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Mittwoch, 23. September 2015

W477III: Zum Roten Meer und zurück nach Petra (Jordanien, Tag 8)

منظر على بتراء Photos with English Commentary:
a) Ma’an Region: LITTLE PETRA, Ras an-Naqab View, Khan Unayzah
b) Aqaba Region: al-Humayma Ruins, Aqaba Town

Diesmal machten wir einen größeren Tagesausflug von Wadi Musa (Petra) aus. Erst fuhren wir die derzeit gesperrte Straße nach Nordwesten um Petra herum nach El-Beyda und der sogenannten „Little Petra“-Ruinenstadt. Dort kann man kostenlos durch einen Siq (Schlucht) laufen und nabatäische Ruinen besichtigen. Der Ort war ein Vorort von Petra und am besten besichtigt man ihn schon vor dem Besuch in der eigentlichen Ruinenstadt Petra.

Als wir an einer Polizeikontrolle in der Nähe angehalten wurden, dachten wir, es sei mal wieder eine allgemeine Verkehrskontrolle, aber da wollten zwei Uniformierte ein paar Kilometer nach Hause mitgenommen werden. Als wir die abgesetzt hatten, waren wir auch schon fast in al-Humayma, das an der breiten aber teils im schlechten Zustand befindlichen Autobahn „Desert Highway“ liegt. Fährt man noch 8km hinter kommt man nach al-Humayma al-Qadima, dem alten Dorf, in dem sich nabatäische, römische, umayyadische und osmanische Ruinen (meist nur Grundmauern) befinden. Ab hier werden die Berge wieder spektakulärer.

Will man nach Aqaba rein, muss man eine Passkontrolle des Zolls passieren, zumindest bei Deutschen sind die aber ganz freundlich. In der Freihandelszone Aqaba im Vierländereck (9km Landweg bis Saudi-Arabien, 5km Landweg bis Israel und in Sichtweite auch Ägypten das per Fähre direkt und auf dem Landweg via Israel (15km) erreicht werden kann) sieht es sehr aufgeräumt und gepflegt aus. Saubere, palmengesäumte, breite Straßen verbinden u.a. die historische Ruinenstadt mit dem osmanischen Fort.

Wir hielten uns nicht besonders lange in Aqaba auf, sondern machten uns auf den Desert Highway, wo wir in Quwayra an einer Tankstelle mit Raststätte sehr gut essen gingen: mit 6,50€ p.P. war das für Jordanien nicht so billig, aber das persisches Reisgericht mit viel Hammelfleisch und auch Gemüse und Nüssen (Bokhari Lahme) war von bester Qualität und die Getränke (Pepsi 0,25l für unter 0,40€) gewohnt billig. Aber das eigentlich kuriose war ja, dass diese Fernfahrer-Raststätte „Alanya Restaurant“ internationale Küche (jordanisch, syrisch, beim Namen Alanya auch natürlich türkisch, sowie auch persisch, indisch, saudisch etc.) anbot...

Wir machten einen Abstecher vom Desert Highway auf die Landstraße Qabet Hanout – Ras an-Naqab, die sehr stark von Schwerverkehr befahren ins Gebirge hoch und wieder zum Highway runter führt. Am südlichen Ortsende von Ras an-Naqab hat man eine schöne Sicht in Richtung Wadi Rum mit seinen einmaligen Felsformationen. Die Fotos waren aufgrund des Sommer-Dunstes aber nicht so gut – wer in Frühjahr oder Winter unterwegs ist, wird sicherlich schönere bekommen.

Wir schauten uns noch schließlich den Khan Unayzah an, in dem man etwas zwischen den schön regelmäßigen und symmetrischen Mauern herumklettern kann. Der Khan (befestigte Karawanserei, die stets einen Schloss- der Burgcharakter hat, aber eigentlich nur ein mittelalterliches bzw. auch neuzeitliches Motel ist) stammt aus osmanischer Zeit und ist ein wirklich schönes Beispiel für diese Art der Architektur.

Wir fuhren wieder über Shobek, des wir am nächsten Tag besichtigten, nach Wadi Musa zurück. عقبة Statistik:
- Tageskilometer: 380 (380km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 13.460 (8.430 Auto, davon 2.990 Mietwagen/ 3.520 Flugzeug/ 900 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 620 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)

W477II: Felsenstadt Petra (Jordanien, Tag 7)

بتراء Photos with English Commentary:
Ma’an Region: PETRA NABATEAN ROCK CITY AND ROMAN RUINS

Heute stand ausschließlich der Besuch von Jordaniens berühmtester Sehenswürdigkeit, der nabatäischen Stadt Petra an. Die spektakulär in den Felsen gebaute bzw. aus selbigen gehauene, mehr als 2.000 Jahre alte Stadt ist nicht nur für historisch/ kulturell/ archäologisch Interessierte ein Erlebnis, sondern auch für Sportler/ Wanderer etc., da man dort locker von 6.30 bis Einbruch der Dunkelheit in Schluchten rumlaufen und auf bunten Felsformationen herumklettern kann und schnell zwischen 15 und 30km zu Fuß unterwegs ist. Wir hatten Routen gewählt, die zusammen knapp 20km lang waren und die wichtigsten und einige kleinere Sehenswürdigkeiten ansteuern.

Insgesamt hat sich der Besuch gelohnt, da Petra landschaftlich wie architektonisch ein absoluter Knaller ist – aber es ist einer der Knaller, den man nur einmal im Leben gemacht haben muss: so viel habe ich noch nie für Eintritt bezahlt; abgeschaut vom System der Nationalparks der USA, werden perverse 62€ (50 JOD) für ein Tagesticket pro Person verlangt! Angeblich braucht man so viel für den Unterhalt der riesigen Anlage – als ob die UNESCO nicht Millionen bezuschussen würde, aber die gehen in wahrscheinlich in den korrupten Strukturen in Jordanien unter... Auch die Preise für Getränke, Souvenirs etc. sind maßlos überteuert, d.h. fast doppelt so hoch wie im Ort Wadi Musa, der wiederum für Ausländer bereits schon fast die doppelten Preise nimmt wie für Einheimische, was wiederum nur in Wadi Musa (Petra) und noch nicht einmal in Amman, geschweige denn in Madaba, Irbid etc. vorkommt. Positiv kann man nur vermerken, dass die Beduinen – alles recht originell aussehende, völlig ungewaschene (wo sollen die auch Wasser hernehmen, es reicht nur zum Trinken aus!) und oft sehr folkloristisch gekleidete Typen – einen zwar alle zwei Minuten eine Dienstleistung (Esels-, Kamel- oder Pferderitte, Getränke, Schmuck & andere Souvenirs) anbieten, aber bei einem „nein danke“ auch sofort Ruhe geben und den nächsten unaufdringlich fragen. Also kein Vergleich zu Marokko oder Tunesien, wo man 1. weniger höflich angeredet wird und 2. mindestens drei Mal sagen muss, dass man den Scheiß nicht haben will... بتراء Statistik:
- Tageskilometer: 10 (10km Mietwagen und fast doppelt so viele zu Fuß...)
- Saisonkilometer: 13.080 (8.050 Auto, davon 2.610 Mietwagen/ 3.520 Flugzeug/ 900 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 620 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)