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Mittwoch, 23. September 2015

W477VII/478I: Jordanische Wüstenschlösser am Sonntag und Rostocker Altherrenfußball am Montag (Jordanien, Tag 12/13)

قصر المشتى 
Photos with English Commentary:
a) Zerqa: Desert Palaces of al-Halabat, Hammam as-Sirah, Azraq, and AL-AMRA
b) Amman: Desert Palaces of al-Kharrana, and al-Mushatta
c) Kerak: Qatrana Roman Fort
d) Germany, Veterans Football: Hansa Rostock v LSG Elmenhorst

Am letzten Tag in Jordanien standen die Wüstenschlösser auf dem Programm. Im Osten Jordaniens haben bereits die Nabatäer Burgen gebaut, die dann oft zu römischen Forts ausgebaut wurden. Viele dieser Bauten haben die Umayyaden übernommen und zu ihren Zwecken verändert. Über 20 derartiger Bauten gibt es, viele sind nur mit Geländewagen erreichbar, doch die drei berühmtesten und vier weitere sehenswerte Gebäude sind auf befestigten Wegen erreichbar. Im Moment sind selbst die Weltkulturerbeschlösser kostenlos zugänglich.

Zuerst fuhren wir von Irbid durch bis Qasr al-Hallabat. Dort haben die Umayyaden ein römisches Kastell schön umgestaltet und um eine Moschee erweitert. Die Anlage wurde restauriert. Im benachbarten Hammam as-Srah haben die Umayyaden ein schlossartiges Bad (Hammam) hingeklatscht, das ebenfalls restauriert wurde.

Dann fährt man durch monotone Wüste, in der plötzlich ein großes Flüchtlingscamp für Syrer (Al-Azraq Refugee Camp) auftaucht. Im Ort al-Azraq (Blaustadt, die andere Form von az-Zerqa, was die Bezirkshauptstadt ist) gibt es dann das nächste Wüstenschloss. Ein Römer-Kastell wurde von den Umayyaden aus- und umgebaut. In tollem schwarzen Basalt mit vielen eckigen Türmen und einfachen aber schön gemauerten Räumen. Im Innenhof befindet sich auch noch eine gut erhaltene Moschee. Der Ort al-Azraq wurde übrigens zwischenzeitlich verlassen nachdem die Abbassiden die Festung übernommen hatten aber von den Mongolen geplättet wurden, die sich aber nicht im Nahen Osten etablierten. Erst im 19. Jahrhundert gründeten Drusen den Ort neu, da sie aus dem ca. 100km nördlich gelegenen Hauran bzw. dem 200km nördlich gelegenen Damaskus nach Unruhen von den Franzosen bzw. Osmanen vertrieben wurden. Kurz darauf kamen auch hunderte Tschetschenen, deren Familien von den Russen im Zuge der Kaukasus-Eroberungskriege im ausgehenden 19. Jahrhundert (Zarenreich) massakriert wurden. Diese Flüchtlinge bauten den Ortsteil al-Azraq ash-Shishani (Tschetschenisch-Blaustadt, heute politisch korrekt im Beamtenjargon der Jordanier „al-Azraq al-Janubi (Süd-Blaustadt)“) der an den älteren Teil al-Azraq ad-Duruzi (Drusisch-Blaustadt, jetzt offiziell: „al-Azraq ash-Shamali (Nord-Blaustadt)“ grenzt. Übrigens leben weit über 100.000 Kaukasier in Jordanien, deren Familien zumeist zwischen 1860 und 1915 kamen. In Europa wird gerne über den Völkermord an den Armeniern durch die Türken - bzw. Osmanen, da Kurden auch sehr stark beteiligt waren - geredet (etwa 25.000 Armenier leben in Jordanien), aber die von den Russen verübten Völkermorde u.a. an den Tscherkessen (ca. 100.000 leben in Amman, az-Zerqa und einigen anderen Städten und Dörfern Jordaniens) und Tschetschenen (ca. 40.000 in Jordanien wohnhaft, die auch nicht nach Deutschland auswandern wollen, da sie russische Zeitungen, in denen behauptet wird, Deutschland suche händeringend Arbeitskräfte und biete diesen, auch gerade wenn sie aus Tschetschenien seien, kostenlos Wohnraum und ein Auto, nicht lesen) ausgeblendet. Im Südteil der Stadt kann man sich übrigens auch Tschetschenisch unterhalten, da so gut wie alle Tschetschenen zweisprachig Arabisch-Tschetschenisch sind. Die kleinere Gemeinde in Syrien (ca. 5-10.000) ist durch den arabischen Faschismus der Baath größtenteils nur arabischsprachig, so wie die syrischen Tscherkessen oft auch kein Tscherkessisch mehr beherrschen, die jordanischen Tscherkessen aber aufgrund der ziemlich guten Entfaltungsmöglichkeiten für ethnische und religiöse Minderheiten im Königreich Jordanien sehr wohl. Eher in Zerqa und Amman findet man auch Tschetschenen die Englisch sprechen. Aber jedenfalls viel Spaß wer sich an Tschetschenisch versuchen will: es warten eine ausufernde kaukasische Grammatik und mehr als 40 Konsonanten (darunter viele Zischlaute, nur Tscherkessisch soll mit fast 70 Konsonanten noch mehr haben) und etwa 20 Vokale, Um- und Zwielaute, die man auseinanderhalten muss...
Anhören kann man sich das natürlich auf Youtube, z.B. mit üblicher kaukasischer Mucke: für Tschetschenischen Pop hier klicken und für den unheimlich vom Akkordeoneinsatz und der noch fremder klingenden Sprache (nur zum Ende wird mal kurz Russisch gesungen) lebenden tscherkessischen Folk hier klicken.

Das herausragendste Wüstenschloss findet man dann auf dem Weg nach Amman. Das Qasr al-Amra ist zwar sehr klein, ein Bau mit Tonnengewölbe und Kuppeln, aber diese sind Innen fantastisch ausgestaltet. Die Malereien haben die Umayyaden wohl von den Byzantinern übernommen, wobei diese absolut unislamisch sind. Aber die Umayyaden waren da wohl sehr locker: Jagdszenen, Weinernte, nackte Tänzerinnen... Toll was da alles abgebildet ist! Auch das nahegelegene Qasr al-Kharraneh sollte man auf jeden Fall besuchen, denn dieses wohl später oder auch schon zuvor als Karawanserei genutzte Schloss ist besonders groß und auf zwei Ebenen begehbar. In einigen Räumen gibt es schöne Steinmetzarbeiten an den Säulen und Balken.

Wir fuhren dann noch bis al-Qatrana durch, wo ein römisches Fort, das dann auch als Karawanserei diente, gut erhalten mit riesigen Zisternen oder Wasserbecken davor, steht. Bevor es dunkel wurde, schafften wir es auch das Qasr al-Mushatta zu besuchen, das zwischen Industriegebiet Jiza al-Jadida al-Qastal und der Cargozufahrt für den Flughafen liegt. Sehr idyllisch, wenn da die Aggregate und Flugzeuge brummen, aber ein toller Bau mit großer Umfassungsmauer mit Turmstümpfen, tollen Steinmetzarbeiten und Lehmziegelmauerwerk!

In Madaba gingen wir noch gut und sehr preisgünstig (Reisgericht mit Huhn und Limo für zwei Leute: nicht mal 5,50€) essen, kauften ein paar Flaschen saudischen Saft für Zuhause ein (das Zeug ist bei den Getränken das Beste was man in Jordanien kriegt: bei noch 6kg bis zur Freigepäckgrenze kann man ruhig mal 4 Flaschen mitnehmen) und fuhren dann zum Flughafen. قصر العمرة Der Flieger der Aegean Airlines flog pünktlich um 4.30h nach Athen. Dort nutzten wir um schneller zum Klo durchzukommen geschickt die Diplomatenspur, wo uns die freundlichen Beamten tatsächlich nach kurzer Passkontrolle lässig durchließen. Auch der Flug von Athen nach Berlin, auf dem es ganz gutes Frühstück gab, landete pünktlich um 10 Uhr: bis auf die Buchung war Aegean Airlines wirklich klasse! Solange in Griechenland nicht gestreikt wird, ist der Service dort prima!

Scheiße sah wieder der deutsche öffentliche Nahverkehr aus. Der Shuttle-Bus überteuert und überfüllt, die Regionalexpressbahn nach Wismar, die wir in Schwerin verließen, ebenfalls. Mit dem Regionalexpress nach Rostock ging es besser (nach zweieinhalb Stunden Stehen also endlich ein Sitzplatz), der war aber dafür 15 Minuten verspätet. Dann noch S-Bahn nach Warnemünde und der Bus aufs Dorf. Fünfeinhalb Stunden! Wären die Parkgebühren am Flughafen nicht so horrend bzw. das Parken in Berlin gefahrlos für mehr als zwei Wochen auf einem öffentlichen kostenfreien Platz möglich, dann wären wir mit dem Auto hin- und zurückgefahren und hätten keine 60€ pro Strecke für Bahn und Bus ausgegeben und wären trotzdem viel schneller gewesen...

Immerhin hatten wir es bis 16 Uhr nach Diedrichshagen geschafft, sodass wir nach dieser langen Rückfahrt von dieser sehr lohnenden Reise am Abend doch noch bei den Alten Herren von Hansa Rostock vorbei schauten. Al-Qatrana fort Landsportgemeinschaft Elmenhorst AH .... 0
F.C. Hansa Rostock AH ................................ 5
- Datum: Montag, 21. September 2015 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: Halbfinale der Kreismeisterschaft Warnow der Alte Herren Ü42
- Ergebnis: 0-5 nach 70 Min. (35/35) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 18. Wagner, 0-2 42. Röhrich, 0-3 45. Wagner (Foulneunmeter), 0-4 59. Beinlich, 0-5 69. Beinlich
- Verwarnungen: keine
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sportplatz am Backhus (Elmenhorst-Lichtenhagen/ Dorf; Kap. 512, davon 12 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 100 (davon ca. 20 Hansafans)
- Unterhaltungswert: 9,0/10 (Bestes Altherrenspiel das ich je gesehen habe!) Veterans: LSG Elmenhorst 0:5 FC Hansa Rostock Dem Mannschaftsbetreuer und sonst auch Aktivem Bullerjahn musste mein Vater natürlich gleich auf die Nase binden, dass wir seit Samstagmorgen nicht mehr geschlafen hatten und der Flieger um 4 Uhr ging und wir erst 16 Uhr in Rostock waren und nun trotzdem 19 Uhr für die Alten Herren aufs nahegelegen Dorf gefahren sind. Da standen wir nun also auf dem etwas langweiligen Kunstrasenplatz am Backhus (Bäckerei) in Lichtenhagen/ Dorf...

Bullerjahn freute sich natürlich über Hansa-Fans, die die Alten Herren zum Halbfinale der Kreismeisterschaft (als Staffelsieger der Gruppe A trafen sie auf den Zweitplatzierten der Gruppe B, die LSG Elmenhorst) begleiteten. Die Elmenhorster waren nämlich in der klaren Überzahl, sodass man auf gut 100 Zuschauer kam. Eine tolle Zahl für ein Altherrenspiel – nur bei TSV Leuna AH gegen HFC Oldies waren einmal mit rund 300 Zuschauern noch mehr da! Doch ein besseres Spiel im Altherrenfußball als dieses heute in Lichtenhagen/ Landkreis Rostock, habe ich noch nie gesehen!!!

Elmenhorst hielt ja gut mit und gegen, doch Hansa spielte – dabei nur zwei Ex-Bundesligaprofis: Stefan Beinlich und Heiko März – einen fantastischen Fußball mit tollen Kurzpässen und knallharten Schüssen. Bei Pause stand es trotzdem nur 1:0, doch in der zweiten Hälfte war auch mal irgendwann etwas die Luft draußen bei Elmenhorst, die nach dem schnellen 2:0 durch Röhrich einen Neunmeter verursachten (Wagner mit seinem zweiten Tor) und am Ende noch durch zwei Treffer von Beinlich eine 5:0 Niederlage kassierten. Ein tolles Spiel! Noch toller wäre natürlich, wenn die 3.Liga-Profis am Mittwoch auch so einen Sieg landen würden. 1:0 würde ja schon reichen... Veterans: LSG Elmenhorst 0:5 FC Hansa Rostock Statistik:
- Grounds: 1.462 (1 neuer; diese Saison: 47 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.488 (1; diese Saison: 54)
- Tageskilometer: 3.910 (3.100km Flugzeug, 500km Mietwagen, 300km Bahn und Bus, 10km eigenes Auto)
- Saisonkilometer: 18.080 (9.650 Auto, davon 4.200 Mietwagen/ 6.620 Flugzeug/ 1.200 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 620 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 49 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 478.

W477VI: Im Jordanischen Hauran (Jordanien, Tag 11)

Nady as-Serhan ar-Riyadhy U20 ................. 5
Nady az-Zaatary ar-Riyadhy U20 ............... 1
نادي السرحان الرياضي تحت ٢٠ سن مع نادي الزعتري الرياضي تحت ٢٠ سن في اطار البطولة تحت ٢٠ سن للاندية الدرجة الاولى والثاني والثالثة بملعب السرحان
- Datum: Samstag, 19. September 2015 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: Botola Taht Sinn 20 Lil-Andiya Al-Oula Wath-Thaniya Wath-Thalitha, al-Majmoua al-Khamisa (2. jordanische U20-Liga, Staffel V)
- Ergebnis: 5-1 nach 92 Min. (46/46) – Halbzeit: 1-1
- Tore: 1-0 10. (10), 1-1 34. Nr. 10, 2-1 56. (9), 3-1 84. (7), 4-1 85. (12), 5-1 89. (12)
- Verwarnungen: Nr. 4 (Zaatary)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Malaab Nady as-Serhan (Sama as-Serhan; Kap. 1.050, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 60 (davon ca. 30 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Ganz unterhaltsames Spiel mit übertrieben deutlichem Ausgang) نادي السرحان تحت٢٠ مع نادي الزعتري تحت ٢٠ بملعب السرحان في بلدية سما السرحان Photos with English Commentary:
a) Under-20 League 2: Serhan defeat Zaatari by five goals to one
b) Irbid: Abila Roman Ruins
c) Mafraq: Umm al-Jimal and Umm as-Surab Byzantine Ghost Towns

Von Irbid aus machten wir einen Tagesausflug in Grenznähe zu Syrien: erst nah ran an Yarmouk und Golan bei Abila, einer frei zugänglichen römisch-byzantinischen Ruinenstadt mit Kirchenruinen, einfachen Mosaiken, Grundmauern und Tempelresten – dann am riesigen Flüchtlingslager Zaatari vorbei zu den byzantinischen Geisterstädten Umm al-Jimal und Umm as-Sarab, die allerdings nach wie vor als Orte existieren, da neue, moderne Orte als Umm Jimal al-Jadida bzw. Umm Sarab al-Jadida (also übersetzt Neu-Kamelhausen und Neu-Luftspiegelungshausen; natürlich sehr tolle Ortsnamen: Kamele und Fata Morgana...) gegründet wurden und auf jeweils knapp 2.000 Einwohner kommen. Die historische Stadt Umm al-Jimal ist ein riesiges Trümmerfeld aus Hauran-typischem schwarzem Vulkangestein. Der Ort wurde im 8. Jahrhundert bei einem unglaublich heftigen Erdbeben zerstört. Es stehen trotzdem noch einige sehr starke Gebäudestrukturen wie eine Burg und eine Kirche, die meisten Wohnhäuser sind aber kaum noch als solche erkennbar. Der kostenlos zu besuchende Ort ist eine der eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten Jordaniens. Umm Sarab sieht dann sehr ähnlich aus, ist aber erheblich kleiner. Wir guckten mal kurz in den Kernbereich und fuhren dann nach Serhan, genauer den Ortsteil Sama as-Serhan (Ober-Wolfsdorf), weiter. Auch dort gibt es byzantinische Ruinen, aber die sind sehr stark verfallen und am eindrucksvollsten vom unterhalb des Hügels gelegenen Stadion zu sehen. سما السرحان Das Stadion in Sama as-Serhan ist zwar mit übertrieben hohen Zäunen gesichert und nur auf einer Seite ausgebaut, aber doch sehr ansehnlich. Die Tribüne hat 10 Reihen, in der Mitte ist sie überdacht und hat einen Sitzplatzbereich mit Stühlen auf zwei Logen. Drumherum hat man einen guten Blick in den recht ordentlichen Ort. Wenn man bedenkt, in was für einem guten Zustand ein solches Kaff im ländlichen Raum ist und wie wenige Orte in Jordanien es gibt, in denen z.B. Beduinen und Domar-Zigeuner in Zelten kampieren und das mit Libanon oder auch dem Vorkriegs-Syrien vergleicht, da sieht man doch, wie viel weiter entwickelt Jordanien trotz einiger Probleme (teilweise überforderte Wasserwirtschaft, Korruption vieler Beamter) bereits seit Jahrzehnten im Vergleich zu Libanon und Syrien ist. Wenn man dann die Ausrichtung des Königshauses sieht und sich mal die Konzepte der Nationalparks (sauteurer Kultur- und Ökotourismus unter Einbindung der finanziell profitierenden lokalen Bevölkerung) und die Ausstattung der Polizei (Chevrolet Trailblazer u.a. Modelle, Baretta-Colts, Notruf 911) anschaut, dann weiß man, warum Jordanien so viel besser entwickelt ist: man hat die USA als Partner, akzeptiert auch zähneknirschend deren Vormacht und den Frieden mit Israel und lässt v.a. die Finger von Partnerschaften mit diesem verdammten Russen-Pack, mit dem u.a. Syrien angebandelt hat.

Warum die Landstreitkräfte mit einem Hummer vor der Tribüne parkten war mir nicht klar, überraschend war aber auch, dass von den mindestens 60 Zuschauern, mindestens die Hälfte aus az-Zaatari (Thymiandorf) kam. Und das für ein A-Jugendspiel! Wie mir der freundliche Trainer auch sagte, ist der Verein die Auswahl des 2.000-Einwohner-Dorfes Zaatari – nicht des fast 200.000 Bewohner zählenden Flüchtlingslagers, das am Rande des Ortes aufgebaut wurde. Das Dorf und der Verein unterstützen allerdings das Flüchtlingslager nach Kräften, wobei im Gegensatz zu Europa sich die jordanische Regierung auch regelrecht den Arsch aufreißt, damit die syrischen Flüchtlinge in der Wüste trotz Zeltunterkünfte ein akzeptables Leben haben: Wasser ist großzügiger rationiert als für jordanische Privathaushalte und es gibt eine hohe Zahl von Sportstätten und anderer Beschäftigungseinrichtungen im Lager. Der Verein Nady az-Zaatari unterstützt auch Flüchtlingsorganisationen im Lager und veranstaltet Sportevents für Kinder und Erwachsene dort. Einige Syrer spielen auch für die Wettkampfteams vom Club aus dem Dorf Zaatari.

Die A-Jugend spielte heute allerdings nicht doll. Der Gastgeber Nady as-Serhan machte Druck von Anfang an, hatte das Spiel gut in Griff und ging früh in Führung. Überraschend kam Zaatari dennoch zum Ausgleich und konnte von da an das Spiel kurz an sich reißen. In der zweiten Hälfte hatten sie einige Chancen auf die Führung, doch Serhan konterte erfolgreich. Nach dem 3:1 gab sich Zaatari auf und kassierte noch zwei weitere Treffer zur zu hohen 5:1 Niederlage. نادي السرحان تحت٢٠ مع نادي الزعتري تحت ٢٠ بملعب السرحان في بلدية سما السرحان Statistik:
- Grounds: 1.461 (1 neuer; diese Saison: 46 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.487 (1; diese Saison: 53)
- Tageskilometer: 200 (200km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 14.170 (9.140 Auto, davon 3.700 Mietwagen/ 3.520 Flugzeug/ 900 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 620 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 48 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 477.

W477V: Über den „Kings Highway“ ins Nördliche Tiefland und wieder nach Irbid (Jordanien, Tag 10)

 عجلون Photos with English Commentary:
a) Karak: ar-Rabba Roman Ruins, Mujib Valley
b) Jerash & Ajaloun: Ajaloun Castle Ruin
c) Irbid: Umm Qays Roman Ruins

Von Kerak aus fuhren wir den Kings Highway, eine Landstraße die von Ramtha nach Aqaba führt, nach Norden entlang. Schon wenige Kilometer nördlich von Kerak wird es interessant, denn in ar-Rabba stehen ein paar römische Ruinen (Tempel, Säulen mit Kapitellen etc.) am Straßenrand. Noch ein paar Kilometer weiter und es geht mit tollem Blick steil hinab ins Mujib-Tal, wo man eine Staumauer passiert und dann wieder hoch auf ein Hochplateau fährt. Bald hat man Dhiban und Madaba passiert, dann geht es am Rand der Hauptstadt entlang nach Norden und vorbei an den Ruinen von Jerash, die wir einige Tage zuvor ausgiebig besichtigt hatten, bis Ajaloun durch schöne, gebirgige Landschaft mit Nadelbäumen. Am Rand der Kleinstadt Ajaloun befindet sich eine für 1 Dinar zu besichtigende Burgruine, die nicht nur einen tollen Blick in die Landschaft gewährt, sondern auch schöne Gewölbe zu bieten hat. Heute war die Burganlage übrigens ziemlich überlaufen, denn Freitag ist der freie Tag der Woche und die meisten haben Zeit für Familienausflüge.

Dann schafften wir es mit etwas verfahren die Straße im Grenzgebiet zu Israel zu finden, die nach Umm Qays führt. Hier gibt es einige militärische Straßenkontrollen, die größtenteils von palästinensischstämmigen Analphabeten bestückt zu sein schienen: ein besonders Blöder fragte uns, ob wir aus Syrien seien, nachdem er im eindeutig deutschen Pass – dessen Lateinbuchstaben er aber scheinbar nicht lesen konnte, da er wohl nach 4 Jahren die Schule abgebrochen hat – das syrische Visum von 2010 gefunden hatte...
Hier im Nördlichen Tiefland grünt es überall, da Jordanwasser abgezweigt wird. Die Bauern sind hier viel beschäftigt und der Anteil der Palästinenser an der Bevölkerung beträgt hier locker 90%. Die „echten“ Jordanier machen in ihrem Land ohnehin nur ca. 50% aus, wobei palästinensische Quellen gerne vom Verhältnis 60% Palis und 35% Jordanier sprechen, aber na ja... Die restlichen bis zu 5-10% der Bevölkerung sind übrigens Kaukasier (Tscherkessen, Tschetschenen, Armenier etc.), Domar (Zigeuner), Mandäer und ein paar wenige kleine Volksgruppen.

In Umm Qays war gerade die Uni Amman mit der Arabisch-Lerner-Klasse unterwegs in den römischen Ruinen. Die Anlage kostet relativ hohen Eintritt (fast 4€), obwohl sie nicht so überragend ist. Klar hat man einen guten Blick auf den Golan, den See Tiberias und nach Israel, aber außer dem Theater sind die Bauten ziemlich verfallen. Nur die Basilika ist noch etwas sehenswerter. Der offizielle stoppelbärtige Guide ist zurückhaltend höflich und spricht sehr gut Englisch, wir sind allerdings wie immer alleine rumgelaufen. Sein Konkurrent am Parkplatz ist ein palästinensische Bauerndepp mit fast afrikanischem Äußeren – wahrscheinlich Sklaven-Nachfahre – und ungewöhnlich aufdringlich. Wenn man aber sein schlechtes englisches Gequatsche mit deutlichen arabischen Bemerkungen, dass er nicht nerven soll, unterbricht, kehrt auch schnell Ruhe ein.

Ich hab ihn aber nicht auf dem Niveau angeschnauzt, wie es wohl der (zu uns aber sehr freundliche) Proll in Sheikh Hussein gemacht hätte: in diesem Straßendorf steuerten wir die Sporthalle an, in der u.a. die Erstligavolleyballvereine Shabab Dayr ‘Ala und al-Kermel spielen. Dort war nichts los, was auch den Proll sehr wunderte, die mit seinem Sohn dort aufkreuzte. Er rief einen Kumpel an, ob nun das Volleyballspiel um 5 Uhr stattfinden würde. Mittlerweile kam ein weiterer Dayr ‘Ala-Fan an und meinte „wo sind die denn alle? die ham doch um fünfe gesagt?“ Der erste Fan dann: „Abdallah das Arschloch geht nicht an sein scheiß Handy, und die Mannschaften sind nicht da.“ Der zweite: „Leck mich am Arsch! Da stand doch Freitag um 17 Uhr?!“ Erster: „Warte mal, die Votze geht ran... Hallo? Ey Alter, was is nu mit Volleyball, hier warten noch andere Fans und die scheiß Teams sind nicht da?! ... Was heißt hier auf morgen verlegt? Scheiße! Die Votze deiner Schwester... Naja, jetzt wissen wir ja Bescheid...“

Wir fuhren dann gleich nach Irbid weiter, kauften ein, gingen essen, checkten im selben Hotel (Omayah) wieder ein und planten den Spielbesuch für den Samstag. اثار في ام قيس Statistik:
- Tageskilometer: 340 (340km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 13.970 (8.940 Auto, davon 3.500 Mietwagen/ 3.520 Flugzeug/ 900 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 620 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)

W477IV: Burg- und Tempelruinen und ein Erstligist aus einer Burgstadt, der nach einer Tempelruine heißt (Jordanien, Tag 9)

Dhat Ras Kerak ............................................. 1
Al-Baqaa Amman .......................................... 1
ذات راس مع البقعة في اطار الدوري المناصير بملعب الامير فيصل
- Datum: Donnerstag, 17. September 2015 – Beginn: 17.00
- Wettbewerb: Al-Manaseer Jordan Professional League (1. jordanische Fußballliga, Profiliga)
- Ergebnis: 1-1 nach 97 Min. (47/50) – Halbzeit: 0-1
- Tore: 0-1 39. Anas Hidjeh, 1-1 51. Ahmad an-Nayamat
- Verwarnungen: Sharif an-Nawaysha, Hatem Aqel (Dhat Ras); Ali Saleh, Uthman al-Khateeb (Al-Baqaa)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Prince Faysal Stadium (Kerak; Kap. 5.000, davon 100 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 700 (davon ca. 50 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Starker Beginn, in der zweiten Halbzeit einiger Leerlauf, aber spannend) ذات راس الكرك مع البقعة عمان Photos with English Commentary:
a) Jordan Football League: Dhat Ras Kerak v al-Baqaa Amman (Prince Faysal Stadium, Al-Karak)
b) Ma’an: SHOBEK CASTLE RUIN, Dawsaq Castle Ruin
c) Karak & Tafila: Kerak Castle & Old Town, Dhat Ras Temple Ruins, View on Tafila Town

Donnerstag standen v.a. Burgen auf dem Programm. Endlich weg von Wadi Musa, erster Zwischenstopp in Shobek (Shawbak). Dort befindet sich 2,5km außerhalb des neuen Ortes eine gewaltige Burgruine auf einem Bergkegel mit einem Geisterdorf, das sich teilweise auf den benachbarten Hängen erhalten hat. Die Burg Shobek ist kostenlos zugänglich, wird aber nur ca. 9-17h geöffnet. Dass Wachpersonal auf der Burg ist, hat wohl v.a. damit zu tun, dass man in zwei unterirdische Gänge klettern kann, was bei den verfallenen Stufen und dann bis zu 120m tief in Stollengängen und einem Brunnenschacht, auch nicht ganz ungefährlich ist. Besonders aufgrund der Gänge ein sehr lohnender Burgbesuch!

5km weiter ist die Burgruine Dawsaq groß angekündigt. Direkt hinterm Schild geht es 200m auf einer Piste den Berg hoch, dann steht man vor zwei Turmstümpfen und einigen Mauerresten einer Burg oder wahrscheinlich eher frühneuzeitlichen osmanischen Befestigungsanlage. Auch hier liegen noch aufgegebene Wohnhäuser (Khirbet Dawsaq, Khirbet bedeutet in diesem Falle „Wüstung“) in der Nähe.

Nachdem wir uns durch den Bezirk Tafila ohne Sightseeingstopps bewegt hatten, hielten wir im Bezirk Kerak im hoch gelegenen Dorf Dhat Ras, wo es eine römisch-nabatäische Tempelruine zu sehen gibt. Nach diesem Tempel bzw. dem Dorf heißt der Fußballverein in der benachbarten Bezirkshauptstadt al-Karak (Kerak). Zuerst guckten wir uns dort die sehenswerte Altstadt an: etwas Stadtmauer, drei Stadttürme und eine tolle Burg, die von den Kreuzrittern gebaut und von Saladin und seinen Nachfolgern ausgebaut wurde. 1,25€ Eintritt, dafür konnte man aber wieder lange in Türmen, auf Wehrmauern und in Gewölben herumklettern und einen tollen Ausblick über die spektakulär auf mehreren Bergkuppen erbaute 35.000-Einwohner-Stadt gewinnen. الكرك Während die Altstadt mit Burg am Westende liegt, befindet sich das Stadion am Ostende. Vor einer Universität biegt man ein und parkt auf der Freifläche, dann kauft man Karten für nur 2,50€ (2 JOD) am Schalter neben dem Eingangstor. Die Polizeikontrolle war viel freundlicher als in Amman und auch noch freundlicher als in Ramtha – so muss es sein! Kurios war nur, dass alle einen Handzettel zum neuen Verbot von Freudenschüssen in die Hand gedrückt bekamen...
Auf diesem steht:
"Verwaltung der Polizeikräfte
Deine Freude bedeutet meinen Tod
Gemeinsam das Phänomen Freudenschüsse stoppen
Freudenschüsse mit Handfeuerwaffen sind eines jener Phänomene unserer Gesellschaft, die sie schädigen. Dieses Phänomen führt zu Problemen zwischen Familien und zu einer nicht geringen Anzahl an unschuldigen Opfern – auch unter jenen, die Feierlichkeiten beiwohnen, die Freude der Feiernden teilen und sich ihnen im Zuge ihrer sozialen Verpflichtung [Anm.: z.B. bei Hochzeiten in der Nachbarschaft hat man als Nachbar das Brautpaar zu beglückwünschen] nähern. Statistiken zeigen, dass dieses Phänomen weite Verbreitung findet und viel Blut Unschuldiger kostet.
Der Erhabene sprach:
Und tötet keinen Menschen, den Gott für gerecht erklärt hat – es sei denn mit Recht [d.h. Richterspruch]. Wer im Unrecht getötet wird, so geben Wir [Gott] seinem nächsten Verwandten eine Vollmacht [ihn zu rächen: Blutrache oder Verpflichtung zur Zahlung von Blutgeld/ =Entschädigung]. Nur soll er nicht maßlos im Töten [des Mörders] sein. Er wird Beistand finden. Siehe: Sure al-Isrâ`/ die nächtliche Reise, Vers 33. * Der Allmächtige hat die Wahrheit gesprochen. *
- Ist Dir nicht klar, dass die Kugeln, die Du in die Luft schießt, wieder mit gleicher Geschwindigkeit zerstörerisch auf den Boden zurückkommen?
- Hast Du nicht gelernt, dass jemandem eine Waffe, die bei einem freudigen Anlass wie einer Hochzeit abgefeuert wird, aus der Hand fallen kann und Anwesende töten kann?
- Weißt Du nicht, dass Kinder, Frauen, Alte und andere Menschen durch Schüsse Angst und Panik bekommen können?
Es gibt keinen Zweifel, dass jemand, dem das oben angeführte bewusst ist und trotzdem Freudenschüsse abgibt, Seele und Sicherheit der Menschen verachtet.
[Mohammed] Der Gesandte Gottes – Gottes Segen sei mit ihm – sagte einmal: Es ist keinem Muslim erlaubt, einen anderen Muslim in Panik zu versetzen. Überlieferer: Abu Daoud.
Zudem hat der Prophet Mohammed – Gottes Segen sei mit ihm – das offene Tragen von Waffen untersagt, da es die Muslime auf den falschen Weg führen kann. Außerdem untersagte er den Muslimen das Posieren mit Waffen aus Furcht, ihnen könnte durch den Teufel die Hand ausrutschen. Und wie steht es um den, der die Waffe tatsächlich einsetzt und Muslimen Schaden zufügt?! Dazu sagte Mohammed – Gott segne ihn – folgendes: Wenn jemand von Euch in unsere Moschee oder unseren Markt geht und er hat Pfeil und Bogen dabei; ergreift die Pfeilspitze oder sagt: ,Lasst uns ihn bei seinen Händen ergreifen, dass er keinen der Muslime Schaden zufügen kann.‘. Die Überlieferung des Spruches ist bestätigt.
Schreckliche Unglücksfälle, die das Herz zerreißen und Tränen in die Augen treiben, sind jene, in denen ein Bruder einen Bruder versehentlich beim Abfeuern von Freudenschüssen anlässlich des Uniabschlusses tötet. Dann verwandelt sich die Freude im nu zu Trauer.
Seine Majestät, König Abdallah II bin al-Hussein bekräftigte das Verbot von Freudenschüssen und betonte, dass
- Gesetzesbrecher zur Rechenschaft gezogen werden
- Gesetzesbrecher keine Strafvergünstigungen über Mittelsmänner [Wasitât (Mittelsmänner) ist die typischste Form der Korruption in Jordanien] erwarten können
- Das Abfeuern von Freudenschüssen eine rote Linie ist.
=> Wir zeigen Entschlossenheit um das Phänomen Freudenschüsse einzudämmen!
=> Zögere nicht, Leute die mit dem Leben anderer spielen, anzuzeigen!
Wählt den Notruf 911
Die Verwaltung der Polizeikräfte (Tel. 06/5100360)." ذات راس الكرك مع البقعة عمان An der Sporthalle vorbei, geht es eine enge Treppe nach oben auf die Tribüne, die nur zum Teil durch eine primitive Wellblech-Stahlträger-Pfuschkonstruktion überdacht ist. In der Mitte befindet sich ein VIP-Sektor mit Stühlen. Ansonsten sind bis zu 16 unüberdachte Stehreihen auch hinter dem einen Tor bis zum Beginn der Gegenseite vorhanden. Keinen Ausbau haben die Gegenseite und die eine Hintertorseite: dort blickt man in eine von Feldern durchzogene Berglandschaft mit gelegentlichem Viehtrieb.

Die Fans von Dhat Ras sind nicht unbedingt zahlreich, heute waren kaum mehr als 600 da und eine größere Truppe Gästefans aus der Hauptstadt machte nicht viel weniger Stimmung durch Sprechchöre, aber recht einfallsreich: Dhat Ras hat Flutlichtprobleme, da die Bezirksregierung eine Erneuerung der Flutlichtanlage 2012 abgelehnt hatte, also schleppten sie aus Protest hunderte von Kerzen ins Stadion um die Bruchbude mal etwas auszuleuchten...

Einige Fans interessierten sich für uns, konnten aber nur mit mir kommunizieren, da hier anscheinend kaum jemand eine Sprache außer Arabisch kann. Dafür waren die Leute aber umso freundlicher, denn mit Ausländern scheinen sie hier kaum zu tun zu haben: und im Gegensatz zu Europäern, die nicht regelmäßig mit Ausländern zu tun haben, sind Araber Ausländern gegenüber meist sehr aufgeschlossen und freundlich.

Das Spiel fing mit sehr offensiven Aktionen der Gastgeber an. Al-Baqaa Amman (einem von palästinensischen Flüchtlingen gegründeten Club aus dem Lager al-Baqaa am nordwestlichen Stadtrand der Hauptstadt) hatte kaum etwas zu melden. Doch nach 30 Minuten Dauerdruck knickte Dhat Ras etwas ein und nach 40 gelang al-Baqaa die Führung. Nach der Pause war erst wieder al-Baqaa am Drücker, doch Dhat Ras kämpfte sich zurück und glich mit einem Nachschuss unter die Latte zum 1:1 aus. In der 90. köpften sie noch ein weiteres Tor, doch aus fragwürdigen Gründen erkannte das Schiedsrichtergespann den Treffer ab. Es gab noch einige Pöbeleien, doch das Spiel ging ohne größeren Stress mit 1:1 ab.

Wir stiegen dann im billigsten Hotel der Stadt („Towers“ für knapp 30€ ist das mittelgroße Zimmer mit Kühlschrank, Ventilator, aber ohne Internet und mit klapprigen Möbeln zu teuer) ab. Nebenan befindet sich ein überteuertes Restaurant (Kir Heres), in dem wir gutes, aber v.a. für die kleinen Portionen zu teures Essen (zwei kleine Grillteller mit Salat und Cola für zusammen 25€: vergleichbares hatten wir am Vortag für weniger als 15€) bekamen. Länger rumsuchen konnten wir aber eh nicht: fast alles war bereits um 20 Uhr geschlossen, da Karak fast nur vom Tagestourismus, der an die Öffnungszeiten der Burg (je nach Jahreszeit 7/9 bis 16/18 Uhr) gebunden ist, lebt. ذات راس الكرك مع البقعة عمان Statistik:
- Grounds: 1.460 (1 neuer; diese Saison: 45 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.486 (1; diese Saison: 52)
- Tageskilometer: 170 (170km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 13.630 (8.600 Auto, davon 3.160 Mietwagen/ 3.520 Flugzeug/ 900 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 620 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 47 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 477.

W477III: Zum Roten Meer und zurück nach Petra (Jordanien, Tag 8)

منظر على بتراء Photos with English Commentary:
a) Ma’an Region: LITTLE PETRA, Ras an-Naqab View, Khan Unayzah
b) Aqaba Region: al-Humayma Ruins, Aqaba Town

Diesmal machten wir einen größeren Tagesausflug von Wadi Musa (Petra) aus. Erst fuhren wir die derzeit gesperrte Straße nach Nordwesten um Petra herum nach El-Beyda und der sogenannten „Little Petra“-Ruinenstadt. Dort kann man kostenlos durch einen Siq (Schlucht) laufen und nabatäische Ruinen besichtigen. Der Ort war ein Vorort von Petra und am besten besichtigt man ihn schon vor dem Besuch in der eigentlichen Ruinenstadt Petra.

Als wir an einer Polizeikontrolle in der Nähe angehalten wurden, dachten wir, es sei mal wieder eine allgemeine Verkehrskontrolle, aber da wollten zwei Uniformierte ein paar Kilometer nach Hause mitgenommen werden. Als wir die abgesetzt hatten, waren wir auch schon fast in al-Humayma, das an der breiten aber teils im schlechten Zustand befindlichen Autobahn „Desert Highway“ liegt. Fährt man noch 8km hinter kommt man nach al-Humayma al-Qadima, dem alten Dorf, in dem sich nabatäische, römische, umayyadische und osmanische Ruinen (meist nur Grundmauern) befinden. Ab hier werden die Berge wieder spektakulärer.

Will man nach Aqaba rein, muss man eine Passkontrolle des Zolls passieren, zumindest bei Deutschen sind die aber ganz freundlich. In der Freihandelszone Aqaba im Vierländereck (9km Landweg bis Saudi-Arabien, 5km Landweg bis Israel und in Sichtweite auch Ägypten das per Fähre direkt und auf dem Landweg via Israel (15km) erreicht werden kann) sieht es sehr aufgeräumt und gepflegt aus. Saubere, palmengesäumte, breite Straßen verbinden u.a. die historische Ruinenstadt mit dem osmanischen Fort.

Wir hielten uns nicht besonders lange in Aqaba auf, sondern machten uns auf den Desert Highway, wo wir in Quwayra an einer Tankstelle mit Raststätte sehr gut essen gingen: mit 6,50€ p.P. war das für Jordanien nicht so billig, aber das persisches Reisgericht mit viel Hammelfleisch und auch Gemüse und Nüssen (Bokhari Lahme) war von bester Qualität und die Getränke (Pepsi 0,25l für unter 0,40€) gewohnt billig. Aber das eigentlich kuriose war ja, dass diese Fernfahrer-Raststätte „Alanya Restaurant“ internationale Küche (jordanisch, syrisch, beim Namen Alanya auch natürlich türkisch, sowie auch persisch, indisch, saudisch etc.) anbot...

Wir machten einen Abstecher vom Desert Highway auf die Landstraße Qabet Hanout – Ras an-Naqab, die sehr stark von Schwerverkehr befahren ins Gebirge hoch und wieder zum Highway runter führt. Am südlichen Ortsende von Ras an-Naqab hat man eine schöne Sicht in Richtung Wadi Rum mit seinen einmaligen Felsformationen. Die Fotos waren aufgrund des Sommer-Dunstes aber nicht so gut – wer in Frühjahr oder Winter unterwegs ist, wird sicherlich schönere bekommen.

Wir schauten uns noch schließlich den Khan Unayzah an, in dem man etwas zwischen den schön regelmäßigen und symmetrischen Mauern herumklettern kann. Der Khan (befestigte Karawanserei, die stets einen Schloss- der Burgcharakter hat, aber eigentlich nur ein mittelalterliches bzw. auch neuzeitliches Motel ist) stammt aus osmanischer Zeit und ist ein wirklich schönes Beispiel für diese Art der Architektur.

Wir fuhren wieder über Shobek, des wir am nächsten Tag besichtigten, nach Wadi Musa zurück. عقبة Statistik:
- Tageskilometer: 380 (380km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 13.460 (8.430 Auto, davon 2.990 Mietwagen/ 3.520 Flugzeug/ 900 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 620 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)

W477II: Felsenstadt Petra (Jordanien, Tag 7)

بتراء Photos with English Commentary:
Ma’an Region: PETRA NABATEAN ROCK CITY AND ROMAN RUINS

Heute stand ausschließlich der Besuch von Jordaniens berühmtester Sehenswürdigkeit, der nabatäischen Stadt Petra an. Die spektakulär in den Felsen gebaute bzw. aus selbigen gehauene, mehr als 2.000 Jahre alte Stadt ist nicht nur für historisch/ kulturell/ archäologisch Interessierte ein Erlebnis, sondern auch für Sportler/ Wanderer etc., da man dort locker von 6.30 bis Einbruch der Dunkelheit in Schluchten rumlaufen und auf bunten Felsformationen herumklettern kann und schnell zwischen 15 und 30km zu Fuß unterwegs ist. Wir hatten Routen gewählt, die zusammen knapp 20km lang waren und die wichtigsten und einige kleinere Sehenswürdigkeiten ansteuern.

Insgesamt hat sich der Besuch gelohnt, da Petra landschaftlich wie architektonisch ein absoluter Knaller ist – aber es ist einer der Knaller, den man nur einmal im Leben gemacht haben muss: so viel habe ich noch nie für Eintritt bezahlt; abgeschaut vom System der Nationalparks der USA, werden perverse 62€ (50 JOD) für ein Tagesticket pro Person verlangt! Angeblich braucht man so viel für den Unterhalt der riesigen Anlage – als ob die UNESCO nicht Millionen bezuschussen würde, aber die gehen in wahrscheinlich in den korrupten Strukturen in Jordanien unter... Auch die Preise für Getränke, Souvenirs etc. sind maßlos überteuert, d.h. fast doppelt so hoch wie im Ort Wadi Musa, der wiederum für Ausländer bereits schon fast die doppelten Preise nimmt wie für Einheimische, was wiederum nur in Wadi Musa (Petra) und noch nicht einmal in Amman, geschweige denn in Madaba, Irbid etc. vorkommt. Positiv kann man nur vermerken, dass die Beduinen – alles recht originell aussehende, völlig ungewaschene (wo sollen die auch Wasser hernehmen, es reicht nur zum Trinken aus!) und oft sehr folkloristisch gekleidete Typen – einen zwar alle zwei Minuten eine Dienstleistung (Esels-, Kamel- oder Pferderitte, Getränke, Schmuck & andere Souvenirs) anbieten, aber bei einem „nein danke“ auch sofort Ruhe geben und den nächsten unaufdringlich fragen. Also kein Vergleich zu Marokko oder Tunesien, wo man 1. weniger höflich angeredet wird und 2. mindestens drei Mal sagen muss, dass man den Scheiß nicht haben will... بتراء Statistik:
- Tageskilometer: 10 (10km Mietwagen und fast doppelt so viele zu Fuß...)
- Saisonkilometer: 13.080 (8.050 Auto, davon 2.610 Mietwagen/ 3.520 Flugzeug/ 900 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 620 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)

W477I: Vom Norden aus am Toten Meer entlang gen Petra (Jordanien, Tag 6)

اثار في طبقة الفحل Photos with English Commentary:
a) Irbid Region: Pella Roman Ruins
b) Madaba Region: Death Sea
c) Karak Region: Death Sea, Bab Dhiraa, Lot’s Cave

Von Irbid aus fuhren wir durch zersiedelte Berglandschaft über Pella, einer schönen aber recht kleinen römischen Ruinenstadt (freier Eintritt) mit Oasengarten in einem zwischen hohen Bergen eingeklemmten Tal, durchs Jordantal ans Tote Meer. Das Tote Meer ist eigentlich ein See, der durch seinen extrem hohen Salzgehalt bekannt ist. Außerdem ist er der tiefste trockenen Fußes erreichbare Punkt der Erde: ein Teil des Ufers liegt über 400m unter dem Meeresspiegel.

Wir machten einen Abstecher zu den kläglichen Mauerresten und kaum erkennbaren Gräberfeldern von Sodom bzw. Bab adh-Dhiraa – so richtig klar, ob dort wirklich Sodom lag, ist es nicht. Dass es in der Bibel eine Geschichte von der Zerstörung zweier Städte mit Feuer durch Gott gibt, macht Sinn, wenn man archäologische und geologische Befunde einsieht: an den Ufern des Toten Meeres gibt es Methangaslager – schlägt eines durch z.B. ein Erdbeben leck, kann es zu einer heftigen Explosion kommen; unabhängig davon, ob dort nun Inzest im Ort betrieben wurde oder nicht...

Ein ganz ordentliches Museum mit vielen Fundstücken u.a. aus Bab Dhiraa, die bis zu 12.000 Jahre alt sind, ist unterhalb der Höhle des Lot zu finden. Dahinter geht eine unbefestigte Piste 700m bis zu einem Parkplatz vor einer Treppe hoch. Am oberen Treppenabsatz sind die Ruinen einer Klosterkirche aus byzantinischer Zeit zu finden, die um die angebliche Höhle von Lot, der dort im Suff seine beiden Töchter geschwängert haben soll, herum gebaut wurde. Im Gegensatz zu den historisch nachvollziehbaren Erzählungen zu Sodom & Gomorrha oder auch den Kriegen zwischen Israeliten und Moabitern, ist die Geschichte von Lot und seinen Töchtern eher Polemik: denn die Töchter sollen die Stammväter der Moabiter und Ammoniter gezeugt haben – das fällt dann wohl eher unter israelitische Pöbeleien im Sinne von „Moabiter: eure Eltern sind Geschwister“...

Eigentlich wollten wir dann über Feynan und El-Beidha nach Petra fahren, aber die Straße war gesperrt. Da vorher kein Hinweis war, mussten wir 100km Umweg durch die Gebirgslandschaft bei Tfeila und Shobek fahren. Ganz toll gemacht, diese Ausschilderung! 21h Endlich in diesem scheiß Beduinenkaff Wadi Musa, das einzig von Touristenabzocke lebt, angekommen, bezogen wir ein akzeptables Hotel, das vom Reiseführer aber zu sehr gelobt wurde: mit 32€ pro Nacht ist das „Mussa Spring“ an der Mosesquelle (einer von dutzenden Orten, hier eher abwegig, an dem Moses eine Quelle aufgetan haben soll), das von einem wie ein bäuerlicher Analphabet wirkenden Wüstenaraber geführt wird, für das Gebotene zu teuer. بحر الميت Statistik:
- Tageskilometer: 480 (480km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 13.070 (8.040 Auto, davon 2.610 Mietwagen/ 3.520 Flugzeug/ 900 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 620 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre)

W476VII: Jordaniens größte römische Stadt und Sonntagsspiel 5km vor der syrischen Grenze (Jordanien, Tag 5)

Nady ar-Ramtha ........................................... 2
Shabab al-Urdun Amman ............................ 2
نادي الرمثا مع شباب الاردن باطار الدوري المناصير بملعب الامير هاشم
- Datum: Sonntag, 13. September 2015 – Beginn: 17.00
- Wettbewerb: Al-Manaseer Jordan Professional League (1. jordanische Fußballliga, Profiliga)
- Ergebnis: 2-2 nach 97 Min. (48/49) – Halbzeit: 1-0
- Tore: 1-0 40. Rakan al-Khaledy, 1-1 61. Ahmad al-Issawy, 2-1 82. Rakan al-Khaledy, 2-2 90. Moussa az-Zouby
- Verwarnungen: Alaa Shaqran, Ammar Abu Aleeqa (Ramtha); Ahmad al-Issawy (Shabab al-Urdun)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Prince Hashim bin al-Hussein Stadium (Kap. 6.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 1.000 (davon ca. 10 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 8,0/10 (Sehr gutes, spannendes und stimmungsvolles Spiel) نادي الرمثا مع شباب الاردن Photos with English Commentary:
a) Jordanian League: Ar-Ramtha v Shabab Al-Ordon Amman (Ramtha Stadium)
b) Jerash & Ajaloun Region: Jerash Roman Ruins

Am Sonntag fuhren wir weit nach Norden raus. Nach kurzem Verfahren kamen wir zur frühen Mittagszeit bei trockenheißen 40 Grad in Jerash an und liefen 3 Stunden herum. Jerash ist die größte römische Stadt Jordaniens und hat u.a. mehrere Stadttore, ein Hippodrom, einen tollen ovalen Platz mit Säulenreihen (Forum), mehrere Theater (ziemlich groß und sehr schön gestaltet), etliche Tempel, lange Säulenstraßen mit groben Pflastersteinen und Kirchenruinen zu bieten. Die umgerechnet 10€ Eintritt lohnen sich wirklich anzulegen. In Jerash waren übrigens recht viele Touristen aus allen möglichen Ländern (Deutschland, England, Spanien, Indien, Japan, arabische Staaten) unterwegs – die Souvenirverkäufer und Guides waren trotzdem sehr unaufdringlich, auch wenn man ihren Kram freundlich ablehnte.

Die Strecke nach Norden ist von der Landschaft her schön. Nach Irbid und ar-Ramtha fährt man durch durchgängig mit Bäumen oder sogar richtigen kleinen Nadelwäldern bestandene Berge. جرش In ar-Ramtha interessierte uns nur das Stadion. Nur 5km von der syrischen Grenze, deren offiziellen Übergänge zu Jordanien von der Südfront der Freien Syrischen Armee kontrolliert werden und daher nur inoffiziell geöffnet sind, entfernt, steht das schöne Prinz Hashim bin al-Hussein Stadion in einem staubigen Industriegebiet. Wieder war die Einlasskontrolle streng, doch bevor irgendjemand irgendwas beanstanden konnte, hatte sich der hochrangigste Kollege schon eingemischt, uns mit unseren 4,40€ teuren Karten einfach so reinzulassen. Theoretisch hat die Haupttribüne des Stadions 25 Reihen, doch so ein alter Klugscheißer schickte uns aus der letzten Reihe weg, weil die nur für die Polizei zur Beobachtung sei. In allen Bereichen wieder enormer Sicherheitsaufwand, Polizeikette auch auf der nur halb so hohen und einheitlichen Gegentribüne. Selbst im VIP-Sektor, der Überdachung und Polsterstühle hat und wo sich der wohl am längsten amtierende Vereinspräsident der Welt (seit 1968 hat Nady ar-Ramtha denselben Chef: Abdelhalim Samara) aufhielt, standen Sicherheitskräfte.

Die Stimmung war durch das Prollpublikum, das viel pöbelte aber auch schöne Sprechchöre und Wechselgesänge anstimmte, durchgängig gut. Das Spiel war durchgängig sogar sehr gut. Chancen v.a. für den Gastgaber, doch nicht einmal ein Foulelfmeter wurde verwandelt. Nach 40 Minuten schlug aber ein Schuss aus Nahdistanz nach Flanke von rechts schräg nach hinten unterm Tordach ein. Nach der Pause ein toller Schuss von Shabab al-Ordon (die Jugend Jordaniens, ein relativ junger Verein aus der Hauptstadt, der im Frauenfußball deutlich mehr Titel gewonnen hat als bei den Männern) zum 1:1. In einem spannenden Spiel ging ar-Ramtha erneut in Führung, doch der recht späte Treffer (82.) wurde acht Minuten spter mit einem genialen Schuss aus 25 Metern aus vollem Lauf ins kurze Eck ausgeglichen.

In Irbid fanden wir recht problemlos ein nach den Umayyaden benanntes Hotel (Hotel Omayah) das für 22€ ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis hatte: trotz etwas abgewohnter, einfacher Zimmer (daher ein entsprechend niedriger Preis von 20JOD) gab es Highspeed-Internet. Essen holten wir in derselben Straße: gutes arabisches Fastfood – und es bediente ein deutschsprachiger palästinensischer Kellner... نادي الرمثا مع شباب الاردن Statistik:
- Grounds: 1.459 (1 neuer; diese Saison: 44 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.485 (1; diese Saison: 51)
- Tageskilometer: 150 (150km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 12.590 (7.560 Auto, davon 2.130 Mietwagen/ 3.520 Flugzeug/ 900 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 620 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 46 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 476.

W476VI: Fußballländerpunkt mit zwei Mal 1:0 durch Elfmeter in der Hauptstadt (Jordanien, Tag 4)

Al-Ahly Amman ............................................. 0
Al-Faisaly Amman ......................................... 1
الاهلي مع الفيصلي باطار الدوري المناصير بملعب العمان الدولي
- Datum: Samstag, 12. September 2015 – Beginn: 19.30
- Wettbewerb: Al-Manaseer Jordan Professional League (1. jordanische Fußballliga, Profiliga)
- Ergebnis: 0-1 nach 95 Min. (46/49) – Halbzeit: 0-0
- Tor: 0-1 51. Alassane Diallo (Handelfmeter)
- Verwarnungen: Mohamed ‘Assi, Mohamed As-Salou (Ahly); Iessam Al-Mubaydien (Faisaly)
- Platzverweise: Mohamed ‘Assi (50. Min. wg. absichtlichen Handspiels im Strafraum)
- Spielort: Amman International Stadium (Kap. 20.000, davon 7.500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 2.200 (davon ca. 2.000 Faisaly-Fans, 100 Ahly-Fans und 100 VIPs)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Immer wieder Durchhänger in einem halbwegs guten, spannenden und stimmungsvollen Spiel)

Nady As-Sahab ............................................... 0
Al-Yarmouk Amman ..................................... 1
السحاب مع اليرموك باطار الدوري تحت ٢٠ سن بملعب النخيل
- Datum: Samstag, 12. September 2015 – Beginn: 16.00
- Wettbewerb: Botola Taht Sinn 20 Lil-Andiya Al-Oula Wath-Thaniya Wath-Thalitha (2. jordanische U20-Liga)
- Ergebnis: 0-1 nach 95 Min. (46/49) – Halbzeit: 0-0
- Tor: 0-1 68. Nr. 3 (Foulelfmeter)
- Verwarnungen: Nr. 2, 19 (Sahab)
- Platzverweise: keine
- Spielort: Malaab An-Nakheel (Hussein Youth City Amman; Kap. 500 Stehplätze)
- Zuschauer: ca. 50 (davon ca. 25 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 7,0/10 (Gutes, schnelles und spannendes Spiel mit furchtbarer Chancenverwertung) الفيصلي مع الاهلي Photos with English Commentary:
a) Jordanian League: Al-Ahli v Al-Faisaly (Amman International Stadium)
b) Under-20 League: Al-Yarmouk Amman v Al-Sahab (Nakheel Field)
c) Amman District: Roman Theatre, Castle with Historic Ruins, and Mosques & Churches

In der jordanischen Hauptstadt Amman wurde die erste Ansiedlung auf dem Stadtgebiet vor ca. 10.000 Jahren errichtet und ca. 5.000 v. Chr. aufgegeben um sie etwas weiter nach Südwesten zu verlagern. Dadurch gab es niemals einen Besiedlungsstopp der Stadt Amman seit 10.000 Jahren. Diese Keimzelle einer der ältesten Städte der Welt heißt heute Ayn Ghazal, doch wie schon am Satellitenbild gut erkennbar, steht dort fast nichts mehr...

Daher konzentrierten wir uns auf die Innenstadt, wo ein sehr sehenswertes da großes, sehr gut erhaltenes und extrem steil gebautes römisches Theater mit einem gut gemachten Volkskunstmuseum und einem weiteren, kleineren Theater steht. Auf dem Hügel gegenüber erhebt sich die Zitadelle mit Siedlungsresten verschiedener Völker, u.a. der Römer und der Umayyaden-Dynastie. Im Gelände befindet sich auch ein Archäologie-Museum, das u.a. seltsame Statuen aus Ayn Ghazal ausstellt: dies sind die ältesten bekannten bildhauerischen Arbeiten der Menschheitsgeschichte und ein Teil der mit charakteristischen großen Augenpaaren versehenen Statuen hat zwei Köpfe, was natürlich einige Rätsel aufwirft (Götterdarstellung? Gag?? Siamesische Zwillinge???). Sehenswert ist auch der Stadtteil al-Abdaly mit zwei Kirchen und gegenüber der King-Abdallah-Moschee, die eine der wenigen für Nicht-Muslime geöffneten Moscheen Jordaniens ist. Die sehr freundliche junge Frau im Laden unter der Moschee, der einen Teil seines Gewinns an Bedürftige (Zakat-Stiftung) spendet, zeigte unaufdringlich ihre Ware und unterhielt sich mit mir auf Hocharabisch. Als wir hochgingen war aber immer noch kein Kartenverkäufer da (2,50€ sonst pro Nichtmuslim), sodass wir einen freundlichen Sicherheitsmann fragten, ob wir mal reingucken dürfen. Der dachte ich sei Iraner und hätte nur einen europäischen Freund mitgebracht, ich erklärte dass wir deutsche Christen sind und auch den Eintritt zahlen würden, aber dass ein deutscher Nicht-Muslim so gut Arabisch spricht gefiel ihm, sodass er uns kostenlos rein und fotografieren ließ. عمان Dann ging es zur Prince Hussein Youth City, einer unglaublich weitläufigen Sportanlage, die außer dem Amman International Stadium noch mehrere Sporthallen, ein Dutzend Tennisplätze, mit dem Petra-Stadion ein weiteres Fußballstadion, mehrere ausbautenlose Fußballplätze (davon einer im Umbau zu einem kleinen Stadion begriffen), zwei Schwimmsportanlagen, zwei Reitsportanlagen und hinter den Reitsportanlagen zwei weitere Fußballplätze aufweisen kann: auf dem Malaab Bolo (Stadion am Poloplatz) waren Bauarbeiten, sodass das U20-Spiel auf dem hässlichem Malaab An-Nakheel (Sportplatz Palmenhain) stattfand. Wahrscheinlich abgeholzt der Palmenhain, so wie das da aussieht – aber der freundliche Schiedsrichter-Kommissär ließ uns auf einer Bank neben der Spielerbank von Yarmouk sitzen, sodass wir einen guten Blick aufs Kunstrasenspielfeld hatten.

Al-Yarmouk Amman spielte gegen al-Sahab (einer mit Amman zusammengewachsenen Kleinstadt im Südosten der Hauptstadt) ein gutes und spannendes sowie offensives Spiel. Zuerst hatte Sahab mehr Spielanteile, doch in der zweiten Hälfte war Yarmouk besser. Dennoch konnten sie nur durch einen Foulelfmeter zu einem Treffer kommen – ihre furchtbar schlechte Chancenverwertung verhinderte ein höhere Ergebnis.

Während sich U16-Mädchen für ein Spiel bereit machten, latschten wir wieder zurück durch die Sportanlage, an Badminton-, Basketball- und Fechthallen vorbei und durch den Jogging-Wald hindurch zum größten Stadion der Anlage. اليرموك مع السحاب في البطولة تحت ٢٠ عام Das Amman International Stadium kommt mit einer teilüberdachten Haupttribüne und in der Mitte immer höher werdenden Sitzreihen auf einer Längsseite daher, hinter den Toren und auf der anderen Längsseite sind nur 13 Stehreihen. Fürs Derby von Amman (Faisaly v Wihdat) und manche Länderspiele ist auch dieses größte Stadion Jordaniens eher zu klein – für ein normales Ligaspiel wie heute aber immer noch überdimensioniert.

Die Karten kosteten über 4€, die Einlasskontrollen waren völlig übertrieben. Selbst uns als Ausländern wurde der neue Faysaly-Schal auf die Aufschrift kontrolliert (bei meinem 2€-Teil steht aber nichts unanständiges drauf: Az-Za’iem ist „der Führer“, meint aber dass Faisaly Rekordmeister ist) und die Kamera sollte sich erst einmal der höchstrangigste Polizist anschauen, da sich irgendwie angeblich das jordanische Fernsehen an professionellen Foto- oder jeglichen Videoaufnahmen der Spiele stört. Insgesamt hat sich einiges im Vergleich zur letzten Saison geändert bei der jordanischen Liga, die immer kommerzialisierter wird und verzweifelt versucht auf internationales Niveau zu kommen – mit teils völlig idiotischen Ideen.

Die erste Halbzeit des Spiels zwischen Al-Ahly und Al-Faisaly war aber überhaupt nicht professionell und zog diesen ganzen Sicherheitswahn und den Hype um die Liga, deren Spiele im Schnitt von 1.000 bis 2.000 Zuschauern besucht werden, gänzlich ins Lächerliche. Eine ganz schwache Leistung von Al-Faisaly, während Al-Ahli mit einigen guten Chancen aufwartete.

Dann kam Faisaly endlich in Gang und in Hälfte zwei nach tollen Szenen im Strafraum und einem absichtlichen und mit rot geahndeten Handspiel, ging der Rekordmeister mit einem souverän verwandelten Strafstoß des Maliers Diallo in Führung. Danach gab es ein weitestgehend gutes Spiel mit einzelnen Durchhängern, das beim 1:0 blieb. Also zwei Mal 1:0 durch Elfmeter in der zweiten Spielhälfte!

Die Stimmung war wenigstens teilweise einer Profiliga würdig, aber nur durch Faisaly-Fans. Al-Ahly hat kaum Anhänger. Der Faisaly-Capo ließ auch seine kleine Tochter immer wieder vorne Stimmung anheizen, am Rande des Blocks ging auch ein Salafist mit seiner ruhig zuguckenden Niqab-tragenden Frau gut mit, hinter uns waren ziemliche Prolls, die dauernd pöbelten, u.a. wurde auch ein Lied angestimmt, dass die Fans von Wihdat, einem von Palästinenser gegründeten Verein, als „Hurenclub aus dem Flüchtlingslager“ verhöhnt.

Der Rückweg nach Madaba lief problemlos bis zum Essen holen: das klappte erst in Hotelnähe, und dann setzte mein Vater zu weit zurück, rempelte einen Einheimischen an, der einen leichten Kratzer vorne vorfand, aber nur meinte: „Bist ja Deutscher und das ist ein deutsches Auto, ist nicht so schlimm – schönen Urlaub hier in Jordanien“... الفيصلي مع الاهلي Statistik:
- Grounds: 1.458 (2 neue; diese Saison: 43 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.484 (2; diese Saison: 50)
- Tageskilometer: 80 (80km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 12.440 (7.410 Auto, davon 1.980 Mietwagen/ 3.520 Flugzeug/ 900 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 620 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 45 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 476.

W476V: Biblische Stätten und Handball in der Grau-Braunen Blaustadt (Jordanien, Tag 3)

Al-Araby Amman ....................................... 35
Al-Fajr Amman .......................................... 23
العربي عمان والفجر عمان في اطار الدوري التصنيفي بصالة امير محمد
- Datum: Freitag, 11. September 2015 – Beginn: 19.00
- Wettbewerb: Ad-Dawry At-Tasneefy (Vorrunde der 1. Jordanischen Handballliga)
- Ergebnis: 35-23 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 15-13
- Tore: NN
- Gelbe Karten: 1x Al-Araby, 3x Al-Fajr
- Zeitstrafen: 14 Strafminuten Al-Araby, 8 Strafminuten Al-Fajr
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sports Hall Price Mohammed Youth City (az-Zerqa; Kap. 2.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 85 (davon je ca. 5-6 Fans der jeweiligen Teams, der Rest neutral)
- Unterhaltungswert: 7,5/10 (Sehr gutes und bis zur 45. auch spannendes Spiel)

Nady Al-Salt ................................................ 39
Nady Al-Shouna .......................................... 17
نادي السلط ونادي الشونة في اطار الدوري التصنيفي بصالة امير محمد
- Datum: Freitag, 11. September 2015 – Beginn: 17.00
- Wettbewerb: Ad-Dawry At-Tasneefy (Vorrunde der 1. Jordanischen Handballliga)
- Ergebnis: 39-17 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 19-6
- Tore: NN
- Gelbe Karten: 3x Al-Salt, 2x Al-Shouna
- Zeitstrafen: 6 Strafminuten Al-Salt, 2 Strafminuten Al-Shouna
- Platzverweise: keine
- Spielort: Sports Hall Price Mohammed Youth City (az-Zerqa; Kap. 2.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 30 (davon je ca. 5-6 Fans der jeweiligen Teams, der Rest neutral)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Teils ganz gutes, aber sehr einseitiges Spiel)

Al-Ahly Amman .......................................... 36
Nady Umm Joza .......................................... 18
الاهلي عمان ونادي ام جوزة في اطار الدوري التصنيفي بصالة امير محمد
- Datum: Freitag, 11. September 2015 – Beginn: 15.00
- Wettbewerb: Ad-Dawry At-Tasneefy (Vorrunde der 1. Jordanischen Handballliga)
- Ergebnis: 36-18 nach 60 Min. (30/30) – Halbzeit: 17-8
- Tore: NN
- Gelbe Karten: mind. 1x Al-Ahly
- Zeitstrafen: 6 Strafminuten Umm Joza
- Platzverweise: Rot wg. groben Foulspiels für Umm Jozas Nr. 6
- Spielort: Sports Hall Price Mohammed Youth City (az-Zerqa; Kap. 2.000 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 20 (davon je ca. 5-6 Fans der jeweiligen Teams, der Rest neutral)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Teils ganz gutes, aber sehr einseitiges Spiel) صالة امير محمد بالزرقاء Photos with English Commentary:
a) Handball League: Al-Ahly Amman v Umm Joza, Al-Salt v Al-Shoona, and Al-Araby v Al-Fajr
b) Madaba District: Macchareus Palace, Mount Nebo, Khirbet Mukhayyet Mosaics

Wir setzten unsere Besichtigungen im Raum Madaba fort und fuhren zuerst in die zwischen der Stadt und dem Toten Meer gelegene Berglandschaft. Jetzt im Sommer sind die Hügelketten grau und braun, im Frühjahr sieht es dort schöner (grüner) aus. Auf einem der vielen Hügel befinden sich die Grundmauern des Macharäus-Palastes, der auch vom berüchtigten Herodes bewohnt wurde. Der soll dem Wunsch einer Tänzerin namens Salome nachgekommen sein, den Täufer Johannes (dessen Kopf u.a. im Merseburger Stadtwappen abgebildet ist: scrollt mal rechts runter zum Wappen von Groundhopping Merseburg...) zu enthaupten. Herodes wird ja auch ein Massenmord an Neugeborenen in Bethlehem zur Last gelegt. Wahrscheinlich hat er auch das Tote Meer umgebracht... Jedenfalls sind der Macharäuspalast und auch der Berg Nebo, von dem aus Moses laut Bibel das Heilige Land gezeigt wurde und heute mit einer noch nicht fertigen Kirchen, ein paar Grundmauen und Mosaiken aufwartet, nur für Leute mit religiösem Interesse interessant. Für alle interessant dürften aber die Mosaike in Khirbet al-Mukhayyet sein, denn die Tierdarstellungen (meist realistisch mit Enten, Löwen, Stieren etc. – teils aber auch phantasierend mit einem Fisch-Schaf oder sowas) sind hier besonders gelungen. Der Alte mit dem Schlüssel ist sehr freundlich, kann aber nur Arabisch richtig, wobei ich seinen jordanischen Dialekt sehr angenehm fand. Sein Englisch ist eher rudimentär... قلعة المقاور Wir fanden ohne größere Probleme nach az-Zerqa, was mit „Blaustadt“ zu übersetzen ist. Der mit Amman zusammengewachsene Ort ist allerdings eher grau und braun, zugemüllt und heruntergekommen. In einem der übelsten Bruchviertel befindet sich aber eine tolle Sportanlage, die Prinz-Mohamed-Jugend-/ und Sportstadt. Wir trieben auch ein ganz ordentliches Restaurant auf: dort konnte man auch ein großes Stück Hühnerbrust auf Reis mit Gemüse und Salat für nur 2 JOD (2,40€) pro Portion in Plasteschalen mitnehmen. Essen ist im Vergleich zum Libanon übrigens durchweg preisgüntiger.

Das Mittagessen nahmen wir verbotenerweise in der Sporthalle zu uns, doch während wir uns essend und trinkend ausbreiteten, hatten andere Leute mal wieder die Kippe in der Fresse, was erst recht verboten ist, aber nicht mal den Hallenwart interessierte. Der guckte nur, dass keine Kinder das Spielfeld stürmten...

Das Spielfeld war ein wenig angenehmer blauer Kunststoffbelag der über den Betonboden gezogen wurde. Die Spieler hat er aber nicht beeinträchtigt. Die Tribünen sind gut gelungen, wobei die aufwändigen Geländer teilweise die Sicht einschränken. Ansonsten sind weitestgehend regelmäßige Sitzreihen mit hellen Schalensitzen rundherum bestückt und mittig auf einer Seite auch mal wieder die marmornen Stufen des VIP-Sektors auf denen Sessel und Polterstühle stehen. السلط مع الشونة Wir schauten uns tatsächlich alle drei Spiele an, die heute dort angesetzt waren. Die 1. Handballliga ist eine Amateurliga mit 11 Mannschaften, der Letzte steigt in die regional unterteilte 2. Liga ab, die bereits die unterste Spielklasse ist. Zu den Abstiegskandidaten gehört Umm Joza (Walnusshausen), die im ersten Spiel gegen Al-Ahly (National Amman) unter die Räder kamen. Ahly führte konstant und spielte zwar keinen überragenden Tempohandball, aber zeigte Umm Joza mit ihrer Technik klar die Grenzen auf. Das 36:18 war sehr deutlich.

Das zweite Spiel wurde nach etwa 10 Minuten noch einseitiger als das erste. Al-Salt (Sultaninenstadt) war klar besser als Al-Shouna (Scheune, kurioserweise heißt Scheune auf Arabisch شونة, was sich in korrekter Hochsprache „Schauna“ und in Dialekten „Schoone“ oder „Schuna“ u.ä. spricht, aber eventuell nur Zufall und trotz großer Ähnlichkeit kein entlehntes Wort ist). Der Tabellenzweite zog bereits bei Pause mit 19-5 davon und gewann am Ende mit 39-17, wobei die Scheunenhandballer auch noch eine grauenhafte Siebenmeterausbeute (2 aus 8) hatten.

Zum Abschluss des Handballabends füllte sich die Halle mit Anwohnern, zumeist Kindern und ihren Eltern, oft auch nur Müttern, die teilweise stark verschleiert in die Halle kamen – Zerqa ist eine überwiegend konservative Stadt mit hohem Unterschichtenanteil, wobei auch sehr viele Kaukasier wie Tscherkessen und Tschetschenen (beide Gruppen schon seit 100-150 Jahren nach Morden und Vertreibungen durch die Russen im Zuge der hemmungslos blutigen Kaukasus-Eroberungen) dort leben. Das Spitzenspiel zwischen Al-Araby (Arabischer SV Amman) und Al-Fajr (Tagesanbruch oder Morgenröte Amman) hatte es auch in sich: ein ausgeglichenes, kampfbetontes und wirklich gutes Spiel auf deutschem Oberliganiveau! Al-Araby zog immer mal davon, doch Al-Fajr nutzte ihr Überzahlspiel geschickt und kämpfte sich auch so immer wieder heran. Nur ab der 45. zog Al-Araby kontinuierlich davon, sodass aus den knappen zwei Tore Vorsprung am Ende ganze 12 wurden. Das 35:23 war aber aufgrund des guten Niveaus von Al-Araby nicht zu hoch ausgefallen! العربي مع الفجر Statistik:
- Grounds: 1.456 (1 neuer; diese Saison: 41 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.482 (3; diese Saison: 48)
- Tageskilometer: 250 (250km Mietwagen)
- Saisonkilometer: 12.360 (7.330 Auto, davon 1.900 Mietwagen/ 3.520 Flugzeug/ 900 Bus, Bahn, Straßenbahn/ 620 Fahrrad/ 0 Schiff, Fähre) - Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 43 [letzte Serie: 93, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 476.