch endlich durch und hat sich dazu durchgerungen, Hilfe der USA anzunehmen um diesen Abschaum Herr zu werden. 

Statistik 6.4.:

- Tourkilometer: 350 km Mietwagen

- Saisonkilometer: 62.820 (38.650 Flugzeug / 21.760 Auto, davon 5.970 Mietwagen/ 2.360 Fahrrad/ 50 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)

Mocha

W3.0277II: Fazit Ecuador und Weiterreise nach Kolumbien

Von Riobamba aus ging es am Dienstagmorgen mit einem Abstecher nach Mocha (schöne blaue Kirche mit Blick in die Anden und dann dort Frühstück; Hähnchen mit Reis, Brötchen, Kakao und Rühreier - ja, das ist desayuno completo - für die üblichen 3,50 bis 4 USD) zum Flughafen zurück. Die Saubande von Europcar wollte mir noch Stoßstangenschäden unterjubeln, aber dagegen bin ich zum Glück über Check24 versichert. Kann ich auch nur empfehlen, so unehrlich wie viele Autovermieter sind. Am Flughafen aber wenig los in Quito und ich konnte so problemlos weiterreisen.

Fazit Ecuador: Sehenswert, aber nicht so beeindruckend wie Nachbarland Peru. Landschaftlich sehr vielfältig, schon alleine im gebirgigen Zentrum, wo ich rumgekurvt bin. Regelmäßig auch architektonische Sights, jedoch kaum präkolumbianisches oder wenn, dann kaum was erhalten (gibt halt kein Machu Picchu oder Chichen Itza dort). Das Land ist preisgünstig, praktischerweise der US-Dollar Landeswährung und die meisten Leute sind höflich - gerade zu Ausländern. Sitz man in einem einfachen Restaurant, wünschen ankommende Gäste z.B. oft “buen provecho” (Guten Appettit) und wenn man ein paar Sätze Spanisch hinkriegt, wird man immer wieder freundlich gelobt. Es wird sich auch Mühe gegeben, deutliches Spanisch zu sprechen. Der Straßenverkehr ist im lateinamerikanischen Durchschnitt: Chaos, schlechte Straßen, aber wenn man sicher Auto fährt, kommt man da gut zurecht. Insgesamt sag ich: Gerne noch mal und dann ein Besuch von Cuenca mit seiner Altstadt und den Galapagos Inseln - und dann neben Fußball (am besten bei Universidad Católica, Mushuc Runa und Loja) noch Ecuavoley…

In Bogotá dann anders als in Quito alles überfüllt. Schon heftig: Die langen Schlangen am Einreiseschalter waren nach 45 Minuten abgearbeitet, noch mal so lange, bis ich endlich den Mietwagen hatte. Alamo machte aber einen deutlich besseren Eindruck als Europcar Ecuador. Was gar keinen guten Eindruck machte, war dann der Verkehr. Für 123 Kilometer war ich fast 4 Stunden unterwegs. Zwischendurch mehrspurig, da gingen 60 bis 90 km/h im Dunkeln und Slalom um LKW herum, aber vorher massiv Stau in der Hauptstadt und als die Strecke nach Guaduas einspurig wurde, kilometerlang Schritttempo. Kreuz und quer heizen Zweiräder durch die Gegend. Es wird völlig rücksichtslos und aggressiv gefahren. Seit Pakistan nicht mehr so ein Chaos erlebt (und dort sind die Leute ja viel freundlicher als in Kolumbien) - wirklich deutlich schlimmer als Peru oder Ecuador! Und unheimlich langsam das Vorankommen! Richtig schlimm aber eigentlich: alles ab zwei Spuren wird hemmungslos bemautet und für manche bessere einspurige Strecken muss man auch was in bar abdrücken: Für 70 Kilometer war ich 7€ los. Gezahlt wird bar, Kreditkarte gibt es an den Schaltern nicht, Mietwagenfirmen scheinen keine Tollpass-Geräte anzubieten. Außerdem bieten sie keine Lösungen für den pico-y-placa Scheiß an: An bestimmten Tagen dürfen Autos, deren Nummernschilder auf bestimmte Zahlen enden, nicht in die Stadtzentren großer Städte einfahren, sonst Geldstrafe. So kriegen die Kolumbianer dieses Verkehrschaos auch nicht gelöst - mal abgesehen davon, dass sich Einheimische davon freikaufen können über eine “Abgabe”. Eingeführt hat das System übrigens 1998 ein Bürgermeister von Bogotá, der sich ein Jahrzehnt später als akademischer Hochstapler (Doktortitel getragen, aber gerademal einen Bachelorabschluss) herausstellte…

In Guaduas war weit nach 21 Uhr aber noch gut was los. In der kolonialzeitlichen Unterkunft “1859” eingecheckt und um die Ecke in der Gaststätte Montenegro - nein, keine Balkanküche sondern einheimische Fleischbraterei… - super Burger bekommen. Selten so gute Burger gegessen!

Statistik 7.4.:

- Tourkilometer: 230 km Mietwagen in Ecuador, 740 km Flug, 120 km Mietwagen in Kolumbien

- Saisonkilometer: 63.910 (39.390 Flugzeug / 22.110 Auto, davon 6.320 Mietwagen/ 2.360 Fahrrad/ 50 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)

El Peñol monolithe rock

W3.0276III: Felsen und verzierte Fassaden in Zentralkolumbien 

Auch Mittwoch war die Fahrerei wieder nervig: Mal 110 auf zweispurigen Straßen, dann wieder 30 Minuten in einer Baustelle gestanden, wieder 50,60 km/h auf Bergstraßen steil bergauf geschafft, ehe kilometerlang keine Überholmöglichkeit hinter einem 10-20 km/h fahrenden LKW war. 

Vorm Start auf die Piste besichtigte ich noch die alten und sehenswerten Straßen von Guaduas.

Bei Cocorná gab es einen besonders schönen Aussichtspunkt mit Wasserfall in Sichtweite.

In der Kleinstadt Peñol gibt es eine kuriose Kirche, die an einem künstlichen Felsen (Peñol = Felsnadel) steht. Der Ort wurde als Ersatzsiedlung für Viejo Peñol in den 70ern errichtet; der alte Ort liegt am Grund eines Stausees. Der zentrale Platz dieses alten Ortes wurde auf einer Bergkuppe außerhalb der Stadt Peñol nachgebaut. Ich ging dort Bratwurst (also natürlich Chorizo) essen. Man muss dort oben Parkgebühren zahlen und dann diskutieren, dass man nicht zu viel abgerechnet bekommt. Gleiches gilt für das Hochfahren an den Fuß der Felsnadel Piedra El Peñol. 708 Stufen bei schwülen 25 Grad sind es bis zur Aussichtsplattform auf dem Felsen, dafür sollte man eigentlich den Eintrittspreis von immerhin 7,50€ geschenkt bekommen… Aber wenigstens ein toller Blick über die wirklich schöne, von aufgestautem Wasser durchzogene Hügellandschaft!

Noch besser wusste nur die Kreishauptstadt Guatapé zu gefallen: Liegt ebenfalls am Wasser und hat sehr bunte, künstlerisch verzierte Häuser und eine tolle Kirche mit Holzdecken. Eine richtig sehenswerte Kleinstadt mit viel Gastronomie, aber auch schönen Sportanlagen. Meine Hotelunterkunft war wieder recht einfach und altmodisch, aber mit 15€ und einem besseren Zustand des Zimmers als gestern ganz gut. Im “Casa Verde” gab es sogar lauwarmes Duschwasser, was bei der Preiskategorie in Lateinamerika eher selten ist...

Statistik 8.4.:

- Tourkilometer: 280 km Mietwagen

- Saisonkilometer: 64.190 (39.390 Flugzeug / 22.390 Auto, davon 6.600 Mietwagen/ 2.360 Fahrrad/ 50 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)

Guatapé

W3.0276IV: Planänderung an der Planänderung 

Von Guatapé ging es nach Rionegro, dort einige schöne alte Straßenzüge besichtigt und bei einer Bäckerei Pasteten zum Frühstück geholt. Das Parken in dem Ort ist übrigens gut organisiert (nicht am Straßenrand, immer in Innenhöfen, Parquearados), aber überall kostenpflichtig. 

Dann ging es nach Medellín. Dort steuerte ich zuerst ein neogotisches Schloss mit Park drumherum (7€ plus 2,50€ Parken, Galerie noch mal paar Euro extra) an. Ganz schön dort, aber eigentlich den Eintritt nicht wert. In der Innenstadt parkte ich kostenfrei unweit des Gedenkortes für die Gewalt in Kolumbien, wo es eine kostenlose Ausstellung gibt. Passend zum Thema: Die ganzen Wohnblocks drumherum waren massiv mit Zäunen und teils Wachschutz oder Nachbarschaftswache gesichert. Im Zentrum lief ich hin einen schönen, schattigen Weg und zurück neben der Tram (Monorail; wirkt modern, aber sehr gefährlich, da keinerlei Abtrennung zum oft vollen Gehweg). Ich schaute die zwei größten Kirchen an. Insgesamt eine sehr unattraktive Stadt.

Auffällig war, wie überall Junkies herumlagen. So viel und so offen habe ich das noch nirgendwo gesehen; die ganze Stadt gleicht der einen berüchtigten Straße im Frankfurter Bahnhofsviertel. Besonders schlimm sieht es in den Armenvierteln aus. Einmal falsch abgebogen auf dem Weg zur Autobahn und schon führte mich die Abkürzung durch einen Slum: Versifft, vermüllt - derartig dreckig gekleidete, verwahrloste Menschen habe ich nicht mal in der Elfenbeinküste oder Südafrika gesehen und die schlimmsten Ecken, die ich in Deutschland oder Osteuropa oder den USA bisher besucht habe, waren auch nix dagegen!  

Wenn wir schon beim Thema sind: Wen die Geschichte mit den Drogenbaronen interessiert, kann in der weiteren Umgebung von Medellín auch diverse Originalschauplätze besuchen: Das Landgut von Pablo Escobar ist ein Vergnügungspark, eine Villa unweit Guatapé ist ebenfalls noch zu sehen und wird für Outdoorveranstaltungen genutzt, die Villa des deutsch-kolumbianischen Drogenbosses Carlos Lehder verfällt an der Strecke nach Pereira…

Pereira ist ein gutes Stichwort: Tabellenletzter der 1. Liga. Wollte da Freitag eigentlich nach Sightseeing im Umland deren Spiel gucken. Nun spielen sie aber mehrere Monate lang im 700 Kilometer entfernten Yopal. Da dort das Stadion so schön ist, wollte ich meinen Rückweg nach Bogotá über Yopal legen (Planänderung 1). Also über teils wenig befahrene und breite Straßen an Puerto Berrios vorbei, den kürzesten Weg genommen und in Cimitarra in eine Straßensperre gegen das “catastro” geraten.  Die Grundregistergebühr explodiert, v.a. auf dem Land ist das nicht bezahlbar. Ich verstehe den Ärger, aber dass es in Südamerika üblich ist, Barrikaden aufzubauen und auch genehmigte Proteste (hier war Polizei anwesend) mitten auf Verkehrswegen durchzuführen, ist völlig bescheuert. Einige verblödete Bauern haben sowas ja in Deutschland kopiert, genauso ein Drecksvolk wie die Klimakleber. Die Regierungsgebäude und die verantwortlichen Politiker müssen blockiert werden, nicht die Normalbevölkerung! 

Ich fuhr also 40 Kilometer zurück, änderte die bereits geänderte Planung erneut und checkte in Puerto Libre in ein Motel an einer großen Tanke ein. 

Statistik 9.4.:

- Tourkilometer: 480 km Mietwagen

- Saisonkilometer: 64.670 (39.390 Flugzeug / 22.870 Auto, davon 7.080 Mietwagen/ 2.360 Fahrrad/ 50 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)

Honda

W3.0276V: Unverhofft die sehenswerteste Stadt entdeckt und den Futsalländerpunkt gemacht

Am Freitag lief auch wieder nicht alles nach Plan, aber unverhofft konnte ich die auf der Kolumbientour sehenswerteste Stadt besuchen und dann auch noch am Abend Futsal schauen.

Nach etwas über einer Stunde Fahrt und immerhin 70 Kilometern ab dem Motel durch das schon morgens schwüle Tal des Rio Magdalena, war ich in Honda angekommen. Der Ortsname bezieht sich auf ein tiefes Gewässer, also wohl den Rio Magdalena - und nicht etwa die japanische Automarke… Das Wetter war hier angenehmer, tolle Berge dicht um das Tal herum und eine richtig schöne Bebauung, geschlossene Altstadt, mehrere sehenswerte Kirchen, bunte Fassaden. Das Asi-Aufkommen auch nicht so hoch und gutes Tamale mit Fisch und Fleisch drin gab es zum Frühstück in einer Bäckerei. Honda ist deshalb noch sehenswerter als Guatapé, da es nicht so künstlich wirkt und nicht überlaufen ist.

Dann ging es recht zügig durch schöne Berglandschaft voran, ehe beim schon bekannten Guaduas die Hauptstraße blockiert wurde. Auf Geheiß der Polizei durfte der Protest aber immer nur eine halbe Stunde durchgeführt werden und musste dann immer eine Weile pausieren, so war der Zeitverlust nicht so groß. Was die Scheiße soll, mitten auf der ohnehin völlig überlasteten Hauptstraße zu demonstrieren, anstatt wie zivilisierte Menschen neben der Straße oder auf einer Brücke über selbige die Banner zu zeigen, verstehe ich aber immer noch nicht. 

Dann wieder mit viel Mautabzocke nach Tequendama unweit Soacha, südwestlich vor den Toren der Hauptstadt Bogotá: Dort stürzt sich ein mit 145 Metern Höhe sehr eindrucksvoller Wasserfall in ein kesselartiges Tal. Eine Jugendstilvilla steht eindrucksvoll an der Straße mit Blick zum Wasserfall. Die Villa war als Hotel gedacht, es lief aber nie, da das Wasser aufgrund Verseuchung (ungeklärte Abwässer aus der Hauptstadt) erbärmlich stinkt. Auch nach Errichtung einer Kläranlage stinkt es bis heute in dem Talbereich. Nun ist ein ab und an geöffnetes Museum in der Villa untergebracht. Gerade scheinen Bauarbeiten dort zu sein. Aber auch von außen ein tolles Jugendstilgebäude. 

Eine mautfreie Runde nach Mosquera, nordwestlich vor Bogotá gelegen, blieb mir verwehrt, da die Asozialen wieder El Colegio blockierten. Aber auch über die Hauptstrecke satte 70 Minuten für 38 Kilometer. In Mosquera trieb ich ein Hotel für 19€ unweit des Stadions auf. Zimmer 4 Quadratmeter zzgl. 2 Quadratmeter Bad. Aber sehr gepflegt immerhin. 

Beim Fotografieren der teils gepflegten Innenstadt mit ein paar älteren Gebäuden und den ersten Bildern vom Stadion, wo am Folgetag 2. Liga stattfand, fiel mir auf, dass in den Sporthallen neben dem Stadion was los war. Es gab tatsächlich ein Futsalturnier!   

Copa Isten Sport (U18 Futsal Cup in Mosquera)

Villa FC Soacha U18

1 : 4 (0:2)

Atlas Futsal Capera Bogotá U18

- Datum: Freitag, 10. April 2026 – Beginn: 17.30
- Wettbewerb: Copa Isten Sport (Futsal-Pokal für U18 Mannschaften aus Bogotá und Umland, Vorrunde)
- Ergebnis: 1-4 nach 40 (2x20) Minuten - Halbzeit: 0-2

- Tore: NN

- Verwarnungen: NN

- Platzverweise: keine

- Austragungsort: Coliseo Lucio Amortegui 1 (Mosquera; Kap.: 3.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (überwiegend neutrale)
- Spielbewertung: 3,0/10

Club Deportivo Alejandrinos de Bogotá U18

8 : 0 (2:0)

King Power Rodesa Bogotá U18

- Datum: Freitag, 10. April 2026 – Beginn: 18.20
- Wettbewerb: Copa Isten Sport (Futsal-Pokal für U18 Mannschaften aus Bogotá und Umland, Vorrunde)
- Ergebnis: 8-0 nach 40 (2x20) Minuten - Halbzeit: 2-0

- Tore: NN

- Verwarnungen: NN

- Platzverweise: keine

- Austragungsort: Coliseo Lucio Amortegui 2 (Mosquera; Kap.: 1.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 65 (überwiegend neutrale, ca. 20 Fans von Alejandrinos)
- Spielbewertung: 7,0/10

Immerhin schon das 13. Land, wo ich Futsal gesehen habe. Die Spielstätten lohnten sich auch echt: Ein Mammutskelett vor der hufeisenförmigen Haupthalle mit 3.000 Schalensitzen und die außen moderne aber innen mit altmodischen Holzbänken ausgestattete Rundbogenhalle (Nebenhalle) machten beide was daher.

Allerdings war das Spiel in der Haupthalle qualitativ dürftig und arm an Höhenpunkten. Erst in der Schlussphase, als es schon entschieden war, ging es mal Schlag auf Schlag mit am Ende 4:1 Toren für “Atlas”. 

Das Spiel in der Nebenhalle war weitaus besser: Da schraubten “Alejandrinos”, die kleinen Alexanders, den Futsalclub “King Power” nach allen Regeln der Kunst auseinander. Zwei Torwarttore nach starken Dribblings, auch mal ein wuchtiges Distanztor, und ein tolles Zusammenspiel, wo z.B. ein Angreifer nicht auf Gut Glück abzieht, sondern noch einen Nebenmann bemerkt, der seitlich einschiebt. 

Statistik 10.4.: 

- Futsalländerpunkt Kolumbien (Nr. 13)

- Grounds: 3.965 (2; diese Saison: 122 neue) 

- Sportveranstaltungen: 5.606 (2; diese Saison: 180) 

- Tourkilometer: 280 km Mietwagen

- Saisonkilometer: 64.950 (39.390 Flugzeug / 23.150 Auto, davon 7.360 Mietwagen/ 2.360 Fahrrad/ 50 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 17 [letzte Serie: 73, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 276 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 712 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020]

Carlos Adonay Acevedo Bustos FC Funza (Categoría 2013) 5:4 Club Independiente Santa Fe (Categoría 2013)

W3.0276VI: Länderpunkt Kolumbien mit Jugendfußball bei Atletico Madrid 

Die Nachbarstadt von Mosquera heißt Madrid. Schöner zentraler Platz mit Kirche und parkartiger Bepflanzung sowie älteren Häusern mit Veranden. 

Da es höherklassigen Fußball nur um 14 Uhr gab, legte ich in Madrid noch ein Jugend- und ein Freizeitspiel um die Profipartie herum.

Carlos Adonay Acevedo Bustos FC Funza (Categoría 2013)

5 : 4 (3:0)

Club Independiente Santa Fe (Categoría 2013)

- Datum: Samstag, 11. April 2026 – Beginn: 10.00
- Wettbewerb: Liga formativa categoria 2013 (1. kolumbianische Liga für die Leistungsklassen des 2013er Jahrgangs, 2x40 Min. Großfeld)
- Ergebnis: 5-4 nach 84 (42/42) Minuten - Halbzeit: 3-0

- Tore: NN

- Verwarnungen: NN

- Platzverweise: keine

- Austragungsort: Complejo Atletico, Cancha 1 (Kap.: 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 120 (davon ca. 50 Gästefans)
- Spielbewertung: 7,0/10

In Madrid gibt es zwei Vereine, die sich nach den bekanntesten spanischen Vereinen aus Madrid - Real und Atletico - benennen. Es sind keine Nachwuchsakademien von den großen Spaniern oder so! Beide Anlagen sind klassische amerikanische Großsportanlagen; da wir hier aber in Kolumbien und nicht den USA sind, ist die Qualität entsprechend schlechter und man muss fürs Parken bezahlen (völlig krank: selbst das Abstellen von Fahrrädern auf der Anlage kostet 1.500 Peso; fast 40 Euro-Cent).

Die Atletico-Anlage besteht aus 6 Groß- und 4 Kleinfeldern, alle ausbautenlos, alle wellige und unebene Wiesen. Ich schaute gleich auf Platz 1 das Spiel mit dem größten Zuschauerzuspruch. Zwei Spitzenteams der U13 spielten in der höchsten Liga (regional stark untergliedert) gegeneinander. Independiente Santa Fe, einer der bekanntesten Clubs des Landes, gegen die aus dem benachbarten Funza stammende Akademie eines Ex-Profis, die dadurch einen entsprechend langen Namen hat… Die Kurzform ist Adonay, das Hebräische (Alttestamentarische) für “mein Herr”. Adonay spielte richtig guten Fußball und zockte den bekannteren Namen - wohlgemerkt auf Großfeld 2x40 Minuten 11 gegen 11 - in der ersten Hälfte voll ab. 3:0 vor deutlich über 100 Zuschauern. Nach der Pause kam Santa Fe besser ins Spiel, doch auf den Anschlusstreffer folgte das 4:1 und als sie bis auf 4:3 heran waren, schoss Adonay das 5:3. Endstand 5:4. In der Schlussphase waren ein paar Wänster von einem anderen Verein, Gremio FC Bogotá, an mir interessiert. Die sahen schon so hohl aus, wie sie dahergelabert haben: Am meisten interessierte sie, ob ich auch Hitler gut finden und jemanden kenne, der im Zweiten Weltkrieg gekämpft hat (interessant, wenn man bedenkt, dass in Teilen Kolumbiens seit über 50 Jahren mehr oder weniger ununterbrochen Krieg herrscht, wobei man in Bogotá davon ja nicht viel mitkriegt) und ob ich auch Venezuela hassen würde. Warum Venezuela unbeliebt ist, kann man hier lesen: KAS-Stiftung...  

Real Cundinamarca 0:2 Tigres FC

Real Cundinamarca (Mosquera)

0 : 2 (0:2)

Tigres Futból Club (Bogotá)

- Datum: Samstag, 11. April 2026 – Beginn: 14.00
- Wettbewerb: Primera B (2. kolumbianische Profifußballliga)
- Ergebnis: 0-2 nach 98 (48/50) Minuten - Halbzeit: 0-2

- Tore: 0-1 25. Quinones, 0-2 31. Cano

- Verwarnungen: Obregon (Real); Florez, Cuadros, Valbuena, Mejia (Tigres)

- Platzverweise: keine

- Austragungsort: Estadio Municipal de Mosquera (Kap.: 5.400 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 1.000 (davon mind. 20 Gästefans)
- Spielbewertung: 6,0/10

Nun gab es Profifußball. Ein wirklich schönes Stadion da in Mosquera mit sehr origineller Tribüne. Der Unterrang hat 15 Reihen, der Mittelrang 10 und der Oberrang 5. Mittlerweile sind alle mit Schalensitzen bestückt. Nach der Sanierung erst das zweite oder dritte Spiel des Zweitligisten Real Cundinamarca dort. Die meisten Profivereine in Kolumbien haben nur niedrig vierstellige Zuschauerzahlen. Andererseits ziehen ein knappes Dutzend große Clubs stets Zehntausende an. Aber Real Cundinamarca ist nicht groß und Tigres FC schon gar nicht, da sie zigmal umgezogen sind und der Verein unter anderem Namen im über 1.000 Kilometer entfernten Cartagena gegründet wurde.

Eine absolute Unsitte in Kolumbien: Tickets nur online aufs Handy. Immerhin funktionierte das auch mit ausländischer Kreditkarte gut. Am Eingang der Ticketkontrolleur extra freundlich, da er mich als Ausländer erkannte und zeigte mir den Weg in holprigen Englisch (ist in spanischsprachigen Ländern immer freundlich gemeint und sollte man auch mit “Gracias” danken) - der Ordner beim Abtasten hingegen mal wieder unfreundlich. 

Vor Spielbeginn erst die kolumbianische Hymne und dann das lokale Lied von Mosquera. Die Hymne wird bei Sportveranstaltungen ähnlich oft wie z.B. in den USA oder der Türkei gespielt. 

Dann entwickelte sich eine ganz ansehnliche Partie mit Chancen auf beiden Seiten und zwei Treffern für den Gast. Real lieferte teils grauenhafte Standards und Schüsse ab, sodass die Niederlage klar verdient war.

JB Montajes y Soluciones Metalicas sas (Soacha) 1:1 Mejia y cia (Mosquera)

JB Montajes y Soluciones Metalicas sas (Soacha)

1 : 1 (0:1)

Mejia y cia (Mosquera)

- Datum: Samstag, 11. April 2026 – Beginn: 16.45
- Wettbewerb: Liga empresales de Bogotá (Betriebssportliga von Bogotá, 8er Halbfeld, 2x25 Minuten)
- Ergebnis: 1-1 nach 52 (27/25) Minuten - Halbzeit: 0-1

- Tore: NN

- Verwarnungen: viele

- Platzverweise: 1x Gelb-Rot gg. JB Montajes

- Austragungsort: Complejo Casa Blanca Real Madrid, Cancha 12 (Kap.: 300 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 18 (davon ca. 9 Gästefans)
- Spielbewertung: 5,0/10

Ein lokaler Knaller noch zum Abschluss: In Madrid auf der Real-Anlage, die 3 Groß-, 1 Klein- und 10 Halbfelder hat, fand auf mehreren 8er-Feldern gleichzeitig die Firmen- bzw. Betriebssportliga von Bogotá und Umland statt. Ich hatte willkürlich eine Partie zwischen einer Metallbau- und Montagenfirma aus Soacha und einem Viehfuttermittelbetrieb aus Mosquera ausgewählt. Der Rasen tief und uneben, die Linien hereingestanzt, die Kleinfeldtore oll und mit lapprigen Netzen versehen. Der Futtermittelbetrieb Mejia & Co. ging kurz vor der Pause durch einen schönen Drehschuss des blau-gefärbten Stürmers mit der Rückennummer 100 in Führung. In der Schlussphase sah ein Metallbauer gelb-rot, doch seine Truppe glich eine Minute später aus.

Nach Bezahlung der wieder einmal obszönen Parkgebühren von 8.000 Peso (fast 2€, Kolumbianer verdienen im Schnitt nur 30 % des deutschen Nettos, also etwas mehr als Marokkaner; dort zahlt man meist wenn überhaupt 50 Cent und keine Gebühren für Fahrräder wenn man sie anschließt und nicht zur Beaufsichtigung abgibt!), fuhr ich zu einem Hotel in Flughafennähe. Das “Hotel Bogotá Airport Dorado” wird von einem sehr netten Kolumbianer geführt, der diesen furchtbaren Dialekt, bei dem jedes “s” verschluckt wird, besonders intensiv spricht - also “dos noches” (zwei Nächste, gesprochen eigentlich “doss notsches”) wird dann “do noche” und er selbst stellt sich fast französisch klingend “Luí” (statt Luís) vor. 21€ die Nacht sind gerade für die Lage sehr OK. 

Statistik 11.4.:

- Länderpunkt Kolumbien (Nr. 91)

- Grounds: 3.968 (3; diese Saison: 125 neue) 

- Sportveranstaltungen: 5.609 (3; diese Saison: 183) 

- Tourkilometer: 40 km Mietwagen

- Saisonkilometer: 64.990 (39.390 Flugzeug / 23.190 Auto, davon 7.400 Mietwagen/ 2.360 Fahrrad/ 50 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 22 [letzte Serie: 73, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 276 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 712 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020]

María La Baja FC (Bogotá)  3 : 5 (1:0/1:1/2:4 on penalties) Costa F.C. Bogotá

W3.0276VII: ... 

Der Sonntag war für Bogotá selbst reserviert und begann beim Fußball im Stadtviertel Boyacá. Das war mal wieder so eine Großsportanlage amerikanischen Zuschnitts: Von Industrie und Plattenbauten umgeben eine riesige Wiese, die in 17 Groß- und 4 Kleinfelder eingeteilt ist. Dazwischen oft kleine Gräben. Keinerlei Ausbauten, nur an manchen Plätzen Wälle. Wieder einmal Abkassiererei beim Parken, aber kein Eintritt zu den Spielen, die da teils schon um 6.30 Uhr losgingen. Super war das Sportlerheim, das aus mehreren Wellblechhütten besteht, viel Auswahl bis hin zu Fischgerichten hatte und überdachte Sitzplätze, die von Mannschaften nach den Spielen rege genutzt wurden, bietet.

Danach ging es in die Innenstadt bzw. Altstadt. Die Viertel Santa Fe und La Candelaria bzw. Centro Historico sind das Herz der wild nach Westen, Norden und Süden gewucherten 12-Millionen-Einwohner-Stadt (ein Fünftel der Landesbevölkerung lebt im Distrito Capital; im Übrigen ist Kolumbien dreimal so groß wie Deutschland, aber eben sehr ungleich besiedelt). Nach Osten konnte Bogotá nicht wuchern wegen der krassen Berghänge. Vom Zentrum aus sieht man ein Kloster, das da auf über 3.000 Höhenmetern thront. Aber auch das Zentrum liegt über 2.000m hoch. Knapp nach den Kleinstädten Honda und Guatapé wusste das Stadtzentrum von Bogotá dann doch noch am besten zu gefallen. Mehrere eindrucksvolle Kirchen, schöne bunte Häuser mit Balkonen und Erkern, Verwaltungspaläste usw. Eine doch schon attraktive Stadt, gerade für eine Hauptstadt. Man merkte das aber leider auch an den Preisen: Shawarma war z.B. teurer als in Bonn oder Halle - bei viel niedrigerem Einkommen der Einheimischen und auch ohne, dass ich da verpflichtende 10% Trinkgeld (propina) einberechne…

Bogotá

María La Baja FC (Bogotá) 

3 : 5 (1:0/1:1/2:4) n.E.

Costa F.C. Bogotá

- Datum: Sonntag, 12. April 2026 – Beginn: 9.30
- Wettbewerb: Copa Bogotá Futból Aficionado (Viertelfinale des Amateurfußballverbandspokals der Hauptstadtregion)
- Ergebnis: 3-5 nach 98 (52/46) Minuten sowie Elfmeterschießen - Halbzeit: 1-0, reguläre Spielzeit: 1-1

- Tore: NN

- Verwarnungen: einige…

- Platzverweise: keine

- Austragungsort: Complejo Club Real Boyacá, Cancha 5 (Kap.: 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 15 María La Baja und 10 Costa)
- Spielbewertung: 4,5/10

Das erste Spiel fand auf Platz 5 statt und war ein Pokalviertelfinale in einem renommierten Pokal für Amateurmannschaften, sowas wie Kreispokal bei uns. Hier aber sehr dürftiger Zuschauerzuspruch und sehr überschaubares Niveau, sehe ich überall in Deutschland normalerweise besser. María La Baja (Die Niedere Maria) FC ging zwar in Führung, doch kassierte nach dem Seitenwechsel schnell den Ausgleich gegen Costa FC (FC Küste, im Nuscheldialekt hier “Kohta” gesprochen). Schauspieleinlagen des María-Torwarts führten mehrfach zu Tumulten, es gab lange Nachspielzeit und schließlich ging es direkt ins Elfmeterschießen. Hab ich nur beim Frauenfußball mal schlechter gesehen: María la Baja mit grauenhaften Schüssen, aber auch Costa mit einem beschissene Fehlschuss, sodass erst nach 5 bzw. 4 Schützen Ende war: 4-2 für die Küstenkicker, 5-3 also insgesamt.

Rabí FC - Maestros de Balón (Bogotá)  0:3 Infiltrados FC Bogotá

Rabí FC - Maestros de Balón (Bogotá) 

0 : 3 (0:1)

Infiltrados FC Bogota

- Datum: Sonntag, 12. April 2026 – Beginn: 11.20
- Wettbewerb: Copa Bogotá, Apertura (Viertelfinale der Stadtmeisterschaft von Bogotá, Frühjahrsrunde)
- Ergebnis: 0-3 nach 96 (48/48) Minuten - Halbzeit: 0-1

- Tore: NN

- Verwarnungen: ca. 8x Rabí und 4x Infiltrados

- Platzverweise: 3x Rabí (68. Min., 80. Min., 86. Min.), 1x Infiltrados (86. Min.)

- Austragungsort: Complejo Club Real Boyacá, Cancha 6 (Kap.: 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon ca. 20 Rabí und 8 Infiltrados)
- Spielbewertung: 4,0/10

Das auf Platz 6 ausgetragene Viertelfinalspiel der Apertura in einer Stadtmeisterschaft von Bogotá war keineswegs besser. Die Infiltrados (“Eindringlinge”; kann sich auch auf Fans beziehen, die den Platz stürmen) gingen früh in Führung. Danach viel Leerlauf und immer härtere Gangart, v.a. von Rabí FC. Am Ende zwei Platzverweise, das 0:2 und kurz danach ein Elfer für Rabí. Beschissen verschossen, im Konter das 0:3. Danach noch zwei Spieler aneinandergeraten und beide mit Rot runter. Während ich nach Abpfiff zum Sportlerheim ging, wurde noch rumgepöbelt und beim Spiel auf Platz 5 kam es gleichzeitig zu einem Handgemenge. Kolumbianischer Fußball halt. Fast keine Ordner, keinerlei Polizei. Wenn ich das mit dem ohnehin zivilisierteren Marokko oder generell Nordwestafrika vergleiche - also mit Ländern, die einen gleichermaßen mittelmäßigen Entwicklungsstand wie Kolumbien haben - kann ich nur mit dem Kopf über Kolumbien schütteln. Meine Fresse, ist das eine primitive Kokainbauernrepublik… 

Rabí FC - Maestros de Balón (Bogotá)  0:3 Infiltrados FC Bogotá

Internacional de Bogotá

2 : 1 (0:1)

Alianza FC de Valledupar

- Datum: Sonntag, 12. April 2026 – Beginn: 20.30
- Wettbewerb: Primera A (1. kolumbianische Profifußballliga)
- Ergebnis: 2-1 nach 98 (47/51) Minuten - Halbzeit: 0-1

- Tore: 0-1 38. Jesús Muñoz, 1-1 63. Fabricio Damian Sanguinetti, 2-1 78. Ian Poveda 

- Verwarnungen: keine

- Platzverweise: keine

- Austragungsort: Estadio Metropolitano de Techo (Kap.: 8.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 2.500 (Gästefans offiziell verboten)
- Spielbewertung: 7,5/10

Zum Abschluss gab es noch eine richtig lohnende Erstligapartie vor dem üblichen kleinen Publikum, wenn man es nicht mit den vielleicht zehn großen Vereinen zu tun hat. Im Stadtteil Techo steht ein auf drei Seiten ausgebautes, ziemlich ansehnliches 8.000er-Stadion. Die Gegentribüne und die eine Hintertortribüne sind nicht überdacht, die Haupttribüne ist in zwei baugleiche und symmetrisch zueinander stehende überdachte Tribünen geteilt.

Parken war mit 6€ genauso teuer wie der Eintritt, der im Ligenvergleich aber auch niedrig war. Es kam aber auch nur ein schwacher Gegner aus dem Nordosten angefahren (oder eher angeflogen), der ohnehin - auch ohne Verbot - keine Hinchada mitgebracht hätte. Aber von den locker 2.500 Zuschauern machten viele Stimmung, darunter auch eine Kapelle. Jung und alt gingen begeistert mit.

Das Spiel war auch auf gutem Niveau und - sehr seltsam - ausgesprochen fair. Es gab keine gelben Karten. Alianza aus Valledupar war teilweise trotz der schlechten Platzierung in der Tabelle aktiver und gefährlicher vorm Tor, sodass der 0:1 Pausenstand nur logisch war. In der zweiten Hälfte drückte der sechstplatzierte Gastgeber aber auf den Ausgleich. Dieser wurde erst nach Videobeweis verwehrt, dann regulär erzielt und zehn Minuten vor Spielende wurde ein Tor vom Linienrichter wegen Abseits abgewunken, doch der VAR schaltete sich ein und gab zu erkennen, dass diesmal eben kein Abseits vorlag, sodass Inter mit 2:1 als Sieger vom Platz ging.

Statistik 12.4.: 

- Grounds: 3.971 (3; diese Saison: 128 neue) 

- Sportveranstaltungen: 5.612 (3; diese Saison: 186) 

- Tourkilometer: 60 km Mietwagen

- Saisonkilometer: 65.050 (39.390 Flugzeug / 23.250 Auto, davon 7.460 Mietwagen/ 2.360 Fahrrad/ 50 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 25 [letzte Serie: 73, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 276 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 712 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020]

Internacionál de Bogotá 2:1 Alianza FC Valledupar

Rückreise / Fazit

Und dann ging es Montagmorgen auch schon zurück. Für die 3 km zur Mietwagenrückgabe 15 Minuten gebraucht. Dort wieder der eine sehr freundliche Mitarbeiter mit Englischkenntnissen vor Ort, der mir im Gespräch noch einen Tipp hinsichtlich Reisen in die Karibikregion Kolumbiens gab: Nach Santa Marta ist meist am preisgünstigsten, dann kann man mit Mietwagen nach Cartagena und Barranquilla.

Der Flughafen Bogotá überfüllt wie immer. Fast eine Stunde durch Pass- und Gepäckkontrolle. Auch mit Onlinecheckin besser 3 Stunden vor Abflug da sein, mit Gang zum Schalter eher 4.

Mit Delta wieder prima Flug. Diesmal nur 3 Stunden Umsteigezeit in Atlanta, Georgia. …

Am Dienstagmorgen Ortszeit in FFM gelandet, …

Kolumbien konnte nicht so überzeugen. Keine Ahnung, warum das in Reisemagazinen so gehypt wurde in den letzten Monaten. Einige Gegenden werden nicht vom Staat kontrolliert, sondern von Milizen und Verbrecherbanden. Und selbst wenn man sich in den normalen Gegenden aufhält: Die Großstädte sind versifft und hässlich, an jeder Ecke (auch in vielen kleineren Städten) liegen Junkies rum, insgesamt enorm viele Asoziale dort in Kolumbien. Auch die Normalos sind oft rücksichtslos und nicht immer freundlich. In mehr als einem Dutzend lateinamerikanischer Länder habe ich noch nirgendwo so viele unhöfliche Menschen erlebt. Der schlechte Ruf der Kolumbianer scheint mir nicht übertrieben. Kolumbien ist zudem recht teuer, nicht nur im regionalen Vergleich, und Preis-Leistung auch nicht immer angemessen. Ich habe weltweit noch nie so maßlose Straßenmaut bezahlen müssen. Für Maut und Parken gingen in der knappen Woche und kaum 1.000 Kilometer etwa 80+20 Euro drauf! Das Essen ist je nach Art der Gastronomie nur wenig unter oder sogar über deutschen Imbiss- und Supermarktpreisen. Richtig sehenswert fand ich nur Guatapé und Umgebung sowie Honda und die Altstadt von Bogotá. Beim Fußball bin ich zwar problemlos an Karten kleiner Profivereine gekommen, aber nicht an die eines Derbys; es gibt fast nur Onlineverkauf und dann hätte ich auf dem Zweitmarkt Wucherpreise für ein Derby ohne Gästefans zahlen müssen…

Ich würde dennoch gerne mal nach Cartagena an der Karabikküste (oder auch San Andres in der Karibik), kann man ja vllt. mit einem der angrenzenden fehlenden Länderpunkte machen. Und wenn nicht, dann reicht auch einmal Kolumbien für mich. Wer nicht alle Länderpunkte abhaken will, muss nicht unbedingt nach Kolumbien. Ich fand es eher unteren Durchschnitt. Soll es mal Lateinamerika sein, wegen Stimmung beim Fußball oder einfach der anderen Weltregion und Kultur? Dann fahr lieber nach Mexiko oder Peru! Auch Ecuador ist mehr eine Reise wert und wenn es entspannter und fußballhistorisch werden soll, dann ist definitiv Uruguay empfehlenswerter als Kolumbien!

Statistik der Rückreise: 

10km Mietwagen Kolumbien, 3.410km + 7.400km Flug, 10km Rad, 370 km Auto

Gesamtstatistik der Reise: 

11 neue Grounds (davon 3x Ecuador; 2 Fußballstadien, 1 Reitstadion und 8x Kolumbien; 2 Fußballstadien, 4 Fußballplätze, 2 Sporthallen)

12 Sportveranstaltungen (davon 4x Ecuador; 3x Fußball, 1x Rodeo und 8x Kolumbien; 6x Fußball, 2x Futsal)

26.130 km zurückgelegt (davon 23.400km Flug, 1.270 km Mietwagen in Kolumbien und 1.020 km in Ecuador, 750 km eigenes Auto, 50km öffentliche Verkehrsmittel in den USA, 20km Fahrrad in FFM)

Aktuelle Saisonstatistik nach der Reise:

- Grounds: 3.971 (0; diese Saison: 128 neue) 

- Sportveranstaltungen: 5.612 (0; diese Saison: 186) 

- Tourkilometer: s.o.

- Saisonkilometer: 76.250 (50.190 Flugzeug / 23.630 Auto, davon 7.470 Mietwagen/ 2.370 Fahrrad/ 50 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 0 Schiff, Fähre)

- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 25 [letzte Serie: 73, Rekordserie ohne 0-0: 178]

- Jede Woche mindestens eine Sportveranstaltung seit: Kalenderwoche 2 des Jahres 2021 (04.-10.01.), d.h. seit 276 Wochen in Folge [letzte Serie: 30 Wochen von KW22/2020-51/2020; Rekordserie: 712 Wochen von KW 31/2006 bis KW 11/2020]

On the road to Cocorná

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